Rambaldi(1894) - Thierschplatz

Rambaldi - 1894

Beschreibung: 656. Thierschplatz.Liegt zwischen der Thiersch-, Tattenbach- und Triftstraße und wird von der Gewürzmühlstraße durchschnitten. Zur Erinnerung an Friedrich Wilhelm Thiersch, einen der hervorragendsten deutschen Gelehrten, der sich besonders um das höhere Schulwesen Bayerns große Verdienste erworben hat. Geboren den 17. Juni 1784 als Sohn wohlhabender Bauersleute zu Kirchscheidungen bei Freiburg a. d. Unstrut, wurde er schon 1809 wegen seines hervorragenden Lehrtalentes als Professor n das neu errichtete Lyceum zu München berufen und widmete hier besonders der Erforschung der altgriechischen Sprache sowie überhaupt altgriechischer Bildung seine Aufmerksamkeit. An den griechischen Befreiungskämpfen (1821-1829) nahm er durch Wort und Schrift begeistert Anteil und weilte 1831—1832 in Griechenland, wo er nach dem Tode Kapo d’Istrias an der Regierung teilnahm und namentlich für Erwählung des Prinzen Otto von Bayern zum Könige wirkte. Nach der Verlegung der Universität von Landshut nach München (1826) wurde er ordentlicher Professor und Direktor des philologischen Seminars dortselbst, 1848 wurde er zum Präsidenten der Akademie der Wissenschaften erwählt. Sein thätiges, ersprießliches Leben endete er, 76 Jahre alt, am 25. Februar1860 in München als geheimer Rat. Mit vollem Rechte nannte man ihn praeceptor Bavariae. Der Platz hieß früher »Lehelplatz«, und schlug der Magistrat mit Bericht vom 16. Juli 1876 die Beibehaltung dieser Benennung als eines historischen Namens vor, was mit Entschließung Sr. Majestät des Königs vom 17. Aug. 1876 allergnädigst bewilligt wurde. Nachdem aber neuerdings die Besitzer der am »Lehel-Platz« gelegenen Anwesen im April 1886 in einer Eingabe um Umbenennung in »Thierschplatz" baten, so erhielt der Platz seinen heutigen Namen am 28. Mai 1886.


Weiter zur Straßenbeschreibung