Personen

1889

Der erste Kult-Bildschirmschoner: After Dark

After Dark war der erste kommerziell erfolgreiche Bildschirmschoner und setzte neue Maßstäbe für Kreativität und Funktionalität. Besonders das Modul Flying Toasters mit seinen animierten fliegenden Toastern wurde weltberühmt. Ursprünglich für Macintosh und später auch für Windows entwickelt, bot die Software zahlreiche originelle Animationen. Sie schützte CRT-Bildschirme vor Einbrennen und wurde zugleich ein Kultsymbol der 1990er-Jahre, das technische Innovation mit spielerischem Design verband.

20. April 1945

Karl Scharnagl wird Oberbürgermeister

Dr. Karl Scharnagl wird von der amerikanischen Besatzungsmacht zum Oberbürgermeister von München ernannt. Als Mitbegründer der CSU und Gegner des Nationalsozialismus genießt er großes Vertrauen. Schon vor der NS-Zeit hatte er das Amt inne und galt als erfahrener Kommunalpolitiker.

30. April 1945

Amerikanische Truppen besetzten die Stadt München

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, übernahmen amerikanische Truppen kampflos die Kontrolle über München. Diese entscheidende Aktion markierte das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft in einer ihrer Hochburgen und symbolisierte einen wesentlichen Schritt zur Befreiung Deutschlands und zum Abschluss der alliierten Offensive in Europa.

17. Juli 1945

Potsdamer Konferenz

Die Potsdamer Konferenz brachte die Führer der Alliierten zusammen, um über die Neuordnung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg zu beraten. Im Mittelpunkt standen die Bestrafung Deutschlands, Gebietsveränderungen sowie die Entmilitarisierung und Demokratisierung des Landes. Auch die Gründung neuer Regierungen in befreiten Staaten und der Umgang mit Japan wurden diskutiert. Die Konferenz markierte den Beginn wachsender Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion und leitete die politische Teilung Europas in Ost und West ein.

6. August 1945

Der erste Atombombenabwurf auf Hiroshima

japDas US-amerikanische B-29-Bomberflugzeug 'Enola Gay' setzte die Atombombe 'Little Boy' über Hiroshima ein, was zu einem der verheerendsten Ereignisse des Zweiten Weltkriegs führte. Die Explosion führte zum Tod von schätzungsweise 200.000 Menschen und hinterließ eine bleibende Wirkung auf die globale Wahrnehmung von Atomwaffen und deren Rolle in der internationalen Politik. Dieser Angriff war der erste Einsatz einer Atomwaffe in der Geschichte und markierte einen Wendepunkt in der Kriegsführung.

9. August 1945

Atombombenabwurf auf Nagasaki ('Fat Man')

Nur drei Tage nach Hiroshima, warfen die USA die zweite Atombombe "Fat Man" auf Nagasaki, Japan. Dieser zweite und letzte Atomwaffeneinsatz im Krieg führte zu verheerenden Zerstörungen und zahlreichen Opfern. Dieser Angriff trug maßgeblich zum Ende des Zweiten Weltkriegs und zur japanischen Kapitulation bei.

6. Oktober 1945

Erste Ausgabe der Süddeutschen Zeitung erscheint

Als erste deutsche Zeitung erscheint die Süddeutsche Zeitung am 6. Oktober 1945. Symbolhaft wird die erste Ausgabe aus den bleiernen Gussformern aus Hitlers Mein Kampf gefertigt.Die Erste Zeitungslinzenz wurde von der Militärregierung Ost an die Gründer (Edmund Goldschagg, Franz Josef Schöningh und August Schwingenstein) der Süddeutschen Zeitung erteilt. Die ersten Gussformen der Süddeutschen Zeitung wurden aus den Bleiformen von Hitlers Mein Kampf gefertigt. Zunächst erscheint die Zeitung nur zweimal die Woche, Dienstag und Freitgag.

20. November 1945

Nürnberger Prozesse

Die Nürnberger Prozesse waren eine Serie von Militärtribunalen, die nach dem Zweiten Weltkrieg abgehalten wurden, um führende Nazi-Funktionäre für Kriegsverbrechen zur Rechenschaft zu ziehen. Anklagepunkte waren Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Prozesse setzten Maßstäbe für internationales Strafrecht und betonten individuelle Verantwortung. Sie führten zu mehreren Todesurteilen und langjährigen Haftstrafen, während einige Angeklagte freigesprochen wurden. Diese Prozesse förderten die Aufarbeitung der NS-Verbrechen und legten die Grundlage für zukünftige Völkerrechtsverfahren.

1946

Möhlstraße: Jüdisches Zentrum und Schwarzmarkt-Hotspot

Nach dem Krieg wird die Möhlstraße in München zum wichtigen Anlaufpunkt für jüdische Überlebende. Zahlreiche Hilfsorganisationen und Geschäfte siedeln sich hier an, wodurch eine lebendige jüdische Einkaufsstraße entsteht. Gleichzeitig entwickelt sich die Straße zu einem Hotspot des Schwarzmarktes, auf dem Waren des täglichen Bedarfs gehandelt werden. Die Möhlstraße spiegelt die Hoffnungen, aber auch die schwierigen Lebensumstände der unmittelbaren Nachkriegszeit wider und wird zu einem bedeutenden Ort jüdischen Lebens in München.

12. Januar 1946

Kontrollratsdirektive 24 zur Bestrafung und Entfernung ehemaliger Nazis

Die Kontrollratsdirektive 38 aus dem Jahr 1946 war ein wichtiger Bestandteil der Entnazifizierung nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Sie führte ein System ein, das Personen, die in das nationalsozialistische Regime involviert waren, in fünf Kategorien einteilte. Diese Kategorien waren:HaupttäterBelastete (Aktivisten, Militaristen, Nutznießer)MinderbelasteteMitläuferEntlasteteDiese Einteilung sollte dabei helfen, die Verantwortlichen für die Verbrechen des Nationalsozialismus zu identifizieren und entsprechend zu sanktionieren oder zu rehabilitieren.

April 1946

Auflösung des Völkerbunds

Im Jahr 1946 wurde der Völkerbund aufgelöst. Dieser multilaterale internationale Organisation, die 1920 nach dem Ersten Weltkrieg gegründet wurde, hatte das Ziel, den Weltfrieden zu wahren und internationale Zusammenarbeit zu fördern. Mit dem Scheitern, den Zweiten Weltkrieg zu verhindern, und der Gründung der Vereinten Nationen 1945 wurde der Völkerbund obsolet und offiziell aufgelöst.

21. April 1946

Sowjetzone Deutschlands: Vereinigung von SPD und KPD zur SED

In der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands wurde die SPD unter politischem Druck mit der KPD zur SED vereint. Dies geschah unter starker Einflussnahme der sowjetischen Besatzungsmacht, obwohl viele SPD-Mitglieder die Zwangsvereinigung ablehnten. Ziel war die Schaffung einer einheitlichen kommunistischen Partei zur Sicherung der politischen Kontrolle. Die SED entwickelte sich zur dominierenden Kraft und etablierte das spätere Einparteiensystem der DDR. Diese Vereinigung markierte den Beginn der repressiven Kontrolle und der Unterdrückung oppositioneller Meinungen in der DDR.

26. Mai 1946

Die erste Gemeindewahl findet statt

Nach zwölf Jahren Diktatur bekommen die Münchner wieder die Möglichkeit frei über ihre politische Zukunft zu entscheiden. Die CSU errang 20 Sitze, die SPD 17, die KPD und die WAV (Wirtschaftliche Aufbauvereinigung) je 2 und die Parteilosen 1 Sitz.

1. Juli 1946

Beginn der US-Atombombenversuche im Bikini-Atoll

Die Atombombentests auf dem Bikini-Atoll waren Teil der US-amerikanischen Kernwaffenforschung und hatten das Ziel, die Auswirkungen von Atomwaffen auf Schiffe und Umgebung zu untersuchen. Das abgelegene Atoll wurde gewählt, da es als geeignet für militärische Tests galt. Die einheimische Bevölkerung musste umgesiedelt werden, was langfristige humanitäre und soziale Folgen hatte. Die Tests hinterließen erhebliche Schäden an der Umwelt, und das Gebiet ist bis heute stark radioaktiv belastet.

1. Oktober 1946

Nürberger Prozess: Zwölf Angeklagte werden zum Tode verurteilt

Bei den Nürnberger Prozessen, die vom 20. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946 stattfanden, wurden zwölf führende NS-Funktionäre wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt. Diese Verurteilungen betrafen prominente Persönlichkeiten des NS-Regimes, darunter Hermann Göring, Joachim von Ribbentrop und Wilhelm Keitel. Die Urteile stellten einen bedeutenden Meilenstein im internationalen Strafrecht dar, indem sie die Verantwortung für massive Menschenrechtsverletzungen auf höchster Regierungsebene feststellten und die Grundlage für zukünftige Kriegsverbrecherprozesse schufen.

15. Oktober 1946

Selbstmord Hermann Görings

Hermann Göring, einer der ranghöchsten NS-Funktionäre, entzog sich seiner Hinrichtung nach den Nürnberger Prozessen durch Selbstmord. Trotz strenger Überwachung gelang es ihm, eine Giftkapsel zu verstecken und einzunehmen. Sein Tod verhinderte die Vollstreckung des Todesurteils, das wegen seiner führenden Rolle im NS-Regime und zahlreicher Kriegsverbrechen gegen ihn verhängt worden war. Görings Selbstmord wurde zum Symbol für die Verleugnung von Verantwortung und die Unfähigkeit, sich den Konsequenzen seiner Taten zu stellen.

17. Oktober 1946

Einäscherung der NS-Hauptkriegsverbrechern im Krematorium des Ostfriedhofes

Im Kreamtorium des Ostfriedhofes werden die in Nürnberg verurteilten und hingerichten NS-Hauptkriegsverbrechern eingeäschert. Die Asche der Verbrecher wurde in die Isar gestreut.

1. Dezember 1946

Bayern erhält eine neue Verfassung

Bayern erhielt eine neue Verfassung, die durch eine Volksabstimmung beschlossen wurde. Sie schuf die Grundlagen für einen demokratischen Rechtsstaat und definierte Bayern als Freistaat innerhalb der föderalen Struktur Deutschlands. Die Verfassung garantierte Grundrechte, regelte die Staatsgewalt und das Verhältnis zwischen Staat und Kirche. Sie war ein entscheidender Schritt für den demokratischen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und bildet bis heute die Grundlage für die politische und rechtliche Ordnung des Freistaats Bayern.

16. Dezember 1946

Erste Sitzung des Landtages

Nach dem Ende der NS-Herrschaft trat 1946 der neu gewählte Bayerische Landtag erstmals zusammen. Die konstituierende Sitzung fand in München statt, unter Aufsicht der amerikanischen Militärregierung. Es war ein wichtiger Schritt zur Demokratisierung Bayerns. Die Abgeordneten erarbeiteten in der Folge die neue Verfassung, die noch im selben Jahr per Volksentscheid angenommen wurde und bis heute gilt.

1. Januar 1947

Zusammenschluß der britischen und amerikanischen Zone (Bi-Zone)

Die britische und die amerikanische Besatzungszone in Deutschland wurden zur sogenannten Bi-Zone zusammengeschlossen, um Verwaltung und Wirtschaft effizienter zu organisieren. Dies war ein Schritt hin zur Westintegration und markierte den Beginn der Teilung Deutschlands. Die Franzosen schlossen sich zunächst nicht an. Die Bi-Zone bildete die Grundlage für die spätere Gründung der Bundesrepublik.

14. Januar 1947

Sprengung der Ehrentempel am Königsplatz

Die Amerikaner sprengen die beiden die Ehrentempel am Königsplatz. Diese Tempel, errichtet während der nationalsozialistischen Herrschaft, dienten als Monumente für gefallene Mitglieder der NSDAP. Ihre Zerstörung war ein symbolischer Akt, um die Erinnerungen an die Nazi-Ära zu beseitigen und einen Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland zu markieren. Dieser Akt war Teil der Entnazifizierungsbemühungen.

März 1947

Hungersnot

München erlebte eine schwere Hungersnot, die durch die Nachkriegsbedingungen des Zweiten Weltkriegs verursacht wurde. Die Stadt litt unter Lebensmittelknappheit, bedingt durch Zerstörungen, eine schlechte Ernte und infrastrukturelle Probleme. Diese Notlage führte zu erheblichem Leid unter der Bevölkerung und unterstrich die dringende Notwendigkeit internationaler Hilfsmaßnahmen und des Wiederaufbaus in der Nachkriegszeit.

4. März 1947

Gründung der WEU

Nach dem Zweiten Weltkrieg schlossen Frankreich und Großbritannien den Dünkirchener Vertrag als gegenseitigen Beistandspakt. Später erweiterten Belgien, die Niederlande und Luxemburg dieses Bündnis durch den Brüsseler Pakt, der neben militärischer Zusammenarbeit auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Kooperation vorsah. Aus diesem Pakt ging später die Westeuropäische Union (WEU) hervor, die bis zu ihrer Auflösung bestand.  

12. März 1947

US-Präsident Truman fordert Eindämmung des Kommunismus

Die Truman-Doktrin, 1947 von US-Präsident Harry S. Truman formuliert, markierte den Beginn der Containment-Politik gegen den Kommunismus und die Sowjetunion im Kalten Krieg. In einer Rede vor dem Kongress bat Truman um Unterstützung für Griechenland und die Türkei, die unter dem Druck kommunistischer Bewegungen standen. Die Doktrin sah vor, freie Völker durch wirtschaftliche und politische Hilfe zu unterstützen, um die Ausbreitung des Kommunismus einzudämmen. Sie führte zu signifikanten US-Hilfsprogrammen, beeinflusste weitere Initiativen wie den Marshallplan und die NATO-Gründung und prägte die US-Außenpolitik mit dem Ziel, Freiheit und Demokratie weltweit zu fördern.

20. Mai 1947

Wiedereröffnung der Synagoge in der Reichenbachstrasse

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Synagoge in der Reichenbachstraße 27 in München wiederhergestellt und feierlich eingeweiht. Vertreter der amerikanischen Militärregierung, der bayerischen Staatsregierung, der Stadtverwaltung und der christlichen Konfessionen nahmen an der Zeremonie teil. Die Synagoge diente der jüdischen Gemeinde als zentrales Gotteshaus und symbolisierte die Wiederbelebung jüdischen Lebens in München nach den Verfolgungen des Nationalsozialismus.

5. Juni 1947

Konferenz für den Wiederaufbau Europas (Marshallplan ca. 12 Mrd. $ bis 1951)

Die Pariser Konferenz für den Wiederaufbau Europas war eine entscheidende Zusammenkunft, bei der die Grundlagen für die Umsetzung des Marshallplans gelegt wurden. Ziel war es, die durch den Zweiten Weltkrieg zerstörte europäische Wirtschaft wiederaufzubauen. Unter Leitung der USA wurden bis 1951 etwa 12 Milliarden Dollar bereitgestellt, um Infrastruktur, Produktion und Handel zu fördern. Der Plan stärkte die transatlantische Zusammenarbeit, half Westeuropa, sich wirtschaftlich zu stabilisieren, und setzte ein Gegengewicht zur sowjetischen Einflussnahme im Osten.

29. November 1947

UN beschließt Palästina zwischen Juden und Arabern aufzuteilen

Am 29. November 1947 traf die UN-Generalversammlung eine historische Entscheidung: Palästina sollte in einen arabischen und einen jüdischen Staat aufgeteilt werden. Diese Entscheidung war ein bedeutender Moment in der Geschichte des Nahen Ostens und führte zur Gründung des Staates Israel im Jahr 1948, was weitreichende politische und soziale Folgen für die Region hatte.

30. Januar 1948

Mahatma Gandhi wird ermordet

Mahatma Gandhi wurde von einem hinduistischen Nationalisten erschossen, der mit Gandhis Haltung gegenüber Muslimen und seiner Politik der Gewaltlosigkeit nicht einverstanden war. Die Ermordung geschah während eines öffentlichen Gebets in Neu-Delhi. Gandhi hatte sich zeitlebens für Frieden, religiöse Toleranz und die Unabhängigkeit Indiens eingesetzt. Sein Tod erschütterte nicht nur Indien, sondern die ganze Welt. Millionen trauerten um ihn, und er wurde posthum als Symbol für gewaltlosen Widerstand und moralische Führung verehrt.

25. Februar 1948

Stalin setzt in Prag eine kommunistische Regierung ein; Beginn des kalten Krieges

Nach dem Zweiten Weltkrieg stärkte die Sowjetunion ihren Einfluss in Osteuropa. In der Tschechoslowakei kam es zu einem kommunistischen Umsturz, als unter sowjetischem Druck eine neue, mosklandtreue Regierung gebildet wurde. Der sogenannte „Prager Februar“ gilt als ein Wendepunkt in der Nachkriegspolitik, da er den Übergang zu einer Einparteienherrschaft markierte. Der Westen reagierte alarmiert – dieses Ereignis trug maßgeblich zur Entstehung des Kalten Krieges bei, der durch das wachsende Misstrauen zwischen Ost und West geprägt war.

14. Mai 1948

Proklamation des Staates Israel

David Ben-Gurion, der erste Premierminister Israels, proklamierte die Unabhängigkeit des Staates Israel. Dies geschah in Tel Aviv, und die Proklamation markierte das Ende des britischen Mandats in Palästina. Der Schritt führte zu einem Krieg zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn, währenddessen Israel seine Unabhängigkeit verteidigte und seine Staatsbildung festigte.

7. Juni 1948

Kommunistische Machtübernahme in der Tschechoslowakei

In der Tschechoslowakei übernahm die Kommunistische Partei unter sowjetischem Einfluss die vollständige Kontrolle über die Regierung. Nach massiven politischen Spannungen und dem Rücktritt nichtkommunistischer Minister bildete Klement Gottwald eine neue, kommunistisch dominierte Regierung. Präsident Edvard Beneš, der sich gegen die Entwicklung stellte, trat später unter Druck zurück. Gottwald übernahm daraufhin das Präsidentenamt. Diese Machtergreifung beendete die parlamentarische Demokratie im Land und führte zur Errichtung einer sozialistischen Einparteienherrschaft. Das Ereignis gilt als ein Schlüsselmoment im frühen Kalten Krieg.

20. Juni 1948

Ausgabe der Deutschen Mark

In den westlichen Besatzungszonen Deutschlands wurde die c (DM) als neue Währung eingeführt. Dies war ein entscheidender Schritt im Rahmen der Wirtschaftsreformen, um die wirtschaftliche Stabilität wiederherzustellen. Die Einführung der DM beendete die hyperinflationäre Phase, die durch die Nutzung der Reichsmark nach dem Zweiten Weltkrieg verursacht wurde, und trug zur wirtschaftlichen Erholung bei.Alle Bewohner konnten 60 Reichsmark im Verhältnis 1:1 umtauschen.

24. Juni 1948

Beginn der Berlin-Blockade

Am 24. Juni 1948 begann die Berlin-Blockade, eine sowjetische Maßnahme gegen die westlichen Besatzungszonen Berlins. Die Sowjetunion blockierte den Land- und Wasserweg nach West-Berlin, um politischen Druck auszuüben und den westlichen Zugang zur Stadt zu verhindern. Dies führte zur Berliner Luftbrücke, bei der die westlichen Alliierten Lebensmittel und Versorgungsgüter in die Stadt transportierten, und endete im Mai 1949.

1. Juli 1948

Westliche Besatzungsmächte geben Auftrag zur Verfassungsausarbeitung

Die westlichen Besatzungsmächte beauftragen die Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder, eine demokratische Verfassung für einen westdeutschen Staat auszuarbeiten. Ziel war es, eine stabile politische Ordnung im westlichen Teil Deutschlands zu schaffen. Dieser Schritt war eine Reaktion auf die zunehmenden Spannungen mit der Sowjetunion und die gescheiterte Einigung über eine gesamtdeutsche Lösung. Die Vorbereitungen führten zur Einberufung des Parlamentarischen Rates, der später das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland entwarf. 

10. August 1948

Herrenchiemsee-Konferenz: Vorbereitung des Grundgesetzes

Die Vorbereitung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland begann mit der Konferenz auf Herrenchiemsee. Experten aus den westlichen Besatzungszonen trafen sich, um einen Verfassungsentwurf zu erstellen. Diese Konferenz legte die Grundstrukturen des Grundgesetzes fest, einschließlich der föderalen Ordnung, der Gewaltenteilung und der Grundrechte. Der Entwurf diente als Grundlage für den Parlamentarischen Rat, der das Grundgesetz weiter ausarbeitete und verabschiedete. Das Resultat war eine demokratische Verfassung, die das Fundament der Bundesrepublik Deutschland bildete.

9. September 1948

Kim Il Sung ruft die Volksrepublik (Nord)Korea aus

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs teilten die Alliierten die koreanische Halbinsel entlang des 38. Breitengrades in eine sowjetische Besatzungszone im Norden und eine amerikanische Besatzungszone im Süden . In der nördlichen Zone rief Kim Il Sung mit Unterstützung der Sowjetunion schließlich die Demokratische Volksrepublik Korea aus, wodurch ein sozialistischer Staat entstand. Zuvor war im Süden die Republik Korea gegründet worden . Die Staatsgründung Nordkoreas festigte die Teilung Koreas und wurde zu einem bedeutenden Element der entstehenden Nachkriegsordnung im beginnenden Kalten Krieg .

12. November 1948

Generalstreik gegen Preistreiberei

Rund neun Millionen Beschäftigte legten für 24 Stunden die Arbeit nieder, um gegen drastische Preissteigerungen und einen gleichzeitig verhängten Lohnstopp zu protestieren. Der beispiellose Generalstreik war Ausdruck breiter Unzufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik nach der Währungsreform und bleibt der einzige seiner Art in der westdeutschen Nachkriegsgeschichte.

10. Dezember 1948

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) wurde am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) in Paris verabschiedet.Details:Ort der Verabschiedung: Palais de Chaillot, Paris.Hintergrund: Die Erklärung wurde als Reaktion auf die Schrecken des Zweiten Weltkriegs entwickelt, um universelle Menschenrechte zu fördern und zukünftige Menschenrechtsverletzungen zu verhindern.Bedeutung: Sie besteht aus 30 Artikeln, die grundlegende Rechte und Freiheiten für alle Menschen unabhängig von Rasse, Geschlecht, Religion oder Herkunft festlegen.Rechtsstatus: Die AEMR ist rechtlich nicht bindend, bildet jedoch die Grundlage für viele nationale Gesetze und internationale Abkommen.Der 10. Dezember wird jährlich als Tag der Menschenrechte gefeiert.

1949

Allensbach-Umfrage

Die Allensbach-Umfrage ergab, dass etwa 55 % der Befragten den Nationalsozialismus für „eine gute Idee, nur schlecht ausgeführt“ hielten. Rund 28 % lehnten ihn grundsätzlich ab, während der Rest unentschieden war. Diese Zahlen zeigen, wie verbreitet eine verharmlosende Sicht auf das NS-Regime war. Viele trennten zwischen Idee und Umsetzung und blendeten Verbrechen wie den Holocaust aus. Die Ergebnisse spiegeln ein Klima der Verdrängung, geprägt von Propaganda-Nachwirkungen und dem Wunsch nach Ordnung und Stabilität.

12. Januar 1949

Der Bayerische Landtag nimmt seinen Sitz im Maximilianeum ein

Nach dem Zweiten Weltkrieg suchte der Bayerische Landtag einen neuen Sitz, da das ursprüngliche Parlamentsgebäude in der Prannerstraße schwer beschädigt worden war. Nach provisorischen Tagungen an verschiedenen Orten fiel die Wahl auf das Maximilianeum, ein historisches Gebäude in München. Seitdem ist es der ständige Sitz des Landtags und wurde mehrfach renoviert und erweitert, um den Anforderungen des Parlamentsbetriebs gerecht zu werden. 

24. Februar 1949

Waffenstillstandsabkommen beenden ersten Nahostkrieg

Nach dem ersten Arabisch-Israelischen Krieg schloss Israel mit Ägypten (24.2.), Jordanien (3.4.), Libanon (23.3.) und Syrien (20.7.) jeweils bilaterale Waffenstillstandsabkommen. Diese wurden unter Vermittlung der Vereinten Nationen vereinbart und beendeten die offenen Kampfhandlungen. Die in den Abkommen festgelegten Demarkationslinien, bekannt als „Grüne Linie“, definierten die faktischen Grenzen Israels bis zum Sechstagekrieg. Obwohl die Abkommen keinen dauerhaften Frieden brachten, markierten sie den Übergang von Krieg zu einem angespannten Waffenstillstand und prägten die geopolitische Lage im Nahen Osten nachhaltig.

12. Mai 1949

Ende der Berlin-Blockade

1949 endete die Berlin-Blockade, ein Schlüsselereignis der frühen Kalten Kriegs-Phase. Die Sowjetunion hatte West-Berlin über elf Monate von der Außenwelt abgeschnitten, um die Westmächte zur Aufgabe der Stadt zu zwingen. Die erfolgreiche Luftbrücke der Alliierten versorgte die Stadt mit lebenswichtigen Gütern und führte schließlich zur Aufhebung der Blockade, was als bedeutender Sieg des Westens galt.

22. Mai 1949

Die erste Straßenbahn nach dem Krieg fährt wieder

August 1949

Erste Wahl zum deutschen Bundestag

Bei der ersten Bundestagswahl in Deutschland bildete sich eine Koalition aus CDU, FDP und der Deutschen Partei. Diese Wahl war ein wesentlicher Schritt im demokratischen Aufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Die siegreiche Koalition übernahm die Regierungsverantwortung und spielte eine zentrale Rolle in der frühen politischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes.

28. August 1949

Kasakstan: Zündung der ersten sowjetischen Atombombe

Die erste sowjetische Atombombe wurde auf dem Testgelände in Semipalatinsk in Kasachstan gezündet. Der Test war streng geheim und markierte den Beginn des nuklearen Wettrüstens zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten. Die Bombe war in ihrer Konstruktion dem amerikanischen Modell ähnlich, das zuvor in Hiroshima eingesetzt worden war. Mit diesem erfolgreichen Test demonstrierte die Sowjetunion ihre Fähigkeit zur Entwicklung von Kernwaffen und veränderte das globale strategische Gleichgewicht grundlegend. Der Ort blieb lange ein zentrales Zentrum sowjetischer Atomtests.

23. September 1949

Gründung der Bundesrepublik

Am 23. Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland (BRD) gegründet. Dieses Ereignis markierte die Entstehung eines neuen deutschen Staates in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Grundgesetz wurde als provisorische Verfassung angenommen, und Konrad Adenauer wurde erster Bundeskanzler. Die BRD war ein wichtiger Teil der Nachkriegsordnung und wurde später Teil des westlichen Bündnisses im Kalten Krieg.

1. Oktober 1949

Ausrufung der Volksrepublik China

Nach dem Sieg der Kommunisten im Chinesischen Bürgerkrieg rief Mao Zedong die Volksrepublik China aus. Die Kommunistische Partei übernahm die Macht und errichtete einen sozialistischen Einparteienstaat. Die Ausrufung markierte das Ende jahrzehntelanger innerer Konflikte und den Beginn tiefgreifender gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Umgestaltungen. Die bisherige Regierung der Republik China zog sich nach Taiwan zurück. Die Gründung der Volksrepublik veränderte das geopolitische Gleichgewicht im Kalten Krieg und hatte weltweite politische Auswirkungen.

7. Oktober 1949

Gründung der DDR

Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) wurde gegründet als sozialistischer Staat in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihre Gründung war eine Reaktion auf die Schaffung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) im selben Jahr. Die DDR existierte unter der Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und war Teil des Ostblocks. Diese Gründung markierte den Beginn der Teilung Deutschlands in zwei ideologisch unterschiedliche Staaten, die bis zur Wiedervereinigung andauerte.

29. Oktober 1949

Rama damma

Auf Anregung der amerikanischen Besatzungsmacht rief Oberbürgermeister Thomas Wimmer die Bevölkerung zur Räumaktion »Rama damma« auf. An die 7000 Münchner beteiligten sich an dieser Aktion und räumten ca. 15 000 Kubikmeter Schutt. Dies entsprach allerdings nicht mal der Tagesleistung der beauftragten Räumfirmen. Trotzdem wurde diese Aktion zur Legende der sagenhaften Aufbauleistung verklärt.

1950

Razzia in der Möhlstraße

Im Jahr 1950 fand eine groß angelegte Razzia in der Möhlstraße in München statt. Hintergrund dieser Aktion waren Ermittlungen der Polizei gegen illegale Aktivitäten, die in dieser Zeit in der gehobenen Wohngegend vermutet wurden. Die Razzia sorgte für großes Aufsehen in der Stadt und blieb als bedeutendes Ereignis in der Nachkriegsgeschichte Münchens in Erinnerung.

10. Februar 1950

Beginn der McCarthy-Ära

Die c begann offiziell, als Joseph McCarthy am 10. Februar 1950 eine Rede hielt, in der er behauptete, eine Liste von Kommunisten im US-Außenministerium zu haben. Es war jedoch erst später, nachdem McCarthy den Vorsitz des "Senatsausschusses für Fragen der inneren Sicherheit" übernahm, dass seine Untersuchungen und Anschuldigungen an Intensität gewannen.

9. Mai 1950

Schumann-Plan

Der Schuman-Plan, initiiert vom französischen Außenminister Robert Schuman, schlug die Schaffung einer übernationalen Behörde zur Kontrolle der Kohle- und Stahlproduktion in Deutschland und Frankreich vor. Dieser Plan zielte darauf ab, den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Europa zu fördern und die Grundlage für dauerhaften Frieden zu schaffen. Er führte zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, dem Vorläufer der heutigen Europäischen Union, und war ein bedeutender Schritt in Richtung europäischer Integration.

1951

Das Versandhaus Beate Uhse wird gegründet

Das Versandhaus Beate Uhse, benannt nach seiner Gründerin, einer deutschen Unternehmerin, revolutionierte den Markt für erotische und sexuelle Produkte. Es spielte eine Schlüsselrolle in der Sexualaufklärung und Liberalisierung in Deutschland, indem es Erotikartikel über den Versandhandel anbot und gesellschaftliche Tabus herausforderte.

1951

Die Sünderin - Skandal und Erfolg im deutschen Nachkriegskino

"Die Sünderin" ist ein deutscher Film von Willi Forst mit Hildegard Knef als Marina, einer jungen Frau, die aus finanzieller Not zur Prostitution gezwungen wird und sich in einen kranken Künstler verliebt. Der Film sorgte wegen einer Nacktszene und der Darstellung von Prostitution und Euthanasie für Skandale und heftige Proteste, insbesondere von der katholischen Kirche. Trotz der Kontroversen wurde er ein großer Kassenerfolg und regte gesellschaftliche Diskussionen über Moral und Ethik an.

31. Januar 1951

Amnestiegesetz: Straferlass für NS-Täter und Kriegsverbrecher

Das Amnestiegesetz von 1951 führte zur Begnadigung von über 792.000 Personen in der Bundesrepublik Deutschland. Es betraf insbesondere Kriegsverbrecher, NS-Funktionäre und Wehrmachtssoldaten, die wegen geringerer Vergehen verurteilt worden waren. Ziel war die gesellschaftliche Reintegration dieser Gruppen und die politische Stabilisierung. Gleichzeitig erfolgten 1951 die letzten Hinrichtungen im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg. Die Amnestie war umstritten, da sie eine juristische Aufarbeitung der NS-Zeit teilweise verhinderte und frühere Täter wieder in öffentliche Ämter brachte.

31. März 1951

Richtfest des Petersturmes

Nach der schweren Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war das Richtfest des Dachstuhls der Pfarrkirche St. Peter ein bedeutender Meilenstein im Wiederaufbau Münchens. Dank des unermüdlichen Engagements der Stadtpfarrer Max Stritter und Max Zistl sowie der großzügigen Unterstützung der Münchner Bevölkerung konnte das Wahrzeichen der Stadt schrittweise erneuert werden. Die Fertigstellung des Dachstuhls symbolisierte den Wiederaufbaugeist der Nachkriegszeit und die tiefe Verbundenheit der Münchner mit ihrer ältesten Pfarrkirche.

18. April 1951

Gründung der Montanunion als Grundstein der europäischen Einigung

In Paris wurde die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) gegründet – auch Montanunion genannt – basierend auf dem Schuman-Plan. Ziel war es, die Kohle- und Stahlproduktion der beteiligten Staaten gemeinsam zu verwalten, um Krieg zwischen Frankreich und Deutschland dauerhaft unmöglich zu machen. Neben Frankreich und Deutschland beteiligten sich auch Italien, Belgien, Luxemburg und die Niederlande. Die Montanunion war ein erster Schritt zur europäischen Integration und gilt als Vorläufer der heutigen Europäischen Union. 

9. Juli 1951

Beendigung des Kriegszustands mit Deutschland

Die westlichen Alliierten erklärten den Kriegszustand mit Deutschland offiziell für beendet. Dies war ein wichtiger Schritt zur schrittweisen Wiedereingliederung der Bundesrepublik in die internationale Gemeinschaft. Zwar bedeutete die Entscheidung noch keine vollständige Souveränität, doch sie markierte den Beginn einer neuen politischen Ära. Besatzungsrechte bestanden weiterhin, aber das Signal für eine stärkere Westintegration war gesetzt. Dies ebnete den Weg für spätere Bündnisse und die wirtschaftliche sowie diplomatische Annäherung an westliche Demokratien.Großbritannien am 9. Juli,Frankreich am 13. Juli,die USA am 19. bzw. 24. Oktober.

29. August 1951

Micky Maus Heft Nr. 1 in Deutscvhland

Im Ehapa Verlag erscheint das erste deutsche Micky-Maus-Heft. „Micky Maus – Das bunte Monatsheft“ kostete 75 Pfennig, umfasste 52 Seiten und startete mit rund 300.000 Exemplaren. Die monatliche Ausgabe brachte amerikanische Disney-Comics mit Micky Maus und Donald Duck erstmals regelmäßig in deutsche Kinderzimmer.

14. November 1951

Grün ist die Heide

In der Lüneburger Heide gerät ein ehemaliger Gutsherr unter Verdacht, als ein Gendarm erschossen wird. Der Förster bemüht sich um Aufklärung und verliebt sich in dessen Tochter. Naturbilder, Schuld, Neuanfang und Versöhnung prägen die Handlung. Der Film verbindet Kriminalelemente mit romantischer Heimatkulisse und wurde zum prägenden Beispiel des deutschen Heimatfilms.

1952

Der Chinesische Turm ist wiederhergestellt

Im Jahr 1952 wurde der Chinesische Turm im Englischen Garten in München nach dem Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt. Der Turm, ein beliebtes Wahrzeichen und Biergarten, war während des Krieges schwer beschädigt worden.

1952

Gründung der Montanunion – Beginn der europäischen Einigung

Die Montanunion wurde als Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl gegründet und legte den Grundstein für die europäische Integration. Sechs Länder – Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg – schlossen sich zusammen, um ihre Kohle- und Stahlproduktion gemeinsam zu verwalten. Ziel war es, wirtschaftliche Zusammenarbeit zu fördern und künftige Kriege in Europa zu verhindern. Die Montanunion war der erste supranationale Zusammenschluss in Europa und führte später zur Gründung der Europäischen Union.

27. März 1952

Attentat auf Konrad Adenauer – Briefbombe in München

Eine an Konrad Adenauer adressierte Briefbombe explodierte im Münchner Polizeipräsidium, als ein Sprengmeister sie entschärfen wollte und dabei ums Leben kam. Hinter dem Anschlag standen ehemalige Mitglieder der jüdischen Untergrundorganisation Irgun, die gegen die Verhandlungen über deutsche Wiedergutmachungszahlungen an Israel protestierten. Die Tat sorgte für große politische Unruhe, verstärkte die Sicherheitsmaßnahmen und zeigte die tiefen Spannungen, die das Thema Wiedergutmachung in der internationalen Politik auslöste.

18. Juli 1952

Einführung des Zebrastreifens

München führte Zebrastreifen ein, um Fußgängerüberwege sicherer zu gestalten. Frühere Versuche mit Markierungen scheiterten, da die verwendete Farbe nicht wetterfest war. Der Stadtrat beschloss, an stark frequentierten Orten wie dem Marienplatz und Stachus dauerhaft sichtbare Übergänge zu schaffen. Mit umfassender Aufklärung und der Einführung des Begriffs „Zebras“ wurde das Konzept erfolgreich umgesetzt.

16. August 1952

Philipp Auerbach begeht Selbstmord

Philipp Auerbach (1906–1952) war bayerischer Staatskommissar für NS-Verfolgte und prägte die frühe Wiedergutmachung. Als Auschwitz-Überlebender kämpfte er energisch für die Opfer, stieß jedoch in der Verwaltung auf massiven Widerstand. 1952 wurde er in einem politisch motivierten Prozess verurteilt und wählte den Freitod. Später wurde er als Opfer antisemitischer Justiz rehabilitiert.

20. August 1952

Auerbach Beisetzung

10. September 1952

Wiedergutmachungsabkommen mit Israel

Die Bundesrepublik Deutschland schloss mit dem Staat Israel ein Abkommen über 3 Milliarden DM als Wiedergutmachung für die Verbrechen des Nationalsozialismus. Die Summe sollte über 12 Jahre in Form von Waren und Dienstleistungen bereitgestellt werden. Ziel war die Unterstützung des jungen Staates Israel bei der Integration jüdischer Flüchtlinge. Individuelle Entschädigungsansprüche jüdischer NS-Opfer waren von diesem Vertrag nicht erfasst und mussten in anderen Verfahren geregelt werden. Der Vertrag markierte einen historischen Schritt der Anerkennung deutscher Verantwortung.

1953

Senator Joseph McCarthy wird Vorsitzender des „Senatsausschusses für Fragen der inneren Sicherheit“

Senator Joseph McCarthy übernahm den Vorsitz des "Senatsausschusses für Fragen der inneren Sicherheit" in den USA. Bekannt für seinen Antikommunismus, initiierte er eine gnadenlose Hexenjagd gegen vermeintliche Kommunisten, was als McCarthy-Ära bekannt wurde. Seine Taktiken führten zu weitreichenden politischen Verfolgungen und Unsicherheiten während des Kalten Krieges.

3. März 1953

Der Herkulessaal wird eingeweiht

Der Herkulessaal in der Münchner Residenz wurde nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs zwischen 1951 und 1953 neu errichtet. Er entstand an der Stelle des ehemaligen Thronsaals von König Ludwig I. im Festsaalbau der Residenz.  Der Saal bietet Platz für rund 1.400 Besucher und verfügt über eine ausgezeichnete Akustik.  Bis zur Eröffnung der Philharmonie am Gasteig im Jahr 1985 war der Herkulessaal die wichtigste Spielstätte für klassische Konzerte in München.  Auch heute noch dient er als bedeutender Konzertsaal für klassische Musik und andere kulturelle Veranstaltungen.

3. März 1953

Tod Stalins

Stalins Tod verursachte ein Machtvakuum, das politische Umwälzungen in der Sowjetunion auslöste. Sein Ableben markierte das Ende des "Stalinismus" und den Beginn einer Phase der Neubewertung seiner Herrschaft. Chruschtschow übernahm die Macht und leitete eine "Entstalinisierung" ein.

17. Juni 1953

Volksaufstand in Ost-Berlin

Im Jahr 1953 brach in Ost-Berlin ein Volksaufstand aus. Am 17. Juni 1953 protestierten Zehntausende Ostdeutsche gegen die autoritäre Regierung und wirtschaftliche Missstände. Der Aufstand wurde gewaltsam niedergeschlagen. Hunderte Menschen wurden getötet, und Tausende wurden verhaftet. Der Aufstand zeigte den Unmut gegen das SED-Regime und den sowjetischen Einfluss in der DDR, beeinflusste aber nicht maßgeblich die politische Landschaft.

4. Juli 1954

Das „Wunder von Bern“

Die deutsche Fußballnationalmannschaft gewann unter Trainer Sepp Herberger die Weltmeisterschaft in der Schweiz und besiegte im Finale die favorisierten Ungarn mit 3:2. Dieses “Wunder von Bern” wurde zum Symbol des Aufschwungs in der Bundesrepublik. Es markierte den Übergang von der Nachkriegszeit zu einem neuen Selbstbewusstsein und stärkte den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Der Erfolg brachte nicht nur sportliche Anerkennung, sondern trug auch zur Identitätsbildung und zur emotionalen Bewältigung der schwierigen Nachkriegsjahre bei.

8. Dezember 1954

Wiederbewaffnung im Rahmen der NATO

Der Deutsche Bundestag beschloss die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und die Wiederbewaffnung im Rahmen der NATO. Dies war ein zentraler Schritt im Kontext des Kalten Krieges

1955

Hallstein-Doktrin

Walter Hallstein, ein prominenter deutscher Politiker und Diplomat, entwarf das außenpolitische Programm der Bundesrepublik Deutschland. Dieses Programm, bekannt als die "Hallstein-Doktrin", verfolgte die Politik der Nichtanerkennung von Staaten, die die Deutsche Demokratische Republik (DDR) anerkannten, mit Ausnahme der Sowjetunion. Die Doktrin war ein zentrales Element der westdeutschen Außenpolitik während des Kalten Krieges. Sie zielte darauf ab, die internationale Isolation der DDR zu fördern und die Alleinvertretungsansprüche der Bundesrepublik Deutschland für ganz Deutschland aufrechtzuerhalten.

9. Mai 1955

Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO

Im Jahr 1955 wurde die Bundesrepublik Deutschland (Westdeutschland) in die NATO, die Nordatlantikvertragsorganisation, aufgenommen. Diese historische Entscheidung erfolgte am 9. Mai 1955 und markierte die Integration Westdeutschlands in das westliche Verteidigungsbündnis, was während des Kalten Krieges als Abschreckung gegen mögliche sowjetische Aggression diente.

14. Mai 1955

Gründung des 'Warschauer Paktes'

Der Warschauer Pakt wird gegründet, ein militärisches Bündnis zwischen der Sowjetunion und mehreren osteuropäischen Staaten: Polen, DDR, CSSR (Tschechoslowakei), Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Albanien. Dieses Bündnis war als Antwort auf die NATO-Formation gedacht und diente als zentrales Sicherheits- und Verteidigungsinstrument des Ostblocks während des Kalten Krieges.

1956

Einzug der Fischstäbchen in Deutschland

Fischstäbchen kamen 1956 über Birds Eye/Iglo nach Deutschland. Mit dem Aufschwung der Tiefkühltechnik wurden sie ab Ende der 1950er Jahre schnell beliebt. Die praktische Form, einfache Zubereitung und günstige Produktion machten sie bald zu einem Klassiker der deutschen Küche und zu einem der erfolgreichsten Tiefkühlprodukte überhaupt.

17. August 1956

Die KPD wird sls verfassundwidrig eingestuft und verboten.

Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) als verfassungswidrig eingestuft und verboten. Das Verbot erfolgte, weil die KPD nach Ansicht der westdeutschen Regierung gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung gerichtet war. Man befürchtete, dass sie die Demokratie in Deutschland gefährden könnte, besonders inmitten des Kalten Krieges. Neben dem Parteiverbot wurde auch das Vermögen der KPD eingezogen. Dieses Urteil schwächte die kommunistische Bewegung im Westen erheblich und hatte weitreichende Konsequenzen für die politische Landschaft der jungen Bundesrepublik.

26. August 1956

BRAVO Jugendmagazin

Die erste Ausgabe der BRAVO erschien am 26. August 1956 in München.Die Zeitschrift wurde von Peter Boenisch gegründet und ursprünglich vom Münchner Verlag Kindler & Schiermeyer herausgegeben. Die erste Ausgabe trug den Untertitel "Die Zeitung für Film und Fernsehen" und richtete sich vor allem an junge Filmfans. Das Cover zierte die Schauspielerin Marilyn Monroe, die damals ein großer Star war.Die BRAVO entwickelte sich rasch zu einer der einflussreichsten Jugendzeitschriften in Deutschland und prägte die Popkultur mehrerer Generationen.

23. Oktober 1956

Beginn des ungarischen Aufstandes gegen Sowjetunion

Der ungarische Aufstand gegen die Sowjetunion, der oft als der "Frühling im Oktober" bezeichnet wird, begann am 23. Oktober 1956. An diesem Tag brachen in Ungarn landesweite Proteste aus, die sich schnell zu einem Volksaufstand gegen die kommunistische Regierung und die sowjetische Besatzung entwickelten.

29. Oktober 1956

Israel besetzt Sinai und Gaza; Ausbruch des 2. arabisch-israelischen Kriegs

Israel besetzt den Sinai und den Gazastreifen während des Suez-Konflikts, der auch als der Zweite Arabisch-Israelische Krieg bekannt ist. Ausgelöst durch politische, wirtschaftliche und militärische Faktoren, begann der Konflikt mit Israels Offensive gegen Ägypten, gefolgt von britischen und französischen Interventionen zur Wiederherstellung der Kontrolle über den Suezkanal. Dies führte zu internationalen Spannungen, besonders zwischen den USA und der UdSSR. Unter internationalem Druck zogen sich Großbritannien und Frankreich zurück, Israel folgte später. Der Konflikt veränderte die geopolitische Landschaft des Nahen Ostens und verstärkte die Rolle der Supermächte in der Region. Friedenstruppen der UN wurden entsandt, um die Situation zu stabilisieren.

22. Dezember 1956

Jugolawisches Flugzeug stürzt bei Riem ab

Beim Anflug auf den Flughafen Riem stürzt ein jugoslawisches Flugzeug nahe der Ortschaft Grub auf einem Acker ab. Die Maschine zerschellt beim Aufprall, wobei drei Menschen ums Leben kommen und vierzehn verletzt werden. Das Unglück löst große Bestürzung aus und führt zu umfangreichen Rettungsmaßnahmen. Später werden technische Probleme als Ursache festgestellt. Das tragische Ereignis bleibt als eines der schweren Flugunglücke der Nachkriegszeit im Raum München in Erinnerung.

1957

Landser-Romane: Verklärung, Verdrängung, rechter Mythos

Die Landser-Romane waren ein Massenphänomen der Erinnerungskultur der BRD, das Kriegsverklärung und ideologische Entlastung betrieb – eingebettet in eine Gesellschaft, die lange um eine ehrliche Aufarbeitung des Nationalsozialismus rang. Sie verbreiteten gezielt den Mythos von der „sauberen Wehrmacht“, die angeblich ehrenhaft und unpolitisch gekämpft habe, während SS und Partei für die Verbrechen verantwortlich gewesen seien. Ihre Wirkung ist bis heute spürbar, etwa in nostalgischen Internetforen oder „Veteranenerzählungen“.

1957

Contergan - Eine medizinische Tragödie

Contergan (Thalidomid) war ein Schlaf- und Beruhigungsmittel, das ab 1957 besonders Schwangeren gegen Übelkeit verschrieben wurde. Es führte weltweit zu schweren Fehlbildungen bei etwa 10.000 Neugeborenen, darunter fehlende Gliedmaßen und Organschäden. 1961 wurde das Medikament vom Markt genommen. Der Fall löste eine öffentliche Debatte über Arzneimittelsicherheit aus und führte zu strengeren Test- und Zulassungsverfahren. Die Contergan-Stiftung wurde gegründet, um Betroffene finanziell zu unterstützen. Heute wird Thalidomid in kontrollierten Anwendungen für spezifische Krankheiten eingesetzt.

3. Januar 1957

Zum Blauen Bock

„Zum blauen Bock“ war eine beliebte deutsche Fernsehshow, die über drei Jahrzehnte lief und vom Hessischen Rundfunk produziert wurde. In einer fiktiven Apfelweinkneipe präsentierten Heinz Schenk und Lia Wöhr volkstümliche Musik, Sketche und humorvolle Gespräche. Die Mischung aus Unterhaltung und heimatlichem Flair machte die Sendung zu einem festen Bestandteil der Samstagabend-Unterhaltung. Mit prominenten Gästen und ihrer gemütlichen Atmosphäre prägte sie das deutsche Fernsehen nachhaltig und bleibt ein Klassiker der Fernsehgeschichte.

7. Juni 1957

Wiedereröffung der Alten Pinakothek

1. September 1957

Tempo 50 innerorts

In deutschen Städten gilt innerorts eine einheitliche Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde. Die Regelung entstand aus der Notwendigkeit, die stark steigende Zahl von Verkehrsunfällen einzudämmen und Fußgänger wie Radfahrer besser zu schützen. Mit der wachsenden Motorisierung der Nachkriegszeit zeigte sich, dass unbegrenztes Tempo in dicht besiedelten Gebieten zu riskant war. Das Limit wurde zu einer grundlegenden Maßnahme der Verkehrssicherheit. Bis heute bildet es die Basis, auch wenn vielerorts zusätzlich niedrigere Grenzen gelten.

4. Oktober 1957

Start des ersten Nachrichtensatelliten ('Sputnik')

Sputnik war der erste künstliche Satellit, der erfolgreich in eine Erdumlaufbahn gebracht wurde. Er hatte eine kugelförmige Form mit vier langen Antennen und sendete Radiosignale zur Erde, die weltweit empfangen wurden. Der Satellit war ein technologischer Meilenstein und markierte den Beginn des Wettlaufs ins All zwischen den USA und der Sowjetunion. Sputnik bewies, dass Raumfahrt möglich war, und löste sowohl Faszination als auch politische Spannungen aus. Er blieb einige Wochen im Orbit, bevor er verglühte.

12. Oktober 1957

Lew Rebet wird durch den KGB ermordet

​Lew Rebet wird im Haus am Karlsplatz 8 in München vor der damaligen Straßenbahnhaltestelle, vom KGB-Agenten Bogdan Staschinski, der später auch Stepan Bandera umbrachte, mit einer speziell gefertigten Blausäurepistole ermordet. (Zuerst im Waldfriedhof beerdigt, dann in die Ukraine überführt)

15. Dezember 1957

München überschreitet die Eine-Million-Einwohner-Grenze

Dieses demografische Wachstum resultierte aus einem kontinuierlichen Bevölkerungsanstieg nach dem Zweiten Weltkrieg, begünstigt durch wirtschaftlichen Aufschwung, Zuwanderung und eine hohe Geburtenrate. Mit dem Überschreiten dieser Marke wurde München offiziell zur Millionenstadt.

18. Januar 1958

Starfighter-Skandal

Die Bundeswehr beschaffte über 900 Maschinen des US-Kampfflugzeugs F-104 Starfighter. Ursprünglich als Höhenjäger entwickelt, wurde er in Deutschland auch für Tiefflug- und Bombeneinsätze eingesetzt, wofür er kaum geeignet war. Bald folgte eine Serie schwerer Abstürze: Fast ein Drittel der Maschinen ging verloren, über hundert Piloten starben. In der Öffentlichkeit galt der Jet als „Witwenmacher“. Verteidigungsminister Franz Josef Strauß trug die politische Verantwortung. Korruptions- und Beschaffungsvorwürfe machten den Fall zu einem der größten Rüstungsskandale der Bundesrepublik.

6. Februar 1958

Flugzeugabsturz mit der Fußballmannschaft Manchester United

In München ereignete sich ein tragisches Flugzeugunglück, das als "Münchner Flugzeugabsturz" bekannt ist. Betroffen war die Fußballmannschaft Manchester United, die auf dem Rückweg von einem Europapokalspiel war. Die Maschine, eine Airspeed Ambassador, stürzte während des Startversuchs bei schlechten Witterungsbedingungen ab. Dabei kamen 23 der 44 Menschen an Bord ums Leben, darunter acht Spieler von Manchester United.

1. Juli 1958

Gleichberechtigungsgesetz

Das Gleichberechtigungsgesetz war ein entscheidender Schritt für die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland. Es beendete die Vormachtstellung des Mannes als „Oberhaupt der Familie“ und hob die Regelung auf, dass Frauen für bestimmte Entscheidungen, wie die Ausübung eines Berufs, die Zustimmung ihres Ehemannes benötigten. Frauen erhielten das Recht, eigenständig über ihre berufliche und persönliche Lebensführung zu entscheiden. Auch die elterliche Gewalt wurde gerechter geregelt. Obwohl das Gesetz viele Fortschritte brachte, blieben einige Ungleichheiten bestehen, die erst später mit weiteren Reformen vollständig beseitigt wurden.

17. Juli 1958

Erste Verkehrszentrale wird in Betrieb genommen

Der Oberbürgermeister Thomas Wimmer nimmt im Polizeipräsidium München die erste Verkehrszentrale offiziell in Betrieb.

25. Juli 1958

Deutsches Turnfest

Das Deutsche Turnfest 1958 fand in München statt. Es war das erste Turnfest in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und symbolisierte einen Neuanfang im deutschen Sport. Tausende Turner und Sportler aus ganz Deutschland nahmen daran teil, um ihre sportlichen Fähigkeiten zu präsentieren und die Gemeinschaft der Turnbewegung zu feiern. Das Ereignis trug auch zur Wiederbelebung des Turnens in Deutschland bei und war ein wichtiger Meilenstein für den deutschen Sport in der Nachkriegszeit.

28. Oktober 1958

Papst Johannes XXIII.

Angelo Giuseppe Roncalli wurde zum Papst gewählt und nahm den Namen Johannes XXIII. an. Er ist bekannt für die Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils, das bedeutende Reformen innerhalb der katholischen Kirche einleitete. Papst Johannes XXIII. gilt als zentrale Figur in der Modernisierung der Kirche und wird oft als "der gute Papst" bezeichnet.

1. Januar 1959

Fidel Castro stürzt Batista

Fidel Castro stürzte das Regime von Fulgencio Batista und übernahm die Macht in Kuba, was eine sozialistische Revolution und tiefgreifende Veränderungen im Land einleitete.

15. Oktober 1959

Der ukrainische Faschist Stepan Bandera wird ermordet

Der KGB-Agent Bogdan Staschinski ermordete ihn am 15. Oktober 1959 im Eingang seines Wohnhauses in der Kreittmayrstraße 7 mit einer pistolenähnlichen Waffe, die Blausäuregas versprühte. Bandera wurde lebend aufgefunden, starb aber wenig später; seine Leiche wurde von dem Münchner Rechtsmediziner Wolfgang Spann obduziert. Am 20. Oktober wurde er auf dem Münchener Waldfriedhof bestattet. Als Auftraggeber des Mordes wurde der KGB identifiziert. Der Täter stellte sich und wurde am 19. Oktober 1962 zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Bandera war nicht der einzige ukrainische Exil-Nationalist, der vom KGB getötet wurde: Jewhen Konowalez wurde 1938 in Rotterdam mit einer Sprengfalle und Lew Rebet 1957 ebenfalls von Bogdan Staschinski in München getötet.

1960

Einführung der Wählscheibentelefone in privaten Haushalten

Mit der Einführung der Wählscheibentelefone wurde die Kommunikation in privaten Haushalten revolutioniert. Nutzer konnten erstmals eigenständig Telefonnummern wählen, ohne auf Vermittlungsstellen angewiesen zu sein. Die Telefone, oft in klassischen Farben wie Schwarz oder Beige, wurden schnell zum Standard. Ihre robuste Bauweise und das typische Geräusch der zurückdrehenden Wählscheibe prägten eine ganze Ära. Dieses praktische und zuverlässige Design erleichterte den Alltag erheblich und machte das Telefon zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Haushalts.

11. Mai 1960

Ergreifung Adolf Eichmanns

Adolf Eichmann, einer der Hauptorganisatoren des Holocaust, wurde am 11. Mai 1960 von israelischen Mossad-Agenten in Buenos Aires, Argentinien, ergriffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Eichmann unter falscher Identität nach Argentinien geflohen, wo er unerkannt lebte. Die Operation zur Ergreifung Eichmanns war streng geheim und wurde sorgfältig vorbereitet. Nachdem er festgenommen und nach Israel gebracht worden war, wurde Eichmann 1961 in einem weltweit beachteten Prozess in Jerusalem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt.

23. Juni 1960

Die erste orale Verhütungspille wird in den Vereinigten Staaten zugelassen

Die erste orale Verhütungspille, bekannt als "Enovid", wird in den Vereinigten Staaten zugelassen. Entwickelt von Gregory Pincus und John Rock, kam sie 1961 auf den Markt und bot Frauen eine revolutionäre neue Methode der Empfängnisverhütung. Diese Entwicklung war ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der reproduktiven Gesundheit und ermöglichte es Frauen, über Schwangerschaft und Familienplanung autonomer zu entscheiden.

17. Dezember 1960

Flugzeugunglück bei der Sankt-Pauls-Kirche

Ein tragisches Flugzeugunglück ereignete sich bei der Sankt-Pauls-Kirche in München, als eine Convair CV-440 der Lufthansa kurz nach dem Start vom Flughafen München-Riem abstürzte. Das Flugzeug kollidierte mit dem Turm der Kirche und stürzte in ein Wohngebiet. Dabei kamen alle 20 Insassen sowie 32 Menschen am Boden ums Leben. Ursache des Absturzes war ein Motorschaden kurz nach dem Start. YouTube - Das Flugzeugunglück von 1960 - https://youtu.be/fMPYPipP2pg 

1961

Grundsteinlegung des Großklinikums Großhardern

Mit der Grundsteinlegung des Großklinikums Großhadern beginnt 1961 der Bau einer der modernsten medizinischen Einrichtungen Deutschlands. Das Klinikum wird als zentrales Universitätskrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) geplant. Ziel ist es, Forschung, Lehre und Patientenversorgung an einem Standort zu bündeln. Die Eröffnung erfolgt nach über zehnjähriger Bauzeit im Jahr 1974.

April 1961

Kuba: Invasion in der Schweinebucht

Im April 1961 fand die von den USA unterstützte Invasion in der c in Kuba statt. Kubanische Exilanten versuchten, die Regierung von Fidel Castro zu stürzen. Die Operation scheiterte, und die Exilanten wurden gefangen genommen oder getötet. Dies führte zu Spannungen zwischen den USA und Kuba sowie zur Vertiefung der kubanisch-sowjetischen Beziehungen.

22. April 1961

Juri Gagarin unternimmt die erste bemannte Raumfahrt

Juri Gagarin, ein sowjetischer Kosmonaut, führt die erste bemannte Raumfahrtmission der Geschichte durch. Er startete an Bord des Raumschiffs "Wostok 1" und umkreiste die Erde einmal in etwa 108 Minuten. Gagarins erfolgreicher Flug markierte einen Meilenstein in der Raumfahrt und einen bedeutenden Moment im Wettlauf zwischen den USA und der Sowjetunion im Kalten Krieg.

1. Juni 1961

Einführung der Antibabypille

In Deutschland wurde die Antibabypille im Jahr 1961 unter dem Markennamen "Anovlar" durch die Firma Schering eingeführt. Sie war zunächst als Medikament gegen Menstruationsbeschwerden zugelassen, bevor sie offiziell als Verhütungsmittel anerkannt wurde. Diese Einführung markierte einen signifikanten Wandel in der Familienplanung und der Rolle der Frauen in der Gesellschaft.

13. August 1961

Bau der Berliner Mauer

Im August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer, einer massiven Grenzanlage, die Ost- und West-Berlin trennte. Die Mauer wurde von der DDR-Regierung errichtet, um die Flucht von Ost nach West zu stoppen. Sie bestand aus Betonmauern, Stacheldraht und Wachtürmen. Die Mauer trennte die Stadt bis zu ihrem Fall im November 1989, ein Symbol des Kalten Krieges und der deutschen Teilung.

1962

Kuba-Krise um russische Atomraketen auf Kuba

Die Kuba-Krise 1962 war ein kritischer Punkt des Kalten Krieges. Entstanden durch die Entdeckung sowjetischer Atomraketen auf Kuba durch die USA, führte sie zu extremer internationaler Spannung. Die USA unter Kennedy reagierten mit einer Seeblockade gegen Kuba. Nach riskanten diplomatischen Verhandlungen vereinbarten die USA und die Sowjetunion unter Chruschtschow den Rückzug der sowjetischen Raketen im Austausch gegen ein US-Invasionsverbot in Kuba und das spätere Entfernen amerikanischer Raketen aus der Türkei. Diese Krise markiert einen der gefährlichsten Momente der nuklearen Konfrontation im Kalten Krieg.

1962

Schutträumung offiziell beendet

Etwa neun Millionen Kubikmeter Trümmer wurden durch beauftragte Bauunternehmen entfernt, zunehmend unter Einsatz mechanisierter Verfahren. Damit konnten Straßen und Plätze wieder nutzbar gemacht und Flächen für Neubauten geschaffen werden. Das verbreitete Bild von „Trümmerfrauen“ trifft auf München nicht zu . 

21. Februar 1962

Die Hörspielreihe „Meister Eder und sein Pumuckl“

Die Hörspielreihe „Meister Eder und sein Pumuckl“ entstand im Bayerischen Rundfunk. Autorin Ellis Kaut schuf den unsichtbaren Kobold, den Hans Clarin mit unverwechselbarer Stimme sprach. Meister Eder, dargestellt von Alfred Pongratz, erlebt mit ihm humorvolle, oft lehrreiche Geschichten aus dem Alltag. Die Serie wurde ein Klassiker und Basis späterer Fernsehproduktionen.

1. Juni 1962

Adolf Eichmann wird hingerichtet

Adolf Eichmann, als zentraler Organisator des Holocausts bekannt, wurde von Israels Geheimdienst Mossad in Argentinien gefasst und nach Israel gebracht. In einem historischen Prozess, der weltweit Beachtung fand, wurde er für seine Rolle in der systematischen Vernichtung von Millionen Juden schuldig gesprochen und hingerichtet. Seine Ergreifung und Verurteilung stehen symbolisch für die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen.

22. Juni 1962

Schwabinger Kravalle

Die Schwabinger Krawalle begannen am 21. Juni 1962, als jugendliche Straßenmusiker nach 22.30 Uhr spielten und Anwohner die Polizei riefen. Der Versuch, die Gruppe aufzulösen, eskalierte in Straßenschlachten zwischen 1000 bis 5000 Jugendlichen und der Polizei. Massive Gewaltanwendung und zahlreiche Festnahmen, darunter etwa 400 Personen, führten zu Sachschäden und öffentlicher Kritik an den Polizeimethoden. Die Ereignisse inspirierten die Münchner Polizei, unter Manfred Schreiber Ansätze zur Deeskalation zu entwickeln („Münchner Linie“). Die Krawalle gelten als Wendepunkt zwischen der Nachkriegszeit und den Protesten der 68er-Bewegung, geprägt durch Forderungen nach kultureller Selbstbestimmung. Sie sind bis heute ein Symbol für gesellschaftlichen Wandel und Jugendprotest.

10. Oktober 1962

Spiegel-Affäre

Die Spiegel-Affäre war eine politische Krise in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1962. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" veröffentlichte kritische Artikel über die Bundeswehr und Verteidigungsminister Franz Josef Strauß. Strauß reagierte mit Durchsuchungen der Redaktionsräume, was zu einem Skandal führte. Die Affäre endete mit Strauß' Rücktritt als Verteidigungsminister und hatte weitreichende Diskussionen über Pressefreiheit und Meinungsfreiheit zur Folge.

19. Oktober 1962

Franz Josef Strauß tritt als Bundesminister der Verteidigung zurück

Franz Josef Strauß tritt als Bundesminister der Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland zurück. Dies geschah im Zusammenhang mit der Spiegel-Affäre und den Kontroversen, die sie ausgelöst hatte.

28. November 1962

100.000ster Gastarbeiter in München angekommen

Mit der Ankunft des 100.000sten Gastarbeiters in München wurde ein Meilenstein in der Geschichte der Arbeitsmigration erreicht. Gastarbeiter, vor allem aus Südeuropa, prägten das wirtschaftliche Wachstum der Nachkriegszeit und leisteten entscheidende Beiträge in Industrie und Bauwirtschaft. Die Feierlichkeiten symbolisierten die Anerkennung ihrer Leistungen, während gleichzeitig Diskussionen über Integration und soziale Rechte aufkamen. Diese Zuwanderung formte München nachhaltig, bereicherte die Stadt kulturell und trug dazu bei, sie zu einer weltoffenen Metropole zu entwickeln.

17. Dezember 1962

Beate Uhse eröffnete den ersten Sexshop der Welt

Beate Uhse eröffnete in Flensburg den weltweit ersten Sexshop unter dem Namen „Fachgeschäft für Ehehygiene“. Das Geschäft bot Aufklärungsschriften, Verhütungsmittel und später auch Erotikartikel an. Die Eröffnung war ein mutiger Schritt gegen gesellschaftliche Tabus und markierte einen Wendepunkt in der sexuellen Aufklärung und Selbstbestimmung in der Bundesrepublik.

1963

Papst Paul VI.

Im Jahr 1963 wurde Giovanni Battista Montini zum Papst gewählt und nahm den Namen Paul VI. an. Er war der 262. Papst der römisch-katholischen Kirche und diente von 1963 bis zu seinem Tod im Jahr 1978. Paul VI. war bekannt für die Fortführung des Zweiten Vatikanischen Konzils, das tiefgreifende Reformen in der Kirche einleitete. Er förderte den ökumenischen Dialog, bereiste als erster amtierender Papst alle sechs Kontinente und setzte sich für Frieden und Gerechtigkeit ein. Seine Enzyklika "Humanae Vitae" von 1968, die künstliche Empfängnisverhütung ablehnte, war und bleibt umstritten.

22. Januar 1963

Unterzeichnung des Élysée-Vertrags durch Konrad Adenauer und Charles de Gaulle

Der Élysée-Vertrag markierte den Beginn einer neuen Ära der deutsch-französischen Beziehungen. Bundeskanzler Konrad Adenauer und Präsident Charles de Gaulle unterzeichneten das Abkommen als symbolischen Akt der Versöhnung nach den Weltkriegen. Ziel war eine enge Zusammenarbeit in den Bereichen Außenpolitik, Verteidigung, Bildung und Jugend. Der Vertrag begründete regelmäßige Konsultationen beider Regierungen und wurde zum Fundament einer langjährigen Partnerschaft. Er gilt bis heute als Meilenstein für die europäische Einigung und für den Frieden in Europa.

28. August 1963

Martin Luther King Jr. hält seine berühmte Rede „I Have a Dream“

Martin Luther King Jr. hielt seine berühmte Rede „I Have a Dream“ während des Marsches auf Washington für Arbeit und Freiheit. Vor über 250.000 Menschen sprach er eindrucksvoll über seine Vision einer Zukunft ohne Rassentrennung und Diskriminierung. Die Rede wurde zum Symbol der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und gilt bis heute als ein Meilenstein für Gleichheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde. Mit seiner kraftvollen Sprache rief King zu Frieden, Zusammenhalt und einer gemeinsamen, gerechten Gesellschaft auf.

22. November 1963

Ermordung von John F. Kennedy; Lee Harvey Oswald angeklagt

Am 22. November 1963 wurde der US-Präsident John F. Kennedy in Dallas, Texas, ermordet. Während einer Autofahrt in einer offenen Limousine durch Dealey Plaza wurde er von zwei Schüssen getroffen, einer davon tödlich. Lee Harvey Oswald, ein ehemaliger Marine, wurde als Hauptverdächtiger festgenommen, jedoch zwei Tage später von Jack Ruby erschossen, bevor er vor Gericht gestellt werden konnte. Kennedys Ermordung löste weltweites Entsetzen aus und führte zu zahlreichen Verschwörungstheorien über die Umstände seines Todes. Die Warren-Kommission, eingesetzt von Lyndon B. Johnson, schloss später, dass Oswald allein gehandelt habe, doch Zweifel und Spekulationen halten bis heute an.

20. Dezember 1963

Auschwitz-Prozess

Der Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965 in Frankfurt am Main war ein bedeutender NS-Prozess, bei dem 22 ehemalige Angehörige des Lagerpersonals von Auschwitz-Birkenau wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mord und Beihilfe zum Mord angeklagt wurden. Die Zeugenaussagen von Überlebenden offenbarten die Grausamkeiten des Holocaust. Die Urteile reichten von Freisprüchen bis zu lebenslangen Haftstrafen. Der Prozess trug wesentlich zur Entwicklung der Erinnerungskultur in Deutschland bei und förderte die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen.

1964

Der Baby-Boom in Deutschland seinen Höhepunkt

Der Baby-Boom erreicht seinen Höhepunkt mit über 1,3 Millionen Geburten. Dieser Geburtenanstieg war eine Folge des Nachkriegs-“Wirtschaftswunders”, das soziale Sicherheit, höhere Einkommen und bessere Wohnverhältnisse bot. Viele Familien gründeten in dieser stabilen Zeit bewusst Nachwuchs. Die Generation der „Babyboomer“ prägte später Gesellschaft, Bildung und Arbeitsmarkt nachhaltig. Dieser demografische Wendepunkt führte auch zu Herausforderungen für das soziale Sicherungssystem, da die große Zahl an Geburten später eine Alterung der Bevölkerung zur Folge hatte.

12. Juni 1964

Nelson Mandela wurde im Rivonia-Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt

Nelson Mandela wurde im sogenannten Rivonia-Prozess in Südafrika wegen Sabotage und Umsturzversuchs gegen das Apartheid-Regime zu lebenslanger Haft verurteilt. Als führendes Mitglied des African National Congress (ANC) hatte er den bewaffneten Widerstand gegen die Rassentrennung mitorganisiert. Mandela nutzte den Prozess, um die Ungerechtigkeit der Apartheid anzuprangern. Er verbrachte 27 Jahre im Gefängnis, hauptsächlich auf Robben Island. Die Verurteilung machte ihn weltweit zum Symbol des Kampfes für Freiheit und Gleichheit. 

24. Juni 1964

Beatlemania in Deutschland, Auftritt in München.

Die britische Band The Beatles begeisterte während eines Auftritts im Münchener Zirkus-Krone-Bau tausende Fans. Jugendliche jubelten, kreischten und feierten die Band euphorisch – ein Höhepunkt der “Beatlemania”. Mit Hits wie “She Loves You” und “I Want to Hold Your Hand” brachten sie das Publikum in Ekstase. Der Auftritt markierte den Beginn ihres Kultstatus in Deutschland und hinterließ eine nachhaltige Wirkung auf die Musik- und Popkultur.

1965

Starfighter-Skandal

Im Jahre 1965 stand der F-104 Starfighter im Zentrum eines politischen Skandals. Die Bundeswehr hatte 916 Maschinen beschafft, doch das als Höhenjäger entwickelte Flugzeug erwies sich für Tiefflug- und Bombeneinsätze als ungeeignet. Bereits zu diesem Zeitpunkt war ein erheblicher Teil der Flotte verloren gegangen: Insgesamt stürzten 292 Maschinen ab, dabei starben 116 Piloten. In der Öffentlichkeit erhielt der Jet den Beinamen „Witwenmacher“. Verteidigungsminister Franz Josef Strauß geriet wegen der Beschaffung in die Kritik.

1. Februar 1965

Baubeginn der Münchner U-Bahn

1965 begann in München der Bau der U-Bahn, ein zentrales Projekt zur Verbesserung der städtischen Mobilität und Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1972. Dieser Schritt war entscheidend für die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs und trug wesentlich zur Entlastung des Straßenverkehrs in der expandierenden Stadt bei.

18. März 1965

Alexej Leonow schwebt als erster Mensch frei im All

Alexej Leonow schrieb Geschichte, als er als erster Mensch frei im All schwebte. Dieser historische Weltraumspaziergang markierte einen bedeutenden Meilenstein in der Raumfahrt und zeigte die Fortschritte der Menschheit in der Erforschung des Weltalls. Leonows mutige Tat eröffnete neue Möglichkeiten und inspirierte zukünftige Missionen und Astronauten.

25. Juni 1965

Weltverkehrsausstellung

Die Weltverkehrsausstellung 1965, offiziell als "International and Universal Exposition" oder "Expo 65" bekannt, fand in München, Deutschland statt. Diese Ausstellung war auf den weltweiten Verkehr und seine Entwicklung fokussiert. Sie bot eine Plattform, um neueste Innovationen und Technologien im Bereich Transport und Mobilität zu präsentieren. Diese Veranstaltung zog Besucher aus aller Welt an und beleuchtete die zunehmende Bedeutung des Verkehrs und der Mobilität in der modernen Gesellschaft, von Automobilen über Eisenbahnen bis hin zu Luft- und Raumfahrt.

26. Juni 1965

Aufstieg des FC Bayern in die Bundesliga

Der FC Bayern München erlebte seinen ersten Aufstieg in die Bundesliga, was den Beginn einer äußerst erfolgreichen Ära in der Vereinsgeschichte und im deutschen Fußball markierte.

16. Februar 1966

Der Stadtrat beschließt die Errichtung einer Fußgängerzone

Nach einem Beschluß des Stadtrates wird die Neuhauser- und Kaufingerstraße zur Fußgängerzone ausgebaut.

26. April 1966

München wird zur Olympiastadt 1972 ausgewählt

Im Jahr 1966 wurde München als Austragungsort für die Olympischen Sommerspiele 1972 ausgewählt. Dies geschah während der Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Rom. München erhielt den Zuschlag und wurde damit zur Gastgeberstadt der Olympischen Spiele im Jahr 1972, die später als die XX. Olympischen Sommerspiele bekannt wurden.

25. Juni 1966

TSV 1860 wird Deutscher Fußballmeister

Im Jahr 1966 gewann der TSV 1860 München die Deutsche Fußballmeisterschaft gegen den VfB Stuttgart. In einem packenden Endspiel am 25. Juni 1966 im Stuttgarter Neckarstadion besiegte der TSV 1860 München den VfB Stuttgart mit 2:0 und sicherte sich somit seinen ersten und bis heute einzigen deutschen Meistertitel. Dies war ein historischer Moment für den Verein und seine Fans.

21. Juli 1966

Die letze Gaslaterne wird am Schloss Nyphenburg gelöscht

1967

Baubeginn Neuperlachs

Neuperlach, Deutschlands größte Nachkriegssiedlung im Westen, repräsentiert den Städtebau der 1960er- und 1970er-Jahre. Als „Stadt neben der Stadt“ sollte sie Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Kultur und Sport verbinden, eine hohe Dichte aufweisen und ein städtisches Zentrum bieten. Kritiker wie Hans Paul Bahrdt und Alexander Mitscherlich berieten die Planer, um gezielt Fehler der Vorkriegsarchitektur zu vermeiden und den Münchner Südosten zu beleben.

1967

Die erste Nackte im deutschen Fernsehen

Die Sendung “Report” unter der Leitung von Dagobert Lindlau erlangte 1967 besondere Aufmerksamkeit, als sie als erstes deutsches Fernsehformat eine nackte Frau zeigte. Diese Ausstrahlung brach mit den damaligen gesellschaftlichen Tabus und gilt als Meilenstein in der Geschichte des deutschen Fernsehens. Sie löste intensive Diskussionen über die Darstellung von Nacktheit und Sexualität in den Medien aus und spiegelt den gesellschaftlichen Wandel der 1960er Jahre wider. 

2. Juni 1967

Benno Ohnesorg bei Schah-Demonstration getötet

Benno Ohnesorg wurde bei einer Demonstration gegen den Schah von Persien durch die Polizei getötet. Sein Tod markierte einen Wendepunkt in der westdeutschen Protestbewegung und führte zu einer Radikalisierung der Studentenproteste in Deutschland.

5. Juni 1967

Auslöser des Sechstagekriegs: Operation Fokus

Der israelische Angriff auf Ägypten, bekannt als 'Operation Fokus', war der Auslöser des Dritten Arabisch-Israelischen Krieges, auch Sechstagekrieg genannt. Israel startete einen Überraschungsangriff auf die ägyptischen Luftstreitkräfte und zerstörte einen erheblichen Teil der ägyptischen Luftwaffe am Boden. Diese Offensive führte zur Eskalation des Konflikts, in den auch Jordanien und Syrien verwickelt wurden, und resultierte in einem schnellen und entscheidenden Sieg für Israel, das bedeutende Gebiete eroberte.

11. Juni 1967

Israels Sieg im Sechstagekrieg 1967

Der Dritte Arabisch-Israelische Krieg endete im Juni 1967 nach nur sechs Tagen mit einem klaren Sieg Israels. In einem präventiven Angriff schlug Israel die Streitkräfte Ägyptens, Jordaniens und Syriens zurück. Dabei besetzte es den Sinai, den Gazastreifen, das Westjordanland, Ostjerusalem und die Golanhöhen. Der Krieg veränderte die geopolitische Lage im Nahen Osten grundlegend und führte zu anhaltenden Spannungen. Die Besetzung der Gebiete ist bis heute international umstritten und politisch hochbrisant.

25. August 1967

Start des Farbfernsehens in Deutschland

Der offizielle Start des Farbfernsehens in Deutschland fand auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin statt, initiiert von Willy Brandt. Durch das PAL-System, entwickelt von Walter Bruch, wurden die ersten Farbsendungen in hoher Qualität ausgestrahlt. Die Einführung führte zu einer erhöhten Nachfrage nach Farbfernsehern und veränderte die Fernsehkultur nachhaltig. Die Wirtschaft profitierte durch gesteigerte Verkäufe, und das Fernsehen wurde als Unterhaltungsmedium noch populärer und attraktiver für die breite Bevölkerung.

9. Oktober 1967

Bolivien: Tod von „Che Guevara“

Ernesto ‘Che’ Guevara, Revolutionär und Symbol des Widerstands, wurde in Bolivien gefangen genommen und getötet. Nachdem seine Guerillabewegung von der bolivianischen Armee aufgespürt worden war, wurde er in einem Feuergefecht verwundet und gefangen. Unter Anweisung der bolivianischen Regierung, unterstützt durch die USA, wurde er am Folgetag in einer Schule im Dorf La Higuera exekutiert. Guevaras Tod machte ihn zum Märtyrer und verstärkte sein weltweites Ansehen als Symbol für Revolution und soziale Gerechtigkeit. Sein Vermächtnis inspiriert Bewegungen bis heute.

15. Oktober 1967

Heintje singt „Mama“ im deutschen Fernsehen

Heintje, geboren als Hendrik Nikolaas Theodoor Simons in Heerlen, wurde durch seinen Hit “Mama” (1967) berühmt, den er erstmals in der ZDF-Show Der goldene Schuß präsentierte. Entdeckt vom niederländischen Produzenten Addy Kleijngeld, begann Heintje seine Karriere nach einem Talentwettbewerb. Mit der deutschen Version von Mama erreichte er immense Popularität im deutschsprachigen Raum. Der Titel blieb 25 Wochen in den Charts, erreichte Platz 2 und war 1968 die meistverkaufte Single in Deutschland. Heintje spielte zudem in sechs Filmen.

20. Oktober 1967

Die erste Folge von Aktenzeichen XY... ungelöst wird im ZDF ausgestrahlt

Die Sendung, konzipiert und moderiert von Eduard Zimmermann, präsentierte ungelöste Kriminalfälle in Form von nachgestellten Szenen und bat die Zuschauer um Mithilfe bei der Aufklärung. Dieses interaktive Format war damals weltweit einzigartig und entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten Fahndungssendungen im deutschen Fernsehen.

6. November 1967

Das Telekolleg wird erstmals gesendet

Das Telekolleg ist ein Bildungsfernsehprogramm des Bayerischen Rundfunks, das Erwachsenen ermöglicht, Schulabschlüsse wie das Abitur nachzuholen. Es bietet flexible Lernmöglichkeiten durch systematisch aufgebaute Fernsehsendungen und ergänzende Lehrmaterialien wie Bücher und Online-Ressourcen. Die Kurse decken Fächer wie Mathematik, Deutsch, Englisch und Naturwissenschaften ab und sind auf berufstätige Teilnehmer zugeschnitten. Prüfungen werden in Zusammenarbeit mit staatlichen Bildungseinrichtungen durchgeführt, und erfolgreiche Absolventen erhalten anerkannte Abschlüsse. Das Telekolleg fördert Chancengleichheit und soziale Mobilität, indem es Bildung für alle zugänglich macht.

3. Dezember 1967

Südafrika: erste Herztransplantation durch Christiaan Barnard

In Kapstadt vollbrachte der Chirurg Christiaan Barnard eine medizinische Sensation: Er führte die weltweit erste Herztransplantation am Menschen durch. Im Groote Schuur Hospital setzte er dem schwerkranken Louis Washkansky das Herz einer jungen Frau ein.Obwohl die technische Durchführung des Eingriffs ein voller Erfolg war, verstarb der Patient nach 18 Tagen an einer Lungenentzündung. Barnards Pionierarbeit bewies jedoch, dass das menschliche Herz ersetzbar ist. Diese Leistung löste eine globale Revolution in der Chirurgie aus und machte Barnard weltberühmt.

1968

Oswalt Kolle. Das Wunder der Liebe – Der erste Aufklärungsfilm

Oswalt Kolles erster Aufklärungsfilm brachte das Thema Liebe und Sexualität auf eine revolutionäre Art und Weise in die Öffentlichkeit. Mit wissenschaftlicher Basis und einfühlsamer Darstellung brach er Tabus und eröffnete neue Perspektiven auf Partnerschaft, Intimität und Geschlechterrollen. Der Film zielte darauf ab, Missverständnisse abzubauen und eine offene Diskussion über Sexualität zu fördern. Trotz anfänglicher Kontroversen wurde er ein großer Erfolg und legte den Grundstein für Kolles weitere Arbeit als Pionier der sexuellen Aufklärung.

5. Januar 1968

Prager Frühling

Der Prager Frühling war eine Reformbewegung in der Tschechoslowakei, initiiert unter Alexander Dubček, um den Sozialismus zu liberalisieren und zu demokratisieren. Die Reformen umfassten Pressefreiheit, Bürgerrechte, wirtschaftliche Liberalisierung und regionale Autonomie. Diese Ideen fanden breite Unterstützung in der Bevölkerung, stießen jedoch auf starken Widerstand der Sowjetunion und des Warschauer Pakts. Die Reformbewegung wurde schließlich gewaltsam durch eine militärische Intervention des Warschauer Pakts unterdrückt. Obwohl der Prager Frühling scheiterte, bleibt er ein historisches Symbol für den Wunsch nach Freiheit, Demokratie und Reformen innerhalb eines sozialistischen Systems.

22. Februar 1968

Eröffnung des Fernsehturmes

1968 wurde der Münchner Fernsehturm, bekannt als Olympiaturm, feierlich eröffnet. Er steht im Olympiapark und ist mit seiner markanten Konstruktion ein Wahrzeichen der Stadt. Der Turm dient nicht nur als Fernseh- und Radiosendeanlage, sondern bietet mit seiner Aussichtsplattform und dem drehbaren Restaurant einen einzigartigen Blick über München und die Alpen.

11. April 1968

Studentenkravall vor der Bildzeitung

In München eskalierten 1968 die Proteste der Studentenbewegung vor der lokalen Bild-Zeitungs-Redaktion des Axel-Springer-Verlags. Auslöser war das Attentat auf Rudi Dutschke, für das viele Demonstranten die hetzerische Berichterstattung der Bild-Zeitung verantwortlich machten. Studenten blockierten die Auslieferung der Zeitung und protestierten lautstark gegen die als reaktionär empfundene Medienpolitik des Springer-Konzerns. Es kam zu Konfrontationen mit der Polizei, die gewaltsam gegen die Demonstranten vorging. Die Münchner Proteste waren Teil einer bundesweiten Bewegung, die sich gegen die alten Machtstrukturen richtete und die Forderung nach gesellschaftlicher Reform laut machte.

24. Juni 1968

Notstandsgesetze in Deutschland

Die Notstandsgesetze in Deutschland gaben der Regierung erweiterte Befugnisse in Krisenzeiten wie Kriegen oder Naturkatastrophen. Dazu gehörten Einschränkungen von Grundrechten, der Einsatz der Bundeswehr im Inland und die Übertragung von Gesetzgebungsbefugnissen auf den Bund. Sie stießen auf großen Widerstand, vor allem von der außerparlamentarischen Opposition und der 68er-Bewegung, die einen Missbrauch der Macht und eine Gefährdung der Demokratie befürchteten. Trotz der Proteste wurden die Gesetze letztlich verabschiedet und traten in Kraft.

1. August 1968

Atomwaffensperrvertrag zwischen USA und Sowjetunion

13. Februar 1969

Die erste Herztransplantation in Deutschland

In München wurde erstmals ein menschliches Herz transplantiert. Ein Ärzteteam unter der Leitung von Professor Rudolf Zenker führte den Eingriff im Klinikum rechts der Isar durch. Der Patient litt an schwerer Herzinsuffizienz, doch sein Körper stieß das neue Organ schnell ab. Nur 27 Stunden nach der Operation verstarb er. Trotz des tragischen Verlaufs war die Transplantation ein medizinischer Durchbruch und ebnete den Weg für spätere Erfolge. Jahre später gelang in München eine erfolgreiche Herztransplantation.

20. Juli 1969

Erste Mondlandung

Am 20. Juli 1969 landete die Apollo-11-Mission der NASA erfolgreich auf dem Mond. Neil Armstrong und Buzz Aldrin betraten als erste Menschen die Mondoberfläche, während Michael Collins im Kommandomodul um den Mond kreiste. Armstrongs berühmte Worte „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit“ wurden weltweit übertragen. Die Mondlandung markierte einen historischen Meilenstein in der Raumfahrtgeschichte und den Höhepunkt des Wettlaufs zwischen den USA und der Sowjetunion im Kalten Krieg.

9. November 1969

Einweihung des Holocaust -Mahnmals an der Herzog-Max-Straße

An dem Standort der früheren Hauptsynagoge (Herzog-Max-Straße) wurde der Gedenkstein zum Gedenken an die jüdischen Opfer des Holocaust in München, eingeweiht.

1970

Die erste LED-Uhr

Die weltweit erste LED-Armbanduhr, “Pulsar”, wurde von der Hamilton Watch Company in Zusammenarbeit mit Electro/Data Inc. entwickelt. Sie wurde 1972 auf den Markt gebracht. Pulsar kostete damals etwa 2.100 USD (heute über 10.000 USD inflationsbereinigt) und galt als Luxusprodukt.

1970

Die erste Tiefkühlpizza: Italienisches Flair für deutsche Küchen

Die erste Tiefkühlpizza in Deutschland, 1970 von Dr. Oetker unter dem Namen „Pizza alla Romana“ eingeführt, basierte auf einer Erfindung des italienischen Bäckers Romano Freddi. Sie bestand aus einem dünnen Boden, Tomatensauce, Käse und wenigen Belägen wie Salami oder Pilzen. Diese Pizza brachte italienisches Flair in deutsche Küchen und überzeugte durch ihre einfache Zubereitung und lange Haltbarkeit. Sie war ein Vorreiter der heutigen Tiefkühlpizzen und machte schnelle, schmackhafte Mahlzeiten für jedermann zugänglich.

10. Februar 1970

Versuchte Entführung eine EL AL Maschine

Palästinensische Attentäter zündeten nach der Landung einer EL AL-Maschine Sprengsätze im Transitbereich und vor dem Flughafengebäude in München-Riem. Sie eröffneten das Feuer auf israelische Passagiere und Polizisten. Der Fluggast Arie Katzenstein opferte sein Leben, indem er sich auf einen Sprengsatz warf und so viele andere rettete. Bei dem Angriff wurden elf weitere Menschen, darunter der Vater des Opfers, Heinz Katzenstein, teils schwer verletzt.

13. Februar 1970

Brandanschlag auf das jüdisches Altersheim

Im Jahr 1970 ereignete sich in der Reichenbachstraße in München ein verheerender Brandanschlag auf das jüdische Altersheim. Dieses Ereignis war ein schockierender Akt des Antisemitismus, der tiefgreifende Sorgen über Hass und Intoleranz in der Gesellschaft aufwarf. Der Anschlag hinterließ nicht nur materielle Zerstörung, sondern auch eine nachhaltige psychische Belastung für die Bewohner, deren Familien und die gesamte jüdische Gemeinschaft in München. Es starben sieben Menschen die alle Überlebende der Konzentrationslager waren.  

31. Juli 1970

Herabsenkung des Wahlalters

Die Herabsetzung des Wahlalters in Deutschland ermöglichte es jungen Menschen, bereits ab 18 Jahren an Bundestagswahlen teilzunehmen. Zuvor lag das aktive Wahlalter höher, doch durch die Änderung erhielten Jugendliche früher das Recht, politisch mitzubestimmen. Diese Reform spiegelte den gesellschaftlichen Wandel und das zunehmende Bedürfnis wider, junge Menschen stärker in politische Prozesse einzubeziehen. Das passive Wahlalter, also das Mindestalter, um selbst gewählt zu werden, wurde auf 21 Jahre festgelegt.

31. Oktober 1970

Der Weg zur Gleichberechtigung: Aufhebung des Frauenfußballverbots

Seit 1955 hatte der DFB Frauenfußball offiziell verboten, da dieser „unsportlich“ sei und gesundheitliche Risiken bergen würde. Frauenfußballvereine durften nicht mehr Teil des DFB sein oder dessen Infrastruktur nutzen. Trotzdem wurde inoffiziell weitergespielt, und der Druck auf den Verband wuchs. Mit der Aufhebung des Verbots 1970 konnten Frauenmannschaften offiziell Teil des organisierten Fußballs in Deutschland werden, was den Weg für die Entwicklung des modernen Frauenfußballs ebnete. 

7. Dezember 1970

Der Kniefall von Willy Brandt

Vor dem Ehrenmal für die Toten des jüdischen Ghettos sank der damalige Bundeskanzler unerwartet auf die Knie. Diese spontane, nonverbale Geste der Demut und Reue war ein kraftvolles Symbol für die Bitte um Vergebung für die Verbrechen der Nationalsozialisten.Obwohl der Kniefall im Ausland als historisches Zeichen der Versöhnung gefeiert wurde, löste er in Westdeutschland zunächst heftige innenpolitische Debatten aus. Dennoch ebnete diese Tat den Weg für die neue Ostpolitik und Brandt erhielt im Folgejahr den Friedensnobelpreis.

1971

Rücktritt Walter Ulbrichts; Nachfolger Erich Honecker

Im Jahr 1971 trat Walter Ulbricht, der langjährige Vorsitzende des Staatsrates der DDR, zurück. Sein Nachfolger wurde Erich Honecker. Dieser Machtwechsel markierte eine wichtige politische Veränderung in der Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und hatte Auswirkungen auf die Politik und Führung des Landes in den folgenden Jahren.

1971

Erste Geldautomaten in München

Die ersten Geldautomaten in München wurden von großen Banken wie der Deutschen Bank und der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank eingeführt. Sie ermöglichten erstmals den Zugang zu Bargeld unabhängig von Banköffnungszeiten. Zunächst an zentralen Standorten wie Bankfilialen oder Bahnhöfen aufgestellt, richteten sie sich vor allem an wohlhabendere Kunden. Die Geräte waren auf einfache Bargeldabhebungen begrenzt und nutzten Magnet- oder Lochkarten. Trotz anfänglicher Skepsis wurden sie zu einem bedeutenden Schritt in der Automatisierung des Bankwesens.

13. Mai 1971

Dalli Dalli: Kult-Show von Hans Rosenthal

Dalli Dalli, erstmals 1971 im ZDF ausgestrahlt, wurde unter der Moderation von Hans Rosenthal zu einer der prägendsten Quizshows im deutschen Fernsehen. Die Mischung aus Tempo, Humor und kreativen Spielen zog Millionen Zuschauer in ihren Bann. Rosenthal begeisterte mit seiner ikonischen Frage „Sie sind der Meinung, das war spitze!“ und seinem legendären Luftsprung. Kandidaten lieferten sich spannende Duelle in Wissen, Geschick und Schnelligkeit. Rosenthals warmherzige Art und sein einzigartiger Stil machten die Show zu einem TV-Klassiker, der bis heute unvergessen bleibt.

4. Oktober 1971

Banküberfall mit Geiselnahme

Der Banküberfall mit Geiselnahme auf die Deutsche Bank in der Prinzregentenstraße in München 1971 endete tragisch mit dem Tod der Geisel Ingrid Reppel und des Geiselnehmers Hans-Georg Rammelmayr. Dieses Ereignis markierte den ersten derartigen Vorfall in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Die Situation eskalierte trotz der Anwesenheit von unerfahrenen Polizeikräften und tausenden Schaulustigen, was die Einsatzleitung vor erhebliche Herausforderungen stellte und zu einem fatalen Ausgang führte.

19. Oktober 1971

Erste U-Bahneröffnung in München - Goetheplatz - Kieferngarten

4. Dezember 1971

Erster McDonalds wird eröffnet

Das erste McDonald's-Restaurant in Deutschland wurde in München, Martin-Luther-Straße 13, eröffnet. Dies markierte den Beginn der Präsenz von McDonald's in Deutschland, einer weltweit bekannten Fast-Food-Kette, die sich seitdem stark im deutschen Markt etabliert hat.

1972

Watergate-Affäre

Die Watergate-Affäre war ein politischer Skandal in den USA, der zum Rücktritt von Präsident Nixon führte. Ausgelöst durch einen Einbruch im Democratic National Committee im Watergate-Komplex, enthüllte die Affäre eine Reihe illegaler Aktivitäten und Vertuschungsversuche der Nixon-Administration. Untersuchungen offenbarten Nixon's direkte Beteiligung, worauf er 1974 zurücktrat, um einer Amtsenthebung zu entgehen. Dies markierte das erste Mal, dass ein US-Präsident zurücktrat und erschütterte das Vertrauen in die politische Integrität des Landes.

27. April 1972

Mißtrauensvotum gegen Willy Brand

Das Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Willy Brandt war ein gescheiterter Versuch der CDU/CSU, Brandt durch Rainer Barzel zu ersetzen. Dieses knapp gescheiterte Votum stärkte Brandts Position, da es offenbarte, dass er auch innerhalb des Bundestages eine Mehrheit hatte. Der Versuch verdeutlichte zudem die politischen Spannungen während Brandts Ostpolitik, die auf Entspannung im Kalten Krieg abzielte.

31. Juni 1972

Oberbürgermeister Vogel eröffnet die Fußgängerzone

Als seine letze Amtshandung eröffnete Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel die Fußgängerzone und enthüllte eine Gedenktafel für den bereits verstorbenen Herbert Jensen im Karlstor.

5. September 1972

Geiselnahme der israelischen Sportler

Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September nahmen israelische Sportler als Geiseln.  Der Befreiungsversuch der deutschen Behörden in Fürstenfeldbruck endete in einer Katastrophe: Alle elf israelischen Geiseln, ein Polizist und fünf palästinensische Terroristen starben.

12. April 1973

Unglück im Löwenbräukeller

Bei einer Veranstaltung der Jugendzeitschrift Bravo starben im Gedränge zwei Mädchen und 24 Jugendliche wurden zum Teil schwer verletzt.

2. Mai 1973

Die erstmalige Belieferung mit Importgas aus der Sowjetunion beginnt

Die erstmalige Belieferung Deutschlands mit Importgas aus der Sowjetunion beginnt, ein Meilenstein in der Energiepolitik und den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Westen und dem Ostblock. Dieses Ereignis markierte den Start einer langfristigen Energiepartnerschaft, die die Energieversorgung Deutschlands diversifizierte und die Abhängigkeit von Öl reduzierte, besonders relevant während der Ölkrise in den 1970er Jahren.

18. September 1973

Aufnahme von Bundesrepublik und DDR in die UNO

Die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) wurden gleichzeitig in die Vereinten Nationen (UNO) aufgenommen, was einen wichtigen Schritt in der Annäherung beider deutscher Staaten darstellte und ihre internationale Anerkennung markierte. Diese Aufnahme symbolisierte den Höhepunkt der Entspannungspolitik im Kalten Krieg und verstärkte das Engagement beider deutscher Staaten für die internationale Diplomatie und Zusammenarbeit.

6. Oktober 1973

4. arabisch-israelischen Krieg ('Jom-Kippur-Krieg')

Im Jom-Kippur-Krieg griffen Ägypten und Syrien überraschend Israel an, um verlorenes Territorium zurückzugewinnen. Der Konflikt führte zu intensiven Kämpfen und provozierte eine weltweite Energiekrise durch das darauf folgende Ölembargo der arabischen Staaten. Trotz anfänglicher Erfolge der Angreifer konnte Israel die Angriffe zurückschlagen. Der Krieg endete mit einem Waffenstillstand, der den Status quo weitgehend wiederherstellte, aber zu nachhaltigen politischen Veränderungen in der Region führte.

25. November 1973

Autofreie Sonntage

Während der Ölkrise 1973 führte Deutschland autofreie Sonntage ein, um den Treibstoffverbrauch zu senken. An vier Sonntagen, dem 25. November sowie dem 2., 9. und 16. Dezember 1973, war der private Autoverkehr im ganzen Land verboten. Diese Maßnahme verdeutlichte die Ernsthaftigkeit der Energiekrise und veränderte das Straßenbild dramatisch: Statt Autos füllten Fußgänger, Radfahrer und öffentlicher Verkehr die sonst stark befahrenen Straßen. Die autofreien Sonntage prägten das Bewusstsein für Energieeinsparung und Umweltschutz nachhaltig.

1974

Polaroid

Die Polaroid SX-70, 1972 eingeführt, war die erste faltbare Spiegelreflex-Sofortbildkamera und wurde schnell zu einem Meilenstein der Fotografie. In Deutschland kam sie kurz darauf auf den Markt und begeisterte durch ihr elegantes Design und die innovative Technologie, die farbige Sofortbilder ohne chemische Nachbearbeitung ermöglichte. Die Kamera wurde vor allem in den 1970er Jahren zum Statussymbol und populär bei Künstlern und Hobbyfotografen. Ihre Vielseitigkeit und die kreativen Möglichkeiten machten die SX-70 zu einer Ikone der Sofortbildfotografie.

17. Januar 1974

Uri Geller beeindruckt in deutscher Fernsehshow

In der Wim-Thoelke-Show „Drei mal Neun“ präsentierte Uri Geller seine vermeintlichen übersinnlichen Fähigkeiten. Er demonstrierte das angebliche Verbiegen von Löffeln allein durch Gedanken und forderte die Zuschauer auf, defekte Uhren hervorzuholen, die danach wieder zu funktionieren schienen. Der Auftritt faszinierte ein breites Publikum und führte zu intensiven Diskussionen über die Existenz übersinnlicher Kräfte. Kritiker vermuteten jedoch, dass es sich um geschickte Tricks handelte. Gellers Darbietung wurde zu einem der bekanntesten TV-Momente dieser Zeit.

9. August 1974

Rücktritt Richard Nixons

Richard Nixon, der 37. Präsident der Vereinigten Staaten, trat 1974 zurück, um einer fast sicheren Amtsenthebung zu entgehen. Sein Rücktritt stand im Zusammenhang mit dem Watergate-Skandal, einer politischen Affäre, die durch Einbrüche und den anschließenden Versuch der Vertuschung gekennzeichnet war. Nixons Rücktritt war beispiellos in der amerikanischen Geschichte und hinterließ dauerhafte Auswirkungen auf das politische Vertrauen in die USA.

17. Oktober 1974

Erster IKEA in Deutschland

Der erste IKEA in Deutschland wurde in Eching bei München eröffnet und war die erste Filiale außerhalb Skandinaviens. Mit seinem Konzept aus erschwinglichen, modernen Möbeln im Baukastensystem und der Möglichkeit zur Selbstmontage revolutionierte IKEA die Möbelbranche. Die Filiale in Eching stieß auf großes Interesse und wurde zum Ausgangspunkt für das erfolgreiche Wachstum des schwedischen Möbelhauses in Deutschland. Das innovative Einkaufserlebnis mit Ausstellungen, Selbstbedienung und Mitnahmelager setzte neue Maßstäbe und machte IKEA zu einer beliebten Marke im Möbelhandel.

30. Oktober 1974

Medienereignis des Jahrhunderts: Ali bezwingt Foreman

Der spektakuläre Schwergewichtskampf in Kinshasa wurde weltweit live übertragen und entwickelte sich zu einem globalen Medienereignis. Auch in Deutschland war die Aufmerksamkeit riesig: Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen berichteten ausführlich über Muhammad Alis sensationellen K.o.-Sieg gegen George Foreman in der 8. Runde. Die ungewöhnliche Taktik und Alis Charisma faszinierten Millionen. Der Kampf wurde nicht nur sportlich gefeiert, sondern machte Ali endgültig zur internationalen Ikone – auch jenseits des Boxrings.

1975

KSZE Schlußakte

Die Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), unterzeichnet im August 1975 in Helsinki, markierte einen bedeutenden Moment im Kalten Krieg. Sie wurde von 35 Staaten, einschließlich der USA, der Sowjetunion und aller europäischen Länder (außer Albanien), unterzeichnet. Die Akte bekräftigte die Bedeutung von Menschenrechten, Souveränität, und der friedlichen Beilegung von Konflikten, legte den Grundstein für die spätere OSZE.

1. Januar 1975

Zigarettenwerbung wird verboten

In Deutschland wurde die Zigarettenwerbung im Fernsehen verboten, um den Tabakkonsum zu reduzieren und die öffentliche Gesundheit zu schützen. Das Verbot zielte darauf ab, insbesondere junge Menschen vor den schädlichen Auswirkungen des Rauchens zu bewahren und den Einfluss der Werbung auf das Raucherverhalten zu minimieren. Es war ein bedeutender Schritt im Kampf gegen den Tabakkonsum.

7. März 1975

Eisenbahnunglück von Allach

Das Eisenbahnunglück von Allach war ein schweres Zugunglück in der Nähe von München, Deutschland. Dabei kollidierte ein Regionalzug mit einem Güterzug, was zu tragischen Folgen führte, darunter 41 Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Das Unglück führte zu eingehenden Sicherheitsuntersuchungen und zur Verbesserung der Sicherheitsstandards im Schienenverkehr.

April 1975

Beginn des libanesischen Bürgerkriegs

Der libanesische Bürgerkrieg begann im April 1975 und war ein komplexer Konflikt, der verschiedene religiöse und ethnische Gruppen des Landes umfasste. Auslöser waren soziale Ungleichheiten, politische Spaltungen sowie regionale und internationale Einflüsse, einschließlich Spannungen zwischen Christen und Muslimen. Der Krieg dauerte bis 1990, führte zu massiven Verlusten an Menschenleben, umfassender Zerstörung und hinterließ tiefe Narben in der libanesischen Gesellschaft und Infrastruktur.

November 1975

Spanien wird parlamentarische Monarchie

Nach dem Tod des Diktators Francisco Franco im November 1975 leitete Spanien den Übergang von einer Diktatur zu einer parlamentarischen Monarchie ein. König Juan Carlos I. spielte eine Schlüsselrolle bei der demokratischen Transition, indem er Reformen unterstützte, die zur Verabschiedung der neuen spanischen Verfassung von 1978 führten. Diese Transformation festigte Spaniens Demokratie und legte den Grundstein für ein modernes, parlamentarisches System.

1976

Einführung des ersten Tastentelefons in Deutschland

Das erste massentaugliche Tastentelefon in Deutschland wurde 1976 mit dem Modell v eingeführt. Es war das erste Telefon, das das Tonwahlverfahren (MFV) unterstützte und damit eine schnellere und komfortablere Alternative zur Wählscheibe bot. Ursprünglich in klassischen Farben wie Elfenbein oder Grau gestaltet, wurde das FeTAp 751 bald ein vertrauter Anblick in deutschen Haushalten. Die Einführung dieses Geräts markierte den Beginn einer neuen Ära in der deutschen Telekommunikation und bereitete den Weg für innovative Telefonanlagen.

1. Januar 1976

Einführung der Sicherheitsgurtpflicht

Die Sicherheitsgurtpflicht begann 1976 in Deutschland für die Vordersitze von Neufahrzeugen. Dies war ein Schritt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und zur Reduzierung von Verletzungen bei Autounfällen.Ab dem 1. Januar 1984 wurde die Sicherheitsgurtpflicht auf alle Pkw-Insassen ausgedehnt, sowohl auf den Vorder- als auch auf den Rücksitzen.

16. Juni 1976

Der Soweto-Aufstand: Ein Wendepunkt im Kampf gegen die Apartheid in Südafrika

Der Soweto-Aufstand von 1976 war eine wichtige politische Demonstration gegen das Apartheidssystem in Südafrika. Am 16. Juni 1976 protestierten Schüler und Schülerinnen in Soweto, einem Vorort von Johannesburg, gegen die Einführung von Afrikaans als Unterrichtssprache in schwarzen Schulen. Die Polizei reagierte brutal, tötete viele Demonstranten und löste landesweite Unruhen aus. Der Aufstand hatte eine große symbolische Bedeutung im Kampf gegen die Rassentrennung und trug zur internationalen Isolation des Apartheid-Regimes bei.

Juli 1976

Giftgaskatastrophe in Seveso (Italien)

In Seveso, Italien, ereignete sich eine Giftgaskatastrophe. Dabei kam es in einer chemischen Fabrik zu einem Austritt von Dioxin, einer hochgiftigen Chemikalie. Tausende Menschen wurden evakuiert, und die Katastrophe führte zu Umweltauflagen und verstärkten Sicherheitsvorschriften in der chemischen Industrie.

1977

Bau des Cosimawellenbades als Freizeitbad

Es ist das einzige Wellenbad Münchens, besitz eine vorgeschaltete Ozonstufe zur Wasseraufbereitung und ein Heißspruderlbecken im Freien.

1. Juli 1977

Eherechtsreform

Die c von 1977 änderte das deutsche Familienrecht grundlegend und definierte die Ehe als gleichberechtigte Partnerschaft. Sie hob die Verpflichtung der Ehefrau zur Haushaltsführung auf und betonte die gemeinsame Verantwortung beider Ehepartner. Zudem wurde das Verschuldensprinzip bei Scheidungen durch das Zerrüttungsprinzip ersetzt, wodurch nicht mehr die Schuldfrage, sondern das Scheitern der Ehe im Mittelpunkt stand. Ein weiterer zentraler Punkt war die Einführung des Zugewinnausgleichs, der eine gerechte Aufteilung des während der Ehe erworbenen Vermögens sicherstellte.

5. September 1977

Entführung des Arbeitgeberfunktionärs Hanns Martin Schleyer durch die RAF

Die Entführung von Hanns Martin Schleyer, einem führenden deutschen Arbeitgeberfunktionär, durch die Rote Armee Fraktion (RAF) markierte einen Höhepunkt im "Deutschen Herbst". Die RAF forderte die Freilassung inhaftierter Mitglieder. Schleyers Fahrzeug wurde überfallen, seine Begleiter getötet, und er wurde mehrere Wochen gefangen gehalten. Parallel erhöhte die Entführung eines Lufthansa-Flugzeugs den Druck auf die Regierung. Nach dem Suizid der geforderten RAF-Gefangenen wurde Schleyer ermordet aufgefunden, was die brutale Realität des RAF-Terrorismus unterstrich.

13. Oktober 1977

Entführung der „Landshut“

18. Oktober 1977

Ermordung Hanns Martin Schleyers

Hanns Martin Schleyer wurde im Zuge seiner Entführung durch die Rote Armee Fraktion (RAF) im Herbst 1977 ermordet. Nach mehr als einem Monat in Gefangenschaft und erfolglosen Verhandlungen um die Freilassung inhaftierter RAF-Mitglieder wurde Schleyer von seinen Entführern getötet. Sein Leichnam wurde am 19. Oktober 1977 in einem Auto im elsässischen Mülhausen gefunden. Diese Tat war Teil des "Deutschen Herbstes", einer Reihe von terroristischen Aktionen der RAF, die Deutschland in eine tiefe politische und gesellschaftliche Krise stürzte.

19. November 1977

Der ägyptische Präsident Sadat reist nach Jerusalem

Der ägyptische Präsident Anwar Sadat unternahm einen historischen Besuch in Jerusalem, als erster arabischer Staatsführer, der Israel offiziell besuchte. Sadats Rede vor der Knesset war ein mutiger Schritt zur Friedenssuche und legte den Grundstein für die späteren Camp-David-Abkommen. Dieser Besuch markierte einen Wendepunkt in den arabisch-israelischen Beziehungen und führte zum Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel 1979.

April 1978

Baubeginn des Kulturzentrums am Gasteig

1978 begann der Bau des Kulturzentrums am Gasteig in München, das als zentraler Ort für Kultur, Bildung und Veranstaltungen geplant war. Es entstand auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei und sollte mehrere Institutionen wie die Stadtbibliothek, die Münchner Philharmoniker und die Volkshochschule unter einem Dach vereinen. Der moderne Baukörper mit seiner markanten Architektur wurde zum kulturellen Mittelpunkt der Stadt. Mit dem Gasteig wurde ein innovativer Raum für Begegnung und kulturelle Vielfalt geschaffen.

9. Mai 1978

Der entführte christdemokratische Parteichef Aldo Moro wird von Roten Brigaden ermordet

Im März 1978 entführten die Roten Brigaden, eine linksradikale Terrorgruppe, den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten und christdemokratischen Parteichef Aldo Moro, um politische Zugeständnisse zu erpressen. Nach 55 Tagen in Gefangenschaft wurde Moro am 9. Mai 1978 ermordet aufgefunden. Sein Tod erschütterte Italien tief und markierte einen der dunkelsten Momente der italienischen Nachkriegsgeschichte, der die politische Landschaft und die Gesellschaft nachhaltig prägte.

14. Juli 1978

Der Stadtrat beschließt die Begrünung des Königsplatzes

26. September 1978

CSU gegen Frauen in technischen Berufen

Mit der Stimmmehrheit der CSU wurde beschlossen, Frauen im technischen Handwerk nicht zuzulassen. Grundlage war die Einschätzung eines Betriebsarztes, der behauptete, die weibliche Hand sei aufgrund eines kürzeren Daumens und eines längeren Zeigefingers ungeeignet für solche Tätigkeiten. Der Beschluss betraf 30 weibliche Lehranwärterinnen und führte zu erheblicher Kritik. Viele sahen darin einen Rückschritt für Gleichberechtigung und Chancengleichheit, da der Zugang zu technischen Berufen auf veralteten Geschlechterrollen basierte.

16. Oktober 1978

Papst Johannes Paul II.

Karol Józef Wojtyła wird als Papst Johannes Paul II. inthronisiert und war der erste nicht-italienische Papst seit 455 Jahren. Seine Amtszeit, die bis zu seinem Tod im Jahr 2005 andauerte, war geprägt von Bemühungen um Weltfrieden, interreligiösen Dialog und die Verteidigung der Menschenrechte. Sein charismatisches Auftreten und seine vielen Reisen machten ihn zu einer der einflussreichsten Figuren des 20. Jahrhunderts.

16. Januar 1979

Sturz des Schahs; informeller Machthaber Ayatollah Chomeini

Im Jahr 1979 wurde der Schah von Iran, Mohammad Reza Pahlavi, durch die Islamische Revolution gestürzt, die maßgeblich von Ayatollah Ruhollah Khomeini angeführt wurde. Khomeini kehrte im Februar aus dem Exil zurück und übernahm rasch die Kontrolle, indem er die Islamische Republik ausrief. Diese tiefgreifende Veränderung transformierte die politische Landschaft des Iran, führte zur Etablierung eines theokratischen Regimes und beeinflusste die globalen geopolitischen Verhältnisse.

22. Januar 1979

Der Film Holocaust

Die Sserie "Holocaust" hatte bedeutende Auswirkungen auf das Bewusstsein und die Erinnerungskultur in Deutschland. Vor ihrer Ausstrahlung war der Holocaust in der deutschen Öffentlichkeit ein relativ unterrepräsentiertes Thema. Die Serie führte zu einer breiten öffentlichen Diskussion und bewirkte eine verstärkte Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. Historiker und Medienwissenschaftler betrachten "Holocaust" als einen Wendepunkt, der das kollektive Gedächtnis Deutschlands beeinflusste und die Wege ebnete für die Implementierung von Holocaust-Gedenkstätten und Bildungsprogrammen. Die emotionale Darstellung individueller Schicksale half, das Bewusstsein für die persönlichen Auswirkungen des Holocaust zu schärfen und förderte eine tiefere gesellschaftliche Reflexion über die Verbrechen des Nationalsozialismus.

26. März 1979

Ägyptisch-israelischer Friedenschluß

Der ägyptisch-israelische Friedensschluss, auch bekannt als Camp-David-Abkommen von 1978, markierte einen historischen Wendepunkt im Nahen Osten. Das Abkommen führte zum ersten Friedensvertrag zwischen Israel und einem seiner arabischen Nachbarn, Ägypten, im Jahr 1979. Eine Schlüsselkomponente des Vertrages war der vorgesehene Rückzug Israels von der Sinai-Halbinsel, die es seit dem Sechstagekrieg 1967 besetzt hielt. Dieser Schritt war entscheidend für die Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern und ebnete den Weg für weitere Friedensinitiativen in der Region.

4. November 1979

Besetzung der US-Botschaft in Teheran

Iranische Studenten stürmen  die US-Botschaft in Teheran und nahmen 52 amerikanische Diplomaten und Mitarbeiter als Geiseln. Die Geiselnahme, eine direkte Reaktion auf die US-Unterstützung des gestürzten Schahs von Iran, dauerte 444 Tage. Dieses Ereignis verschärfte die US-iranischen Beziehungen nachhaltig und führte zu einer schweren Krise zwischen den beiden Ländern während der Amtszeit von US-Präsident Carter.

24. November 1979

MediaMarkt: Der Start einer Erfolgsgeschichte

Der erste MediaMarkt wurde in München eröffnet und markierte den Beginn einer neuen Ära im Einzelhandel für Elektronikprodukte. Mit einem innovativen Konzept bot das Unternehmen eine riesige Auswahl an Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräten und IT-Produkten unter einem Dach an. Ziel war es, Kunden durch günstige Preise, eine übersichtliche Präsentation und kompetente Beratung zu überzeugen. Dieses Modell revolutionierte den Elektronikhandel und wurde zum Vorbild für zahlreiche Märkte europaweit. MediaMarkt etablierte sich schnell als führende Marke im Technikbereich.

1980

Bekanntgabe des Bauprojekts der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf

Die Bekanntgabe der Pläne zum Bau der Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf durch die Bayerische Staatsregierung löste eine breite gesellschaftliche Debatte über die Nutzung der Atomenergie aus. Dieser Schritt führte zur Mobilisierung von Umweltschützern, lokalen Bürgerinitiativen und einer wachsenden Zahl von Atomkraftgegnern, die sich gegen das Projekt und die damit verbundenen ökologischen sowie sicherheitstechnischen Bedenken stark machten.

1980

Der Zauberwürfel kommt auf den Markt

Der Zauberwürfel, international bekannt als Rubik's Cube, erfunden von Ernő Rubik im Jahr 1974, kam Anfang der 1980er Jahre in Deutschland auf den Markt. Der genaue Zeitpunkt der Markteinführung in Deutschland lässt sich schwer auf ein spezifisches Datum festlegen, aber die weltweite Popularität des Zauberwürfels und seine Verbreitung in Europa und Nordamerika erreichten ihren Höhepunkt in den frühen 1980er Jahren, kurz nachdem der Würfel 1980 international vorgestellt wurde. In diesem Zeitraum begann der Zauberwürfel, ein weltweit bekanntes Spielzeug und Puzzle zu werden, einschließlich seiner Verfügbarkeit in Deutschland.

13. Januar 1980

Formierung der 'Grünen' als politische Partei

Die Grünen, eine politische Partei in Deutschland, formierten sich 1980 aus einer Bewegung, die Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Friedenspolitik in den Vordergrund rückte. Sie vereinte Aktivisten aus Umweltgruppen, Friedensbewegungen und anderen progressiven Initiativen, um politische Veränderungen durch parlamentarische Arbeit zu erreichen.

6. April 1980

Erste und spätere Einführung der Sommerzeit

Während des Ersten Weltkriegs führte Deutschland die Sommerzeit ein, um Kohle zu sparen und das Tageslicht besser zu nutzen. Die Uhren wurden eine Stunde vorgestellt, was jedoch nach Kriegsende wieder aufgehoben wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Regelung erneut eingeführt und später erneut abgeschafft. Erst infolge der Energiekrise der siebziger Jahre kehrte die Sommerzeit dauerhaft zurück. Seit den neunziger Jahren gilt in der gesamten Europäischen Union eine einheitliche Sommerzeitregelung.

4. Mai 1980

Tod Titos

Der Tod von Josip Broz Tito markierte das Ende einer Ära für Jugoslawien. Als charismatischer Staatschef hielt er den Vielvölkerstaat durch seine starke Führung und eine Politik der Blockfreiheit zusammen. Seine unabhängige Haltung gegenüber der Sowjetunion und sein Engagement für die Blockfreienbewegung machten ihn international bekannt. Nach seinem Tod geriet Jugoslawien in politische und ethnische Spannungen, die später zum Zerfall des Landes und zu den Balkankriegen führten. Sein Vermächtnis bleibt bis heute umstritten.

28. Juni 1980

Erster CSD in München

Der erste Christopher Street Day in München war ein Meilenstein für die Sichtbarkeit der queeren Community. Eine kleine Gruppe mutiger Menschen ging erstmals öffentlich auf die Straße, um gegen Diskriminierung zu protestieren und Gleichberechtigung einzufordern. Die Demonstration führte durch die Innenstadt und endete in einem gemeinsamen Fest im Englischen Garten. Aus dieser anfänglichen Aktion entwickelte sich über die Jahre ein buntes, politisches und kulturelles Großereignis, das Vielfalt feiert und ein starkes Zeichen für Toleranz setzt.

2. August 1980

Anschlag von Bologna

Eine Bombe explodierte im Hauptbahnhof von Bologna und verursachte eine der schwersten Gewalttaten in Europa nach 1945. Die Detonation zerstörte Teile des Gebäudes und traf auch einen vorbeifahrenden Zug. Insgesamt starben 85 Menschen, mehr als 200 wurden verletzt. Verantwortlich war die neofaschistische Terrorgruppe Nuclei Armati Rivoluzionari. Ziel war es, mit brutaler Gewalt Angst zu verbreiten und politische Instabilität zu fördern. Später wurden führende Mitglieder der Gruppe zu lebenslanger Haft verurteilt.

22. September 1980

Erster Golfkrieg (Irak–Iran-Krieg)

22. September 1980: Irak beginnt Invasion des Iran → Beginn des Krieges.1982: Iranische Gegenoffensive, Rückeroberung der besetzten Gebiete.1984–1987: „Tankerkrieg“ im Persischen Golf, Angriffe auf Öltransporte.16. März 1988: Giftgasangriff auf Halabdscha (ca. 5.000 Tote).20. August 1988: Waffenstillstand unter Vermittlung der UN (Resolution 598).   

18. November 1980

Besuch von Papst Johannes Paul II.

Papst Johannes Paul II. besuchte München während seiner ersten Pastoralreise nach Deutschland. Tausende Gläubige begleiteten den Besuch, der im Zeichen des Dialogs und der Einheit der Kirche stand. Er zelebrierte eine Messe im Olympiastadion und besuchte bedeutende religiöse Stätten der Stadt. Der Aufenthalt war geprägt von einer Botschaft der Hoffnung und des Friedens, die weit über die Grenzen Münchens hinaus wirkte und die Verbundenheit zwischen dem Papst und den deutschen Katholiken stärkte.

1981

Erste Proteste gegen die WAA Wackersdorf

Nach der Bekanntgabe der Pläne zum Bau der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf formierten sich erste Bürgerinitiativen und starteten Protestaktionen. Diese frühen Widerstände kennzeichneten den Beginn einer langjährigen Auseinandersetzung zwischen der Bevölkerung und den Behörden über die Atomenergiepolitik. Sie legten den Grundstein für eine breite, gesellschaftliche Bewegung, die sich für Umweltschutz und gegen die Risiken der Kernenergie einsetzte.

14. Februar 1981

Wetten, dass..? – Ein TV-Klassiker

Wetten, dass..?, gestartet 1981 im ZDF, ist eine der erfolgreichsten Unterhaltungsshows im deutschsprachigen Fernsehen. Die Sendung, erdacht von Frank Elstner, präsentierte originelle Wetten und prominente Gäste aus aller Welt. Unter Thomas Gottschalk erreichte sie Kultstatus und zog regelmäßig Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Von spektakulären Stunts bis hin zu humorvollen Gesprächen auf der Showcouch bot die Sendung unvergessliche Unterhaltung. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Spannung, Glamour und Unterhaltung schrieb Wetten, dass..? TV-Geschichte und bleibt ein Klassiker.

21. Februar 1981

Bombenanschlag auf die Rundfunksender Radio Free Europe und Radio Liberty

Der Anschlag wurde vom rumänischen Geheimdienst Securitate unter der Führung von Nicolae Ceaușescu organisiert. Ziel war es, die kritische Berichterstattung von Radio Free Europe und Radio Liberty über das kommunistische Regime in Rumänien zu unterbinden. Die Ausführung des Anschlags wurde dem venezolanischen Terroristen Carlos „Der Schakal“ und seinem Netzwerk übertragen. Erst nach dem Sturz Ceaușescus wurde die direkte Beteiligung Rumäniens an dem Attentat bekannt.

28. März 1981

Eröffnung der Neuen Pinakothek

Die Neue Pinakothek in München wurde am 18. März 1981 als Neubau eröffnet, nachdem das ursprüngliche Gebäude, das 1853 von König Ludwig I. erbaut wurde, im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1949 abgerissen worden war. Der Neubau wurde von dem Architekten Alexander Freiherr von Branca entworfen und zeichnet sich durch eine postmoderne Architektur mit historischen Elementen wie Rundbogenfenstern, Schlusssteinen, Erkern und Treppenhäusern aus​.

30. Juni 1981

Erstmals wird die Seifenoper „Dallas“

Dallas revolutionierte das Fernsehen mit einer Mischung aus Drama, Intrigen und Luxus. Die Serie drehte sich um die texanische Ewing-Familie, besonders um J.R. Ewing, der durch seine Rücksichtslosigkeit zum zentralen Antagonisten wurde. Konflikte um Macht, Öl und persönliche Beziehungen prägten die Handlung. Die Rivalität zwischen J.R. und seinem Bruder Bobby sorgte für emotionale Spannung. Mit einer glamourösen Inszenierung und unvergesslichen Wendungen setzte Dallas Maßstäbe und faszinierte Millionen Zuschauer, die sich von der Welt der Reichen und Mächtigen mitreißen ließen.

18. Juli 1981

Friedensengel wird entfernt

1982

Die ersten Fälle von Aids werden registriert

Die ersten bekannten Fälle von HIV in Deutschland wurden 1982 registriert. Dies markierte den Beginn der HIV/AIDS-Epidemie im Land, Teil einer weltweiten Ausbreitung, die besonders in den 1980er Jahren stark zunahm. HIV/AIDS traf verschiedene Bevölkerungsgruppen und führte zu umfassenden gesundheitlichen, sozialen und politischen Herausforderungen

14. Januar 1982

Satiresendung „Scheibenwischer“ über den Bau des Rhein-Main-Donau-Kanal

Die Satiresendung "Scheibenwischer" unter Dieter Hildebrandt karikierte 1982 den Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals. Ein Sketch zeigte Gerhard Polt, der mit Geldscheinbündeln wedelte, und Gisela Schneeberger, die Schecks an Politiker verteilte. Die satirische Darstellung thematisierte die mögliche Korruption und den Einfluss von Geld in der Politik, während Naturschutzgebiete geopfert wurden. Die Beschwerde der bayerischen Staatsregierung beim SFB wegen Unterstellungen und angeblich "bayernfeindlichem Programm" zeigt die Reaktion politischer Akteure auf satirische Kritik.

13. Juni 1982

Unruhen in Danzig, Breslau und Nowa Huta

In Polen fanden in Städten wie Danzig, Breslau und Nowa Huta massive Proteste statt, organisiert von der Solidarność-Bewegung. Die Demonstrationen waren eine Reaktion auf das repressive kommunistische Regime, das zuvor das Kriegsrecht eingeführt und Solidarność verboten hatte. Die Proteste zielten darauf ab, das Danziger Abkommen zu begehen und forderten mehrere Todesopfer durch Konfrontationen mit den staatlichen Sicherheitskräften.

17. August 1982

Entwicklung der Compact Disc: Technologische Innovation von Sony und Philips

Die Compact Disc (CD) wurde durch eine Zusammenarbeit von Sony und Philips entwickelt. Technologisch basiert die CD auf der optischen Speicherung digitaler Daten. Sie verwendet einen Laser, um digitale Audiodaten von der reflektierenden Aluminiumschicht der Kunststoffscheibe zu lesen. Die CD kann etwa 700 MB Daten speichern, was ungefähr 74 bis 80 Minuten unkomprimierter Audiodaten entspricht. Die erste kommerzielle Compact Disc wurde am 17. August 1982 in Deutschland produziert. Diese erste CD war eine Pressung von ABBA’s Album “The Visitors”.

1983

Die IGA fand im Westpark statt

Auf dem ehemaligen Brachgelände, auf der die Firma Leonhard Moll Kiesgruben und ein Quetschw4erk unterhielt, wurde eine künstliche Landschaft mit 5.000 Bäumen und 100.000 Sträuchern gestaltet.

25. April 1983

Sensation und Skandal: Die Veröffentlichung der Hitler-Tagebücher

Die Zeitschrift Stern präsentierte angeblich authentische Tagebücher Adolf Hitlers und sorgte für weltweite Schlagzeilen. Die Dokumente wurden als Sensation gefeiert, bevor sich schnell Zweifel an ihrer Echtheit regten. Experten deckten auf, dass die Tagebücher eine Fälschung waren, erstellt mit modernen Materialien und voller historischer Fehler. Der Skandal erschütterte das Vertrauen in den Journalismus und führte zu Rücktritten sowie rechtlichen Konsequenzen. Die Affäre gilt bis heute als einer der größten Medienskandale Deutschlands.

1. Januar 1984

Start des Privatfernsehens

Der Beginn des Privatfernsehens in Deutschland veränderte die Medienlandschaft grundlegend. Private Sender wie RTL und SAT.1 ergänzten das öffentlich-rechtliche Angebot, ermöglicht durch die Liberalisierung des Rundfunkmarktes. Sie finanzierten sich primär durch Werbung und boten ein breites Spektrum an Formaten, darunter Unterhaltungsshows, Serien und Reality-TV, mit starker Ausrichtung auf Einschaltquoten. Der Wettbewerb förderte Medienvielfalt, brachte jedoch auch Kritik an einer möglichen inhaltlichen Verflachung. Technologische Entwicklungen wie Kabel- und Satellitenfernsehen trugen zur Verbreitung bei und prägen das deutsche Fernsehen bis heute.

7. Januar 1984

Brandanschlag auf Diskothek „Liverpool“

Am 7. Januar 1984 ereignete sich in München ein Brandanschlag auf die Diskothek „Liverpool“. Zwei Mitglieder der Neonazi-Gruppe "Ludwig" warfen Brandsätze in den Eingangsbereich der Diskothek. Bei diesem Angriff wurden acht Personen verletzt. Eine tragische Konsequenz des Anschlags war der Tod der 20-jährigen Corinna Tartarotti, einer Angestellten der Diskothek und Tochter eines ZDF-Reporters, die an den Folgen schwerer Verbrennungen starb. Die Täter konnten zunächst fliehen und blieben unerkannt, hinterließen jedoch Beweise, die auf ihre Verbindung zur extremistischen Gruppe hinwiesen. Anfangs vermutete die Polizei, dass die Täter aus dem Zuhältermilieu stammten, bis ein Bekennerschreiben einging, in dem sich die Gruppe zu dem Anschlag bekannte.

12. Juli 1984

Hagelschlag verursacht Milliardenschäden

Im Jahr 1994 wurde München von einem schweren Hagelschlag getroffen, der zu erheblichen Schäden führte. Dieses Naturereignis zeichnete sich durch außergewöhnlich große Hagelkörner aus, die weitreichende Zerstörungen an Gebäuden, Fahrzeugen und in der Landwirtschaft verursachten. Das Hagelunwetter forderte ca. 400 Verletzte und es enstand ein Schaden von 3 Milliarden Mark. Das ist der größte Schaden den die deutschen Versicherer verzeichneten. 

19. Oktober 1984

Ermordung von Jerzy Popiełuszko

Der Solidarność-Priester Jerzy Popiełuszko wurde von polnischen Sicherheitsagenten entführt und ermordet. Popiełuszko war eine zentrale Figur des Widerstands gegen das kommunistische Regime in Polen. Seine Predigten galten als Quelle der Inspiration für die Opposition und wurden landesweit bekannt. Der Mord löste weltweit Empörung aus und stärkte die Solidarność-Bewegung, die schließlich zum Ende der kommunistischen Herrschaft beitrug. Popiełuszko wird heute als Märtyrer verehrt und ist ein Symbol für den gewaltfreien Widerstand und die Verteidigung von Menschenrechten.

1985

Die Motorradfabrik Zündapp wird demontiert und nach China verfrachtet

Diese wird in die Stadt Tianjin gebracht und dort aufgebaut.

1985

Der Durchbruch des Autotelefons für Privatnutzer

Mit der Einführung der C-Netz-Telefonie wurde mobile Kommunikation auf ein neues Niveau gehoben. Erstmals war man unter einer eigenen Rufnummer bundesweit erreichbar, und Verbindungen blieben auch beim Zellenwechsel stabil. Das Netz bot zudem die Möglichkeit, Faxe und Daten mit Geschwindigkeiten von bis zu 14.000 Bit pro Sekunde zu senden und zu empfangen. Diese Neuerungen machten das C-Netz besonders attraktiv für geschäftliche und private Nutzer und legten den Grundstein für moderne mobile Datendienste.

1985

Baubeginn der WAA Wackersdorf

Trotz anhaltender Proteste und wachsendem öffentlichen Widerstand begann der Bau der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf, ein umstrittenes Projekt zur Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen. Die Entscheidung, mit den Bauarbeiten fortzufahren, löste eine Welle der Empörung aus und intensivierte die Mobilisierung von Bürgerinitiativen und Anti-Atomkraft-Bewegungen, die sich gegen die Nutzung der Atomenergie und die damit verbundenen Risiken aussprachen.

10. März 1985

Tod Tschernenkos

Konstantin Tschernenko, Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, starb nach einer kurzen Amtszeit, die von gesundheitlichen Problemen geprägt war. Er war der letzte Vertreter der älteren sowjetischen Führungsriege, bevor eine neue Generation an die Macht kam. Mit seinem Tod begann eine Ära tiefgreifender Reformen, die den politischen und gesellschaftlichen Wandel in der Sowjetunion vorantrieben und letztlich das Ende des Kalten Krieges einleiteten.

11. März 1985

Michail Gorbatschow wird Generalsekretär der KPdSU

Michail Gorbatschow wurde Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und leitete damit eine Ära tiefgreifender Reformen ein. Er setzte auf die Politik der "Glasnost" (Offenheit) und "Perestroika" (Umstrukturierung), um die Sowjetunion wirtschaftlich zu modernisieren und die Transparenz im Staat zu erhöhen. Seine Reformen sollten die stagnierende Wirtschaft und das politische System beleben, führten jedoch auch zur zunehmenden Liberalisierung, die letztendlich zur Auflösung der Sowjetunion beitrug. Gorbatschow prägte damit das Ende des Kalten Krieges entscheidend mit.

16. Mai 1985

Entdeckung des Ozonlochs über der Antarktis

Britische Forscher entdeckten über der Antarktis eine massive Ausdünnung der Ozonschicht. Die Untersuchung zeigte, dass FCKW-Verbindungen die Hauptursache waren. Die Veröffentlichung der Daten alarmierte die internationale Gemeinschaft und führte zu globalen Schutzmaßnahmen. Das Ozonloch gilt seither als Symbol für erfolgreichen Umweltschutz durch internationales Handeln.

14. Juni 1985

Schengen-Abkommen

Das Schengener Abkommen ermöglicht den freien Personenverkehr zwischen den teilnehmenden europäischen Staaten durch den Wegfall von Grenzkontrollen an den Binnengrenzen. Stattdessen erfolgt eine verstärkte Zusammenarbeit bei Sicherheitsfragen, Visa und polizeilicher Koordination. Der sogenannte Schengen-Raum umfasst derzeit mehrere EU- und einige Nicht-EU-Staaten. Reisende können sich innerhalb dieses Raumes frei bewegen, ohne an jeder Grenze kontrolliert zu werden. In Ausnahmefällen können vorübergehend Kontrollen wiedereingeführt werden, etwa bei Sicherheitsbedrohungen oder besonderen Krisenlagen.

29. Oktober 1985

Eröffnung des neuen Kulturzentrums am Gasteig

Das Kulturzentrum wird von Bundespräsident Richard von Weizäcker eröffnet. Zur Einweihung spielen die Münchner Philharmoiker unter der Leitung von Sergiu Celibidache.

8. Dezember 1985

Die Fernsehserie

Die Fernsehserie "Lindenstraße" startete am 8. Dezember 1985 in Deutschland und wurde zu einem kulturellen Phänomen. Sie war bekannt für ihre Darstellung des Alltagslebens und griff soziale und politische Themen auf, die oft gesellschaftliche Debatten anregten. Die Serie wirkte als Spiegel der deutschen Gesellschaft und beeinflusste die Fernsehlandschaft durch ihr episodisches Echtzeitformat, bis sie im März 2020 endete.

28. Februar 1986

Stockholm: Ermordung des schwedischen Präsidenten Olof Palme

Der schwedische Ministerpräsident Olof Palme wurde in Stockholm während eines Spaziergangs mit seiner Frau erschossen. Die Tat löste weltweit Entsetzen aus und führte zu einer der umfangreichsten Ermittlungen in der Geschichte Schwedens. Trotz intensiver Untersuchungen blieb der Fall über Jahrzehnte ungeklärt. Erst später identifizierten Ermittler den mutmaßlichen Täter, der jedoch bereits verstorben war. Der Mord an Palme gilt bis heute als eines der bedeutendsten politischen Verbrechen des 20. Jahrhunderts und hinterließ ein tiefes Trauma in der schwedischen Gesellschaft.

28. Februar 1986

Challenger-Katastrophe

Die Challenger-Katastrophe war ein tragisches Unglück, bei dem das Space Shuttle Challenger kurz nach dem Start explodierte und alle sieben Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Darunter war auch die Lehrerin Christa McAuliffe, die als erste Zivilistin ins All fliegen sollte. Ursache war ein Versagen eines O-Rings in einer Feststoffrakete, ausgelöst durch ungewöhnlich kalte Temperaturen. Das Unglück führte zu einer umfassenden Untersuchung der NASA-Sicherheitsstandards und bedeutete einen tiefen Einschnitt in das US-Raumfahrtprogramm. Die Katastrophe bleibt ein symbolträchtiges Ereignis der Raumfahrtgeschichte.

26. April 1986

Die Tschernobyl-Katastrophe

Im Kernkraftwerk Tschernobyl in der damaligen Sowjetunion ereignete sich eine schwere nukleare Katastrophe. Während eines Sicherheitstests kam es zu einer unkontrollierten Reaktion im Reaktor 4, die eine massive Explosion verursachte. Diese setzte enorme Mengen radioaktiver Materialien in die Umwelt frei. Die Strahlung verbreitete sich über große Teile Europas, was weitreichende gesundheitliche und ökologische Folgen hatte. Unmittelbar starben zwei Kraftwerksmitarbeiter, 28 Personen erlagen später der Strahlenkrankheit. Die Katastrophe führte zu langfristigen Evakuierungen und einer unbewohnbaren Sperrzone. Sie löste weltweit eine kritische Neubewertung der Kernenergiesicherheit aus.

4. Juli 1986

Frauendemo gegen Männergewalt

9. Juli 1986

Ermordung des Siemens-Managers Karl-Heinz Beckurts durch RAF-Terroristen

Der Siemens-Manager Karl-Heinz Beckurts wurde zusammen mit seinem Fahrer Eckhard Groppler von Mitgliedern der Rote Armee Fraktion (RAF) in Straßlach bei München ermordet. Dieser Anschlag markierte einen der Höhepunkte der RAF-Terrorwelle in den 1980er Jahren in Deutschland. Beckurts, ein bedeutender Wissenschaftler und Industriemanager, spielte eine wichtige Rolle in der deutschen Forschung und Technologieentwicklung. Sein Tod löste landesweit Entsetzen und eine verstärkte Fahndung nach RAF-Terroristen aus.

1987

Großdemonstrationen gegen die WAA Wackersdorf

Großdemonstrationen gegen die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf mobilisierten zehntausende Menschen, die ihren Widerstand gegen die Atomenergie zum Ausdruck brachten. Diese Massenproteste zeichneten sich durch eine starke Beteiligung und teils eskalierende Auseinandersetzungen mit der Polizei aus. Sie unterstrichen die breite gesellschaftliche Ablehnung des Projekts und stärkten die Anti-Atomkraft-Bewegung in Deutschland.

11. August 1987

Flugzeugabsturz in der Wasserburger Landstraße

Der zweite Flugzeugabsturz in der Geschichte der Landeshauptstadt. In der Wasserburger Landstraße sterben neun Menschen, 15 werden verletzt. Es ensteht Sachschaden in Millionenhöhe.

1988

Baustopp der WAA Wackerdorf

Der Baustopp der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf erfolgte aufgrund massiver öffentlicher Proteste, rechtlicher Herausforderungen und eskalierender Kosten. Diese Entscheidung symbolisierte den starken Widerstand der Bevölkerung gegen die Atomenergie, besonders verstärkt nach der Katastrophe von Tschernobyl. Dieser Erfolg der Anti-Atomkraft-Bewegung markierte einen signifikanten Wendepunkt in der deutschen Umweltpolitik.

1988

Wiederhertellung der Rasenflächen auf dem Königsplatz

12. Juli 1988

Hagel richtet Schaden in Millionenhöhe an

Ein verheerender Hagelsturm traf München und das Umland, besonders die südöstlichen Stadtteile und Gemeinden wie Trudering, Riem und Haar. Hagelkörner, teils so groß wie Tennisbälle, richteten immense Schäden an: Über 70.000 Gebäude und 200.000 Fahrzeuge wurden beschädigt, Flugzeuge auf den Flughäfen Riem und Oberpfaffenhofen zerstört, und Ernten vernichtet. Eine bis zu 20 cm dicke Hagelschicht sorgte für massive Behinderungen im Verkehr. Feuerwehr und Rettungskräfte verzeichneten über 3800 Einsätze. Der Gesamtschaden betrug etwa 3 Milliarden DM, von denen nur die Hälfte versichert war. Hunderte Menschen wurden verletzt, Todesopfer gab es indirekt.

28. August 1988

Flugschaukatastrophe von Ramstein

Bei einer Flugschau auf der US-Air-Base Ramstein kam es zu einer der schwersten Katastrophen in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Während einer Vorführung der italienischen Kunstflugstaffel Frecce Tricolori kollidierten drei Jets in der Luft, ein brennendes Flugzeug stürzte in die Zuschauermenge. Das Unglück forderte 70 Todesopfer, rund 1.000 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Die Katastrophe führte zu breiter Kritik an Sicherheitsvorkehrungen und brachte eine deutliche Verschärfung der Regeln für Flugschauen in Deutschland.

17. Dezember 1988

Brandanschlag in Schwandorf

In Schwandorf verübte ein junger Neonazi einen schweren Brandanschlag auf ein Wohnhaus, in dem vor allem Gastarbeiterfamilien lebten. Vier Menschen verloren ihr Leben: Osman Can, Fatma Can, ihr Sohn Mehmet und der Nachbar Jürgen Hübner. Neun weitere Personen wurden verletzt. Die Tat machte die tödliche Dimension rechtsextremer Gewalt in Bayern deutlich. Am Ort erinnert heute ein Mahnmal an die Opfer, zudem finden regelmäßig Gedenkveranstaltungen statt, um das Geschehen im kollektiven Gedächtnis wachzuhalten.

1989

Projektende der WAA Wackersdorf

Im Jahr 1989 wurden die Pläne für die Wiederaufbereitungsanlage (WAA) in Wackersdorf endgültig aufgegeben, markiert durch den Sieg der Bürgerbewegungen und der Anti-Atomkraft-Proteste. Dieser Entschluss folgte auf jahrelange, intensive Auseinandersetzungen zwischen Staat und Demonstranten, verstärkt durch die allgemeine Ablehnung der Atomenergie nach der Tschernobyl-Katastrophe. Ein historischer Wendepunkt in der deutschen Energiepolitik.

3. Juni 1989

Massaker am Platz des Himmlischen Friedens

Das chinesische Militär schlug eine breite Demokratiebewegung in Peking mit Gewalt nieder. Panzer und Soldaten gingen gegen Demonstrierende und Zivilisten vor. Hunderte bis Tausende Menschen kamen ums Leben. Das Ereignis markiert einen Wendepunkt der chinesischen Zeitgeschichte und ist bis heute staatlich zensiert. Öffentliche Erinnerung, Aufarbeitung und Gedenken sind innerhalb Chinas verboten.

27. Juni 1989

Öffnung der Grenze zwischen Österreich und Ungarn

Der ungarische Außenminister Gyula Horn öffnete gemeinsam mit seinem österreichischen Kollegen Alois Mock symbolisch einen Grenzzaun zwischen Österreich und Ungarn. Diese historische Geste markierte einen bedeutenden Schritt im Kalten Krieg und leitete das Ende des Eisernen Vorhangs ein. Die Demontage der Grenzanlagen ermöglichte tausenden DDR-Bürgern die Flucht in den Westen. Dieses Ereignis war ein Meilenstein auf dem Weg zur deutschen Wiedervereinigung und verdeutlichte den Wunsch nach Freiheit und demokratischen Reformen in Osteuropa.

9. November 1989

Fall der Berliner Mauer: Günter Schabowski verkündet Reisefreiheit

Günter Schabowski verkündete unerwartet Reisefreiheit für DDR-Bürger, was zu spontanen Massenansammlungen an der Berliner Mauer führte. Überforderte Grenzsoldaten öffneten schließlich die Schlagbäume, wodurch der symbolische Fall der Mauer eingeleitet wurde. Dieses Ereignis signalisierte das Ende der deutschen Teilung und den Beginn eines neuen Kapitels der Wiedervereinigung und der europäischen Geschichte.

21. Januar 1990

Erotik-Fernsehshow „Tutti Frutti“

Zur Erstausstrahlung von Tutti Frutti befand sich die Bundesrepublik Deutschland im Wandel. Als erste erotische Fernsehshow fungierte Tutti Frutti als eine Art „erotische Maueröffnung“. Obwohl die Sendung als frauenfeindlich kritisiert wurde, führte ihr Umgang mit Nacktheit kaum zu einem Sittenskandal. Die Debatte in der Presse dokumentierte vielmehr die „Normalisierung öffentlich inszenierter Nacktheit.“ Kritiker bemängelten eher die Ästhetik der Show als moralische Aspekte. Fans schätzten den anarchischen Charme, und Medienkritiker Hans Hoff bezeichnete die Sendung als „späteren Kult.“

11. Februar 1990

Südafrika: Freilassung Nelson Mandelas

Nelson Mandela, Schlüsselfigur im Kampf gegen die Apartheid, wurde nach 27 Jahren Haft freigelassen, was einen historischen Wendepunkt in Südafrika darstellte. Seine Entlassung signalisierte das nahende Ende der Apartheid und den Beginn des Übergangs zu einer demokratischen Gesellschaft. Mandelas Freilassung war das Ergebnis langwieriger Verhandlungen und internationalen Drucks auf das südafrikanische Regime.

15. Juli 1990

Mord an den Volksschauspieler Walter Sedlmayer

Walter Sedlmayr, ein beliebter deutscher Schauspieler, wurde in seiner Wohnung in München brutal ermordet aufgefunden. Die Tat war besonders grausam, was zu großer Bestürzung in der Öffentlichkeit führte. Die Ermittlungen deckten auf, dass zwei Brüder, ehemalige Bekannte Sedlmayrs, für den Mord verantwortlich waren, motiviert durch einen Streit um Geld und persönliche Differenzen.

2. August 1990

Zweiter Golfkrieg (Irak–Kuwait-Krieg 1990/91)

2. August 1990: Irakische Truppen besetzen Kuwait.August 1990: UN-Sicherheitsrat verhängt Sanktionen; USA entsenden Truppen nach Saudi-Arabien (Operation Desert Shield).17. Januar 1991: Beginn der Luftangriffe der Koalition (Operation Desert Storm).24.–28. Februar 1991: Bodenoffensive („100-Stunden-Krieg“), Befreiung Kuwaits.3. März 1991: Irak akzeptiert Waffenstillstandsbedingungen.  

23. Oktober 1990

Die Volkskammer der DDR beschließt den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland

Dieser Beschluss markiert einen entscheidenden Schritt im Prozess der deutschen Wiedervereinigung. Er leitete das Ende der DDR als eigenständigen Staat ein und bereitete die Grundlage für die politische und rechtliche Einheit Deutschlands.“

13. März 1991

Münchner Stadtrat beschließt einstimmig den Ausbau der Trambahn

Der Münchner Stadtrat beschloss einstimmig den Ausbau des Trambahnnetzes, um den öffentlichen Nahverkehr zu stärken und eine nachhaltige Mobilität zu fördern. Ziel war es, Verkehrsprobleme zu lösen, die Umwelt zu entlasten und Stadtteile besser zu verbinden. Dieser Beschluss stellte einen wichtigen Schritt für Münchens Verkehrspolitik dar und beeinflusst die Infrastruktur bis heute.

21. Mai 1991

Ermordung des indischen Premierministers Radschiw Gandhi

Im Jahr 1991 wurde Rajiv Gandhi, der ehemalige Premierminister Indiens und bedeutende politische Führer, ermordet. Er fiel einem Selbstmordattentat der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE), einer separatistischen Gruppe aus Sri Lanka, zum Opfer. Gandhis Tod erschütterte die indische Politik tief und hatte weitreichende Auswirkungen auf die politische Landschaft des Landes.

26. Juni 1991

Kroatien und Slowenien erklären sich für unabhängig - Beginn der Jugoslawienkriege

Die Jugoslawienkriege begannen mit den Unabhängigkeitsbestrebungen von Slowenien und Kroatien, die den Zerfall des jugoslawischen Staatenbundes einleiteten. Die Jugoslawische Volksarmee, dominiert von Serben, griff ein, um die Abspaltungen zu verhindern, was zu blutigen Konflikten führte. Ursachen waren ethnische Spannungen, wirtschaftliche Ungleichheiten und aufkommender Nationalismus. Führer wie Slobodan Milošević und Franjo Tuđman trieben die Spaltung voran. Die Kriege betrafen fast alle Republiken Jugoslawiens und führten zu schweren humanitären Krisen und anhaltenden Nachwirkungen.

Juli 1991

Auflösung des Warschauer Pakts

Der Warschauer Pakt, ein militärisches Bündnis von kommunistischen Staaten des Ostblocks unter der Führung der Sowjetunion, wurde  offiziell aufgelöst. Diese Auflösung folgte dem Zusammenbruch kommunistischer Regierungen in Osteuropa und symbolisierte das Ende des Kalten Krieges.

19. August 1991

Putschversuch gegen Gorbatschow

Eine Gruppe konservativer sowjetischer Funktionäre und Militärs, die sogenannte „Staatliche Komitee für den Ausnahmezustand“ (GKTSCHP), wollte die Reformen Gorbatschows stoppen und den Zerfall der Sowjetunion verhindern. Gorbatschow wurde während des Putsches auf der Krim festgesetzt.Der Putsch scheiterte letztlich am entschlossenen Widerstand der Bevölkerung sowie des russischen Präsidenten Boris Jelzin, der sich öffentlich gegen die Putschisten stellte. Die Niederlage des Putschversuchs beschleunigte das Ende der Sowjetunion, die schließlich im Dezember 1991 endgültig zerfiel.

8. Dezember 1991

Auflösung der UdSSR - Gründung der „Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS)“

Die UdSSR wurde offiziell aufgelöst, und es entstand die 'Gemeinschaft Unabhängiger Staaten' (GUS). Diese neue Organisation wurde von mehreren ehemaligen Sowjetrepubliken gegründet, um eine lose Konföderation zu bilden, die einige der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen aufrechterhielt. Die GUS markierte einen tiefgreifenden Wandel in der geopolitischen Landschaft Osteuropas und Zentralasiens.

1992

Der Durchbruch der ersten Mobiltelefone für Privatpersonen

Die ersten Handys für den breiten privaten Markt stammten von Marken wie Motorola und Nokia. Motorola brachte mit dem International 3200 ein GSM-fähiges Gerät heraus, das durch robuste Bauweise und zuverlässige Funktionalität überzeugte. Nokia präsentierte das kompakte Modell 1011, das ebenfalls GSM unterstützte und durch Benutzerfreundlichkeit punktete. Beide Marken prägten den Einstieg in die mobile Kommunikation für Privatpersonen und machten Handys zu einem Symbol des technologischen Fortschritts. Diese Geräte legten den Grundstein für den Massenmarkt der Mobiltelefone.

17. Mai 1992

Eröffnung des neuen Münchner Flughafens Franz-Josef Strauß

Eröffnung des neuen Münchner Flughafens Franz-Josef Strauß im Erdinger Moos. Der alte Münchner Flughafen in Riem wurde innerhalb einer Nacht auf das neue Areal umgezogen.

22. November 1992

Anschlag von Mölln

In der schleswig-holsteinischen Stadt Mölln verübten zwei Neonazis einen Brandanschlag auf Häuser türkischstämmiger Familien. Sie warfen in der Nacht Molotowcocktails in Wohngebäude, die sofort in Flammen standen. Drei Menschen – zwei Mädchen und eine ältere Frau – starben, neun weitere wurden teils schwer verletzt. Der Anschlag galt gezielt Migranten und löste bundesweit Entsetzen und Massendemonstrationen gegen rechte Gewalt aus. Die beiden Täter, bekannte Rechtsextremisten, wurden gefasst und zu langen Freiheitsstrafen verurteilt.

6. Dezember 1992

Lichterkette gegen Rassismus, Fremdenhass und Rechtsradikalismus

1992 organisierte München eine beeindruckende Lichterkette als kraftvolles Zeichen gegen Rassismus, Fremdenhass und Rechtsradikalismus. Hunderttausende Menschen reichten sich die Hände und bildeten eine durchgehende Menschenkette durch die Stadt, um Solidarität mit Migranten und Opfern rassistischer Gewalt zu zeigen. Diese eindrucksvolle Demonstration von Einheit und Toleranz setzte ein deutliches Signal für Vielfalt und gegen Ausgrenzung in der Gesellschaft.

1993

Eröffnung der Staatskanzlei im Hofgarten

Die Bayerische Staatskanzlei im Hofgarten, München, eröffnete 1993 als Sitz des Ministerpräsidenten und der Landesregierung. Das Gebäude, eine Kombination aus historischen Elementen des ehemaligen Armeemuseums und modernem Anbau, reflektiert eine Verbindung von Tradition und Gegenwart. Die zentrale Lage und die architektonische Gestaltung machen es zu einem markanten Punkt in Münchens politischer und historischer Landschaft. Die Staatskanzlei dient als wichtiger Ort für staatliche Administration und repräsentative Zwecke in Bayern.

1993

Der Film Schindlers Liste erscheint

“Schindler’s Liste” hat weitreichende Auswirkungen auf die Gesellschaft, indem er das Bewusstsein für den Holocaust stärkt, moralische und ethische Reflexionen anregt, und als kraftvolles pädagogisches Werkzeug dient. Der Film hat nicht nur in der Filmgeschichte, sondern auch in der kollektiven Erinnerung der Gesellschaft einen bleibenden Eindruck hinterlassen, und erinnert uns an die Wichtigkeit von Mitgefühl, Erinnerung und menschlicher Tapferkeit.

29. Mai 1993

Anschlag von Solingen

In der Nacht zum 29. Mai 1993 verübten vier junge Rechtsextremisten einen Brandanschlag auf das Haus der türkischstämmigen Familie Genç in Solingen (Nordrhein-Westfalen). Sie warfen Molotowcocktails in das Gebäude, das sofort in Flammen stand. Fünf Familienmitglieder – drei Mädchen und zwei Frauen – starben, weitere wurden schwer verletzt. Der Anschlag ereignete sich kurz nach den Brandanschlägen von Mölln und löste bundesweit Entsetzen, Massendemonstrationen und internationale Empörung aus. Die Täter wurden später zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.

20. September 1994

Busunglück in Trudering

Das Unglück ereignete sich bei den Bauarbeiten an der U-Bahn Haltestelle Trudering. Nach einem Wassereinbruch bildete sich ein Hohlraum, Bauarbeiter warnten noch die Busfahrer, wovon zwei Busse den Ort noch rechtzetig verlassen konnten. Um 18:46 brach die Fahrbahndecke und der letzte Bus stürtze mit dem Heck in die Grube. Es kamen dabei drei Menschen ums Leben, der Bauarbeiter und ein Fahrgast konnten erst acht Monate später geborgen werden.

28. September 1994

Untergand der Estonia

Die MS Estonia, eine Passagier- und Autofähre, sank tragisch während einer Überfahrt vom estnischen Tallinn zum schwedischen Stockholm im stürmischen Baltischen Meer. Dieses Ereignis zählt zu den schwersten Schifffahrtskatastrophen in Europa. Unter den fast tausend Menschen an Bord überlebten lediglich 137. Untersuchungen ergaben, dass der Untergang durch den Verlust des Bugvisiers ausgelöst wurde, was zu einem massiven Wassereinbruch im Fahrzeugdeck führte und das Schiff rasch destabilisierte. Die Katastrophe führte zu einer Verschärfung der internationalen Sicherheitsstandards für Passagierschiffe und hinterließ dauerhafte Fragen bezüglich der Sicherheit und des Krisenmanagements auf See.

Dezember 1994

Einmarsch der russischen Armee in Tschetschenien

Im Jahr 1994 marschierte die russische Armee in Tschetschenien ein, um die Unabhängigkeitsbestrebungen der Region zu unterdrücken. Dieser Einmarsch markierte den Beginn des Ersten Tschetschenienkriegs, einer brutalen und blutigen Auseinandersetzung, die bis 1996 andauerte. Der Konflikt war geprägt von schweren Menschenrechtsverletzungen und führte zu erheblichen zivilen Verlusten sowie zur Zerstörung der tschetschenischen Infrastruktur. Der Krieg endete ohne klare Lösung und hinterließ tiefe Narben in der Region.

1995

Biergartenrevolution

Als Anwohner sich über Lärm beschwerten, sollten die Öffnungszeiten der Waldwirtschaft in Großhesselohe stark eingeschränkt werden. Daraufhin formierte sich massiver Protest vieler Münchnerinnen und Münchner. Die Bewegung wurde als Biergartenrevolution bekannt und führte schließlich dazu, dass traditionelle Biergärten gesetzlich geschützt wurden. Heute sichert eine spezielle Verordnung längere Öffnungszeiten und bewahrt die bayerische Biergartenkultur.

1. Januar 1995

Einführung der Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist die fünfte Säule des deutschen Sozialversicherungssystems und wurde durch das Pflege-Versicherungsgesetz (PflegeVG) etabliert. Die Pflegeversicherung soll das Risiko der Pflegebedürftigkeit abdecken und stellt sowohl Sach- als auch Geldleistungen für pflegebedürftige Personen bereit.

24. Juli 1995

Christos Verhüllung des Bundestags

Die Verhüllung des Berliner Reichstags durch Christo und Jeanne-Claude 1995 war ein weltweit beachtetes Kunstprojekt. Für zwei Wochen wurde das Gebäude mit silbernem Gewebe und blauen Seilen eingehüllt, was ein beeindruckendes visuelles Erlebnis schuf. Das Projekt symbolisierte Veränderung und die Wiedervereinigung Deutschlands. Die Verhüllung, vorbereitet über Jahrzehnte, erforderte komplexe Planung und Genehmigungen. Millionen Menschen besuchten das Kunstwerk, das als eines der bedeutendsten Projekte im öffentlichen Raum gilt und die Wahrnehmung von Kunst und Architektur nachhaltig beeinflusste.

4. November 1995

Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin

Am 4. November 1995 ermordete Yigal Amir, ein rechtsextremer Gegner des Friedensprozesses, den israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin in Tel Aviv. Dieser Mord folgte Rabins Bemühungen um Frieden mit den Palästinensern, insbesondere durch die Oslo-Abkommen. Amirs Tat, motiviert durch die Ablehnung der Zwei-Staaten-Lösung, erschütterte Israel tief und beeinträchtigte den Friedensprozess nachhaltig. Der Vorfall löste weltweit Trauer aus und führte zu Diskussionen über politischen Extremismus und die Sicherheit von Politikern.

1996

Rechtschreibreform

Die Rechtschreibreform veränderte offiziell die deutsche Schriftsprache mit dem Ziel, sie zu vereinfachen und zu vereinheitlichen. Neue Regeln betrafen unter anderem die Getrennt- und Zusammenschreibung, die Groß- und Kleinschreibung sowie die Zeichensetzung. Auch bestimmte Wortformen wurden angepasst, etwa „Fluß“ zu „Fluss“. Die Reform stieß zunächst auf starke Kritik, besonders von Schriftstellern, Lehrern und Medien. Trotzdem wurde sie schrittweise eingeführt und später in Teilen überarbeitet. Heute ist die reformierte Rechtschreibung weitgehend anerkannt und fester Bestandteil des Sprachgebrauchs.

1996

Dolly, das erste geklonte Säugetier

Dolly war das erste aus einer erwachsenen Zelle geklonte Säugetier – ein wissenschaftlicher Durchbruch in der Gentechnik. Forschern gelang es, aus einer ausgereiften Körperzelle ein genetisch identisches Schaf zu erzeugen. Die Öffentlichkeit erfuhr erst später von ihrer Existenz, doch die Klonung selbst markierte einen Wendepunkt in der biomedizinischen Forschung. Dolly löste weltweit ethische Debatten aus und warf Fragen zur Reproduktionsmedizin, Tierethik und dem möglichen Klonen von Menschen auf. Sie gilt bis heute als Symbol für Chancen und Risiken der Gentechnologie.

23. Juni 1996

Bürgerentscheid über den Tunnelausbau am Mittleren Ring

Mit einem Bürgerentscheid haben 17 Initiativen, Verbände und Parteien die Rathaus-Mehrheit im Bürgerentscheid "3 Tunnels braucht der Mittlere Ring“ gekippt.Der Bürgerentscheid zum Tunnelausbau am Mittleren Ring betraf ein Bauprojekt zur Verkehrsentlastung und Reduzierung von Lärmbelastungen in München. Geplant war, den Verkehr durch unterirdische Tunnel zu führen, um angrenzende Wohngebiete zu entlasten. Befürworter sahen darin eine Chance für bessere Lebensqualität und flüssigeren Verkehr, während Kritiker die hohen Kosten und mögliche Bauprobleme anführten. Der Entscheid stellte einen wichtigen Schritt in der Verkehrsplanung dar und zeigte die kontroverse Haltung der Bevölkerung zu Großprojekten.

27. September 1996

Taliban übernehmen Kabul

Die Taliban eroberten Kabul und riefen ein islamisches Emirat aus, was einen tiefgreifenden politischen Wandel in Afghanistan bedeutete. Sie errichteten eine Herrschaft auf Grundlage einer strengen Auslegung der Scharia. Frauenrechte wurden massiv eingeschränkt, Bildung und freie Meinungsäußerung stark unterdrückt. Die internationale Gemeinschaft reagierte kritisch und erkannte das Regime nicht an. Die Machtübernahme beendete zwar den Bürgerkrieg, führte aber zu einer repressiven und isolierten Regierung, die das Land langfristig prägte und instabil machte.

18. November 1996

Der Telekom-Börsenrausch der „Volksaktie“

Die Telekom-Aktie löste einen beispiellosen Börsenrausch aus. Millionen Menschen folgten der Werbung für die „Volksaktie“ und sahen in ihr den Schlüssel zum Wohlstand. Der Kurs stieg rasant, zeitweise über 100 Euro. Die Telekom galt als Symbol des digitalen Aufbruchs und weckte Hoffnungen auf eine neue Ära wirtschaftlicher Teilhabe.

17. Dezember 1996

Wehrmachtsausstellung

Die Wehrmachtsausstellung 1995 in München, betitelt "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944", löste heftige gesellschaftliche Reaktionen aus. Sie konfrontierte mit der Beteiligung der Wehrmacht an Kriegsverbrechen, was bei vielen Besuchern zu Empörung führte. Einige fühlten sich persönlich diffamiert, während andere die Aufarbeitung als notwendig ansahen. Die Ausstellung zeigte schockierende Bilder und führte zu Protesten und Krawallen von Neonazis in mehreren Städten. Diese Ereignisse zeigten, dass extremistische Gruppen in der deutschen Gesellschaft weiterhin präsent waren und bereit, sich gegen die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Geschichte zu stellen.

1997

Titanic – Eine epische Liebesgeschichte auf hoher See

Der Film Titanic, inszeniert von James Cameron, erzählt die tragische Liebesgeschichte zwischen der reichen Rose und dem freigeistigen Künstler Jack, die sich an Bord der RMS Titanic begegnen. Vor dem Hintergrund der historischen Katastrophe des Untergangs des Luxusliners, der auf seiner Jungfernfahrt mit einem Eisberg kollidierte, entfaltet sich eine packende Erzählung von Liebe, Klassenkonflikten und Schicksal. Der Film beeindruckt durch seine emotionale Tiefe, spektakuläre Spezialeffekte und den berühmten Soundtrack „My Heart Will Go On“. Titanic wurde ein weltweiter Erfolg und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrere Oscars.

1997

Gewaltvideo-Skandal bei der Bundeswehr

Ein von Bundeswehrsoldaten gedrehtes Gewaltvideo sorgte für Empörung. Auf einem Truppenübungsplatz stellten Soldaten Hinrichtungen, Vergewaltigungen und andere Gewaltakte nach. Nach Veröffentlichung des Videos reagierten Politik und Öffentlichkeit mit Bestürzung. Der Verteidigungsminister verurteilte die Beteiligten als “fehlgeleitete Einzelgänger” und versprach Reformen, um ähnliche Vorfälle zu verhindern. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Verherrlichung von Gewalt und Verunglimpfung des Staates ein. Der Skandal entfachte eine Debatte über die politische Bildung und die Rekrutenauswahl in der Bundeswehr, die zu internen Veränderungen führte.

1997

Der Jahrhundert-El Niño

Ein besonders starker El Niño löste weltweit extreme Wetterereignisse aus und führte zu verheerenden Schäden. Dürren in Südostasien und Australien verursachten Waldbrände und Nahrungsknappheit, während Südamerika und Ostafrika von schweren Überschwemmungen betroffen waren. Diese Klimakatastrophe forderte schätzungsweise über 23.000 Menschenleben und verursachte wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. Zusätzlich wurden Ökosysteme massiv gestört, was zu einem Fischsterben und dem Verlust von Lebensgrundlagen führte. Dieses Ereignis verdeutlichte die verheerenden Auswirkungen globaler Klimaveränderungen und die Notwendigkeit internationaler Anpassungsmaßnahmen.

1997

Tamagotchi

Das Tamagotchi, ein elektronisches Haustierspielzeug, das von Aki Maita und Akihiro Yokoi von Bandai erfunden wurde, kam 1996 in Japan auf den Markt. In Deutschland wurde das Tamagotchi kurz darauf, im Jahr 1997, eingeführt. Dieses innovative Spielzeug, das die Pflege eines digitalen Haustieres simuliert, das gefüttert, gepflegt und unterhalten werden muss, löste weltweit einen regelrechten Hype aus und wurde zu einem der charakteristischsten Spielzeuge der späten 1990er Jahre.

Juli 1997

Oderhochwasser

Eine verheerende Jahrhundertflut traf Mitteleuropa und verursachte massive Schäden in Polen, Tschechien und Deutschland. Nach anhaltendem Starkregen traten große Flüsse wie die Oder und ihre Nebenflüsse über die Ufer, überschwemmten weite Gebiete und zerstörten Infrastruktur sowie Wohngebiete. Städte und Dörfer standen unter Wasser, Hunderttausende Menschen verloren ihre Häuser und ihr Hab und Gut. Besonders betroffen waren die Regionen entlang der Oder. Die Flutkatastrophe forderte viele Menschenleben und führte zu internationaler Solidarität und Hilfsmaßnahmen, um die Betroffenen zu unterstützen und den Wiederaufbau zu beginnen.

Juli 1997

Oderhochwasser

Eine verheerende Jahrhundertflut traf Mitteleuropa und verursachte massive Schäden in Polen, Tschechien und Deutschland. Nach anhaltendem Starkregen traten große Flüsse wie die Oder und ihre Nebenflüsse über die Ufer, überschwemmten weite Gebiete und zerstörten Infrastruktur sowie Wohngebiete. Städte und Dörfer standen unter Wasser, Hunderttausende Menschen verloren ihre Häuser und ihr Hab und Gut. Besonders betroffen waren die Regionen entlang der Oder. Die Flutkatastrophe forderte viele Menschenleben und führte zu internationaler Solidarität und Hilfsmaßnahmen, um die Betroffenen zu unterstützen und den Wiederaufbau zu beginnen.

31. August 1997

Prinzessin Diana Spencer (Lady Di) stirbt bei einem Autounfall

Am 31. August 1997 starb Prinzessin Diana Spencer (Lady Di) bei einem Autounfall in Paris, ein Ereignis, das weltweit Bestürzung auslöste. Bekannt für ihr humanitäres Engagement, hinterließ Dianas Tod eine tiefe Lücke. Der Unfall, verursacht unter Verfolgung durch Paparazzi, führte zu intensiver Medienkritik und Diskussionen über die Privatsphäre öffentlicher Personen. Ihre Beerdigung wurde weltweit von Millionen verfolgt, wodurch ihre humanitäre Arbeit und ihr Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung von Wohltätigkeit nachhaltig in Erinnerung blieben.

1998

Eröffnung der Neuen Messe in München-Riem

Eröffnung der Neuen Messe in München-Riem auf dem Areal des ehemaligen Flughafens. Heute ist dort noch der alte Tower des Flughafens, ein roter Backsteinbau, zu sehen. Auf dem Gelände der alten Messe in der Nähe der Theresienwiese wurde ein umfassendes innerstädtisches Entwicklungsprogramm vorangetrieben, in dessen Rahmen ein Wohn- und Geschäftsviertel neu entstand. Das Verkehrszentrum des Deutschen Museums ist dort inzwischen ebenfalls zu finden.

April 1998

Offizielle Selbstauflösung der RAF

Im Jahr 1998 erklärte die Rote Armee Fraktion (RAF), eine linksradikale deutsche Terrorgruppe, offiziell ihre Selbstauflösung. Seit den 1970er Jahren führte die RAF eine Kampagne des politischen Terrorismus, die auf die Bekämpfung der westdeutschen Regierung und deren Unterstützer abzielte. Ihre Aktionen, gekennzeichnet durch Bombenanschläge, Entführungen und Morde, zielten darauf ab, einen revolutionären Kampf gegen das, was sie als imperialistischen Staat betrachteten, zu entfachen. Die Selbstauflösung markierte das Ende einer der bedeutendsten und kontroversesten Gruppen im Nachkriegsdeutschland.

25. August 1998

Rehabilitierung vergessener NS-Opfer

Mit dem Gesetz zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile werden NS-Verurteilungen schrittweise aufgehoben. Ab 1998 und durch Änderungen 2002 und 2009 erfahren auch lange vergessene Opfergruppen wie Homosexuelle, Deserteure und Kriegsdienstverweigerer späte Rehabilitierung. Das Gesetz ist ein wichtiger Schritt zur juristischen und moralischen Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts.

3. Dezember 1998

Washingtoner Erklärung zur NS-Raubkunst

Mit der Washingtoner Erklärung verpflichten sich 44 Staaten, darunter Deutschland, zur fairen und gerechten Lösung bei Raubkunst aus der NS-Zeit. Ziel ist die Rückgabe beschlagnahmter Kunstwerke an die rechtmäßigen Eigentümer oder deren Erben. Die Erklärung markiert einen wichtigen internationalen Konsens zur Aufarbeitung von Kunstraub im Nationalsozialismus.

1999

Google's Aufstieg: Die Revolution der Internetsuche

Google, gegründet von Larry Page und Sergey Brin, wurde 1998 in einer Garage in Kalifornien ins Leben gerufen. Die Suchmaschine revolutionierte das Internet, indem sie eine schnelle, präzise und nutzerfreundliche Suche bot. Google nutzte einen einzigartigen Algorithmus, der die Relevanz von Webseiten anhand der Anzahl und Qualität der Links zu ihnen bewertete. Der offizielle Start war 1998, doch 1999 begann der Aufstieg zur Marktdominanz.

1. Januar 1999

Einführung des Euro für den bargeldlosen Zahlungsverkehr

Die Einführung des Euro im Jahr 2002 markierte einen Wendepunkt in der europäischen Wirtschaftsintegration. Als gemeinsame Währung für zwölf EU-Mitgliedsstaaten erleichterte der Euro den bargeldlosen Zahlungsverkehr, reduzierte Wechselkursrisiken und förderte Handel und Investitionen. Diese Umstellung symbolisierte einen signifikanten Schritt in Richtung finanzieller Homogenität in Europa, stellte jedoch auch Herausforderungen in Bezug auf nationale Wirtschaftsanpassungen und geldpolitische Autonomie dar. Der Euro etablierte sich schnell als wichtige Reservewährung und verstärkte die globale Wirtschaftsrolle der EU.

24. März 1999

Kosowo-Einsatz der NATO

Die NATO führte ohne UN-Mandat eine Luftoperation gegen die Bundesrepublik Jugoslawien durch. Ziel war es, die humanitäre Katastrophe im Kosovo zu beenden, wo serbische Truppen systematisch gegen die albanische Bevölkerung vorgingen. Die Operation „Allied Force“ endete nach 78 Tagen mit dem Rückzug serbischer Einheiten und der Stationierung einer internationalen Friedenstruppe (KFOR). Es war der erste Kampfeinsatz der NATO in ihrer Geschichte.

24. März 1999

Brandkatastrophe im Montblanc-Tunnel

Die Brandkatastrophe im Montblanc-Tunnel ereignete sich, als ein LKW Feuer fing und das Feuer sich aufgrund der Ladung schnell ausbreitete. Extreme Temperaturen von über 1.000 °C und dichter Rauch führten zu einem tragischen Verlust von 39 Menschenleben, hauptsächlich durch Rauchvergiftung. Die Rettungsarbeiten wurden durch die schwierigen Bedingungen im Tunnel stark behindert. Nach dem Unglück blieb der Tunnel für mehrere Jahre geschlossen und wurde mit modernisierten Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet. Dieses Ereignis führte zu europaweiten Verbesserungen in der Tunnelsicherheit und gilt als Mahnmal für präventive Maßnahmen.

20. April 1999

Das Massaker an der Columbine High School

An der Columbine High School in Littleton, Colorado, verübten zwei Schüler ein brutales Schulmassaker. Sie töteten 12 Mitschüler und einen Lehrer, verletzten viele weitere und begingen anschließend Suizid. Die Tat wurde durch Schusswaffen und Sprengsätze ausgeführt und sorgte weltweit für Entsetzen. Dieses Ereignis löste intensive Debatten über Waffengesetze, Mobbing und Prävention von Gewalt aus. Es führte zu umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen an Schulen und hinterließ nachhaltige Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung von Gewalt an Bildungseinrichtungen.

11. August 1999

Totale Sonnenfinsternis über München

Während einer totalen Sonnenfinsternis wurde München für wenige Minuten in völlige Dunkelheit getaucht. Die Sonne war vollständig vom Mond bedeckt, der Himmel verdunkelte sich deutlich, und die Umgebung wirkte wie in der Dämmerung. Zahlreiche Menschen nutzten die Gelegenheit, um das seltene Naturphänomen von Straßen, Plätzen oder Balkonen aus zu beobachten. Auch wenn Wolken zeitweise die Sicht einschränkten, hinterließ die Erscheinung einen bleibenden Eindruck als außergewöhnliches Himmelsereignis mitten im Alltag der Stadt.

17. August 1999

Erdbeben in der Türkei

Das verheerende Erdbeben von İzmit erschütterte die Türkei 1999 und gilt als eine der schwersten Naturkatastrophen des Landes. Mit einer Magnitude von 7,6 zerstörte das Beben weite Teile der Region um İzmit und Gölcük, forderte mehr als 17.000 Todesopfer und ließ Hunderttausende obdachlos zurück. Die Katastrophe offenbarte massive Baumängel, die die Zerstörung und das Leid verstärkten. Das Ereignis führte zu verstärkten Bemühungen, die Bauvorschriften zu verschärfen, und sensibilisierte die Türkei für die Notwendigkeit eines verbesserten Katastrophenschutzes.

28. November 1999

Der Salvatorkeller auf dem Nockherberg brennt ab

Das Feuer, das in der Nacht ausbrach, verursachte erheblichen Schaden an dem historischen Gebäude und brannte bis auf die Grundmauern ab. Trotz des Umfangs des Brands gab es keine Verletzten. Der Vorfall führte zu einer umfangreichen Restaurierung und Wiederaufbau des Geländes, Erst 2003 fand hier im neuerichteten Saal der Salvatoranstich wieder statt.

2000

Der Durchbruch der Handy-Kamera

Der Durchbruch für Handys mit Kameras kam 2000 mit dem Sharp J-SH04 in Japan, dem ersten Mobiltelefon mit integrierter Kamera und der Möglichkeit, Bilder direkt zu versenden. Mit 0,11 Megapixeln legte es den Grundstein für die Verschmelzung von Fotografie und Kommunikation. Die einfache Bedienung und die Möglichkeit, Bilder per MMS oder E-Mail zu teilen, machten die Funktion schnell populär. Geräte wie das Nokia 7650 (2002) trugen weltweit dazu bei, Kameras in Handys als Standard zu etablieren.

1. Januar 2000

Y2K-Datumsumstellung

Im Jahr 2000 fand die Y2K-Datumsumstellung statt, bei der Computer weltweit auf das Jahr 2000 umgestellt wurden. Viele Unternehmen und Regierungen führten Tests durch, um mögliche Probleme zu vermeiden. Obwohl einige kleinere Probleme auftraten, verlief die Umstellung insgesamt reibungslos. Die Y2K-Datumsumstellung war ein wichtiger Meilenstein in der Computertechnologie, zeigte die Bedeutung der Vorbereitung auf potenzielle Probleme und verdeutlichte, wie wichtig es ist, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um Systemausfälle zu vermeiden.

März 2000

Der Absturz der Telekom-Aktie

Nach dem Börsenboom folgte die Ernüchterung. Mit dem Platzen der Internetblase verlor die Telekom-Aktie fast ihren gesamten Wert. Der Kurs fiel von über 100 auf unter 10 Euro. Millionen Kleinanleger erlitten hohe Verluste, und das Vertrauen in die „Volksaktie“ wich Enttäuschung und Misstrauen gegenüber dem Aktienmarkt.

25. Juli 2000

Absturz der Concorde

Am 25. Juli 2000 stürzte eine Concorde der Air France kurz nach dem Start vom Flughafen Charles de Gaulle in Paris ab. Ein Stück Metall auf der Startbahn führte zum Platzen eines Reifens, wodurch Trümmerteile den Kraftstofftank durchschlugen und ein Feuer auslösten. Das Flugzeug konnte nicht mehr ausreichend Höhe gewinnen und stürzte in ein nahegelegenes Hotel. Alle 109 Menschen an Bord sowie vier Personen am Boden kamen ums Leben. Dieser tragische Vorfall markierte den Beginn des Endes für die Ära der Concorde-Flüge.

2. August 2000

Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter

Im Jahr 2000 beschlossen die Bundesrepublik Deutschland und die deutsche Wirtschaft eine Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter in Höhe von insgesamt 10 Milliarden DM. Grundlage war das Gesetz zur Errichtung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“. Nach jahrzehntelangen Diskussionen wurde 2001 im Bundestag „Rechtssicherheit“ hergestellt, um weitere Forderungen auszuschließen. Die Auszahlung der Entschädigung begann als symbolische Geste der Anerkennung für das erlittene Unrecht und als verspätete Wiedergutmachung 56 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

12. August 2000

Untergang der Kursk

Während einer Marineübung sank das russische Atom-U-Boot Kursk in der Barentssee nach einer schweren Explosion im Torpedoraum. Eine zweite, stärkere Detonation zerstörte große Teile des U-Bootes, das daraufhin auf den Meeresboden sank. Alle 118 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, einige überlebten zunächst in einem hinteren Abteil, konnten aber nicht gerettet werden. Die Bergung des Wracks erfolgte Monate später. Untersuchungen ergaben, dass ein defekter Torpedo die Explosion ausgelöst haben könnte.

11. November 2000

Tragödie im Kapruner Stollen

Ein verheerender Brand in einer Gletscherbahn im Tunnel forderte 155 Menschenleben. Ausgelöst durch einen technischen Defekt breitete sich das Feuer schnell aus, während giftige Gase den Stollen füllten. Fehlende Notausgänge und ungeeignete Materialien verschärften die Katastrophe. Nur 12 Menschen überlebten durch Flucht nach unten. Das Unglück führte zu scharfer Kritik an Sicherheitsvorkehrungen und veränderte nachhaltig die Standards im Seilbahnbetrieb. Eine Gedenkstätte erinnert an die Opfer dieses tragischen Vorfalls.

1. Januar 2001

Frauen in der Bundeswehr: Gleichberechtigte Teilhabe

Frauen haben uneingeschränkten Zugang zu sämtlichen militärischen Aufgaben. In allen Bereichen – von Heer über Luftwaffe bis zur Marine – können sie in Kampfrollen, Führungspositionen und spezialisierten Funktionen tätig werden, sofern sie die entsprechenden Leistungs- und Eignungskriterien erfüllen. Die Ausbildung und Trainingsprogramme sind darauf ausgerichtet, eine chancengleiche Teilhabe zu ermöglichen und Diskriminierung zu vermeiden. So wird eine moderne, leistungsfähige Streitkraft gefördert, in der Frauen ihre Fähigkeiten voll einbringen können.

März 2001

Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan durch die Taliban

Die Buddha-Statuen von Bamiyan waren zwei monumentale Skulpturen in Afghanistan, die als Meisterwerke buddhistischer Kunst galten. Sie wurden in Felswände gemeißelt und repräsentierten die kulturelle Blüte entlang der Seidenstraße. Durch Sprengungen und schwere Geschütze zerstörten die Taliban die Statuen aus religiöser Intoleranz, was weltweit Entsetzen auslöste. Die Ruinen sind heute ein Symbol für den Verlust kulturellen Erbes und stehen als Mahnmal für den Schutz historischer Stätten. Rekonstruktionsbemühungen und UNESCO-Schutz bewahren ihre Erinnerung.

29. August 2001

NSU-Mordanschlag

Habil Kılıç, ein 38-jähriger Obst- und Gemüsehändler türkischer Herkunft, wurde in seinem Laden in München-Ramersdorf erschossen. Dies war der vierte Mord in der Serie der NSU-Verbrechen.

11. September 2001

Terroranschläge am 11. September 2001

Die Terroranschläge in den Vereinigten Staaten waren koordinierte Angriffe, bei denen entführte Passagierflugzeuge in symbolträchtige Gebäude gesteuert wurden. Zwei Flugzeuge trafen die Zwillingstürme des World Trade Centers, was deren Einsturz verursachte. Ein weiteres Flugzeug schlug in das Pentagon ein, während ein viertes, vermutlich auf ein weiteres Ziel gerichtet, nach dem Eingreifen der Passagiere auf einem Feld abstürzte. Tausende Menschen kamen ums Leben, und die Ereignisse hatten weitreichende globale Folgen, darunter verstärkte Sicherheitsmaßnahmen und den Beginn eines internationalen “Kriegs gegen den Terror”. Die Anschläge veränderten die Weltpolitik nachhaltig und prägen bis heute gesellschaftliche und geopolitische Debatten.

2002

Beschluss für neues Jüdisches Zentrum

Die Stadt München und die Israelitische Kultusgemeinde entscheiden sich für den Bau eines neuen Jüdischen Zentrums am St.-Jakobs-Platz. Das Projekt umfasst eine Synagoge, ein Gemeindezentrum und ein von der Stadt getragenes Jüdisches Museum.

26. April 2002

Amoklauf von Erfurt

Ein ehemaliger Schüler des Gutenberg-Gymnasiums in Erfurt tötete bei einem Amoklauf 16 Menschen, darunter 12 Lehrer, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten, bevor er sich selbst erschoss. Der Täter hatte die Schule wegen Nichtbestehens des Abiturs verlassen und nutzte eine Pistole und eine Pumpgun, die er legal besaß. Das Ereignis löste deutschlandweit Erschütterung aus und führte zu Debatten über Waffengesetze, schulische Präventionsmaßnahmen und psychologische Unterstützung, was langfristige Änderungen im Umgang mit Schul- und Sicherheitsthemen bewirkte.

August 2002

Elbe-Hochwasser

Das Elbe-Hochwasser 2002 war eine der schwersten Naturkatastrophen in Deutschland seit Jahrzehnten. Nach anhaltendem Starkregen traten die Elbe und ihre Nebenflüsse über die Ufer, was in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern zu massiven Überschwemmungen führte. Städte wie Dresden und Grimma standen teilweise unter Wasser. Die Schäden gingen in die Milliarden, Tausende mussten evakuiert werden, und es gab zahlreiche Todesopfer. Bundesweit löste die Katastrophe eine Welle der Solidarität aus. Langfristig führte das Hochwasser zu verbesserten Hochwasserschutzmaßnahmen und einer verstärkten Diskussion über die Folgen des Klimawandels.

23. Oktober 2002

Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater

Im Dubrowka-Theater in Moskau nahmen tschetschenische Terroristen während einer Aufführung Hunderte Geiseln. Sie forderten den Abzug russischer Truppen aus Tschetschenien. Nach tagelangen Verhandlungen unter Präsident Wladimir Putin stürmten Spezialeinheiten das Gebäude, wobei ein Betäubungsgas eingesetzt wurde. Die Aktion tötete fast alle Terroristen, doch über 120 Geiseln starben, vor allem durch die Wirkung des Gases und mangelhafte medizinische Hilfe. Das Ereignis markierte einen Wendepunkt in Putins Anti-Terror-Strategie und verstärkte Russlands harte Linie gegen tschetschenische Rebellen.

20. März 2003

Dritter Golfkrieg (Irakkrieg 2003)

20. März 2003: Beginn der US-geführten Invasion im Irak ohne UN-Mandat.9. April 2003: Sturz Bagdads, Ende der Herrschaft Saddam Husseins.Dezember 2003: Saddam Hussein wird gefasst.2004–2007: Aufstände, Bürgerkriegstendenzen, Anschläge (v. a. durch Al-Qaida im Irak).2011: Abzug der US-Kampftruppen  

5. Juni 2003

Freitod von Jürgen Möllemann

Jürgen Möllemann, ein prominenter FDP-Politiker, stand wegen Korruptionsvorwürfen und Ermittlungen zu illegalen Parteispenden sowie Steuerhinterziehung unter erheblichem Druck. Seine umstrittenen Äußerungen, die als antisemitisch kritisiert wurden, führten zu heftigen Debatten und parteiinternen Konflikten. Inmitten dieser Entwicklungen nahm er sich während eines Fallschirmsprungs das Leben. Sein Tod löste Diskussionen über die Auswirkungen politischer und rechtlicher Belastungen aus und hinterließ eine vielschichtige Bewertung seiner politischen Karriere und persönlichen Entscheidungen.

29. Juni 2003

Terminal 2 am Flughafen München wird eröffnet

6. September 2003

Vereitelter Neonazi-Anschlagsplan auf das Jüdische Zentrum in München

Eine rechtsextreme Gruppe aus München, angeführt von Martin Wiese, plante einen Sprengstoffanschlag auf das neue Jüdische Zentrum am St.-Jakobs-Platz. Innerhalb der sogenannten Schutzgruppe wurden Anschlagsziele diskutiert, Sprengsätze vorbereitet und rund 14 Kilogramm Sprengstoff, darunter TNT, beschafft. Die Gruppe hatte enge Verbindungen zur Kameradschaft Süd und führte paramilitärische Übungen durch. Durch verdeckte Ermittlungen erhielt die Polizei rechtzeitig Hinweise, griff zu, nahm die Beteiligten fest und verhinderte den Anschlag. Wiese und weitere Mitglieder erhielten mehrjährige Haftstrafen. 

24. Oktober 2003

Die Concorde stellt ihre kommerziellen Flüge ein

Die Concorde, ein ikonisches Überschall-Passagierflugzeug, das gemeinsam von der britischen und französischen Luftfahrtindustrie entwickelt wurde, stellte ihre kommerziellen Flüge ein, nachdem wirtschaftliche Faktoren und ein tragischer Absturz zu sinkenden Passagierzahlen führten. Dieses Flugzeug war bekannt für seine Fähigkeit, schneller als die Schallgeschwindigkeit zu fliegen, und halbierte die Flugzeit über den Atlantik. Trotz ihrer technologischen Fortschritte und der Faszination, die sie auslöste, machten hohe Betriebskosten und veränderte Marktbedingungen ihren weiteren Betrieb unrentabel.

9. November 2003

Grundsteinlegung für das Jüdische Zentrum am Jakobsplatz

Im Jahr 2003 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung für das Jüdische Zentrum am Jakobsplatz in München. Das Zentrum umfasst eine Synagoge, ein Gemeindezentrum und das Jüdische Museum München. Es dient als wichtiger kultureller und religiöser Begegnungsort und symbolisiert die Wiederbelebung jüdischen Lebens in der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg.

2004

TomTom Naigationsgerät

Der erste TomTom GO revolutionierte die mobile Navigation mit seiner einfachen Bedienung und kompakten Bauweise. Mit Funktionen wie vorinstallierten Karten, Farbtouchscreen und akustischen Routenanweisungen machte er GPS-Navigation für eine breite Zielgruppe zugänglich. Als tragbares Gerät ohne fest installierte Fahrzeughardware bot es eine flexible Alternative zu herkömmlichen Systemen. Spätere Modelle erweiterten die Funktionen um Bluetooth und Freisprechoptionen, wodurch TomTom schnell zu einem führenden Anbieter im Bereich der mobilen Navigation wurde.

11. März 2004

Anschläge von Madrid

In Madrid explodierten während des morgendlichen Berufsverkehrs mehrere Bomben in Vorortzügen. Insgesamt zehn Sprengsätze detonierten nahezu gleichzeitig an verschiedenen Bahnhöfen, vor allem in Atocha. Die Explosionen rissen 191 Menschen in den Tod und verletzten über 1800. Hinter der Tat stand ein islamistisches Netzwerk mit Verbindungen zu al-Qaida. Ziel war es, Spanien wegen seines Engagements im Irakkrieg unter Druck zu setzen. Der Anschlag erschütterte das Land zutiefst und prägte die Politik nachhaltig. 

21. November 2004

Hochhaus-Entscheid

Am 21. November 2004 entschieden die Münchner in einem Bürgerentscheid, dass in Zukunft keine Hochhäuser, die 100 Meter (Höhe der Türme der Frauenkirche) übersteigen, im Stadtgebiet errichtet werden dürfen. Die Wahlbeteiligung betrug nur 21,9%, davon sprachen sich 50,8% (102.000 Wähler) für den von Alt-OB Kronawitter initierten Bürgerentscheid aus.

26. Dezember 2004

Sumatra-Andamanen-Beben

Das Erdbeben im Indischen Ozean am 26. Dezember 2004 war eines der verheerendsten Naturereignisse der modernen Geschichte. Mit einer Stärke von 9,1 löste das Seebeben vor der Küste Sumatras einen massiven Tsunami aus, der die Küsten vieler Länder rund um den Indischen Ozean traf, darunter Indonesien, Thailand, Sri Lanka und Indien. Die bis zu 30 Meter hohen Wellen verursachten enorme Verwüstungen und führten zum Tod von rund 230.000 Menschen. Millionen Menschen wurden obdachlos. Die Katastrophe führte weltweit zu einem Anstieg der Investitionen in Frühwarnsysteme und internationaler Kooperation zum besseren Schutz vor Tsunamis und Naturkatastrophen.

2005

Gründung von YouTube

YouTube wurde von drei ehemaligen PayPal-Mitarbeitern gegründet und revolutionierte die digitale Medienwelt. Die Plattform ermöglichte es erstmals, Videos unkompliziert hochzuladen und weltweit zu teilen. Dadurch konnten auch Einzelpersonen große Reichweiten erzielen und eigene Inhalte veröffentlichen. YouTube veränderte den Umgang mit Medien grundlegend und wurde zu einem wichtigen Ort für Unterhaltung, Bildung und Information. Die spätere Übernahme durch Google stärkte die Plattform zusätzlich. Heute ist YouTube ein zentrales Medium für nutzergenerierte Inhalte und weltweiten Austausch.

14. Januar 2005

Rudolph Moshammer wird ermordet

Rudolph Moshammer, der bekannte Münchner Modeschöpfer mit Geschäft in der Maximilianstraße 14, wird in seinem Haus ermordet. Der extravagante Designer, bekannt für seine markanten Auftritte und seinen Einsatz für soziale Projekte, hinterlässt eine Lücke in der Münchner Gesellschaft. Sein Tod erschüttert die Stadt und sorgt für große Anteilnahme. Moshammer wird auf dem Münchner Ostfriedhof beigesetzt, wo viele seiner Fans und Bewunderer seiner gedenken. Sein Name bleibt als Modeikone und Wohltäter unvergessen.

19. April 2005

Wir sind Papst - Papstwahl Benedikt XVI.

Nach dem Tod seines Vorgängers wurde der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger im Konklave zum neuen Papst gewählt. Er nahm den Namen Benedikt XVI. an und wurde damit das geistliche Oberhaupt der katholischen Kirche. Seine Wahl galt als Zeichen für Kontinuität in der Kirche. Ratzinger war zuvor als konservativer Theologe bekannt und prägte die katholische Lehre maßgeblich mit. Seine Wahl sorgte weltweit für Aufmerksamkeit, besonders in Deutschland, das erstmals seit Jahrhunderten wieder einen Papst stellte.

28. April 2005

Bundesgartenschau in München

In München fand die Bundesgartenschau statt – ein bedeutendes Ereignis für Stadtentwicklung, Umweltgestaltung und Freizeitkultur. Das Ausstellungsgelände erstreckte sich über den neu gestalteten **Riemer Park**, der auf dem ehemaligen Flughafengelände München-Riem entstand. Die BUGA präsentierte innovative Garten- und Landschaftsarchitektur, ökologische Konzepte und zahlreiche Blumen- und Pflanzenschauen. Neben der gärtnerischen Vielfalt standen auch Nachhaltigkeit und Naherholung im Fokus. Die Gartenschau hinterließ einen dauerhaften Beitrag zur Stadtgestaltung und machte den Riemer Park zu einem wichtigen grünen Erholungsraum im Münchner Osten.

30. Mai 2005

Die Allianz Arena wird fertiggestellt und eingeweiht

Am 30. Mai 2005 wurde nach 30 Monaten Bauzeit das neue Fußballstadion, die Allianz Arena, fertiggestellt und eingeweiht.

15. Juni 2005

NSU Mordanschlag

Theodoros Boulgarides, ein 41-jähriger Schlüsseldienstbetreiber griechischer Herkunft, wurde in seinem Geschäft in München-Westend ermordet. Dieser Mord war der siebte in der Reihe der NSU-Morde.

5. September 2005

Wiedereröffnung der Schrannenhalle in der Nähe des Viktualienmarkts

4. März 2006

Schneechaos

Im März 2006 erlebte München ein außergewöhnliches Schneechaos, das durch eine langanhaltende Tiefdruckzone und skandinavische Polarluft verursacht wurde. Dies führte zu rekordbrechenden Schneemengen von bis zu 45 Zentimetern in der Stadt, was seit den 1930er Jahren nicht mehr vorgekommen war. Der Wintereinbruch sorgte für erhebliche Verkehrsbehinderungen und Stromausfälle in Teilen Südbayerns. Die Schneemassen erreichten in einigen Teilen des südbayerischen Flachlands Höhen, die seit Jahrzehnten nicht mehr registriert wurden.

9. Juni 2006

Eröffnung der Fußball-WM in Deutschland

Die Fußball-Weltmeisterschaft wurde in Deutschland feierlich eröffnet – mit dem ersten Spiel in der neu erbauten Allianz Arena in Fröttmaning bei München. Das moderne Stadion beeindruckte mit seiner einzigartigen Fassade und bot eine spektakuläre Kulisse für den Auftakt des Turniers. Deutschland traf im Eröffnungsspiel auf Costa Rica und gewann mit 4:2. Die WM wurde zu einem Sommermärchen: friedlich, stimmungsvoll und voller Begeisterung im ganzen Land. Die Allianz Arena wurde so zum Symbol eines erfolgreichen und gastfreundlichen Turnierstarts.

9. November 2006

Einweihung der neuen Hauptsynagoge am Jakobsplatz

Das Datum wurde zur Erinnerung an die Reichsprogromnacht, bei der die staatlich gebilligten Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung und deren Synagogen und Geschäften stattfanden.

Dezember 2006

WikiLeaks – Plattform für Transparenz

WikiLeaks ist eine Enthüllungsplattform, die von Julian Assange gegründet wurde, um geheime Regierungs- und Unternehmensdokumente zu veröffentlichen. Ziel ist es, Machtmissbrauch, Korruption und Kriegsverbrechen aufzudecken. Die Plattform erlangte weltweite Bekanntheit durch Veröffentlichungen wie die Irak- und Afghanistan-Kriegsprotokolle sowie die US-Diplomatischen Depeschen. Diese Enthüllungen lösten globale Debatten über Transparenz, Meinungsfreiheit und Sicherheit aus. Während WikiLeaks von Unterstützern als Werkzeug zur Stärkung der Demokratie angesehen wird, kritisieren Gegner die Plattform wegen der Gefährdung nationaler Interessen.

29. Juli 2007

Das erste iPhone wird vorgestellt

Im Jahr 2007 stellte Apple das erste iPhone vor, ein bahnbrechendes Ereignis in der Technologiegeschichte. Entwickelt von Steve Jobs und seinem Team, kombinierte das iPhone einen iPod, ein Internet-Kommunikationsgerät und ein Telefon in einem einzigen Gerät mit einer intuitiven Touchscreen-Oberfläche. Dieser innovative Ansatz revolutionierte das Smartphone und beeinflusste nachhaltig den globalen Markt für mobile Kommunikation.

27. März 2008

Das Aus für den Transrapid

Das geplante Transrapid-Projekt in Bayern, das München mit dem Flughafen verbinden sollte, scheiterte im Jahr 2008 endgültig. Die hohen Kosten, die auf bis zu 3,4 Milliarden Euro geschätzt wurden, führten zur Einstellung des Vorhabens. Das Projekt, das als ein Leuchtturm der modernen Technik in Bayern gelten sollte, wurde aufgrund der explodierenden Kosten und politischen Bedenken aufgegeben.

18. Juli 2009

Eröffnung des Richard-Strauss-Tunnel

Der Richard-Strauss-Tunnel in München, Teil des Mittleren Rings, wurde am 18. Juli 2009 eröffnet und zwei Tage später für den Verkehr freigegeben. Mit einer Länge von 1.500 Metern, zwei Röhren und sieben Zu- und Abfahrten verbesserte er signifikant die Verkehrssituation in diesem Bereich Münchens. Die Baukosten beliefen sich auf ca. 325 Millionen Euro. Die Eröffnung markierte den Abschluss eines Projekts, das bereits in den 1980er Jahren initiiert, aber wegen politischer Widerstände mehrfach verzögert wurde.

September 2009

Verbot der klassischen Glühbirne in der EU

Das Verbot der klassischen Glühbirne in der EU zielte auf Energieeinsparung und Umweltschutz ab. Der Verkauf von herkömmlichen matten Glühbirnen sowie klaren Glühlampen mit 100 Watt oder mehr wurde eingestellt. Stattdessen sollten energieeffizientere Alternativen wie LEDs oder Energiesparlampen genutzt werden. Diese Maßnahme war Teil einer EU-weiten Initiative, um den Energieverbrauch zu reduzieren und den CO₂-Ausstoß langfristig zu senken.

12. September 2009

Mord an Dominik Brunner

Dominik Brunner, ein Geschäftsmann, wurde 2009 am S-Bahnhof Solln in München von zwei Jugendlichen zu Tode geprügelt. Brunner griff ein, um vier Schulkinder vor deren Belästigung zu schützen, und wurde dabei selbst zum Opfer. Sein mutiges Eingreifen und der tragische Tod lösten landesweit Entsetzen aus und machten ihn posthum zu einem Symbol für Zivilcourage.

28. September 2009

Das Oktoberfest wird weiträumig abgesperrt

Nachdem mehrere Drohvideos im Internet veröffentlicht wurden, hat das Innenministerium und die Stadt einen weiträumigen Sicherheitsgürtel um das Oktoberfst geschaffen.

27. Oktober 2009

Denkmal für Georg Elser wird der Öffentlichkeit übergeben

Das Denkmal von der Künstlerin Silke als Lichtinstallation gestaltet wird enthüllt. Das Denkmal zeigt das Attentatsdatum (8. November 1939) in explodierenden Zahlen, die zum ehemaligen Zeitpunkt der Explosion, 21:20 für eine Minute rot aufleuchten.

12. Januar 2010

Erdbeben in Haiti

Ein schweres Erdbeben erschütterte Haiti und verwüstete große Teile der Hauptstadt Port-au-Prince. Tausende Gebäude, darunter Krankenhäuser, Schulen und Wohnhäuser, stürzten ein. Die Katastrophe forderte über 230.000 Todesopfer, Hunderttausende Menschen wurden verletzt und verloren ihr Zuhause. Die Infrastruktur brach vollständig zusammen, Strom- und Wasserversorgung fielen aus. Internationale Hilfsorganisationen eilten zur Unterstützung, doch der Wiederaufbau gestaltete sich schwierig. Besonders betroffen war die ohnehin arme Bevölkerung, die unter den Folgen der Katastrophe noch lange zu leiden hatte.

19. Januar 2010

Missbrauchsskandal löst öffentliche Debatte aus

Ein Jesuiteninternat brachte erstmals den systematischen sexuellen Missbrauch in katholischen Einrichtungen ans Licht. Ehemalige Schüler berichteten über jahrelange Übergriffe, die von der Kirchenleitung verschwiegen wurden. Die Enthüllungen lösten eine öffentliche Debatte aus und führten dazu, dass immer mehr Opfer aus verschiedenen Bistümern ihre Missbrauchserfahrungen offenlegten. Der Druck auf die Kirche stieg, Reformen und eine umfassende Aufarbeitung wurden gefordert. Diese Offenlegung markierte den Beginn eines langwierigen Prozesses, der bis heute anda

20. April 2010

Explosion auf der Ölplattform „Deepwater Horizon“

Vor der Küste der USA kam es auf der Ölplattform Deepwater Horizon zu einer Explosion, bei der elf Arbeiter starben. Infolge des Unglücks trat monatelang Öl aus einem Bohrloch in den Golf von Mexiko aus. Es war die schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA. Millionen Liter Rohöl verschmutzten das Meer, bedrohten Tier- und Pflanzenwelt und richteten massive Umweltschäden an. Die Katastrophe hatte weltweit Auswirkungen auf Umweltpolitik, Sicherheitsvorgaben und das öffentliche Vertrauen in die Ölindustrie.

4. Juli 2010

Volksentscheid zum Nichtraucherschutz

61,1% der Münchner Bevölkerung stimmen für einen verstärkten Nichtraucherschutz, 38,9% stimmten dagegen.. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,7%. Das Gesetz tritt bereits am 1. August in Kraft. Das Oktoberfest erhält noch einen Schonfrist bis 2011. Erstmals trat es bereits am 1. August 2008 in Kraft. Daraufhin versuchten die Wirte dieses durch Gründung von Raucherclubs  zu umgehen. Die CSU sprang auf den populistischen Zug auf und lockerte das Gesetz wieder.

24. Juli 2010

Tragödie bei der Loveparade

Bei einer Massenpanik im Zugangsbereich zum Veranstaltungsgelände kamen 21 Menschen ums Leben, mehr als 650 wurden verletzt. Die Katastrophe geschah in einem überfüllten Tunnel, der als einziger Zugang zum Festivalgelände diente. Das Ereignis gilt als eine der schwersten Katastrophen bei einer Massenveranstaltung in Deutschland. Die Loveparade wurde danach dauerhaft eingestellt.

28. November 2010

Veröffentlichung von Depeschen US-amerikanischer Botschaften durch Wikileaks

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlichte eine große Menge vertraulicher Depeschen US-amerikanischer Botschaften. Die Dokumente stammten aus diplomatischen Kanälen des US-Außenministeriums und zeigten Einschätzungen zu Regierungen, Politikern und internationalen Krisen. Die Veröffentlichung löste weltweit diplomatische Spannungen aus, da viele Äußerungen intern und teils kritisch formuliert waren. Zahlreiche Länder reagierten empört. Die Aktion wurde als Teil des sogenannten „Cablegate“ bekannt und war eine der größten Datenlecks in der Geschichte der Diplomatie. Sie löste Debatten über Transparenz, Pressefreiheit und nationale Sicherheit aus.

30. Januar 2011

Aufstellung der Mae West

In der Nacht des 30.Januar sollte der Oberteil der Großplastik Mae West auf das Unterteil montiert werden. Aber wegen der großen Kälte von minus 10 Grad, die zu Verzögerungen der Arbeiten führte, wurde die Aktion morgen um 6:00 Uhr abgebrochen und auf abends gegen 20:00 verschoben.

11. März 2011

Reaktorkatastrophe von Fukushima

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima ereignete sich als ein schweres Erdbeben und ein darauffolgender Tsunami das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan schwer beschädigten. Dies führte zur Freisetzung von radioaktivem Material und zwang Tausende zur Evakuierung. Die Katastrophe hatte weltweit Auswirkungen auf die Kernenergiepolitik und führte in vielen Ländern zu verstärkten Sicherheitsüberprüfungen und Ausstiegsplänen.

12. Mai 2011

2. Ökumenischer Kirchentag in München

Der 2. Ökumenischer Kirchentag in München ist überschattet von den Kindermißbrauchfällen in den Kirchen. Das Motto des Kirchentages lautet Damit ihr Hoffnung habt.. Auch über ein gemeinsames Abendmal konnten sich dir Kirchen nicht einigen.

1. Juli 2011

Aussetzung des Wehrdienstes

Der Wehrdienst in Deutschland wurde ausgesetzt, was bedeutet, dass männliche Staatsbürger nicht mehr verpflichtet sind, gegen ihren Willen Dienst in der Bundeswehr zu leisten. Diese Maßnahme beendete die jahrzehntelange Praxis der allgemeinen Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 45 Jahren. Seit der Aussetzung können sich Bürger freiwillig zum Dienst melden. Im Falle eines Verteidigungsfalles könnte der Wehrdienst theoretisch wieder eingeführt werden.

22. Juli 2011

Terroranschlag in Norwegen

Am 22. Juli 2011 verübte Anders Behring Breivik zwei verheerende Anschläge in Norwegen. Zunächst zündete er eine Autobombe im Regierungsviertel von Oslo, die acht Menschen tötete und mehrere verletzte. Zwei Stunden später erschoss er auf der Insel Utøya in einem Feriencamp der sozialdemokratischen Jugendorganisation 69 Jugendliche. Breivik begründete seine Taten mit islamfeindlichen und rechtsextremen Motiven. Er wurde festgenommen, gestand die Taten und wurde zu 21 Jahren Gefängnis mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

2012

Sprengung des Blindgängers in Schwabing

Schwabing zum Schauplatz einer der größten Evakuierungsaktionen der Nachkriegszeit. In einer Baugrube an der Feilitzschstraße, wo zuvor die legendäre Kneipe Schwabinger 7 stand, wurde eine 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt.Da der chemische Langzeitzünder nicht entschärft werden konnte, entschied sich der Kampfmittelräumdienst zu einer kontrollierten Sprengung. Gegen Mitternacht detonierte der Blindgänger – die Explosion war in weiten Teilen der Stadt zu hören.Die Folgen waren erheblich: zahlreiche beschädigte Gebäude, eingeschlagene Fenster, abgedeckte Dächer und ein Gesamtschaden in zweistelliger Millionenhöhe. Über 3.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.

2012

Ermittlungen zur rechtsextremen Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)

Februar 2012

Bundespräsident Christian Wulff tritt aufgrund von Vorwürfen der Vorteilsannahme zurück

September 2012

Glühlampen dürfen nicht mehr verkauft werden

Alle Glühlampen mit einer Leistung von 40 Watt oder weniger werden vom Markt genommen.Nach 2012 durften somit keine herkömmlichen Glühbirnen mehr verkauft werden, wodurch Alternativen wie LED-Lampen, die wesentlich effizienter sind und eine deutlich längere Lebensdauer bieten, in den Vordergrund rückten.

September 2012

Der Fall Gurlitt

Der Fall Gurlitt bezieht sich auf den Fund einer großen Sammlung von Kunstwerken im Besitz von Cornelius Gurlitt, dem Sohn eines Kunsthändlers aus der NS-Zeit. Die Sammlung wurde 2012 bei einer Steuerermittlung in seiner Münchner Wohnung entdeckt und umfasste mehr als 1.400 Kunstwerke, darunter viele, die möglicherweise während der NS-Zeit beschlagnahmt oder unrechtmäßig erworben worden waren. Der Fall löste international großes Aufsehen aus, da es um die Frage ging, wie mit Raubkunst umzugehen sei. Der Fund führte zu intensiven Diskussionen über die Rückgabe von Kunstwerken an rechtmäßige Eigentümer oder deren Nachkommen.

2013

FC Bayern München: Erstes Triple 2013

2013 gewann der FC Bayern München erstmals das Triple. Der Verein sicherte sich in dieser historischen Saison die Deutsche Meisterschaft, den DFB-Pokal und die UEFA Champions League. Dieser außergewöhnliche Erfolg stellte einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte dar und festigte die Position des FC Bayern als einer der führenden Fußballvereine weltweit.

April 2013

Söder verkauft 33.000 Wohnungen an Patrizia Immobilien AG

Im Jahr 2013 verkaufte die Bayerische Landesbank unter Finanzminister Markus Söder ihre Tochter GBW mit rund 33.000 Wohnungen an die Patrizia Immobilien AG. Der Verkauf sollte Verluste der Bank ausgleichen, doch Söder verzichtete auf einen Rückkauf durch den Freistaat. In den Folgejahren führten Mietsteigerungen und Weiterverkäufe zu Kritik. Die Stadt München musste einige Wohnungen zurückkaufen, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Der Deal bleibt politisch umstritten, da soziale Folgen nicht ausreichend bedacht wurden.

Juni 2013

NSA-Skandal: Snowdens Enthüllungen erschüttern die Welt

Im Juni 2013 deckte Edward Snowden, ein ehemaliger NSA-Mitarbeiter, geheime Überwachungsprogramme der US-Regierung auf. Die NSA sammelte massenhaft Telefon- und Internetdaten weltweit, auch von Verbündeten wie Deutschland. Selbst Angela Merkels Handy wurde abgehört. Die Enthüllungen lösten globale Empörung aus und entfachten eine Debatte über Datenschutz und Massenüberwachung. Snowden floh zunächst nach Hongkong und erhielt später Asyl in Russland. Der Skandal veränderte die Wahrnehmung staatlicher Überwachung dauerhaft.

2. November 2013

Taifun Haiyan: Zerstörung auf den Philippinen

Im November 2013 traf Taifun Haiyan mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 315 km/h die Philippinen. Es war einer der stärksten je gemessenen Tropenstürme. Besonders betroffen war die Stadt Tacloban, wo meterhohe Flutwellen ganze Viertel zerstörten. Über 6.000 Menschen starben, Millionen wurden obdachlos. Die Infrastruktur brach zusammen, es folgten Nahrungsmittelknappheit und Krankheiten. Internationale Hilfe lief an, doch der Wiederaufbau dauerte Jahre. Haiyan verdeutlichte die verheerenden Folgen des Klimawandels.

26. Dezember 2014

Stapler-Unfall an Mariensäule: 10.000 Euro Schaden

Ein Stapelfahrer war am frühen Samstagmorgen gegen 6.40 Uhr damit beschäftigt, die Buden des Christkindlmarktes auf dem Münchner Marienplatz abzubauen. Beim Rangieren mit seinem Gabelstapler stieß er jedoch versehentlich gegen das schützende Mauerwerk rund um die historische Mariensäule. Dabei entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 10.000 Euro.Die Mariensäule blieb unversehrt; eine Einsturzgefahr bestand nach Polizeiangaben nicht. Der Fahrer reagierte umsichtig und verständigte nach dem Unfall selbst die zuständigen Beamten.

2015

Pegida und Gegenproteste

Die Bewegung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) organisierte 2015 weiterhin Demonstrationen, insbesondere in Dresden. Pegida protestierte gegen Migration und eine vermeintliche Islamisierung, zog dabei jedoch Kritik wegen rassistischer und fremdenfeindlicher Inhalte auf sich. Parallel dazu formierten sich bundesweit große Gegenproteste, die Vielfalt, Toleranz und Solidarität einforderten. Politik, Medien und Gesellschaft führten eine breite Debatte über Integration und den Umgang mit Rechtspopulismus.

7. Januar 2015

Attentat auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“

Das Attentat auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ war ein gezielter Terrorangriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit. Zwei schwer bewaffnete Männer drangen in die Büroräume der französischen Satirezeitung ein und eröffneten das Feuer, wobei mehrere Redaktionsmitglieder, darunter bekannte Karikaturisten, getötet wurden. Der Angriff wurde von islamistischen Extremisten ausgeführt und als Vergeltung für veröffentlichte Karikaturen des Propheten Mohammed gerechtfertigt. Die Tat löste weltweit Bestürzung aus und führte zu Solidaritätskundgebungen, bei denen die Freiheit der Meinungsäußerung verteidigt wurde.

24. März 2015

Germanwings-Unglück: Tragödie in den Alpen

Flug 4U9525 der Germanwings stürzte auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen ab. Der Co-Pilot brachte das Flugzeug absichtlich zum Absturz, nachdem er den Kapitän aus dem Cockpit ausgesperrt hatte. Alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben. Das tragische Ereignis erschütterte die Weltöffentlichkeit und führte zu umfassenden Diskussionen über die psychische Gesundheit von Piloten sowie zu verschärften Sicherheitsvorgaben im internationalen Luftverkehr.

Juni 2015

G7-Gipfel auf Schloss Elmau

Auf Schloss Elmau in Bayern trafen sich die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten, um globale Themen wie Klimaschutz, Weltwirtschaft, Sicherheit und internationale Konflikte zu diskutieren. Der Gipfel diente als Plattform für diplomatische Gespräche und die Suche nach gemeinsamen Lösungen. Begleitet wurde das Treffen von massiven Sicherheitsvorkehrungen sowie Demonstrationen von Globalisierungskritikern und Umweltaktivisten.

31. August 2015

„Wir schaffen das“ – Ein prägender Satz

Mit den Worten „Wir schaffen das“ drückte Bundeskanzlerin Angela Merkel Zuversicht und Entschlossenheit aus, die Herausforderungen der Flüchtlingskrise zu bewältigen. Der Satz wurde zu einem zentralen Symbol ihrer Politik und rief sowohl Unterstützung als auch Kritik hervor. Während Befürworter darin ein Bekenntnis zu humanitären Werten sahen, betrachteten Kritiker ihn als Ausdruck naiven Optimismus. Die Aussage führte zu einer intensiven Debatte über Deutschlands Integrationsfähigkeit und die gesellschaftlichen Folgen der Zuwanderung, die die politische Landschaft nachhaltig prägte.

September 2015

Dieselskandal

Der Dieselskandal bezeichnet die systematische Manipulation von Abgasemissionen bei Dieselfahrzeugen durch unzulässige Abschalteinrichtungen. Motorsoftware erkannte Prüfstandsbedingungen und reduzierte Stickoxide nur dort, nicht im realen Betrieb. Aufgedeckt 2015, insbesondere beim Volkswagen‑Konzern, offenbarte der Skandal regulatorisches Versagen, relevante Gesundheitsbelastungen durch NO₂ sowie die Notwendigkeit realitätsnaher Emissionsmessungen und strengerer Fahrzeugzulassung. Er führte zu Rechtsfolgen, Rückrufen, Reformen europäischer Abgasnormen und institutioneller Kontrolle staatlicher Aufsicht.

13. November 2015

Terroranschläge in Paris

Die Terroranschläge in Paris, bei denen 130 Menschen ums Leben kamen und über 350 verletzt wurden, erschütterten die Welt. Terroristen griffen mehrere Ziele an, darunter Restaurants, ein Fußballstadion und die Konzerthalle Bataclan. Die Attentäter eröffneten das Feuer auf Unbeteiligte und sprengten sich teilweise selbst in die Luft. Die Anschläge wurden von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) koordiniert.

31. Dezember 2015

Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16

In der Silvesternacht 2015/16 kam es am Kölner Hauptbahnhof zu massiven Übergriffen auf Frauen. Gruppen von Männern belästigten zahlreiche Feiernde sexuell, beraubten sie und sorgten für ein Klima von Angst und Unsicherheit. Mehr als 1.000 Anzeigen wurden später erstattet, davon viele wegen sexueller Nötigung. Die Ereignisse lösten bundesweit Entsetzen aus, führten zu Debatten über Sicherheitskonzepte, rechtliche Konsequenzen und gesellschaftliche Verantwortung und hinterließen bleibenden Eindruck in der öffentlichen Wahrnehmung.

22. Juli 2016

Anschlag im Olympia-Einkaufszentrum (OEZ)

Bei diesem Anschlag wurden neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordet. Der Täter, ein 18-jähriger Deutsch-Iraner, tötete Armela Segashi, Can Leyla, Dijamant Zabërgja, Guiliano Kollmann, Hüseyin Dayıcık, Roberto Rafael, Sabine S., Selçuk Kiliç und Sevda Dağ. Fünf weitere Menschen wurden verletzt. Lange Zeit wurde der Anschlag fälschlicherweise als Amoklauf eines Mobbing-Opfers betrachtet, bis schließlich seine rechtsextremistischen und rassistischen Motive anerkannt wurden.

19. Dezember 2016

Terroranschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt

Ein Terrorist steuerte einen gestohlenen Lastwagen in die Menschenmenge auf einem Berliner Weihnachtsmarkt am c, wodurch 12 Menschen getötet und viele verletzt wurden. Der Täter, ein tunesischer Asylbewerber, tötete den LKW-Fahrer zuvor und wurde später von der Polizei erschossen. Der Anschlag führte zu verschärften Sicherheitsmaßnahmen auf Weihnachtsmärkten, wie Barrieren und erhöhter Polizeipräsenz. Ein Denkmal am Breitscheidplatz erinnert an die Opfer und hat die Diskussion um Sicherheit, Integration und den Umgang mit terroristischen Bedrohungen in Deutschland nachhaltig geprägt.

2017

Donald Trump wird US-Präsident

Donald Trump wird als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt und übernimmt das Amt von seinem Vorgänger. Seine Amtszeit beginnt mit kontroversen Entscheidungen, darunter Einreisebeschränkungen für mehrere muslimisch geprägte Länder und der Rückzug aus internationalen Abkommen. Innenpolitisch setzt er auf Steuerreformen und eine konservative Justizpolitik. Seine unkonventionelle Kommunikationsstrategie, insbesondere über soziale Medien, prägt die politische Debatte. Die Spaltung der US-amerikanischen Gesellschaft vertieft sich während seiner Präsidentschaft weiter.

Oktober 2017

Aufstieg der #MeToo-Bewegung

Die #MeToo-Bewegung gewinnt internationale Aufmerksamkeit, nachdem zahlreiche Frauen sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch in der Filmindustrie und anderen Branchen öffentlich machen. Ausgelöst durch Vorwürfe gegen einen bekannten Produzenten, ermutigt die Bewegung Betroffene, ihre Erfahrungen zu teilen. Sie führt zu gesellschaftlichen Debatten, Entlassungen prominenter Persönlichkeiten und verstärkten Forderungen nach Gleichberechtigung.

1. Oktober 2017

Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien

In Katalonien wird ein umstrittenes Unabhängigkeitsreferendum abgehalten, trotz eines Verbots durch die spanische Regierung und das Verfassungsgericht. Die Abstimmung verläuft chaotisch, da die spanische Polizei Wahllokale schließt und Wahlurnen beschlagnahmt. Eine Mehrheit der Teilnehmenden stimmt für die Abspaltung von Spanien, doch die Wahlbeteiligung ist niedrig. Die spanische Regierung erklärt das Referendum für ungültig und setzt die katalanische Autonomie teilweise außer Kraft. Die Krise führt zu politischen Spannungen und Protesten in ganz Spanien.

2018

Wärmster Sommer seit der Wetteraufzeichnung

Der Sommer 2018 in München war außergewöhnlich warm und ging als einer der wärmsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte ein. Von April bis August lagen die Temperaturen deutlich über den langjährigen Mittelwerten.

19. Dezember 2018

Claas-Relotius-Skandal

Claas Relotius begann 2011 als gefeierter Reporter beim Spiegel und gewann zwischen 2012 und 2017 zahlreiche Preise für seine eindringlichen Reportagen. 2018 veröffentlichte er den Text „Jaegers Grenze“, der seinen Kollegen Juan Moreno misstrauisch machte. Dessen Recherchen in den USA bestätigten: Relotius hatte Personen, Zitate und Szenen erfunden. Am 19. Dezember 2018 machte der Spiegel den Skandal öffentlich. Relotius trat zurück, alle Auszeichnungen wurden ihm aberkannt. Eine Kommission belegte systematische Manipulation, der Fall erschütterte den deutschen Journalismus nachhaltig.

2019

Hitzesommer

Der Hitzesommer 2019 brachte Deutschland extreme Temperaturen und mehrere Hitzerekorde, mit Spitzenwerten von über 40 Grad. Die anhaltende Trockenheit führte zu Ernteausfällen, Waldbränden und Wasserknappheit in einigen Regionen. Städte verzeichneten Hitzetote, und der Sommer verdeutlichte die Auswirkungen des Klimawandels, was Forderungen nach verstärktem Klimaschutz verstärkte.

15. April 2019

Brand von Notre-Dame

Ein schweres Feuer zerstörte große Teile des Dachstuhls der Kathedrale Notre-Dame und ließ den zentralen Vierungsturm einstürzen. Der hölzerne Dachraum brannte vollständig aus, Teile der Gewölbe wurden beschädigt. Dank des raschen Einsatzes der Feuerwehr blieben Fassade, Türme und zahlreiche Kunstwerke erhalten. 

2. Juni 2019

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke wird erschossen

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke wurde erschossen, was bundesweit Entsetzen auslöste. Der Mord steht im Zusammenhang mit rechtsextremistischen Motiven und brachte die Gefahren des Rechtsextremismus in Deutschland in den Fokus. Lübcke hatte sich zuvor für die Aufnahme von Geflüchteten eingesetzt, was ihn zur Zielscheibe von Hasskampagnen machte.

18. Juni 2019

Einführung des 5G-Netzes in Deutschland

Der Ausbau des 5G-Netzes markiert einen technologischen Meilenstein, der schnelle und zuverlässige Datenübertragung für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft ermöglicht. Mit höherer Geschwindigkeit, geringer Latenz und Kapazität für viele vernetzte Geräte gilt 5G als Basis für autonomes Fahren, Industrie 4.0 und Smart Cities. Trotz des Potenzials stießen gesundheitliche Bedenken und geopolitische Diskussionen über beteiligte Anbieter auf Widerstand.

18. Juni 2019

Pkw-Maut scheitert als größtes verkehrspolitisches Debakel der CSU

Der Europäische Gerichtshof erklärt die deutsche Pkw-Maut für rechtswidrig. Das Urteil bedeutete das Scheitern eines jahrelang vorbereiteten Infrastrukturprojekts. Die geplante Maut hätte ausländische Fahrer benachteiligt, da deutsche Halter über die Kfz-Steuer entlastet worden wären. Das Vorhaben endete als eines der größten politischen Fehlprojekte der deutschen Verkehrspolitik.

9. Oktober 2019

Anschlag von Halle

Ein rechtsextremistischer Täter versuchte, eine Synagoge in Halle während eines jüdischen Feiertags anzugreifen. Nachdem sein Vorhaben scheiterte, weil die Tür der Synagoge standhielt, erschoss er eine Passantin und später einen Mann in einem Döner-Imbiss. Der Angriff wurde live im Internet übertragen, was für internationale Bestürzung sorgte. Der Täter handelte aus antisemitischen und rassistischen Motiven. 

2020

Bei Neubaumaßnahmen der Straßenbeleuchtung wird die LED-Technik eingesetzt

Das Baureferat wird vom Bauausschuss beauftragt, die Erfahrungen aus dem Pilotbetrieb Freiham Nord auf das gesamte Stadtgebiet zu übertragen und im Bereich der Straßenbeleuchtung bei allen Neubaumaßnahmen LED- Technik einzusetzen.

27. Januar 2020

Erstes Auftreten von Corona

Das erste bestätigte Auftreten des Coronavirus (SARS-CoV-2) in Bayern, und somit auch in Deutschland, wurde Ende Januar 2020 gemeldet. Der erste Fall betraf einen Mitarbeiter der Firma Webasto in Starnberg, Bayern. Diese Person hatte sich bei einer Kollegin aus China, die zum Training nach Deutschland gekommen war und später positiv auf das Virus getestet wurde, angesteckt. Dieser Fall markierte den Beginn der COVID-19-Pandemie in Deutschland. Weitere Fälle im Unternehmen und in der Region folgten schnell, was zu den ersten lokalen Quarantänemaßnahmen und Kontaktnachverfolgungen in Bayern führte.

31. Januar 2020

EU-Austritt des Vereinigten Königreichs

Am 31. Januar 2020 verließ das Vereinigte Königreich offiziell die Europäische Union, bekannt als Brexit. Dieser Austritt folgte einem Referendum am 23. Juni 2016, bei dem 51,9 % der britischen Wähler für den Austritt stimmten. Nach langen Verhandlungen und politischen Turbulenzen trat das Vereinigte Königreich aus der EU aus, was zu erheblichen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen führte. Eine Übergangsperiode bis zum 31. Dezember 2020 ermöglichte die Aushandlung eines neuen Handels- und Kooperationsabkommens, das am 1. Januar 2021 in Kraft trat.

13. Februar 2020

Anerkennung „vergessener“ NS-Opfer durch den Bundestag

Der Deutsche Bundestag erkennt die lange übersehenen Opfergruppen des Nationalsozialismus an, die als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ gebrandmarkt wurden. Viele von ihnen wurden entrechtet, zur Zwangsarbeit gezwungen oder inhaftiert. Die späte Anerkennung stellt einen wichtigen Schritt dar, um das historische Unrecht aufzuarbeiten und alle Opfergruppen in das Gedenken einzubeziehen.

22. März 2020

Corona: Umfangreiche Einschränkung sozialer Kontakte

22. März 2020

Lockdown als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie

Der erste Lockdown in Deutschland, der als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie eingeführt wurde, begann am 22. März 2020. Diese bundesweiten Maßnahmen, die oft als "Kontaktbeschränkungen" bezeichnet wurden, zielten darauf ab, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Zu den Maßnahmen gehörten die Schließung von nicht lebensnotwendigen Geschäften, Restaurants, Sporteinrichtungen und Freizeiteinrichtungen sowie das Verbot von Zusammenkünften in Gruppen außerhalb des eigenen Haushalts. Die Bürgerinnen und Bürger wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben, soziale Kontakte zu minimieren und, wenn möglich, Homeoffice zu nutzen. Diese ersten strengen Beschränkungen dauerten mehrere Wochen und wurden schrittweise gelockert, als die Infektionszahlen zu sinken begannen.  

29. April 2020

Corona: Bundesweite Pflicht zum Tragen von Masken

In Deutschland wurde eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften eingeführt, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Ziel der Maßnahme war es, das Risiko von Tröpfcheninfektionen zu reduzieren und den Schutz der Bevölkerung im Alltag zu gewährleisten. Alltags- oder Stoffmasken wurden als ausreichend angesehen, wobei medizinische Masken zunächst knapp waren. Die Einführung wurde von Diskussionen über die Wirksamkeit, Akzeptanz und sozialen Auswirkungen begleitet. Sie stellte einen bedeutenden Schritt in der Pandemiebekämpfung dar und veränderte das tägliche Leben nachhaltig. Die Maßnahme wurde von begleitenden Hygieneregeln wie Abstandsgeboten und Handhygiene ergänzt, um die Infektionszahlen zu senken.

18. Juni 2020

Wirecard-Skandal: 1,9 Milliarden verschwunden

Die Wirecard-Affäre ist einer der größten Wirtschaftsskandale in Deutschland. Der Zahlungsdienstleister Wirecard manipulierte jahrelang Bilanzen, um ein erfolgreiches Unternehmen vorzutäuschen. Rund 1,9 Milliarden Euro fehlten, angeblich auf asiatischen Treuhandkonten, existierten jedoch nie. Vorstandschef Markus Braun wurde verhaftet, während COO Jan Marsalek untertauchte. Die BaFin und die Wirtschaftsprüfer gerieten in massive Kritik, da Warnsignale ignoriert wurden. Wirecard ging insolvent, der Fall löste umfassende Reformen in der Finanzaufsicht und einen Untersuchungsausschuss im Bundestag aus.

1. Dezember 2020

Amokfahrt in Trierer Fußgängerzone

Ein Mann fuhr mit einem SUV gezielt durch die Fußgängerzone der Innenstadt von Trier und erfasste zahlreiche Passanten. Dabei wurden sechs Menschen getötet und viele verletzt. Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus. Der Täter wurde am Tatort festgenommen. Hinweise auf ein terroristisches Motiv gab es nicht, es wurde von einer psychischen Störung ausgegangen.

6. Januar 2021

Sturm auf das Kapitol

Ein beispielloser Angriff auf das Kapitol der Vereinigten Staaten ereignete sich, als Anhänger von Donald Trump das Gebäude stürmten, um die formelle Bestätigung der Präsidentschaftswahl zu verhindern. Ausgelöst durch Trumps unbelegte Behauptungen über Wahlbetrug, durchbrachen sie Barrikaden, verwüsteten Büros und bedrohten Abgeordnete. Der Angriff führte zu Chaos, Verletzten und Todesfällen. Weltweit verurteilten Politiker den Vorfall als Angriff auf die Demokratie. Der Vorfall hatte tiefgreifende politische Konsequenzen und entfachte eine Debatte über Radikalisierung und Desinformation.

23. März 2021

Blockade des Suezkanals durch die “Ever Given”

Das 400 Meter lange Containerschiff “Ever Given” lief im Suezkanal auf Grund und blockierte die Wasserstraße vollständig. Starke Winde und ein Sandsturm führten zum Verlust der Steuerfähigkeit, wodurch das Schiff quer im Kanal festsaß. Infolgedessen stauten sich über 300 Schiffe an beiden Enden des Kanals, was erhebliche Auswirkungen auf den globalen Handel hatte. Nach intensiven Bergungsarbeiten, unterstützt von Schleppern und Baggern, konnte die “Ever Given” wieder flottgemacht und der Kanal für den Schiffsverkehr freigegeben werden.   

Juli 2021

Flutkatastrophe in Westdeutschland

Das Hochwasser verwüstete das Ahrtal in Rheinland-Pfalz massiv. Durch anhaltende Regenfälle stieg die Ahr schnell an und überflutete zahlreiche Ortschaften. Über 135 Menschen verloren ihr Leben, rund 9.000 Gebäude wurden zerstört, und der Sachschaden betrug etwa 20 Milliarden Euro. Die Infrastruktur brach zusammen, viele Menschen wurden verletzt oder obdachlos. Rettungsdienste und Freiwillige leisteten unermüdliche Hilfe. Die Katastrophe löste umfangreiche Hilfsmaßnahmen aus und führte zu Diskussionen über den Klimawandel und verbesserte Hochwasserschutzmaßnahmen.

13. Juli 2021

Flutkatastrophe

Die Flutkatastrophe traf ganze Regionen mit extremer Wucht. Nach außergewöhnlich starkem Regen schwollen Flüsse und Bäche in kurzer Zeit an, traten über die Ufer und verwandelten Orte in Trümmerfelder. Häuser wurden fortgerissen, Infrastruktur zerstört, Menschen verloren Angehörige und ihr Zuhause. Warnsysteme und Schutzmaßnahmen erwiesen sich vielerorts als unzureichend. Zugleich entstand eine große Welle der Solidarität. Das Ereignis löste intensive Debatten über Klimawandel, Katastrophenschutz, Raumplanung und den besseren Schutz gefährdeter Gebiete aus und zeigte deutlich die Verwundbarkeit moderner Gesellschaften weltweit nachhaltig.

20. Januar 2022

Gutachten zum Erzbistum München deckt Vertuschung auf

Ein Gutachten der Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl untersuchte Fälle sexuellen Missbrauchs im Erzbistum München und Freising und deckte schwerwiegende Vertuschungen auf. Der Bericht belegt, dass hohe Kirchenvertreter, darunter Kardinal Joseph Ratzinger (später Papst Benedikt XVI.), Missbrauchsfälle nicht konsequent verfolgten. Es wurden systematische Versäumnisse im Opferschutz und das Verschweigen von Taten durch die Kirchenleitung festgestellt. Die Veröffentlichung löste breite öffentliche Empörung aus und verstärkte Forderungen nach einer konsequenten Aufarbeitung und Entschädigung der Betroffenen.

November 2022

FTX-Skandal: Milliardenbetrug und der Fall von Sam Bankman-Fried

Sam Bankman-Fried, Gründer von FTX, war in einen milliardenschweren Krypto-Skandal verwickelt. FTX kollabierte, nachdem bekannt wurde, dass Kundengelder in großem Umfang veruntreut wurden. Bankman-Fried wurde verhaftet, des Betrugs überführt und zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Der Fall führte zu massiven Marktverlusten und verstärkten Regulierungsdebatten. Hollywood plant Verfilmungen des Skandals, während Gerichte FTX zur Rückzahlung hoher Summen an Kunden verpflichteten. Der Fall gilt als einer der größten Finanzbetrugsfälle im Krypto-Sektor.

November 2022

FTX-Skandal: Milliardenbetrug und der Fall von Sam Bankman-Fried

Sam Bankman-Fried, Gründer von FTX, war in einen milliardenschweren Krypto-Skandal verwickelt. FTX kollabierte, nachdem bekannt wurde, dass Kundengelder in großem Umfang veruntreut wurden. Bankman-Fried wurde verhaftet, des Betrugs überführt und zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Der Fall führte zu massiven Marktverlusten und verstärkten Regulierungsdebatten. Hollywood plant Verfilmungen des Skandals, während Gerichte FTX zur Rückzahlung hoher Summen an Kunden verpflichteten. Der Fall gilt als einer der größten Finanzbetrugsfälle im Krypto-Sektor.

November 2022

FTX-Skandal: Milliardenbetrug und der Fall von Sam Bankman-Fried

Sam Bankman-Fried, Gründer von FTX, war in einen milliardenschweren Krypto-Skandal verwickelt. FTX kollabierte, nachdem bekannt wurde, dass Kundengelder in großem Umfang veruntreut wurden. Bankman-Fried wurde verhaftet, des Betrugs überführt und zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Der Fall führte zu massiven Marktverlusten und verstärkten Regulierungsdebatten. Hollywood plant Verfilmungen des Skandals, während Gerichte FTX zur Rückzahlung hoher Summen an Kunden verpflichteten. Der Fall gilt als einer der größten Finanzbetrugsfälle im Krypto-Sektor.

10. Dezember 2022

Corona: Aufhebung der Maskenpflicht im ÖPNV

Die Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in München wurde aufgehoben. Nach einer längeren Phase pandemiebedingter Maßnahmen entschied die Landesregierung, die Verpflichtung zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in Bussen, Bahnen und anderen Verkehrsmitteln zu beenden. Diese Änderung markiert einen wichtigen Schritt in Richtung Normalisierung des Alltags und spiegelt die verbesserte pandemische Lage wider.

2023

Reformdruck und Präventionsmaßnahmen in der Kirche

Studien zeigen weiterhin erhebliche Defizite in der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs durch die Kirche. Trotz bereits umgesetzter Präventionsmaßnahmen und neuer Meldestrukturen kritisieren Opferverbände und Experten die mangelnde Transparenz und Konsequenz kirchlicher Reformen. Es gibt Forderungen nach unabhängigen Untersuchungen, einer besseren Entschädigung für Betroffene und einer stärkeren Verantwortung kirchlicher Führungspersonen. Die Debatte zeigt, dass die Aufarbeitung noch lange nicht abgeschlossen ist und weitergehende strukturelle Veränderungen notwendig sind.

2023

Reformdruck und Präventionsmaßnahmen in der Kirche

1. Mai 2023

Einführung des Deutschlandticket

Das Deutschlandticket ist ein monatliches Abo, das landesweit unbegrenztes Reisen im Nah- und Regionalverkehr ermöglicht. Es ist für 49 Euro pro Monat erhältlich und gilt in Bussen, Trams sowie Nahverkehrszügen, ausgenommen sind jedoch Fernverkehrsangebote wie ICE oder IC. Dieses individuelle Ticket kann digital oder auf einer Chipkarte genutzt werden und ist bei sämtlichen Verkehrsbetrieben erwerbbar. Spezielle Vergünstigungen für ausgewählte Nutzergruppen sind verfügbar, und das Abo kann monatlich beendet werden​.

November 2023

Benko Pleite

Die Insolvenz der Signa Holding unter René Benko trifft München schwer. Der Konzern besaß zentrale Immobilien wie das ehemalige Kaut-Bullinger-Kaufhaus, die Galeria-Kaufhof-Immobilie am Marienplatz, die Alte Akademie und das Traditionskaufhaus Oberpollinger. Mit der Pleite wurden Projekte wie der Umbau der Alten Akademie gestoppt. Oberbürgermeister Dieter Reiter ließ alle Bauanträge der Signa-Gruppe aussetzen, da ungewiss ist, wie es mit den Gebäuden weitergeht. Die Stadt fürchtet Leerstände, die Wirtschaft und Stadtbild erheblich beeinträchtigen könnten.

25. November 2023

Potsdamer Treffen: Skandal um AfD und Rechtsextreme

Ein Treffen in einer Villa in Potsdam sorgte für einen politischen Skandal, als bekannt wurde, dass hochrangige AfD-Politiker, Neonazis und Unternehmer teilnahmen. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag des Rechtsextremisten Martin Sellner, der einen Plan zur Remigration und Vertreibung von Millionen Menschen vorstellte. Die Enthüllung durch das Portal Correctiv löste bundesweite Empörung aus und führte zu politischen Konsequenzen für einige Teilnehmer. Gleichzeitig wurden Teile der Berichterstattung juristisch angefochten, was zu kontroversen Diskussionen über rechtsextreme Netzwerke und die Grenzen investigativer Recherche führte.

11. Februar 2024

Lichterdemo gegen Rechts

In München fand eine beeindruckende Lichterdemo gegen rechtsextreme Ideologien statt. Tausende Menschen versammelten sich friedlich, um ein starkes Zeichen für Toleranz und Vielfalt zu setzen. Mit leuchtenden Kerzen und Transparenten protestierten sie entschlossen gegen Hass und Diskriminierung. Die Veranstaltung unterstreicht die Entschlossenheit der Bevölkerung, für eine offene und inklusive Gesellschaft einzustehen.

16. Februar 2024

Tod von Alexej Nawalny

Alexej Nawalny, ein prominenter russischer Oppositionspolitiker und scharfer Kritiker des Kremls, verstarb unter umstrittenen Umständen in einem russischen Straflager. Offiziell wurde eine Herzrhythmusstörung als Todesursache angegeben, doch Berichte und geleakte Dokumente deuten auf eine mögliche Vergiftung hin. Bereits zuvor überlebte er einen Giftanschlag mit dem Nervengift Nowitschok. Sein Tod wird von vielen als gezielte Ausschaltung eines bedeutenden Kritikers des russischen Regimes betrachtet und löste weltweit Forderungen nach einer unabhängigen Untersuchung aus.

11. April 2024

Rückkehr der Namen

In München wird das Erinnerungsprojekt "Die Rückkehr der Namen" durchgeführt. Dabei soll den Opfern des NS-Regimes gedacht und ein Zeichen für Demokratie und Toleranz gesetzt werden. Der Bayerische Rundfunk organisiert das Projekt mit Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München, um an 1.000 Münchnerinnen und Münchner zu erinnern, die während der NS-Zeit verfolgt, entmenschlicht und ermordet wurden. Impressionen

7. Oktober 2024

Überfall der Hamas auf Israel

Die Hamas führte einen großangelegten Angriff auf Israel durch, bei dem über 1.200 Menschen getötet wurden, darunter etwa 815 Zivilisten. Zudem wurden rund 251 Personen als Geiseln genommen und in den Gazastreifen verschleppt. Unter den Geiseln befanden sich Frauen, Kinder, ältere Menschen und Soldaten. Dieser Angriff führte zu einer intensiven militärischen Reaktion Israels und einer Eskalation des Konflikts. Einige Geiseln wurden durch Verhandlungen oder Militäroperationen befreit, aber viele bleiben weiterhin in Gefangenschaft. Der Vorfall löste weltweit Entsetzen aus und brachte eine schwere humanitäre Krise mit sich.

5. November 2024

Donald Trump wurde erneut zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt

Er errang die notwendige Mehrheit im Electoral College, nachdem er in mehreren entscheidenden Swing States siegreich war und sich so gegen die amtierende Vizepräsidentin Kamala Harris, seine demokratische Herausforderin, durchsetzte.Mit diesem Wahlerfolg zieht Trump als 47. Präsident zurück ins Weiße Haus. Er ist nach Grover Cleveland der zweite US-Präsident, der nach einer Amtsunterbrechung wiedergewählt wurde.

20. Dezember 2024

Attentat auf Magdeburger Weihnachtsmarkt

Beim Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt raste ein saudischer Psychiater mit seinem Auto in die Menge. Sechs Menschen starben, darunter ein Kind, Hunderte wurden verletzt. Nach neuesten Erkenntnissen handelt es sich nicht um eine unkontrollierte Amokfahrt: Die Generalstaatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Mordes in sechs Fällen und versuchten Mordes in 338 weiteren. Ein Gutachten bestätigt die Schuldfähigkeit. Als Motiv gelten Frustration und persönliche Konflikte. Die Tat wird inzwischen als möglicher Staatsschutzfall bewertet.

29. Januar 2025

Anerkennung der NS-„Euthanasie“-Opfer

Der Deutsche Bundestag erkennt die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programme und Zwangssterilisationen als Verfolgte des NS-Gewaltregimes an. Damit würdigt er eine der letzten bislang nicht vollständig anerkannten Opfergruppen. Die Entscheidung ist ein bedeutender Schritt zur historischen Gerechtigkeit und zur vollständigen Anerkennung des Leids im nationalsozialistischen Gesundheitsterror.

8. Februar 2025

München setzt ein gewaltiges Zeichen gegen Rechts!

München hat ein beeindruckendes Zeichen gegen Rechts gesetzt! Statt der erwarteten 75.000 kamen unglaubliche 250.000 bis 320.000 Menschen auf die Theresienwiese, um gegen Rechtsextremismus und für Demokratie und Vielfalt zu demonstrieren. Ein breites Bündnis der Gesellschaft hatte aufgerufen – und München folgte. Doch während Hunderttausende Haltung zeigten, blieb die CSU der Demo fern – ein fragwürdiges Verhalten ohne klares Bekenntnis zur Demokratie. Die Botschaft der Menschen ist deutlich: München bleibt bunt und wehrt sich gegen rechte Hetze! 

13. Februar 2025

München: Auto rast in Demo – Zwei Tote, viele Verletzte

Am 13. Februar 2025 fuhr ein 24-jähriger Afghane mit einem Auto in eine Verdi-Demonstration in München. Dabei wurden 39 Menschen verletzt, darunter auch Kinder. Zwei Tage später erlagen eine 37-jährige Mutter und ihre zweijährige Tochter ihren schweren Verletzungen. Die Ermittler vermuten einen islamistischen Hintergrund, da der Täter bei der Festnahme “Allahu Akbar” rief. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte nach dem Anschlag die Abschiebung des Täters nach Verbüßung seiner Strafe an.

23. Februar 2025

Bundestagswahl 2025

Die Bundestagswahl 2025 fand am 23. Februar statt. Die CDU/CSU unter Friedrich Merz gewann mit 28,5 %. Die AfD erzielte mit 20,8 % ihr bisher bestes Ergebnis und wurde zweitstärkste Kraft. Die SPD erlitt mit 16,4 % historische Verluste. Die Grünen kamen auf 11,6 %, die Linke auf 8,8 %. FDP und Bündnis Sahra Wagenknecht verpassten mit 4,3 % bzw. 4,97 % den Einzug in den Bundestag.

21. April 2025

Papst Franziskus gestorben

Papst Franziskus, geboren als Jorge Mario Bergoglio am 17. Dezember 1936 in Buenos Aires, war der erste Papst aus Lateinamerika. Er trat 1958 dem Jesuitenorden bei und wurde 1969 zum Priester geweiht. Am 13. März 2013 wurde er zum 266. Papst gewählt und setzte sich für soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und eine barmherzige Kirche ein. Er verstarb am 21. April 2025 im Vatikan. Seine Beisetzung fand am 26. April 2025 in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom statt.  

29. Juni 2025

CSD München 2025: Bunt, laut und klar gegen Rechts

Der CSD München 2025, unter dem Motto „Liberté, Diversité, Queerité“, ist ein kraftvolles Zeichen für Vielfalt und Menschenrechte. Mit 20.000 Teilnehmenden und 250.000 Menschen setzt die Veranstaltung ein sichtbares und fröhliches Signal gegen Diskriminierung und rechte Hetze. Die PolitParade und das begleitende Straßenfest feiern nicht nur queeres Leben, sondern fordern zugleich entschlossen Gleichberechtigung und Schutz vor Hass. Während in Berlin das Hissen der Regenbogenflagge am Bundestag verweigert wurde, zeigte sich Bayern offener: Am Landtag wehte sie sichtbar.

15. September 2025

Wiedereröffnung der Synagoge in der Reichenbachstraße

Die Wiedereröffnung der Synagoge in der Reichenbachstraße erfolgte durch die Initiative eines privaten Vereins, der sich für die Sanierung und erneute Nutzung des Gebäudes einsetzte. Nach langem Leerstand wurde das historische Haus restauriert und seiner ursprünglichen Bestimmung als religiöser Raum zurückgeführt. Mit der Unterstützung von Förderern und ehrenamtlichem Engagement konnte so ein wichtiger Ort jüdischen Lebens im Münchner Glockenbachviertel bewahrt werden. Der Verein versteht die Synagoge als Ort der Erinnerung, des Gebets und der kulturellen Begegnung.

1. Oktober 2025

Bombendrohung führt zu Sperrung des Oktoberfests

Das Münchner Oktoberfest wurde nach einer Bombendrohung stundenlang gesperrt. Auslöser war ein Brand in einem Wohnhaus in der Lerchenau, wo Sprengfallen entdeckt und eine Leiche geborgen wurden. Wegen eines Drohschreibens, das sich auf die Wiesn bezog, evakuierte die Polizei das Gelände und führte umfangreiche Kontrollen durch. Besucher mussten das Fest verlassen, Schausteller und Wirte stellten den Betrieb ein. Am späten Nachmittag wurde Entwarnung gegeben und das Oktoberfest wieder geöffnet.

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