Name Schmerzhafte Kapelle
Architekt Zwerger Wolfgang  
Stadtbezirk 2. Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt
Stadtbezirksteil Am alten Südfriedhof
Straße Kapuzinerstraße 38
Jahr Baubeginn 1702
Jahr Fertigstellung 1703
Baustil barock
Kategorie Religiöse Bauwerke
Kapelle
Baustil Barock
barock
Unterkategorie Kapelle  
Suchbegriffe Schmerzhafte Kapelle Kapuziner Kloster 
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Beschreibung

<p> <strong>Schmerzhafte Kapelle </strong>Eine von Herzog Albrecht V. ab 1576 erbaute und 1578 konse-krierte &gt;Kape!lezum leidenden Heiland&lt; auf dem ehemaligen Armeleute-Friedhof vor dem SendlingerTor (nicht identisch mit späterem Südlichen Friedhof) wegen Bau der Festungswerke (1625-28) abgebrochen. Nach 30-jährigem Krieg Einrichtung einer Gebetsstätte an einem Baum beim &gt;Steig&lt; nach Thalkirchen (jetzt bei Kapuzinerstraße); um 1670 errichtete der Abdecker Deibler eine kleine, aus Brettern gefügte Feldkapelle (&gt;Schinder-Kapelle&lt;) mit einer Kopie des Andechser Bilds &gt;Heiland an der Geißelsäu-le&lt;. Durch die sich entwickelnde Wallfahrt (seelsorgisch betreut bis 1846/47 von St. Peter) Bau einer Kapelle 1672, abgelöst durch Errichtung einer Rotunde mit Kuppel und Laterne (gestiftet von dem zugewanderten Meraner Handelsherrn Ruffini) ab 1697, nach anderen Quellen 1702; benediziert 1703, konsekriert 1705 und den &gt;Leiden Christi und der Schmerzhaften Mutter Maria&lt; geweiht. (Baumeister unbekannt, vermutlich H. Mayr oder W. Zwerger.) Dem an Eingangsseite vorgelegten Vorbau entsprach an Südseite Sakristeianbau, der 1736 durch Mesnerwohnung und Türmchen ergänzt wurde, 1740 zur Errichtung eines eigenen Altarraums (Arkadendurchbruch der Rotunde) mit neuem Hochaltar verwendet, seitlich zwei Nebenaltäre.</p> <p> <strong>Beschreibung</strong> der heutigen Kapelle: Im Rahmen des Umbaus des Klosters (-&gt; Nachtrag 2009) und der Adaptierung der Gebäude für das Institut zur Förderung des publizistischen Nachwuchses 2006-2008 Abtrennung des Langhauses von 1855/56 und Wiederherstellung der nördlichen Rotunde durch Schließung der drei Arkadendurchbrüche. Heutige Nutzung als Konventkirche der Kapuziner.</p> <p> <strong>Inneres: </strong>Die Wände der Rotunde durch acht Pilaster&nbsp;gleichmäßig unterteilt, über verkröpftem Gesims in der Kuppel (mit Auge) durch gemalte Felderung fortgeführt. Neugestaltung des Inneren 2008/09 mit vereinfachter Ausstattung: Neues Gestühl sowie neue Mensa von Blandina und Holger Bollinger (Rosfeld/Freising), dahinter in der Mittelarkade auf modernem Sockel die Pietä, farbig ge-fasste Holzskulptur von Bendel um 1850. Rechts davon Ambo in Schmiedearbeit von Peter-Michael Reich sowie der von der alten Ausstattung stammendeTabernakel. An der Ostwand Gemälde Auferstandener Christus&lt; (wohl Kopie nach einem verschollenen Gnadenbild in St. Peter), gegenüber Kruzifix (18. Jh.), in der nördlichen Mittelarkade farbig gefaßter &gt;Geißelheiland&lt;. Der südliche Anraum mit neuer Sakristei und Orgelpositiv durch moderne Paneele mit Lamellen abgeschirmt. - Restauriert 1880-84 (mit Neueinrichtung im Zeitstil nach Entwurf von Marggraf durch drei Konventualen), 1928, 1950/51 und 1977-81 (weiß getünchter Innenraum, Modernisierung des Altarraums, Altarweihe 8. 12. 1981), 2006-2009 Außen- und Innenrestaurierung, dabei weitgehender Rückbau der Kirche zur ursprünglichen Rotunde, Altarweihe am 22.3.2009.</p> <p> <strong>Bedeutung:</strong> Interessantes Beispiel einer aus lebendigerVolksgläubigkeit hervorgegangenen und mit privaten Spenden errichteten Wallfahrtskirche, deren reizvoller, im Kern noch gut erkennbarer Zentralbautypus ein seltenes Zeugnis der &gt;Bauschule von Haus-statt&lt; (bei Bad Feilnbach) im Raum München darstellt.</p>

Quellen

Schmerzhafte Kapelle
Reber - Bautechnischer Führer durch München (1876)

Die schmerzhafte Kapelle südlich vom neuen südlichen Kirchhofe (Staubstrasse 14), wurde 1703—1705 an der Stelle einer seit der Zeit des dreissigj hrigen Krieges bestehenden Feldkapello als einfache Rotunde auf acht Pfeilern erbaut. Als aber 1846 derselben ein Kapuzinerhospiz, welches 1853 zum Convent erweitert wurde, angefügt ward, musste die Rotunde nicht blos einige Umgestaltungen in den drei Altarapsiden erfahren, sondern erhielt auch einen schlichten, im romanischen Styl ausgeführten, einschiffigen Vorbau, welcher die armselige Romanisirung alles Uebrigen zur Folge hatte. Bemerkenswerth ist vielleicht nur ein die hl. Familie darstellendes Gemälde in einer links an den Rundbau angesetzten Kapelle, das von einem geschickten Nachahmer Andrea del Sarto’s und aus einer Gruftkapelle des 1803 demolirten Kapuzinerklosters vor der Herzog-Max-Burg herrührt.

 

Die schmerzhafte Kapelle und das Kloster der Kapuziner
Nagler - Acht Tage in München (1863)

Die schmerzhafte Kapelle und das Kloster der Kapuziner an der Staubstraße Nr. 14, hinter dem allgemeinen Gottesacker, haben wir als Wallfahrtskirchlein in der Geschichte von München schon erwähnt, und dabei auf ihren Zusammenhang mit einer alten Kapelle des leidenden Heilandes hingewiesen. Das Kirchlein, eine einfache Rotunde, wurde von 1703 bis 1705 hergestellt, und fortan von Andächtigen besucht. Im J. 1846 wurde damit ein Kapuziner-Hospitium verbunden, welches den 3. Okt. 1847 eingeweiht, und 1853 zum Convente erhoben wurde. Jetzt erhielt die Kirche den gegenwärtigen Anbau, und das Areal der Patres wurde mit einer Mauer umgeben. Der Hauptaltar ist noch jener der alten Kapelle von 1703, und gibt die Dedication an die schmerzhafte Mutter des Herrn, dessen Leichnam sie im Schooße hält. Ein besonderer Zulauf von Andächtigen findet am schmerzhaften Freitag statt, auf welchen Papst Pius VI. bei seiner Anwesenheit in München am 27. September 1782 einen Ablaß verlieh. Die Glasgemälde des Anbaues der Kirche sind von einem Dilettanten, dem ehemaligen Landarzt Heinrich Ehrl. König Maximilian II. schenkte dem Kloster eine kostbare Reliquie, welche er von Papst Pius IX. erhalten hatte. Interessant ist ein Gemälde mit der hl. Familie, welches in der Gruftkapelle des 1803 demolirten Kapuzinerklosters als wunderthätig verehrt wurde.