Verhandelte Gerechtigkeit
Rückerstattung und Entschädigung für jüdische NS-Opfer in Bayern und Westdeutschland
Leitfaden:
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Die Wiedergutmachung gehört zu den zentralen Themen in der Auseinandersetzung der deutschen Nachkriegsgesellschaft mit dem "Dritten Reich". Ihre Leistungen und Mängel wirken bis heute nach. Tobias Winstel analysiert die administrative Praxis der Entschädigung und Rückerstattung, stellt Regelwerke, Institutionen und konkurrierende Ansprüche vor. Er macht die Erwartungen der ehemaligen Verfolgten und ihre Erfahrungen im Prozess der Wiedergutmachung sichtbar. Eingebunden werden Perspektiven der Politik-, Verwaltungs- und Rechtsgeschichte bis hin zur Wirkungs- und Erfahrungsgeschichte. Indem Winstel die bundesdeutsche Entwicklung im internationalen Zusammenhang analysiert, leistet er auch einen grundsätzlichen Beitrag zur Frage nach Möglichkeiten und Grenzen "verhandelter Gerechtigkeit" beim Umgang mit historischer Schuld.
- Bedingungen: Struktur und Entwicklung der Wiedergutmachung
- Frühe Regelungen unter amerikanischer Besatzung
- Wiedergutmachung als Rechtsgebiet
- Bund-Länder-Problematik
- Rechtsanwälte der Berechtigten
- Juristisches Neuland
- Organisation der Wiedergutmachung in Bayern
- Haushaltsmittel und Finanzierungsmodelle
- Aufbau der Verwaltung
- Sonderfunktionen und -institutionen
- Die Stimme Bayerns im Konzert der Bundesländer
- Vorarbeiten und Abstimmungen bis zu den bundeseinheitlichen Gesetzen
- Selbstkoordinierung der Länder
- Bayerische Sonderwege
- Zahlenbilder
- Aussagekraft und Vergleichsmöglichkeit von Wiedergutmachungs-Statistiken
- Leistungen im Vergleich mit anderen Bundesländern
- Zahlenmäßige Entwicklung der Rückerstattung und Entschädigung in Bayern
- Begegnungen: Akteure und ihr Verhalten in der Praxis
- Das Personal der Wiedergutmachungsverwaltung
- Fachliche Anforderungen
- NS-Opfer
- Politisch Belastete
- Verhinderte Karrieren
- Orte der Wiedergutmachung
- Interaktionsgefüge
- Probleme der Verwaltungspraxis
- Der Kontakt zwischen Antragsteller und Bearbeiter
- Das Aufeinandertreffen von Enteigneten und „Ariseuren" bzw. Profiteuren
- Die Haltung des Staates gegenüber den privaten Rückerstattungspflichtigen
- Binnenkonflikte
- Innerhalb von Politik und Verwaltung
- Zwischen Berechtigten und Organisationen
- Doppelte Konkurrenz der Opfer?
- Ein kollektiver Berechtigter in Verhandlung mit dem Staat: Das JRSO-Freistaat-Bayern-Globalabkommen von 1952
- Ausgangsproblematik
- Verhandlungen
- Umsetzung
- Deutungen: Wirkungs- und Erfahrungsgeschichte der Wiedergutmachung
- Rückerstattung und Entschädigung im Erleben der Berechtigten
- Kritik von Seiten der Berechtigten und ihrer Vertreter
- Vorwurf der bewussten Verschleppung
- Regierung und Behörden in der Defensive
- Fiskalische Bremse?
- Missbrauch in und mit der Wiedergutmachung
- Zweckentfremdung durch den Staat
- Individueller Betrug
- Hemmnisse und Gegner der Wiedergutmachung
- Symbol für Besatzung und Kollektivschuld
- Verzerrtes Bild von Verfolgung und Unrecht
- Forderungen und Einfluss von Wiedergutmachungsgegnern
- Wiedergutmachung und Öffentlichkeit
- Zusammenfassung
- Tabellen
- Abkürzungen
- Quellen und Literatur
- Personenregister