Zum Inhalt springen
Menü

Literatur zur Münchner Stadtgeschichte

Flucht und Versteck

Bibliografische Angaben

Autor:in Schrafstetter Susanna
VerlagWallstein Verlag
Jahr2015
Seiten336
ISBN3835317369 / 9783835317369
SerieMünchen im Nationalsozialismus
Suchbegriffe Juden

Inhalt

In Deutschland versuchten etwa 10.000 bis 15.000 Juden dem nationalsozialistischen Völkermord zu entgehen, indem sie untertauchten. Sie wagten mit Hilfe von jüdischen und nicht-jüdischen Verwandten, Freunden oder ihnen gänzlich unbekannten Personen ein Leben in der Illegalität. Nur etwa 5.000 überlebten. Die meisten dieser Fluchten gab es in Berlin, aber auch in anderen deutschen Städten tauchten zahlreiche Menschen unter, wobei regional ganz unterschiedliche Rahmenbedingungen für ein Leben im Versteck herrschten.

Im Zentrum dieser Studie stehen die Schicksale der Juden in München und Oberbayern, die durch Untertauchen vor den Deportationen flüchteten.

Susanna Schrafstetter zeigt die Handlungsoptionen und -strategien der Untergetauchten und ihrer Helfer auf, identifiziert Fluchtwellen und thematisiert die Art und Weise, wie sich Deutsche an den Flüchtigen bereicherten. Das Buch erweitert auch den Blick auf die Zeit nach 1945: Es behandelt die Erfahrungen der Überlebenden in der frühen Bundesrepublik und die Bedeutung von 'Hilfe für Juden' in der lokalen Münchener Geschichtspolitik.

Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • Forschungsstand und Terminologie
  • Aufbau der Studie

I. Unter nationalsozialistischer Herrschaft: Juden in München, 1933-1941

  • Ausgrenzung, Ausplünderung, Auswanderung 1933-1938
  • Der Novemberpogrom 1938
  • Abschluss der »Arisierung« und Vertreibung der Juden aus ihren Wohnungen 1938-1939
  • Verfolglingsmaßnahmen und Zwangsarbeit 1939-1941
  • Denunziationen
  • Ghettoisierung: die »Judenlager«
  • Fazit: Die Situation der Münchner Juden am Vorabend der Deportationen
  • Die Deportationen aus München
  • Die Deportationswellen 1941-1945

II. Die Durchführung der Deportationen aus München

  • Die Münchner Bevölkerung und die Deportationen: Reaktionen und Wissen
  • Zwischen Hoffnung, Resignation und Verweigerung:
  • Reaktionen von Juden auf den Deportationsbescheid

III. Frühe Fluchren Herbst 1941 — Sommer 1942

  • Im Kohlenkeller der Freundin
  • Hilfe für eine Nachbarin: Er hat für sie »alles getan, was ein Mensch für einen anderen nur tun kann«
  • Des Reichsstacthaltcrs »Adjutant«
  • Fluchthelfer Tbc
  • Überleben in der Polizeistation
  • Flucht aus Berg-am-Laim
  • München im Vergleich: Rahmenbedingungen und Handlungsstrategien von Untergetauchten und ihren Helfern in verschiedenen deutschen Städten

IV.   Der Abschluss der Massendeportationen in München: keine zweite Fluchtwelle

  • Frühjahr 1943: »Fabrikakrion« in Berlin, letzte Massendeportation in München
  • »Mein ständiger Begleiter war der Revolver«
  • Alte Freundschaften
  • Bekannte Künstler als Helfer.
  • Warum kam es in München 1943 zu keiner großen Fluchtbewegung?
  • Bombenkrieg und Flucht: Option und Gefahr
  • Nach Abschluss der Massendeportationen:
  • Weitere Fluchten 1943/44

V.     Flucht vor den letzten Deportationen

  • im Februar 1945
  • Untertauchen im Chaos der letzten Kriegsmonate
  • Handlungsoptionen in der Endphase des Krieges, wachsende Hilfsbereitschaft?
  • Münchens bekanntester Helfer: Karl Schörghofer
  • Frühjahr 1945: Nachlassen des Verfolglingsdrucks?

VI.   Gefahren und Scheitern auf der Flucht (1941-1945):

  • Verrat, Ausbeutung, Entdeckung, Krankheit
  • Tod im Versteck
  • Gescheiterte Fluchten: Entdeckung und Verrat
  • Von Wetzlar nach München
  • Flucht aus der »Hölle von Lohhof«
  • Vater und Sohn auf der Flucht
  • Der Syndikus der jüdischen Gemeinde: Julius Hechinger
  • Zwei Brüder, zwei Schicksale
  • Verraren, verschleppt und überlebe
  • Mit der Freundin auf der Flucht
  • Der völkische Romancier
  • Räuber statt Helfer: »Judenflcddcrer« und sonstige Nutznießer
  • Zur Denunziation von Untergetauchten und ihren Helfern

VII. Von München nach anderswo, von anderswo nach

  • München: regionale, überregionale und transnationale Fluchtwege und Verbindungen
  • Die »Verschickung« von Kindern
  • Christliche Hilfe in München als Teil reichsweiter christlicher Hilfsnetze und Verbindungen
  • Irrfahrten durch das Reich, Endstation München
  • Flucht ins Ausland, Versteck im Ausland
  • Fazit: Fluchtwege und Fluchträume

VIII.Nach 1945: Wiederaufbau oder Neuanfang?

  • Wiederauftauchen und Soforthilfe
  • Wiedergründung: Die jüdische Gemeinde München
  • Gehen oder Bleiben?
  • Gesundheitliche Langzeitfolgen
  • Gescheitert an der Nachkriegszeit

IX.   Nach 1945: Begegnungen

  • Hilfe für die Helfer
  • Anwalt der Helfer
  • Die Ahndung von »Juden fleddere i« und Denunziation
  • Ein prominenter Helfer vor Gericht
  • Der Henker als Helfer? Oder: der Helfer des Henkers?
  • Mitarbeiter der Gestapo und der »Arisierungsstelle« vor Gericht
  • Der »Verbindungsmann« und die Überlebenden

X.     Die Wiedergutmachung für versteckt Überlebende,

  • ihre Angehörigen und ihre Helfer
  • Wiedergutmachung in Bayern
  • Die Praxis der Wiedergutmachung
  • Wiedergutmachung für versteckt Überlebende:
  • Bayern im Vergleich

XI.    Untergetauchte und Helfer in der

  • Nachkriegsgesellschaft
  • Die Ehrung der Helfer
  • Einladungen an die Überlebenden in die »Stadt der Helfer«
  • Schlussbetrachtung

Anhang

  • Abkürzungen
  • Verzeichnis der Abbildungen
  • Quellen und Literatur
  • Dank
  • Personenregister
  • Ortsregister 
Zurück zur Übersicht