Was seit der Stunde Null geschah...

1949

Allensbach-Umfrage

Die Allensbach-Umfrage ergab, dass etwa 55 % der Befragten den Nationalsozialismus für „eine gute Idee, nur schlecht ausgeführt“ hielten. Rund 28 % lehnten ihn grundsätzlich ab, während der Rest unentschieden war. Diese Zahlen zeigen, wie verbreitet eine verharmlosende Sicht auf das NS-Regime war. Viele trennten zwischen Idee und Umsetzung und blendeten Verbrechen wie den Holocaust aus. Die Ergebnisse spiegeln ein Klima der Verdrängung, geprägt von Propaganda-Nachwirkungen und dem Wunsch nach Ordnung und Stabilität.

12. Januar

Der Bayerische Landtag nimmt seinen Sitz im Maximilianeum ein

Nach dem Zweiten Weltkrieg suchte der Bayerische Landtag einen neuen Sitz, da das ursprüngliche Parlamentsgebäude in der Prannerstraße schwer beschädigt worden war. Nach provisorischen Tagungen an verschiedenen Orten fiel die Wahl auf das Maximilianeum, ein historisches Gebäude in München. Seitdem ist es der ständige Sitz des Landtags und wurde mehrfach renoviert und erweitert, um den Anforderungen des Parlamentsbetriebs gerecht zu werden. 

24. Februar

Waffenstillstandsabkommen beenden ersten Nahostkrieg

Nach dem ersten Arabisch-Israelischen Krieg schloss Israel mit Ägypten (24.2.), Jordanien (3.4.), Libanon (23.3.) und Syrien (20.7.) jeweils bilaterale Waffenstillstandsabkommen. Diese wurden unter Vermittlung der Vereinten Nationen vereinbart und beendeten die offenen Kampfhandlungen. Die in den Abkommen festgelegten Demarkationslinien, bekannt als „Grüne Linie“, definierten die faktischen Grenzen Israels bis zum Sechstagekrieg. Obwohl die Abkommen keinen dauerhaften Frieden brachten, markierten sie den Übergang von Krieg zu einem angespannten Waffenstillstand und prägten die geopolitische Lage im Nahen Osten nachhaltig.

12. Mai

Ende der Berlin-Blockade

1949 endete die Berlin-Blockade, ein Schlüsselereignis der frühen Kalten Kriegs-Phase. Die Sowjetunion hatte West-Berlin über elf Monate von der Außenwelt abgeschnitten, um die Westmächte zur Aufgabe der Stadt zu zwingen. Die erfolgreiche Luftbrücke der Alliierten versorgte die Stadt mit lebenswichtigen Gütern und führte schließlich zur Aufhebung der Blockade, was als bedeutender Sieg des Westens galt.

22. Mai

Die erste Straßenbahn nach dem Krieg fährt wieder

August

Erste Wahl zum deutschen Bundestag

Bei der ersten Bundestagswahl in Deutschland bildete sich eine Koalition aus CDU, FDP und der Deutschen Partei. Diese Wahl war ein wesentlicher Schritt im demokratischen Aufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Die siegreiche Koalition übernahm die Regierungsverantwortung und spielte eine zentrale Rolle in der frühen politischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes.

28. August

Kasakstan: Zündung der ersten sowjetischen Atombombe

Die erste sowjetische Atombombe wurde auf dem Testgelände in Semipalatinsk in Kasachstan gezündet. Der Test war streng geheim und markierte den Beginn des nuklearen Wettrüstens zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten. Die Bombe war in ihrer Konstruktion dem amerikanischen Modell ähnlich, das zuvor in Hiroshima eingesetzt worden war. Mit diesem erfolgreichen Test demonstrierte die Sowjetunion ihre Fähigkeit zur Entwicklung von Kernwaffen und veränderte das globale strategische Gleichgewicht grundlegend. Der Ort blieb lange ein zentrales Zentrum sowjetischer Atomtests.

23. September

Gründung der Bundesrepublik

Am 23. Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland (BRD) gegründet. Dieses Ereignis markierte die Entstehung eines neuen deutschen Staates in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Grundgesetz wurde als provisorische Verfassung angenommen, und Konrad Adenauer wurde erster Bundeskanzler. Die BRD war ein wichtiger Teil der Nachkriegsordnung und wurde später Teil des westlichen Bündnisses im Kalten Krieg.

1. Oktober

Ausrufung der Volksrepublik China

Nach dem Sieg der Kommunisten im Chinesischen Bürgerkrieg rief Mao Zedong die Volksrepublik China aus. Die Kommunistische Partei übernahm die Macht und errichtete einen sozialistischen Einparteienstaat. Die Ausrufung markierte das Ende jahrzehntelanger innerer Konflikte und den Beginn tiefgreifender gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Umgestaltungen. Die bisherige Regierung der Republik China zog sich nach Taiwan zurück. Die Gründung der Volksrepublik veränderte das geopolitische Gleichgewicht im Kalten Krieg und hatte weltweite politische Auswirkungen.

7. Oktober

Gründung der DDR

Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) wurde gegründet als sozialistischer Staat in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihre Gründung war eine Reaktion auf die Schaffung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) im selben Jahr. Die DDR existierte unter der Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und war Teil des Ostblocks. Diese Gründung markierte den Beginn der Teilung Deutschlands in zwei ideologisch unterschiedliche Staaten, die bis zur Wiedervereinigung andauerte.

29. Oktober

Rama damma

Auf Anregung der amerikanischen Besatzungsmacht rief Oberbürgermeister Thomas Wimmer die Bevölkerung zur Räumaktion »Rama damma« auf. An die 7000 Münchner beteiligten sich an dieser Aktion und räumten ca. 15 000 Kubikmeter Schutt. Dies entsprach allerdings nicht mal der Tagesleistung der beauftragten Räumfirmen. Trotzdem wurde diese Aktion zur Legende der sagenhaften Aufbauleistung verklärt.