München Bücher

Die Stadt und der Tod

Trauer- und Bestattungskultur in der »Hauptstadt der Bewegung«

Titel Die Stadt und der Tod
Untertitel Trauer- und Bestattungskultur in der »Hauptstadt der Bewegung«
Autor:in Kelle Lena
Verlag Wallstein Verlag
Buchart Gebundene Ausgabe
Erscheinung Mai 2026
Seiten 316
ISBN/B3Kat 3835360418 (9783835360419) / 0
Verkaufspreis 38,00 €
Suchbegriffe NSDAP Zwangsarbeiter Kriegsgefangene Soldaten Luftkriegsopfer
Regierungsbezirk Oberbayern

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Zitierhinweis:

Der verwaltete Tod: Wandel der Trauer- und Begräbniskultur unter den Bedingungen von Ideologisierung, Politisierung und Massentod im Krieg. Im Tod, so der Philosoph Seneca, sind alle Menschen gleich. Nicht so im Nationalsozialismus, wie Lena Kelle am Beispiel der Stadt München zeigen kann. Hier herrschte ideologisch begründete Ungleichheit: zwischen jüdischen und »arischen« Verstorbenen, Soldaten und zivilen Luftkriegsopfern, »Gefallenen der Bewegung« und »Ehrenzeichenträgern« der NSDAP, Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen, Kriegsgefangenen aus West- und Osteuropa, hingerichteten politischen Gegnern und denen, die eines natürlichen Todes gestorben waren. Allzuständig für den unterschiedlichen Umgang mit dem Tod war das städtische Bestattungsamt, das – eine Münchner Besonderheit – das nahezu vollständige Monopol über das Bestattungswesen besaß. Das Massensterben im Luftkrieg verstärkte seine Präsenz. Das Gebot der Pietät begrenzte jedoch die Ungleichbehandlung. Vorstellungen von Pietät gestalten die Trauer- und Bestattungskultur jeder Gesellschaft und formulieren ungeschriebene Regeln für einen angemessenen Umgang mit dem Tod. Die Forderung, die Würde der Toten zu respektieren, war an tradierte Werte gebunden, die auch in der Trauer- und Begräbniskultur des nationalsozialistischen München fortwirkten.