Publikationen zu München

Burgen, Schlösser und Paläste in München

Titel Burgen, Schlösser und Paläste in München
Autor Hundt Dietmar Ettelt Elisabeth 
Verlag Pannonia
Erscheinung 1986
Seiten 48
ISBN 3789701289
Kategorie Kunstführer 
Serie Pannonia
Suchbegriff Burgen Schlösser 
Regierungsbezirk Oberbayern

München und das stadtnahe Umland verdanken einen Großteil ihrer architektonischen Sehenswürdigkeiten dem bayerischen Herrscherhaus der Wittelsbacher. Hier residierten Wittelsbacher Herzöge (seit 1255), Kurfürsten (seit 1623) und Könige (1806—1918). Sie errichteten, erweiterten oder erwarben Burgen, Schlösser und Paläste für sich, Familienmitglieder oder Mätressen. Adelsgeschlechter, die ihnen verpflichtet waren, legten selbstverständlich größten Wert auf repräsentative Edelsitze und Stadtpaläste möglichst nahe dem Zentrum Wittelsbacher Macht. Schließlich stellten wohlhabende und selbstbewußte Münchner Bürger eigene Prunkbauten neben Adelspaläste. — Der Kern von Schloß Blutenburg an der Würm im Stadtteil Obermenzing ist ein spätmittelalterlicher Herrenhof, der nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Kriegs verändert wiederaufgebaut wurde. Die Restaurierungs- und Umbaumaßnahmen der Jahre 1980—1983 schufen die Voraussetzungen für die Errichtung der Internationalen Jugendbibliothek im Schloß. Seit dem Frühjahr 1983 ist Blutenburg wieder Wasserschloß, wie in früheren Jahrhunderten. Auch der Park wurde wieder attraktiv gestaltet. Von Grund auf erneuert wurden die den eigentlichen Herrenhof umgebenden Mauern und die achteckigen Türme mit ihren Spitzhauben. 1432 wird der ehemalige Burgsitz der Wittelsbacher erstmals urkundlich erwähnt. Damals baute Herzog Emsts Sohn Albrecht (Herzog Albrecht IIL1438—1460), der sich im selben Jahr heimlich mit der Augsburger Baderstochter Agnes Bernauer vermählte, die Burg zu einem Jagdschloß aus, »Pluedenburg« (Blütenburg) genannt. Sein Sohn Herzog Sigmund umgab sich mit schönen Frauen und machte Blutenburg zum Musenhof. 1488 ließ er die Schloßkapelle St. Sigismund erbauen. Der bedeutendste Repräsentant spätgotischer Tafelmalerei in München, Jan Polack aus Krakau, schuf seine reifsten Tafeln für die Blutenburger Altäre. Neben der Stifterfigur Herzog Sigmunds begegnet uns dessen Namenspatron, der hl. Sigismund, auf dem linken Außenflügel des Hauptaltars. Die etwa gleichzeitig entstandenen Lindenholzskulp-turen des »Meisters der Blutenburger Apostel« sind dem künstlerischen Umfeld Erasmus Grassers zuzuordnen.