Gräber in München
 

Münchner Gräber

Karl von Abel

geboren 17.09.1788 (Wetzlar)
gestorben 03.09.1859 (München)
Beruf Innenminister, Staatsrat
Friedhof Alter Südlicher Friedhof
Lage M-li-222/223
Wikipedia Karl_von_Abel
Karl von Abel wurde 71 Jahre alt.

Carl August Abel, ab 1830 Ritter von Abel (* 17. September 1788 in Wetzlar; † 3. September 1859 in München) war ein deutscher Politiker und bayerischer Staatsminister.

Am 12. März 1844 wurde Abel nobilitiert und galt als das politische Haupt der sogenannten Ultramontanen. König Ludwig I. (Bayern) bezeichnete ihn als seinen „ersten Staatsmann“. Abel behinderte u. a. auch die Bildung evangelischer Gemeinden, begünstigte Konvertiten zum Katholizismus und betonte die monarchische Autorität. Trotzdem herrschte er in gewisser Weise auch über die Katholische Kirche selbst, denn seine politischen Entscheidungen orientierten sich nahezu bedingungslos am Willen König Ludwig I.[5] Zwischen 1844 und 1845 wurde er zum Ritter vom Heiligen Grab geschlagen.

Von Liberalen und Protestanten bekämpft, verlor Abel 1846 das neue Kultusministerium. Schließlich entzog ihm Ludwig I. die Zuständigkeit für kirchliche Angelegenheiten und übertrug sie ab 1. Januar 1847 dem neugebildeten Ministerium des Innern für kirchliche Angelegenheiten, das Karl von Schrenck unterstand, einem Angehörigen des Corps Palatia München. Abel wurde am 17. Februar 1847 von Ludwig in Ungnaden entlassen; denn er hatte Lola Montez, seiner dramatischen und hochpolitischen Liebesbeziehung, das Bürgerrecht verweigert und sein Memorandum in die Presse gegeben.

In der Folge wurde er 1847 außerordentlicher Gesandter in Turin, der damaligen Hauptstadt des Königreichs Sardinien-Piemont.[7] Er trat diesen Posten jedoch erst unter König Maximilian II. an. 1848 wurde er in die Zweite Kammer des Bayerischen Landtages gewählt, sah sich hier jedoch schonungslosen Angriffen der Gegner ausgesetzt und konnte keinen Einfluss gewinnen. 1848 kehrte er in den Umkreis des abgedankten Königs zurück und beriet den jungen König Maximilian II. Joseph (Bayern) in wichtigen Entscheidungen. Im März 1850 wurde er abberufen und in den Ruhestand versetzt. Nach seinem Sturz bewiesen ihm seine ultramontanen Anhänger „schwarze Untreue“ und verleugneten ihn, als ob er nie zu ihnen gehört hätte.[8] Er zog sich vom öffentlichen Leben zurück und lebte auf seinem Gut Stamsried in der Oberpfalz.

Der nationalliberale Historiker Heinrich von Treitschke charakterisierte Abel als „von brutaler Strenge, hart, herrschsüchtig, rücksichtslos, im Landtage gefürchtet durch seine schlagfertige, feurige Beredsamkeit“.[3] Hans von Hopfen hielt ihn für „den größten Studentenschinder, wie es keinen solchen je in Würzburg oder Erlangen gab“.

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Abel Karl von
Karl von Abel
Bildrechte: A. Gatterer, Karl von Abel, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Abel Karl von
Grab aufgelassen