Gräber in München
 

Münchner Friedhofsportal

Alfred Marchionini

geboren 12.1.1899 (Königsberg)
gestorben 6.1.1965 (München)
Beruf Arzt, Dermatologe
Friedhof Waldfriedhof - Alter Teil
Straßenbenennung Marchioninistraße *1967 [20. Hadern - Großhadern]
Lage 105-W-6 A/B
Wikipedia Alfred_Marchionini
Die Grabstätte ist als Städtisches Ehrengrab eingetragen
Alfred Marchionini wurde 66 Jahre alt.
Nach Alfred Marchionini wurde die Straße Marchioninistraße benannt.

Alfred Marchionini war ein deutscher Dermatologe (Hautarzt)

Marchionini studierte Medizin in Königsberg, Leipzig und Freiburg, wo er 1922 mit seiner Dissertation Die kausalgenetische Betrachtungsweise in ihrer Stellung zum Kausalitätsproblem promoviert wurde. Die Approbation als Arzt erhielt er 1923. Anschließend erfolgte bis 1924 in Leipzig seine klinische Ausbildung in Allgemeinmedizin und Kinderheilkunde. Am Leipziger Physikalisch-Chemischen Institut, am Heidelberger Krebsinstitut und an der Physikalisch-Chemischen Abteilung der Kieler Medizinischen Klinik bildete er sich bis 1927 weiter. Danach begann er in Freiburg mit seiner Ausbildung in Dermatologie an der Universitäts-Hautklinik der Universität Freiburg, wo er sich 1928 habilitierte und 1934 zum außerplanmäßigen Professor für Dermatologie ernannt wurde.

Schwerpunkt seines medizinischen Schaffens waren Hauttuberkulose und Hautallergien. Den Zusammenhang von Psyche und Soma bei Dermatosen erarbeitete er gemeinsam mit der Nervenärztin Mathilde („Tilde“) Soetbeer (Schülerin von Alfred Hoche), die er 1931 heiratete. Obwohl Marchionini 1934 zum apl. Professor ernannt worden war, wählte er – dem wachsenden politischen Druck des nationalsozialistischen Regimes ausweichend – 1938 das Exil in der Türkei; er nahm den Ruf Kemal Atatürks nach Ankara als Direktor des Staatlichen Musterkrankenhauses Numune Hastanesi an. Seine Frau hatte bereits wegen einer nichtarischen Großmutter ihre Praxis schließen müssen. Insbesondere bereiste Marchionini weite Teile des ländlichen Anatoliens und fotografierte das Dorfleben. Gemeinsam mit Max Meyer war er einer der konsultierten Ärzte in Ankara, als Atatürk erkrankte.

Er kehrte erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder nach Deutschland zurück und war ab 1950 der Nachfolger Leo von Zumbuschs als Leiter der Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten in München, die heute als Klinik Thalkirchner Straße bekannt ist. Zuvor, in den Jahren 1948 bis 1950, hatte Marchionini an der Universität Hamburg gelehrt. Marchionini trug durch seine medizinischen Leistungen und durch den Wiederaufbau der Deutschen dermatologischen Gesellschaft, deren Präsident er später war, zur Wiedereingliederung der deutschen Dermatologen in die internationalen Reihen wesentlich bei. 1950 gründete er die von ihm herausgegebene Zeitschrift Der Hautarzt.[4] Auf Anregung von Marchionini wurde 1951 auch die Totengedenkfeier für den von den Nationalsozialisten 1933 abgesetzten von Zumbusch abgehalten, die als Grundstein der seit 1955 jährlich abgehaltenen Leo-von-Zumbusch-Gedächtnisvorlesungen für namhafte Dermatologen aus dem In- und Ausland gilt. Vom 1. Oktober 1954 bis 31. August 1955 war Marchionini Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität München.

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