Alte Quellen

Deutsche Bank

Quelle Zauner - München in Kunst und Geschichte (60)
Jahr 1914
Straße Lenbachplatz 2

Deutsche Bank, Lenbachplatz 2. 1898/99 erbaut von Prof. Albert Schmidt. Wir geben die für jene Zeit der Münchner Baugeschichte interessante Baubeschreibung mit den eigenen Worten des Architekten wieder [aus SB 99, 13]: Da die Reliefierung des Gebäudewürfels nur durch das Gerüst einer über die zivilen Verhältnisse hinausgehende Architektur erreicht werden konnte, erschien kein Stil monumentaler und doch wieder zweckdienlicher als die italienische Spätrenaissance; daher Reliefierung der Seiten mit Halbsäulen, der EckpaviUons mit Vollsäulen. Die Lichteinführung zum Banklokal im Hauptgeschoß (dessen leichtgewölbte, reichstuckierte Decke ruht auf 12 dunkelschwarzen und grauen Syenitmonolithen) machte ein horizontal abgedecktes Fenstersystem mit möglichst schmalen Pfeilern notwendig, und hiezu eignete sich die Halbsäule am besten. Von großer Bedeutung wie für das Innere so für das Aeußere ist die Anlage des Sockelgeschosses: im Gegensatz zum bisher üblichen Schema wurde es nicht versenkt, sondern über Bodenhöhe angebracht; dadurch konnten die zwei Säulenordnungen, toskanische und korinthische, in richtigem Verhältnis angelegt werden. Zur Charakteristik des Gebäudes dient hauptsächlich der plastische Schmuck: über dem Südostpavillon die Gruppe der Landwirtschaft und des Gewerbes (von Wadere), über dem Südwestpavillon der Verkehr, Eisenbahn und Schiffahrt (von Dennerlein), über dem Nordostpavillon Industrie und Handel, über dem Nordwestpavillon Länder- und Völkerkunde (von Gehr)-, die internationale Banktätigkeit ist symbolisiert durch die Schlußsteinköpfe im 1. Stock: Frauenkopf für Europa, Moslem für Asien und Afrika, Indianer für Amerika. Als Portalschmuck Reliefs- von Wadere-, südöstlich Handel und Industrie, nordöstlich Fleiß und Zeit. Fassadenmaterial: Burgreppacher und (teilweise) Königsbacher Sandstein.


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