KulturGeschichtsPfad
 

KulturGeschichtsPfad

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Katholische Kirche St. Peter und Paul mit Pfarrhaus

Am nördlichen Rand des damaligen Dorfes wurde wohl schon um 700 eine Holzkirche errichtet, die um 800 erstmals erwähnt ist. Sie war Sitz der Urpfarrei für den Münchner Norden. Ein romanischer Steinbau wurde im 14. Jahrhundert gotisiert und ausgemalt. 1894 wurde das Bauwerk (bis auf den Turm) wegen seines schlechten Zustandes abgerissen und in neugotischem Stil erweitert wieder aufgebaut. Der Turm wurde 1945 zerstört und wieder errichtet. Das heutige Kirchenschiff ist Ergebnis einer Erweiterung aus dem Jahr 1960. Es folgten Umgestaltungen im Inneren und im Jahr 2000 eine Regotisierung der nun wieder mit Holzschindeln gedeckten Turmspitze.

1710 wurde das südlich gelegene Pfarrhaus durch den Baumeister Johann Georg Ettenhofer im barocken Stil mit Vollwalmdach errichtet. Zur Straße hin ist ein kleiner Barock - garten angelegt.

Feldmochinger Straße 0

Friedhof Feldmoching

Der alte Kirchen-Friedhof schließt westlich an die Kirche an. Hier liegen einige Pfarrer, Lehrer und Kommunalpolitiker begraben, die durch Straßennamen geehrte sind. Hier wurde auch der Kunstmaler und Professor an der Kunstgewerbeschule Karl Wahler (1862–1923) und seine Tochter, die Heimatdichterin und Kunstgewerblerin Maria Wahler (1896–1984), beigesetzt, deren schmiede eisernes Grabkreuz allerdings entfernt wurde.

Auf der westlichen Seite der Straße Am Gottesackerweg befindet sich der 1929 von der Gemeinde errichtete Friedhof. Auch hier liegen zahlreiche bekannte Persönlichkeiten wie der Bildhauer Wilhelm Göhring (1876 –1955) aus der Fasanerie, der Dichter Heinz Piontek (1925–2003) aus Feldmoching (Dülferstraße 97) – einer der meistgeehrten deutschen Poeten der Nachkriegs zeit, der Dirigent Werner Schmidt-Boelcke (1903–1985), Prodekan Otto Steiner (1917–1997), Staatssekretär Karl Weishäupl (1916 –1998), Präsident des Sozialverbandes VdK und der Bildhauer Otto Zehentbauer (1880–1961) aus der Lerchenau.

Am Gottesackerweg 0

Kriegerdenkmäler, Tafernwirtschaft und Gemeindehaus

Nordöstlich der Kirche stehen auf einer Verkehrsinsel in der Feldmochinger Straße die Mariensäule mit den Denkmälern für die Gefallenen des Krieges 1870/1871 sowie der beiden Weltkriege. Östlich davon ist die Gastwirtschaft Kaiser, als Tafern (Wirtschaft mit dem Recht und der Pflicht, Gäste zu bewirten und zu beherbergen) schon im Jahr 1315 erwähnt, in einem Gebäude von 1864.

Im Jahr 1913 errichtete die Gemeinde Feldmoching ihr neues, repräsentatives Rathaus. Hier saß der Bürgermeister und tagte der Gemeinderat. Nach der Eingemeindung diente es als Sitz der Bezirksinspektion. Deren ehemalige Räume im ersten Stock werden seit 2006 vom Kulturhistorischen Verein Feldmoching auf dem Gfild e.V. zu Archiv-, Ausstellungs- und Veranstaltungszwecken genutzt. Im Erdgeschoss ist der Sitz der Freiwilligen Feuerwehr.

Die Feldmochinger Straße galt als typisches Beispiel eines bajuwarischen Straßendorfes. Die alten Bauernhäuser sind mit ihren Giebeln nach der Straße ausgerichtet. Die meisten wurden um 1900 neu errichtet und einige stehen unter Denkmalschutz. Da bereits Verluste zu beklagen sind und weitere Häuser wegen ihres Bauzustandes weichen werden, ändert sich der Charakter der Straße. Bemerkenswert sind noch der Zehetmaier (Haus Nr. 400), der Sailerwirt (Croatia-Grill, Nr. 386) und der Stofferl (Nr. 379).

Feldmochinger Straße 0

Hammerschmiede (Obermühle)

Der Feldmochinger Mühlbach (früher Moosach) führte genügend Wasser, um Mühlen anzutreiben. Die Obermühle wurde schon 819 erstmals erwähnt und gehörte bis zur Aufhebung des Hochstifts Freising 1802 in dessen Obereigentum. Dann wurde sie zu einer Hammerschmiede und nach einem Brand 1832 als »Waffenhammer« genutzt. Später wurde sie wieder Getreidemühle und 1929 an die Gemeinde Feldmoching verkauft. Diese schuf hier 1931 in einem Anbau ihr Wasserwerk. Nach der Eingemeindung nach München war dieses überflüssig und es wurden Wohnungen eingerichtet. Seit 1987 hat die Stadtgärtnerei hier einen Stützpunkt, der 2002 grundlegend saniert wurde.

Hammerschmidstraße 0

Mittermühle

Die Mittermühle wurde 1468 erstmals erwähnt und war im Besitz von Münchner Patriziern. Vor dem Zweiten Weltkrieg ließen 65 Bauern hier mahlen, 1960 waren es noch 40. Sie war bis 1969 die letzte Kundenmühle Münchens, in der Getreide noch gegen Mahllohn gemahlen wurde. 


Ehemalige Untermühle

Die Untermühle wurde 826 dem Hochstift Freising geschenkt und um 1130 von Pfalzgraf Otto IV. von Wittelsbach dem von ihm gegründeten Augustiner-Chorherrenstift Indersdorf übertragen. In dessen Eigentum war sie bis zur Säkularisation 1803. Der Mühlbetrieb wurde 1930 eingestellt und das Anwesen nur noch zur Milchviehhaltung genutzt. 1992 kaufte die Autobahndirektion München das Gebäude wegen des Baus des dicht daran vorbeiführenden Autobahnrings, nutzte es als Baubüro und brach es schließlich gegen Proteste der Bevölkerung 1993 ab. Heute ist hier ein Biotop. Der umgebende Ortsteil trägt den Namen weiter.


Schule an der Lerchenauer Straße

Bereits 1615 wird zum ersten Mal Schulunterricht in Feldmoching erwähnt. Die Schule stand ursprünglich unter Auf sicht der Kirche, neben der sie auch stand. 1905 wurde dann von Baumeister Johann Ginhardt ein Neubau errichtet und 1911 um einen linken Flügel erweitert. Die Schülerzahl stieg von 1923 bis 1935 von 294 auf 509 an. Deswegen war 1937 erneut eine Erweiterung nötig.

Lerchenauer Straße 322

Evangelische Bethanien-Kirche

Frau Kunigunde Griffel schenkte 1936 ihr Haus in der Eberhartstraße ihrer Kirchengemeinde. 1963 wurde der Grundstein gelegt und die Kirche erhielt ihren Namen zur Erinnerung an das Dorf Bethanien vor den Toren Jerusalems, wohin sich Jesus oft und gern begab, weil sich dort eine kleine Hausgemeinde zu gemeinsamen Andachten versammelte. Das Gebäude ist nach dem Entwurf von Johannes Ludwig ganz aus hartgebrannten Ziegeln erbaut. Der 20 Meter hohe Turm mit Außenkanzel enthält drei mit der katholischen Kirche abgestimmte Glocken, benannt nach biblischen Gestalten aus Bethanien: Lazarus, Maria und Martha. Der Raum mit seiner beruhigenden Atmosphäre lädt zum Verweilen ein.

Josef-Zintel-Straße 0

Josef-Frankl-Straße mit Bahnhof

In der zum Bahnhof führenden Straße und der parallel verlaufenden Knospenstraße entstanden seit der Zeit um 1900 mehrere Villen. Walter Sedlmayr (1926–1990) zog mit seinen Eltern um 1935 in das von ihnen erwobene Haus (heute Josef-Frankl-Straße 8). Der Volksschauspieler kam bis zum Tod seiner Mutter 1988 immer wieder hierher zurück. 1971 wurde im Haus die von Bekannten des Schauspielers zur Aufbewahrung übergebene gestohlene Madonna aus der Schlosskapelle von Blutenburg entdeckt. Gegenüber liegt der nach dem Schauspieler benannte Platz.

Josef-Frankl-Straße 0

U-Bahnhof Dülferstraße und Dülferanger

Zur direkten Verbindung des Schlosses Schleißheim mit der Münchner Residenz wurde im 17. Jahrhundert der »Fürstenweg«, die Schleißheimer Straße, mit der Sichtachse auf die Türme der Frauenkirche, angelegt. Unter ihr liegt einer der schönsten U-Bahnhöfe Münchens. Er wurde 1993 vom Architekten Peter Lanz und der Künstlerin Ricarda Dietz mit Glasverkleidungen farbig gestaltet. Durch Öffnungen in der Decke fällt Tageslicht in das Bauwerk. Seit 2008 gibt es einen direkten Zugang zum Einkaufszentrum MIRA, dessen markant bunte Fassade nach Westen hin leuchtet.

Die östlich der Schleißheimer Straße gelegene Nordhaide (vordem: Panzerwiese) ist mit ihrem Kalkmagerrasen ein wichtiges Naturschutzgebiet. Der Dülferanger verbindet das Siedlungsgebiet Nordhaide mit dem Zentrum des Hasenbergl. 1960 verlief hier die Dülferstraße in zwei Armen mit einer großen dazwischen liegenden Wiese. Im Zuge des Programms »Soziale Stadt« wurde das Gelände zu einer Festwiese mit multifunktionaler öffentlicher Freifläche umgestaltet. Im Norden wird der Dülferanger von einer Promenade mit Robinienhain begrenzt. Der zentrale Platz ist abgesenkt, wodurch eine befestigte Sitzkante entsteht, die als gebogene Linie in verschiedenen Blautönen die Promenade flankiert. Im Süden schirmt eine Baumreihe mit Hecke den offenen Platz ab. Im Westen führen Rasenstufen hinunter zur Festwiese und im Osten stehen Lindenbäume.

Dülferstraße 0

Das Hasenbergl

Westlich entlang der Linkstraße und nördlich der Dülferstraße erstreckt sich seit der Eiszeit ein Lösshügel mit bis zu acht Metern Höhe. Auf seinem südlichen Ende stehen drei Punkt-Hochhäuser und auf seinem Rücken liegt ein malerisches Kiefernwäldchen. Auf der westlichen Seite liegt am Anfang der Petracastraße die älteste Volksschule des Hasenbergl, die 1979 zur Erich-Kästner-Realschule umgewandelt wurde. Vor dem Eingang der Schule steht die Bronzestatue eines Knaben mit einem Hasen von Roland Friedrichsen. 

Linkstraße 0

Historische Sichtachse Schleißheimer Straße

Am heutigen Ende der Schleißheimer Straße ist die wich ti ge historische Sichtachse vom Wilhelmshof des Schlosses Schleißheim zu den Türmen der Frauenkirche zu erkennen.

Nach dem Bau der U-Bahn wurde die Straßenbahn Linie 13 eingestellt. Die ehemalige Endhaltestelle mit Tram bahnwende schleife auf dem Goldschmied - platz wurde mit inten siver Bevölke - rungs beteiligung umgestaltet. Der Spiel - platz entstand unter Einbeziehung der Wünsche von Kindern und Jugend li - chen. Das alte Trambahnhäuschen wurde saniert und wird als Treffpunkt »Blauer Punkt« von einer Bewohner - initia tive verwaltet. Zwischen der Fort - nerstraße und dem Hartel holz errich - tete 1969 die GWG anstelle des östlichen Teils des ehemaligen Lagers Frauenholz die Siedlung »HasenberglNordost«.

Schleißheimer Straße 0

Diakonie Hasenbergl - »Junge Arbeit«

Das Gebäude Schleißheimer Straße 523 plante 2003 der Architekt Peter Ottmann im Rahmen der »Sozialen Stadt« für die »Junge Arbeit«. Diese Einrichtung der Diakonie Hasenbergl bildet Leute ohne Berufsausbildung in Handwerken aus. Bemerkenswert ist der durch die Glasfront auch von außen sichtbare Terrazzo-Fußboden in Form eines orientalischen Teppichs, der von Mitarbeitern der Einrichtung gefertigt wurde.

Schleißheimer Straße 523

Katholische Kirche Mariä Sieben Schmerzen und Lichtblick Hasenbergl

Statt früherer Behelfskirchen wurde 1970 von Franz Ruf ein Bau mit Zeltdach errichtet, das innen mit Holz verkleidet ist. Das Dach ruht auf sieben rechteckigen Doppelsäulen als Symbol der sieben Schmerzen Mariens. Die Wände sind aus unverputzten dunklen Ziegelsteinen, der Boden aus hellem Naturstein. Der Tabernakelstein aus Nagelfluh unter der Licht kuppel soll an das Wort »Christus das Licht« erinnern, weshalb im Stein eine Sonne angedeutet ist. Die Tabernakeltür und die Fenster an der Ostseite der Kirche sind Werke von Karl Knappe.

Nördlich des Pfarrhofs steht seit 2010 die Einrichtung der Katholischen Jugendfürsorge »Lichtblick Hasenbergl« in einem mit dem Turm der benachbarten Kirche farblich abgestimmte Bau des Architekten Hanns-Martin Römisch. Hier werden über 100 Kinder und Jungendliche betreut, bei denen dies zu Hause nicht möglich ist. Die Leiterin Johanna Hofmeir hat es verstanden, viele ehrenamtliche Helferinnen sowie die Spitzen der Kirche, des Freistaates, der Stadt und der Wirtschaft zur aktiven  Unterstützung ihres vorbildlichen Projektes zu gewinnen.

Am Frauenholz 0

Unterkunftsanlage Hasenbergl-Nord und soziale Einrichtungen

An Stelle des Barackenlagers Frauenholz errichtete die Stadt von 1964 bis 1966 durch den Architekten Josef Jechart an der Wintersteinstraße und Stösserstraße die größte Unterkunftsanlage für sonst Wohnungslose in München. Die Häuser wurden in den 1980er Jahren saniert und erhielten den Standard von Sozialwohnungen. Am nördlichen Rand, zum Wald hin, wurden mit Hilfe von Urbanes Wohnen e.V. Bewohnergärten (statt Abstandsgrün) angelegt, die liebevoll gepflegt werden und einen sehr individuellen Charakter haben.

Da hier entsprechender Bedarf war, wurden daneben mehrere soziale Einrichtungen geschaffen. An der Ecke Winterstein-/Stösserstraße wurden 1980 eine Freizeitstätte des Kreisjugendrings (Der Club) und ein Altenwohn- und Pflegeheim der Münchner Arbeiterwohlfahrt mit Kultursaal, Cafeteria und Therapieeinrichtungen (AWO-Dorf Hasenbergl) errichtet. Schräg gegenüber betreibt die Diakonie das »Tagescafe Treffpunkt«. In dieser Einrichtung werden junge Frauen in der Gastronomie ausgebildet und es wird ohne Verzehrzwang Essen und Trinken zu günstigen Preisen angeboten.

Neben den staatlichen Schulen wurde in den 1970er Jahren von der Diakonie das »Wichern-Zentrum« am Heinrich-Braun-Weg 9 mit heilpädagogischer Tagesstätte und Grundschule eingerichtet. Die Architekten Maya Reiner und Jörg Weber schufen 2003 nach den Bedürfnissen der Kinder und korrespondierend mit der umgebenden Natur einen ästhetisch eleganten Neubau aus Holz, der außen mit silberfarbenen Holzschindeln vertäfelt ist.

Wintersteinstraße 0

Evangeliumskirche

Die auf der östlichen Seite des Stanigplatzes stehenden Kirchen sind Wahrzeichen und geistlicher Mittelpunkt des Stadtteils. Die Pläne für die 1962 fertig gestellte evangeli sche Kirche gehen auf die Architekten Helmut von Werz, Johann Christoph Ottow und Horst Müller zurück. Das Kirchen schiff, ein lichter Saalbau in Betonskelettbauweise mit Ziegel aus - fachung, hat 500 Sitzplätze. Altar und Betonrelief wurden von Heinrich Hofmann geschaffen. Das Betonrelief symbo - lisiert die Botschaft des Evangeliums. Der Turm ist ein freistehender Sichtziegelbau mit Schallöffnungen. Nördlich an - grenzend liegt das Gemeindehaus mit Saal, genannt »Grüß- Gott-Haus« nach der großen Aufschrift auf der Fassade, die zum Eintritt einladen soll. Hier sitzt die Zentrale der »Diako - nie Hasenbergl e.V.«.

Stanigplatz 0

Katholische Kirche St. Nikolaus

Südlich entstand 1963 durch den Architekten Hansjakob Lill die katholische Pfarrkirche, deren Turm ein schlanker zylindrischer Betonkegel von 57 Metern ist. Der Grundriss des Zentralbaus für 1.500 Gläubige wird von vier Halbkreisschalen in Form eines vierblättrigen KIeeblatts gebildet, die ein zeltartiges Dach tragen. In der Mitte erhebt sich der auf Bronzefüßen stehende Altar aus Basaltlava. Daneben steht wie eine Riesenkerze die 3,5 Meter hohe Bronzesäule des Sakramentshauses, geschaffen von Max Faller. Die Wände des Innenraums sind unverputztes Ziegelmauerwerk, der Boden heller, glatter Naturstein. Vier große farbig leuchtende Glasfenster von Hans Dumler steigen vom Boden bis zur Decke. Sie symbolisieren die vier Hauptkirchenfeste des Jahres: Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Allerheiligen.

Stanigplatz 0

Zentrum Hasenbergl und U-Bahnhof Hasenbergl

Das ursprüngliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Zentrum der Siedlung Hasenbergl war um einen Platz an der Dülferstraße/Ecke Blodigstraße mit Brunnen, Blumenrabatten und Sitzgruppen angelegt. Mit der Eröffnung des Einkaufszentrums MIRA auf der Nordhaide wanderten Poststelle, Stadtsparkasse und Einkaufsmarkt 2007/2008 dorthin ab. Die für das gesellschaftliche Leben wichtige Gaststätte Mathäser am Hasenbergl mit 500 Plätzen (Tanzhochburg) wurde bereits 2006 geschlossen. Die Landeshauptstadt München lässt hier einen viergeschossigen Bau mit Mittelpunktsbibliothek, Volkshochschule und Räumen für bürgerschaftliche Nutzung errichten. Daneben werden wieder Einkaufsmöglichkeiten angesiedelt.

Der 1996 errichtete U-Bahnhof wird von einer linsenförmigen Reflektorkonstruktion beleuchtet, die an der blau schimmernden Decke hängt. Der Bahnsteig ist mit hellgrauem Granitboden ausgelegt, wobei in der Mitte auflockernde schwarze Dreiecke liegen. Die Hintergleiswände bestehen aus großen Glas - platten, die einen Teil des Lichts reflektieren. In der Mitte zieht sich ein rotes Linienband aus Glas über eine große Spiegelfläche. 

Dülferstraße 0

Lerchenau

Die Kolonie Lerchenau entstand durch Ansiedlung von Gärtnereien und Arbeiterhäuschen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entlang der heutigen Lerchenauer Straße. An der Kreuzung Lerchenauer Straße/Irisstraße liegt das Zentrum mit Gasthaus Lerchenau, Raiffeisenbank und kleinen Läden. In der Irisstraße stehen noch typische Häuser der Kolonie. Der Gartenstadtcharakter wird durch neue Bebauung schrittweise verändert. 

Lerchenauer Straße 0

Katholische Kirche St. Agnes

Im Jahr 1957 wurde neben einer 1932 auf dem Gelände des damaligen Gemeindewalds errichteten Behelfskirche an der Waldrebenstraße 15/Ecke Waldmeisterstraße die Kirche St. Agnes errichtet. Der rechteckige, schmucklose Hallenraum mit erhöhtem Altarraum des Architekten Peter Bieber wurde 1958 durch einen Kreuzweg von Peter Gitzinger und Gedenktafeln für die Kriegstoten ergänzt. Das nördlich anschließende Pfarrheim ist der wichtigste Versammlungsort.

Waldmeisterstraße 0

Pulverturm und Virginia-Depot

1838 wurde bei der Schleißheimer Straße ein Artilleriedepot mit Pulverhäuschen errichtet. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude aus Holz (beim heutigen Olschewskibogen) fiel 1986 einer Brandstiftung zum Opfer. Steinbaracken aus dem 19. Jahrhundert südlich der Augustin-Rösch-Straße werden heute von Wirtschaftsbetrieben genutzt. Südwestlich davon entstanden 1936 bis 1940 große Lager für das Heereszeugamt. Das Areal wurde 1945 bis 1968 von US-Truppen genutzt und Virginia-Depot genannt. Das Gelände soll künftig teils von BMW bebaut, teils als Biotop belassen werden. Die Familie Hertel betrieb eine der letzten Gärtnereien auf dem Gelände südlich der Pulverturmstraße zwischen Maßliebchen- und Eberwurzstraße. In den 1980er Jahren kam das Grundstück in den Besitz der Landeshauptstadt und es entstand darauf eine Grünanlage.

Olschewskibogen 0

Willy-Brandt-Gesamtschule

Der wuchtige Betonbau des Architekten Erhard Fischer konnte 1974 bezogen werden. Den Eingang ziert eine bunte Mosaikleiste von Friedensreich Hundertwasser. Hauptziel dieser ersten integrierten Gesamtschule Bayerns ist es, durch gemeinsames Lernen bis zur siebten Jahrgangsstufe Kindern unterschiedlicher Herkunft, Begabung und Neigung individuelle Förderung und soziale Integration zu ermöglichen. Die Schule verleiht sowohl den Haupt- und Realschulabschluss als auch die Oberstufenreife. 

Gundermannstraße 0

Caracciolastraße

Die Caracciolastraße bildet die Grenze zum Hasenbergl. Sie ist, wie die meisten Straßen im westlichen Harthof, nach einem Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime benannt. Der Verleger und Major Günther Caracciola-Delbrück (1898–1945) war Teilnehmer an der »Freiheitsaktion Bayern«, die Ende April 1945 die kampflose Übergabe Münchens an die US-Truppen erreichen wollte.

Caracciolastraße 0

Hasenbergl-Süd und Feldmochinger Anger

1971 wurde an der Weitlstaße 125 mit dem Kreisjugendring der erste betreute Abenteuerspielplatz (Abix) in Bayern errichtet. Das pädagogische Konzept stellt Kreativität und Eigenverantwortung in den Mittelpunkt. Nach den Plänen von Sepp Pogadl entstand 1972 an der Weitlstraße für die katholische Kirche St. Mathäus eine Gebäudegruppe um einen mit Granitsteinen gepflasterten Vorplatz. Der Flachbau der Kirche hat keinen Turm und ist der gegenüberliegenden Schule an der Eduard-SprangerStraße angepasst. 

Die Wohnsiedlung Feldmochinger Anger wurde von der Neuen Heimat Bayern 1973 für über 2.000 Personen errichtet. Sie bestand hauptsächlich aus öffentlich geförderten Mietwohnungen. Den Kern bildet eine Hochhausgruppe mit 13, 14 und 16 Geschossen beiderseits der Weitlstraße mit Ladengruppe und Gaststätte.

Auch der große Grünzug zwischen dem Hasenbergl und Feldmoching, dessen parkähnlicher Ausbau geplant ist, wird Feldmochinger Anger genannt.

Weitlstaße 0

Wohnstift Augustinum München Nord und Otto-Steiner-Schule

Auf einem Gelände an der Weitlstraße 66/Ecke Ittlingerstraße errichtete das Collegium Augustinum 1973 das 14- stöckige Wohnstift Augustinum München Nord mit 390 Appartements für rund 500 Personen. Zur Infrastruktur des Hauses, die auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht, gehört ein Theatersaal mit 350 Sitzplätzen, ein Café mit Kegelbahn und ein Hallenbad. Um das große Foyer sind Hauskapelle, Bibliothek und weitere Gesellschaftsund Clubräume angeordnet.

1968 wurde auf Initiative von Pfarrer Otto Steiner der Verein Heilpädagogisches Centrum Augustinum am Hasenbergl e.V. gegründet. 1972 war der großzügige Bau einer Schule für 170 geistig behinderte Kinder an der Rainfarnstraße 44 fertig. In der Umgebung entstanden seitdem Werkstätten und Wohngruppen für geistig Behinderte.

Weitlstraße 66

Jugendfreizeitheim ‘s Dülfer

Eine wichtige Einrichtung für die Kinder und Jugendlichen ist das bereits 1964 errichtete Freizeitheim an der Dülferstraße 34 (Katharina-Adam-Haus) des Kreisjugendrings. Nördlich davon entstand im Rahmen der »Sozialen Stadt« ein Erlebnisspielplatz. 

Dülferstraße 34

Herbergstraße

Der Weg führt nun über Felder zur Eigenheimersiedlung Feldmoching (Ost). Auf der westlichen Seite der Bahnlinie München-Freising wurden 2007 auf dem Gelände der einzigen ehemaligen Fabrik Feldmochings (Dr. Zentz Kraftfuttermittel, genannt »Melasse«) Reiheneigenheime erbaut.

Die Herbergstraße ist benannt nach der einst zu Feldmoching gehörenden Neuherberge an der Ingolstädter Straße, zu der sie führte. An ihrem Anfang stehen ältere Bauernhäuser. Auf der Ostseite des Waltl-Hofs, Herbergstraße 13, ist ein 1,55 Meter hohes gotisches Holzkruzifix aus dem 15. Jahrhundert angebracht, das aus der 1803 abgebrochenen Nikolaus-Kapelle stammt, die an der Stelle der Feldmochinger Mariensäule stand.

Herbergstraße 0

Baracke des ehemaligen KZ-Außenlagers in Ludwigsfeld

1943 entstand östlich der Dachauer Straße bei der Karlsfelder Straße das Außenlager Allach-Karlsfeld des KZ Dachau, in dem Menschen unter grausamen Bedingungen inhaftiert waren. Am 30. April 1945 wurden die Zwangsarbeiter von US-Soldaten befreit. Am 2. Mai 1997 wurde an der letzten bestehenden Baracke an der Granatstraße eine Gedenktafel für die Opfer enthüllt. 


Wohnsiedlung Ludwigsfeld mit Denkmal und Gotteshäusern

Die 1953 mit Mitteln des Marshallplans von der Bundesregierung für einen durch den Krieg hierher verschlagenen Personenkreis errichtete Siedlung hat ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. 1954 wurde auf der Wiese Ecke Kristall- /Rubinstraße eine von Elmar Dietz gestaltete Schmuckstele aufgestellt. Darauf zu lesen sind die Sinnsprüche: »Wie lieblich schallt durch Busch und Wald des Waldhorns süßer Klang« sowie »Des Menschen Seele gleicht dem Wasser«.

Da in der Siedlung Ludwigsfeld ursprünglich viele Menschen aus der Sowjetunion eine Heimat fanden, errichteten diese Kirchen ihrer Glaubensrichtungen.

1963 baute die russisch-orthodoxe Gemeinde an der Achatstraße 14/ Ecke Karlsfelder Straße nach Plänen des Architekten Theodor Henzeler die Erzengel-Michael-Kirche in quadratischer Form für 100 Personen. Das Dach erhielt eine Zwiebelkuppel mit Doppelkreuz.

Die ukrainisch-orthodoxe Gemeinde feiert seit 1968 ihre Gottesdienste in einem schlichten Behelfsbau in der benachbarten Granatstraße 1, der den Hl. Aposteln Petrus und Paulus geweiht ist.

In der Nähe (Rubinstraße 14) hat die Kalmückisch-Tibetische Buddhistische Gesellschaft einen Tempel, den der Dalai Lama 1973 und 1981 mit seinem Besuch ehrte.

Die Katholische Kirche St. Johann Nepomuk in der Kristallstraße 8 besteht aus einem schlichten Saal. Daneben betreibt die Caritas das Jugendheim »Jump in« und eine Seniorenbegegnungsstätte.

Die westlich anschließende Kirche ist ein Montagebau, der 1967 vom Lager Dachau hierher gebracht wurde. Er diente der evangelischen Gemeinde als Golgathakirche und seit 2008 der georgisch Orthodoxen Gemeinde als Kirche, benannt nach dem König und Nationalhelden Wachtang Gorgasali.


Ehemalige Moorkolonie Ludwigsfeld

Die alten Häuser der Moorkolonie stehen nicht mehr, aber es gibt noch landwirtschaftliche Betriebe und Gärtnereien. Das älteste Gebäude ist heute das ehemalige Schulhaus von 1877 (Auf den Schrederwiesen 19). Die ehemalige Gaststätte »Zu den Lüften« daneben dient als Pension.

Um 1890 errichtete Oberst Max von Lutz östlich der Dachauer Straße (422/424, heute Auf den Schrederwiesen 2/4) ein Vollblutgestüt und 1892 gegenüber ein Herrenhaus. 1914 kaufte Alfred Wolff den Besitz und züchtete erfolgreich Traber. In den 1970er Jahren diente ein Teil der Koppeln als Autokino. Der einst charakteristische Uhrenturm des Herrenhauses mit seinen neuromanischen Fensteröffnungen südlich vom Campingplatz verschwand 1990 im Lärmschutzwall des Rangierbahnhofs.

Das Gelände am Rangierbahnhof München Nord mit dem hier fließenden Reigersbach und seinem Zulauf Füsslgraben ist landschaftlich besonders reizvoll.


Ehemalige Gastsstätte Lindenhof in der Fasanerie Nord

Um die Schneeglöckchenstraße (vor 1947 Lindenstraße), wo einst eine Römerstraße verlief, gab es um 1920 mehrere Gärtnereien. Als Mittelpunkt der Gegend wurde hier 1924 eine Gastwirtschaft mit Metzgerei (Linden - hof, Nr. 91) errichtet. Seit 1985 heißt die Gaststätte »Rattlesnake-Saloon«. In ihr wird Westernkultur mit Country und Westernmusk gepflegt. 

Schneeglöckchenstraße 0

Katholische Kirche St. Christoph

Im Jahr 1927 wurde am Blütenanger 64 eine von Hermann Selzer geplante neubarocke Kirche errichtet. Aus Geldmangel konnte aber nur der Chor fertig gestellt werden, der »Kapellenbau« genannt wird. Daneben ist die »Klinik Fasanenhof«, eine Fachklinik der Caritas für junge Suchtkranke.

Von 1953 bis 1969 stand Am Blütenanger 7 eine Behelfskirche, deren Holzbaracke vorher als Notkirche anstelle der zerstörten Kirche St. Joseph in der Maxvorstadt gedient hatte. Hier baute 1971 der Architekt Erhard Fischer eine Kirche mit freistehendem Glockenturm und Pfarrsaal. Der in der Nachbarschaft wohnende Künstler Edzard Seeger schuf 1984 die Innenausstattung mit dem riesigen Altarwandbild in vorherrschendem Blau (Schöpfung, Erlösung, Vollendung), dem damit abgestimmten Taufbild, dem Kruzifix hinter dem Altar und einem raumhohen Wandmosaik mit der Darstellung des Weinstocks und des Kreuzes.

Am Blütenanger 64

Ehemalige Villa mit Atelier

Nördlich der Bahnstation baute 1897 der Gärtner Hans Aschauer das erste Haus in der späteren Fasanerie (Feldmochinger Straße 222). Dieses erwarb 1898 Maria von Lossow, die Witwe des Kunstmalers Heinrich von Lossow und 1909 der Bildhauer Wilhelm Göhring (1876 –1955). Dessen Frau Helene war Tochter des Fasanenmeisters Sperr aus der nahen Fasanerie. Nach ihrem Tod 1978 stand das stattliche Anwesen mit Atelieranbau und malerischem Garten leer und wurde 2007 abgerissen. Auf dem Gelände wurde ein Edeka-Markt errichtet.

Feldmochinger Straße 222

Katholische Kirche St. Johannes Evangelist am Lerchenauer See

An die Bebauung der vorderen Fasanerie mit Einfamilienhäusern schließt sich die Siedlung am Lerchenauer See mit mehrstöckigen Mietshäusern an, die teilweise in Eigentumswohnanlagen umgewandelt wurden. Architektonisch bemerkenswert sind hier besonders die Kirchen.

Die hallenartige Kirche St. Johannes Evangelist wurde 1968 von Adolf und Helga Schnierle errichtet, die Bildhauerarbeiten stammen von Hubert Elsässer. Der Innenraum bietet sich wie das Äußere in unverputztem Ziegelmauerwerk und Sichtbeton nüchtern und sachlich dar, die Decke ist aus Naturholz gefügt.

Gustav-Kiefer-Straße 0

Evangelische Kapernaum-Kirche

Blickfang am Lerchenauer See ist die Kapernaumkirche mit ihrem zeltförmigen Dach. Der Name erinnert an die biblische Stadt am See Genezareth. Die Kirche mit Gemeindezentrum wurde 1968 nach Plänen des Architekten Reinhard Riemerschmid errichtet.

Das bunte, schmale, vom Boden bis zur Zeltspitze reichende Glasfenster stammt von dem Kunstmaler Gerd Jähnke. Der 44 Meter hohe Turm ist aus sieben Tonnen schweren Fertigbetonteilen zusammengesetzt und setzt einen städtebaulichen Akzent.

Südlich davon, bei der Grieserstraße, wurden 1942 Baracken für Sowjetische Zwangsarbeiter errichtet, die dem Reichsbahnausbesserungswerk unterstanden.

Lasallestraße 0

Ehemalige Genossenschaftssiedlung Eggarten

Der Flurname Egerten weist auf ein Gebiet, das wegen geringer Bodengüte nur im Abstand von einigen Jahren als Acker genutzt werden konnte. Das Gebiet, das zwischen Bahn-Nordring, Gütergleis, Schittgabler- und Lassallestraße liegt, gehörte bis 1919 zur königlichen Fasanerie Moosach. Zur Bebauung wurde die »Siedler-Genossenschaft Eggarten« gegründet. Die 62 Siedler erhielten von der Krongutsverwaltung je rund 1500 Quadratmeter im Erbbaurecht. Der südliche Teil gehörte zur Stadt München (Moosach) und der Teil nördlich der heutigen Daxetstraße zur Gemeinde Feldmoching. Die Straßen erhielten in Erinnerung an das ehemalige Jagdgebiet Wildtiernamen. Zur Anlage des Verschiebebahnhofs wurden ab 1938 Häuser enteignet. Abgeräumte Grundstücke dienten als Gärten.

Alte Häuser stehen noch in malerischer Natur. Bei der Neueinteilung 1996 kam der Eggarten zum 24. Stadtbezirk. Derzeit wird von den Eigentümern eine Wohnbebauung des gesamten Areals betrieben.