Publikationen zu München

Albrecht Altdorfer

Titel Albrecht Altdorfer
Autor Goldner Johannes Bahnmüller Wilfried 
Verlag Pannonia
Erscheinung 1987
Seiten 48
ISBN 3789701300
Serie Pannonia
Personen Altdorfer Albrecht 

Donauschule, Donaustil, Donaukunst sind die synonymen Begriffe für eine Richtung der altdeutschen Malerei im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts. Die Donauschule war nicht auf das Donautal zwischen Regensburg und Wien beschränkt, sondern sie bezog das gesamte bay-erisch-österreichische Alpenland mit den Schwerpunkten Innsbruck und Salzburg ein. An keinem Ort dauerte jedoch die Donauschule länger als einige Jahrzehnte; sie ging bereits in der darauffolgenden Generation zu Ende. Demnach kann sie als eine plötzlich einsetzende, kurzfristige Kunstrichtung von ausgesprochener Eigenart angesehen werden. Eine nachhaltige Fortentwicklung oder Weiterentfaltung ist nicht erkennbar. Als echter Kunststil erfaßt die Donauschule aber alle Kunstbereiche, also auch die Plastik und die Architektur. Dies wird jedoch in der Kunstgeschichte viel zu wenig berücksichtigt. Die Malerei der Donauschule stellt allerdings jenen großartigen Beitrag bayerisch-österreichischen Kulturschaffens dar, der gleichwertig neben der deutschen Malerei der Dürerzeit steht. Für die Entstehung dieses außergewöhnlichen Kunststils dürfte das alpenländische Element von ausschlaggebender Bedeutung gewesen sein. Die Voraussetzungen für die Donauschule schuf Michael Pacher (um 1435-1498) mit seiner Kunst. Den Ausgangs- und Kristallisationspunkt bildete die Werkstatt von Jörg Kölderer in Innsbruck. Im Auftrag Kaiser Maximilians I. fertigte er zahlreiche Arbeiten an, die zuerst die Stilrichtung der Donauschule erkennen lassen. Gemeinsame unverkennbare Merkmale der Donauschule sind die exakte Prägnanz, das intensive Verhältnis des Künstlers zur Natur, die gesteigerte Expressivität der Darstellungen und Figuren. Die Landschaft mit ihren bizarren Bergen, rauschenden Gewässern und vielfältigen Pflanzen wird zum Bestandteil der Bildbeschreibung, des Darstellungsgeschehens und des Bewegungsablaufes. Der Gestaltung einer Ausdruckseinheit von Figur und Landschaft folgte die strenge Auswahl der Themen, die nun häufiger der profanen Welt entnommen wurden. Die eindrucksvollen Gestaltungsmittel der Donauschule sind: vielfältige Lichtführung, auffallende Hell-Dunkel-Kontraste, Farbigkeit und lockere Malweise.

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