Systemerkrankung
Arzt und Patient im Nationalsozialismus
Bibliografische Angaben
| Herausgeber:in | Prehn Ulrich, Liederwald Sjoma |
|---|---|
| Verlag | Kassenärztliche Bundesvereinigung |
| Jahr | 2024 |
| Seiten | 116 |
| ISBN | 3000806407 / 9783000806407 |
| Suchbegriffe | Nationalsozialismus Arzt Zwangssterilisation Ärztegerichtshof Menschenversuche |
Inhalt
Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in Deutschland 1933 führte zu tiefgreifenden Veränderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen – auch im Gesundheitssystem. Die Ausstellung beleuchtet anhand von Fallbeispielen, wie sich Handlungsspielräume – besonders für jüdische Ärzte und Patienten – veränderten. Sie zeigt, wie Karrieren verliefen und sich im Gesundheitssektor neue Aufgaben und Konfliktfelder ergaben. Wie verlief der Prozess der (Selbst-)„Gleichschaltung“ der ärztlichen Standesorganisationen und der Verdrängung politisch unerwünschter sowie jüdischer Ärztinnen und Ärzte? Wie wurden Kriegsgefangene und Häftlinge in Konzentrationslagern medizinisch versorgt? Und wie versuchten Ärzte und Gesundheitspolitiker, die gesundheitliche Betreuung der deutschen Bevölkerung bis zum Kriegsende sicherzustellen? Die Ausstellung schildert Verbrechen, die Ärztinnen und Ärzte im Namen der Medizin verübten: Zwangssterilisationen, Krankenmorde und Humanexperimente. Doch thematisiert sie auch wenig erforschte Felder wie das Aufweichen der ärztlichen Schweigepflicht im Nationalsozialismus oder die Tätigkeit des Deutschen Ärztegerichtshofes in München.
Inhaltsverzeichnis
- DR. PETRA REIS-BERKOWICZ
Zum Geleit - ORIT FARKASH-HACOHEN
Grußwort Message - ULRICH PREHN
„... wenn aus Aerzten Richter wurden". Forschungsprojekt und Ausstellung "
- Umstrittene Gesundheitspolitik in der Weimarer Republik
- „Gleichschaltung" und Selbstgleichschaltung
- Die Verdrängung missliebiger Ärzte
- Reichsärzteordnung und Reichsärztekammer
- „Gesundheitsführung"
- Eugenische „Auslese" und Zwangssterilisation
- Die Trennung jüdischer und nichtjüdischer Patientinnen und Patienten
- Ärztliche Standesorganisationen und ihre „Gefolgschaft"
- Das „Haus der deutschen Ärzte" in Berlin
- Der Deutsche Ärztegerichtshof in München
- Ärzte und Patienten im Krieg
- Der Mord an Patientinnen und Patienten
- Medizinische Versorgung in Konzentrations- und Vernichtungslagern
- Menschenversuche
- Solidarität und Hilfeleistung
- Ärztliche Versorgung in der Trümmergesellschaft
- Schuldsprüche, Freisprüche und neues Unrecht
- Kontinuitäten, neues Leid und spätes Zeugnis
- ULRICH PREHN
Herbert Lewin als Namensgeber
- Personenregister
- Danksagung
- Impressum