Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte
Seit den Anfängen der Kunstgeschichte zählt der Akt zu ihren zentralen, zugleich aber umstrittenen Forschungsgegenständen. An der Darstellung des unbekleideten menschlichen Körpers erprobte die Disziplin ihre Methoden, Deutungsansätze und Grenzen über Epochen und Medien hinweg.
Die Ausstellung „unbekleidet | ausgezogen“ beleuchtet diese Forschungsgeschichte und fragt zugleich nach der aktuellen Brisanz des Aktes. Der Titel verweist auf die Künstlichkeit der Nacktheit: ‚unbekleidet‘ bezeichnet die Negation eines Zustandes, ‚ausgezogen‘ verweist auf Nacktheit als Ergebnis eines Prozesses der Entkleidung. Der Akt erscheint so als Produkt ästhetischer, sozialer und schließlich auch machtpolitischer Konstellationen – wobei in der Trias von Modell, Künstler/in und Publikum nicht immer ausgemacht ist, wer über wen Macht ausübt.
In 13 Kapiteln spannt die Ausstellung den Bogen von Johann Joachim Winckelmann bis zu feministischen, queeren und postkolonialen Perspektiven. Vor dem Hintergrund heutiger Debatten um Körperbilder und Sensibilitäten zeigt sie den Akt als historisch wandelbaren Schauplatz gesellschaftlicher Aushandlungen.
Ergänzt wird die Ausstellung durch ausgewählte Werke des Museums für Abgüsse Klassischer Bildwerke. Diese verdeutlichen die beständige Aktualität der Antike für die Geschichte der Aktdarstellung und ihre kunsthistorische Erforschung. Zudem verweisen die Abgüsse auf die Bedeutung von Reproduktionstechniken für die Rezeption und Popularisierung von Akten.
| Datum | 16.04.2026 - 02.10.2026 |
| Uhrzeit | 10:00 - 20:00 |
| Ort | Zentralinstitut für Kunstgeschichte |
| Plz / Stadt | 80333 München |
| Straße | Katharina-von-Bora-Straße 10 |
| Preis | gebührenfrei |
| Internet | https://www.zikg.eu/aktuelles/veranstaltungen/2026/ausstellung-unbekleidet-ausgezogen-der-akt-in-der-kunsthistorischen-forschung?fbclid=IwY2xjawQ1AvpleHRuA2FlbQIxMABicmlkETBDMVh5emg0ckdNdG1jemRFc3J0Yw |
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