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Baumgartner-Polizei-Uebersicht von München - Kupferstich 07

Baumgartner-Polizei-Uebersicht von München - Kupferstich 07
<p>Gegenw&auml;rtiger Kupferstich stellt die H&auml;user Nro. 86, 87 und 88 auf dem Platz Aetti im Anger-Viertel vor.</p>
<p>A. Das Nechtbergerische Haus Nro. 86 geh&ouml;rte:</p>
<ul>
<li>zu Anfang 1500 an den Pfleger Hanns Meuerl</li>
<li>1507 an Conrad Sch&ouml;ner und Caspar Holzkirchner</li>
<li>1522 an Michel Schmied</li>
<li>1561 an Leonhard Prunner, Kramer</li>
<li>1582 an Leonhard Kaurenrieder</li>
<li>danach an den Kaufmann Paul Ruepp</li>
<li>1639 an Hanns Christoph Freyherr von Ruepp, churf&uuml;rstl. K&auml;mmerer, Kriegsrath, Obrist und Pfleger zu Mattenberg</li>
<li>1647 an Hanns Georg Herrn von Ruepp, churf&uuml;rstl. Truchsess</li>
<li>1659 an Leonhard H&ouml;ger, Rath und Kaufmann</li>
<li>1668 an Franz Benedict und Anton Benno H&ouml;ger, Kaufleute</li>
<li>1720 an Anton Benno H&ouml;ger von Renzing, churf&uuml;rstl. Rath, B&uuml;rger und Handelsmann (dessen Portrait im Zimmer des Herrn Landes-Directionsraths von Obernberg h&auml;ngt)</li>
<li>1730 an Herrn Joseph Ignaz Felix Reichsgrafen v. T&ouml;rring auf Jettenbach, &mdash; dann an Vinzenz Pechthaler, B&uuml;rger und Kaufmann, &mdash; 1767 an dessen Wittwe Marie Therese, &mdash; 1778 an Joh. Baptista Pechthaler, B&uuml;rger und Weinwirth, &mdash; und 1790 an dessen Wittwe Appolonia Pechthaler.
<p>(b) Das Haus ist &uuml;ber die B&ouml;gen gebaut, welche den ganzen Schrannenplatz allhier zur Bequemlichkeit des Publikums umgeben, und hat an der Stra&szlig;e und unter den B&ouml;gen eine Laterne. Es hat einen Hof, einen steifen Wasser, Retiraden, steinerne Ausg&uuml;sse, den Platz einer vormaligen Stallung, und sch&ouml;ne Keller.</p>
<p>(c) Unten befindet sich ein Kaufmanns-Gew&ouml;lbe, welches bis jetzt der Kaufmann Wallinger mit Waaren bewohnte; dann befinden sich daselbst die Verkaufsl&auml;den des Geschmeidmacher Schweindlhaupt, Nagelschmied Arnold, Buchbinder Lachner, Knopfmacher Biber und Loderer Mag.</p>
<p>(d) Das Haus wird bewohnt zu ebener Erde von der Hausbesitzerin und einem Bierwirth. &mdash; In der ersten Etage von Frau v. Gumpperg, Hauptmanns-Wittwe, Frau v. Bobenhausen und einem Bedienten, &mdash; in der zweiten Etage von dem b&uuml;rgerl. Schneider Schmied, &mdash; in der dritten von dem churf. Secret&auml;r Hauser, &mdash; in der vierten von dem Juden L&ouml;we, und einem Lehenst&ouml;&szlig;lerknecht, &mdash; und in der f&uuml;nften von einem Holzhacker. &mdash; Der hintere Stock des Hauses, welcher bauf&auml;llig war, wird jetzt gebaut.</p>
<p>B. Das Zblische Kaufmannshaus Nro. 87 geh&ouml;rte</p>
<p>(a) in den Jahren 1500 an Jeremias Ruepp, &mdash; von diesem kam es an Paul Ruepp des Raths, welcher bereits oben als Eigenth&uuml;mer des Wechthalerischen Hauses vorkommt, &mdash; 1589 an Hrn. Wilhelm Lew, Herzog Ferdinandschen Rath, Hof- und Stallmeister (vermutlich derselbe, der in der Antonius Kapelle bey den Franciscanern begraben lag, und von welchem bey fortgesetzter Beschreibung der Franciscaner-Kirche das N&auml;here folgen wird), &mdash; 1600 an Hanns Wilhelm Freyherrn von Rechberg von Hohenrechberg, Pfandherrn der Grafschaft Schwabegg, Herrn zu Gern und Kirchheim, &mdash; darauf an Hanns Georg v. Tulliers Freyherrn von Frohberg, &mdash; 1626 an Hrn. Michel Ferdinand Plarer v. Wartensee und Kopfsburg, churf&uuml;rstl. Hofrath und Mundschenk, &mdash; 1628 an Hrn. Friedrich K&ouml;nig, beeder Rechten Doctor, &mdash; dann an die Fr. M. M. Nothhaftin Freyfrau von Wei&szlig;enstein, geborne von Kammerloh, &mdash; dann an die Fr. M. M. Therese Freyin von Berchem geborne von Kammerloh, &mdash; dann an J. Cajetan Anton Freyherrn von Berchem, churf&uuml;rstl. Truchsess und Regierungsrath zu Straubing, &mdash; 1719 an Xaveri Hildbrand, B&uuml;rger und Weinwirth, &mdash; von da an J. G. Felberer, B&uuml;rger und Handelsmann, &mdash; 1756 an J. F. Storfer, deto, &mdash; 1756 an Maria Elisabetha Paumerschmidinn, verehelicht mit Baptista Ibel, B&uuml;rger und Handelsmann (einem wegen seinem Handelsflei&szlig;e, seiner Jovialit&auml;t und seiner Leutseligkeit allgemein geachteten Manne), &mdash; nach seinem Tode 1797 an dessen zweyte Ehefrau M. A. Iblinn, geborne Rieglinn, &mdash; 1801 an den gegenw&auml;rtigen Besitzer Alexander v. Klaeber, B&uuml;rger und Handelsmann, verehelicht mit der Iblischen Tochter Catharina.</p>
<p>b) Zum Hause geh&ouml;rt noch ein anderes im Schlosserg&auml;ssl stehendes Haus, durch welches ein Durchgang ist. (Davon bey einer andern Gelegenheit.) Dieses Haus am Platze hat einen Hof, steifes Wasser, Retiraden, Stallung, Keller und Ausguss.</p>
<p>(c) Unten ist das Iblische, dermal Klaeberische Spezerey-Handlungs-Verkaufs-Gew&ouml;lbe, welches, da es mitten am Platze steht, besonders in Zucker, Kaffee, Tabak und Seitenb&auml;ndern von allen Farben sehr besucht wird. &mdash; Weiteres befindet sich unten das Wadel des Schuster Loder, und die Werkstatt des Siebmacher H&ouml;rl.</p>
<p>(d) Im Hause wohnt im ersten Stocke der Hausbesitzer Klaeber, im zweyten der Verfertiger des robe antisyphilitique, Hr. D&uuml;bost, und der Trabant Lauer, &mdash; im dritten der b&uuml;rgerl. Bortenmacher Georg R&auml;ber, welchem, als er bey dem feyerlichen Einzuge der neuverm&auml;hlten durchlauchtigsten Churf&uuml;rstin Leopoldina 1795 als b&uuml;rgerl. Cavallerist aufzog, von einem Pferde das Bein abgeschlagen wurde, worauf er, von dem h&ouml;chstseligen, und dem dermal regierenden durchlauchtigsten Churf&uuml;rsten unterst&uuml;tzt, sich der Kupferstecherey widmete, als solcher sich dermalen in Paris noch n&auml;her ausbildet, und erst kurz das Bildni&szlig; Seiner p&auml;pstlichen Heiligkeit Pius VII., welches bey dem Kunsth&auml;ndler Halm zu kaufen ist, geliefert hat. &mdash; Weiters wohnt in diesem Stock der Siebmacher H&ouml;rl. &mdash; In der 4ten Etage wohnt der churf&uuml;rstl. Landesdirections-Offiziant von Hofm&uuml;hlen, und in der 5ten der Laternenanz&uuml;nder Graf.</p>
<p>C. Das Weinb&auml;chlische Haus Nro. 88 geh&ouml;rte:</p>
<p>(a) im Jahre 1534 dem Rathsherrn Georg Ruepp; von diesem kam es an den Stadelmeister Georg Ruepp; &mdash; 1600 an den Bortenmacher Christoph Ruepp; &mdash; dann an Mathias K&auml;&szlig;ler, B&uuml;rger und Kramer; &mdash; 1621 an Georg Dorth deto; &mdash; 1629 an Frau von Hohenburg, geborne Altershammerin; &mdash; 1652 an Joachim Klobmann, B&uuml;rger und Eisenh&auml;ndler, und dessen Erben; &mdash; 1717 an die Eisenh&auml;ndlerin Magdalena Lechnerin; &mdash; 1737 an den churf&uuml;rstl. Hofkammer- und Landschafts-Secret&auml;r Thadd&auml; Anton Reisinger. (Dieser hat die sch&ouml;ne in Stein hangende Stiege, die eben so sch&ouml;ne Gallerie, und die hohe Kuppel, welche die ganze Stiege mit hinl&auml;nglichem Lichte versieht, erbaut.) &mdash; Von diesem kam es an Hr. Mathias Reisinger, resignirten Posthalter zu Engelts in Siebenb&uuml;rgen; &mdash; 1760 an J. G. Apperle, B&uuml;rger und Kirschner; &mdash; 1772 an Franz Leopold Spazenreuter, des Raths und Handelsmann; &mdash; 1789 an Herrn Markus von Maier, B&uuml;rgermeister und Stadtbauamts-Commissarius; &mdash; endlich 1791 an den gegenw&auml;rtigen Besitzer Christoph Weinb&auml;chl, B&uuml;rger und Per&uuml;ckenmacher.</p>
<p>(b) Das Haus hat eine Laterne am Platze, und eine unter den B&ouml;gen, einen Hof, Steffen Wasser, Retiraden, Keller und Ausguss.</p>
<p>(c) Zu ebener Erde wohnt ein Bierwirth, dann sind da die Verkaufsl&auml;den der Bortenmacherin R&auml;berin, des Bortenmacher Gurtner, Blechner Mooser, und Uhrmachers Minutti.</p>
<p>(d) Im ersten Stocke wohnt der Kaffeeschenk Franz, im 2ten der wegen mehreren gl&uuml;cklichen Augenoperationen bekannte Medicus Koch, &mdash; im dritten der Hausbesitzer, und im vierten der Landesdirections-Registrator Schmied.</p>
<p>D.</p>
<p>In der untern H&auml;lfte des Kupferstiches ist der Verkauf der h&ouml;lzer Ware vorgestellt, wie solcher alle Quatember auf dem Platze allhier geschieht. Diese aus Fichtenholz verfertigten, und mit Oehlfarbe, Blumen, und geistlichen Gegenst&auml;nden angemalten M&ouml;beln werden in Lo&szlig; von 7 Kistlermeistern verfertigt, und alle Quatember, so wie zu jeder Dultzeit auf Fl&ouml;&szlig;en auf der Isaar bis hieher gebracht, sofort von der Lende auf der Achse in die Stadt gef&uuml;hrt.</p>
<p>Sie sind meistens die M&ouml;bel der Bauern in hiesiger Gegend, der Domestiquen, und geringeren Bewohner in der Stadt.</p>
<p>Eine solche 2schl&auml;frige Bettstatt kostet zum Beyspiel 5 fl., ein Stuhl 20 kr., eine Truhe 2 fl., ein Schemel 8&ndash;12 kr., ein Tisch 12 kr., dann ein Kommod- und Kleiderkasten 2&ndash;3&ndash;5 fl.</p>
</li>
</ul>