Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte
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| Kategorie | Keine Kategorie |
| Baustil | Keine Kategorie |
Auerkirche Maria Hilf, am Mariahilfplatz. Geschichte. Neben der 1463 aus Anlaß eines hier angeschwemmten Kruzifixes erbauten Kreuzkirche (im 17. Jahrh. abgebrochen) wurde 1629—31 eine geräumigere Kirche erbaut und „Maria Hilf“ genannt, weil hier ein als wundertätig verehrtes Gnadenbild der Muttergottes ausgestellt war. Die Statue (elegante Figur aus dem 16. Jahrh., Körper aus Stein, Kopf und Hände aus Elfenbein [KB]) brachte der Edle von Rottaw (nach ihm die „Rottaustraße“) aus Paris mit. Die Kirche wurde 1839 abgebrochen und das Gnadenbild in die jetzige Pfarrkirche übertragen.
Kunst. Neugotische Hallenkirche, 1831 —39 von Ohlmüller erbaut; durch 16 Pfeiler in 3 Schiffe geteilt (Pfeiler mit je 8 Diensten geschmückt, die jedoch dadurch weniger energisch wirken, daß die Zwischenräume zwischen ihnen nicht ausgekehlt sind [üb]). Chorabschluß in 5 Achteckseiten. Chorumgang nach dem Vorbild der Frauenkirche durch Engerstellen des letzten Pfeilerpaares vermittelt (im Erdgeschoß durch die hereingezogene Sakristei aufgehoben). Stattliche Westfassade: reich gegliedert mit fialengeschmückten Strebepfeilern und Wimpergen; Portal durch einen mit Wimpergen ausgestalteteu Spitzbogen erhöht; darüber mächtiges Radfenster; rechts und links ein Wimpergfenster mit großer Rosette darüber. Der schöne 81 m hohe Turm gemahnt in maßvollem Reichtum und seinen gelungenen Verhältnissen, im Uebergang vom Viereck zum Achteck wie im durchbrochenem Helm (Steinpyramide mit reichem Maßwerk) ans Vorbild des Freiburger Münsters. Mangels eines vortretenden Querschiffes gliedern die nach außen gelegten Streben wohltätig, wozu auch die polychrome Musterung des Daches in buntglasierten Ziegeln beiträgt, die statt wirklicher Fenster-Wimperge angebracht ist. Hauptschmuck die 19 je 15 m hohen Glasgemäldefenster, Geschenk König Ludwigs I., entworfen unter Leitung des Kunstmalers H. ließ, hergestellt von Ainmiller in der kgl. Glasmalereianstalt (Entwürfe in der Neuen Pinakothek), mit Darstellungen aus dem Leben Mariä (Heimkehr Joachims, Geburt Mariä, ihr erster Tempelgang, Vermählung mit Joseph, Verkündigung, Heimsuchung, Hl. 3 Könige, Verheißung des Simeon, Flucht nach Egypten, Jesusknabe im Tempel, Hochzeit zu Kana, Abschied Christi von seiner Mutter, Kreuztragung, Kreuzigung, Grablegung). Ausstattung gefertigt von Schönlaub, entworfen von Ohlmüller: Hochaltar ohne Flügel mit Doppeltabernakel und Figuren (in der Mitte Kreuzigungsgruppe, rechts König Ludwig IX. der Heilige von Frankreich mit Kirchenmodell [Erinnerung an den Stifter der Glasgemälde], links die hl. Theresia [Patronin der Königin]). Seitenaltäre: links St. Joseph mit 3 Reliefs (Joseph, Maria und Anna), rechts Franz v. Paula (Ordensstifter der Paulaner) mit St. Corbinian und Bonifazius; auf diesem Altar das alte Gnadenbild. Unter der Orgelempore Grabstätte des Erbauers Ohlmüller, 10 Jahre nach dessen Tod auf Wunsch König Ludwigs hier beigesetzt [F, Rb],
Die Mariahilf-Pfarrkirche in der Vorstadt Au. Auf dem Platze stand seit Jahrhunderten eine Kapelle zum hl. Kreuz, neben welcher 1629 eine Marienkirche entstand, deren Bau der Kriegsnoth wegen erst 1639 durch Beihilfe des Churfürsten Maximilian I. vollendet wurde. Das Madonnenbild, an welchem Kopf und Hände der Madonna wie das ganze Christkind von Elfenbein, von dem Hofseidensticker Eathon aus Lothringen der Kirche geschenkt, gelangte in den Ruf der Wunderkraft, so dass die kleine Marienkirche des Zudranges wegen vergrössert werden musste (1727—1729), aber auch jetzt noch Filiale der Paulaner blieb, welche seit 1626 jenes Gebäude inne hatten, das 1807 als Strafarbeitshaus eingerichtet worden ist. Nachdem der Paulanerconvent aufgehoben worden war, wurde die Marienkirche Pfarrkirche der Au (seit 1799), verlor aber dafür in den Jahren der Aufklärung den Charakter eines Gnadenortes. Im Jahre 1831 beschloss indess die Gemeinde, statt der unansehnlichen alten Kirche eine neue zu erbauen, und es entstand 1831—1839 unter Leitung des Baurathes Jos. Dan. Ohlmüller eines der besten Werke gothischen Styles jener Epoche. Als Hallenkirche in Backstein mit Ziergliedern aus Sandstein gebaut, zeichnet sie sich usserlich durch den schönen 81 Meter hohen Thurm aus, welcher in maassvollem Reichthum und in gelung non Verhältnissen in seinem Uebergang vom Viereck zum Achteck wie in dom durchbrochenen Holm an das Vorbild des Freiburger Münsters gemahnt. Wäre sonst die Brechung der Laugseiten durch ein vortretendes Querschiff bei der Grossräumigkeit des Platzes allerdings zu wünschen, so gliedern doch die nach aussen gelegten Streben wohlthätig, wozu auch die polychrome Musterung des Daches, einigermassen für die fehlenden Wimperge entschädigend, beiträgt. Der Chor ist fünfseitig angelegt, erscheint aber, wenn ganz, d. h. von unten gesehen, wegen mangelnder Kapellenoder Sakristeivorsprünge etwas nüchtern.
Das Innere, 70,5 Meter lang, 24 Meter breit und 28,5 hoch wird durch 16 Hallenpfeiler in drei Schiffe getheilt. Die Pfeiler sind mit 8 Diensten geschmückt, welche jedoch dadurch weniger energisch wirken, dass die Zwischenr ume zwischen denselben nicht ausgekehlt sind. Der Chorumgang, welcher nach dem Vorbilde der Frauenkirche durch Engerstellung des letzten Pfeilerpaaros vermittelt ist, wird im Erdgeschosse durch die hereingezogenen niedrigen Sakristeiräume aufgehoben, über welchen eine Empore herumführt. Die Ueberhöhung des Chores ist übrigens weder stylgemuss, da sie in der gotliischen Periode sich verliert, noch vortheilhaft, weil dadurch die Sakristeiräume niedrig werden mussten. Den Hauptschmuck bilden die neunzehn 15,5 Meter hohen und 8, im Chor 4 Meter breiten Fenster, ein Hauptwerk der ehemals k. Glasmalereianstalt und Geschenk des Königs Ludwig I. Die auf die Geschichte Mariens bezüglichen Darstellungen sind zum grössten Theil von dem begabton J. A. Fischer componirt, einzelne von W. Röckel, Chr. Huben und J. Schraudolph, sämmtlich unter Oberleitung von H. Hess, während der technische Leiter der k. Glasmalereianstalt, der verdienstvolle Ainmüller, das Ornament dazu schuf, welches zum grossen Theil vom Volckamer - Fenster der Lorenzkirche zu Nürnberg und vom Scharfzandt-Fenster der Frauenkirche beeinflusst erscheint.
Altäre, Beichtstühle, Stationen u. s. w. von Fid. Schönlaub enthalten manches Schöne, wenn auch noch manche Unsicherheit, ebenso die nach Ohlmüller’s Zeichnung von J. M. Entres gefertigte Kanzel. Finden Architekten ist noch der mit einem Kreuze bezeichnete Stein in der Mitte der Halle unter dem Orgelchor von Interesse, da unter demselben der kurz vor der Einweihung gestorbene Baukünstler der Kirche, Ohlmüller, begraben liegt, wie die schöne Bronzetafel am linkseitigen Pfeiler des Orgelchors besagt. Eine andere ähnliche Bronzetafel rechts erinnert daran, dass König Ludwig ausser den Fenstern noch die Summe von 100,000 tl. zum Bau beigesteuert habe.