Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte
| geboren | 21.6.1845 (Mannheim) |
| gestorben | 8.3.1905 (München) |
| Beruf | Markler |
| Personenverzeichnis | Höch Heinrich |
| Friedhof | Alter Südlicher Friedhof |
| Lage | 5-5-56 |
| Heinrich Höch wurde 60 Jahre alt. |
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Heinrich Theodor Höch wurde am 27. Juni 1845 in Mannheim geboren und wuchs in Ludwigshafen auf, das damals zum Königreich Bayern gehörte. Sein Vater, Gottfried Höch (1800–1872), war maßgeblich an der Gründung Ludwigshafens beteiligt und verwaltete die Güter von Stéphanie de Beauharnais, einer Adoptivtochter Napoleons. Bereits im Alter von 19 Jahren zeigte Höch Unternehmergeist: 1864 gründete er ein Handelsunternehmen, das Pfälzer Tabak in die Vereinigten Staaten exportierte, um die Union während des amerikanischen Bürgerkriegs zu beliefern. Nach Kriegsende musste er jedoch seinen ersten Konkurs anmelden. Dennoch blieb er als Kaufmann und Vermittler im Handel aktiv. In den 1860er Jahren beteiligte sich Höch am Bau der Eisenbahnlinie München–Rosenheim, was ihm erste wirtschaftliche Erfolge brachte. 1866 zog er nach München, wo er sich dem Handel, der Finanzierung und später dem Immobiliengeschäft widmete. Er erkannte früh den Bedarf an städtischem Wohnraum in der wachsenden Residenzstadt. Besonders in der Maxvorstadt gestaltete er neue Straßenzüge und Wohnviertel mit. Höch war an der Entstehung des späteren Künstlerquartiers beteiligt und stiftete den Baugrund für die Kirche St. Ursula (1894–1897). Trotz seiner Innovationskraft erlebte er durch riskante Finanzierungen und Bauprobleme mehrere Bankrotte – der erste große 1873 nach dem Zusammenbruch eines Hauses in der Heßstraße. 1875 eröffnete er eine Molkerei in der Heßstraße, die nach modernen hygienischen Maßstäben arbeitete und pasteurisierte Kindermilch nach dem Verfahren von Franz von Soxhlet herstellte. 1890 gründete er mit Hugo Oertel den Volksgarten Nymphenburg, einen Freizeitpark für die Münchner Bevölkerung. Höch plante zudem visionäre Projekte wie Klärfelder in Großlappen und eine Heilanstalt für Tuberkulose, die jedoch scheiterten. In den 1890er Jahren versuchte er, ein Industriegebiet in Freimann aufzubauen – ebenfalls ohne Erfolg. |
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