Wucherzins und Höllenqualen
Ökonomie und Religion im Mittelalter
Bibliografische Angaben
| Autor:in | Goff Jacques le |
|---|---|
| Verlag | Klett-Cotta |
| Jahr | 2008 |
| Seiten | 205 |
| ISBN | 3608944680 / 9783608944686 |
| Suchbegriffe | Mittelalter Wucherzins |
Inhalt
In seinem klassischen Werk setzt sich Le Goff mit der Stellung des Wucherers im Mittelalter auseinander. Ein Mentalitätswandel im 12. Jahrhundert festigt seine gesellschaftliche Stellung - ein Meilenstein auf dem Weg zum Kapitalismus. Während des 12. und 13. Jahrhunderts führte die Christenheit eine regelrechte Kampagne gegen die Wucherei; auf fünf Konzilen wurde sie damals streng verurteilt; bildliche Darstellungen zeigen den Wucherer, wie er von seiner gefüllten Geldbörse, die ihm um den Hals hängt, in die Hölle hinabgezogen wird ... Viel gehasst war er - und doch war er notwendig. In Handel und Gewerbe kündigten sich neue Formen des Wirtschaftens an: erste Morgenröte des Kapitalismus, dessen frühester Protagonist der Wucherer ist. Aber in welchem Zwiespalt steckt er! Zwar vermehrt er sein Geld selbst noch im Schlaf, zugleich aber sind ihm die ewigen Höllenqualen gewiss. Und doch braucht die neue Zeit ein Kreditwesen. Mühsam suchen sich die Menschen einen Weg zwischen den heiligen Tabus. Doch gibt es einen Ausweg: das Fegefeuer, durch das bestimmte Kategorien von Sündern noch einmal gerettet werden können. Die Sünde wird relativiert, der Sündenkatalog differenziert, der Wucherer hat sein zweifaches Ziel erreicht: hienieden seine wohlgefüllte Börse zu behalten, ohne im Jenseits das ewige Leben zu verlieren. In Siena wird die erste Bank eröffnet, die christlichen Geldverleiher können ruhig schlafen, während ihr Geld sich vermehrt ...
Inhaltsverzeichnis
- Zwischen Geld und Hölle: Wucher und Wucherer
- Geld und Wucher
- Der Zeitdieb
- Der Wucherer und der Tod
- Geld und Leben: das Fegefeuer
- »Auch das Herz hat seine Tränen«
- Postskriptum
- Zins als Wucher
- Eine Einführung von Johannes Fried
- Anmerkungen
- Anhang
- Bibliographie