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SUMMARY:Die amerikanischen Bauprogramme in der Landeshauptstadt München (1950 – 1957)
DESCRIPTION:&lt;p&gt;Die in München stationierte U.S. Army schuf zu Beginn des Kalten Krieges weitläufige Wohngebiete, die als Family Housing Areas Angehörigen der US-Streitkräfte Familienwohnungen zur Verfügung stellten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zwischen 1950 und 1957 wurden so mehr als 2.000 amerikanische Wohnungen geschaffen, die in ihrem Zuschnitt und ihrer Ausstattung beispiellos für Münchner Verhältnisse waren. Auf diese Weise konnten auch die restlichen noch beschlagnahmten zivilen Wohnungen wieder freigegeben werden und so dringend benötigter Wohnraum den Münchnerinnen und Münchnern wieder zur Verfügung gestellt werden. Die typisierten Wohngebäude, die eigens für Münchner Verhältnisse durch lokale Architekten angepasst wurden, dienten auch dem Ziel, nach dem Ende der Stationierung hochwertigen Wohnraum innerhalb der Landeshauptstadt München zur Verfügung zu stellen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Heute bilden vor allem die beiden größten ehemaligen Family Housing Areas in München, die Amerikanische Siedlung im Perlacher Forst sowie die Bundeseigene Wohnanlage München Nord (Mortonstr./Neuherbergstr./Morsering/ Rockefellerstr.), identitätsstiftende Stadtquartiere, die sowohl mit ihrer städtebaulichen Gestaltung als auch mit aufwendigen Architekturdetails, wie zeittypische Wandmalereien, aufwarten können.&amp;nbsp;Symbolhaft stehen sie einerseits für den Beginn einer langfristigen Stationierung von NATO- Truppen während des Kalten Krieges, andererseits jedoch auch für den demokratischen&amp;nbsp;Aufbruch der (teil-)souveränen Bundesrepublik Deutschland nach 1955.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Wahrnehmung der US-Streitkräfte und ihrer baulichen Artefakte veränderte sich in dieser Zeit deshalb erheblich: Statt als „Besatzungsmacht“, wie zur Bauzeit noch häufig publiziert, wurden die Liegenschaften nun als Gebäude von NATO-Verbündeten gesehen. Der Nutzungsübergang der Wohnanlage Nord an den Bund 1968 oder die Installation des Bundeswehrkrankenhauses 1973 im ehemaligen U.S. Army Hospital in der Cincinattistraße belegen dies eindrücklich. Mit dem Eintreten Deutschlands in internationale Staatenbündnisse begann auch der Weg zur heutigen Europäischen Union, verbunden mit dem Wunsch „nie wieder Krieg“. Ablesbar ist dies z.B. auch an der Bezeichnung „Amerikanische Siedlung“, die bereits in zeitgenössischen Stadtplänen so bezeichnet wurde. Sie lässt nicht vermuten, dass es sich hier um militärische Bauprojekte handelt, die von zivilen deutschen Stellen gebaut und bis 1991 von NATO-Streitkräften genutzt wurden. Vielmehr stellen sie stadtbildprägende Wohngebiete innerhalb der Landeshauptstadt dar, deren Symbolcharakter einer vertieften Würdigung bedarf. Die kürzlich erfolgte Unterschutzstellung der Amerikanischen Siedlung im Perlacher Forst als städtebauliches Denkmalensemble bestätigt diesen Eindruck.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Vortrag beleuchtet die unterschiedlichen Bauprogramme in München und setzt einen Schwerpunkt auf die Entstehungsgeschichte der verschiedenen Family Housing Areas.&lt;/p&gt;
DTSTART:20261016T190000
DTEND:20261016T203000
LOCATION:Giesinger Bahnhof, Kurt Mahler Saal
ORGANIZER:Kulturzentrum Giesinger Bahnhof
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