KulturGeschichtsPfad
 

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1. Neues Rathaus

Über dem Münchner Marienplatz wehte am Neuen Rathaus zwischen 1933 und 1945 die Hakenkreuz fahne, das Symbol der Terrorherrschaft des Nationalsozialismus. Der NS-Staat veränderte das Leben in der Stadt von Grund auf. Am 2. August 1935 erhielt München von Adolf Hitler die als Ehrentitel geltende Bezeichnung »Hauptstadt der Bewegung«. Bereits 1933 hatte er ihr den Titel »Hauptstadt der Deutschen Kunst« verliehen. Damit betonte das Regime die Rolle Münchens als ideologischen Bezugspunkt und als Zentrum des Kunst- und Kulturschaffens.

Die lokale NS-Elite bemühte sich nach Kräften, den Erwartungen ihres »Führers« gerecht zu werden. 1933 rückten Parteifunktionäre, wie der Verwaltungsbeamte Karl Fiehler oder der ehema - lige Pferdeknecht Christian Weber, in hohe Führungspositionen auf. Diese hatten sich vor allem auf grund ihres Status als »alte Kämpfer« und wegen ihrer Nähe zu Hitler für lo kale NS-Karrieren qualifiziert. Sie sorgten dafür, dass München bei der Umsetzung der nationalsozialistischen Ideologie, ins besondere bei der Verfolgung der Juden, eine Vorreiterfunktion übernahm. Hier wurden Maßnahmen erdacht und umgesetzt, die für das Reich Modellcharakter annahmen. Im benachbarten Dachau wurde bereits im März 1933 eines der ersten Konzentrationslager errichtet. Es wurde zum Vorbild für das national sozialistische KZ-System. 

Marienplatz 8

2. Altes Rathaus

Am 9. November 1938 wurde in der »Hauptstadt der Bewegung« das Signal zur brutalen und gesteuerten Aggression gegen die Juden gegeben: Im Alten Rathaus begann mit einer Hetzrede von Propagandaminister Joseph Goebbels die Reichs pogromnacht.

Marienplatz 15

3. Marienplatz

Marienplatz 0

4. Denkmal für Kurt Eisner

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Bildrechte: © Gerhard Willhalm, Bodengedenkplatte - Kurt Eisner, CC BY-NC 4.0

Im Zuge der Novemberrevolution wur den in ganz Deutschland Revolutionsregierungen gebildet. Ziele waren ein rascher Friedensschluss und eine umfassende demokratisch-sozialistische Erneuerung von Staat und Gesellschaft in dem vom Krieg zerrütteten Land. Am 7. November 1918 wurde in Bayern, am 9. November in Berlin die Monarchie für beendet erklärt. Zwei Tage später war der Erste Weltkrieg zu Ende. 

Die Umbruchphase nach dem Krieg verlief in München besonders spannungsreich. Dem neuen Ministerpräsidenten Kurt Eisner gelang es nicht, die Ängste des bürgerlich-konservativen Lagers vor einer kommunistischen Umwälzung zu zerstreuen. Am 21. Februar 1919 wurde Eisner auf dem Weg in den Landtag , wo er nach verlorener Wahl sein Amt niederlegen wollte, von dem rechtsgerichteten Reserveleutnant Anton Graf von Arco auf Valley auf offener Straße ermordet . Dies war der Auslöser für die Eskalation der politischen Krise. Am 7. April 1919 riefen Mitglieder des von den Münchner Arbeiter- und Soldatenräten eingesetzten Zentralrats eine Räterepublik aus, deren Führung und politische Ausrichtung in den folgenden Wochen noch zweimal wechseln sollten.  

Kardinal-Faulhaber-Straße 0

5. Ehemaliger Bayerischer Landtag

Prannerstraße 8

6. Max-Joseph-Platz

Max-Joseph-Platz 0

7. Ehemaliger Sitz der Thule-Gesellschaft

Eine maßgebliche Rolle im Netzwerk der Republikfeinde spielte die 1918 gegründete völkisch-rassistische »ThuleGesellschaft« mit Geschäftssitz im Hotel »Vier Jahreszeiten« in der Maximilianstraße . Ihre Mitglieder, wie der Münchner Polizeichef Ernst Pöhner, wirkten an zahlreichen Stellen des öffentlichen Lebens. Der spätere Bürgermeister Karl Fiehler, der ein flussreiche »Rassentheoretiker« Alfred Rosenberg oder Hitlers späterer Stellvertreter Rudolf Heß waren eben falls Mitglieder. Von München aus bekämpfte die Geheimorganisation zunächst die Räterepublik und unterstützte dann den Aufstieg der NSDAP. 

Maximilianstraße 4

8. Hofbräuhaus

Bei der judenfeindlich-antimarxistischen »Deutschen Arbeiterpartei« (DAP) unternahm Hitler erste politische Gehversuche. Seine Redebegabung brachte ihn bald in eine Führungsrolle. Um sich von linken Organisationen abzugrenzen, wurde die DAP im Februar 1920 auf einer Versammlung im Hofbräuhaus in »Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei« (NSDAP) umbenannt. Die NSDAP erlebte in der Folgezeit starken Zulauf. Als wichtiges Instrument der Partei fungierte zudem die als Saalschutz gegründete »Sturmabteilung« (SA). Diese Parteimiliz war verantwortlich für Übergriffe auf Juden und vermeintliche Gegner der NS-»Bewegung«. Bis zum Juli 1921 hatte Hitler erfolgreich andere Anführer der NSDAP verdrängt. Er wurde als Parteivorsitzen der mit weitgehenden Vollmachten ausgestattet. 

Innerhalb weniger Monate tat sich Hitler als wichtigster populistischer Agita tor des rechten Spektrums in München hervor. In Massen ver samm - lun gen beschimpfte er die »Ber liner Erfüllungs politiker«, die sich an geblich den Forde rungen der alliierten Sieger - mächte beugten. Er beschwor den Dämon des Bolschewismus und hetzte gegen Juden. In seiner Person bün delte sich das antidemokratische, nationalistische und rassistische Den ken dieser Jahre. Hitler wurde zum Hoffnungsträger jener Kräfte, die sich in der Verachtung von Parlamentarismus und Demokratie, der Beschwörung des »Geistes von 1914« und dem Glauben an die Überlegenheit eines deutschen »Herrenmenschentums« einig waren.

Platzl 0

9. Residenzstraße

Residenzstraße 0

10. Viscardigasse (»Drückebergergassi«)

Viscardigasse 0

11. »Ehrenmal« an der Ostseite der Feldherrnhalle

Residenzstraße 0

12. Feldherrnhalle

Odeonsplatz 0

13. Tag der Deutschen Kunst

Ludwigstraße 0

14. Ausstellung »Entartete Kunst« 1937

Galeriestraße 4

15. Haus der Deutschen Kunst

Prinzregentenstraße 1

16. Straßenverbreiterung zum »Haus der Deutschen Kunst«

Von-der-Tann-Straße 0

17. Kriegerdenkmal (1924)