Gräber in München
 

Münchner Friedhofsportal

Hans Ehard

geboren 10.11.1887 (Bamberg)
gestorben 18.10.1980 (München)
Beruf Politiker, CSU
Friedhof Waldfriedhof - Alter Teil
Straßenbenennung Hans-Ehard-Straße *1981 [16. Ramersdorf-Perlach - Altperlach]
Lage 086-W-12 A/B
Wikipedia Hans_Ehard
Die Grabstätte ist als Städtisches Ehrengrab eingetragen
Hans Ehard wurde 93 Jahre alt.
Nach Hans Ehard wurde die Straße Hans-Ehard-Straße benannt.

Johann Georg Ehard war ein deutscher Jurist und Politiker der CSU. Von 1946 bis 1954 und von 1960 bis 1962 war er Ministerpräsident des Freistaates Bayern. Er war vom 8. September 1950 bis zum 7. September 1951 der zweite und vom 1. November 1961 bis zum 31. Oktober 1962 der 13. Präsident des Bundesrates.

Nach dem Ende des NS-Regimes trat er 1945 in die CSU ein. Im Kabinett Schäffer war er 1945 kurzzeitig Justizminister, anschließend im Kabinett Hoegner I Staatssekretär im Bayerischen Justizministerium und Mitglied der Verfassunggebenden Versammlung.

Bei der Landtagswahl 1946 errang die CSU mit 52,3 Prozent eine absolute Mehrheit. Sie bildete dennoch eine Koalition mit SPD und WAV, da man durch die noch andauernden Flügelkämpfe innerhalb der Partei eine tragfähige Mehrheit nicht gesichert glaubte. Als Ministerpräsident wurde Hans Ehard und nicht der CSU Parteivorsitzende Josef Müller bestimmt; damit wurde ein für alle Flügel der Partei akzeptabler Kandidat in das Amt gewählt. Am 21. Dezember 1946 wurde Ehard zum bayerischen Ministerpräsident gewählt. Damit wurde er zugleich Mitglied des Länderrates des amerikanischen Besatzungsgebietes. Seine Regierung bestand zunächst aus einer Koalition von CSU, SPD und WAV. Da die SPD ihre Minister zurückzog, schuf Ehard zum 21. September 1947 die erste CSU-Alleinregierung, die sich auf eine breite eigene Mehrheit im Landtag stützen konnte. Ehard lud 1948 nach eigenem Kundtun "in dem Bestreben, den Einfluss Bayerns auf die Gestaltung der künftigen Verfassung möglichst zu intensivieren" auf die Herreninsel im Chiemsee ein, wo daraufhin der Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee stattfand. Die westdeutschen Ministerpräsidenten hatten dann diesem Verfassungskonvent die Aufgabe erteilt, einen Entwurf für einen provisorischen westdeutschen Staat zu erarbeiten. Nicht offiziell, aber de facto wurde dieser Entwurf die Beratungsgrundlage für den Parlamentarischen Rat (1948/1949). Als Ministerpräsident versuchte Ehard in den Beratungen zum Grundgesetz stärkere föderale Elemente in der neuen Verfassung zu verankern, konnte sich damit aber nur zum Teil durchsetzen. Bayern lehnte dann auch das Grundgesetz ab, bekennt sich aber seitdem dazu, dass es auch in Bayern Geltung hat. Ehard musste seiner Partei dieses Bekenntnis mit der Androhung seines Rücktritts abtrotzen.

Mit der Landtagswahl 1950 verlor die CSU nach der Zulassung von Bayernpartei und BHE ihre absolute Mehrheit. Ehard bildete daraufhin eine Große Koalition mit der SPD, die zwar stimmenstärkste Kraft geworden war, aufgrund des Wahlrechts aber weniger Mandate als die CSU erhalten hatte. Er blieb Ministerpräsident bis zum 14. Dezember 1954, als nach der nächsten Landtagswahl unter Wilhelm Hoegner eine Viererkoalition gegen die CSU gebildet wurde.

Von 1949 bis 1955 war Ehard Parteivorsitzender der CSU. Als Parteichef gelang es Ehard, die Flügelkämpfe in der CSU, die auch auf starken Animositäten einzelner Protagonisten beruhten, nach und nach zu beruhigen.

Seit 1954 war Ehard Präsident des Bayerischen Landtags. Nach dem Bruch der Koalitionsregierung 1957 entstand eine Dreierkoalition von CSU, BHE und FDP unter dem Ministerpräsidenten Hanns Seidel von der CSU. 1959 gelang der CSU ein entscheidender Schlag gegen die konkurrierende Bayernpartei. Hohe Funktionäre der BP wurden am 8. August in der so genannten „Spielbankenaffäre“ wegen eidlicher Falschaussage zu erheblichen Zuchthausstrafen verurteilt. Hans Ehard nannte diesen Richterspruch später „ein barbarisches Urteil“. Denn: „Man hat die beiden Politiker im Untersuchungsausschuss in Nebensächlichkeiten drauf losschwören lassen. Es ist doch vergleichsweise ganz wurscht, ob einer gelbe Stiefel angehabt hat oder rote.“

Nach dem Rücktritt von Hanns Seidel war Ehard vom 26. Januar 1960 bis 11. Dezember 1962 erneut bayerischer Ministerpräsident. Im nachfolgenden Kabinett Goppel I übernahm er dann bis zum 5. Dezember 1966 nochmals das Justizministerium.

Ehard war zudem von 1955 bis 1969 Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes sowie von 1956 bis 1963 Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Er ist außerdem seit 1957 Ehrenbürger der Städte München und Bamberg sowie seit 1974 der Gemeinde Bubenreuth.

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Als Staatsanwalt 1924 Anklagevertreter gegen die Teilnehmer am „Hitler-Putsch“

  • Gründer und Vorsitzender der CSU
  • Bayerischer Ministerpräsident von 1946-1954
  • Präsident des Bayerischen Landtages

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Hans Ehard
Bildrechte: Bundesarchiv, B 145 Bild-F011950-0010 / Bedel / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv B 145 Bild-F011950-0010, Hans Ehard, CC BY-SA 3.0 DE