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Verwaltungskultur, Diktaturerfahrung und Demokratie im 20. Jahrhundert

Das bayerische Finanzministerium von 1919 bis 1979 (Demokratische Kultur und ... Personal, Prägungen in Bayern 1945-1975)

Titel Verwaltungskultur, Diktaturerfahrung und Demokratie im 20. Jahrhundert
Untertitel Das bayerische Finanzministerium von 1919 bis 1979 (Demokratische Kultur und ... Personal, Prägungen in Bayern 1945-1975)
Autor:in Ghotto Bernhard
Verlag De Gruyter Oldenbourg
Buchart Gebundene Ausgabe
Erscheinung Dezember 2025
Seiten 659
ISBN/B3Kat 3111657809 (978-3111657806) / BV050540611
Suchbegriffe Finanzverwaltung Demokratie NS-Diktatur Entnazifizierungsagentur

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Zitierhinweis:

Demokratie zeigte auf Länderebene oft ein anderes Gesicht als in der Reichs- bzw. Bundeshauptstadt. Dies belegt Bernhard Gottos Studie über das bayerische Finanzministerium. Er untersucht, wie sich die Regimewechsel von 1918, 1933 und 1945 auf die Verwaltungskultur auswirkten, welche Kontinuitäten das Verwaltungshandeln prägten und wie politische und gesellschaftliche Wandlungsprozesse administrative Routinen veränderten. Seine Studie macht deutlich, dass die Leitungsbeamten die Weimarer Demokratie auch als Chance begriffen. In der NS-Diktatur wurden Ministerialbeamte hingegen zu Tätern, obwohl sie nur geringen Anteil an der fiskalischen Judenverfolgung hatten. Nach 1945 prägte der Statusverlust durch die Entnazifizierung das Demokratieverständnis der Beamten, sodass diese eine autoritäre und misogyne Auffassung von Staatsdienst konservierten. Dagegen manifestierte sich im Kerngeschäft des Staatshaushalts, in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Binnenstruktur des Ministeriums bereits in den 1950er Jahren ein substanzieller Demokratisierungsschub, während die partizipatorischen Aufbrüche der 1960er und 1970er Jahre kaum Spuren hinterließen.