SELECT datum FROM geschichte WHERE datum < '0000-00-00' ORDER BY datum DESC LIMIT 1 Münchner Rückblick
 

Münchner Geschichte

Rückblick

Damals vor 100 Jahren

 

Samstag, den 00.00.0000


Amtshandlungen werden mit einem „Weinumtrunk“ beschlossen

München * Bedeutende Amtshandlungen werden mit einem „Weinumtrunk“ beschlossen.

Vom „Bier“ war dabei nie die Rede.

Herzog Maximilian I. gestaltet das Hochgrab Kaiser Ludwigs des Baiern um

München-Kreuzviertel * Herzog Maximilian I. lässt das Hochgrab des Kaisers Ludwig des Baiern abbauen. Die Deckenplatte wird jetzt nur knapp über dem Boden verlegt.

Leonhard Romeis tritt einen 15-monatigen Studienaufenthalt in Italien

Italien * Leonhard Romeis schließt nach seiner Ausbildung an der „Kunstgewerbeschule“ einen 15-monatigen Studienaufenthalt in Italien an.

Finanziert wird die Reise von der „Maximiliansstiftung für kunstgewerbliche Ausbildung“.

Adolf Friedrich von Schack schließt seine Sammlung ab

München-Maxvorstadt * Adolf Friedrich von Schack schließt seine Sammlung, die er 1857 begonnen hat, endgültig ab.

Das „Alpine Museum“ wird vergrößert

München-Lehel - Praterinsel * Zur Vergrößerung der Ausstellungsflächen im „Alpinen Museum“ auf der „Praterinsel“ wird die Terrasse im ersten Obergeschoss überbaut.

Damit gewinnt der Bau an Monumentalität.

Das „Panorama“ an der Theresienstraße 78 wird eröffnet

München-Maxvorstadt * Das „Panorama“ an der Theresienstraße 78 wird eröffnet.

Ludwig Weinberger gründet eine Wagnerei

München-Au * Ludwig Weinberger senior gründet eine Wagnerei in der Brunnthaler Straße und beschäftigt sich zunächst mit der Herstellung von Pferdefuhrwerken. 

Die „Annalen des Klosters Schäftlarn“ nennen München erneut als Stadt

Kloster Schäftlarn - München * In den „Annalen des Klosters Schäftlarn“ wird München erneut als „civitas“ (= Stadt) bezeichnet.

Das Ludwigsmonument befindet sich nahe dem Bennobogen

München-Kreuzviertel * Zwischen 1619 und 1622 entsteht in der Frauenkirche über der Deckenplatte für Kaiser Ludwig dem Baiern der bronzene Kenotaph. Das Ludwigsmonument befindet sich nahe dem Bennobogen.

Die „Maximiliansstiftung für kunstgewerbliche Ausbildung“ wird gegründet

München * Die „Maximiliansstiftung für kunstgewerbliche Ausbildung“ wird gegründet.

Sie vergibt sowohl Schul- als auch Reisestipendien.

Adolf Friedrich von Schacks Sammlung soll der deutsche Kaiser erben

München-Maxvorstadt * In seinem Testament legt Adolf Friedrich von Schack fest, dass seine Sammlung nach seinem Tod in das Eigentum des deutschen Kaisers übergehen, aber auf Dauer in München und für die öffentlichkeit zugänglich sein soll.

Die Wiederaufbauarbeiten für die Ludwigsbrücke beginnen

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Die Wiederaufbauarbeiten für die heutige Ludwigsbrücke beginnen. Sie werden aber nie beendet.

Der „Deutsche und österreichische Alpenverein - DuOeAV“ wird umbenannt

München - Wien - München-Lehel * Nachdem Österreich als „Ostmark“ dem Deutschen Reich „angeschlossen“ worden war, wird der „Deutsche und österreichische Alpenverein - DuOeAV“ in „Deutscher Alpenverein - DAV“ umbenannt.

Das „Alpine Museum“ auf der „Praterinsel“ erhält den Namen „Alpines Museum des DAV“.

„Krankenunterstützungsverein der Münchner Volkssänger“ gegründet

München * Nach Wiener Vorbild wird der „Krankenunterstützungsverein der Münchner Volkssänger“ gegründet.

Die „Ökonomiegebäude“ bei der „Schwaige“ werden erweitert

München-Englischer Garten - Lehel * Die „Ökonomiegebäude“ bei der „Schwaige“ im „Englischen Garten“ werden erweitert.

Therese Feldmüller, geborene Schlutt, kommt in Schliersee zur Welt

Schliersee * Therese Feldmüller, geborene Schlutt, kommt in Schliersee zur Welt.

Ihr Vater ist der Wirt und Koch Andreas Schlutt aus Schliersee, ihre Mutter Anna stammt aus Zolling bei Freising.

Der „Reichstag“ tagt nur noch im „Regensburger Rathaus“

Regensburg * Der „Reichstag“, die „Ständevertretung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“, tagt bis dahin in unregelmäßigen Abständen in verschiedenen Städten. 

Seither wird er nur noch im „Reichssaal“ des „Regensburger Rathauses“ abgehalten. 

„Den Ruf als Bierstadt büaß ma ein, ...“

München-Lehel * Aus Anlass der Eröffnung des „Café Prinzregent“ - in der Prinzregentenstraße 4 - dichtete ein namentlich nicht überlieferter Münchner „Volkssänger“ folgende Zeilen:

Jetzt werd, wohin man schaut,  
Kaffeehaus um Kaffeehaus baut.  
Den Ruf als Bierstadt büaß ma ein,  
bald wern ma a Kaffeestadt sein!
 

Und tatsächlich genossen die „Cafés“ in München bis zum Ersten Weltkrieg einen hohen Stellenwert im gesellschaftlichen Leben. 

Hannes König gründet die „Münchner Volkssänger-Bühne“

München-Schwabing * Hannes König gründet die „Münchner Volkssänger-Bühne“.

Nach verschiedenen Spielorten findet sie in der „Max-Emanuel-Brauerei“ ihren festen Auftrittsort.

Hannes König führt Regie, schreibt Stücke neu oder um und entwirft sowie gestaltet die Bühnenbilder. 

Die vielleicht orthodoxeste jüdische Gemeinde in Deutschland

München * Durch die Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion erhöht sich die Zahl der Gemeindemitglieder auf 9.000. Die Münchner Gemeinde gilt als „sehr orthodoxe, wenn nicht die orthodoxeste Gemeinde in Deutschland“

Das „Ungelt“ von Wein und Met wird auf 6 Mass vom Eimer erhöht

München * Das „Ungelt“ von Wein und Met wird auf 6 Mass vom Eimer erhöht.

Neben „Steuern und Zöllen“ ist das „Weinungelt“ jahrhundertelang die Haupteinnahmequelle der Stadt.

Dr. Alfred Haas kauft ein Sommerhaus in Bernried am Starnberger See

Bernried * Der Arzt Dr. Alfred Haas kauft von Carl Riedl ein Sommerhaus an der Bahnhofstraße 14 in Bernried am Starnberger See.

Die „Notbrücke“ erhält den Namen „Ludwigsbrücke“

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Eine hölzerne, fünfbogige „Notbrücke“ über die Isar wird eingeweiht.

Sie erhält den Namen „Ludwigsbrücke“.
Sie ist bis dahin die einzige Isarüberführung zwischen Bogenhausen und Schäftlarn.

Das Alpine Museum zählt 400.000 Besucher

München-Lehel - Praterinsel * Das Alpine Museum des DAV zählt 400.000 Besucher. Der Besuch des Alpinen Museums wird in München-Führern besonders empfohlen.

Seit 1800 über 500 Theaterbrände

Europa * Die Zahl der bekannten Theaterbrände seit 1800 wird mit „mehr als 500“ angegeben.

Der Freisinger Bischof Konrad I. kauft Garmisch

Werdenfelser Land * Ritter Swiker von Mindelberg verkauft sein Gut, „das Garmisch genannt wird“, um 250 Pfund Augsburger Pfennige an den Freisinger Bischof Konrad I. von Tölz und Hohenburg, „mit allem was dazu gehört“

Die Planungen für „Burg Falkenstein“ bei Pfronten beginnen

Pfronten * Die Planungen für „Burg Falkenstein“ bei Pfronten beginnen.

Die Planungen und Entwürfe für den Bugatti Royale Typ 41 beginnen

Molsheim * Die Planungen und Entwürfe für den Bugatti Royale Typ 41 beginnen. Ettore Bugatti will ein Luxusfahrzeug konstruieren, das, angetrieben von dem stärksten und laufruhigsten Motor seiner Zeit, der Konkurrenz von Rolls-Royce, Mercedes-Benz, Maybach und Cadillac überlegen ist.

Als Kundschaft hat Ettore Bugatti die europäischen Königshäuser und die Reichen der Zeit im Blick. Es werden allerdings nur sechs Fahrzeuge gebaut werden. 

Mata Hari ist auf dem Höhepunkt ihrer Karriere

Madrid - Monte Carlo - Wien * „Mata Hari“ steht auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.

Sie tritt in Madrid, Monte Carlo und Wien auf.
Die Kritiker liegen ihr zu Füßen. 

Die älteste Urkunde des Bestehens der „Augustiner-Brauerei“

München-Kreuzviertel * Die älteste Urkunde des Bestehens der „Augustiner-Brauerei“.

„Bücherverbrennung“ in der rekatholisierten Oberpfalz

Oberpfalz * „Bücherverbrennungen“ in der rekatholisierten Oberpfalz.

Ein zweiter Flussübergang über die Isar

München-Isarvorstadt * Mit der hölzernen „Reichenbachbrücke“ kommt ein zweiter Flussübergang über die Isar hinzu.

Das „Panorama“ an der Goethestraße 45 wird eröffnet

München-Ludwigsvorstadt * Das „Panorama“ an der Goethestraße 45 wird eröffnet.

Das „Amphitheater“ im „Englischen Garten“ entsteht

München-Englischer Garten - Schwabing * Nördlich des „Rumford-Hauses“ im „Englischen Garten“ - in der Umgebung der Martiusbrücke nahe der Königinstraße - entsteht das „Amphitheater“ mit einem Durchmesser von 180 Fuß = ~ 60 Meter.

Joseph Anton von Maffei wird Chef der „Handelskammer für Oberbayern“

München-Maxvorstadt * Joseph Anton Ritter und Edler von Maffei steht der neu gegründeten „Handelskammer für Oberbayern“ vor.

Maria Klara von Messerer heiratet Josef Anton von Kern

Au * Maria Klara von Messerer, die Witwe des „Hofkammerrats“ Johann Georg von Messerer, eine aus Rosenheim stammende Bernlocher-Bräuerstochter, heiratet in zweiter Ehe Josef Anton von Kern und bringt ihre zwei Söhne aus erster Ehe in die neue Beziehung ein.

Josef Anton Kern ist „Hofkammerrat“, Brauer“ und „Salzkommissär“.

Er übernimmt den gesamten Grundbesitz der Messerers in Höhenrain, Urfarn und „Falkenau“.

Der erste „Bugatti Royale Typ 41“ wird hergestellt

Molsheim * Der erste „Bugatti Royale“ (Chassis 41-111) wird hergestellt.
Die Konstruktion des Typs 41 führt Jean Bugatti aus, Ettore Bugattis Sohn.

Wie damals im Luxuswagen-Markt üblich, liefert die Firma Bugatti nur das „Rolling Chassis“, also, das Fahrgestell mit allen Komponenten samt Motor und Kühlergrill, während die Gestaltung des Aufbaus unabhängigen Karosseriebauunternehmen überlassen wird.

Ettore Bugatti behält jedoch die Kontrolle über sein Projekt, indem er die Lieferung des Chassis von seiner Zustimmung zum ausgewählten Karosseriebauer und zum Karosserie-Entwurf abhängig macht:
Nur die angesehensten Firmen und die geschmackvollsten Aufbauten sollen für seinen „Royale“ gut genug sein.
Jean Bugatti zeichnet einige dieser Entwürfe. 

Das „Luxuscafé“ setzt sich in München durch

München * Das „Luxuscafé“ setzt sich in München durch.  

Den großen Vorbildern „Café Luitpold“ und „Café Prinzregent“ folgt eine Flut von Nachahmungen, die sich im Ausstattungsniveau, im technischen Standard und in der Dienstleistung an diesen hohen Vorgaben orientieren.  

Zwischen 1890 und 1897 wurden eine ganze Reihe von größeren und kleineren Kaffeehäusern gegründet oder ältere dem „Geschmack der Neuzeit entsprechend“ restauriert. 

Die Turmschreiber vergeben ihren Poetentaler

München-Graggenau - München-Angerviertel * Die Turmschreiber vergeben im Turmstüberl des Valentin-Musäums erstmals ihren Poetentaler

Ein öffentlicher „Weinkeller“ zur Förderung des Weinhandels

München-Graggenau * Zur Förderung des Weinhandels richtet der Rat der Stadt unter der „Bürgertrinkstube“ im „Implerhaus“ einen öffentlichen „Weinkeller“ ein.

Der „Fischbrunnen“ wird erneuert

München-Graggenau * Der Bildhauer Konrad Knoll beginnt mit der Erneuerung des „Fischbrunnens“.

Die Arbeiten dauern bis 1865 an.

Die „Frauen des Ordens vom guten Hirten“ ziehen nach Solln

München-Haidhausen - München-Solln * Die „Frauen des Ordens vom guten Hirten“ ziehen nach Solln.

Der Grundstein für die Sankt-Benno-Kirche wird gelegt

München-Maxvorstadt * Der Grundstein für die Sankt-Benno-Kirche wird gelegt.

Die arische Wiener „Alpine Gesellschaft D‘Reichensteiner“

Wien * Die Wiener „Alpine Gesellschaft D‘Reichensteiner“ beschließt bei ihrer Gründung einen Arier-Paragraphen, um damit jüdische Mitbürger von der Mitgliedschaft auszuschließen.

Auftrag über die Lieferung von acht Lokomotiven des Typs „Bavaria“

München-Englischer Garten - Hirschau * Die „Kgl. Bay. Staatsbahn“ erteilt dem „Eisenwerk Hirschau“ von Joseph Anton von Maffei einen Auftrag über die Lieferung von acht Lokomotiven des Typs „Bavaria“
Sie sollen auf der Strecke Nürnberg - Bamberg eingesetzt werden.

Um den Auftrag zu erhalten, muss Maffei die väterliche „Tabakfabrik“ als Kaution einbringen.
Der Auftrag geht aber nicht nur an
„Maffei“, sondern auch an „Kessler & Martiensen“ in Karlsruhe und „Meyer & Comp.“ im elsässischen Mühlhausen.
Sie müssen sich den Auftrag zu je acht Lokomotiven teilen.

Die wichtigste Auflage für die drei Firmen lautet: „Alle Teile an den 24 Lokomotiven müssen untereinander austauschbar sein“.

Seine erste Lokomotive, den „Münchner“, hat Maffei aber noch immer nicht verkauft.

Mittenwald als „forum“ mit einem Richter erwähnt

Freising - Mittenwald * Im „Freisinger Urbar“ wird Mittenwald als „forum“ mit einem Richter erwähnt. 

Das „Valentin-Musäum“ vergibt den „Blödsinnstaler“

München-Graggenau - München-Angerviertel * Das „Valentin-Musäum“ vergibt den „Blödsinnstaler“.  

Prämiert wird der „größte Blödsinn des Jahres“

Drei Ratsmitglieder reisen mit Wein zu Verhandlungen nach Straubing

München - Straubing * Als drei Ratsmitglieder zu Verhandlungen nach Straubing abgesandt werden, gibt man ihnen ein ansehnliches Quantum „Malvasier“ und „Romanier“ mit, damit sie entsprechend „witzig und schlagfertig“ sind und von den „herzoglichen Räten“ nicht übertroffen werden.

Der „Metzgersprung“ findet nachweislich im „Fischbrunnen“ statt

München-Graggenau * Der „Metzgersprung“ findet nachweislich im „Fischbrunnen“ statt.

Die „Metzgerlehrlinge“ werden mit dem Sprung ins kalte Wasser „getauft“ und freigesprochen.

Leonhard Romeis lehnt eine Berufung nach Magdeburg ab

München - Magdeburg * Leonhard Romeis lehnt eine Berufung als „Direktor der Kunsthandwerkerschule der Stadt Magdeburg“ ab.

Die arische Alpenvereins-Sektion Brandenburg des DuOeAV

Brandenburg * Die Alpenvereins-Sektion Brandenburg des DuOeAV wird ausschließlich für „christlich getaufte, deutsche Staatsbürger“ gegründet.

Das „Panorama“ in der Theresienhöhe 2a wird eröffnet

München-Ludwigsvorstadt * Das „Panorama“ in der Theresienhöhe 2a, zwischen „Hacker- und Bavariakeller“, wird eröffnet.

George Jon Ashton kommt an das „Eisenwerk Hirschau“

München-Englischer Garten - Hirschau * Für das „Eisenwerk Hirschau“ von Joseph Anton von Maffei wird mit George Jon Ashton ein zweiter Engländer angeworben.

Ignaz Mayer gründet die „Giesinger Lederfabrik“

Untergiesing * Das Anwesen des ehemaligen „Edelsitzes Pilgramsheim“ geht an Ignaz Mayer über, „welcher eine der größeren und im besten Betriebe stehende Lederfabrik Baierns daselbst etablirte“

Die „Giesinger Lederfabrik“ ist nicht nur als „Großgerberei“ tätig, sondern produziert darüber hinaus in enormen Umfang Lederwaren für die „Königlich Baierische Armee“ - und das „im Accord“.

Das ist der Grund, weshalb die „Mayer'sche Militär-Lederfabrik“ bei den eingesessenen Sattlern und Schuhmachern, die sich durch diese um zusätzliche Verdienstmöglichkeiten gebracht und ihre Existenz gefährdet sehen, umstritten ist. 

Ignaz Mayer entstammt einer angesehenen Mannheimer jüdischen Kaufmannsfamilie, die dem hochkarätigen Kreis der „Hoffaktoren“ des pfälzischen Kurfürsten angehörte.

„Krao, das Affenmädchen“ im „Internationalen Handels-Panoptikum“

München-Hackenviertel * „Krao, das Affenmädchen“, eine am ganzen Körper behaarte junge Frau aus Burma, lockt die Besucher ins „Internationale Handels-Panoptikum“.

Das Speditionswesen ist durch die „Rott“ organisiert

Mittenwald * Das Speditionswesen ist in Mittenwald durch den „Verein der bürgerlichen Fuhrleute“, der sogenannten „Rott“, organisiert.

Die „Strata inferior“, die „Untere Straße“, die über den „Brenner“ durch die „Grafschaft Werdenfels“ führt, ist eine der „Haupttransitstrecken“.
Zahlreiche Ortschaften entlang dieses Verkehrsweges verdanken ihren Aufschwung diesem spätmittelalterlichen Handel und Verkehr. Neben den Städten Bozen, Meran, Innsbruck oder Schongau, sind dies in der „Grafschaft Werdenfels“ Mittenwald und Partenkirchen.  

Für diesen Handel bildet sich ein Frachtwesen heraus, das unter dem Namen „Rottfuhrwesen“ bekannt ist.  

Und so ist die „Rott“ organisiert:
An der Handelsstraße werden in Tagesabständen [20 bis 30 Kilometer] „Rottstationen“ [= Niederlagen] errichtet.
Den „Rottfuhrleuten“ dieser Stationen steht das alleinige und ausschließliche Recht zu, „Rottgüter“ gegen „Niederlagegeld“ und „Fuhrlohn“ von ihrer Station zur nächsten zu befördern.

Außerdem wird bereits von einem regen „Floßverkehr“ auf der ab Mittenwald floßbaren Isar berichtet. 

Ludwig Weinberger jun. tritt in das väterliche Karosserie-Unternehmen ein

München-Au * Ludwig Weinberger junior, der zuvor sein Studium am „Technikum“ in Köthen abgeschlossen hat, tritt in das väterliche Karosserie-Unternehmen in der Au ein.

Fast gleichzeitig übernimmt Weinberger eine BMW-Vertretung.
Seit dieser Zeit werden fast nur noch BMW-Fahrgestelle mit Aufbauten – häufig offene Zweisitzer – versehen.
Bis zum Zweiten Weltkrieg entstehen etwa 300 Karosserien.

Dr. Joseph Fuchs, der rennfahrende Chirurg aus Nürnberg, lässt sich von Ludwig Weinberger jun. einen Bugatti Typ 50 mit 4,9-Liter-Maschine karossieren.
Die schwarze Lackierung und die postgelb abgefassten Tür- und Seitenbänder lassen das ohnehin niedrige Zweitüren-Cabriolet noch gestreckter erscheinen.

Die Gestaltung dieses Autos weist schon eine große Ähnlichkeit mit dem „Bugatti Royale“ auf. 

Hannes König erhält den „Poetentaler“ der „Turmschreiber“

München-Graggenau - München-Angerviertel * Hannes König, der „Direktor des Valentin-Musäums“,  erhält den „Poetentaler“ der „Turmschreiber“

Der „Metzgersprung“ lässt sich regelmäßig nachweisen

München-Graggenau * Der „Metzgersprung“ lässt sich regelmäßig nachweisen.

Leonhard Romeis lehnt eine Berufung nach Straßburg ab

Straßburg * Leonhard Romeis lehnt eine Berufung als Direktor der Kunstgewerbeschule in Straßburg ab.

Die „Sektion Wien“ wird mit einem „Arier-Paragraphen“ gegründet

Wien * Die „Sektion Wien des Deutsch- und Österreichischen Alpenvereins - DuOeAV“, die aus dem „Turnverein“ hervor gegangen war, wird mit einem „Arier-Paragraphen“ gegründet.

Die Erhöhung des Schaumraumes in den Krügen gefordert

München-Theresienwiese * Der „Verband zur Bekämpfung betrügerischen Einschenkens“ fordert die Erhöhung des Schaumraumes in den Krügen oberhalb des Eichstrichs auf 4 Zentimeter.

Bis zur Umsetzung der Forderung werden noch weitere 73 Jahre vergehen.

Die „Königliche Bayerische Staatsbahn“ kauft den „Münchner“

München-Englischer Garten - Hirschau * Da Joseph Anton von Maffei seine erste, im „Eisenwerk Hirschau“ gefertigte Lokomotive immer noch nicht verkauft hat, greift er zur Feder und schreibt an König Ludwig I. folgende Zeilen:

„Es sind sechs Jahre, seitdem der „Münchner“ zu bauen angefangen wurde.
Die Durchschnittszahl der in dieser Fabrik allein seither Beschäftigten Arbeiter beläuft sich für ein Jahr auf 230.
Jeder derselben, gering gerechnet, gebraucht zur Stillung seines Durstes des Tages drei Maaß Bier, was in sechs Jahren 1.511.100 Maaß betrug. 

Bekanntlich entrichtet die Maaß Bier beiläufig 1 Kreuzer ärarialischen Aufschlag, so entziffert sich an diesem einzigen Gefälle schon seither eine Staatseinnahme von ohngefähr 25.000 Gulden“.

Daraufhin kauft die „Königliche Bayerische Staatsbahn“ den „Münchner“ für 24.000 Gulden und reiht ihn unter der „Nummer 25“ in ihren Lokomotivenpark ein.

Der „Velo-Club“ den „Polizeidirektor“ zum „Faschingsball“ ein

München * Um die polizeilichen Unfreundlichkeiten und Schikanen gegenüber den Radfahrern abzumildern, lädt der Münchner „Velo-Club“ den „königlichen Polizeidirektor“ zum „Faschingsball“ ein.

Durch gutes Zureden - bei Kaviar und Champagner - erreichen die „Radlnarrischen“ schließlich eine bessere Grundstimmung der Polizei gegenüber ihren Interessen.

Die „Schlangendomptöse Miss Clio“ im „Internationalen Handels-Panoptikum“

München-Hackenviertel * Die „Schlangendomptöse Miss Clio“ beeindruckt das Münchner Publikum im „Internationalen Handels-Panoptikum“ mit sechs „Riesenschlangen“.

Die Vollstreckung der Todesurteile erfolgt durch die „Guillotine“

München * Die traditionellen „Schwurgerichte“ treten wieder an die Stelle der „Volksgerichte“.

Die Vollstreckung der Todesurteile erfolgt nun grundsätzlich durch die „Guillotine“.

Mittenwalder Fuhrleute müssen die „Warenniederlage“ nicht beachten

Mittenwald * Den Mittenwalder Fuhrleuten wird das Recht zugestanden, die in Partenkirchen gesetzlich festgelegte „Warenniederlage“ nicht beachten zu müssen. 

Den ersten „Bugatti Royale“ kauft der Industrielle Armand Esders

Frankreich * Der Erste, der einen „Bugatti Royale“ kauft, ist der französische Industrielle Armand Esders. 

Bis zu 17.000 Arbeiterinnen und Arbeiter bauen an der „Ostbahn“

Geiselhöring - Passau - Regensburg * Ab dem „Verkehrsknotenpunkt Geiselhöring“ wird auf zwei Strecken die „Ostbahn“ weitergebaut. 

Die eine Strecke führte nach Passau, die andere nach Regensburg, Amberg und Nürnberg.
Mit einem Aufgebot von bis zu 17.000 Arbeiterinnen und Arbeitern wird das 453 Kilometer umfassende Grundnetz der „Bayerischen Ostbahnen“ fertiggestellt werden.

Paul Camille von Denis schafft das in einer fünfeinhalbjährigen Bauzeit.

Der „Direktor der Ostbahngesellschaft“ unterschreitet damit nicht nur die zeitliche Vorgabe der staatlichen „Eisenbahn-Commission“, die dafür eine Bauzeit von sieben Jahren vorgesehen hatte,  sondern auch die Baukosten gegenüber dem Voranschlag von 46,5 Millionen Gulden um 12,8 Millionen Gulden.
Das sind nahezu dreißig Prozent.

Damit ist Paul Camille von Denis, dem „Altmeister des Eisenbahnbaus“, die allgemeine Anerkennung sicher.

In Zeitungsartikeln halten sich die Zeitgenossen mit ihrer Bewunderung für diese Leistung nicht zurück:
„Der Erfahrungssatz, der leider bei uns in Deutschland viel zu wenig bekannt oder anerkannt scheint - ‚Zeit ist Geld‘ -, spricht sich in allen Anordnungen der Ostbahn-Direction aus“

Jeder „Weinwirt“ muss dem Bürgermeister einen Eid leisten

München * Jeder „Weinwirt“ muss dem Bürgermeister „an Eidesstatt in Treue geloben, sich als Weinwirt friedlich, ehrbar und der Zunftordnung gemäß zu verhalten, jeden Wein nach seinem Wert auszuschenken und nicht zu mischen“.

Der „Metzgersprung“ wird für das „Winterhilfswerk“ noch einmal aufgeführt

München-Graggenau * Der „Metzgersprung“ wird zugunsten des „Winterhilfswerkes“ noch einmal aufgeführt und ein dreijähriger Turnus beschlossen. 

Der Brauch schläft aber systembedingt bald darauf ein.

Leonhard Romeis wird das Prädikat „sehr gut“ ausgesprochen

München-Maxvorstadt * Leonhard Romeis erhält in einer „Qualifikationsliste“ der Lehrer der „Kunstgewerbeschule“ in den Kategorien „Fleiß und Eifer“, „Lehr- und Erziehungsgabe“ und „Gesamtqualifikation“ jeweils das Prädikat „sehr gut“ ausgesprochen.

Adolf Friedrich von Schack tritt aus dem „Kapitel des Maximiliansordens“ aus

München * Aus Verärgerung tritt Adolf Friedrich von Schack aus dem „Kapitel des Maximiliansordens“ aus.

Der Grund ist die Weigerung Prinzregent Luitpolds, den österreichischen Schriftsteller Ludwig Anzengruber - wegen Bedenken klerikaler Kreise - nicht in den „Maximiliansorden“ aufzunehmen.

Die „Akademische Sektion Wien“ nimmt den „Arier-Paragraphen“ auf

Wien * Die „Akademische Sektion Wien des DuOeAV“ nimmt den „Arier-Paragraphen“ in ihre Satzung auf.

Ein „Weyher“ in der Nähe des heutigen „Wasserfalls“

München-Englischer Garten - Lehel * In der Nähe des heutigen „Wasserfalls“ im „Englischen Garten“ wird ein „Weyher“ angelegt.

Die Radrennbahn auf der Theresienwiese stellt ihren Betrieb ein

München-Theresienwiese * Die Radrennbahn auf der Theresienwiese stellt ihren Betrieb ein.

Flucht vor den Schulden

Obergiesing * Der Pächter der Theres Feldmüller in Obergiesing setzt sich unter Hinterlassung von Schulden ab.

Vermutlich ist die Ökonomie wegen der fortdauernden Grundstücksverkäufe nicht mehr Gewinn bringend zu bewirtschaften. Die Strafanzeige erbringt nichts.

Ludwig Weinberger designet Dr. Joseph Fuchs' „Bugatti Royale“

München-Au * Ludwig Weinberger junior macht den Zwanzig-Mann-Betrieb in der Zeppelinstraße 41 in der Autowelt über Nacht berühmt.

Der Nürnberger Modearzt Dr. Joseph Fuchs, der bereits auch einige Rennen mit kleineren „Bugatti-Rennwagen“ gefahren ist, lässt in der Werkstatt in der Au sein „Bugatti Royale“-Fahrgestell (Typ 41) mit einer imposanten Karosserie versehen.

Das Chassis 41-121 ist das erste Fahrgestell der „Bugatti-Royale“-Serie, das nur einen Aufbau erhält.

Das Luxusauto erhält eine Cabriolet-Karosserie mit langer Motorhaube und knapp geschnittenem Fahrgastabteil.
Das Auto wird mit einer schwarzen Lackierung, die auch die postgelb abgefassten Tür- und Seitenbänder aufweist, und hellem Verdeck ausgeliefert.
Die Sitze werden mit grobporigem Schweinsleder bezogen.
Die Kühlermaske und die Stoßstangen sind verchromt.

Drei Monate dauert die Herstellung der „Karosserie“, die etwa 7.000 RM kostet.
Das Fahrgestell für das Auto der Luxusklasse war rund 75.000 RM teuer.
Der Gesamtpreis entspricht dem Wert von mehr als acht Einfamilienhäusern. 

Durch die private „Ostbahn“ muss der „Centralbahnhof“ erweitert werden

München-Maxvorstadt * Der ständige Ausbau des Schienennetzes zieht für den „Centralbahnhof“ Erweiterungen und Umbaumaßnahmen nach sich.  
Durch die Aktivitäten der privaten „Ostbahn-Aktiengesellschaft“ droht der „Centralbahnhof“ zusätzlich aus allen Nähten zu platzen.  

Deshalb erbaut man nördlich des Bahnhofgebäudes eine eigene Einsteighalle für die „Ostbahn“.
Sie überspannt vier Gleise, hat eine Länge von rund 145 und eine Breite von 24 Metern.

Um das einheitliche Bild des „Centralbahnhofs“ zu erhalten, blendet Friedrich Bürklein der „Ostbahnhalle“ einen dreigeschossigen Pavillon als Kopfbau vor.
Zur Symmetrie erhält der Bahnhof am südlichen Ende einen von der Post genutzten Erweiterungsbau. 

Der „Turmschreiber-Kalender“ erscheint jährlich

München * Der „Turmschreiber-Kalender“ erscheint jährlich. 

qwqqwqw

Die Stadtobrigkeit erlässt „Anordnungen zum Brauwesen“

München * Die Stadtobrigkeit erlässt „Anordnungen zum Brauwesen“, auch wenn sie dabei ihre Kompetenzen weit überschreitet.

Der „Brausatz“ von 1447 besagt, dass das gesottene Bier mindestens 8 Tage in „gepichten Fässern“ lagern muss. Bei einem Verstoß gegen die Anordnung werden empfindliche Strafen in Aussicht gestellt.

Graf Adolf Friedrich von Schack vermacht Berlin seine Sammlung

München-Maxvorstadt * In der letzten Fassung seines Testaments geht Graf von Schack davon aus, dass seine Sammlung nach seinem Tod nach Berlin überführt wird.

Er billigt dieses Vorgehen ausdrücklich.

Der Sylvensteinspeicher zähmt die reißende Isar

Fall * Die Arbeiten am Sylvensteinspeicher beginnen. Die Arbeiten dauern bis 1957 an. Ein Hochwasser führt dazu, dass der Damm um zwei Meter höher ausgeführt wird, als ursprünglich geplant. Damit kann die reißende Isar gezähmt werden. 

Ein Schankkellner wird wegen schlechten Einschenkens verurteilt

München * Ein Münchner Richter spricht sechs „Schankkellner“ mit dem Hinweis frei, dass dem hiesigen Publikum das schlechte Einschenken ohnehin bekannt sei, und „Auswärtige werden es wohl bald erfahren“.

Auf Einspruch des Staatsanwalts gibt es später aber doch noch eine Strafe. 
Sonst hätte nämlich der Verteidiger recht behalten, der argumentiert hatte, Bier sei nichts anderes als eine Mischung von Flüssigkeit und Schaum. 

„Wenn also diese Mischung einschließlich des Schaumes den Eichstrich erreicht, so bleibt an der einwandfreien Füllung des Trinkgefässes kein Zweifel“.

Die „Maffei'sche Fabrik in der Hirschau“ liefert ihre Lokomotive „Donau“

München-Englischer Garten - Hirschau * Die „Maffei'sche Fabrik in der Hirschau“ liefert ihre Lokomotive „Donau“ an die „Kgl. Bay. Staatsbahn“.
Sie ist bis 1895 im Einsatz.

„Miss Alwanda“ beeindruckt die Besucher des „Handels-Panoptikums“

München-Hackenviertel * „Miss Alwanda“ beeindruckt die Besucher des „Internationalen Handels-Panoptikums“ mit ihren Tätowierungen von verschiedenen europäischen Staatsoberhäuptern auf ihrem Körper.

In Mittenwald wird die „Nasse Rott“ gegründet

Mittenwald * Aufgrund des starken Güteraufkommens wird in Mittenwald zusätzlich ein Rottfuhr-Unternehmen auf der vorbeifließenden Isar gegründet, die „Nasse Rott“

Dr. Joseph Fuchs flieht samt seinem „Bugatti Royale“ vor den Nazis

Nürnberg * Der Nürnberger Arzt Dr. Joseph Fuchs muss nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten - aufgrund seiner „jüdischen Abstammung“ - emigrieren. 

Seinen „Bugatti Royale“ nimmt er mit ins Exil, das ihn über die Schweiz, Shanghai und Kanada nach New York führt. 

Der „Turmschreiber-Verlag“ wird gegründet

München * Der „Turmschreiber-Verlag“ wird gegründet. 

qwqqwqw

München zählt 16 bürgerliche Brauereien

München * München zählt 16 bürgerliche Brauereien.

Der Karl-Valentin-Film „Drei Stunden im Himmel“ entsteht

München * Der in diesem Jahr entstandene Karl-Valentin-Film „Drei Stunden im Himmel“ ist verschollen.

Nach einem Blitzschlag in den Rathausturm denkt man an einen Neubau

München-Graggenau * Nach einem Blitzschlag in den Rathausturm und dem anschließenden Brand ist der Gebäudekomplex des Rathauses stark in Mitleidenschaft gezogen, weshalb man über einen Neubau nachdenkt. 

Die Gebäude der „Frauen vom guten Hirten“ können bezogen werden

Haidhausen * Die Wohngebäude der „Frauen vom guten Hirten“ in Haidhausen können bezogen werden.

Die Klosterkirche wird eingeweiht.

Der „Arier-Paragraph“ gilt im „österreichischen Touristenklub - öTK“

Wien * Der „Arier-Paragraph“ gilt im Gesamtbereich des „österreichischen Touristenklubs - öTK“.

Werbung: „Auftreten einer Komiker- und Sängergesellschaft“

München-Isarvorstadt * Die „Kapuziner-Brauerei“ wirbt mit „Jeden Samstag und Sonntag Auftreten einer Komiker- und Sängergesellschaft“.

Adrian von Riedl kauft ein trockengelegtes ödes Land

München-Englischer Garten - Lehel * Adrian von Riedl, der zuvor mit zwei Dämmen das weitverzweigte Wildflussbett der reißenden Isar zwischen Lehel und Ismaning gebändigt hatte, kauft einen Teil des von ihm trockengelegten ehemaliges Isarbetts, das als „ödes Land“ vom Kurfürst Carl Theodor freigegeben wurde.

Zunächst lässt er sich zwischen „Eisbach“ und „Schmiedbach“, am Rande des „Englischen Gartens“ ein stattliches Palais erbauen, das er mit einem kleinen „Englischen Garten“ mit allerlei Zubehör umgibt.

Sogar eine Brunnquelle, eine „Gloriette“ und ein kleiner „Chinesischer Turm“ dürften nicht fehlen.
Aus dieser Anlage entsteht später der „Paradiesgarten“, ein beliebtes Ausflugslokal.

Die „Giesinger Lederfabrik“ spezialisiert sich auf feines, lackiertes Leder

München-Untergiesing * Die „Untergiesinger Lederfabrik“ spezialisiert sich auf feines, lackiertes Leder, das für die Innenausstattung von Kutschen, später von Automobilen und für die Schuh- und Bekleidungsindustrie benötigt wird.

Die Giesinger Lederfabrik produziert nicht nur für den deutschen Markt, sondern exportiert ihre auf verschiedenen Weltausstellungen prämierten Produkte in fast alle Länder der Welt. Zumindestens dort hin, wo es die Zollbestimmungen ermöglichen.

„Krao, das Affenmädchen“ erneut im Internationalen Handels-Panoptikum

München-Hackenviertel * „Krao, das Affenmädchen“, die junge Frau aus Burma mit der Ganzkörperbehaarung, lockt - nach 1895 - erneut die Besucher ins Internationale Handels-Panoptikum an der Neuhauser Straße 1.

Mittenwald erhält zwei Jahrmärkte

Mittenwald * Der Freisinger Landesherr über das „Werdenfelser Land“, Bischof Johann III. Grünwalder, gewährt den Mittenwaldern die Abhaltung von zwei Jahrmärkten. 

Der Gebissersatz Marke Seehofer erhält den Blödsinnstaler

München-Graggenau - München-Angerviertel * Im Valentin-Musäum wird wieder einmal der Blödsinnstaler für den größten Blödsinn des Jahres vergeben. Es ist der „Gebissersatz Marke Seehofer“ - ein Fleischwolf, der die Speisen so zerkleinert, dass sie auch ohne Zähne verspeist werden können. 

weewew

Am Anger wird ein „Eichstadel“ für Wein eröffnet

München-Angerviertel * Am Anger wird ein „Eichstadel“ eröffnet.

Durch gewissenhaftes Eichen will der Rat die Weinzufuhren der Kaufleute steigern.

Das alte „Preysing-Schloss“ in Haidhausen wird angerissen

Haidhausen * Das alte „Preysing-Schloss“ in Haidhausen wird angerissen.

Die Steine werden für die Gruft des neuen Klostergebäudes der „Frauen vom guten Hirten“ verwendet.

Leonhard Romeis erhäölt den „Verdienstorden vom heiligen Michael“

München-Maxvorstadt * Anlässlich der Vollendung der „Sankt-Benno-Kirche“ erhält Leonhard Romeis den „Verdienstorden vom heiligen Michael III. Klasse“.

Die „Preußische Gesandtschaft“ befindet sich im „Palais Dürckheim“

München-Maxvorstadt * Die „Preußische Gesandtschaft“ befindet sich im „Palais Dürckheim“ in der Türkenstraße 4.

Der „Franziskaner-Keller“ kommt in den Besitz der Familie Deiglmayr

Vorstadt Au * Der „Franziskaner-Keller“ an der Hochstraße kommt in den Besitz der Familie Deiglmayr.

Der „Österreichische Gebirgsverein - öGV“ führt den „Arier-Paragraphen“ ein

Wien * Der „Österreichische Gebirgsverein - öGV“ führt den „Arier-Paragraphen“ ein.

Die „Westendhalle“ wird in ein „Volkstheater“ umgewandelt

München-Ludwigsvorstadt * Nach 15 Jahren „Varieté-Betrieb“ wird die „Westendhalle“ in der Sonnenstraße in ein „Volkstheater“ umgewandelt.

Adam Freiherr von Aretin kauft ein „ödes“ Grundstück

München-Englischer Garten - Lehel * „Vizekanzler“ Adam Freiherr von Aretin kauft ein „ödes“ Grundstück an der Ostseite des „Englischen Gartens“ und baut dort einen Sommersitz mit zwei kleinen Häusern und einem „Lustgarten“ im französischen Stil.

Die „Lederfabrik“ verfügt über die erste „Lederspaltmaschine“

Untergiesing * Die „Untergiesinger Lederfabrik“ verfügt - damals mit dreißig Beschäftigten - über die erste „Lederspaltmaschine“ auf dem Kontinent.

Franz Kester kauft die lange geheim gehaltene englische Erfindung - nicht ohne Schwierigkeiten - an und lässt sie nach Giesing transportieren.

Im gleichen Jahr wird in dem als „Sohlen- und Lederfabrik“ gegründetem Unternehmen mit der Herstellung von „lackiertem Leder“ begonnen.
Das ist eine absolute Novität.

König Christian IV. von Dänemark greift in den Krieg ein

Dänemark * König Christian IV. von Dänemark greift auf der Seite der von Frankreich, England und den Niederlanden unterstützten „Protestanten“ in den Krieg ein.

Damit wird aus dem „Böhmisch-Pfälzischen Krieg“ der „Dänisch-Niederländische Krieg“.

In Mittenwald entsteht ein „Ländhafen“ für Flöße

Mittenwald * In Mittenwald entsteht ein eigener, 50 Meter langer und 16 Meter breiter „Ländhafen“ für den Flusswarentransport, der „Nassen Rott“

Charles Chayne erwirbt den Bugatti Royale vom Schrottplatz in der Bronx

New York * Der General-Motors-Ingenieur Charles Chayne erwirbt den Bugatti Royale vom Schrottplatz in der New Yorker Bronx. 

test

<p>qwqqwqwq</p>

Niederbaiern bezieht rund 90 Prozent seiner Einnahmen aus dem Weinbau

<p><strong><em>Landshut</em></strong> * Etwa ab dem Jahr 1450 bis&nbsp;zum Jahr 1500 bezieht das niederbaierische Herzogshaus rund 90 Prozent seiner Einnahmen aus dem Weinbau.&nbsp;Die Staatseinnahmen vom Bier liegen bei zwei Prozent.</p>

Karl Valentin hat die Rechte an seiner Sammlung verloren

München * Als Karl Valentin im Rahmen einer Wohltätigkeitsveranstaltung einige seiner dem Stadtarchiv München verkauften Dias zeigen will, erklärt man ihm unmissverständlich, dass er mit dem Verkauf jegliche Rechte an seinen Fotos verloren hat.

3-Minuten-Werbefilme „Selbst Valentin macht mit“ und „Nur nicht drängeln“

München-Geiselgasteig * Im Auftrag des „Deutschen Sparkassen- und Giroverbands“ entstehen die 3-Minuten-Werbefilme „Selbst Valentin macht mit“ und „Nur nicht drängeln“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt in den Hauptrollen.

Ein Neubau für die „Frauen vom guten Hirten“

Haidhausen * Durch den Neubau der „Frauen vom guten Hirten“ kann der Platz von bisher 140 Zöglingen um weitere 40 erhöht werden.

Umfasste der Grund des Anwesens bisher 6 Tagwerk, so konnte er auf über 12 Tagwerk verdoppelt werden.

Adolf von Hildebrand entwirft den Neubau der „Preußischen Gesandtschaft“

München-Lehel * Adolf von Hildebrand entwirft im Auftrag des „Preußischen Gesandten“ Friedrich Graf von Pourtalès den Plan für einen Neubau der der „Preußischen Gesandtschaft“ und der „Schack-Galerie“ genügend Platz bietet.

Die Familie Deiglmayr kauft die „Franziskaner-Brauerei“

München-Graggenau - Vorstadt Au * Die Familie Deiglmayr kauft die „Franziskaner-Brauerei“ in der Residenzstraße und verlegt den Braubetrieb auf den „Gaisberg“, der zu dieser Zeit noch zur Au gehört.

Der „Österreichische Alpenklub - öAK“ führt den „Arier-Paragraphen“ ein

Wien * Der „Österreichische Alpenklub - öAK“ führt den „Arier-Paragraphen“ ein.

Auf der ehemaligen Untergiesinger Lederfabrik entsteht eine Wohnsiedlung

München-Untergiesing * Auf dem Areal der ehemaligen Untergiesinger Lederfabrik entsteht eine Wohnsiedlung, deren Hauptachse die Waldeckstraße ist. 

Es werden Häuser mit expressionistischen Fassaden und mit Wohnungen gehobenen Stils errichtet.

Der „Beamtenblock“ umschließt einer Burg gleich einen großen Innenhof. Die Fenster in der Vorderfront gleichen in ihrer länglichen schmalen Form eher Schießscharten.

In Mittenwald wird ein gemeindliches „Ballenhaus“ gebaut

Mittenwald * Für die aufgespeicherten Waren wird in Mittenwald ein gemeindliches „Ballenhaus“ gebaut. 

Der „Bugatti Royale“ wird von Charles Chayne restauriert

München-Au - USA * Der von Ludwig Weinberger gestaltete „Bugatti Royale“ wird vom „General-Motors-Ingenieur“ Charles Chayne restauriert.
Dabei werden zahlreiche Änderungen und Eingriffe vorgenommen.

Technisch gehört dazu

  • der Ersatz des einzelnen „Schebler-Vergasers“ durch eine Anlage mit vier „Strombergvergasern“ und
  • die Umrüstung von mechanischen auf hydraulische Bremsen.
  • Der Umbau der Bremsen erfordert andere Felgen, denn Bugatti hat die Trommelbremsen des Originals in die aus Guss-Aluminium gefertigten Felgen integriert, um die ungefederten Massen zu reduzieren. 
  • Charles Chayne setzt auf die neuen Stahl-Felgen eigens angefertigte, verchromte Radkappen.

Zu den äußerlichen Veränderungen gehört eine Umlackierung auf perlmutt-weiß mit schwarzen Akzenten, schwarzem Verdeck und ebensolchem Koffer.

Auch den Innenraum überarbeitet Charles Chayne nach seinen Vorstellungen. 

Zur Seidenherstellung Maulbeerbäume pflanzen

München * In einem Reskript befiehlt Kurfürst Maximilian I., „in dero Fürstenthumb und landen zu deroselben wie auch der underthanen prouit [Profit], nuzen und aufnehmen mehrere Comercia und gwerschafften, auch eine von Seidenwerkh zu introducieren“.

Dazu fordert er seine Verwaltungsleute auf, Rückmeldungen über bereits vorhandene Maulbeerbäume zu liefern. Seine Untertanen ermuntert er, „an allen tauglichen Orten Maulbeerbäume zu pflanzen“. Aus den Berichten geht hervor, dass der Maulbeerbaum an verschiedenen Orten in Baiern wohl bekannt ist. Dennoch sind sich die Berichterstatter nahezu einstimmig einig, dass „das Klima im allgemeinen in Baiern für die Kultur des Maulbeerbaumes zu rau sein dürfte“

In den Folgejahren nimmt dann - kriegsbedingt - das Interesse an der Seidenzucht stark ab. Der Dreißigjährige Krieg lässt alle weiteren Versuche scheitern. 

qwqqwqw

Ein weiterer „Brausatz“ verbietet den Brauern jede „Einung“

München * Ein weiterer „Brausatz“ des Münchner Rats verbietet den Brauern jede „Einung“ und untersagt ihnen, sich zu Absprachen zu treffen oder sich gegenseitig verzuschreiben, wie viel und wann sie brauen wollen.

Sie dürfen auch kein Getreide aufkaufen, das sie später wieder verkaufen wollen. Damit soll Handelsschaft und Spekulation verhindert werden.

Jörg von Halspach beginnt mit dem Neubau des [Alten] „Rathauses“

München-Graggenau * Jörg von Halspach, der als „Obrist-Maurer“ auch die „Frauenkirche“ erbaut, beginnt mit dem Neubau des [Alten] „Rathauses“.

Sein Vorhaben konzentriert sich auf den nördlich des „Rathausturmes“ anschließenden Trakt, in dem in der Erdgeschosszone ein neues „Stadtgefängnis“ und ein von allen städtischen Bäckern bedientes „Brothaus“ entsteht.

Über der Sockelzone des Neubaus wird ein großer „Fest- und Tanzsaal“ geschaffen, der dem Repräsentationsbedürfnis der Bürgerschaft und der Stadtherrschaft dient. 

Dazu muss zuvor der „Saalbau“ des ersten Münchner „Rathauses“ abgerissen werden.

Das „Kloster der Frauen vom guten Hirten“ in Haidhausen

Haidhausen * Im „Kloster der Frauen vom guten Hirten“ in Haidhausen gibt es 25 „Chorschwestern“, 25 „Laienschwestern“ und 4 „Pförtnerinnen“.

Das neue „Franziskaner-Bräuhaus“ entsteht an der Hochstraße

München-Au * Da die „Vorstadt Au“ inzwischen nach München eingemeindet ist, entsteht das neue „Franziskaner-Bräuhaus“ auf Münchner Stadtgebiet.

Rousseau: „Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten“

Genf * In seiner Publikation „Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechte“ schreibt Jean-Jaques Rousseau: „Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten“.

Das Ende der Untergiesinger Lederfabrik zeichnet sich ab

München-Untergiesing * In den 1920er Jahren zeichnet sich das Ende der Lederfabrik ab, nachdem zuvor die „Aufrüstung“ und der Erste Weltkrieg noch für volle Auftragsbücher gesorgt hat.

Für besonderes Aufsehen sorgen die „Damenringkämpfe“

München-Hackenviertel * Für besonderes Aufsehen sorgen die in den Jahren 1901/02 im „Internationalen Handels-Panoptikum“ abgehaltenen „Damenringkämpfe“.

32 Wagen für die Rott in Mittenwald

Mittenwald * In Mittenwald sollen mindestens 32 Wagen für die Rott bereitgehalten werden. 

Hofmedicus Dr. Johann Joachim Becher wird Kaiserlicher Hofrat

Wien * Der ehemalige Hofmedicus Dr. Johann Joachim Becher wird Kaiserlicher Hofrat.

Er ist der bedeutendste Kameralist des 17. Jahrhunderts. Er wettert schon seit Langem gegen die Einfuhr fremder Industrieerzeugnisse und meint, es wäre für ihn „sicherlich verdienstvoller, das Seidenwerk zu fördern, als wenn er etliche alte Weiber im Spital etwan ¼ Jahr eher dem Tod entnommen, noch als wan er etlichen Bauern aus dem Urin propheceyet hätte“.

Dr. Becher wird als „unruhiger, immer mit Chimären, aber vielen Kenntnissen und guten Einfällen beschäftigter Kopf“ beschrieben. 

xxxx

Eine „Warmphase“ begünstigt den Weinanbau in Mitteleuropa

Mitteleuropa * Bis 1552 begünstigt eine „Warmphase“ den Weinanbau in Mitteleuropa.

Eine Durchfahrt für die Trambahn durch das „Alte Rathaus“

München-Graggenau * Um eine Durchfahrt durch das „Alte Rathaus“ für die Trambahn zu schaffen, wird die breite Treppe und der „Pranger des Stadtgerichts“ beseitigt.

Der „Orden der Frauen vom guten Hirten“ wird in Angers gegründet

Angers * Der „Orden der Frauen vom guten Hirten“ wird in Angers, am Unterlauf der Loire, in Frankreich gegründet.

Ein zweistöckiges Wohnhaus in der Richard-Wagner-Straße 1

München-Maxvorstadt * Der Architekt Ludwig C. Lutz plant ein zweistöckiges Wohnhaus in der Richard-Wagner-Straße 1, das der Arzt Dr. Heinrich Bock mit drei weiteren Erwachsenen und einem Kind unter 14 Jahren sowie zwei weiblichen und einem männlichen Dienstboten bewohnen wird.

Im Haus befindet sich auch eine Arztpraxis.

Josef Sedlmayer erwirbt den „Franziskaner-Keller“ an der Hochstraße

München-Au * Josef Sedlmayer erwirbt den „Franziskaner-Keller“ an der Hochstraße und lässt ein auf neuester Technik basierendes Brauereigebäude errichten.

Er verlegt auch seinen „Leistbräu“ hieher.
Das Unternehmen heißt jetzt „Josef Sedlmayer - Brauerei zum Franziskaner (Leistbräu)“.

Die „Akademische Sektion Dresden“ führt den „Arier-Paragraphen“ ein

Dresden * Die „Akademische Sektion Dresden des DuOeAV“ führt den „Arier-Paragraphen“ ein.

Der bei „Maffei“ gebaute Dampfer „Maximilian“ läuft in Starnberg vom Stapel

München-Englischer Garten - Hirschau - Starnberg * Der bei „Maffei“ gebaute Raddampfer „Maximilian“ läuft in Starnberg vom Stapel. 

Er hat eine genietete eiserne Schiffsschale mit Holzaufbauten.

Die Au wird an den „Almoseneingängen“ der Stadt München beteiligt

Au - München * Die Vorstadt Au wird an den „Almoseneingängen“ der Stadt München beteiligt.

Erste Hexenverfolgungen in der „Grafschaft Werdenfels“

Werdenfelser Land * Elsbeth Schlamp aus Garmisch, „ein seltsames Mensch von Ansehen“, und Maria Neuwirth aus Klagenfurt werden in der „Grafschaft Werdenfels“ der „Zauberei“ beschuldigt. 

Ihnen wird die Erzeugung einer Seuche und eines schwerer Hagelschauers vorgeworfen. 

Da aber weder der „Pfleger der Grafschaft“, noch die „Freisinger Regierung“ an einer Verfolgung interessiert sind, verläuft der Vorgang im Sand. 

Die ersten „Kaffeeschenken“ begegnen uns in Paris

Paris * Die ersten „Kaffeeschenken“ begegnen uns in Paris. 

Die „Franziskaner“ übernehmen die neu errichtete „Pfarrei St. Gabriel“

München-Lehel - München-Haidhausen * Neben dem Kloster und der angeschlossenen „Pfarrei St. Anna“ übernehmen die „Franziskaner“ auch noch die neu errichtete „Pfarrei St. Gabriel“ in Haidhausen.

Der „Weinberger-Bugatti Royale“ kommt ins „Henry Ford Museum“

Dearborn * Der „General-Motors-Ingenieur“ Charles Chayne schenkt den restaurierten „Bugatti Royale“ dem „Henry Ford Museum“ in Dearborn, wo er noch bis heute eine der größten Attraktionen darstellt.

Er befindet sich noch immer in dem modifizierten Zustand, in dem ihn das Museum erhalten hat.

Die Ein- und Verkaufsgenossenschaft für das Droschkengewerbe Münchens

München * Die am 7. November 1917 von den Münchner „Kraft- und Pferdedroschkenbesitzern“ gegründete „Einkaufsgenossenschaft“ wird in „Ein- und Verkaufsgenossenschaft für das Droschkengewerbe Münchens, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung“ umbenannt.

Der Grund ist der Rückgang der von Pferden gezogenen Kutschen. 

München hat 11.237 Einwohner

München * München hat 11.237 Einwohner. 

Ein früher Entwurf einer „Münchner Brauordnung“

München * Aus diesen Jahren stammt ein Entwurf einer „Münchner Brauordnung“.

Als Begründung für das Entstehen dieses Entwurfs nennen die Verfasser „Missstände im Bräuamt“ und „zahlreiche Beschwerden“ darüber.
Die städtischen Gesetze umfassen die Organisation des Handwerks, die Herstellung des Produkts vom Einkauf der Rohstoffe bis zur Fertigung des Produkts und dessen Vertrieb.

Zudem finden sich in diesem ratsherrlichen Entwurf Anweisungen zum Bierpreis und zur Biersorte.
Die städtische Obrigkeit tritt eindeutig für die Interessen der Verbraucher ein.

16 „Moriskentänzer“ für das „Alte Rathaus“

München * Erasmus Grasser rechnet mit der „Stadtkammer“ die Herstellung von 16 „Moriskentänzern“ für das „Alte Rathaus“ ab.

Die „Frauen vom guten Hirten“ wenden sich an König Ludwig I.

Angers - Haidhausen * Die „Generaloberin der Frauen vom guten Hirten“, Marie de St. Jean David, wendet sich an König Ludwig I., um „diesen frommen Orden auch in dieses Land zu verpflanzen“.

Gabriel Sedlmayer übernimmt die „Brauerei zum Franziskaner (Leistbräu)“

München-Au * Josef Sedlmayer übergibt die „Brauerei zum Franziskaner (Leistbräu)“ an seinen Sohn, den „Commerzienrat“ Gabriel Sedlmayer.

Das „Militärbudget“ im Kurfürstentum Baiern liegt bei 440.000 Gulden

München * Das „Militärbudget“ im Kurfürstentum Baiern liegt seit Jahren konstant bei 440.000 Gulden.

Konrad Dreher und sein „Schlierseer Bauerntheater“

Schliersee * Der Münchner Schauspieler und Komiker Konrad Dreher ist mit seinem „Schlierseer Bauerntheater“ häufig unterwegs.

Die „Bavaria“ ist die leistungsfähigste „Steilrampen-Lokomotive“

München-Englischer Garten - Hirschau * Maffei gewinnt mit seiner 72. Lokomotive, die ebenfalls auf den Namen „Bavaria“ hört, den ersten Preis beim „Semmering-Wettbewerb“ um die leistungsfähigste „Steilrampen-Lokomotive“.

Das „Almosengeben“ wird unter Strafe gestellt

München * Das traditionelle „Almosengeben“ wird unter Strafe gestellt, lässt sich aber nicht rasch ausrotten.

Herzog Ludwig der Baier heiratet Beatrix von Schlesien-Schweidnitz

München * Herzog Ludwig der Baier heiratet Herzogin Beatrix von Schlesien-Schweidnitz, „die Tochter des edlen Polenherzogs Balko I.“

Die Spuren der Theres Feldmüller verlieren sich

München-Obergiesing * Nachdem die Beziehung zu ihrem Vetter Franz-Xaver Huber in die Brüche geht, verlieren sich die Spuren der Theres Feldmüller.
Ihr Sterbedatum ist unbekannt.

Man sagt ihr ein „wechselhaftes Leben“ nach, weshalb sie noch heute einen „schlechten Ruf“ besitzt.

Auch Venedig hat nun „Kaffeeschenken“

Venedig * Auch Venedig hat nun „Kaffeeschenken“

Ein „Bugatti Royale Typ 41“ für über 10 Millionen US-Dollar versteigert

Atlanta * Bei einer Auktion in Atlanta (USA) überschreitet die Bietersumme für einen „Bugatti Royale Typ 41“ die Marke von 10 Millionen US-Dollar. 

Ein nicht genannter Japaner erhält den Zuschlag.

Den „Bugatti Royale“ verehren Liebhaber noch heute als „das schönste Auto der Welt“

München hat 13.447 Einwohner

München * München hat 13.447 Einwohner. 

Der Valentin-Karlstadt-Kurzfilm „Der Antennendraht/Im Senderaum“

München-Geiselgasteig * Nicht sicher ist der Entstehungszeitpunkt des Valentin-Karlstadt-Kurzfilms „Der Antennendraht/Im Senderaum“.

Regie führt Joe Stöckl.
Er könnte aber bereits 1937 entstanden sein.

Liesl Karlstadt bringt die Idee zum „Firmling“ aus einem Zigarrenladen mit

München * Liesl Karlstadt bringt die Idee zum „Firmling“ aus einem Zigarrenladen mit, in dem ein Mann aus Begeisterung über den Firmanzug seines Sohnes immer wieder auf die Theke schlägt und laut ausruft: „Der Bua probiert den Anzug - und stellen S‘Eahna vor - passt hat er!“

Der „Alte Rathausturm“ wird renoviert und erhält einen Zwiebelturm

München-Graggenau * Der „Alte Rathausturm“ wird renoviert und mit einem Zwiebelturm abgeschlossen.

Die „Franziskaner-Brauerei“ liegt an dritter Stelle beim Bierausstoß

München-Au * Mit einem Bierausstoß von 360.000 Hektolitern liegt die „Franziskaner-Brauerei“ an dritter Stelle in München.

Acht Dampfmaschinen erzeugen eine Leistung von 800 PS.

Fünf Kälteerzeugungsmaschinen ersetzen täglich 4.000 Zentner Eis und diesen zur Kühlung der Lagerkeller.

Der „DuOeAV“ erklärt den „Arier-Paragraphen“ reichsweit für „zulässig“

Wien - München * Der „Deutsche und österreichische Alpenverein - DuOeAV“ erklärt den „Arier-Paragraphen“ reichsweit für „zulässig“.

Franz Kester macht die Lederfabrik zu einer der modernsten in Deutschland

Untergiesing * Ignaz Mayer stirbt. Die „Untergiesinger Lederfabrik“ geht in den Besitz seines Schwagers Arnold von Eichthal über.

Die Leitung der „Großgerberei“ erhält damals Franz Kester, der die Lederfabrik zu einer der modernsten ihrer Art in ganz Deutschland und zur größten auf dem europäischen Festland machen wird.

Obergiesinger Kleinhausbesitzer lassen ihre Häuser aufstocken

München-Obergiesing * In den 1870er Jahren, als das Bau­gewerbe in München nach dem gewonnenen Krieg gegen Frankreich einen allgemeinen Aufschwung erlebt, lässt ein Teil der Obergiesinger Kleinhausbesitzer seine Häuser aufstocken, sodass in der „Feldmüller-Siedlung“ das zweigeschossige Vorstadthaus prägend wird.

Die Gebäude sind dennoch äußerst einfach und schlicht.

In London werden „Kaffeeschenken“ eröffnet

London * In London werden „Kaffeeschenken“ eröffnet.  

Frater Onuphrius erhält die Genehmigung für seine Niederlassung

Walchensee * Durch die Unterstützung der ersten Ehefrau des Kurfürsten Max Emanuels erhält Frater Onuphrius vom heiligen Wolfgang die Genehmigung für seine Niederlassung, muss sich im Gegenzug aber verpflichten, höchstens vier Klausner aufzunehmen.  

Der Einsiedler entscheidet sich für ein Bleiben am Walchensee, einsam gelegen, aber dennoch an der Straße von München nach Mittenwald angebunden. Doch kommt es schnell zu Streitigkeiten, da der Grund und Boden am Walchensee dem Augustiner-Chorherrenstift Schlehdorf gehört, der Gerichtsherr aber der Abt des Benediktinerklosters Benediktbeuern ist.  

Kam es bisher schon ständig zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Klöstern, so gesellen sich nun auch noch die Einsiedler hinzu, die sich um Holz- und Fischereirechte nur wenig kümmern. Vor allem Benediktbeuern widersetzt sich jahrelang der seltsamen Klostergründung am Walchensee und will von den „dahergeloffenen Waldbrüdern“ nichts wissen. Doch mit Hilfe der energischen Kurfürstin siegen zunächst die „Waldbrüder“.  

Kurfürstin Maria Antonia befiehlt dem Abt von Benediktbeuern nicht nur die Weihe des Grundsteins für das neue Eremitorium, sondern erwartet von ihm auch, dass er das gesamte Baumaterial stiftet. 

München hat 18.000 Einwohner

München * München hat 18.000 Einwohner. 

Die „Moriskentänzer“ kommen in das „Stadtmuseum“

München-Graggenau - München-Angerviertel * Die „Moriskentänzer“ von Erasmus Grasser aus dem „Alten Rathaus“ kommen in das „Stadtmuseum“.

Der Bebauungsplan für die Richard-Wagner-Straße wird eingereicht

München-Maxvorstadt * Der Architekt Leonhard Romeis reicht einen Bebauungsplan für die künftige Richard-Wagner-Straße ein.

Das macht er im Auftrag von Michael Bleibinhaus, der einen Großteil der zu bebauenden Grundstücke besitzt.

Die „Brauerei zum Franziskaner-Leistbräu“ wird eine Aktiengesellschaft

München-Au * Die „Brauerei zum Franziskaner-Leistbräu“ wird von Gabriel Sedlmayer in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Sie bleibt jedoch, von kleineren Beteiligungen abgesehen, in Familienbesitz.

„Ich würde genau wieder so leben wollen. Ich bereue nichts“

München-Lehel - Praterinsel * Bei Eduard Pichls Beerdigung werden dessen letzten Grüße verlesen:

„Ich würde genau wieder so leben wollen. Ich bereue nichts“.

Die Militärausgaben steigen dramatisch an

München * Nach dem Regierungsantritt des Kurfürsten Max Emanuel erhöhen sich die Kosten für das Militär von 440.000 Gulden im Jahr 1679 innerhalb von nur vier Jahren auf 1.848.000 Gulden.

Die amerikanische Tänzerin Loïe Fuller tritt erstmals in München auf

München * Die amerikanische Tänzerin Loïe Fuller tritt mit ihrem „Serpentinentanz“ erstmals in München auf. 

Carl Theodors Geschenke für eine ehemalige Mätresse

Mattsies - Kufstein * Kurfürst Carl Theodor schenkt seiner ehemaligen Mätresse Maria Josepha von Toerring-Seefeld, eine geborene Minucci, - fünf Jahre nach ihrer Eheschließung - das „Schlossgut und Bräuhaus Mattsies“ bei Mindelheim.

Im darauffolgenden Jahr erhält sie dann noch die „Pflege Auerburg“ bei Kufstein.

Kaffee wird in Porzellanschalen gereicht

Versailles * Soliman Aga, der „Abgesandte des türkischen Sultans“ Mohammed IV., stattet dem Hof des französischen Königs Ludwig XIV. einen Besuch ab. 

Dabei bietet er den Gästen ein exotisches Heißgetränk in Form einer Tasse Kaffee an. Das ist an und für sich noch nichts Besonderes.
Das Außergewöhnliche daran ist, dass das anregende Getränk in Porzellanschalen gereicht wird.

Der französische Hof ist von den zum Genuss verwendeten Gefäßen derart begeistert, dass in der französischen Landeszentrale eine neue Modeerscheinung - „à la turque“ - geboren wird, die von hier aus ihren Siegeszug durch ganz Westeuropa antreten soll. 

München hat 24.000 Einwohner

München * München hat 24.000 Einwohner. 

In 39 Münchner bürgerlichen Brauereien wird Bier hergestellt

München * In 39 Münchner bürgerlichen Brauereien wird Bier hergestellt.

Erstmals stimmt die Zahl der Brauer mit der Zahl der Brauhäuser überein.
Die 39 Brauhausbesitzer stellen für 13.500 Einwohner Bier her.

Zum Vergleich: Im Jahr 1372 brauten 21 Brauer für 11.500 Münchner.
Kamen also 1372 noch 536 Münchner auf einen Brauer, so waren es 1502 nur mehr 346.
Das kann sich nur dann rentiert haben, wenn sich der Bierumsatz des einzelnen Münchners um mindestens das Eineinhalbfache gesteigert hat.

War das der Beginn für den unvergleichlichen Aufstieg des Bieres und der Anfang vom Niedergang des Weinkonsums in München?

Von den „Moriskentänzern“ werden Kopien gefertigt

München-Graggenau * Von den „Moriskentänzern“ werden Kopien gefertigt und im „Alten Rathaus“ aufgestellt.

Der „Franziskaner-Leistbräu“ fusioniert mit der „Spatenbrauerei“

München-Au * Die „Brauerei zum Franziskaner-Leistbräu“ fusioniert mit der „Spatenbrauerei“, die im Besitz der anderen Sedlmayer-Familienlinie ist. 

Die Brauerei wird als „Gabriel und Josef Sedlmayer Spaten-Franziskaner-Leistbräu AG“ weitergeführt.

Die „Rekrutierungsverfahren“ werden verschärft

München * Die „Rekrutierungsverfahren“ zur Gewinnung von Soldatennachwuchs werden verschärft. 

Sogar der „Hofkriegsrat“ stellt in einem Gutachten fest, dass das Verfahren negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Steuerkraft des Landes haben wird.

Die kurbaierischen „Zwangsaushebungen“ unterscheiden sich kaum von den „Zwangsrekrutierungen“ der österreichischen „Kaiserlichen Administration“ im Jahr 1705.

Im „Café Luitpold“ wird ein „Anthropologisches Museum“ eröffnet

München-Maxvorstadt * Im „Café Luitpold“ in der Brienner Straße wird ein „Panoptikum und Anthropologisches Museum“ eröffnet.

Hugo Alois von Maffei, Mitbegründer der „Allianz-Versicherung“

München * Joseph Anton Ritter von Maffei's Neffe und Nachfolger, Hugo Alois von Maffei, gehört zu den Gründern der „Bayerischen Rückversicherungsgesellschaft“, aus der später die „Allianz-Versicherung“ hervorgeht. 

Die „Feldmüller-Siedlung“ als denkmalgeschütztes Ensemble erfasst

München-Obergiesing * Die Häuser der „Feldmüller-Siedlung“ werden als denkmalgeschütztes Ensemble erfasst und aufgenommen.

Diese Maßnahme ist die Rettung in letzter Minute, denn es hatten sich bereits einige Betonklötze, darunter das Kaufhaus „kepa“, später „Karstadt“, als Fremdkörper in die Arbeitersiedlung eingenistet.
Das Kaufhaus erwarb einige historische Häuser und benutzte sie als Lager oder ließ sie bewusst leer stehen und verkommen, um nach einem Abbruch das Warenhaus erweitern zu können.

Bei der „Feldmüller-Siedlung“ handelt es sich nicht nur um ein „Ensemble“ von interessanter städtebaulicher und siedlungsgeschichtlicher Besonderheit, sondern auch um eines von großer sozialgeschichtlicher Bedeutung.

Die ungewöhnlich frühe Arbeitersiedlung im Vorstadtbereich ist zu ihrem Entstehungszeitpunkt äußerst „modern“ und „fortschrittlich“ und dokumentiert den sozialen Aufstieg von Tagelöhnern, die sich aus ihren bescheidenen Zimmerunterkünften in den Herbergshäusern ins Kleineigentum heraufgearbeitet haben.

Bebaut werden die Grundstücke mit erdgeschossigen Satteldachhäusern, in biedermeierlicher Traufenstellung an die vorderste Baulinie gerückt und zusammengefasst zu Zwei- und Dreispännern.
Hinterm Haus befinden sich kleine Gartenparzellen, auf denen bald Rück- und Nebengebäude entstehen, die meist gewerblichen Zwecken dienen.
Damit wird hier in kleinem Maßstab ein Siedlungstyp vorweggenommen, der sich im großen Umfang erst nach dem Ersten Weltkrieg entwickeln kann.

Heute ist die „Feldmüller-Siedlung“ die größte und bestandsmäßig am besten überlieferte Vorstadtsiedlung Münchens aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

2.805 Todesurteile in der NS-Zeit vollstreckt

Deutsches Reich * In der Zeit des Nationalsozialismus von 1940 bis 1945 vollstreckt der Scharfrichter Johann Reichhart 2.805 Todesurteile.

In Mittenwald entsteht ein zweites „Ballenhaus“

Mittenwald * Für die aufgespeicherten Waren wird ein Mittenwald ein zweites gemeindliches „Ballenhaus“ gebaut. 

In Nürnberg und in Regensburg werden „Kaffeeschenken“ eröffnet

Nürnberg - Regensburg * In Nürnberg und in Regensburg, wo seit dem Jahr 1663 der „Immerwährende Reichstag“ stattfindet, werden „Kaffeeschenken“ eröffnet. 

Preußen und andere Großmächte garantieren die belgische „Neutralität“

Brüssel * Preußen und andere Großmächte garantieren die belgische „Neutralität“

München hat 40.460 Einwohner

München * München hat 40.460 Einwohner. 

Der „Kenotaph“ für Kaiser Ludwig dem Baiern wird erneut verlegt

München-Kreuzviertel * Der „Kenotaph“ für Kaiser Ludwig dem Baiern wird in das Eingangsjoch der „Frauenkirche“ verlegt.

Der „Franziskaner-Keller“ an der Hochstraße

München-Au * Der „Franziskaner-Keller“ an der Hochstraße wird wiefolgt beschrieben:

„Der Franziskaner-Keller in der Hochstraße wurde im Auftrage der Franziskaner-Leistbrauerei nach dem Entwurfe des Professors Dr. Gabriel von Seidl errichtet.

Die Halle im Erdgeschoss besitzt eine mit Malerei dekorierte sichtbare Eisenkonstruktion. Im 1. Stock befindet sich ein kleiner Saal mit Terrassen, der mit einem Bilde von Rudolph von Seitz geschmückt ist“.

Der „Deutsche Alpenverein“ darf die „Praterinsel“ weiterhin mietfrei nutzen

München-Lehel - Praterinsel * Nach einem Beschluss des Münchner Stadtrats darf der „Deutsche Alpenverein - DAV“ das Gebäude des zerstörten „Alpinen Museums“ auf der „Praterinsel“ weiterhin mietfrei nutzen.

Die Turbine im wieder instandgesetzten „Maffei-Kraftwerk“ geht in Betrieb

München-Englischer Garten - Hirschau * Die erste Turbine im wieder instandgesetzten „Maffei-Kraftwerk“ geht in Betrieb und liefert Strom für die Getreidemühlen der „Kunstmühle Tivoli“.

Langsam überträgt sich der Name „Tivoli“ auf das ehemalige „Maffei-Kraftwerk“.

Der erste Münchner Fahrrad-Besitzer

München * Als erster Münchner kauft sich der Maschinenmechaniker Conrad Gautsch ein - damals „Velociped“ genanntes - Fahrrad.

Der „Bozener Markt“ wird wieder nach Bozen zurückverlegt

Mittenwald - Bozen * Der „Bozener Markt“ wird von Mittenwald wieder nach Bozen zurückverlegt. 

Die ersten Wiener „Kaffeeschenken“ werden eröffnet

Wien * Gleich nach der Befreiung von der türkischen Belagerung eröffnen in Wien die ersten „Kaffeeschenken“.

Arnold Zenetti übernimmt als „Baurat“ die Leitung des „Stadtbauamts“

München * Der inzwischen zum „Oberingenieur“ ernannte Arnold Zenetti übernimmt als „Baurat“ die Leitung des „Stadtbauamts“

Nun besteht für ihn die Möglichkeit, einmal gefasste Ideen und Bauvorhaben in die Tat umzusetzen.

Max von Pettenkofers leidenschaftliche Forderungen und Vorschläge, München endlich zur colera- und typhusfreien Stadt zu machen, fallen bei Arnold Zenetti auf fruchtbaren Boden und finden in ihm einen energischen Unterstützer.
Es beginnt eine fruchtbare Zusammenarbeit der beiden Männer, zu denen sich ab dem Jahr 1870 noch der „Erste Bürgermeister von München“, Alois von Erhardt, hinzugesellt.

Die gewaltigen Aufgaben, denen sich die Drei stellten, sind

  • die Errichtung einer neuzeitlichen „Kanalisation“,
  • verbunden mit einer einwandfreien zentralen „Wasserversorgung“ sowie
  • der Errichtung eines „städtischen Vieh- und Schlachthofs“.

Dadurch können die mehr als achthundert Schlachtstätten der Metzgereien, die in denkbar unhygienischer Art und Weise arbeiten, geschlossen werden. 

Die Gemeinschaft der „Eremiten am Wallersee“ umfasst neun „Klausner“

Walchensee * Bald zählt die Gemeinschaft der „Eremiten am Wallersee“ - gegen alle Abmachungen - bereits neun „Klausner“, woraufhin der Ordensgeneral der „Karmeliten“ die „Tertiaren-Gemeinschaft am Walchensee“ aus dem Orden entlässt. 

Der Stadtrat beschließt das „Anbringen einer Gedenktafel für Kurt Eisner“

München-Graggenau * Der Stadtrat beschließt das „Anbringen einer Gedenktafel für Kurt Eisner“ an der Kardinal-Faulhaber-Straße.

Der „Hausbesitzer“ Falk Volkhardt weiß die Anbringung der „Erinnerungsplatte“ an der Fassade des „Montgelas-Palais“, das inzwischen zum „Hotel Bayerischer Hof“ gehört, zu verhindern.

Er verweigert die Anbringung der „Gedenktafel“ mit seinen Bedenken, dass sich diese „geschäftsschädigend“ auswirken und die Tafel möglicherweise Sprengstoffanschläge und Beschädigungen provozieren könnte.  

Dieses Risiko will natürlich keiner der Verantwortlichen tragen. 

München hat 77.802 Einwohner

München * München hat 77.802 Einwohner. 

Den Nazigrößen wird die „Münchner Ehrenbürgerwürde“ aberkannt

München * Paul von Hindenburg, Franz Ritter von Epp, Franz Xaver Schwarz, Adolf Hitler und Hermann Göring werden die „Münchner Ehrenbürgerwürde“ aberkannt.

Verbesserte Produktionsweise für obergäriges Bier

Böhmen * Aus Böhmen kommt die Kenntnis einer verbesserten Produktionsweise für obergäriges Bier nach Baiern.

Das „Alte Rathaus“ wird im Stil der Spätrenaissance umgestaltet

München-Graggenau * Das „Alte Rathaus“ verliert sein gotisches Gesicht.

Es wird im Stil der Spätrenaissance umgestaltet.

Jeder Münchner - vom Säugling bis zum Greis - trinkt 535 Liter Bier

München * Die 18 „Braun- und Weißbierbrauereien Münchens“ erzeugen 802.389 Hektoliter Bier.

Davon werden 6.775 Hektoliter exportiert.

Bei einer Einwohnerzahl von rund 140.000 ergibt sich für dieses Jahr ein Pro-Kopf-Verbrauch von 535 Liter. Dieses durchschnittliche Quantum, das „jeder Münchner“ zu sich nimmt [vom Säugling bis zum bettlägerigen Kranken], reduziert sich im Laufe der folgenden Jahre.

Der „arbeitsfreie Sonntag“ wird im Kaiserreich gesetzlich verankert

Berlin * Der „arbeitsfreie Sonntag“ wird im Kaiserreich gesetzlich verankert.

Pläne für eine „Walhalla“ im „Englischen Garten“

München-Englischer Garten * Pläne für eine zum Andenken der „großen Teutschen“, einer „Walhalla“ im „Englischen Garten“ entstehen.

In Paris wird Thomas Alpha Edisons „Kinetoscope“ vorgestellt

Paris * In Paris wird Thomas Alpha Edisons „Kinetoscope“ vorgestellt.

Das Bild hat eine sehr geringe Größe und muss in einem Kasten betrachtet werden.

München ist reich an Hunden

München * München war schon immer reich an Hunden.

Alleine zur herzoglichen Hofjagd gehören etwa 220 Hunde.

Der „Geigenbau“ kommt nach Mittenwald

Mittenwald * Matthias Klotz führt in Mittenwald den „Geigenbau“ ein. 

Ein französischer Schauspieler ist der erste Münchner „Kaffeesieder“

München * Ein französischer Schauspieler, genannt Brieder, ist der erste Münchner „Kaffeesieder“

Die „katholischen Lehrerinnenvereine“ sprechen sich für das „Zölibat“ aus

München * Die „katholischen Lehrerinnenvereine“ vertreten die Auffassung, dass die Ehe die Entfaltung der Kräfte in Erziehung und Unterricht verhindert.

Mit dieser „Zölibat-Diskussion“ blamieren sich die deutschen Lehrervereinigungen europaweit, denn fast überall lehren dort verheiratete Frauen an den Schulen. 

Der „Vieh- und Schlachthof“ entsteht im Münchner Süden

München-Isarvorstadt * In den Jahren von 1875 bis 1878 entsteht der „Vieh- und Schlachthof“ für eine Summe von fünf Millionen Mark auf einem 101.000 Quadratmeter großen Gelände im Münchner Süden.

Die Stadt zählt damals zwar erst 215.000 Einwohner, dennoch ist die Planung von Arnold Zenettis schon auf eine Großstadt mit erheblich mehr Einwohnern ausgerichtet.

Zahlreich - in enger Zusammenarbeit mit Max von Pettenkofer und Bürgermeister Alois von Erhardt - sind Arnold Zenettis Anstrengungen, durch Verordnungen, die in die Praxis umgesetzt werden, die Gesundheit und Reinlichkeit im Sinne der allgemeinen Hygiene zu heben.

Die „Kiauschou-Bucht“ als „Marine- und Handelsstützpunkt“ vorgeschlagen

Kiautschou-Bucht - China * Der „Geograph“ und „Geologe“ Ferdinand von Richthofen durchquert in den Jahren zwischen 1668 und 1872 als „Forschungsreisender“ dreizehn der achtzehn chinesischen Provinzen und schlägt die „Kiauschou-Bucht“ für einen deutschen „Marine- und Handelsstützpunkt“ vor.

Die sich in den 1890er-Jahren ändernde „Kolonialpolitik“ bringt auch eine aktive Unterstützung der Tätigkeit der „Missionare“.  
Diese kümmern sich weder um die Gefühle der Bewohner und sehen in „Konfuzius“ lediglich ein „eingebildetes Symbol“, das dem katholischen Glauben „zu weichen“ hat. 

München hat 96.398 Einwohner

München * München hat 96.398 Einwohner. 

München bekommt seinen ersten „Blitzableiter“

München * München bekommt seinen ersten „Blitzableiter“.

Die Zeit des „Wettersegens“ ist vorbei.

Keine 10.000 Mark für den Nachlass von Karl Valentin

München * Der extrem sparsame Münchner Oberbürgermeister Thomas Wimmer weigert sich für Karl Valentins Nachlass 10.000 Mark an die Witwe Gisela Fey zu zahlen.

Die Fassade des „Alten Rathauses“ wird erneut umgestaltet und bemalt

München-Graggenau * Die Fassade des „Alten Rathauses“ wird erneut umgestaltet und bemalt.

Georg Welsch entdeckt den Vertragsbruch des Deutschen Alpenvereins

München-Lehel - Praterinsel * Kommunalreferent Georg Welsch entdeckt den Vertragsbruch des Deutschen Alpenvereins, der auf der Praterinsel statt eines Alpinen Museums die Hauptverwaltung des DAV eingerichtet hat. Welsch droht dem Verein mit der ortsüblichen Miete.

Konrad Drehers „Schlierseer Bauerntheater“ auf USA-Tournee

New York * Konrad Drehers „Schlierseer Bauerntheater“ gastiert während seiner USA-Tournee auch an der „Metropolitan Opera“ in New York.

„Hofbaumeister“ Franz Thurn überarbeitet „Schloss Biederstein“

Schwabing * „Hofbaumeister“ Franz Thurn überarbeitet „Schloss Biederstein“.

Friedrich Ludwig Sckell legt den Garten neu an.

Die „Kunstmühle Tivoli“ wird neu erbaut

München-Englischer Garten - Tivoli * Die „Kunstmühle Tivoli“ wird neu erbaut und im Jahr darauf bereits erweitert.

Die Gebäude der „Untergiesinger Lederfabrik“ werden abgebrochen

München-Untergiesing * Die Fabrikgebäude der „Untergiesinger Lederfabrik“ werden abgebrochen.

Noch immer befinden sich zehn „Hieronymiten“ am Walchensee

Walchensee * Noch immer befinden sich zehn „Einsiedler-Brüder der Hieronymitaner“ am Walchensee. 

Carl Amery: „Es gehört zu den Merkwürdigkeiten Bayerns ...“

München * Carl Amery schreibt die folgenden Zeilen:  

„Es gehört zu den Merkwürdigkeiten Bayerns, dass der Geburtstag eines Staatsnamens, dessen sich die weißblauen Regierenden bis zum letzten Überdruss bedienen, niemals festlich begangen wurde - und wohl auch nie begangen werden wird“

Die „Reichsregierung“ stellt „Kolonie-Schutzbriefe“ aus

Berlin - Deutsches Reich * Die „Reichsregierung“ beginnt mit der Ausstellung von „Schutzbriefen“, um die bislang als private Besitztümer geltenden, hauptsächlich in Afrika gelegenen Landstriche offiziell als „deutsche Kolonien“ anzuerkennen und unter die „Verwaltung des Deutschen Reiches“ zu stellen. 

München hat 169.693 Einwohner

München *  München hat 169.693 Einwohner. 

Ein „Ratsbefehl“ gegen „verdächtige Personen, Gotteslästerer und Spieler“

München * Ein „Ratsbefehl“ verpflichtet die Wirte alle „verdächtigen Personen, Aufrührer, Gotteslästerer und Spieler“ sogleich zu melden.

Karl Valentins Nachlass kommt ins „Theatermuseum im Schloss Wahn“

Köln-Wahn * Karl Valentins Nachlass kommt in das „Theatermuseum im Schloss Wahn“ bei Köln.

Mit Recht spotten die Kölner noch heute über das „engstirnige und kleinkarierte Verhalten“ der „Münchner Kulturbeauftragten und Stadtoberen“.

Die „Villa Freundlich“ an der Brienner Straße 43

München-Maxvorstadt * Rudolf Ritter und Edller von Pauer ist Eigentümer der „Villa Freundlich“ an der Brienner Straße 43.

Die „Bayerische Staatsregierung“ nutzt Räume der „Schack-Galerie“

München-Lehel * Der größte Raum der „Schack-Galerie“, der „Lenbach-Saal“ und nachmalige „Feuerbach-Saal“, steht nicht mehr als Ausstellungsraum zur Verfügung, da er als Sitzungszimmer der „Bayerischen Staatsregierung“ genutzt wird.

Ludwig Schlecht beantragt die „Singspielhallen-Konzession“

München * Ludwig Schlecht beantragt die „Singspielhallen-Konzession“ für sein „Theater“ im „Münchner Hof“, das bislang als klassische „Varieté-Bühne“ geführt wurde.

Das Ausflugslokal „Tivoli“ wird als „Ort der Mode“ beschrieben

München-Englischer Garten - Tivoli * Das am Ostrand des „Englischen Garten“ gelegene Ausflugslokal „Tivoli“ wird als „Ort der Mode“ beschrieben.

„An schönen Sommerabenden war es mit zahlreichen Menschen angefüllt, die besonders dem Tanzvergnügen huldigten.
An Werktagen fanden sich bis in unsere Zeit noch Beamte aus den höchsten Kreisen dort ein“
.

Eine starke Geruchsbelästigung in der Lohe

München-Untergiesing * Die inzwischen zur „Aktiengesellschaft“ umgewandelte Produktionsstätte der „Untergiesinger Lederfabrik“ umfasst einen Personalbestand von 360 Arbeitern und Angestellten.

Der Fabrikbesitzer, inzwischen Julius von Eichthal, ist zu einem der wichtigsten Münchner Arbeitgeber aufgestiegen. Auf dem 8,8 Hektar großen Fabrikgelände zwischen der Pilgersheimer- und der Lohstraße werden jährlich 60.000 Rinder- und 15.000 Schweinehäute in fünfzig hölzernen „Wasserkästen“, 420 „Gargruben“ und diversen „Gartrommeln“ verarbeitet und schließlich im Freien zum Trocknen aufgehängt.

Die Bewohner der Lohe sind dadurch ständig einer starken „Geruchsbelästigung“ ausgesetzt.

Dionysius Michael wird als „Kaffeesieder“ bezeichnet

München * Der „Branntweinschenk“ Dionysius Michael wird auch als „Kaffeesieder“ bezeichnet. 

Theodor Fischer verändert die Straßenverläufe im „Franzosenviertel“

München-Haidhausen * Theodor Fischer, der „Vorstand des Münchner Stadterweiterungsbüros“,
verzichtet im „Franzosenviertel“ auf die spiegelbildlichen Gegenstücke zum Pariser- und Weißenburger Platz. 

Er krümmt die Breisacher Straße - die damals noch Pariser Straße heißt -, die Elsässer Straße und - geringfügig - auch die Metzstraße in ihren Verläufen. 

Damit umgeht er das „Kloster der Frauen zum guten Hirten”

Über die „Hieronymiten“ am Walchensee wird das „Interdikt“ verhängt

Walchensee * Der Abt von Benediktbeuern erreicht, dass über das Kloster der „Einsiedler-Brüder der Hieronymitaner“ am Walchensee das „Interdikt“, die „Gottesdienstsperre“, verhängt wird. 

Friedrich Fabri stellt die „Frage nach deutschen Kolonien“

Deutsches Reich * Friedrich Fabri, ein aus Franken stammender „Missionsleiter, Expansionspublizist, Kolonial- und Sozialpolitiker“, veröffentlicht eine aufsehenerregende Broschüre, in der er die Frage stellte: „Bedarf Deutschland der Kolonien?“.  

Fabri gilt gemeinhin als „Vater der deutschen Kolonialbewegung“.
Er sieht in der „Überbevölkerung“, der „Überproduktion“ und dem „Kapitalüberschuss“ die eigentlichen Ursachen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krisenerscheinungen des Kaiserreichs.

Friedrich Fabris „Krisentherapie“ besteht aus einer „Exportoffensive“ an Waren, Kapital und Menschen. Durch eine „gelenkte Auswanderung“ und gegebenenfalls auch der „Deportation“ der Kräfte aus der sich emanzipierenden sozialistischen „Arbeiterschaft“, die an ihren „systemverändernden Absichten“ festhielten, könnte auch die „Soziale Frage“ nach „Übersee“ exportiert werden.

Friedrich Fabri stilisierte damit die „Frage nach deutschen Kolonien“ zu einer deutschen „Überlebensfrage“ hoch. 

München hat 349.024 Einwohner

München * München hat 349.024 Einwohner. 

Zum „Ungelt“ kommt eine neue „Getränkesteuer“ hinzu, der „Aufschlag“

München * Zum „Ungelt“ kommt eine neue „allgemeine Getränkesteuer“ hinzu, der „Aufschlag“.

Er wird auch auf das Bier erhoben.

Die Jesuiten gründen in Köln ihr erstes Colleg nördlich der Alpen

Köln * Die Jesuiten gründen in Köln ihr erstes Colleg nördlich der Alpen.

Der Münchner trinkt durchschnittlich 200 Liter Bier

München * Der Pro-Kopf-Bier-Verbrauch hat sich in München bei etwa 200 Liter eingependelt.

Das entspricht in etwa dem Doppelten des heutigen Verbrauchs, wobei man Touristen und Gäste der Stadt berücksichtigen muss.

Das Ausflugslokal „Tivoli“ schließt für immer seine Pforten

Englischer Garten - Tivoli * Das bei den Münchnern als Ausflugslokal beliebte „Tivoli“ schließt für immer seine Pforten.

Radrennfahrer Josef Fischer gewinnt ein Rennen gegen das „Traberpferd“

München-Untergiesing * Josef Fischer gewinnt auf dem „Schyrenplatz“ ein Rennen über viertausend Meter gegen das „Traberpferd Flora I.“ in 6 Minuten 47 Sekunden.

Der „Dauerradfahrer“ hat dabei einen Vorsprung von 5,4 Sekunden.

120 Fässer „Einbecker Bier“ an den Herzogshof nach München geliefert

Einbeck - München * Werden anfangs jährlich vierzig bis fünfzig Fässer „Einbecker Bier“ nach München geliefert, so steigert sich der Bedarf des Herzoghofes und erreicht in den Jahren 1573 und 1574 - mit jeweils einhundertzwanzig Fässern - die Höchstgrenze.
Danach sinken die Lieferungen wieder auf dreißig bis fünfzig Fässer pro Jahr ab.

Doch die ständig offensichtlicher werdende Finanzmisere schreckt die „Hofkammer“ angesichts des sich anbahnenden „Staatsbankrotts“ auf.

Die herzogliche „Finanzbehörde“ stellt daraufhin die Frage, weshalb das Bier für den „baierischen Hof“ - unter den gegebenen Umständen - noch immer für teures Geld aus Einbeck im hohen deutschen Norden bezogen wird.
Immerhin handelt es sich dabei doch um ein „Ketzerbier“ aus dem „lutherischen Ausland“.

Jeder der 600 „Hofbediensteten“ - je nach Rang und Funktion - hat das Recht auf ein bestimmtes Quantum Bier.
Die Herrschaften an den „besseren Tischen“ können sogar trinken, soviel sie wollen.

Und sie genießen das „Freibier“ derart in „vollen Zügen“, dass der Herzog immer wieder mit Verboten gegen die „unzimbliche“ und übermäßige Trunkenheit einschreiten muss.

Obrigkeitliches Einschreiten gegen die „neu aufgerichtete Caffeehäuser“

München * Die Obrigkeit sieht sich zum Einschreiten gegen die „neu aufgerichtete Caffeehäuser“ veranlasst.

Als „ordentlich konzessionierte und berechtigte Caffeesieder“ werden genannt: der „Hofzuckerbäcker“ Claudi Surat, André Bellini und Johann Koller. 

Das Bayerische Volksschulgesetz führt das Zölibat wieder ein

München * Das Bayerische Volksschulgesetz führt die Unvereinbarkeit zwischen Ehe und Lehrberuf, also das Zölibat für Lehrerinnen, wieder ein. 

Im „Franzosenviertel“ ist der geschlossen bebaute Häuserblock bestimmend

München-Haidhausen * Eine neue „Münchner Bauordnung“ regelt das Bausystem derart, dass im „Ostbahnhofviertel“ der geschlossen bebaute Häuserblock bestimmend ist.

Das kommt den Bauspekulanten recht, da diese ohnehin kein Interesse an einer „offenen Bauweise“ haben.

Kurfürst Max Emanuel verkauft „öde Gründe“ in der „Schwabinger Hayd“

Schwabing * Der sich ständig in Geldnöten befindliche Kurfürst Max Emanuel verkauft „öde Gründe“ in der „Schwabinger Hayd“ - oberhalb des „Schwabinger Fischweihers“ - an sogenannte „Kulturanten“, die hier Gärten und Häuser errichten wollen. 

München hat 499.959 Einwohner

München * München hat 499.959 Einwohner. 

Richtige Schreibweise: Wiesn

<p><strong><em>München - Welt</em></strong> *&nbsp;Endlich gibt es Klarheit über die richtige Schreibweise <em>„Wiesn“</em> oder <em>„Wies‘n“</em> als Synonym von <em>„Oktoberfest“</em>. Die richtige und offizielle Schreibweise ist seither <em>„Wiesn“</em> und wird in die digitale Version des Duden aufgenommen.</p> <p>Diese weltbewegende Aktion hat der Münchner Radiosender Gong 96.3 initiiert, die beim bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und dem Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter Unterstützung fand.</p>

Kein Brauer unter den „Vertretern der Bürgerschaft“

München * Bis zum Jahr 1800 sind die „Weinschenken“ und „Handelsleute“ die eigentlichen „Vertreter der Bürgerschaft“.

In dieser Zeit findet sich in dem aus 24 Mitgliedern bestehenden „äußeren Rat“ weder ein „Handwerker, Bäcker oder Metzger“, auch kein „Brauer“.

Die Hörfunkserie „Es dreht sich um Karl Valentin“ wird eingestellt

München * Die Hörfunkserie des Bayerischen Rundfunks „Es dreht sich um Karl Valentin“ wird nach Protestbriefen aus Hörerkreisen nach der fünften Folge wieder eingestellt.

Die Jesuiten gründen ein Colleg in Wien

Wien * Die Jesuiten gründen ein Colleg in Wien.

Drei Mass Bier für stillende Mütter und Ammen sind zuviel

München * Das „Gesundheitsamt“ spricht sich dagegen aus, „daß stillende Mütter und Ammen täglich drei bis vier Liter Bier trinken, um ausreichend ‚Kraftnahrung‘ für den säugenden Nachwuchs zu sich zu nehmen.

Ein Liter täglich ist genug“.

Im „Stadtrechtsbuch“ finden sich Bestimmungen für den Brandfall

München * Im Münchner „Stadtrechtsbuch“ finden sich Bestimmungen über den Umgang im Brandfall.

Dort heißt es: „Wenn es in der Stadt brennt, müssen zu dem Feuer kommen, sobald die Sturmglocke läutet, alle Bader und ihre Gehilfen, die Amt haben, und ihre Badergeräte mitbringen, die Maurer und Zimmerer mit ihren äxten und die Kornmesser und Salzmesser und die Salzlader und die Auflader und die Holzleut mit ihren äxten und was sie haben, das dem Feuer gut ist; - wer nicht kommt, verliert sein Recht in der Stadt für ein Jahr - was ihnen verdirbt, wird von der Stadt ersetzt“.

Carl Gabriel scheidet aus dem „Internationalen Handels-Panoptikums“ aus

München-Hackenviertel * Carl Gabriel scheidet aus der „Direktion“ des „Internationalen Handels-Panoptikums“ in der Neuhauser Straße aus.

Eduard Hammer führt das Unternehmen alleine weiter.

Ein Denkmal für Friedrich Ludwig von Sckell

München-Englischer Garten - Schwabing * König Max I. Joseph lässt am Südufer des „Kleinhesseloher Sees“ durch den Bildhauer Ernst von Bendel für Friedrich Ludwig von Sckell ein Denkmal errichten.

Der Raddampfer „Maximilian“ kommt zum Ammersee

Starnberger See - Ammersee * Der im Jahr 1851 im „Eisenwerk Hirschau“ von Joseph Anton von Maffei produzierte Raddampfer „Maximilian“ wird nach 34 Dienstjahren auf dem Starnberger See in zwei Teile zerlegt und zum Ammersee transportiert.

Dort ist er weitere zehn Jahre im Einsatz.

Thompson legt seinen Posten als „Unterstaatssekretär“ nieder

London * Benjamin Thompson legt seinen Posten als „Unterstaatssekretär für die britischen Kolonien“ überraschend nieder.

Ferdinand Leopold von Adrian-Werburg kauft den „Edelsitz Pilgramsheim“

Untergiesing * Franz Anton von Pilgram verkauft seinen „Edelsitz Pilgramsheim“ an den „Reichsfreiherrn“ Ferdinand Leopold von Adrian-Werburg.

Kino und Menschen-Flöhe im „Internationalen Handels-Panoptikum“

München-Hackenviertel * Auch das „Kinetoscope“ wird im „Internationalen Handels-Panoptikum“ in München vorgeführt uns als „Edison's Wunderwerk“ bejubelt.

Doch um die Massen zu begeistern braucht es mehr, weshalb stündlich der „Pariser Original-Flohmarkt mit ca. 300 dressierten Menschen-Flöhen“ auftritt.

Das Einkommen des Scharfrichters Johann Reichhart ist massiv gestiegen

München * Das Einkommen des Scharfrichters Johann Reichhart ist aufgrund der zahlreichen Todesurteile innerhalb weniger Jahre in die Höhe geschnellt. Im abgelaufenen Jahr erhält der Henker zu seinem jährlichen Grundgehalt von 3.720 RM noch Sondervergütungen in Höhe von 41.748 RM zu. Alleine die Sondervergütungen für die 764 Enthauptungen betragen 35.790 RM, der Rest sind Fahrkosten und Aufwandsenschädigungen.

Das Reichsgericht erklärt bayerischen Alleingang für verfassungswidrig

Berlin - München * Das Reichsgericht erklärt den bayerischen Alleingang der Unvereinbarkeit zwischen Ehe und Lehrberuf, also das Zölibat für Lehrerinnen, für verfassungswidrig und beendet.  

Trotzdem kommt es in Bayern immer wieder zu Entlassungen verheirateter Frauen. Selbst Dienstwohnungen I. Ordnung können Lehrerinnen nicht erhalten, da sie den männlichen Lehramtsinhabern vorbehalten sind. 

Ein nicht immer spannungsfreies Zusammenleben

Ramersdorf - Haidhausen * Das Verhältnis zwischen den Bewohnern der „Ramersdorfer Lüften“ und der eher bäuerlich strukturierten Bevölkerung in Ramersdorf gestaltet sich nicht immer spannungsfrei. 

Jedenfalls begehren die Haidhauser und später die Münchner dieses Gebiet, auch deshalb, weil die Grenzziehung zwischen den Gemeinden immer etwas verworren ist.
Diese Ungereimtheiten gehen auf die Bildung der bürgerlichen Gemeinde Ramersdorf zurück.

Damals nimmt man keine Rücksicht auf die Grenzen der bereits bestehenden „Steuerdistrikte“.
Deshalb kommen die „Ramersdorfer Lüften“ zum „Steuerdistrikt Haidhausen“

München hat 595.467 Einwohner

München * München hat 595.467 Einwohner. 

„Wiesn“ nun auch im Duden

<p><em><strong>München - Welt</strong></em> * Das Wort <em>„Wiesn“</em> als richtige Schreibweise für das Synonym <em>„Oktoberfest“</em>&nbsp;&nbsp;findet nun auch in die 28. Auflage der gedruckten Version des Rechtschreibwörterbuches Duden seinen Niederschlag.</p>

Die „Stadtschreiberei“ und das „Amt für Goldwäscherei“ in der Burgstraße 5

München-Graggenau * Die „Stadtschreiberei“, das „Amt für Goldwäscherei“ und ein „Wein­stadel“ werden im Haus an der Dienerstraße 20/Burgstraße 5 untergebracht.

Der „Hofmaler“ Hans Mielich fertigt die Bemalung des Hauses im Stil des „Manierismus“.

Der „Kenotaph“ für Kaiser Ludwig dem Baiern unter dem Südturm

München-Kreuzviertel * Der „Kenotaph“ für Kaiser Ludwig dem Baiern wird unter den Südturm der „Frauenkirche“ verschoben.

Brauereien stehen unangefochten an der Spitze der Münchner Wirtschaft

München * Die Brauereien stehen unangefochten an der Spitze der Münchner Wirtschaft.

Die Feuerwehr und die Vergnügungsetablissements

München * In der Feuerdienstordnung der königlichen Polizei-Direktion München wird die „Vorgehensanweisung für Vergnügungsetablissements“ festgeschrieben.

Freiherr Reinhard von Werneck erhält den „Civil-Verdienstorden“

München * Der inzwischen 80-jährige Freiherr Reinhard von Werneck erhält von König Ludwig I. das „Großkreuz des Civil-Verdienstordens der Bayerischen Krone“.

Die „Cholera“ erreicht erstmals Europa

Indien - Europa * Die „Cholera“, die lange Zeit endemisch in Indien beheimatet war, erreicht - durch intensiven Handel, Reiseverkehr und Krieg - erstmals Europa.

Die Erkrankung beginnt mit sturzbachartigen Durchfällen und Dauererbrechen.
Der mit der „Cholera“ infizierte verliert am Tag bis zu 15 Liter Körperflüssigkeit, sodass die erkrankte Person innerhalb weniger Stunden zu einer „verrunzelten Karikatur ihres früheren Ichs zusammenschrumpft“.

Geplatzte Kapillargefäße verfärben die Haut schwarz und blau, der Kranke wird von Krämpfen geschüttelt, die Organe versagen, der Kreislauf bricht zusammen, das Herz stolpert und die Nieren arbeiten nicht mehr.
Die Temperatur kann bis auf 20 Grad absinken, weshalb die „Cholera“ auch „Kalte Pest“ genannt wird.
Der Tod tritt in drei bis fünf Tagen ein, oft aber schon nach wenigen Stunden.

Die Verbreitung der Krankheit erfolgt hauptsächlich über das Trinkwasser, das mit Exkrementen von „Cholera-Kranken“ verunreinigt ist.
Einen weiteren Übertragungsweg bilden Nahrungsmittel, die mit verseuchtem Wasser und ohne Erhitzung zubereitet werden.

Eine Ansteckung ist nur möglich, wenn der Erreger über den Mund in den menschlichen Verdauungstrakt gelangt.
Dabei reicht schon eine Berührung der Lippen mit infizierten Händen aus.

Das „Herzogliche Hofbräuhaus“ verzeichnet einen Reingewinn

München-Graggenau * Das „Herzogliche Hofbräuhaus“ braut insgesamt 2.256 „Eimer“ Winter- und Sommerbier.
Da ein „Eimer“ 64 Liter fasst, sind das 1.444 Hektoliter.

Davon werden 705 „Eimer“ an die Münchner Bevölkerung verkauft, weshalb die Bilanz mit einem Reingewinn von fast 200 Gulden abschließt.

Baron Carl von Aretin kauft ein Grundstück in der „Schwabinger Hayd“

Schwabing * Baron Carl Albert von Aretin kauft vom „Kurfürstlichen Hofkuchelschreiber und Triftverwalter“ Josef Seemüller ein Grundstück in der „Schwabinger Hayd“, auf dem später „Schloss Biederstein“ entstehen wird. 

München hat 680.704 Einwohner

München * München hat 680.704 Einwohner. 

Eine klimatische „Kaltphase“ schränkt den Weinanbau ein

Mitteleuropa * Bis zum Jahr 1628 führt eine klimatische „Kaltphase“ zu einer deutlichen Einschränkung des Weinanbaus in Mitteleuropa.

Der Stummfilm „Karl Valentin privat und im Atelier“ entsteht

München * Der Stummfilm „Karl Valentin privat und im Atelier“ entsteht. 

Dazu gehört auch das 18 Meter lange Fragment „Der Kuss“.

Die „welschen Hauben“ sollen durch „gotische Spitzhelme“ ersetzt werden

München-Kreuzviertel * In der Zeit der „Purifizierung der Frauenkirche“ wird alles entfernt, verkauft oder zerschlagen, was nicht gotisch ist.

Sogar die „welschen Hauben“ sollen durch „gotische Spitzhelme“ ausgetauscht werden.

Von diesem Plan wird jedoch Abstand genommen.

Professor Dr. Ernst von Romberg wohnt in der Richard-Wagner-Straße 2

München-Maxvorstadt * Professor Dr. Ernst von Romberg bewohnt das Haus in der Richard-Wagner-Straße 2.

Der berühmte „Internist und Herzspezialist“ ist Professor an der „I. Medizinischen Klinik der Universität München“.

Im Münchner „Löschwesen“ herrschen primitivste Verhältnisse

München * Während in Bayern bereits 173 gut ausgebildete „Feuerwehren“ vorhanden sind, herrschen in München die primitivsten Verhältnisse.

Das Münchner „Löschwesen“ besteht einerseits aus der „städtischen Feuerwache“, die durch städtische Arbeiter im Nebenamt gebildet wird, und andererseits aus den „kgl. Feuer-Piquetts“, die die königlichen und militärischen Liegenschaften schützen.

Der „Polizeidirektor“ ist gleichzeitig der „Kommandant der Löschmannschaft“.

Die „Ruhmeshalle“ auf der „Theresienhöhe“ wird eingeweiht

München-Theresienhöhe * Die „Ruhmeshalle“ hinter der „Bavaria“ auf der „Theresienhöhe“ wird eingeweiht.

Im Oberpollinger müssen zehn Tische entfernt werden

München-Kreuzviertel * In der Folge des Pariser Basarbrands müssen im Oberpollinger zur Freihaltung von Fluchtwegen zehn Tische entfernt werden. Damit verringern sich die Sitzplätze von 300 auf 220, was natürlich den Umsatz und damit das Einkommen der Gastronomie und der auftretenden Künstler erheblich schmälert.

Über Russland und Polen gelangt die „Cholera“ nach Preußen

Preußen * Über Russland und Polen gelangt die „Cholera“ nach Preußen und von dort nach England.

Kuriose Vorschläge zur Bekämpfung der Seuche tauchen auf.

So schreibt die Freiin Caroline von Maiern in einer in Nürnberg erschienenen Flugschrift „Entdeckung des Geheimnisses der Cholera“ folgendes:
„Von Polizei wegen sollte Männern ein anderes Zeichen ihres Grußes bewilligt werden, als auf offener Straße ihre Hüte und Mützen abzuziehen, weil das Choleragift sehr leicht dem Haare sich mitteilt.
Und ferner sollte die Polizei das Tabakrauchen auf offener Straße erlauben, um das Miasma [„Choleradunst“] auch durch den Rauchtabak zu verscheuchen“
.

Eine andere Schrift, die auch in München auftaucht, will Händler, „welche aus angesteckten Ländern kommen“, in eine vierzigtägige Quarantäne stecken.

Mitgeführte Papiere sollten geräuchert, Nahrungsmittel in Essig getaucht werden.
Auch Geld sollte nicht aus der fremden Hand genommen werden. Es sollte ebenfalls zuvor in Essig gelegt werden.

Die Schrift endet mit der Drohung: „Diejenigen, welche gegenwärtigen Vorschriften keinen Glauben schenken, werden sich der Gefahr aussetzen, ihren Unglauben mit dem Leben zu büßen“.

Das „Hofbräuhaus“ darf nur mehr „zur Nothdurft des Hofstaates“ brauen

München-Graggenau * Der Erfolg des „Herzoglichen Hofbräuhauses“ bringt die bürgerlichen Brauer derart in Rage, dass sie sich über die staatliche Konkurrenz beschweren.

Das „Hofbräuhaus“ darf ab 1607 nur mehr „zur Nothdurft des Hofstaates“ brauen.

In München gibt es sieben „Kaffeehäuser“

München * In München gibt es sieben „Kaffeehäuser“

Davon sind drei bürgerlich: André Bellini, Rossignol und Bernath.
Vier stehen unter „Hofschutz“. Das sind Claudi Surat, Johann Koller, Tibo und Maria Schönwein. 

In die Lehrerinnenanstalt kommt die Hans-Schemm-Aufbauschule

München-Au * Im Gebäude der Kreislehrerinnenbildungsanstalt für Oberbayern in der Frühlingstraße [heute: Eduard-Schmid-Straße] wird die Hans-Schemm-Aufbauschule untergebracht. 

Baron von Aretin verkauft sein Grundstück an Kurfürst Carl Theodor

Schwabing * Nachdem Baron Carl Albert von Aretin eine Erbschaft macht, verkauft er sein Grundstück in der „Schwabinger Hayd“, auf dem später „Schloss Biederstein“ entstehen wird, an Kurfürst Carl Theodor. 

München hat 840.188 Einwohner

München * München hat 840.188 Einwohner. 

Bei „Bauernhochzeiten“ ist der Ausschank teuerer „Südweine“ untersagt

München * Nach einer Vorschrift dürfen zu einer Mahlzeit im Gasthaus nur zwei Sorten guten Weines ausgeschenkt werden.

Bei „Bauernhochzeiten“ ist der Ausschank teuerer „Südweine“ untersagt.

Tiroler, österreichischer, oberländischer und fränkischer Wein ist dagegen erlaubt.

Im „Valentin-Haus“ soll „Münchens längste Theke“ entstehen

München-Au * Rudolph Mooshammer will im „Valentin-Haus“ in der Zeppelinstraße 41 „Münchens längste Theke“ unterbringen.

Die Haidhausen-Auer Stadtteilpolitiker laufen gegen das Projekt Sturm.

Die Jesuitenpatres erhalten für ihr Gymnasium einen Neubau

München-Kreuzviertel * Die Jesuitenpatres erhalten für ihr Gymnasium einen Neubau. Das vorläufige Unterrichtsgebäude für das Münchner Jesuiten-Colleg wird vom Provinzial der Oberdeutschen Ordensprovinz, Petrus Canisius, eingeweiht. Die „feine neue Residenz“ befindet sich etwa an der Stelle des Chores der heutigen Michaelskirche.

Johann Valentin Fey führt das „Möbeltransport-Geschäft Falk & Fey“ selbst

München-Au * Johann Valentin Fey führt das „Möbeltransport-Geschäft Falk & Fey“ in eigener Regie.

Eine „Turner-Feuerwehr“ wird gegründet

München * Eine „Turner-Feuerwehr“ wird gegründet.

Es ist der erste Versuch, in München ein organisiertes Löschwesen mit eingeübter Mannschaft ins Leben zu rufen.

Hohe Geldstrafen für Verstöße gegen die Betriebsordnung

Berg am Laim * Bei der Firma Franz Kathreiner's Nachfolger beträgt das Wochenleistungsmaß 57 Stunden.

  • Die Beschäftigten müssen nach der geltenden Betriebsordnung um 7 Uhr morgens im Betrieb sein und dürfen ihn vor abends 19 Uhr nicht mehr verlassen. 
  • Es gibt zwar eine allgemeingültige Gewerbeordnung für alle Unternehmen, doch wird diese durch innerbetriebliche spezielle Arbeitsordnungen, in der die Rechte und Pflichten der Arbeitnehmer noch eindeutiger festgelegt sind, ergänzt. 
  • Verstöße gegen diese Hausordnung werden durch von der Firmenleitung einseitig festgelegte Geldstrafen geahndet. 
  • Es gibt eine Paragraphen-Liste für die sogenannten „50-Pfennig-Strafen“. Diese können fällig werden, wenn ein Beschäftigter während der Arbeitszeit schlafend angetroffen wird. Das ist zwar ein nicht akzeptierbares Verhalten, doch bei einer 57-Stunden-Arbeitswoche, oftmals verbunden mit schweren körperlichen Arbeit kann das schon vorkommen. 
  • Selbst das Führen von Unterhaltungen am Arbeitsplatz, die von der Geschäftsleitung als „arbeitsstörend“ eingestuft werden, führen zu dieser Strafe. Das gilt gleichfalls für das „Müßiggehen“ in den Geschäftsräumen. 
  • Daneben regelt die Arbeitsordnung das Verhalten der Arbeitnehmer. So darf niemand die Arbeit niederlegen, bevor nicht das Glockenzeichen oder die Dampfpfeifen ertönt sind. 
  • Die Geldstrafen für Verspätungen sind bei der Firma Franz Kathreiner's Nachfolger GmbH noch differenzierter geregelt. Da müssen jene Beschäftigte, die zu spät an ihren Arbeitsplatz kommen, außer beim ersten Mal, eine Mindeststrafe von 20 Pfennigen entrichten. Sind die Verspätungen größer als zwanzig Minuten, dann ist pro Minute ein Pfennig fällig.

Rumford wird „Präsident der Akademie der Wissenschaften“

München * Reichsgraf Rumford wird „Präsident der Akademie der Wissenschaften“ in München.

Ignaz Mayer kommt nach München

München * Die Familie des Ignaz Mayer kommt nach München, als Kurfürst Carl Theodor das Erbe der baierischen Regentschaft antritt. 

Er wird später dem erlauchten Kreis der Kreditgeber des baierischen Königs zählen.
Alleine in den Jahren 1807 und 1808 gewährt er der königlichen „Centralkasse“ Anleihen in Höhe von 100.000 Gulden.

Der „Franziskanerorden“ wird als erster „Bettelmönchsorden“ gegründet

San Damiano * Der „Franziskanerorden“ - als erster „Bettelmönchsorden“ - wird gegründet.

Franz von Assisi wandelt das benediktinische „Gelübde der Armut“ in ein „Gelübde des Bettelns“ um und schließt damit eine Lücke im System der katholischen Kirche.
Er verkündet „völlige Armut und politische Machtlosigkeit“ und lehnt jede „hierarchische Unterordnung innerhalb des Ordens“ ab.

Die „Franziskaner“ gehen barfuß, verfügen weder über Grundbesitz noch Vermögen, ihre Kleidung besteht aus einem groben grauen Umhang mit einer Kapuze, der mit einem Strick zusammengehalten wird.

So gekleidet unterscheiden sie sich kaum von den damals populären „Wanderpredigern“.
Nur für den täglichen Bedarf dürfen die Mönche betteln, doch außer für kranke Mitbrüder kein Geld annehmen.

Besonders die Schichten der städtischen Bewohner, die sich früher wahrscheinlich den „Ketzern“ zugewandt hätten, geraten nun in den Bannkreis der „Minoriten“, die für sie das Ideal einer am „Urchristentum“ orientierten Kirche verkörpern.

Obwohl die „Franziskaner“ von einer Woge des im Volk populären Armutsideal emporgetragen worden sind, nimmt sie die Kirche dennoch nur schrittweise auf.

Die Münchner „Weinwirte“ kämpfen gegen die „Kaffeehäuser“

München * Die Münchner „Weinwirte“ kämpfen in einer Eingabe an den Kurfürsten Carl Albrecht gegen die „Kaffeehäuser“

Denn: „Zum luxuriösen Leben wird viel beigetragen durch die Vermehrung der Kaffeehäuser und weißen Bierzäpflereien, die Tag und Nacht dem Übermut offen stehen und wo die unnötigen und wolllüstigen Getränke wie Kaffee, Tee, Rosoglio [Likor, hauptsächlich Orangenlikör], Wein etc., jederzeit angeboten werden“.  

Der Kurfürst verspricht, keine neuen „Kaffeehäuser“ zu genehmigen und die bestehenden „absterben“ zu lassen. 

Bomben zerstören das Gebäude der Kreislehrerinnenbildungsanstalt

München-Au * Das ehemalige Gebäude der Kreislehrerinnenbildungsanstalt für Oberbayern in der Frühlingstraße [heute: Eduard-Schmid-Straße] wird durch Bomben zerstört. 

München hat 840.586 Einwohner

München * München hat 840.586 Einwohner. 

Die Madonnenfigur kommt auf den Hochaltar der „Frauenkirche“

München-Kreuzviertel * Die vergoldete Madonnenfigur, die später die „Mariensäule“ schmücken soll, kommt auf den provisorischen Hochaltar der „Frauenkirche“.

Die „Brauperiode für untergäriges Bier“ wird festgelegt

München * Festlegung der „Brauperiode für untergäriges Bier“ auf die Zeit vom 29. September (Michaeli) bis 23. April (Georgi).

Sie gilt bis 1850.

Die Familie Herkomer wandert nach Cleveland, Ohio, aus

Cleveland/Ohio * Die Familie Herkomer wandert nach Cleveland, Ohio, aus.

Hannes König und die „Gewerkschaft der geistig und kulturell Schaffenden“

München * Der Zeichner und Bühnenbildner für Theater und Film, Hannes König, übernimmt den Landesvorsitz der „Gewerkschaft der geistig und kulturell Schaffenden“.

Die „Preußische Gesandtschaft“ und die „Schack-Galerie“ wird gebaut

München-Lehel * Der palastartige Bau mit seiner Doppelfunktion als „Preußische Gesandtschaft“ und „Schack-Galerie“ wird bis 1909 verwirklicht.

Der „Kreuzlgießergarten“, der spätere „Salzburger Hof“ wird beschrieben

Haidhausen * Der „Kreuzlgießergarten“, der spätere „Salzburger Hof“ an der Ecke Gasteig und Rosenheimer Straße, wird folgendermaßen beschrieben:

„Das Wirtshaus ein Neubau, ebener Erde 2 Gastzimmer, ein Keller auf 40 Banzen Bier, ein geschlossener Hofraum, Stallungen für 20 Pferde, im ersten Stock ein geschmackvoller Tanz-Saal mit 3 Nebenzimmern“.

Anderl Welsch tritt zwischen 1898 und 1905 im Apollotheater auf

München-Maxvorstadt * Anderl Welsch tritt zwischen 1898 und 1905 im Apollotheater in der Dachauer Straße 19 - 21 auf.

King George III. entlässt Sir Benjamin Thompsons in baierische Dienste

London - München * Der englische König George III. erteilt Sir Benjamin Thompsons Bitte zum Eintritt in baierische Dienste, eine Zusage. 

Damit kann er „Leibadjutant“ von Kurfürst Carl Theodor und Mentor dessen außerehelichen Sohnes Graf Bretzenheim werden. 

England verfolgt die Tauschpläne des baierischen Herrschers mit Argwohn.
Dieser will mit Baiern einen Teil seines Kurfürstentums gegen die „Österreichischen Niederlande“ eintauschen, um Herrscher des neuen „Königreichs Burgund“ zu werden.

Das Vorhaben hätte aus der zerstückelten Pfalz einen ansehnlichen Staat gemacht.
Während die Pläne in Österreich befürwortet werden, formiert sich in Baiern massiver Widerstand.

Der „Edelsitz Pilgramsheim“ wird in der „Frankfurter Lotterie“ ausgespielt

Untergiesing * „Reichsfreiherr“ Ferdinand Leopold von Adrian-Werburg lässt den „Edelsitz Pilgramsheim“  in der „Frankfurter Lotterie“ ausspielen.

Gewinner der Lotterie ist der „churtrierische Kammerherr“ von Horben.

Einflussreiche Kleriker lehnen den neuen „Franziskaner“-Orden ab

Rom-Lateran * Franz von Assisi erhält eine mündliche Gründungsgenehmigung, doch in den Folgejahren lehnen einflussreiche Kleriker die neue „Franziskaner“-Gemeinschaft ab und verdächtigen die Ordensmitglieder der „Häresie“.

Das „letzte Floß“ verlässt Mittenwald in Richtung München

Mittenwald * Das „letzte Floß“ verlässt Mittenwald in Richtung München. 

Der „Viehmarkt auf den Lüften“ wird vom „Lüftenwirt“ organisiert

Haidhausen - Au * Aus Beschwerden des „Münchner Rats“ wissen wir, dass „Auf den Lüften“, in der Gegend des heutigen Rosenheimer Platzes, ein „Viehmarkt“ entstanden ist.

Der sich aus „wilder Wurzel“ entwickelnde „Viehmarkt auf den Lüften“ wird vom „Lüftenwirt“ organisiert und macht dem Münchner „Viehmarkt am Anger“ erhebliche Konkurrenz.
Dagegen läuft der „Münchner Rat“ Sturm.

Weil aber die Gegend der „Lüften“ zu dieser Zeit noch in den Grenzen des „Pfleggerichts Wolfratshausen“ und damit außerhalb des „Münchner Burgfriedens“ liegt, ist sie der Gerichtsbarkeit und dem Zugriff der Münchner Obrigkeit entzogen.

Der „Stadtrat“ fordert deshalb durch seinen „Amtmann“ Jakob Röderer alle Viehhändler und Viehtreiber auf, ihre Tiere auf den „Münchner Viehmarkt am Anger“ hereinzutreiben.
Doch es hilft nichts. 

München hat 479.000 Einwohner

München * München hat 479.000 Einwohner. 

Eine „Keller- und Speisenordnung“ des herzoglichen Hofes

München-Graggenau * Eine „Keller- und Speisenordnung“ des herzoglichen Hofes zur Zeit Herzog Albrecht V. regelt genau, wer was und wie viel an Getränken den Teilnehmern der herzoglichen „Hoftafel“ aufgetischt wird.

Die Familie Herkomer lässt sich in Southampton nieder

Southhampton * Die Familie Herkomer lässt sich in Southampton in England nieder.

Der Frauenfriedhof wird aufgelöst

München-Kreuzviertel - München * Der Frauenfriedhof wird - wie alle anderen innerstädtischen Gottesäcker - offiziell aufgelöst.

„Die Jugendstreiche des Knaben Karl“ erscheinen

München * Gerhard Pallmann gibt eine Zusammenstellung aus Karl Valentins Nachlass unter dem Titel „Die Jugendstreiche des Knaben Karl“ heraus.

Die Bauarbeiten an der „Michaelskirche“ sind vollendet

München-Kreuzviertel * Die Bauarbeiten an der „Michaelskirche“ sind vollendet.

Es ist das erste „Jesuiten-Colleg“ mit einer Kirche nördlich der Alpen.

Umzug der „Preußischen Gesandtschaft“ ins Lehel

München-Maxvorstadt - München-Lehel * Der Umzug der „Preußischen Gesandtschaft“ vom „Palais Dürckheim“ in der Türkenstraße 4 in die Prinzregentenstraße 9 erfolgt.

Der „Kreuzlgießergarten“ darf aufgestockt werden

Haidhausen * Dem Wirt des „Kreuzlgießergartens“ an der Rosenheimer Straße 1 wird die Aufstockung seines Gebäudes erlaubt.

Eine Studie zur Neuorganisation des „Löschwesens“

München * König Max II. gibt eine Studie zur Neuorganisation des „Löschwesens“ in Auftrag.

In der „Maffei'schen Fabrik“ sind 44 Dampfschiffe entstanden

München-Englischer Garten - Hirschau * In der „Maffei'schen Fabrik“ sind 44 Dampfschiffe für deutsche Seen und Flüsse entstanden.

Erneut aufkommende Ländertauschpläne werden beendet

München - Wien - Berlin * Erneute Ländertauschpläne zwischen Österreich und Kurfürst Carl Theodor werden auf Initiative Preußens und dem „Fürstenbund“ durch die „Garantie der Eigenstaatlichkeit und Unversehrtheit Baierns“ beendet.

Johann Tserclaes Graf von Tilly wird in Lüttich und Köln erzogen

Lüttich - Köln * Johann Tserclaes Graf von Tilly muss mit seinen Eltern die Niederlande verlassen, weil sich sein Vater an den aufrührerischen Aktivitäten der „Geusen“ beteiligt hatte.

Er erhält seine Erziehung in Lüttich und Köln.

Papst Innozenz III. bestätigt die Ordensregel der „Franziskaner“ schriftlich

Rom-Lateran * Nachdem der „Franziskanerorden“ bereits in vielen Teilen Europas - möglicherweise auch schon in München - Anhänger gefunden hat, bestätigt Papst Innozenz III. die Ordensregel schriftlich.

Nicht aber ohne zuvor noch Änderungen vorzunehmen. So werden beispielsweise die „Wanderpredigten“ verboten und es muss eine Organisation, verbunden mit dem Entstehen einer Ordenshierarchie, aufgebaut werden.

Der „Viehmarkt Auf den Lüften“ ist eine starke Konkurrenz

Haidhausen - Au * Der „Viehmarkt Auf den Lüften“ ist derart ausgebildet, dass die „kurfürstliche Hofkammer“ in einem Schreiben an den „Münchner Rat“ feststellt, dass die Münchner Metzger ihr Schlachtvieh „nicht mehr am gewöhnlichen Ort auf dem Anger, wo dieser Markt seit jeher stattgefunden hat, sondern bei dem sogenannten Lüftenhaus auf dem Isarberg” kaufen. 

Anschließend treiben sie die gekauften Tiere in Richtung Schwabing auf die Weide an der „Stadtbleiche“ und mischen es unter das dortige Weidevieh, um es am Abend mit den anderen Tieren in die Stadt hineintreiben zu lassen.
Damit können die Münchner Metzger den so genannten „Viehaufschlag“, eine Steuer, umgehen.

Dass der Ausfall der Steuereinnahmen dem „Münchner Rat“ nicht gefällt, sei hier nur der Form halber erwähnt.
Für die Stadtherren grenzt diese Verfahrensweise an Betrug, weshalb diese nicht länger geduldet werden darf.
Dennoch bleibt der „Viehmarkt“ bestehen.

Die Münchner müssen sich vom „Pfleggericht Wolfratshausen“ sogar den Vorwurf gefallen lassen, dass es ihnen lediglich um die Einnahmen aus dem Pflaster- und Brückenzoll geht und sie den „Viehmarkt auf den Lüften“ nur als Vorwand nutzen, um den „Burgfrieden“ wieder erweitern zu können. 

München hat 831.937 Einwohner

München * München hat 831.937 Einwohner. 

Die Klagen über die Teuerung des Weines verstummen nicht mehr

München * Die Klagen über die Teuerung des Weines verstummen nicht mehr.

Die „Baierische Landesordnung“ vermerkt, dass immer mehr Leute bei den „Bierbrauern“ zum Essen einkehren.

Hubert Herkomer besucht die „Akademie der Bildenden Künste“

München-Kreuzviertel * Hubert Herkomer besucht die „Akademie der Bildenden Künste“ in München.

Die letzte Bererdigung auf dem „Frauenfriedhof“

München-Kreuzviertel * Die letzte Beerdigung findet - aufgrund der Beschießung Münchens durch die Österreicher - auf dem „Frauenfriedhof“ statt.

Liesl Karlstadt als „Mutter Brandl“ in einer BR-Sendereihe

München * Der Bayerische Rundfunk startet unter dem Titel „Der Haushaltslehrling“ eine neue Sendereihe mit Liesl Karlstadt als „Mutter Brandl“.

Die Sendung läuft jeden Donnerstag und wird ein Riesenerfolg.

Der „Kreuzlgießergarten“ wird zur „Gastwirtschaft zum Salzburger Hof“

Haidhausen * Der „Kreuzlgießergarten“ an der Ecke Gasteig und Rosenheimer Straße wird zur „Gastwirtschaft zum Salzburger Hof“.

In der „Tuchfabrik“ Roeckenschutz an der Wurzerstraße bricht ein Feuer aus

München-Graggenau * In der „Tuchfabrik“ des Johann Nepomuk Roeckenschutz an der Wurzerstraße bricht ein Feuer aus, „bei dem sich die Münchner Löschverhältnisse in aller Jämmerlichkeit“ zeigen.

Die „Woll- und Lodenfabrik Frey“ am „Dianabad“ wird gegründet

München-Englischer Garten - Hirschau * Am nordwestlichen Rand des „Englischen Gartens“ wird die „Woll- und Lodenfabrik Frey“ am „Dianabad“ gegründet.

Josef Anton von Kern erweitert seinen Besitz in der „Falkenau“

Au - Untergiesing * Josef Anton von Kern erweitert seinen Besitz in der „Falkenau“ noch einmal durch Zukauf.

Johann Tserclaes Graf von Tilly tritt in das „Spanische Heer“ ein

Spanien * Johann Tserclaes Graf von Tilly tritt in das „Spanische Heer“ ein.

Genehmigung zum Bau eines „Kaffeehauses“ an der „Hofgartenmauer“

München-Graggenau * Giovanni Pietro Sarti erhält die kurfürstliche Genehmigung zum Bau eines „Kaffeehauses“ an der „Hofgartenmauer vor der Reitschule“

Der „Viehmarkt auf den Lüften“ wird jeden Donnerstag abgehalten

Vorstadt Au - Haidhausen * Der „Viehmarkt Auf den Lüften“ wird jeden Donnerstag abgehalten.

Ein Chronist schreibt über den Markt:  
„Sehr merkwürdig ist es, wöchentlich am Donnerstag auf der Lüften zunächst München an der Rosenheimerstrasse den Viehmarkt zu sehen, auf welchem hiesige Metzger, und Köche für den Bedarf der Stadt bedeutend einkaufen. 

Dieser Platz ist zu diesem Behufe um so mehr gut gelegen, weil alles Vieh, welches am rechten Isarhochufer im bayerischen Gebürgslande aufgezogen wird, sehr leicht dahin gebracht werden kann.

Da ist an der Landstrasse, und an der daranstoßenden Wiese alles mit Ochsen, Kühen, Kälbern, und Schweinen bedeckt, und die Luft ertönt von dem Gebläcke der Thiere, von dem Brummen der Kühe, denen man ihre Kälber nimmt, und von dem Bellen der Hunde.

Da geht es an ein Handeln, Einschlagen und Geldzählen, an ein Notiren und Aufschreiben zum Behufe des Aufschlages, und der Weg nach München ist an diesem Tage mit Vieh bedeckt, wobey die Treibbuben einen besonderen Verdienst haben”

Carl von Fischer baut im Park von „Schloss Biederstein“ einen „Belvedere“

Schwabing * Carl von Fischer baut im Park von „Schloss Biederstein“ einen „Belvedere“

Die ersten rechtlichen Bestimmungen zur „Ehelosigkeit“

Elvira * Im 4. Jahrhundert hat man die ersten rechtlichen Bestimmungen zur „Ehelosigkeit“ und zur „Sexuellen Enthaltsamkeit von Priestern“ erlassen. 

München hat 1.084.500 Einwohner

München * München hat 1.084.500 Einwohner. 

Eine „Alpenvereinssektion“ für „Akademiker germanischer Abstammung“

München * In München gründen ein paar Professoren eine „Alpenvereinssektion“ für „akademisch gebildete Herren germanischer Abstammung“.

Georg Hainmiller kauft den „Zengerbräu“ und „Kempterbräu“

München-Graggenau * Georg Hainmiller kauft die an der Burgstraße gelegenen „Zengerbräu“ und „Kempterbräu“.

Hubert und Lorenz Herkomer leben für sechs Monate bei Bauern in Garmisch

Garmisch * Hubert und sein Vater Lorenz Herkomer leben für sechs Monate bei Bauern in Garmisch.

Die der Jesuiten erhalten ein großes Grundstück in Haidhausen

Haidhausen * Kurz nach Ankunft der Jesuiten in München erhalten diese ein großes Grundstück in Haidhausen an der heutigen Kirchen-/Ecke Elsässerstraße, den sogenannten Jesuitengarten.  Das Anwesen besteht aus einem „sonderlich erbauten Keller“ und einem von Planken eingeschlossenen, 6 Tagwerk großen Garten, von dem 3 Tagwerk als Krautgarten genutzt werden.

Der „Salzburger Hof“ im Besitz der „Aktienbrauerei zum Eberl-Faber“

München-Haidhausen * Der „Salzburger Hof“ an der Rosenheimer Straße 1 kommt in den Besitz der Aktienbrauerei zum Eberl-Faber.

Die Grundungsversuche für eine Münchner Feuerwehr scheitern

München * Der neu gegründete „Münchner Männerturnverein“ versucht die Gründung einer „Freiwilligen Feuerwehr“.

Gleichzeitig befasst sich der Magistrat mit der Gründung einer „bezahlten und kasernierten Feuerwehr“.

Beide Projekte werden abgelehnt.

Auftrittsmöglichkeiten der Münchner Volkssänger

München * In München treten Volkssänger in etwa 80 Singspielhallen, Varietés und Bierkellern auf. Insgesamt verfügt München etwa über 1.500 Gasthäuser.

Joseph Anton von Maffei wird „lebenslänglicher Reichsrat

München * Die Ernennung zum „Adeligen lebenslänglichen Reichsrat der ersten Kammer des Landtags“ durch König Max II. ist der Höhepunkt der politischen Karriere von Joseph Anton von Maffei.

Damit gehört er dem höchsten bayerischen Gremium an und sitzt an der Spitze der Entscheidungsträger. 
Dieses politische Engagement verschafft dem Geschäftsmann und dem gesamten „Geldadel“ seiner Zeit einen massiven Informationsvorsprung. 

Mit diesem Insider-Wissen ist es vergleichsweise einfach, sein Geld in gewinnbringende Projekte und Immobiliengeschäfte zu investieren.
Von der „Karmelitenbrauerei“ in Regensburg über das „Gut Weichs“ bei Ohlstadt zu einer „Villa in Feldafing“ und einem weiteren Großanwesen in der Nähe von Iffeldorf, das „Gut Staltach“.

Josepha von Kern verkauft Grundstücke in der „Falkenau“

Au - Untergiesing * Da sich „Oberleutnant“ Anton Josef von Kern, der Besitzer der „Falkenau“ , überschuldet hat, übernimmt seine Frau Josepha, eine geborene von Pitzl auf Eberstall, die Betreuung der Besitzungen.

Nachdem sie Witwe geworden ist, muss sie für ihre fünf minderjährigen Söhne sorgen.

Gegen den entschiedenen Widerstand ihrer Gläubiger verkauft sie einige Grundstücke der „Falkenau“ nahe dem „Kühbächl“ an den „Schrafnagelmüller“ Loiblmeier und an den „Hofbankier“ und „Kommerzienrat“ Franz Anton von Pilgram, der schon weitere Grundstücke in der Gegend besitzt.

300.000 Gulden Schulden in neun Jahren Erbprinz-Hofhaltung

Landshut - München * Nach neunjähriger Hofhaltung als Erbprinz in Landshut muss Wilhelm V. seinem Vater 300.000 Gulden Schulden eingestehen.

Freunde der „Franziskaner“ dürfen Geld sammeln und verwalten

Rom-Lateran * Die regierenden Päpste wirken mildernd auf die „Franziskaner-Ordensregeln“ ein und setzen die Praxis durch, dass Freunde des Ordens der „Minderbrüder“ Geld sammeln und verwalten dürfen.

Die „Spiritualen“ wenden sich zwar scharf dagegen, werden aber dafür verfolgt, eingekerkert und sogar erschlagen. Ihr Protest kann jedenfalls die „Konventualen“ nicht bremsen.

Das „Kaffeehaus“ an der „Hofgartenmauer“ ist fertiggestellt.

München-Graggenau * Das „Kaffeehaus“ an der „Hofgartenmauer vor der Reitschule“ des Giovanni Pietro Sarti ist fertiggestellt. 

Leo von Klenze baut das neue „Schloss Biederstein“

Schwabing * Leo von Klenze baut im Park von „Schloss Biederstein“, anstelle des „Belvedere“ von Carl von Fischer, das neue „Schloss Biederstein“

Papst Innozenz II. erklärt „trennende Ehehindernisse“ für Priester

Rom-Vatikan * Papst Innozenz II. erklärt die „Spende der Weihen“ zu einem „trennenden Ehehindernis“.  

Damit können verheiratete Männer nur noch dann zu Priestern geweiht werden, wenn sie ihre Frau durch Ablegung eines „Keuschheitsgelübdes“ freigibt.  

Für die Erlangung der „Bischofswürde“ ist sogar der Eintritt der Ehefrau in ein Kloster Voraussetzung. 

München hat 1.293.590 Einwohner

München * München hat 1.293.590 Einwohner. 

Beim „Togalwerk“ wird der 100. Mitarbeiter eingestellt

München-Bogenhausen * Beim „Togalwerk“ wird der 100. Mitarbeiter eingestellt.

Das „herzogliche Weinverzeichnis“ umfasst 27 Weine jeder Qualität

München * Das „Weinverzeichnis des herzoglichen Haushofmeisters“ umfasst 27 Weine jeder Qualität.

Volkssänger-Auftritte in den Fußball-Halbzeitpausen gefordert

München * Hannes König regt an, bei Fußballspielen in der Halbzeit "Volkssänger" auftreten zu lassen.

Hubert Herkomer malt sozialkritische Themen

England * Hubert Herkomer ist für seine ausdrucksvollen Darstellungen der Armen der Stadt und sozialer Probleme bekannt.

Er malt Bilder mit dem Titel „Harte Zeiten“ oder „Im Streik“.

Die Jurisdiktion über den Haidhauser Jesuitengarten

Haidhausen - Taufkirchen * Die Jurisdiktion über den Haidhauser Jesuitengarten wird von der Jesuiten-Hofmark Taufkirchen wahrgenommen.

Die Wirtsleute Wagner verkaufen die Tafernwirtschaft „Zum Salzburger Hof“

München-Haidhausen - München-Au * Die Wirtsleute Johann und Susanne Wagner verkaufen die Tafernwirtschaft „Zum Salzburger Hof“ und übernehmen dafür die Braustätte mitsamt der Bäcker- und Metzgergerechtsame in der Lilienstraße in der Au.

Aus ihr wird später die „Wagner-Brauerei“.

Der „Münchner Männerturnverein“ will eine „Freiwillige Feuerwehr“ gründen

München * Der „Münchner Männerturnverein“ betreibt die Gründung einer „Freiwilligen Feuerwehr“.

Doch die bürgerlichen Entscheidungsträger lassen das Projekt erneut scheitern.

Wirte können Singspielgruppen für 3 bis 5 Mark Tagesgage buchen

München-Hackenviertel * Über eine Agentur in der Sendlinger Straße können Wirte Singspielgruppen für 3 bis 5 Mark Tagesgage buchen.

Freiherr Adam von Aretin verkauft sein Grundstück an Raphael Kaula

München-Englischer Garten * Freiherr Adam von Aretin verkauft sein Grundstück am Ostrand des „Englischen Gartens“ an den „Großhändler und Bankier“ Raphael Kaula.

Seine im Jahr 1812 als jüngstes Kind geborene Tochter Nanette wächst zu einer so auffallenden Schönheit heran, dass sie unter dem Titel „Münchens schönste Jüdin“ weithin bekannt ist.

In der Folgezeit lässt Kaula kleinere Gebäude seines Vorbesitzers Aretin abreißen und durch das elegantere „Kaula-Schlössl“ ersetzen.
Nach seiner Erhebung in den Adelsstand heißt das „Kaula-Schlössl“ nun „Murat-Schlössl“.

Herr von Effner erwirbt den ehemaligen „Edelsitz Pilgramsheim“

Untergiesing * Der „Geheime Justizreferendar“ von Effner erwirbt das gesamte Anwesen des ehemaligen den „Edelsitzes Pilgramsheim“.

Unterbindung der protestantischen Glaubensausübung

München - Wien * Verschiedene geistliche Fürsten unternehmen - unterstützt von Baiern und Österreich - die ersten Versuche, die protestantische Glaubensausübung zu unterbinden.

Die ersten franziskanischen Bettelmönche kommen nach München

München-Angerviertel * Das ist die Zeit, in der die ersten franziskanischen Bettelmönche nach München kommen.

Der genaue Zeitpunkt lässt sich jedoch mit Sicherheit nicht mehr feststellen. Nach der „Ordenstradition“ soll ein Bruder Castinus die erste Ordensniederlassung der „Barfüßer“ hier gegründet haben.

Von der Bürgerschaft sei ihm damals die „Jakobuskapelle“ mit einem Häuschen „am Anger vor der Stadt“ übergeben worden. Beweisbar ist das nicht.

Bald mehr Kaffee- als Bierschenken ?

München * In einer Münchner Zeitung ist zu lesen, dass es mit dem „verwünschten Kaffeeplempern und mit dem täglich anwachsenden Bohnenröstergewerbe“ noch so weit kommen wird, dass die „großen Städte bald mehr Kaffee- als Bierschenken“ zählen werden. 

Das um 25 Prozent in den Lohnkosten billigere „Fräulein vom Amt“

Deutsches Reich * Die Zahl der Beschäftigten im „Telephondienst“ nimmt zwischen 1897 und 1907 um fast das Vierfache zu. 

Da ist die Kostenersparnis durch das um 25 Prozent in den Lohnkosten billigere „Fräulein vom Amt“ schon von erheblicher Bedeutung. 

„Sündenablass“ für die Verehelichung mit einer Prostituierten

Rom-Vatikan * Papst Innozenz III.  erklärt, dass „alle, die öffentliche Frauen aus dem Bordell führen und sie zu Ehefrauen machen, den Ablass ihrer Sünden erhalten“.  

Wohlgemerkt, der Ehemann erhält den „Ablass“, nicht die „Ex-Prostituierte“

Ein Charivari gegen eine gefallene stolze Jungfer

Straß bei Samerberg * 17 junge Burschen - davon mehr als die Hälfte „Knechte“ - ziehen vor das Haus einer „Kindsmutter“ und veranstalten dort „mit Pfeifen und Gloggen“ sowie sonstigen Lärminstrumenten - wie beim französischen „Charivari“ - einen „Mordspektakel“. In den Akten wird aber weder von einem „Haberfeldtreiben“, noch von einen „Charivari“ oder einer „Katzenmusik“ gesprochen.

Das „Rügeverfahren“ der jungen Burschen richtete sich nicht ausdrücklich gegen das „sexuelle Fehlverhalten“ eines Mädchens, eine sogenannte „Leichtfertigkeit“, sondern gilt einer „gefallenen stolzen Jungfer“.

Der Grund für die „Rüge“ liegt - wie auch in späteren „Haberfeldtreiben“ - im „Standesunterschied“ zwischen dem „sündigen Mann“ und dem „leichtfertigen Mädchen“, in diesem Fall zwischen einem „Bauern“ und seiner „Dirn“

Persische Mönche schmuggeln Seidenraupen aus China

China - Persien * Um selbst Seide herstellen zu können, muss zunächst das Geheimnis der Seidenproduktion gelüftet und die nützlichen Seidenraupen beschafft werden.

Das gelingt zwei persischen Mönchen aus der christlichen Sekte der Nestorianer. Sie haben sich in China die notwendigen Kenntnisse angeeignet und schmuggelten nun Eier der Seidenraupe sowie Maulbeersamen in ihren hohlen Pilgerstäben. 

München hat 1.317.700 Einwohner

München * München hat 1.317.700 Einwohner. 

Die Münchner Brauersgattin „Kalteneckerin“ wird der „Hexerei“ bezichtigt

München * Eine Münchner Brauersgattin namens „Kalteneckerin“ wird der „Hexerei“ bezichtigt und die Brauerei „von Gerichts wegen“ geschlossen.

Hannes König und Gudrun Köhl gründen die „​Münchner Volkssängerbühne

München * Hannes König gründet zusammen mit Gurdun Köhl die „​Münchner Volkssängerbühne".

Hubert Herkomers Bild „Nach des Tages Arbeit“ entsteht

England * Hubert Herkomers Bild „Nach des Tages Arbeit“ entsteht.

Es zeigt bayerische Bauern, die von der Feldarbeit nach Hause kommen.

Die Landeshauptstadt München kauft das Karl-Valentin-Geburtshaus

München-Au * Weinbergers Familienbesitz in der Zeppelinstraße 41 geht an die Landeshauptstadt München über.

Johann Ignaz Ridler baut ein Schloss südlich des „Preysing-Schlosses“

Haidhausen * Der „Landschaftszinsmeister“ Johann Ignaz Ridler von Johanneskirchen erwirbt das Gut südlich des „Preysing-Schlosses“ in Haidhausen und erbaut ein Schlösschen mit vier flankierenden spitzen Ecktürmen, das im Volksmund den Namen „Ridlerschlössl“ erhält.

Die Stadtgemeinde erwirbt das Anwesen des „Salzburger Hofes

München-Haidhausen * Die Stadtgemeinde erwirbt das Anwesen des „Salzburger Hofes" an der Rosenheimer Straße 1.

Gründung der „Tivoli Handels- und Grundstücks AG“

München-Englischer Garten - Tivoli * Aus der „Kunstmühle Tivoli Aktiengesellschaft“ geht die „Tivoli Handels- und Grundstücks AG“ hervor.

Ignaz Mayer gewährt der königlichen „Centralkasse“ 100.000 Gulden

München * Ignaz Mayer gewährt der königlichen „Centralkasse“ in den Jahren 1807 und 1808 Anleihen in Höhe von 100.000 Gulden.

Beim „Kölner Krieg“ nimmt Johann Tserclaes Graf von Tilly teil

Köln * Beim „Kölner Krieg“ nimmt Johann Tserclaes Graf von Tilly als „Fähnrich“ eines wallonischen Regiments teil.

Die „Franziskaner“ kommen wahrscheinlich nach München

München-Angerviertel * Historisch gesichert ist, dass die „Franziskaner“ vor dem Jahr 1257, wahrscheinlich um 1240, nach München kommen und am „Anger“, damals noch außerhalb der Ansiedelung Heinrichs des Löwen, ihr Klösterl errichten können.

In der von den „Franziskanern“ in den 1250er Jahren errichteten und genutzten Kirche können die Münchner Gläubigen an den Festen des heiligen Franziskus, des heiligen Antonius, der heiligen Klara und am Jahrestag der Kirchweihe einen „Ablass“ erlangen.

Das erste vollautomatische Großstadtwählamt Europas in Schwabing

München-Schwabing * Das in Schwabing befindliche erste vollautomatische Großstadtwählamt Europas macht eine Vielzahl von Vermittlungskräften überflüssig.

Die Eröffnung des „Selbstwählamtes“ führt zu Protesten.
In einem Gutachten äußert ein Münchner Arzt, „dass durch das Wählen die Fernsprechteilnehmer eine Schädigung ihres Nervensystems erfahren würden“.

Die Aufregung legt sich erst, nachdem die „Telephonabonnenten“ die Vorteile des Selbstwählens erkannt haben. 

Gründung des „Ordens der Reuerinnen der Heiligen Magdalena“

Rom-Lateran * Mit der Gründung des „Ordens der Reuerinnen der Heiligen Magdalena“ wird den „Prostituierten“ die Möglichkeit eröffnet, in ein „sündenfreies Leben“ zurückzukehren. 

Der „Kirchenlehrer“ Aurelius Augustinus beschäftigt sich mit den „Hexen“

Algerien * Aurelius Augustinus, einer der vier lateinischen „Kirchenlehrer“ der Spätantike, hat sich bereits im frühen 5. Jahrhundert mit dem beschäftigt, was wir heute unter den Begriffen „Hexe“ und „Schadenszauber“ verstehen.

Es geht ihm aber weniger um die Angst vor einer „schädlichen Magie“, sondern vielmehr darum, den christlichen Glauben von allen Verunreinigungen durch den „heidnischen“ und „abergläubischen“ Irrglauben zu reinigen.

Augustinus will die „absolute Überlegenheit“ des katholischen Christentums propagieren und deutet deshalb die heidnischen Götter und Göttinnen zu „teuflischen Dämonen“ um, die „Luzifer“ hierarchisch unterstellt wären.

Wer also in diesem Sinne „Magie“ betreibt, macht sich automatisch des „Teufelspaktes“ schuldig. 

Die Seidenraupenzucht verbreitet sich bis Frankreich

Griechenland - Süditalien - Frankreich * Die Seidenraupenzucht verbreitet sich um das Jahr 1000 von Griechenland aus nach Süditalien, Sizilien und Frankreich.

München hat 1.298.000 Einwohner

München * München hat 1.298.000 Einwohner. 

Herzog Wilhelm V. lässt in der „Herzog-Max-Burg“ Wein anpflanzen

München-Kreuzviertel * Herzog Wilhelm V. lässt im Hofgarten der späteren „Herzog-Max-Burg“ Wein anpflanzen.

Der daraus gekelterte Wein soll in manchen Jahren „bey 50 Eimer gehabt haben“ (= ca. 3.200 Liter).

Die Familie Ridler erhält die „Niedergerichtsbarkeit“ für das „Ridlerschlößl“

Haidhausen * Die Familie Ridler erhält die „Edelmannsfreiheit“ genannte „Niedergerichtsbarkeit“ für das „Ridlerschlößl“ in Haidhausen.

Verbreiterung der Rosenheimer Straße

München-Haidhausen * Im Zuge der Erweiterung des Rosenheimer Berges zum Zubringer der "Autobahn München - Landesgrenze" müssen das "Gasthaus zum Salzburger Hof" und der "Stadtkeller" mit seiner lang gestreckten Fasshalle abgetragen werden.

Faulhaber: „Die Königstreue - sie steht unter Gottes Geboten“

München * Michael von Faulhabers Buch „Das Schwert des Geistes“ erscheint. Darin finden sich so abenteuerliche Sätze wie: „Die Königstreue - sie steht unter Gottes Geboten“.

Das „Panorama“ an der Theresienstraße 78 wird abgerissen

München-Maxvorstadt * Das „Panorama“ an der Theresienstraße 78 wird abgerissen.

Die Isar hat sich eingegraben

Isar * Die Isar hat sich seit der Flussregulierung der Jahre 1806 bis 1812 so eingegraben, dass das Flussbett von 44 auf 60 Meter verbreitet werden muss.

Die „Franziskaner“ dürfen Nutznießer von Vermögen und Grundstücken sein

Rom-Lateran - München * Papst Nikolaus III. entscheidet, dass der Orden der „Franziskaner“ Nutznießer von Vermögen und Grundstücken sein dürfen.

Nun gehen auch die Münchner „Barfüßer“ allmählich zu einer abgemilderten Praxis des Besitzes über und nehmen bewegliches und unbewegliches Eigentum für ihr Kloster an.

Nach der Auffassung des höchsten Kirchenvertreters verletzen die „Franziskaner“ ihr Armutsgelübde dadurch nicht, da ja letztlich er, der Papst, der eigentliche Eigentümer sei.

Das „Kaffeehaus“ an der „Hofgartenmauer“ wird aufgestockt

München-Graggenau * Giovanni Pietro Sarti darf sein „Kaffeehaus“ an der „Hofgartenmauer vor der Reitschule“ um ein Stockwerk erhöhen. 

Almon B. Strowger meldet den „Hebdrehwähler“ zum Patent an

Cansas City * Almon B. Strowger meldet einen sogenannten „Hebdrehwähler“ zum Patent an.

Den Anstoß zur Entwicklung eines automatisierten Vermittlungssystems gibt eine Telefonistin. 

Nach einer gerne erzählten Anekdote ärgerte sich der Bestattungsunternehmer Almon B. Strowger aus Cansas City über ein ihm missgesonnenes „Fräulein vom Amt“.
Die Bedienkraft in der Telefonvermittlung vermittelte potenzielle Kunden grundsätzlich an Konkurrenzunternehmen des Herrn Strowger.

Kein Wunder, dass der Bestattungsunternehmer alles daran setzte, einen Vermittlungsapparat zu entwickeln, der ihn von menschlichen Einwirkungen unabhängig und die ungeliebte Telefonistin überflüssig machen würde. 

Das „Augsburger Stadtrecht“ und die Prostitution

Augsburg * Das „Augsburger Stadtrecht“ unterstellt die „varnden freulin“ der Rechtsaufsicht des „Henkers“.  

  • Dieser Schritt bedeutet einerseits, dass sich die „Reichsstadt Augsburg“ mit der ständigen Anwesenheit der „Prostituierten“ abgefunden hat und  
  • andererseits sind die Augsburger „Dirnen“ - welch ein Fortschritt - nicht mehr „rechtlos“, sondern einem „Sonderrecht“ unterworfen und  
  • können sich bei Willkürentscheidungen des „Henkers“ an den „Vogt“ als Schiedsinstanz wenden. 

Der Begriff Hexe leitet sich vom althochdeutschen Hagazussa ab

Europa * Der Begriff Hexe taucht in unseren Breitengraden erst vor gut tausend Jahren auf und dürfte sich vom althochdeutschen „hagazussa“ ableiten. Das lässt sich  mit „Geist oder Mensch, der in der Hecke wohnt oder sitzt“ [hag = Hecke, zussa = sitzend] übersetzen. 

Von der Zucht der Seidenraupe und der Verarbeitung der Seide

Regensburg * Der Regensburger Domherr Konrad von Mergenberg beschreibt die Zucht der Seidenraupen und die Verarbeitung der Seide.

Dort heißt es: „Solche Raupen werden auch an manchen Orten Deutschlands gezüchtet und besonders in unserer königlichen Stadt Regensburg. Aus der Seide dieser Raupen werden aber in höherem Maße Frauenschleier gewebt als andere Seidenstoffe“

München hat 1.266.100 Einwohner

München * München hat 1.266.100 Einwohner. 

Die „Stadtschreiberei“ und das „Amt für Goldwäscherei“ ziehen ins Tal

München-Graggenau * Die „Stadtschreiberei“ und das „Amt für Goldwäscherei“ ziehen in das „Ridlerhaus“ im Tal um.

Der „Weinstadel“ bleibt im Haus Dienerstraße 20/ Burgstraße 5.

Planungen für den westlichen Erweiterungstrakt des „Neuen Rathaues“

München-Graggenau * Die Planungen für den westlichen Erweiterungstrakt des „Neuen Rathaues“ werden in Angriff genommen.

Die „Hausnummern“ werden eingeführt

München * Die „Hausnummern“ werden in München eingeführt.

Das „Ridlerschlössl“ wird an die Comtesse de Hautfort verkauft

Haidhausen * Für den Preis von 10.000 Gulden geht das „Ridlerschlößl“ in Haidhausen an die Comtesse de Hautfort, eine geborene Bavière, über.

Die „Isar-Amper-Werke Elektrizitäts AG“ schließen die letzte Baulücke

München-Maxvorstadt * Die „Isar-Amper-Werke Elektrizitäts AG“ schließen die letzte Baulücke an der Richard-Wagner-Straße 1.

Die „Eberlbrauerei“ und der „Faberbräu“ werden gegründet

München-Angerviertel * Die „Eberlbrauerei“ und der „Faberbräu“ werden gegründet.

Ihre Sud- und Schankstätten befinden sich in der Sendlinger Straße.

Arnold Zenetti wird Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr

München * Stadtbaurat Arnold Zenetti wird Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr München.

Das ehemalige „Frauenhaus“ (Stadtbordell) wird abgerissen

München-Angerviertel * Das ehemalige „Frauenhaus“ (Stadtbordell) wird abgerissen.

An seiner Stelle entsteht der Bau der „Städtischen Hauptfeuerwache“.

Christian August Ernst kauft die Gaststätte „Zum Tivoli“

München-Englischer Garten - Tivoli * Christian August Ernst kauft die Gaststätte „Zum Tivoli“ und verpachtet sie an den bisherigen Besitzer.

Sempers Opernpläne werden für das neue Dresdner Hoftheater verwendet

Dresden * Die Theater-Pläne von Gottfried Semper werden - mit geringfügigen Änderungen - für das neue Dresdner Hoftheater verwendet. Gottfried Sempers Sohn Manfred führt den Bau in den Jahren 1871 bis 1873 aus. Und so entsteht der heute weltberühmte Opernbau - an anderer Stelle - doch noch.

Piaggino will ein „Arbeitshaus für beschäftigungslose Menschen“ errichten

München - Au * Auf Initiative des „Hofkammerrats“ Piaggino soll in München ein „Arbeitshaus für beschäftigungslose arme Menschen“ errichtet werden. 

Doch staatliche und städtische Stellen wollen kein Geld für dieses Projekt bereitstellen. 

Stattdessen wird Piaggiono aufgefordert, selbst einen Vorschuss in Höhe von 8.000 Gulden zu leisten.
Als Gegenleistung soll er die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über alle Gewinne der Anstalt haben. - Und natürlich auch für alle Verluste haften.

Herzog Wilhelm V. muss erneut um die Übernahme seiner Schulden bitten

München * Herzog Wilhelm V. muss den „Landtag“ erneut um die Übernahme seiner Schulden in Höhe von 1.300.000 Gulden bitten.

Am Klosterneubau der „Franziskaner“ wird gearbeitet

München-Graggenau * An dem von Herzog Ludwig „dem Strengen“ finanzierten Klosterneubau der „Franziskaner“ wird gearbeitet.

Er entsteht auf dem weitläufigen Wiesengrund bei einer bereits bestehenden „Agneskapelle“, die den Kern der neuen Klosteranlage bildet und in der die Familie Haslang von jeher ein Begräbnisrecht hat.

Der Klostergrund umfasst das Gebiet des heutigen „Residenz-“ und „Nationaltheaters“, einschließlich dem vorgelagerten „Max-Joseph-Platz“.

Kaffee als Ursache für viele körperliche Erschlappungen und Gebrechen

München * Nach Meinung des Lorenz von Westenrieder ist „der allgemeine Gebrauch des Kaffees unstreitig die Ursache für so viele körperliche Erschlappungen, Gebrechen und Schwachheiten, auch für die Hämorrhoiden“

Umherziehende „Lustdirnen“ in Landshut

Landshut * Die umherziehenden „Lustdirnen“, die später oft noch als „Fahrende Fräulein“ bezeichnet werden, werden in Landshut der Gruppe der „Fahrenden“ zugeschlagen.  

Sie sind zwar geduldet, aber dennoch missachtet, weshalb sich ihre Häuser am äußeren Stadtrand befinden. 

Das Regensburger Fernhandelshaus Runtinger kauft Seide

Regensburg * Das Regensburger Fernhandelshaus Runtinger kauft seit dem Jahr 1383 griechische und syrische Seide roh, gesponnen oder als fertiges Gewebe in Venedig ein. 

München hat 1.185.421 Einwohner

München * München hat 1.185.421 Einwohner. 

München zählt achtzig Brauereien

München * Mit 74 bürgerlichen Brauereien - plus 6 Klosterbrauereien - erreicht man den Höchststand in der Geschichte Münchens.

Hubert Herkomer malt ein gewaltiges Gruppenbild

München-Lehel * Hubert Herkomer malt ein gewaltiges Gruppenbild mit dem Titel „Die Magistratssitzung“.

Es wird auf der ersten Ausstellung der „Münchner Secession“ gezeigt.

Liesl Karlstadt wird im „Valentin-Karlstadt-Musäum“ angemessen gewürdigt

München-Graggenau - München-Angerviertel * Liesl Karlstadt wird im „Valentin-Karlstadt-Musäum“ angemessen gewürdigt.

Valentins kongeniale Partnerin erhält ein „Liesl-Karlstadt-Kabinett“.

Dr. Sieber wird neuer Besitzer des „Ridlerschlössls“

Haidhausen * Der „Landgerichts-Physikus“ Dr. Sieber wird neuer Besitzer des in Haidhausen gelegenen „Ridlerschlössls“.

Der Umbau der E.ON-Verwaltung an der Brienner Straße beginnt

München-Maxvorstadt * Ein umfassender Umbau des Verwaltungsbau-Komplexes der E.ON an der Brienner-/Ecke Richard-Wagner-Straße beginnt.

Nach Abbrucharbeiten entsteht ein neues viergeschossiges Bürogebäude, das diagonal auf eine erdgeschossige „Hofplatte“ gestellt wird. Durch die Schrägstellung des Gebäudes entstehen zwei Freiräume.

Ein überdachter ganzjährig nutzbarer, 950 qm großer Innenhof, die sogenannte „Piazza“. Auf der anderen Seite des Gebäudes entsteht ein Garten.

Unter der „Hofplatte“ liegen die „Tiefgarage“, das „Archiv“ und die „Technikräume“.

Johann Paul Reiz wandelt seine Malztenne in einen „Komödienstadl“ um

München-Hackenviertel * Johann Paul Reiz, der Besitzer des „Faberbräu“ in der Sendlinger Straße, wandelt seine Malztenne in einen „Komödienstadl“ um.

Arnold Zenetti beantragt die Aufstellung einer „Berufsfeuerwehr“

München * „Stadtbaurat“ Arnold Zenetti beantragt die Aufstellung einer „Berufsfeuerwehr“.

Die Isar hat sich bereits in die „Flinzschicht“ eingegraben

München * Die Isar hat sich in die „Flinzschicht“ eingegraben. 

Die Eintiefung beträgt 8,5 Meter.

König Ludwig I. lässt Nanette Kaula für die „Schönheiten-Galerie“ malen

München * König Ludwig I. lässt Nanette Kaula als 17-jährige für die „Schönheiten-Galerie“ malen.

Sie trägt einen goldenen Pfeil in ihren dunklen Haaren.

Josef Fischer gewinnt die Rennstrecke „Paris - Roubaix“

Paris - Roubaix * Der „Westendler“ Josef Fischer gewinnt die damals zum ersten Mal ausgetragene Rennstrecke „Paris - Roubaix“ und ist bis heute der einzige deutsche Sieger.

Der Münchner bekommt damals 1.000 Francs Siegprämie, das Siebenfache eines durchschnittlichen Monatslohns, für die Schinderei durch das ärmliche Nordfrankreich, das man schon „Hölle des Nordens“ nannte, bevor sich der erste Radrennfahrer über die armseligen Sträßchen kämpfte.

Erbprinz Maximilian I. ist als Vertreter in Regierungsangelegenheiten tätig

München * Der 20-jährige Erbprinz Maximilian I. ist als Vertreter seines Vaters Herzog Wilhelm V. in Regierungsangelegenheiten tätig.

Zwei „Franziskaner-Klöster“ auf Münchner Stadtgebiet

München-Graggenau - München-Angerviertel * Die beginnende Erweiterung Münchens auf den sechsfachen Umfang des befestigten Marktes Heinrichs des Löwen führt zur Verlegung des „Franziskanerklosters“ nördlich der herzoglichen Burg.

Besondere Unterstützung findet der Neubau des „Franziskaner-Klosters“ durch die Familie der Sendlinger, die eigentlich an der Errichtung eines „Klarissenklosters“ interessiert ist.
Sie kauft den „Barfüßern“ deshalb das bestehende „Angerkloster“ weit über seinen Wert um 800 Pfund Pfennigen.

Damit können die „Klarissen“ aus dem Kloster Söflingen, also Nonnen des „Zweiten Ordens“ der „Franziskaner“, das verlassene Kloster „St. Jakob am Anger“ übernehmen.

Giovanni Pietro Salti setzt Aloysia Lampert als Erbin ein

München * Der unverheiratete „Kaffeeschenk“ Giovanni Pietro Sarti beerbt durch ein Testament seine Haushälterin Aloysia Lampert. 

Wegen Überlastung schmoren die Sicherungen durch

Berlin - Karlsruhe * Ein Firmenkonsortium unter der Leitung der Firma „L. Loewe & Co“ erhält den Auftrag über eine „Ortsvermittlungsstelle für Wählbetrieb“

Der Fabrikationsauftrag für die Herstellung der „Strowger-Wähler“ und damit die Lizenz wird den zum „Loewe-Konzern“ gehörenden „Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken Berlin - Karlsruhe“ übertragen.

Diese verfügen über entsprechend ausgebildetes Personal und über moderne feinmechanische Werkstätten.
Die Erfahrung im Umgang mit elektrischen Schaltungen steuern Mitarbeiter der „Firma Siemens & Halske“ bei.

Da alle angeschlossenen Teilnehmer sofort nach Inbetriebnahme der neuen Vermittlungsstelle ihren eigenen „Fernsprech-Selbstwählanschluss“ ausprobieren wollen, schmoren in der Folge von Überlastung und Blockade der Wähler in den ersten Betriebsstunden ständig die Sicherungen durch.

Empörte Teilnehmer stürmen daraufhin das Dienstgebäude.
Erst als diese wieder besänftigt waren, gelingt es dem Wartungspersonal die Schwachstellen des Systems abzustellen.
Seither arbeitet die Anlage störungsfrei. 

„Schloss Biederstein“ wird von den wittelsbachischen Erben veräußert

München-Schwabing * Zur besseren wirtschaftlichen Verwertung wird die 250 Tagwerk [= ~53.000 Quadratmeter] große Immobilie um das „Schloss Biederstein“ von den wittelsbachischen Erben veräußert.  

Die „Firma Heilmann & Littmann“ erhält den Auftrag zum Verkauf. 

Eliza [= Lola Montez] und ihr Ehemann Thomas James reisen nach Indien

England - Indien - England * Eliza [= Lola Montez] und ihr Ehemann Thomas James brechen in Richtung Indien auf.  

Kaum in Indien angekommen, verlässt Eliza ihren Mann und segelt nach England zurück, um dort einen Neuanfang zu versuchen.  
Ihre Ehe wird anno 1842 aufgelöst. 

„Der Stern“ beherbergt Münchens erstes erwähntes Bordell

München-Kreuzviertel * Eine Frau Aerdingerin verkauft ihre Häuser mit dem Hausnamen „Venediger“ und „Der Stern“, die beide „in unserer Frauen-Pfarrei an der Ringmauer, bei unserer Herren Thor [= Schwabinger Tor] gelegen“ waren. Die Häuser standen entweder auf dem Gebiet der heutigen Theatinerkirche oder am Salvatorplatz. 

  • Im Haus „Venedig“ ist vermutlich ein ehemaliges Hospiz für Venedig-Fahrer untergebracht;  
  • der „Stern“ beherbergt Münchens erstes erwähntes Bordell, das als Privatunternehmen geleitet wird. 

Thomas von Aquin beschäftigt sich mit dem „Teufelspakt“

Italien * Thomas von Aquin greift die Ideen des „Kirchenlehrers“ Aurelius Augustinus aus dem frühen 5. Jahrhundert wieder auf und entwickelt die weitreichende Theorie des „explizit“ [= ausdrücklich] und „implizit“ [= stillschweigend] geschlossenen „Teufelspaktes“, nach dessen Abschluss die Dämonen dem „Magier, Zauberer oder Wahrsager“ hilfreich zur Seite stehen.

Neben seiner Lehre vom „Teufelspakt“ spekuliert Augustinus darüber, ob der Geschlechtsverkehr zwischen Frau und Dämon möglich sei und ob daraus Nachwuchs hervorgehen könne.

Auch Thomas von Aquin vertritt die Auffassung, dass es zwischen Menschen und Dämonen zu Sexualkontakten kommen kann.  
Da aber alle „Schöpferkraft“ nur bei Gott liegt, können sie keine Kinder zeugen.

Deshalb muss der Dämon zuerst in Gestalt einer „succuba“ [= weiblicher, unten liegender Dämon] einem Mann den Samen entziehen, um ihn dann in Gestalt eines „incubus“ [= männlicher, oben liegender Dämon] einer Frau einzupflanzen.

Diese Theorie wurde ebensolange diskutiert wie die Frage, ob solche im Prinzip vom Menschen abstammenden Kinder eine zu taufende „Seele“ hätten oder nur „teuflische Wechselbälger“ seien.

Ja, mit so einem Unsinn können sich intelligente Menschen scheinbar intensiv beschäftigen. 

Die Araber führen die Produktion von Seide in Spanien ein

Spanien * Die Araber führen die Seidenproduktion in Spanien ein.

Aber selbst im 15. Jahrhundert wird noch immer die Seide aus China importiert, weil diese als hochwertiger gilt und die europäischen Fabrikate den Bedarf nicht decken können. Man importiert jedoch hauptsächlich Rohseide, da es hier bereits genügend Arbeitskräfte zum Weben und Verarbeiten gibt. 

München hat 1.216.500 Einwohner

München * München hat 1.216.500 Einwohner. 

Feuchtfröhliche Turminspektion

München-Angerviertel * Als man den abgebrannten Turm der „Peterskirche“ inspiziert, trinken die Beauftragten 27 Mass Wein.

Liesl Karlstadt schließt sich den Soldaten eines „Gebirgsjägertrupps“ an

Ehrwald * Nach einer neuerlichen Krankheit sucht Liesl Karlstadt Erholung bei einem Bekannten in Ehrwald. 

Hier freundet sie sich mit den Soldaten eines „Gebirgsjägertrupps“ an, der auf der „Ehrwalder Alm“ stationiert ist. Besonders die Maultiere, die „Mulis“, haben es ihr angetan.

Die Soldaten nehmen Liesl Karlstadt in ihre Gemeinschaft auf, geben ihr den Namen „Gustav“ und ernennen sie zum „Obergefreiten“.

Zur „Hauptmannschaft Obergiesing“ gehören rechtsisarische Orte

Obergiesing * Zur „Hauptmannschaft Obergiesing“ gehören Haidhausen, die Au, Niedergiesing, Putzbrunn, Höhenkirchen, Bogenhausen und Obergiesing.

Der „Faber-Bräu“ wird mit der „Eberlbrauerei“ vereinigt

München * Der „Faber-Bräu“ wird mit der „Eberlbrauerei“ vereinigt.

Hauptamtliche „Feuerwehrmänner“ beziehen das „Hauptfeuerhaus“

München-Angerviertel * Zwölf hauptamtliche „Feuerwehrmänner“, ein „Telegraphist“ und ein „Oberfeuerwehrmann“ beziehen das „Hauptfeuerhaus“ am Heumarkt 13, dem heutigen Jakobsplatz.

Ziel und Zweck der „hauptamtlichen Wache“ ist:
„Bei jedem im Burgfrieden der Stadt München ausbrechenden Brande in möglichster Schnelligkeit nach der Brandstätte zu eilen, und ein dortselbst ausgebrochenes Schadenfeuer wo möglich im Entstehen zu unterdrücken, oder wenn dies nicht mehr möglich ist, zu versuchen, dasselbe so lange zu beschränken, bis die Abteilungen der freiwilligen oder der städtischen Feuerwehr zur Hilfe auf der Brandstätte erschienen sind“.

Gründung der „Anstalt für musikalisches Aufteilungsrecht“

Berlin * Gründung der „Anstalt für musikalisches Aufteilungsrecht“.

Ein Revolutionsweg zur Maffei-Fabrik wird angelegt

München-Schwabing - Hirschau * Ein Revolutionsweg von der Martiusbrücke zur Maffei-Fabrik quer durch die Seewiese (= Werneck-Wiese) wird angelegt.

Der jüdische Mitbürger Raphael Kaula wird in den Adelsstand erhoben

München * Der jüdische Mitbürger Raphael Kaula wird er mit dem „Ritterkreuz des Ordens der Bayerischen Krone“ dekoriert und wird damit als „Baron de Murat“ in den Adelsstand erhoben.

Die Neubauten für das „Franziskaner-Kloster“ sind vollendet

München-Graggenau * Die Neubauten für das „Franziskaner-Kloster“ sind vollendet.

Der Sohn des „Scharfrichters“ Johann Reichhart nimmt sich das Leben

München * Hans Reichhart, der 23-jährige Sohn des „Scharfrichters“ Johann Reichhart, nimmt sich das Leben.

Die Demütigungen die er ertragen musste und die Schande, die der Beruf des Vaters über die Familie gebracht hat, haben ihn verzweifeln lassen.

„Bruderschaft zur Verehrung der hl. fünf Wunden Jesu Christi“

München-Kreuzviertel * Die „Bruderschaft zur Verehrung der hl. fünf Wunden unseres Herrn Jesu Christi“ wird in die „Bürgersaalkirche“ verlegt.

Giovanni Pietro Sarti stirbt - Aloysia Lampert erbt

München-Graggenau * Giovanni Pietro Sarti stirbt unverheiratet. 

Seine Haushälterin „Madame“ Aloysia Lampert übernimmt sein „Kaffeehaus“ an der „Hofgartenmauer vor der Reitschule“

Das „Wählsystem 29“ kommt im Fernmeldenetz zum Einsatz

Deutsches Reich * Das mit dem kostengünstiger zu produzierenden Flachrelais ausgestattete „Wählsystem 29“ kommt im Fernmeldenetz zum Einsatz. 

Caspar von Schmid wird baierischer „Kanzler“

München * Caspar von Schmid wird baierischer „Kanzler“

Das Inventar aus den Schlössern „Biederstein“ wird versteigert

München-Schwabing * Das Inventar aus den Schlössern „Biederstein“ wird versteigert. 

Lola Montez befasst sich mit den modernen spanischen Tänzen

London * Eliza oder Betty James [= Lola Montez] befasst sich mit den damals modernen spanischen Tänzen und besucht einige Ausbildungsstunden bei einer Tanzlehrerin in London.  

Seit dieser Zeit gibt sie sich als spanische Adelige mit dem exotischen Namen „Maria de los Dolores Porrys y Montez” aus.

Bald stellten sich die ersten Verehrer aus den besten Londoner Kreisen ein und schon erscheint ihr Name in allen Zeitungen.  
Damit beginnt der Karriere-Stern der „Donna Lola Montez vom Teatro Real, Sevilla” zu leuchten.  

Das gebildete England begeistert sich seit den Dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts an Spanien und den von dort stammenden Tänzen. 

Das „Sternfrauenhaus“ heißt jetzt offiziell „Frauenhaus“

München-Kreuzviertel * Das „Sternfrauenhaus“ heißt jetzt offiziell „Frauenhaus“ und ist in städtischen Besitz übergegangen.  

Denn als „Frauenhaus“ bezeichnet man ein „Bordell“ nur dann, wenn es sich in städtischem oder landesherrlichem Besitz befindet. 

Ein Gutachten wertet alle Zauberei als „Götzen- und Teufelsanbetung“.

Paris * Ein Gutachten der Pariser „Theologischen Fakultät“ wertet alle Zauberei als „Götzen- und Teufelsanbetung“

Erste Versuche mit der Pflanzung von Maulbeerbäumen

Herzogtum Baiern * Bereits während der Regierungszeit des Baiernherzogs Albrecht V., wird in Altbaiern der Versuch unternommen, Maulbeerbäume anzupflanzen.

Nennenswerte Erfolge bleiben seinerzeit allerdings aus. Jedenfalls wird von einem nutzbringenden Erfolg später nicht mehr berichtet. 

München hat 1.234.692 Einwohner

München * München hat 1.234.692 Einwohner. 

Peter von Osterwald kauft einen Acker für ein „Observatorium“

Haidhausen * Peter von Osterwald kauft vom „Leprosenhaus“ einen Acker, um darauf ein astronomisches „Observatorium“ zu errichten.

Vom Weinanbau in der „Herzog-Max-Burg“

München-Kreuzviertel * Der Augsburger Patrizier Philipp Hainhofer berichtet vom Weinanbau in der „Herzog-Max-Burg“ folgendes:

„[...] haben Sie mir zur nachtmahlzeit zwo grosse Flaschen ihres [Münchner] gewächß geschickhet, als ein rotten, den Sie Rappes [Kräuterwein, Würzwein] nennen, und ein schiller [rosafarbener Wein], der so schön im glaß, als wannß ein Carfunkel were, und kein schönern Wein nie gesehen habe und ist nit nur schön, sondern auch guet darneben“.

Hubert Herkomer betreibt in Bushey, England, eine „Kunstschule“

Bushey * Hubert Herkomer betreibt in Bushey, England, eine „Kunstschule“.

Sie schließt 1904.

Carl Ungerer lässt sich das Doppelhaus Brienner Straße 38/40 erbauen

München-Maxvorstadt * Der Fabrikant Carl Ungerer lässt sich das hochherrschaftliche Doppelhaus an der Brienner Straße 38/40 erbauen. Architekt ist Eugen Drollinger. Carl Ungerer lebt hier bis 1905.

Der „Faber-Bräu“ und die „Eberlbrauerei“ wieder getrennt

Haidhausen * Der „Faber-Bräu“ und die „Eberlbrauerei“ gehen wieder getrennte Wege.

Aus der „ständigen Wache“ wird die „Berufsfeuerwehr“

München-Angerviertel * Die „ständige Wache“ wird in „Berufsfeuerwehr“ umbenannt.

Die Zensur in allen Bereichen des Theaterwesens

München * Eine nicht datierte Aktennotiz vermerkt:

Die „Zensur“ betrifft auch „das kleine Theaterwesen, die Varietées, Tingeltangel, Singspielhallen, Cabarets; ferner die Volkssänger, Komiker, Rezitatoren sind vermittels der Präventivzensur nach Möglichkeit in ordnungsgemäßen Bahnen zu halten, zumal da erfahrungsgemäß gerade auf diesem Weg die Kenntnis von Unsittlichkeiten und Unanständigkeiten aller Art in die breitesten Schichten der Bevölkerung getragen wird“.

Adrian von Riedl wird mit 59 Jahren in den Ruhestand versetzt

München * Adrian von Riedl wird mit 59 Jahren in den Ruhestand versetzt.

Trotz seines grünen Paradieses am Rande des „Englischen Gartens“ behagt ihm die Ruhe nicht, weshalb er den Bau einer Mühle plant.
Der an seinem Grundstück vorbeifließende „Eisbach“ mit einem Wasserdurchlauf von 22 Kubikmetern pro Sekunde erscheint ihm dafür ideal.

Johann Tserclaes Graf von Tilly tritt in kaiserliche Dienste ein

Wien * Johann Tserclaes Graf von Tilly tritt in kaiserliche Dienste ein und steigt bis 1605 zum „Feldmarschall“ auf.

Die neue Franziskaner-Klosterkirche „St. Franziskus“ wird eingeweiht

München-Graggenau * Die neue Franziskaner-Klosterkirche „St. Franziskus“ wird eingeweiht.

Die „Wiedereinführung der Todesstrafe“ wird diskutiert

Köln * Die „Wiedereinführung der Todesstrafe“ wird diskutiert.

Der gewesene „Scharfrichter“ Johann Reichhart meldet sich zu Wort und wird vom in Köln gegründeten „Verein zur Wiedereinführung der Todesstrafe e.V.“ zum Ehrenmitglied ernannt.

Im Kaffeehaus gibt es Erfrischungen aller Art

München-Graggenau * In einer Stadtbeschreibung wird über das Treiben im „Hofgarten“ folgendes berichtet: 

„Hier wird an Sonn- und Feiertagen jeder neue Putz zur Schau getragen, hier ist der offene Markt der Reize, hier wird geschmachtet, geseufzt, getändelt und geliebäugelt. [...]  
Zuckerwerk und andere Näschereien werden feilgeboten, das außen angebaute Kaffeehaus reicht Erfrischungen aller Art“

Aufbau eines zukunftsorientierten internationalen Fernmeldenetzes

Bundesrepublik Deutschland * Nach dem Zweiten Weltkrieg geht es an den Aufbau eines zukunftsorientierten internationalen Fernmeldenetzes. 

Ein wichtiger Schritt dazu ist das „Edelmetall-Motordrehwähler-System“ der Firma „Siemens“.

Dem elektromagnetischen folgt das „Elektronische Wählsystem“, das zum digitalen System führt. 

Das alte „Schloss Biederstein“ wird durch Bomben zerstört

München-Schwabing * Das alte „Schloss Biederstein“ wird durch Bomben größtenteils zerstört. 

Das „Stern-Frauenhaus“ besteht aus einer „Frauenmeisterin und 6 Dirnen“

München-Kreuzviertel * Das „Frauenhaus Der Stern“ besteht aus einer „Frauenmeisterin und sechs Dirnen“.

Seit der Gründung des „Frauenhauses am Anger“ (1437) heißt das „Bordell“ am Schwabinger Tor „das alt Frauenhaus“

„Magie“ kann immer nur mit Hilfe des Teufels ausgeübt werden

Paris * „Magie“, so ein Traktat, kann immer nur mit Hilfe des Teufels ausgeübt werden und ist deshalb als „Apostasie“ [= Abfall vom Glauben] und „Ketzerei“ [= das Abweichen von einer allgemein als gültig erklärten Meinung] zu bewerten. 

Das Haberfeldtreiben als einfältigen und tollen Spuk bezeichnet

Miesbach * Der Miesbacher „Landrichter“ schreibt, dass es sich bei einem „Haberfeldtreiben“ zwar um einen „einfaltigen und tollen Spuk“ handle, den aber „die Geistlichkeit als Strafe der Gefallenen gerne sieht“.

Es gibt sogar Geistliche, die sich gegen die eigene „kirchliche Obrigkeit“ wenden und „Schnaderhüpfel“ und so manchen „Haberervers“ dichten.
Diese sind in ihrer Ausdrucksweise schon nahe an der Pornographie. 

München hat 1.348.650 Einwohner

München * München hat 1.348.650 Einwohner. 

Hörspielserie „Familie Brandl“ mit Liesl Karlstadt im Radio

München * Jeden zweiten Samstag ist Liesl Karlstadt um 16:40 Uhr als „Frau Brandl“ in der Hörspielserie „Familie Brandl“ im Radio zu hören.

Die legendären Automobilrennen des Hubert von Herkomer

Deutschland - Österreich * Hubert von Herkomer betreibt in den Jahren 1905 bis 1907 legendäre Automobilrennen, die „Herkomerkonkurrenz“, die durch Deutschland und Österreich führt.

Wilhelm Reischl gehört die Doppelhaus-Villa Brienner Straße 38/40

München-Maxvorstadt * Neuer Eigentümer der Doppelhaus-Villa an der Brienner Straße 38/40 ist der „Fabrikant“ und „Leutnant a. D.“ Wilhelm Reischl.

Die „Eberl-Faber-Aktiengesellschaft“

München * Der „Faber-Bräu“ und die „Eberlbrauerei“ verschmelzen endgültig zur „Eberl-Faber-Aktiengesellschaft“.

Das Hauptfeuerhaus am Jakobsplatz wird aufgestockt

München-Angerviertel * Das Hauptfeuerhaus am heutigen Jakobsplatz wird aufgestockt.

Der „Münchner Volkssänger-Verband“ wird gegründet

München * Der „Verband zur Wahrung und Förderung der Interessen der Münchner Volkssänger“ wird gegründet.

Die Isar hat sich weiter in den Untergrund eingegraben

Oberföhring - Englischer Garten * Trotz der Aufweitung ihres Flussbetts im Jahr 1889 hat sich die Isar weiter in den Untergrund eingegraben.

Mit dem Bau des „Stauwehrs Oberföhring“ steigt der Wasserspiegel um vier Meter an.
Doch unterhalb des „Stauwehrs“ befindet sich fast kein Wasser mehr, weil 92 Kubikmeter Isarwasser in der Sekunde in den. „Isarkanal“ umgeleitet werden.

In der Folge sinkt der Grundwasserspiegel im nördlichen „Englischen Garten“, weshalb die alten Bäume reihenweise absterben.

Der Schwabinger Wirt Georg Ferstl kauft das „Murat-Schlössl“

München-Englischer Garten - Tivoli * Der Schwabinger Wirt Georg Ferstl kauft das „Murat-Schlössl“ und eröffnet darin seine Gaststätte „Zum Tivoli“.

Dort gibt es auch eine einfache Badeanstalt.
Im Winter wird die Wiese durch Spritzen zur beliebten Eislaufbahn.
Außerdem gibt es einen „Kaffeepavillon“ und ein Kinderkarussell. 

Damit wird Georg Ferstl „Tivoli“ ein beliebtes Ausflugslokal der Münchner.
Es besteht bis zum Jahr 1923.

Bald heißt auch die ganze Gegend ums Wirtshaus „Am Tivoli“.

Richard Wagners Musik wird konsumierbar gemacht

München * Das neu erwachte „Deutschland-über-alles-Selbstwertgefühl“ nach dem gewonnenen Krieg von 1870/71 sowie die „Reichsgründung“ haben in München schon zu Wagners Lebzeiten Vereine gründen lassen, die dieses Gefühl pflegen und hochhalten.

Und damit stehen Richard Wagners Kompositionen im Mittelpunkt des öffentlichen Musikinteresses.

Seine Musik wird konsumierbar gemacht; von der „Spieldose“ bis zum „mechanischen Klavier“. Neben „Volksliedern“, „patriotischen Hymnen“ und „Gassenhauern“ spielen „Kirmes-Orgeln“ auch „Wagner-Potpourris“.

Und selbst in den regelmäßig stattfindenden „Bierkonzerten“ erfreut sich ein „mehrere tausend Köpfe starkes Publikum“ an den von vierzig bis fünfzig Mann starken „Militärkapellen“ vorgetragenen Werken von Richard Wagner. Das „Vorspiel zu Parsifal“ oder Szenen aus „Rheingold“ beziehungsweise der „Walküre“ werden dargebracht und von den zechenden Besuchern mitgesungen.

Richard Wagner ist einfach zum „Popstar“ geworden. 

Eine Beschreibung Untergiesings

München-Untergiesing * Im „Münchner Fremdenblatt“ sind - 25 Jahre nach der Eingemeindung - über Giesing folgende Zeilen zu lesen: 

„(...) Viel berechtigter wäre der Ausspruch: „Die neue Wittelsbacherbrücke sei über die Isar gebaut, um bei ihrem prächtigen Anblick zu vergessen, welche Enttäuschung folgt, wenn man sie überschritten hat und sich einer Vorstadt nähert.

Da wir einmal auf dem Wege sind, wollen wir uns auf dem Schyrenplatz, so genannt zum Andenken der Wittelsbacher Ahnen, weiter wagen; denn es ist Schönwetter und die Police der Unfallversicherung in unserer Tasche.

Die Stadt hat aufgehört und liegt hinter uns - das Dorf beginnt, und zwar ein schmutziges Dorf.
Lassen wir den Tummelplatz des Rieser und niederbayerischen Federviehs (den Weideplatz der Martinsvögel, die jedoch hier zu jeder Zeit vertilgt werden, wenn sie nur 'gansln'), links liegen und haben wir die blauweiße Tafel passiert, auf der geschrieben steht „Gänsemarkt“, so kommen wir rechts vor dem Eingang in das eigentliche Giesing, an eine eigentümliche Fallgrube.

Auf unser Befragen hin wurde uns mitgeteilt, das sie die Universalabtrittsgrube der Adjazenten [= Anwohner] weit herum bilde, die in ihren Häusern des allernötigsten Rückzugsortes entbehren, der für alle zivilisierten Völker der notwendigste ist.
Gleich neben der Kommunegrube arbeitet die Wasserversorgungsanstalt, welche die Vorstadt mit filtriertem (?) Isarwasser beglückt.

Und wieder nur einen Schritt weiter kommen wir an eine Pfütze, an ein Stinkwasser, das von Zeit zu Zeit ein ärgeres Parfüm ausströmt, als alle Böcke von Bar el Maserim - und wahrhaftig diese stinken arg.
Giesing hat eine Gemeinschaft mit allen orientalischen Städten, nämlich: man soll sie von weitem anschauen, aber nicht hineingehen. [...]

Links ein eingeplankter Garten, rechts Holzhütten, in deren Vergleich die Troglodyten [= Höhlenbewohner] noch besser logiert haben, schließen eine Straße ein, zu deren Herstellung respektive Erweiterung schon längst hätte energisch vorgegangen werden müssen - wenn eben Giesing kein Stiefkind der Stadt wäre.

Einstimmig muß man von den Giesingern hören:
„Wir sind nur gut genug, Steuern und Abgaben zu bezahlen, im übrigen schert sich kein Mensch um uns“. [...]

In dem ganzen zur Stadt gehörigen Giesing ist mit Ausnahme der Tegernseer Landstraße kein Trottoir; bei jedem Regen stehen die Tümpel in den Straßen, die nach längerer Zeit die Luft verpesten und die Gesundheit schädigen.

Während in den übrigen Vorstädten die Nacht hindurch die bestimmten Gaslaternen noch Licht haben, ist diese Wohltat für die Giesinger nicht gegeben; um 1 Uhr nachts sind alle Lichter gelöscht - um diese Zeit hat eben der Giesinger nichts mehr auf der Straße zu suchen!“

Das „Franziskaner-Kloster“ liegt geschützt innerhalb der Stadt

München-Graggenau * Die Franziskaner-Klosterkirche „St. Franziskus“ wird dem heiligen „St. Antonius von Padua“ geweiht.

Durch den Bau der Ringmauer liegt das „Franziskaner-Kloster“ inzwischen geschützt innerhalb der Stadt.

DDR-Todesurteile werden mit der „Guillotine“ vollstreckt

Deutsche Demokratische Republik - DDR * In der „Deutschen Demokratischen Republik - DDR“ werden Todesurteile mit der „Guillotine“ vollstreckt.

Das „Briefgeheimnis“ scheint bei den Damen nicht sicher

München * Auch wenn der Arbeitsplatz der „Telephonistin“ früher als typischer Beruf für Mädchen aus gutem Hause gilt, so ist der Dienst am Klappenschrank ursprünglich eine männliche Domäne. 

Denn weder die „Königlich-bayerische Post“, noch die „Reichspost“ wollen etwas von Frauen in ihren Reihen wissen.

So erklärt der spätere „Reichspostminister“ Heinrich von Stephan, dass „keine Anstalten weniger als die Reichs-Verkehrsanstalten dazu geeignet sind, Frauen in Beschäftigung zu setzen“

Das „Briefgeheimnis“ scheint bei den Damen nicht sicher und für „gehobene Stellungen“ gelten Frauen sowieso als ungeeignet. 

Roderich Fick errichtet ein Gebäude für den „Beck-Verlag“

München-Schwabing * An Stelle des neuen „Schlosses Biederstein“ wird durch den Architekten Roderich Fick ein Gebäude für den „Beck-Verlag“ errichtet. 

Beseitigung dieser „Stätte der Unzucht“ gefordert und abgelehnt

München-Angerviertel * Der „Dekan“ von „Sankt Peter“, in dessen Pfarrei sich das „Haus des Scharfrichters“ und damit das „Stadt-Bordell“ liegt, fordert die Beseitigung dieser „Stätte der Unzucht“.  

Doch der Münchner Rat lehnt dieses Ansinnen mit dem Hinweis auf „das Herkommen und das Alter“ dieser Einrichtung kategorisch ab. 

Der nächste Schritt zur Kriminalisierung der „Magie“

Paris * Der nächste Schritt zur Kriminalisierung der „Magie“ kristallisiert sich zwischen 1400 und 1430 heraus und ist eine Folge der politisch motivierten „Magie- und Schadenszauberprozesse“ am französischen Königshof.

Eine neue Tätergruppe wird gefunden in den „gotteslästerlichen, die göttliche wie obrigkeitliche Ordnung verleugnende Ketzersekte der schadenstiftenden Hexen“, die sich zu ihren nächtlichen „Verschwörungsorgien“ an „heimlichen Orten“ auf „allerlei Fluggeräten“ auf den Weg machen.

Daraus leitet sich ab: der „Pakt“, die „Buhlschaft“, der „Flug“, der „Sabbat“ und der „Schadenszauber“.

Das ist der Beginn einer breiten „Hexenverfolgung“ in den Tälern der Westalpen. 

Die Gebrüder Bettaga wollen in München eine Seidenhandlung eröffnen

München * Die Gebrüder Bettaga bitten um Aufnahme als Bürger und wollen ebenfalls eine Seidenhandlung eröffnen. Und das, obwohl „ein Verschleiß in nicht katholischen Ländern besser ist“.

Sie begnügen sich jedoch nicht mit einem einfachen Geschäft, sondern errichten dazu eine Seidenspinnerei. Das Unternehmen soll „jährlich bis zu 7.000 Seelen, arme, meist junge Leuthe abrichten und ernehren, welche sonst dem müssiggang und Petl nachgehen“.

Die Bettegas führen das Geschäft ganze sieben Jahre. 

München hat 1.364.194 Einwohner

München * München hat 1.364.194 Einwohner. 

Josephine McDonald heiratet Willie Baker

<p><strong><em>USA</em></strong> * Josephine McDonald heiratet den Zugbegleiter Willie Baker, dessen Nachnamen sie zeitlebens behält.&nbsp;</p>

Hubert Herkomer wird in den deutschen Adelsstand erhoben

Berlin * Hubert Herkomer wird von Kaiser Wilhelm II. zum Ritter des Ordens Pour le Merite für Künste und Wissenschaft ernannt.

Ein neues Werk für die „Farbenfabrik Huber“ in Heimstätten

München-Haidhausen - Heimstätten * In Heimstätten entsteht ein neues Werk für die „Farbenfabrik Huber“.

Die „Ungerer-Villa“ gehört den „Amper-Werken Elektrizität AG“

München-Maxvorstadt * Die Herrschafts-Villa an der Brienner Straße 38/40 gehört den „Amper-Werken Elektrizität AG“.

Sechs „Filialwachen der Berufsfeuerwehr“ werden eingerichtet

München * Die Einrichtung von sechs „Filialwachen der Berufsfeuerwehr“ wird vom Magistrat beschlossen.

Die „Lustbarkeitssteuer“ wird in Deutschland eingeführt

Berlin * Die „Lustbarkeitssteuer“ wird in Deutschland eingeführt.

Der „Biedersteiner See“ ist eingetrocknet und halb verfüllt

Schwabing * Der „Biedersteiner See“ ist eingetrocknet und halb verfüllt.

Letzte Reste der Ludwig-II.-Denkmal-Anlage abgetragen

München-Au - München-Isarvorstadt * Die noch vorhandene Denkmal-Anlage auf der „Corneliusbrücke“ für König Ludwig II. wird - gegen Proteste der Bevölkerung - abgetragen.

Das „Franziskaner-Kloster“ wird ein Raub der Flammen

München-Angerviertel * Der Klosterbau der „Franziskaner-Ordensmänner“ wird ein Raub der Flammen.

Der Konvent der Theatiner zählt 23 Mönche.

München-Kreuzviertel * Der Konvent der Theatiner zählt nur mehr 23 Mönche. 

Aloysia Lampert verkauft ihr „Kaffeehaus an der Hofgartenmauer“

München-Graggenau * „Madame“ Aloysia Lampert verkauft ihr „Kaffeehaus an der Hofgartenmauer vor der Reitschule“ samt der „realen Kaffeeschenk- und Traiteurgerechtigkeit“ um 13.000 Gulden an Johann Nepomuk Schuster aus Friedberg und an seine künftige Ehefrau Nannette Keil, einer „Kammerdienerin“ der Kurfürstin-Witwe Maria Leopoldine. 

Bis dahin ist das „Fräulein vom Amt“ ist ein Mann

Deutsches Reich * Bis dahin ist das „Fräulein vom Amt“ ist ein Mann.
Erst ab jetzt wird verstärkt weibliches Personal für den „Fernsprechdienst“ eingestellt.

Aufgrund der steigenden Nachfrage bei den Telefonanschlüssen ist die Einstellung von Frauen ein betriebswirtschaftlicher Faktor, da die Lohnkosten der weiblichen Vermittlungskräfte um über 25 Prozent unter denen ihrer männlichen Kollegen liegen. 

Studentenwohnheime mit amerikanischen Spenden

München-Schwabing * An der Stelle des alten „Schlosses Biederstein“ entstehen - durch amerikanische Spenden - Studentenwohnheime. 

„Hexerei“ als eines der verabscheuungswürdigsten Verbrechen

Norditalien - Mittelitalien * Bernardino von Siena, ein „franziskanischer Bußprediger“, der später „heiliggesprochen“ wird, predigt auf seinen „Missionsreisen“ durch Nord- und Mittelitalien vehement gegen „Juden“, „Häretiker“, „Sodomiten“ und „Ehebrecher“.

Auch glaubt er, überall auf „magische Praktiken, Wahrsagerei, Zauberei und das Wirken von Dämonen“ zu treffen.
Er bezeichnet die „Hexerei“ als eines der verabscheuungswürdigsten Verbrechen, für dessen Duldung Gott die Menschheit hart bestrafe.

Seine Zuhörer fordert der „heilige Mann“ auf, die „Hexen, Wahrsager und Zauberer“ aufzuspüren und zu vernichten.
Seine Predigten enden regelmäßig in regelrechten Verfolgungen und Hinrichtungen.

Das „Verfolgunsgebiet“ ist so erweitert worden. 

Die Geistlichkeit unterstützt die Haberfeldtreiber

Aibling * In einem Protokoll vom Aiblinger „Landrichter“ heißt es über die Unterstützung des Pfarrers für das „Haberfeldtreiben“:

„[…] wo schon mehrere denselben diesen Herrn als eine Sünde sollen gebeichtet haben, und aber der Pfarrer ihnen erklärt hätte, dass es keine Sünde sey, das Laster zu bestrafen; ja man behauptet sogar, dass die Geistlichen […] öffentlich in Wirtshäusern oder vielmehr in ihren eigenen pfarrlichen Zechstuben Lobreden auf dieses Haberfeldtreiben machen und, was leicht zu vermuten ist, jeden Meineid deswegen absolvieren“

Die „Rosskastanie“ verbreitet sich über den ganzen Kontinent

Istanbul * Die „Rosskastanie“, der typische Münchner Biergartenbaum, gelangt von Istanbul nach Frankreich, von wo aus sie sich dann über den ganzen Kontinent verbreitet.

Hubert von Herkomer wird die „englische Ritterwürde“ verliehen

London * Hubert von Herkomer wird die „englische Ritterwürde“ verliehen.

Er darf sich jetzt Sir Hubert von Herkomer nennen.

Am „Marktbrunnen“ wird eine Glocke angebracht

München-Graggenau * Am „Marktbrunnen“ wird eine Glocke angebracht.

Mit ihr wird die „Marktzeit“ ein- und ausgeläutet.

Die „Amperwerke“ werden zum größten oberbayerischen Stromversorger

München-Maxvorstadt * Die „Amperwerke“ werden mit der übernahme der „Oberbayerischen Überlandzentrale - OBüZ“ zum größten oberbayerischen Stromversorgungsunternehmen, noch vor den „Isarwerken“.

Die katholische Kirche verlegt „Heiligenfeste“ und „Patrozinien“ auf Sonntag

Königreich Bayern * Auf Drängen der bayerischen Industrie verlegt die katholische Kirche zwei „Heiligenfeste“ und sämtliche „Patrozinien“ der Kirchen- und Ortspatrone auf Sonntage; drei „Marienfeiertage“ werden sogar ganz gestrichen.

Das „Sckell-Denkmal“ muss abgetragen werden

München-Englischer Garten - Schwabing * Das „Sckell-Denkmal“ am Südufer des „Kleinhesseloher Sees“ muss abgetragen werden.

Das aus „Grünkalkstein“ bestehende Denkmal ist schnell verwittert.

Der Bankier Christian August Erich kauft Johann Gradl die „Neumühle“ ab

München-Englischer Garten - Tivoli * Der aus dem Hessischen stammende „Großhändler und Banquiers“ Christian August Erich kauft Johann Gradl die „Neumühle“ um 41.000 Gulden ab.

Erich war unter anderem Mitinhaber einer „Walzmühle“ in Frauenfeld im Schweizer Kanton Thurgau.

In der „DDR“ wird die Todesstrafe abgeschafft

Deutsche Demokratische Republik - DDR * In der „Deutschen Demokratischen Republik - DDR“ wird die Todesstrafe abgeschafft.

Bis dahin wurden etwa 200 Todesurteile ausgesprochen und davon circa 130 vollstreckt.

Der Theatiner-Konvent umfasst dreißig Mitglieder

München-Kreuzviertel * Der Theatiner-Konvent umfasst dreißig Mitglieder. 

Der aus Einbeck stammende „Bierbrauer“ Elias Pichler kommt nach München

Einbeck - München * Der aus Einbeck - im hohen protestantischen Norden - stammende „Bierbrauer“ Elias Pichler wird vom baierischen Herzoghaus ans „Hofbräuhaus“ nach München angeworben, um hier ein Bier nach „ainpöckischer Art“ zu Brauen.

Bevor er seine Tätigkeit aufnimmt, muss er aber noch schnell zum katholischen Glauben konvertieren.

Er braucht zwar noch einige Experimente, aber dann gibt‘s statt des bis dahin gebrauten „Plempels“ ein würziges, süffiges und bekömmliches „Bockbier“ aus dem „Herzoglichen Hofbräuhaus“.

Das wird aber erst im Jahr 1614 sein. 

Der dreibändige Kommentar zum kurbaierischen Rechtswesen erscheint

München * Der dreibändige Kommentar zum kurbaierischen Rechtswesen und eine Historia des 17. Jahrhunderts des verstorbenen „Altkanzlers“ Caspar von Schmid erscheint. 

Die „Badeverordnung“ sieht ein generelles Badeverbot vor

München * Die für München geltende „Badeverordnung“ sieht ein generelles Badeverbot „außerhalb der Badeanstalten in fließenden oberirdischen Gewässern“ vor.  

Ausgenommen sind mehrere Abschnitte am Ostufer der Isar - vor allem im Süden der Stadt. 

Eine Verordnung zu „Glocken und Schellen an der Kleidung“

Nürnberg * Eine Verordnung befasst sich mit „Glocken und Schellen an der Kleidung“

Ein fünfbändiger Entwurf für einen „christlichen Idealstaat“

Savoyen * Herzog Amadeus VIII. von Savoyen, der spätere „Gegenpapst“ Felix V., lässt einen fünfbändigen Entwurf für einen „christlichen Idealstaat“ erarbeiten.

Darin dürfen keinerlei „Normverstöße“, erst recht keine „Gotteslästerung, Häresie und Zauberei“ geduldet werden.
Als weltlicher Herrscher führt er in seinem Herzogtum bereits schärfere Gesetze gegen „sittliche und religiöse“ Verstöße ein.

Dabei führt Herzog Amadeus - „der Friedfertige“ - das „inquisitorische Verfahren“ gegen „Ketzer“ wie gegen „Zauberer“ ein und ermuntert seine Amtsleute, mit „dominikanischen und franziskanischen Inquisitoren“ zusammenzuarbeiten. 

Öffnungszeiten des „Weinmarkts“ auf dem „Schrannenplatz“

München-Graggenau * Der „Weinmarkt“ wird jetzt jeden Montag und Dienstag auf dem „Schrannenplatz“ abgehalten.

Der Streit um die Heiligsprechung des Bischofs Benno von Meißen

Rom-Vatikan * Die Heiligsprechung Bischof Bennos von Meißen löst einen konfessionellen Streit aus.

Martin Luther verfasst eine Schrift mit dem Titel: „Wider dem neuwen Abgott und alltem Teuffel der zu Meyssen soll erhoben werden“.

Johann Peter von Langer erwirbt das Toerring-Seefeld‘sche „Salettl“

Haidhausen * Johann Peter von Langer, „Akademiedirektor“, erwirbt das Toerring-Seefeld‘sche „Salettl“ und baut es zum „Langer-Schlössl“ um.

Die „Isar-Amper-Werke AG“ entstehen durch Fusion

München-Maxvorstadt * Die „Amper-Werke“ und die „Isar-Werke GmbH“ fusionieren zu den „Isar-Amper-Werken AG“.

Damit endet für die „Isarwerke GmbH“, als sie dieses zunächst auf die „Isarwerke AG“ übertrug, die Teilnahme am operativen Geschäft.

Fortan halten die drei Familienstämme August und Wilhelm von Finck und Wilhelm Winterstein vom „Bankhaus Merck Finck“ zusammen etwa 90 Prozent der Anteile an einer „GmbH“, die als „Holdinggesellschaft“ der „Isar-Amper-Werke“ auftritt und auch Betreiber des „Atomkraftwerks Isar“ ist.

Der „Kaisergarten“ an der Lilienstraße 2 wird abgerissen

München-Au * Der „Kaisergarten“ an der Lilienstraße 2 wird abgerissen und dafür der heute noch bestehende Bau errichtet.

Das neue Wirtshaus trägt den Namen „Gasthaus & Singspielhalle zum Kaisergarten“.

Der Englische Garten verliert erneut Grund und Boden

München-Englischer Garten - Lehel * Durch den Bau des Hauses der Deutschen Kunst verliert der Englische Garten an seiner Südseite erneut Grund und Boden.

Ein Statutenentwurf zur Errichtung einer „Walz-Getreidemühle“

München-Englischer Garten - Tivoli * Christian August Erich legt König Ludwig I. einen Statutenentwurf zur Errichtung einer „Walz-Getreidemühle“ vor, die von einer Aktiengesellschaft betrieben werden, an der sich vornehmlich die ansässigen Müller beteiligen sollten.

„Korsettähnliche Unterkleider, die den Busen heben“

Straßburg * Eine Verordnung aus Straßburg dreht sich um „korsettähnliche Unterkleider, die den Busen heben“

Herzog Victor Amadeus I. siedelt den Theatinerorden in Turin an

Turin • Herzog Victor Amadeus I. von Savoyen siedelt den Theatinerorden in Turin an. Sie übernehmen die geistliche Erziehung der Herzogskinder Henriette Adelaide, Margarete Jolande und Carl Emanuel. 

Die Zahl der Mitglieder der „Weinschenkzunft“ wird begrenzt

München * Kurfürst Maximilian I. beschränkt die Zahl der Mitglieder der „Weinschenkzunft“ auf 24 „Weinwirte“ und 2 „Weinzäpfler“

Von den 24 festgesetzten „Weingasthöfen“ befinden sich alleine fünf in der Kaufingerstraße.

Heinrich Schobinger kommt in den Besitz des „Zaichingerhofes“

Bogenhausen * Heinrich Schobinger der Jüngere, Kaufmann, Waffenschmied von der Au, Inhaber zahlreicher Ämter der Münchner Bürgerschaft sowie der baierischen Herzöge und des Deutschen Kaisers, kommt durch Heirat mit Juliane Stadler in den Besitz des „Zaichingerhofes“ in Bogenhausen.

Der „Marktbrunnen“ trägt die Bezeichnung „Fischbrunnen“

München-Graggenau * Der „Marktbrunnen“ trägt die Bezeichnung „Fischbrunnen“, weil bei ihm der „Fischmarkt“ stattfindet.

Die „Isarwerke AG“ werden gegründet

München *Die Hauptgesellschafter der „Isarwerke GmbH“: Jakob Heilmann, das „Bankhaus Merck Finck & Co“ und Georg von Simson, Gesellschafter der „Danat-Bank – Darmstädter und Nationalbank“, gründen zum Zwecke des Betriebes des „Wasserkraftwerks Mühltal“ bei Schäftlarn die „Isarwerke AG“.

Faulhabers Kampf gegen die Geburtenkontrolle

Speyer * Der Bischof von Speyer, Michael von Faulhaber, bezeichnet die Empfängnisverhütung als „die eigentliche Todsünde unserer Zeit“. Er meint, dass sich „keine Religionsgemeinschaft [...] der Seuche des Geburtenrückgangs so kraftvoll erwehren [wird] wie die katholische Kirche“.

Das „Panorama“ an der Theresienhöhe 2a brennt ab

München-Ludwigsvorstadt * Das „Panorama“ an der Theresienhöhe 2a brennt ab.

Ausbau der „Omnibusstraße“ durch den „Englischen Garten“

München-Englischer Garten - Lehel - Schwabing * Ausbau der „Omnibusstraße“ durch den „Englischen Garten“ zwischen Martiusbrücke und Oettingnstraße.

Erstaufführung von Richard Wagners Opern

München-Graggenau * Erstaufführung von Richard Wagners Opern „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ sowie die erste vollständige Aufführung des „Ring der Nibelungen“ im Münchner „Hof- und Nationaltheater“.

Das „Bockbier“ wird ein eigener Rechnungsposten

München-Graggenau * Die von Elias Pichler kreierte neue „Bier-Spezialität“, das „Bockbier“, taucht bei allen Abrechnungen der Sudstätte als eigener Rechnungsposten auf. 

Kleidervorschriften in Speyer

Speyer * In Speyer erlässt der Rat eine Vorschrift über 

  • die „Zahl der Falten und Rüschen an den Schleiern“,  
  • die „Tiefe des Dekolletés“ und  
  • das „bartlose Gesicht der Männer“

Heinrich Institoris wird „Inquisitor der oberdeutschen Ordensprovinz“

Rom-Vatikan * Heinrich Institoris wird zum „Inquisitor der oberdeutschen Ordensprovinz“ ernannt.

Das ist das deutschsprachige Gebiet zwischen Böhmen und Frankreich, Vorderösterreich, der deutschsprachigen Schweiz und dem Elsass. 

Der „Fischmarkt“ findet auf dem heutigen „Viktualienmarkt“ statt

München-Graggenau - München-Angerviertel * Der „Fischmarkt“, der bisher am „Fischbrunnen“ auf dem „Schrannenmarkt“ abgehalten wurde, findet auf dem heutigen „Viktualienmarkt“ statt.

Die neue „Kirchenschule“ wird seiner Bestimmung übergeben

München-Haidhausen * Rechtzeitig zum Beginn des neuen Schuljahres wird das neue „Schulhaus an der Kirchenstraße“ seiner Bestimmung übergeben.

Ein Konsortium baut und betreibt das „Wasserkraftwerk Höllriegelskreuth“

Höllriegelskreuth * Der Münchner „Bauunternehmer“ Jakob Heilmann erbaut und betreibt in Zusammenarbeit mit dem befreundeten „Bankier“ Wilhelm von Finck, Mitinhaber des „Bankhauses Merck, Finck & Co.“ und Johannes Kaempf, „Vorstandsmitglied der Bank für Handel und Industrie“, der späteren „Danat-Bank“, das achte deutsche Drehstrom-Kraftwerk „Zentrale I“, das später „Wasserkraftwerk Höllriegelskreuth“ genannt werden wird.

Es ist bis 1940 in Betrieb und wird dann durch einen Neubau ersetzt.

Oskar Richard Moler übernimmt das „Gabriels Lichtspieltheater“

München-Au * Oskar Richard Moler übernimmt von Carl Gabriel das inzwischen in „Gabriels Lichtspieltheater“ umbenannte Kino an der Lilienstraße 2.

Das „Neue Schloss Biederstein“ wird abgerissen

München-Schwabing * Das „Neue Schloss Biederstein“ - von Leo von Klenze - wird abgerissen.  

Das Gelände um das „Schloss Biederstein“ wird als Bauland parzelliert. 

Umbenennung in „Kunstmühle Tivoli Aktiengesellschaft“

München-Englischer Garten - Tivoli * Die „Königlich Bayerische privilegierte Ludwigs-Walzmühl-Gesellschaft“ wird in „Kunstmühle Tivoli Aktiengesellschaft“ umbenannt.

Damit hat sich der Name des „Ausflugslokals Tivoli“ endgültig auf die ehemalige „Neumühle“ übertragen.

Das „Kaffeehaus an der Hofgartenmauer“ soll abgerissen werden

München-Graggenau * Luigi Tambosi und die Kurfürstinwitwe Maria Leopoldine sind sich handelseinig.
Er will ihr um 22.000 Gulden das „Kaffeehaus an der Hofgartenmauer vor der Reitschule“ abkaufen.

Dann erfahren sie, dass das „Kaffeehaus“ abgerissen und in den „Englischen Garten“ verlegt werden soll.

Die Niederlegung der Gebäude verzögert sich bis 1825.
So lange bleibt Maria Leopoldine Eigentümerin und Luigi Tambosi Pächter des „Kaffeehauses an der Hofgartenmauer vor der Reitschule“

Es kommt zur massenhaften Einstellung von Frauen bei der Post

Deutsches Reich * Es kommt zur massenhaften Einstellung von Frauen bei der Post.

Um eine klare Abgrenzung der Aufgabenbereiche zu schaffen, wird der „Telegraphendienst“ in seiner Gesamtheit von den männlichen Beschäftigten übernommen.
Damit kann der „Fernsprechdienst“ ausschließlich mit weiblichem Personal aufgebaut werden.

Die Frauen werden also für ein Arbeitsgebiet eingestellt, das dem direkten Vergleich mit der Arbeit der Männer entzogen ist.  Damit schließen die Männer eine Konkurrenz ihrer Berufszweige gegenüber den Frauen aus.

Sofort kommt es zur Aufspaltung des behördlichen Arbeitsmarktes in einen weiblichen - bis zum Jahr 1922 sogar laufbahnlosen [!] - Beschäftigungszweig und in männliche Berufsfelder mit vielfältigen Aufstiegsmöglichkeiten. 

Der Oberarmknochen des „heiligen Antonius von Padua“

München-Graggenau * Der Oberarmknochen des „heiligen Antonius von Padua“ wird in einem spätgotischen „Reliquiar“ gefasst. 

Die ältesten „Kleiderordnungen“ in „Altbaiern“ kommen aus Landshut

Landshut * Die sowohl ältesten als auch einzigen „Kleiderordnungen“ in „Altbaiern“, die nicht vom Fürsten, sondern vom Rat der Stadt erlassen wurden, enthält das „Landshuter Stadtbuch“.  

Neben „Kleidervorschriften“ befasst sich die Verordnung auch Fragen der Bewirtung der Gäste bei Hochzeiten sowie der Anwesenheit von Frauen am Wochenbett und Geschenke für das Taufkind und die Mutter.  

Obwohl Landshut in dieser Zeit in besonderer wirtschaftlicher Blüte steht, will der Rat der Stadt, dass sich die Bürgerin bescheidener kleidet.  

Den Landshuter Frauen ist verboten, Perlen, Samt, Gold, Goldstoffe und Hermelin zu tragen.  
Nur den „Reichen“ ist eine Goldborte „von der Breite eines kleinen Fingers“ um den Busen und am Mantel erlaubt.  
Bis auf wenige Knöpfe ist den Frauen jeglicher Silberschmuck an den Kleidern verboten.  

Es war eine reine „Luxusbeschränkung“, die noch kaum eine standesgemäße Trennung vorsieht.  
Es entsteht eher der Eindruck, dass diese Verordnung nur deshalb erlassen wurde, um den Ehemännern und Vätern den Kostenaufwand für die Einkleidung ihrer Frauen, Töchter und Söhne zu begrenzen. 

Die „Hexen-Verfolgungskampagne“ in der „Diözese Konstanz“

Konstanz * Die „Verfolgungskampagne“ des Heinrich Institoris, des „Inquisitors der oberdeutschen Ordensprovinz“, in der „Diözese Konstanz“ ist - nach seinen eigenen Angaben - erfolgreich verlaufen.

Zwischen 1481 und 1485 werden hier 48 Frauen als „Hexen“ hingerichtet. 

Die „Weingärten“ werden von feindlichen Truppen verwüstet

Kurfürstentum Baiern * In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges werden die „Weingärten“ oftmals von feindlichen Truppen verwüstet.

Bogenhausens erstes Adelsschlösschen

Bogenhausen * Auf einem Teil des Grundes des „Zaichingerhofs“ entsteht Bogenhausens erstes Adelsschlösschen.

Auf Befehl Adolf Hitlers werden 289 Bäume des „Englischen Gartens“ gefällt

München-Maxvorstadt * Auf Befehl Adolf Hitlers wird die Königinstraße zwischen der Von-der-Thann-Straße und der Veterinärstraße von 10 auf 30 Meter erweitert.

289 Bäume des „Englischen Gartens“ müssen deshalb gefällt werden.

Das Hotel Bayerischer Hof wird an die Vereinsbank verkauft

München-Kreuzviertel * Nach Joseph Anton Ritter von Maffei's Tod wird das Anwesen des Hotels zum Bayerischen Hof für 580.000 Gulden an die Bayerische Vereinsbank verkauft.

Einstellungsbedingungen für Frauen im Fernsprechdienst

München * Für Frauen im Fernsprechdienst gelten folgende Einstellungsbedingungen: 

  • „Die Bewerberinnen - Mädchen oder kinderlose Witwen - müssen
  • zwischen 18 und 25 Jahre alt sein, 
  • eine gute häusliche Erziehung erhalten und
  • sich sittlich tadellos geführt haben,
  • von entstellenden Gebrechen frei und
  • körperlich vollkommen gesund sein,
  • namentlich ein gutes Seh- und Hörvermögen sowie
  • normale Atmungswerkzeuge besitzen und
  • nicht zu Ohrenleiden, Nervosität und Bleichsucht neigen.
  • Zur Einstellung als Telegraphengehülfin ist im allgemeinen eine Körpergröße von mindestens 158 cm erforderlich.
  • Die Bewerberinnen dürfen keine Schulden haben.
  • Es können in der Regel nur solche Bewerberinnen angenommen werden, welche in dem Orte der Beschäftigung dauernd festen Familienanhalt durch nahe Verwandte haben und bei diesen wohnen.
  • Ausnahmen hiervon unterliegen der Genehmigung der Ober-Postdirektion. [...]  
  • Die Beschäftigung ist eine widerrufliche und gewährt keinen Anspruch auf Zulagen, Unterstützungen usw.
  • Die Verheiratung hat den Verlust der Stelle zur Folge.“

Neben den günstigen Lohnkosten werden die Damen auch wegen ihrer - als weibliche Sozialisation beschriebenen - geschlechtsspezifischen Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen, Aufmerksamkeit, Genauigkeit, Höflichkeit, Geduld, einfach „die ausgleichenden und vermittelnden Qualitäten der Frau“, eingestellt. Gerade in der Anfangsphase des Vermittlungsdienstes müssen die Frauen die Pannen, Störungen und Kapazitätsprobleme der Technik mit ihrer „natürlichen Veranlagung“ ausgleichen.

  • Sie kommen meistens aus gutem Hause,
  • sind unverheiratet,
  • besitzen eine ordentliche Schulbildung - zum Teil sogar mit Fremdsprachenkenntnissen - und
  • verfügen über einen einwandfreien Leumund.

Mit diesen Voraussetzungen garantieren sie ein adäquates Benehmen im Umgang mit den „sozial hochgestellten Telefonabonnenten“Aus einer Vielzahl von Bewerberinnen können die bestqualifiziertesten Frauen ausgewählt werden, die aufgrund ihrer Vorbildung, Sozialisation und Jugend als hoch motivierte Arbeitskräfte mit wenig anderen Berufs- oder Aufstiegschancen anerkannt sind. Die jungen Damen haben eine Aufnahmeprüfung in Rechnen, Geographie und Aufsatz zu absolvieren. Nach einer halbjährigen Probezeit müssen sie eine mündliche Prüfung ablegen und praktisch beweisen, dass sie Telefon- und Telegrafenapparate bedienen können.

Die Tätigkeit in der Telefonvermittlung wird jetzt als dauerhafte Beschäftigung für Frauen verstanden. Wie schwer der Beruf der Telefonistin war, hängt von einer Reihe von Faktoren ab, beispielsweise von der Größe der Stadt und der Art der Vermittlungsstelle. Die Arbeit einer Ortsvermittlungskraft gilt als monoton und - darüber sind sich die Arbeitsmediziner einig - stellt hohe Anforderungen an das Nervensystem. „Eine über mehrere Jahre tätige Telephonistin musste einfach hysterisch werden“.

  • Die wöchentliche Arbeitszeit schwankt - je nach Schwere des Dienstes - zwischen 42 und 48 Stunden, 
  • nur jeder dritte Sonntag ist frei.
  • Die Dienstschicht dauert elf Stunden;
  • Urlaub gibt es keinen.

Der Durchschnittsverdienst einer Telefonvermittlungskraft liegt etwas über dem von weiblichen Kaufhausangestellten und etwas unterhalb der Einkünfte von Lehrerinnen. Nur einzelne Kräfte können zur Aufsicht aufrücken.

Während des Dienstes ist das Tragen einer einheitlichen Dienstbluse aus dunkelblauem Stoff vorgeschrieben, da man befürchtet, dass „bei der Eigenart der weiblichen Natur nur zu leicht ein gegenseitiges Überbieten in der äußeren Erscheinung Platz greifen würde“

Papst Innozenz VIII. erlässt die Bulle „Summis desiderantes“

Rom-Vatikan * Der Verfasser des „Hexenhammers“, Heinrich Kramer [„Henricus Institoris“], erwirkt von Papst Innozenz VIII. die Bulle „Summis desiderantes“, in der er die von „Hexen“ begangenen Schäden beklagt, die in den „Erzbistümern“ Köln, Mainz, Trier, Salzburg und Bremen aufgetreten sein sollen.

Gleichzeitig kritisiert er den Widerstand, mit dem viele Städte und Territorien eine „Hexenverfolgung“ verweigern. 

Die Alt-Katholiken erhalten für elf Jahre die Nikolaikirche am Gasteig

München-Haidhausen * Der Magistrat der Stadt München überlässt - gegen den geharnischten Protest der katholischen Kirche - den Alt-Katholiken die Nikolaikirche am Gasteig für insgesamt elf Jahre.

„Weingärten“ im Bereich der heutigen Baader- und Erhardtstraße

München-Isarvorstadt * Ein Kupferstich von Matthäus Merian zeigt „Weingärten“ im Bereich der heutigen Baader- und Erhardtstraße.

Der „Adelssitz Stepperg mit Niedergerichtsbarkeit“

Bogenhausen * Georg Schobingers „gemauertes Haus“ in Bogenhausen wird unter dem Namen „Stepperg“ zum „Adelssitz mit Niedergerichtsbarkeit“.

Der „Fischbrunnen“ am Marienplatz wird abgetragen

München-Graggenau * Wegen des U-Bahn-Baus wird der „Fischbrunnen“ am Marienplatz abgetragen.

Bei Pullach geht das zweite „Isarkraftwerk“ der „Isarwerke GmbH“ in Betrieb

Pullach * Das zweite „Isarkraftwerk“ der „Isarwerke GmbH“ wird mit der Bezeichnung „Zentrale II“ bei Pullach in Betrieb genommen.

Es wird heute „Wasserkraftwerk Pullach“ genannt.

Zahl der landwirtschaftlich tätigen Bevölkerung in Bayern gesunken

Bayern * Die Zahl der landwirtschaftlich tätigen Bevölkerung in Bayern ist auf rund zwei Millionen, bei 500.000 Betrieben, gesunken. 

Die Gesamtbevölkerung Bayerns ist aber in der Zwischenzeit auf 8,5 Millionen angestiegen, was den Anteil der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung auf 25 Prozent drückt.

Eine „Lastenstraße“ durchquert den „Englischen Garten“

München-Englischer Garten * Eine „Lastenstraße“ zur Durchquerung des „Englischen Gartens“ in Ost-West-Richtung wird gebaut.

Daraus entwickelt sich der heutige „Isarring“.

Die „Fingergasse“ wird zur „Maffeistraße

München-Kreuzviertel * Zum Andenken an Joseph Anton Ritter von Maffei nennt der Magistrat die „Fingergasse“ auf den Namen dieser außergewöhnlichen bayerischen Unternehmerpersönlichkeit um.

Lorenz Schellerer übt das Amt des „Bayerischen Scharfrichters“ aus

München * Lorenz Schellerer, der ebenfalls in die Familie Reichhart eingeheiratet hat, übt das Amt des „Bayerischen Scharfrichters“ aus.

Er ist der Nachfolger von Jakob Keysser.

Anton von Arco arbeitet bei der neu gegründeten Lufthansa

München * Da Anton von Arco nach dem Krieg seinen erlernten Beruf eines „Leutnants“ nicht mehr ausüben kann, arbeitet er bei der neu gegründeten „Lufthansa“. 

Bald darauf verdient er sein Geld als „Immobilienmakler“ und als „Vortragsreisender“, wo er seine politischer Ideen propagiert und von seinem Heldenstatus profitiert. 

Eine Konzession für „gewerbsmäßige Bettler“

München * Die „Stadtkammer“ lässt „91 Schiltlein“ anfertigen und an die offiziell zugelassenen „Stadtarmen“ verteilen.  

Diese müssen künftig diese Schilder beim „Betteln“ offen auf der Brust tragen.  
Wer ohne diese Erlaubnis bettelt, wird in die „Schergenstube“ gebracht und auf den „Pranger“ gestellt.  

Die Stellung dieser „gewerbsmäßigen Bettler“ lässt sich auch an ihrer offiziellen Teilnahme an der „Fronleichnamsprozession“ ablesen, in der sie in der Gruppe der „Handwerker“ den Abschluss bilden. 

Die „Hexenverfolgung“ in der „Diözese Brixen“ scheitert

Brixen * Die „Hexenverfolgung“ des Heinrich Institoris, des „Inquisitors der oberdeutschen Ordensprovinz“, in der „Diözese Brixen“ scheitert, nachdem der dortige Bischof für den Abbruch des Verfahrens sorgt und Institoris hinaus wirft.

Seine Prozessführung ist offensichtlich so wirr, rechtsbrüchig und skandalös, dass der Bischof keinen anderen Weg als diesen sieht. 

Nach dem Dreißigjährigen Krieg verwalden die Weinberge

Donaustauf * 20 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg sind bei Donaustauf noch 110 Weinberge „zu Holz und Stauden erwachsen“.

Maximilian Joseph von Montgelas kauft den „Sitz Stepperg“

Bogenhausen * Staatsminister Maximilian Joseph von Montgelas kauft den „Sitz Stepperg“ in Bogenhausen.

Josef Liebl leitet die „Museum-Lichtspiele“

München-Au * Josef Liebl leitet die „Museum-Lichtspiele“.

König Ludwig der Baier befreit das Leprosenhaus am Gasteig von Lasten

Haidhausen * König Ludwig der Baier befreit das Leprosenhaus am Gasteig von allen landesherrlichen Abgaben, Steuern sowie Diensten und übergibt ihm Grundbesitz, um die Pflege der Kranken zu gewährleisten.

Ein weltweit gültiges „Welturheberrechtsabkommen

Welt * Weltweit werden Urheberrechte durch ein „Welturheberrechtsabkommen" geschützt.

Das „Sckell-Denkmal“ wird durch eine Kopie ersetzt

München-Englischer Garten - Schwabing * Das im Jahr 1932 beseitigte „Sckell-Denkmal“ am Südufer des „Kleinhesseloher Sees“ wird durch eine Kopie von Georg Petzold aus „Kalktuff“ ersetzt.

Die „Giesinger Brauerei“ will ihren Marktanteil ausbauen

München-Obergiesing - München-Au * Die „Giesinger Brauerei“ will ein fester Bestandteil der „Auer Dult“ werden und gleichzeitig ihren Marktanteil in München auf ein halbes Prozent ausbauen.

Das hört sich im ersten Moment nach wenig an, ist aber in einer Stadt wie München ein beachtlicher Beitrag.

Die „Paulskirchen-Verfassung“ will die „Abschaffung der Todesstrafe“

Frankfurt am Main * Im Paragraph 139 der „Paulskirchen-Verfassung“ ist die „Abschaffung der Todesstrafe“ vorgesehen.

Die anschließende „Reaktion“ führt sie jedoch wieder ein.

Anton Lindner wird aus dem „Zuchthaus Straubing“ entlassen

Straubing * Anton Lindner wird aus dem „Zuchthaus Straubing“ entlassen. 

Anfang der 1930er-Jahre geht er ins sowjetrussische Exil.
Seine Spur verliert sich im Jahr 1943. 

Im „Bazargebäude“ ist das „Hofgarten-Café“ untergebracht

München-Graggenau * Das „Bazargebäude“ wird eröffnet. 

Im Erdgeschoss befinden sich Ladengeschäfte.
Im südlichen Eckbau wird das von Luigi Tambosi betriebene „Hofgarten-Café“ untergebracht. 

Telefonleitungen sind teuer und die Nachfrage steigt überdimensional an

München * Da die Telefonleitungen teuer sind und die Nachfrage überdimensional ansteigt, wird auf die Frauen an der Telefonvermittlung ein entsprechender Leistungsdruck ausgeübt. 

Dreihundert Gespräche pro Stunde werden zum Durchschnitt erklärt. 

Papst Pius II. bestätigt die „Augustinische Lehre“ zur „Prostitution“

Rom-Vatikan * Papst Pius II. bestätigt die Gültigkeit der „Augustinischen Lehre“ zur „Prostitution“

Der berüchtigte „Hexenhammer“ wird veröffentlicht

Speyer * Der berüchtigte „Hexenhammer - Malleus maleficarum“, ein „Lehrbuch des Hexenglaubens und der Hexeninquisition“, wird veröffentlicht.

Der „Dominikanermönch“ Heinrich Institoris, der zudem „Inquisitor der oberdeutschen Ordensprovinz“ ist, schreibt das Buch, nachdem er mit einer Inquisition in Innsbruck in der „Diözese Brixen“ gescheitert ist.

Nach dieser Niederlage will er seine Position stärken und die „Hexenverfolgung“ vor deren Gegnern zu rechtfertigen.

Das Buch wird als Vorbild für die künftig in Deutschland geführten „Hexenprozesse“ dienen und wird bis ins 17. Jahrhundert hinein in 29 Auflagen erscheinen. 

Erst jetzt begegnen wir in München dem „Rheinwein“

München * Erst jetzt begegnen wir in München dem „Rheinwein“.

Die Stadt München kauft das ehemalige „Langer-Schlössl“

München-Haidhausen * Die Stadt München kauft das ehemalige „Langer-Schlössl“ und lässt es abreißen, um dafür ein Verwaltungsgebäude, Stallungen, Wagenhallen sowie Werkstätten für „Trambahnzwecke“ zu erstellen.

In letzter Minute erkennt der „Chemiker“ Adolf Keim den Wert und die Unersetzbarkeit der Wandgemälde.

Da aber die Stadt kein Geld zur Abnahme und Übertragung der Gemälde an einen geeigneteren Ort hat, finanziert Adolf Keim die Verlagerung der Fresken aus seiner eigenen Tasche.
Selbst die Zusage der Landeshauptstadt München, die Finanzierung von fotografischen Aufnahmen der Fresken für Dokumentationszwecke zu übernehmen, lassen die Verantwortlichen auch wieder fallen.

So werden die Wandgemälde - privat finanziert - in die „Städtische Handelsschule an der Herrenstraße“ übertragen, wo sie im Zweiten Weltkrieg endgültig zerstört werden.

Maximilian II. Johann Franz von Preysingerwirbt ein Anwesen in Haidhausen

Haidhausen * Reichsgraf Maximilian II. Johann Franz von Preysing-Hohenaschau erwirbt das Anwesen des späteren „Preysing-Schlosses“ in Haidhausen und erweitert es 1690 durch weitere Zukäufe.

Die „Museum-Lichtspiele“ werden umgebaut und erweitert

München-Au * Wilhelm van Laak und Valentin Neumeier übernehmen die „Museum-Lichtspiele“ in der Lilienstraße 2.

Das Kino wird umgebaut und das Fassungsvermögen auf 280 Plätze erhöht.

Johann Jakob Schöttl übergibt die „Neumühle“ an seinen Sohn

München-Englischer Garten - Tivoli * Johann Jakob Schöttl übergibt die „Neumühle“ an seinen gleichnamigen Sohn.

Die Lederfabrik ist eines der bedeutendsten Unternehmen Münchens

München-Untergiesing * Die Untergiesinger Lederfabrik ist zu einem der bedeutendsten Unternehmen Münchens aufgestiegen.

Aus dem „Lustigen Dörferl“ wird der „Prater“

München-Lehel * Nachdem Anton Gruber ein „Caroussel“ und eine Schaukel aufstellt, wird aus dem „Lustigen Dörferl“ der „Prater“.

Der Gastwirt ist ein Vollprofi in Sachen „Volksbelustigung“.

Luigi Tambosi kauft das bereits von ihm betriebene „Hofgarten-Café“

München-Graggenau * Das bereits von Luigi Tambosi betriebene „Hofgarten-Café“ geht um 30.000 Gulden von Simon von Eichthal und Ulrich Himpsel in dessen Eigentum über. 

„Hier Amt, was beliebt?“

Berlin * Allein zwischen den Jahren 1925 und 1930 erhöht sich die Zahl der vermittelten Gespräche pro Telefonistin um rund 25 Prozent.  

Das geschieht einerseits durch verbesserte Geräte und andererseits durch eine effektivere Bedienung der Arbeitsmittel.  
Sprechausbildung und Vorschriften über militärisch knappe Redewendungen wie „Hier Amt, was beliebt?“ oder noch kürzer „Bitte melden“ tun ein Übriges.

Die Beamtinnen dürfen sich nicht ohne Erlaubnis der Aufsichten von ihrem Arbeitsplatz entfernen.  
Jeder Fehler wird in das „Strafregister“ der „Personalakte“ aufgenommen.   

Das Aufsichtspersonal steht hinter den Frauen.  
Zuerst sind es ausschließlich Männer, später auch ältere befähigte Gehilfinnen.

Vom Aufsichtstisch aus kann die Platzkraft ständig kontrolliert und mit einer Mithöreinrichtung überprüft werden, wie schnell die Teilnehmer bedient und ob die Formen der streng reglementierten Gespräche eingehalten werden.  
Ein Zählschrank registriert jede ausgeführte Verbindung und gestattet so die regelmäßige Überprüfung der Arbeitsintensität jeder einzelnen Kraft. 

Der „Frauenmeister“ muss jede „Dirne“ an der Verehelichung hindern

München * Nach dem „Eidregister“ ist der „Frauenmeister“ verpflichtet, eine jede „Dirne“ an der Verehelichung zu hindern. 

Maximilian II. Johann Franz von Preysing-Hohenaschau stirbt

München - Haidhausen * Reichsgraf Maximilian II. Johann Franz von Preysing-Hohenaschau stirbt.

Sein Haidhauser Anwesen hat er bis dahin zu einem 6 Tagwerk großen Landsitz ausbauen und erweitern können.

Aus den „Isar-Amper-Werken AG“ wird die „VIAG“

München-Maxvorstadt * Aus den „Isar-Amper-Werken AG“ wird die „VIAG“.

Neuer Leiter der „Museum-Lichtspiele“ ist Erich König

München-Au * Neuer Leiter der „Museum-Lichtspiele“ ist Erich König.

Die „Unheilbaren“ vom Schwabinger „Nicolai-Spital“ kommen zum Gasteig

Haidhausen * Nachdem das „Nicolai-Spital“ in Schwabing aufgelöst worden war, kommen die „Unheilbaren“ zum Gasteig.

Ab dem Zeitpunkt erhält das ehemalige „Leprosenhaus am Gasteig“ den Namen „Spital der Unheilbaren“.

Der Schwabinger Wirt Johann Gradl kauft die „Neumühle“

München-Englischer Garten - Tivoli * Johann Jakob Schöttl junior verkauft die „Neumühle“ an den Schwabinger Wirt Johann Gradl.

Ein aussichtsloser Kampf gegen die „Mayer'sche Lederfabrik“

Untergiesing * Die „bürgerliche Schuhmacherzunft Münchens und der Vorstadt Au“ entschließt sich, nachdem sie jahrelang dem Geschehen in der „Mayer'schen Lederfabrik“ tatenlos und voller Neid zugesehen hat, zu einem Protest bei „allerhöchster Stelle“ - vermutlich dem „Königlichen Ministerium des Inneren“ - gegen die „gewissenlosen Gewerbebeeinträchtigungen, welche wir von den hiesig- und umliegenden Lederfabrikanten und Israeliten durch die widerrechtliche Anmaßung der Selbstfabrikation ihrer in Accord übernommenen Militärlieferungen viele Jahre hindurch sehr empfindlich zu erdulden hatten“.

In der Folge fordert die Behörde den „Lederfabrikanten“ auf, künftige Militäraufträge bei den ansässigen Schuhmachermeistern fertigen zu lassen.
Doch die Freude der Schuster über ihren Sieg gegenüber dem Lederfabrikanten dauert nur kurz. 

Dem geschäftstüchtigen Fabrikbesitzer Ignaz Mayer gelingt es nämlich, den Schwabinger Schumacher Hanrieder davon zu überzeugen, dass er seine Werkstatt mit „Sack und Pack“ sowie mit der Genehmigung der zuständigen Behörden in die „Untergiesinger Lederfabrik“ verlegt.
Der „Schuhmacher“ erhält dafür „eine wöchentliche Entschädigung [...], und [kann] sonach genüßlich sein Leben in Wohltätigkeit durchbringen“. Ignaz Mayer aber kann über den Trick der ausgeliehenen „Hanriederischen Konzession“ - sehr zur Empörung der „bürgerlichen Schuhmacherzunft Münchens und der Vorstadt Au“ - seine Militärlieferungen auch künftig weiter in eigener Regie herstellen lassen.

Der „Schuhmacherzunft“ bleibt nur mehr das Beschreiten des Protestwegs.
Ihr Protest gegen die „unerlaubte Transferierung einer Gewerbekonzession von einer Vorstadt in die andere“ findet beim „Königlichen Landgericht“ zunächst positives Gehör.

Doch die „Regierung des Isarkreises“ hebt das Verbot umgehend wieder auf.
Eine „königliche Anweisung“ zieht schließlich einen Schlussstrich unter die Affäre - und zwar zugunsten der industriellen Produktion in der „Lederfabrik“.

Es war das „Königliche Handelsministerium“, das sich in den Vorgang um die umstrittene Konzession einmischte und die Entscheidung zugunsten des „Hoflieferanten“ beeinflusste.

Wenn schon nicht das Einzelmitglied, so hätte doch die „Schuhmacherzunft“ den Einfluss ihres Kontrahenten und damit die Aussichtslosigkeit ihres Unterfangens erkennen müssen. Immerhin ist Ignaz Mayer nicht nur der Schwiegersohn des dem bayerischen Königs als millionenschweren Kreditgebers unentbehrlich gewordenen Leonhard von Eichthal, sondern seit dem Jahr 1809 auch der Schwiegervater von Simon Freiherr von Eichthal, der bei der Gründung der „Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank“ eine zentrale Rolle spielte.

Der „Hofbankier“ organisiert nicht nur die neue Kreditbank, sondern stellte auch dem späteren König Ludwig I. Mittel für seine Kunsteinkäufe zur Verfügung.

Die Zahl der Kaffeehäuser hat sich auf 41 erhöht

München * Die Zahl der Kaffeehäuser hat sich in München auf 41 erhöht. 

Dienst und Ehe schließen sich für die Vermittlungskräfte aus

München - Berlin * Dienst und Ehe schließen sich für die Vermittlungskräfte aus.

In einem Weisungsbuch heißt es:  
„Das weibliche Postpersonal bedarf zur Eingehung einer Ehe der Erlaubnis der zuständigen Dienstbehörde.   

Da sich aber aus der Verwendung von verheirateten Beamtinnen [...] Schwierigkeiten verschiedener Art ergeben können, kann dem unterstellten weiblichen Personal [...] die Erlaubnis zur Eingehung einer Ehe nicht erteilt werden“

Das Verhelichungsverbot für Prostituierte entfällt

München * Die strenge Regel im „Eidregister“, wonach der „Frauenmeister“ verpflichtet ist, eine jede „Dirne“ an der Verehelichung zu hindern, fällt weg. 

Die „peinliche Halsgerichtsordnung” setzt auf „Zauberei“ den „Feuertod“

Regensburg * Die von Kaiser Carl V. erlassene „peinliche Halsgerichtsordnung” - „Constitutio Criminalis Carolina“ - setzt auf „Zauberei“, die den Menschen Schaden zufügt, den „Feuertod“

Im Kurfürstentum wird eine „Tanzsteuer“ eingeführt

München * Im Kurfürstentum wird eine „Tanzsteuer“ eingeführt.

Die Weinwirte in München, Landshut, Straubing, Burghausen und Ingolstadt müssen 4 Gulden im Jahr bezahlen, in den übrigen Städten und Märkten 2 Gulden.

Die „Bierbrauer“ zahlen nur einen Gulden „Tanzsteuer“.

Beginn der Isarregulierung ab Bogenhausen

Bogenhausen * Durch die ab der „Bogenhausener Brücke“ in Richtung Oberföhring beginnende Isarregulierung durch Oberst Adrian von Riedl wachsen Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas 117 Tagwerk Grund zu.
Auf dem Gelände entsteht später der heutige „Herzogpark“.

Neben seinen Münchner Besitzungen hat Montgelas noch kleinere und größere Besitzungen über ganz Baiern verstreut. 

Die Turmhelme der „Johann-Baptist-Kirche“ werden abgetragen

München-Haidhausen * Die drei zierlich durchbrochenen Turmhelme der neuen „Johann-Baptist-Kirche“ werden abgetragen und stark vereinfacht wieder ersetzt.

Die Haidhauser bezeichnen die neuen kupfergedeckten Hauben jedoch nur als „Kasperlmützen“.
Außerdem büßt der Hauptturm 4,10 Meter ein.
Statt 95 Meter ist er nur mehr 90,90 Meter hoch.

Max V. Franz Xaver von Preysing erweitert den Haidhauser Besitz

Haidhausen * Max V. Franz Xaver von Preysing-Hohenaschau erweitert den Haidhauser Besitz auf 11 Tagwerk, wovon alleine der „Hopfengarten“ 2½ Tagwerk groß ist. 

Der Graf lässt eine Pappelallee vom Schloss bis zu den Bierkellern am Gasteig pflanzen.

Die Museum-Lichtspiele werden von Anton Rösch betrieben

München-Au * Die Museum-Lichtspiele werden von Anton Rösch betrieben.

König Max II. lässt das „Spital der Unheilbaren“ aufkaufen

München-Haidhausen * König Max II. lässt das „Spital der Unheilbaren“ und das gesamte Anwesen aufkaufen, um es in seine „Maximiliansanlagen“ einbeziehen zu können.

Eine Ulmen-Krankheit vernichtet 6.000 Bäume

München-Englischer Garten * Eine Ulmen-Krankheit vernichtet im Englischen Garten 6.000 Bäume.

„Aktiengesellschaft für die Dampfschiffahrt auf Inn und Donau“

München * Joseph Anton von Maffei übernimmt den Vorsitz der „Aktiengesellschaft für die Dampfschiffahrt auf Inn und Donau“.

Die Eckbauten des „Bazargebäudes“ werden aufgestockt

München-Maxvorstadt * Der nördliche und der südliche Eckbau des „Bazargebäudes“ wird um ein Stockwerk erhöht. 

Zuvor war nur der Mittelbau dreigeschossig. 

„Pater Onuphrius“ erreicht die römische Anerkennung seiner Gemeinschaft

Walchensee * Das „Interdikt“, die „Gottesdienstsperre“, über die „Hieronymitaner“ wird bald wieder aufgehoben und „Pater Onuphrius“ erreicht endlich die römische Anerkennung seiner Gemeinschaft.  

Im Gegenzug beginnt der „Abt“ von Benediktbeuern nun ein „Priorat“ unmittelbar neben den „Klausen“ am Walchensee zu errichten, um die „Dahergelaufenen Waldbrüder“ auszuschalten. 

Das „öffentliche oder heimliche Halten von Konkubinen“ wird verboten

Rom-Vatikan * Der päpstliche Vikar Giacomo Botta erlässt ein Dekret, das allen Klerikern und Laien bei Androhung der „Exkommunikation“ und des „Verlustes der Ämter und Pfründe“ das „öffentliche oder heimliche Halten von Konkubinen“ verbietet.  

Papst Innozenz VIII., das ist übrigens auch der mit dem „Hexenhammer“, lässt den Erlass umgehend zurücknehmen und erklärt, dass das „Konkubinat“ nicht verboten sei.  
In der Folge gibt es in der heiligen Stadt Rom kaum noch einen Priester oder „Kurialen“, der ohne „Konkubine“ lebt. 

Nürnbergs Rat verbietet den „Besuch von Zauberern und Wahrsagern“

Nürnberg * Der Rat der Reichsstadt Nürnberg verbietet den scheinbar weit verbreiteten „Besuch von Zauberern und Wahrsagern“

„[...] Wo der Essig von selbst wächst“

München * Wiguläus Xaver Alois Freiher von Kreittmayr spottet in seinen „Anmerkungen zum Baierischen Landesrecht“ über den saueren baierischen Wein: „[...] wo der Essig, der anderswo mit großer Mühe bereitet werden muss, von selbst wächst“.

Dem Bier hingegen bescheinigte er den Stellenwert eines „fünften Elements“.

Durch die Isar-Regulierung entsteht der heutige „Herzogpark“

Bogenhausen * Durch die Regulierung der Isar ab der Bogenhausener Brücke fällt die „Bogenhausener Au“, der heutige „Herzogpark“, trocken.

Langsam entsteht Siedlungsland. Minister Maximilian Joseph von Montgelas wachsen dadurch 117 Tagwerk Grund zu.

Der „Bürgerbrunnen“, der spätere „Fischbrunnen“, wird erstmals genannt

München-Graggenau * Der „Bürgerbrunnen“, der spätere „Fischbrunnen“, wird erstmals genannt.

In dieser Bezeichnung kommt seine zentrale Bedeutung für die ganze Bürgerschaft zum Ausdruck.

Wilhelm Sensberg führt die „Museum-Lichtspiele“

München-Au * Wilhelm Sensberg führt die „Museum-Lichtspiele“ in der Lilienstraße 2.

Die „Unheilbaren“ kommen nach Untergiesing

München-Haidhausen - München-Au * Die „Unheilbaren“ vom Spital am Gasteig werden in den Räumen der ehemaligen „Irrenanstalt“ in Untergiesing untergebracht.

Das „Deutsche Theater“ wird bis 1982 generalsaniert

München-Ludwigsvorstadt * Das „Deutsche Theater“, erbaut 1896, im Krieg stark zerstört und in den 1950er Jahren relativ einfach wieder aufgebaut, wird für 54 Millionen DMark generalsaniert. 

Die Arbeiten werden bis 1982 andauern. 

Der „Hofblumen-Treibgarten“ wird aufgelöst

München-Lehel - Englischer Garten * Der „Hofblumen-Treibgarten“ an der Oettingenstraße wird aufgelöst.

Die Lokomotive „Die Pfalz“ erreicht bereits 120 km/h

München-Hirschau * Die im „Maffei-Werk Hirschau“ gebaute Lokomotive „Die Pfalz“ für die „Bayerische Pfalzbahn“ erreicht bereits 120 km/h.

Simon Freiherr von Eichthal muss die „Lederfabrik“ mehrmals erweitern

Untergiesing * Die Nachfrage nach „lackiertem Leder“ ist - sowohl im Inland, wie auch im Ausland - so enorm hoch, dass der neue Besitzer, der „Hofbankier“ und „Großspekulant“ Simon Freiherr von Eichthal, die „Untergiesinger Lederfabrik“ in den Jahren von 1839 bis 1865 in mehreren Schritten erweitern lassen muss.

Den „freien Samstagnachmittag“ für Verkäufer/innen vereinbart

München * In München existiert eine Vereinbarung, die den „freien Samstagnachmittag“ für Verkäufer/innen festlegt.

Auf Bundesebene gilt noch immer die „Arbeitszeitverordnung“ aus dem Jahr 1938, die zum Samstagnachmittag keine Aussagen macht.

Gustl Annast betreibt das Münchner Kabarett „Serenissimus“

München * Der aus Salzburg stammende Gustl Annast betreibt bis 1913 das Münchner Kabarett „Serenissimus“

Die Walchenseer „Einsiedler-Brüder“ kommen in Bedrängnis

Benediktbeuern - Walchensee * Als der Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck Benediktbeuern besucht, wird zur allgemeinen Belustigung ein „Drama melodico-satyricum“ aufgeführt, ein satirisches Singspiel mit dem Titel „Eremitae Walchenseenses“.  

In dieser Bedrängnis kommt den „Einsiedler-Brüdern“ Hilfe aus dem „Lehel“, da sich die dort ansässigen zweitausend, meist einfachen und ärmeren Bewohner seelsorglich vernachlässigt fühlen. 

Die „Syphilis“ tritt epidemieartig auf

München * Die „Syphilis“ tritt epidemieartig auf.  

Diese „Geschlechtskrankheit“ betrachtet man als „Strafe Gottes“ für einen „ausgelassenen Lebenswandel“.  
Sie bringt aber nicht die Schließung der „städtischen Frauenhäuser“

Baiern kennt nur die „Strafbarkeit des Schadenszaubers“

München - Herzogtum Baiern * Im Herzogtum Baiern orientiert man sich vorläufig noch an dem „Strafrechtskommentar“ des Andreas Perneder.  

Diese ist für die „Strafrechtspraxis“ im Herzogtum wichtiger als die von Kaiser Carl V. im Jahr 1532 erlassene „Constitutio Criminalis Carolina“.  

Der baierische Kommentar kennt nur die „Strafbarkeit des Schadenszaubers“.
Den sonstigen „Aberglauben“, insbesondere die „weiße Magie“, hält Perneder dagegen nicht für strafbar. 

Kurfürst Ferdinand Maria soll zum Kaiser kandidieren

Paris - München * Der französische Kardinal Jules Mazarin trägt Kurfürst Ferdinand Maria die Kandidatur für die Nachfolge des am 9. Juli 1654 verstorbenen Kaisers Ferdinand IV. an. 

Die Münchner Brauer lassen Bierkeller ins Isarhochufer graben und mauern

Haidhausen - Au * Trotz erheblichen Widerstands von den Behörden lassen die ersten Münchner Brauer mit erheblichen Kostenaufwand am Gasteigberg Bierkeller ins Isarhochufer graben und mauern.

Zunächst werden auf dem gekiesten Untergrund Linden, später Kastanien angepflanzt.

Der „Panoramenmaler“ Ernst Philipp Fleischer wohnt in München

München - Bogenhausen * Der „Panoramenmaler“ Ernst Philipp Fleischer wohnt bis 1911 in München.

Der „Bürgerbrunnen“ heißt jetzt „Marktbrunnen“

München-Graggenau * Der „Bürgerbrunnen“ heißt jetzt „Marktbrunnen“

Er steht vor dem Haus des Hans Impler, an der Stelle des heutigen „Fischbrunnens“.

Die „Klopfer-Villa“ an der Brienner Straße 41

München-Maxvorstadt * Die „Klopfer-Villa“ an der Brienner Straße 41 gehört einer „Öffentlichen Anstalt für Volks- und Lebensversicherungen“.

Die Gebäude des ehemaligen „Leprosenhauses“ werden abgerissen

München-Haidhausen * Nachdem die „Unheilbaren vom Spital am Gasteig“ nach Untergiesing gebracht worden waren, werden die Gebäude des ehemaligen „Leprosenhauses“ abgerissen.

Nur die Anstaltskirche „sancti Nycolai ad Lepros“ und die „Altöttinger Kapelle“ bleiben bestehen.

Wie gehts mit dem „Deutschen Theater“ weiter?

München-Ludwigsvorstadt * Der Stadtrat will wissen, wie es um das „Deutsche Theater“ steht. 

Rund zwei Dutzend Experten begutachten in der folgenden Zeit nahezu jeden Winkel des Gebäudes.

„Radio Free Europa“ sendet aus dem ehemaligen „Hofblumen-Treibgarten“

München-Lehel - Englischer Garten * „Radio Free Europa“ sendet aus dem ehemaligen „Hofblumen-Treibgarten“ an der Oettingenstraße.

Das „Wasser- und Dampfkraftwerk der Maffei-Eisenwerke“ wird erweitert

München-Englischer Garten - Hirschau * Das „Wasser- und Dampfkraftwerk der Maffei-Eisenwerke“ wird erweitert.

Dazu werden die das Fabrikgelände durchziehenden Wasserläufe zum „Eisbach“ vereinigt.
In der neuen Kraftzentrale kommen drei „Francis-Turbinen“ mit einer Leistung von 1.000 PS zum Einsatz. 

Staatsrat von Hazzi kauft den Edelsitz Pilgramsheim

Untergiesing * Der churtrierische Kammerherr von Horben verkauft den Edelsitz Pilgramsheim an den Staatsrat Joseph von Hazzi.

Der Staatsrat ist selbst davon überzeugt, dass der zwischenzeitlich verstorbene Kurfürst Carl Theodor nicht über das Recht verfügt hatte, eine Sitzgerechtigkeit zu verleihen und aus diesem Grund als Landesherr seine Machtbefugnisse überschritten habe. In diesem Selbstverständnis verzichtet er auf die Anerkennung von Pilgramsheim als Adelssitz.

Ex-König Ludwig I. bestimmt die „Sankt-Bonifaz-Kirche“ zur „Grabkirche

München-Maxvorstadt * Der Ex-König Ludwig I. bestimmt die „Sankt-Bonifaz-Kirche“ zur „Grabkirche“.

Die „Rumford-Suppenanstalt“ wird gegründet

Au * Die „Rumford-Suppenanstalt“ wird gegründet.

Das Grundrezept der „Rumford-Suppe“ besteht aus Wasser, Kartoffeln, Graupen, Erbsen, Salz, Weinessig oder saueres Bier.
Auf tausend Portionen Suppe kommen drei Pfund gerstenkorngroß geschnittenes Fleisch.
Nach stundenlangem Kochen wird die Suppe gallertartig dick.
Dazu gibt es noch einige Stückchen hartes Brot, um das zur Verdauung notwendige Kauen zu fördern. 

Gustl Annast betreibt das „Varieté Savoy“ im „Hotel Reichsadler“

München * Gustl Annast betreibt bis 1926 das „Varieté Savoy“ im „Hotel Reichsadler“

Mit der „Personalabbauverordnung“ wird das „Zölibat“ wieder eingeführt

Berlin * Mit der „Personalabbauverordnung“ wird das „Zölibat für Beamtinnen“ wieder eingeführt.

Dort heißt es:  
„Das Dienstverhältnis verheirateter weiblicher Beamter und Lehrer [...] kann jederzeit gekündigt werden. [...] Dies gilt auch bei lebenslänglicher Anstellung“.  

Gleichzeitig wird eine „Heiratsprämie“, eine Abfindungssumme im Falle der Eheschließung, eingeführt.
Die Beamtinnen verlieren nicht nur ihre Arbeit, sondern auch jeglichen Anspruch auf Pension. 

Die „Floßlände“ wird erstmals genannt

München-Lehel * Die „Floßlände“ - nördlich der heutigen „Ludwigsbrücke“ - wird erstmals genannt. 

Es gibt keine Verordnung zur Hygiene der „Prostituierten“

<p><strong><em>München</em></strong> * Es gibt keine Verordnung in Bezug auf die Hygiene der Prostituierten. &nbsp;Das hindert jedoch niemanden am Besuch eines Bordells.&nbsp;Zwar gibt es schon Verbote, den Freiern&nbsp;kranke Frauen zuzuführen, doch ansonsten begreift man zu dieser Zeit eine Krankheit als <em>„Strafe für ein ausschweifendes und wollüstiges Leben“</em>.&nbsp;</p>

Die Jesuiten schaffen langsam ein Klima für die Hexenjagd

München * Mit der Ankunft der Jesuiten in München entsteht langsam ein Klima für die Hexenjagd. Die Jesuiten betätigen sich als Berater der Herzöge und als fanatische Massenprediger.

Unter Herzog Wilhelm V. und seinem Sohn Maximilian I. schießt in Baiern der Hexenwahn üppig ins Kraut und München sowie Baiern bleiben davon nicht verschont. Hinzu kommt, dass sich auch in den anderen mitteleuropäischen Staaten das Blatt wendet. 

Mit Kurfürst Carl Theodor kommen Pfälzer und der Pfalzwein

München * Im Gefolge des neuen pfalz-baierischen Kurfürsten Carl Theodor kommen etwa 3.000 Menschen aus der Pfalz nach München - und damit auch verstärkt der „Pfalzwein“.

Die „Preysing-Allee“ wird der Gemeinde Haidhausen überlassen

Haidhausen * Die „Preysing-Allee“ wird der Gemeinde Haidhausen vom Grafen Max VI. Franz de Paula von Preysing-Hohenaschau kostenlos überlassen, nachdem ihm die Unterhaltskosten zu hoch geworden sind.

Die „Korpsführung des NS-Kraftfahrkorps“ in der „Klopfer-Villa“

München-Maxvorstadt * In der „Klopfer-Villa“ an der Brienner Straße 41 befindet sich die „Korpsführung des NS-Kraftfahrkorps“.

Die Ringbahn um den Münchner Norden wird gebaut

München-Englischer Garten * Die Ringbahn um den Münchner Norden wird gebaut. Das Obersthofmeisteramt hat sich lange Zeit den Planungen widersetzt, da diese Bahnstrecke die Hofjagd stark beeinträchtigen würde.

Hofbankier von Pilgram erweitert seinen Besitz zum „Adelssitz Pilgramsheim“

Untergiesing * Der „Hofbankier“ und „Kommerzienrat“ Franz Anton von Pilgram erweitert seine Grundstücke durch weitere Zukäufe. 

Er baut auf seinem Grund - „am Weg nach Harlaching“ - ein Schlösschen mit einer herrlichen Gartenanlage und beantragt anschließend beim Kurfürsten Carl Theodor die Erhöhung seines Hauses zu einem „Edelsitz“

In seinem Antrag führt der „Hofbankier“ aus, dass er ein „nächst Obergiesing nahe der Isar liegendes, dem Revier Ehre machendes und denen Baulauten zu Gutem gediehenes Gebäude und Garten in einem Umfang von 5 - 6 Tagwerk“ besitzt, worauf er „bei seinen treibenden konfiderablen Geschäften ein und andere Täge mit Beschaulichkeit des nützlichen Landlebens verbringe und welchen Besitz er seinen Erben als ehrendes Andenken hinterlassen möchte“

Dann folgt die Bitte, dem bestehenden und durch Zukäufe noch zu erweiternden Besitz zum „Adelssitz Pilgramsheim“ zu erheben.

Der „wittelsbachische Hausschatz“wird bei den „Franziskanern“ versteckt

München-Graggenau * Nach der Niederlage des Kurfürsten Max Emanuel im Spanischen Erbfolgekrieg“ findet der „wittelsbachische Hausschatz“ in der Zeit von 1705 bis 1715 ein sicheres Versteck bei den „Franziskanern“.

Planungen für eine evangelische Kirche

München-Ludwigsvorstadt * Leo von Klenze hat Pläne für den Neubau einer evangelischen Kirche in München entwickelt. 

Da seine Planungen mindestens 280.000 Gulden gekostet hätten, einigt man sich auf auf eine günstigere Variante.
Das betrifft auch den Bauplatz an der Sonnenstraße. 

Gustl Annast übernimmt das „Hofgarten-Café“

München-Graggenau * Der aus Salzburg stammende Gustl Annast übernimmt gemeinsam mit seiner Frau das „Hofgarten-Café“

Die „Bleichen“ sind im später so genannten „Lehel“ entstanden

München-Lehel * Die „Bleichen“, in der die Färber ihre Tücher zum Trocknen und Bleichen auslegen können, sind im später so genannten „Lehel“ entstanden. 

„Konkubinat“ und „Hurerei“ sind beim römischen Priestertum weit verbreitet

Rom-Vatikan * Ein Brief beschreibt die Situation im Vatikan derart:  

„Die Häufigkeit des außerehelichen Beischlafs, des Inzests, der Vergewaltigungen von Knaben und Mädchen, die Zahl der Huren, die im Palast des heiligen Petrus herumlungern, und der Herden von Kupplern, die dort umherlaufen, übersteigt in ihrer Schamlosigkeit jene der Bordelle und der Freudenhäuser“.  

An der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit sind also „Konkubinat“ und „Hurerei“ beim römischen Priestertum sehr weit verbreitet. 

Die Missernten haben aufgrund der Klimaveränderung zugenommen

Europa * Die Missernten haben aufgrund der Klimaveränderung nach 1560 stark zugenommen.

Der Mechanismus einer „Agrarkrise“ lässt sich vereinfacht wie folgt darstellen:  
Das Ergebnis einer klima- oder unwetterbedingten „Missernte“ ist die „Verknappung der Grundnahrungsmittel“, was bis ins 19. Jahrhundert hinein immer das „Brotgetreide“ betrifft.

Die unmittelbare Folge davon ist eine „Teuerung“, die dazu führt, dass große Teile der Bevölkerung hungern oder an Unterernährung leiden.
Dieser verschlechterte Allgemeinzustand bewirkt oft das Auftreten von epidemischen Krankheiten oder eine stark erhöhte Krankheitsanfälligkeit.

Dieser Zyklus dauert bis zur nächsten Ernte, also bis zum Spätsommer des folgenden Jahres.
Folgt aber in der Zwischenzeit eine weitere „Missernte“, erhöht sich der Schaden um ein Vielfaches.

Die „Perioden der Teuerung“ treten um das Jahr 1560 häufiger auf und dauern länger.
Diese „Hungerkrisen“ betreffen große Teile Europas, weshalb neue „Hexenverfolgungen“ beginnen und in den verschiedenen Ländern zu einer Verschärfung der „Hexen-Gesetzgebung“ führen.

Die Verfolgung der „Hexen“ ist nicht von der konfessionellen Überzeugung der Verfolger abhängig.
Auch drängen sich nach der „Reformation“ die katholisch gebliebenen Gebiete - wie man gerne unterstellt - nicht in den Vordergrund.

Im Gegenteil: In Spanien hat sich die „Inquisition“ seit dem Jahr 1526 auf eine sehr gemäßigte Position zurückgezogen.
In Italien führt eine Debatte in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts zu einem deutlichen Widerstand gegen die „Hexenverfolgungen“ in den oberitalienischen Alpentälern.

Anders verhält es sich mit den „Hexenverfolgungen“ in Deutschland.
Hier beginnen die „Protestanten“ achtzig Jahre später dort, wo die „Katholiken“ in den 1480er Jahren aufgehört haben, nämlich im deutschen Südwesten. 

Münchens erste elektrische Ampel

München-Maxvorstadt * Münchens erste elektrische Ampel leuchtet auf der Nordseite des Bahnhofplatzes.

Nur mehr ein geringer Weinumsatz

München-Graggenau * Der „städtische Weinmarkt“ schlägt gerade noch 268 Eimer Wein um. Das sind knapp 17.000 Liter. 

Vorbei sind die Zeiten, als nahezu tagtäglich Flöße mit bis zu 2.000 Litern Wein an Bord die Isar heruntergeschwommen waren.

München wird als eine vornehme Stadt, als „citta noblissima“, beschrieben

München * Andrea de Franceschi, der spätere „Großkanzler von Venedig“, beschreibt München als eine vornehme Stadt, „citta noblissima“, mit prächtigen, mit Kieslsteinen gepflasterten Straßen und mit breiten Plätzen, in deren Mitte sich Brunnen befinden.

Die „Stadtgerichte“ werden zu „Bezirksgerichte“

München * Das „Stadtgericht München“ und das „Stadtgericht rechts der Isar“ werden in „Bezirksgerichte“ umbenannt.

Die „Wolfgang-Kapelle“ in Haidhausen wird abgerissen

München-Haidhausen * Die „Wolfgang-Kapelle“ in Haidhausen wird abgerissen.

Büros der „Reichsleitung der NSDAP“ in der „Klopfer-Villa“

München-Maxvorstadt * In der „Klopfer-Villa“ an der Brienner Straße 41 befinden sich zusätzlich Büros der „Reichsleitung der NSDAP“.

Die „Nicolai-Kirche“ erhält ihre heutige barocke Form

Haidhausen * Die „Nicolai-Kirche“ am Gasteig erhält ihre heutige barocke Form.

Auflassung der „Hofbaumschule“ an der Königinstraße

München-Lehel - Englischer Garten * Auflassung der „Hofbaumschule“ an der Königinstraße.

Die „Kolonie Birkenau“ ist durch die Hochwässer bedroht

Untergiesing * Die „Kolonie Birkenau“ ist, bis zur Aufschüttung der Dammanlagen der Isar - in den Jahren zwischen 1850 und 1860 - durch die jährlichen Frühjahrs- und Herbsthochwässer bedroht.

Vor der Bebauung sind die Giesinger Weidenflächen im Hochwassergebiet zwischen „Entenbach“ und „Kühbachl“ stellenweise eine mit Weiden und Birken bestandene Wiesenfläche.
Aus dem Wildwuchs des älteren Lohwaldes entsteht später - durch das Vieh und die Beweidung - eine Baumkultur.

Minister Montgelas plant die Verlegung der „Franziskaner“ in die Au

München-Kreuzviertel - Au * Minister Maximilian Joseph von Montgelas plant die Verlegung der Münchner „Franziskaner“ in die „Vorstadt Au“.

Friedrich Jahn übernimmt das „Hofgarten-Café Annast“

München-Maxvorstadt * Friedrich Jahn übernimmt das „Hofgarten-Café Annast“.

Eine „Walkmühle“, ein „Loder-Ram“ und ein „Lohstampf“

München-Lehel * Eine „Walkmühle“ zur Tuchbereitung sowie ein „Loder-Ram“, ein Eisenrahmen, auf dem das Tuch gespannt wird, sind im später so genannten „Lehel“ entstanden.  

Auch die Lederer betreiben hier ihren „Lohstampf“

Glocken und Schellen an der Kleidung

Nürnberg * Eine Verordnung befasst sich mit „Glocken und Schellen an der Kleidung“

Johann Perzl spottet über den Baierwein

München * Johann Perzl spottet über den Baierwein: „Es wächst zwar in Baiern selbst einiger Wein an den Gegenden der Donau, ober und unter Regensburg, bey Landshut und in der Gegend um Dingolfing.

Wenn er etwa an die zwanzig Jahre gelegen hat, dann soll er nicht ganz widerlich zu trinken seyn; sonst aber wird er gewöhnlich nur als Essig gebraucht“.

Der Rat der Stadt lässt 19 Brunnen „nach französischer Art“ umbauen

München * Der Rat der Stadt lässt 19 Ketten-, Zieh- und Galgenbrunnen „nach französischer Art“ umbauen.

Die neue Form der „Pumpbrunnen“ bezeichnet man als „Leyrerbrunnen“ oder „Leyrergumpter“.

Das „Ruinengrundstück“ der ehemaligen „Klopfer-Villa“

München-Maxvorstadt * Das „Ruinengrundstück“ der ehemaligen „Klopfer-Villa“ an der Brienner Straße 41 gehört dem „Freistaat Bayern“.

Die „Nicolai-Kirche“ am Gasteig wird grundlegend renoviert

Haidhausen * In einem zwei Jahre andauernden Zeitraum wird die „Nicolai-Kirche“ am Gasteig grundlegend renoviert.

Der „Bavariaring“ wird angelegt

München-Theresienwiese * Der „Bavariaring“ wird angelegt und damit die Ausdehnung der „Festwiese“ des „Oktoberfestes“ festgelegt. 

Der „Schwabinger Bach

München-Englischer Garten - Schwabing * Wegen der Erweiterung der „Tierärztlichen Fakultät" muss der „Schwabinger Bach" im „Englischen Garten" verlegt werden.

Zu jedem Haus in der „Birkenau“ gehört ein Gartenanteil

München-Untergiesing * Zu jedem Haus in der „Birkenau“ gehört ein Gartenanteil, der bei einigen Häusern bereits mit Stallungen und sonstigen Gebäuden bebaut ist.

Der Gartenanteil wird von den meisten Bewohnern für gewerbliche Zwecke genutzt, denn sie sind fast ausschließlich „Gänsemäster, Geflügel- und Federnhändler“ sowie „Fiaker“, also Pferdefuhrunternehmer.

Daneben siedeln sich in der „Birkenau“ auch Tagelöhner an und es gibt hier eine Bierwirtschaft, nämlich das „Gasthaus zum Fiakerheim“.

In München gibt es 2.298 Rinder und rund 4.500 Hunde

München * In München gibt es noch 2.298 Rinder und rund 4.500 Hunde.

Die „Franziskaner“ übernehmen die Betreuung der „Pütrich-Schwestern“

München-Graggenau * Die „Franziskaner“ übernehmen die geistliche Betreuung der vierzig „Pütrich-Schwestern“.

Rücklagen für den Bau einer protestantischen Kirche

München-Kreuzviertel * Der „Bayerische Landtag“ ermächtigt das „Finanzministerium“, jährlich 20.000 Gulden für den Bau einer protestantischen Kirche anzusetzen. 

Dafür muss die „Salvatorkirche“ unentgeltlich zurückgegeben werden. Erweiterungsplanungen werden damit hinfällig. 

Flößer, Fischer und Färber haben im „Lehel“ ihre Wohnhäuser errichtet

München-Lehel * Alle Flößer und alle Fischer sowie die meisten Färber haben im später so genannten „Lehel“ nicht nur ihre Arbeitsplätze, sondern auch ihre Wohnhäuser errichtet.  

Die Bezeichnungen der Häuser und Gewerke leitete man von den markanten Bauteilen der Stadtmauer ab.  
So erhielten die einzelnen Objekte beispielsweise den Zusatz „vor/bei des Wurzers Tor“ oder „hinter dem Lugerturm“ oder „gelegen auf dem Lohstampf“

Der „Teufelspakt“ gilt als Wesensmerkmal des „Hexerei-Delikts“

Schottland * Mit dem schottischen „Witchcraft Act“ findet sich erstmals nicht der „Schadenszauber“, sondern der „Teufelspakt“ als Wesensmerkmal des „Hexerei-Delikts“

Das Bier hat den Wein als Volksgetränk verdrängt

München * Lorenz von Westenrieder stellt fest:

„Allgemein nimmt der Bürger und Handwerker kein Frühstück. 
Man setzt sich um 11 Uhr zur ersten und um 6 Uhr nachmittags zur zweiten Mahlzeit.

Rind-und Kalbfleisch, Bier und Brot sind das gewöhnlichste, was er genießt. Schweine-, Kalbs- und Gänsebraten sind seine besten Gerichte und Bier sein bester Trank.

Wein und Branntwein werden ordentlicherweise nicht getrunken, auch kein Toback geschmaucht“.

So ist seit Aventin in den unteren Schichten des Volkes der Wein völlig vom Bier verdrängt worden.

Der Film „Karl Valentins humoristische Wochenschau“ wird gedreht

München * Der verschollene Film „Karl Valentins humoristische Wochenschau“ entsteht.

Eine „Wasserstube am Gasteigberg“ wird erstmals genannt

Au * Eine „Wasserstube am Gasteigberg“ wird erstmals genannt.

Der „Kleinwirt“ spendiert ein Grundstück für die neue „Wolfgangs-Kapelle“

Haidhausen * Der „Kleinwirt“ von Haidhausen, Georg Pockmayer, übergibt Kurfürst Ferdinand Maria ein Grundstück neben seinem Haus, auf dem der Landesherr die neue „Wolfgangskapelle“ errichten will.  

Das alte, aus Holz erbaute Kircherl ist im Laufe der Jahre baufällig geworden.  
Auf „unterthänigstes anhalten etlicher gewißer persohnen, welche auß Irer zu den heyligen Wolfgang tragenden Devotion, dessen im Dorff Haidhausen stehende vnd Paufellige kleine Capelle zu reparieren vnd zu erweitern vorhabens“.  
Nun erteilt Kurfürst Ferdinand Maria die Genehmigung zum Neubau und bewilligt darüber hinaus fünfhundert Gulden.  

Und unser „Kleinwirt“ war eben nicht nur ein „frommer Mann“, sondern auch ein cleverer Geschäftsmann.  
Kein Wunder, dass nach dieser „sozialen Tat“ das „Schankrecht für Braunbier“ nicht mehr lange auf sich warten ließ. 

Die „Isar-Amper-Werke AG“ in der Brienner Straße

München-Maxvorstadt * Die „Isar-Amper-Werke AG“ verfügen über das Anwesen Ecke Brienner Straße 41 und Richard-Wagner-Straße 3 und 5.

Die Nicolai-Kirche am Gasteig ist in einem desolaten Zustand

München-Haidhausen * Der Zustand der Nicolai-Kirche am Gasteig ist derartig schlecht, dass ihr Abbruch ins Auge gefasst wird. Man einigt sich dann jedoch auf das Trockenlegen und Neuaufrichten der Wände. Das geschieht allerdings erst im Jahr 1912.

Der „Schuttberg am Hirschanger“ ist abgetragen

München-Englischer Garten * Der „Schuttberg am Hirschanger“ ist abgetragen.

Die dritte Welle der „Cholera“ kündigt sich an

München * Die dritte Welle der „Cholera“ kündigt sich an.

In München sterben 17 Menschen an der Seuche.

Die „Liga“ wird in ein oberländisches und ein rheinisches Direktorium geteilt

München - Mainz * Die „Liga“ wird in ein oberländisches und ein rheinisches Direktorium unter der Leitung von Maximilian I. und dem Mainzer Kurfürsten eingeteilt.

Die militärische Leitung der Gesamt-“Liga“ bleibt beim baierischen Herzog.
Johann Tserclaes Graf von Tilly wird „Bundesfeldherr der katholischen Liga“.

Der „Franziskaner-Friedhof“ wird gesperrt

München-Graggenau * Der vor dem „Klostergebäude“ und seitlich der „Franziskanerkirche“ befindliche „Franziskaner-Friedhof“ wird gesperrt.

Ein kostengünstigerer Entwurf für die evangelische „Matthäuskirche“

München-Ludwigsvorstadt * „Oberbaurat“ Johann Nepomuk Pertsch erhält den Auftrag zur Erstellung eines kostengünstigeren Entwurfs für den Bau einer protestantischen Kirche in München. 

Als Standort für das evangelische Gotteshaus wird die Grünanlage in der Sonnenstraße festgesetzt. 

Die Stadtumfassung wird bis zum Kalten- oder Katzenbach erweitert

<p><strong><em>München-Graggenau - München-Angerviertel</em></strong> * Die Stadtumfassung wird bis zum Kalten- oder Katzenbach&nbsp;erweitert. An dieser Stelle befindet sich vorübergehend ein Kaltenbachtor&nbsp;genanntes, isarseitiges Stadttor.&nbsp;</p>

Die „Württembergische Landesordnung“ und das neue „Hexerei-Delikt“

Stuttgart * In der „Württembergischen Landesordnung“ wird das neue „Hexerei-Delikt“ ausformuliert: 

„Wo aber jemandt sich mit dem Teuffel, zu Nachtheil und Beschädigung der Menschen in Bündnuß eingelassen und damit noch niemandts Schaden gethon hette, der soll gestrafft werden nach Gelegenheit der Sach“

Gabriel Zistl lässt an der Kellerstraße den „Zengerbräukeller“ bauen

Haidhausen * Gabriel Zistl lässt in der Kellerstraße auf dem Gasteigberg den „Zengerbräukeller“ erbauen.

Ernst Philipp Fleischers Panorama „Kaiser Franz Joseph und seine Zeit“

München-Bogenhausen * Der Panoramenmaler Ernst Philipp Fleischer fertigt das Rundgemälde „Kaiser Franz Joseph und seine Zeit“.

Arbeiten an der „Wasserstube“ und am Rohrleitungssystem

Au * Der städtische „Brunnenmeister“ und seine Knechte arbeiten an der am „Gasteigberg“ gelegenen „Wasserstube“ und am Rohrleitungssystem.

Carl Gabriel heiratet in Dresden Margarete Meisel

Dresden * Carl Gabriel heiratet in Dresden Margarete Meisel, deren Vater ein „anatomisch-ethnologisch-naturhistorisches Museum und Panoptikum“ betreibt.

Mit dieser Schau reist das neuvermählte Paar mehrere Jahre durch Europa.

Die „Nicolai-Kirche“ am Gasteig wird Außen renoviert

München-Haidhausen * Die „Nicolai-Kirche“ am Gasteig wird Außen renoviert.

Der „Hirschgarten“ wird fürs Volk geöffnet

Hirschgarten * Kurfürst Carl Theodor lässt den „Hirschgarten“ für das Volk öffnen.

Die 11-jährige Margarete wird mit dem 7-jährigen Johann Heinrich verheiratet

Tirol * Die elfjährige Margarete von Tirol, später genannt „Maultasch“, wird mit dem siebenjährigen Johann Heinrich, dem Sohn König Johanns von Böhmen aus dem Hause Luxemburg, verheiratet.

Mit der „Säkularisation“ wird die „Praterinsel“ Eigentum des Staates

München-Lehel * Die heutige „Praterinsel“ ist vor der „Säkularisation“ der „Erholungsplatz der Franziskaner“, nachdem diese in ihrem Kloster für eine Stätte der Einkehr und Besinnung keinen ausreichenden Platz gefunden haben.

Mit der „Säkularisation“ kommt die Insel in das Eigentum des Staates.

Karl Valentin plant ein Buch über seine Jugenderlebnisse

München-Lehel * Der Komiker Karl Valentin beginnt „die mir noch in Erinnerung gebliebenen Erlebnisse aus meiner Jugend-, Jünglings- und Mannszeit“ zu sammeln.

Das geplante Buch, das „eine Reihe hübscher Jugendbegebenheiten, illustriert von Ludwig Greiner“ enthalten soll, wird so nie veröffentlicht.

Die „Süddeutsche Sonntagspost“ bringt ab dem 28. August 1932 einige Auszüge.

Erst 1951 werden „Die Jugendstreiche des Knaben Karl“ veröffentlicht.
Gerhard Pallmann gibt eine Zusammenstellung aus Karl Valentins Nachlass heraus. 

Simon und Julie von Eichthal konvertieren zum katholischen Glauben

Berg am Laim * Simon von Eichthal und dessen Ehefrau Julie konvertieren in einer feierlichen Messe in der Berg am Laimer „Michaelskirche“ zum katholischen Glauben. 

Das sogenannte „Gries“ wird in die Stadtmauer einbezogen

München-Graggenau - München-Angerviertel * Das sogenannte „Gries“ wird in die Stadtmauer einbezogen und durch das „Isartor“ abgeschlossen.

Das „Isartor“ war damit offensichtlich der letzte Baustein in der Mauer und der Abschluss der Stadterweiterung.  

Nun kann auch eine „Torwache“ für das „Porta nova in valle“, dem „Neuen Tor im Tal“, bestellt werden. 

Der „Teufelspakt“ zieht die „Todesstrafe“ nach sich

Sachsen * Die „Kursächsischen Konstitutionen“ nimmt für den „Teufelspakt“ die „Todesstrafe“ auf. 

Es bestehen noch zwei „Baierweinschenken“

München * Es bestehen noch zwei „Baierweinschenken“, die jedoch mit Rücksicht auf den Geschmack des Publikums zugleich als „Bierwirschaften“ zugelassen sind.

Der „Kriechbaumhof“ wird wegen Baufälligkeit abgetragen

München-Haidhausen * Der „Kriechbaumhof“ wird wegen Baufälligkeit an seinem ursprünglichen Standort zwischen der Wolfgang-, Walser- und Jugendstraße abgetragen und in einem „Städtischen Bauhof“ eingelagert.

Die Trümmergrundstücke der „Amper-Werke“ werden geräumt

München-Maxvorstadt * Die Trümmergrundstücke, die sich im Eigentum der „Amper-Werke“ an der Brienner Straße befinden, werden auf eigene Initiative geräumt.

Carl Gabriel kommt nach München

München * Carl Gabriel kommt nach München.

Die „Nicolai-Kirche“ am Gasteig wird im Inneren restauriert

München-Haidhausen * Die „Nicolai-Kirche“ am Gasteig wird im Inneren restauriert.

Dabei werden die drei vorhandenen Aläre entfernt und durch einen frühbarocken Altar aus dem Jahr 1691 ersetzt.
Er stammt ursprünglich aus einer Kirche in Garmisch.

Kurfürst Max Emanuel kämpft mit im „Krieg gegen Frankreich am Rhein“

Neerwinden * Kurfürst Max Emanuel beteiligt sich mit den baierischen Truppen im „Krieg gegen Frankreich am Rhein“ an der „Schlacht von Neerwinden“.

Das „Seehaus“ wird wieder eröffnet

München-Englischer Garten - Schwabing * Nach der Behebung der Kriegsschäden wird das „Seehaus“ wieder eröffnet.

Nikolaus Freiherr von Maillot de la Treille lässt sich ein Schlösschen erbauen

München-Englischer Garten - Schwabing * Der baierische „Kriegsminister“ Nikolaus Freiherr von Maillot de la Treille lässt sich von dem Architekten Jean Baptiste Métivier am Westrand des „Englischen Gartens“ ein Schlösschen im Stil der italienischen Renaissance erstellen.

Es befindet sich an der Stelle des heutigen Verwaltungsgebäude der „Generaldirektion der Allianz-Versicherung“.

Doppelte Aufnahmekapazität durch den Neubau

München-Untergiesing * Durch den Neubau des „Marianums für Arbeiterinnen e.V.“ an der Humboldtstraße 2 kann die Zahl der aufzunehmenden Mädchen verdoppelt werden.

Die Zahl der ständigen Heimbewohner wächst auf 43, wovon die Hälfte körperliche Gebrechen hat.

Gearbeitet wird im „Nähsaal“, im „Goldsticksaal“, im „Weißsticksaal“, im „Blumenbindesaal“ oder in Einrichtungen zum „Wäschewaschen“ und „Feinbügeln“.

Mehrfach betonten die Geschäftsberichte, dass die Tage, „für welche Herr Reichsrat Freiherr von Cramer-Klett Chokolade mit Kuchen stiftete, freudig begrüßt waren“.

„Lehrstühle für Hygiene“ an den bayerischen „Hochschulen“

München * An den bayerischen „Hochschulen“ werden „Lehrstühle für Hygiene“ eingerichtet.

Die Ehe wird „vollzogen“

Tirol * Die Ehe zwischen Herzog Ludwig „der Brandenburger“ und Margarete (von Dänemark) wird „vollzogen“.

In München wohnen 6.000 Protestanten

München * Die evangelische Gemeinde in München ist auf 6.000 Mitglieder angewachsen. 

Martin Luther zum Thema „Frauenhäuser“

Deutschland * Martin Luther, der Verfechter der neuen Lehre, schreibt in seinem Pamphlet „An den christlichen Adel deutscher Nation“ zum Thema „Frauenhäuser“ folgendes:  

„Zuletzt, ist das nicht ein jämmerlich Ding, dass wir Christen unter uns sollen halten freie, gemeine Frauenhäuser; so wir alle sind zu Keuschheit getauft?  
Ich weiß wohl, was etliche dazu sagen [...], besser ein solches, denn etliche und Jungfrauen-Personen oder noch ehrlichere zu Schanden machen.  

Sollten aber hier nicht bedenken weltlich und christlich Regiment, wie man demselben nicht mit solch heidnischen Weise möchte zuvorkommen“

Der öffentliche „Weinkeller“ im „Implerhaus“ wird aufgelöst

München-Graggenau * Der öffentliche „Weinkeller“ im „Implerhaus“ wird aufgelöst.

Der „Kriechbaumhof“ wird mit viel neuem Holz wieder aufgebaut

München-Haidhausen * Der „Kriechbaumhof“ wird an der Ecke Wolfgang-/Preysingstraße - mit einem Kostenaufwand von 1,1 Millionen Mark - originalgetreu, aber mit viel neuem Holz - wieder aufgebaut. 

Der „Hirschauer Forst“ wird in den „Englischen Garten“ einbezogen

München-Englischer Garten - Hirschau * Der „Hirschauer Forst“ wird bis zum Jahr 1962 in den „Englischen Garten“ einbezogen.

Ein „Zoologischer Garten“ am „Englischen Garten“

München-Maxvorstadt * Der zur Münchner Oberschicht zählende „Großhandelsaufmann“ Benedikt Benedikt erwirbt ein Gelände am Westrand des „Englischen Gartens“, wo er einen „Zoologischen Garten“ anlegen möchte.

Zuvor war seine Initiative zur Gründung einer Aktiengesellschaft für diesen Zweck gescheitert, da die Mehrheit der von ihm Eingeladenen nicht an die Rentabilität eines solchen Unternehmens glauben wollten.

Ein Probesud beim „Spatenbräu“ mit dem neuen Wasser vom Taubenberg

München-Ludwigsvorstadt * 100 Hektoliter Wasser werden vom „Taubenberg“ nach München gebracht und beim „Spatenbräu“ ein Probesud angesetzt.

Das gebraute Bier entspricht den Vorstellungen und den Qualitätsanforderungen der Brauer und der Verbraucher.

Anton Gruber's Belustigung „Zum lustigen Dörflein“ auf der Isarinsel

München-Lehel * Als Anton Gruber, ein Münchner Gastwirt und „Schnürrleibmacher“ erfährt, dass die „Isarinsel“ zu kaufen sei, kratzt er seine Reserven zusammen, nimmt einen Kredit auf und erwirbt das Eiland um 1.033 Gulden.

Von der „Polizey-Direktion“ erhält er die Konzession zum Bierausschank.

Nun baut er einige Holzhütten, nennt den Platz „Zum lustigen Dörflein“ und verabreicht während der Sommermonate „frisches Bier und Bratwürst“.

Der Zuspruch der Münchner ist bald so groß, dass Anton Gruber seine „Insel-Gaststätte“ das ganze Jahr bewirtschaftet.

Das „Isartor“ wird nun auch „Zolltor“ genannt

München-Graggenau - München-Angerviertel * Aufgrund seiner Zweckbestimmung als „Zollstätte für den Einfuhrzoll“ wird das „Isartor“ nun auch „Zolltor“ genannt.  

Das „Isartor“ besteht zunächst nur aus dem vierzig Meter hohen, sechsgeschossigen Turm.  
Die spitzbogigen Torgewölbe sind gerade so breit, dass ein Planwagen die Durchfahrt passieren kann.  
Der Zugang zum Turm befindet sich, leicht erhöht, innerhalb der gewölbten „Torhalle“.  

Vor dem Tor muss erst der von Bächen bewässerte „Stadtgraben“ überwunden werden.  
Über die Wasserfläche führen hölzerne Brücken, deren letztes Stück - unmittelbar vor dem Portal - als „Zugbrücke“ hochgeklappt werden kann.  

Beim Turm des „Isartores“ kann man noch heute sehr gut den ins Mauerwerk eingelassenen Führungsschacht eines „Fallgitters“ erkennen, dessen Einzelstäbe aus jeweils 10 bis 15 Zentimetern starkem Eichenholz bestanden haben. 

Das „Haidhauser Kreuz“

Haidhausen * Das „Haidhauser Kreuz“ in der alten „Sankt-Johann-Baptist-Kirche“ ist gegenüber der Kanzel angebracht. 

Es steht den Werken von Hans Leinberger nahe.

Im „Kurpfälzischen Landrecht“ steht für den „Teufelspakt“ die „Todesstrafe“

Pfalz * Im „Kurpfälzischen Landrecht“ ist für den „Teufelspakt“ die „Todesstrafe“ vorgesehen. 

Haberer werden zu Arreststrafen und Rutenhiebe verurteilt

Miesbach * Es kommt zur Verhandlung zum „Maxhofener Haberfeldtreiben“ vom 19. zum 20. April 1834, bei der die „Tötungsabsicht“ an Kaspar Schnitzenbaumer im Mittelpunkt steht.

43 Personen werden zu „Arreststrafen“ und weitere 32 zu „Rutenhiebe“ verurteilt. 

Neben den 26 „Weinwirten und Weinzäpflern“ gibt es 113 „Weinhändler“.

München * Neben den im Jahr 1640 festgesetzten 26 „Weinwirten und Weinzäpflern“ gibt es in München 113 „Weinhändler“.

Die Stadt lässt ein zweites „Brunnwerk“ errichten

München-Kreuzviertel * Die Stadt lässt nördlich des „Neuhauser Tores“ ein zweites „Brunnwerk“ errichten, das sogenannte „Gasteiger Brunnhaus“ am heutigen „Künstlerhaus“.

Das „Üblackerhäusl“ wird wegen Baufälligkeit gesperrt

München-Haidhausen * Das „Üblackerhäusl“ an der Preysingstraße muss wegen Baufälligkeit gesperrt werden. 

Es steht danach fast ein Jahrzehnt leer. 

Ein Haidhauser „Muster-Sanierungsblock“ wird ausgewählt

München-Haidhausen * Der kleine dreieckige Block zwischen Wolfgang-, Leonhard- und Preysingstraße wird als „Muster-Sanierungsblock“ ausgewählt.  

Unter der Bezeichnung „Block 15“ soll hier - erstmals in einer mit den Bewohnern abgestimmten Aktion - Einigung über das weitere Vorgehen erzielt werden.  
Gewerbe soll verpflanzt und Mieter vorübergehend in andere Wohnungen umgesetzt werden, um sie anschließend in verbesserte Wohnräume zurückkehren zu lassen.  

Das Baureferat der Landeshauptstadt richtet dazu extra eine Bürgerberatungsstelle in der Milchstraße ein und führte für dieses Vorhaben genaue strukturelle und soziale Untersuchung durch.  
In dem Block wohnen über 150 Bewohner in siebzig Haushalten.  
Durch die Neubauten kann die Umsetzung der Mieter innerhalb desselben Blocks geschehen.  

Ein Gewerbebetrieb - eine kleine Kohlenhandlung - muss umziehen, womit Schmutz und Lärm aus dem Viertel verlagert werden kann, doch nun ist es andererseits den Haidhausern nicht mehr möglich, einen geringen Brennstoff-Bedarf durch Selbstabholung zu decken.  

Umweltfreundlichkeit wird groß geschrieben.  

  • Eine Kastanie wird mit einem finanziellen Aufwand in Höhe von 15.000 DMark gerettet,  
  • eine kleine Tiefgarage gebaut,  
  • die Höfe begrünt und  
  • die Leonhardstraße in eine kleine Fußgängerzone umgewandelt. 

Giovanni Maria Mastai Ferreti wird als Pius IX. zum Papst gewählt

Rom-Vatikan * Giovanni Maria Mastai Ferreti wird zum Papst gewählt.

Er nimmt den namen Pius IX. an. Seine Regentschaft wird bis 1878 dauern und ist geprägt vom Kampf der römisch-katholischen Kirche um Macht und Einfluss im Verhältnis zu den Staaten und zur eigenen Anhängerschaft.

Die alte „Wittelsbacherbrücke“ an der Stelle der „Brudermühlbrücke“

München-Isarvorstadt * Die alte eiserne „Wittelsbacherbrücke“ wird an der Stelle der „Brudermühlbrücke“ neu montiert und dient bis zum Jahr 1905 - wegen fehlender Straßen - als Fußweg.

Der „Zentrale Schlacht- und Viehhof“ entsteht

Sendling - München-Angerviertel * Zwischen 1876 und 1878 entsteht auf dem „Sendlinger Unterfeld“ der „Zentrale Schlacht- und Viehhof“.

Damit können die „Untere Metzg' am Füße des Petersbergls“ und die „Obere Metzg' am Färbergraben“ aufgehoben werden.

Streit zwischen den „Franziskanern“ und der Pfarrgeistlichkeit

München-Graggenau * Da bei den Beerdigungen sogenannte „Stol-Gebühren“ fällig werden, kommt es zum Streit zwischen den „Franziskanern“ und der Pfarrgeistlichkeit von „St.-Peter“ und „Unserer Lieben Frau“.

Man einigt sich auf einen Modus: Die für den „Franziskaner-Friedhof“ bestimmten Leichen müssen zuvor in den zuständigen Pfarrkirchen ausgesegnet werden.
Anschließend werden sie in einer „Prozession“ zur „Franziskaner-Begräbnisstelle“ überführt.

Der eingeborene Münchner ist bieder, schwerblütig und genussfreudig

München * Meyers Konversations-Lexikon beschreibt den „autochthonen [= einheimischen] Münchner“ folgendermaßen: „Insoweit sich noch typische Figuren des echten Münchners finden, zeigt dieser sich bieder, trockenen Humors, schwerblütig und genussfreudig, aber auch bei schwerer Arbeit ausdauernd und kräftig, für das Fremde nicht leicht einzunehmen, auf seine Stadt und ihre Schönheit stolz, wenn auch mit mancher großstädtischer Neuerung nicht immer sofort einverstanden. 

Im Hofbräuhaus, wo man sich selbst bedient, statt des Stuhls mit einem Fass, statt des Tellers mit einem Blatt Papier oder auch der flachen Hand begnügt, um Stand und Würden des Nachbarn unbekümmert, mit demselben rasch ein gemütliches Gespräch anknüpft, oder in den zahlreichen Lagerbierkellern [...] der Vorstädte, wo auch das schöne Geschlecht, das in München seinen Namen mit Recht führt, vertreten ist, spielen sich köstliche Volksbilder ab, deren Drastik sich steigert zur Zeit des Bocks, einer im Mai zum Ausschank gelangenden, besonders kräftigen Biersorte, oder des Salvators, der schon um Ostern im sogenannten Zacherlbräu verabreicht wird.“  

Die Herkunft der Straßennamen des „Franzosenviertels”

München-Haidhausen * Der „Königlich-bayerische Major a.D.“, Karl Graf von Rambaldi, beschreibt in seinem Buch „Die Münchner Straßennamen und ihre Erklärung” - in einer patriotisch-kriegsverherrlichenden Art und Weise - den Hintergrund der Straßenbenennung in diesem Stadtteil.  

So erhält beispielsweise die Weißenburger Straße ihren Namen „Zur Erinnerung an das Treffen bei Weißenburg im Elsaß am 4. August 1870, mit welchem die 4. Bayerische Division ‚Bothmer‘ die Operationen der III. deutschen Armee im Kriege gegen Frankreich so glücklich eröffnete. [...]  
Der Gesamtverlust auf deutscher Seite betrug 91 Offiziere und 1.400 Mann”
.  

Die Wörthstraße erinnert an die Schlacht vom 6. August 1870.
Bei Rambaldi liest sich das so:
„Heiß war der Kampf, die die Weinberge dicht besetzt haltenden Turkos und Zuaven wehrten sich grimmig: Aber unaufhaltsam war das Vordringen der Deutschen [darunter bayerische Armeekorps].
Der Sieg war mit einem eigenen Verlust von 489 Offizieren und 10.153 Mann erkauft”

Es kommt zu einer großen Umsiedelungsaktion

München * Es kommt zu einer großen Umsiedelungsaktion.  

Die Flößer, Fischer und Färber müssen ihre Wohnstätten im später so genannten „Lehel“ aufgeben und in die erweiterte Stadt umziehen.  
Damit liegen außerhalb der Stadttore nur mehr die Mühlen, die „Länden“ und die „Bleichen“.  

Doch langsam füllt sich die Gegend wieder auf.  
Die „Färbhäuser“, der „Lohstampf“, „Hammer- und Klingenschmiede“, „Waschhäuser“ liegen nun wieder vor dem „Wurzer-“ und dem „Schiffertor“.  
Andere Werksanlagen werden bei der Stadterweiterung aus der Stadt verlegt oder entstehen im Laufe der Zeit neu.  

Fast alle diese Werksanlagen oder Gewerke gehören der Stadt und werden von ihr verpachtet.  
Zum Teil hat die Stadt die Anlagen selbst wieder von der „herzoglichen Hofkammer“ geliehen.  

Damit kommen wir zur Entstehung des Namens „Lehel“, denn den Begriff „Pacht“ kannte man im Mittelalter nicht.  
Der in dieser Zeit übliche Name hieß „Leihe“ und das geliehene Gut war das „Lehen“.  

Die genannten Gewerke sind also „Lehen“, deren Bau- und Unterhaltspflicht für Gebäude und Anlagen generell bei der Stadt liegt. 

In Oberstdorf werden etwa 25 Personen als „Hexen“ verbrannt

Oberstdorf * In dem zum „Hochstift Augsburg“ gehörenden Oberstdorf werden zwischen 1586 und 1587 etwa 25 Personen als „Hexen“ verbrannt. 

Das „Gasteiger-Brunnhaus“ wird aufgelassen

München-Kreuzviertel * Das „Gasteiger-Brunnhaus“ nördlich des „Neuhauser Tores“ wird aufgelassen.

An seiner Stelle entsteht ab 1896 das „Künstlerhaus“.

Der „Aumeister“ wird umgebaut und erweitert

München-Englischer Garten * Der „Aumeister“ wird umgebaut und erweitert.

Die „Churpfalzbaierische Lazareth-Einrichtungsverordnung“

München * Die „Churpfalzbaierische Lazareth-Einrichtungsverordnung“ führt einmännige Bettgestelle ein. 

Die Kranken werden nun nach Art der Krankheit und nicht regimentweise untergebracht. 

Außerdem befasst man sich mit Maßnahmen zum Schutz vor Ungeziefer und mit der Beheizung, Lüftung und Reinigung der Krankenzimmer.

Der Bau der „Schwemmkanalisation“ wird begonnen

München * Der Bau der „Schwemmkanalisation“ wird begonnen.

Damit kann sich der durch Miststätten, Latrinen und Versitzgruben verseuchte Boden wieder selbst reinigen.

Margarete von Tirol, später genannt „Maultasch“, wird geboren

Tirol * Margarete von Tirol, später genannt „Maultasch“, die Erbtochter Herzog Heinrichs von Kärnten und Tirol und Titularkönigs von Böhmen, wird geboren.

Gründung von „Krieger- und Veteranenvereinen“

München * Nach dem erfolgreichen Verlauf des „Siebzigerkrieges“ und der „Reichsgründung“ kommt es zur Hinwendung des Bürgertums und der Arbeiterschaft zur Armee; und selbst sozialdemokratisch geprägte Arbeiter sind stolz auf ihre „aktive“ Dienstzeit.  

In der Folge kommt es zur Gründung von militärischen Vereinen, wie der „Münchner Gesellschaft der Offiziere des Beurlaubtenstandes“ von 1879, aber auch einer Reihe von „Krieger- und Veteranenvereinen“.

Den Dachverband für den überwiegenden Teil dieser Vereine bildet der im Jahr 1874 gegründete „Bayerische Veteranen-, Krieger- und Kampfgenossenbund“, der bis zum Jahr 1899 im gesamten „Königreich Bayern“ 2.573 Einzelvereine mit knapp 190.000 Mitgliedern umfasst.

Die „Kriegervereine“ werden bei ihrer Gründung auch als ein „Bollwerk gegen die sozialdemokratischen Umtriebe“ verstanden.  

Vollkommen unnötig. Denn so mancher „Fürstenfeind“, der beizeiten durchaus lautstark und öffentlich den „Umsturz“ verkündete, schmettert zur rechten Zeit „ein bayerisches Soldatenlied voller martialischer Treue zum angestammten Herrscherhaus“

Aus „den“ Lehen[gütern] wird „das“ Lehen

München-Lehel * Der Begriff „Lehen“ wandelt sich vom Sachbegriff - „die Lehen“, also einer Anzahl von Sachen - zu einem räumlichen Begriff.  

Aus „den“ Lehen[gütern] wird „das“ Lehen. 

Erneute Angriffe auf das Münchner „Frauenhaus“

München-Angerviertel * Angriffe auf das Münchner „Frauenhaus“ gibt es auch im diesem Jahr.  

Hier ist ein Überzeugungstäter am Werk, der seinen Mitbürgern vorleben will, wie der „Kampf gegen das Laster“ zu führen sei. 

Zwischen 1587 und 1591 gibt es in Dillingen 17 weibliche Todesopfer

Dillingen * In dem zum „Hochstift Augsburg“ gehörenden Dillingen gibt es zwischen 1587 und 1591 aufgrund der „Hexenverfolgungen“ mindestens 17 weibliche Todesopfer.

Das Reichsvermögensamt kauft das Fleischer-Anwesen in Bogenhausen

München-Bogenhausen * Das Reichsvermögensamt kauft das Fleischer-Anwesen in Bogenhausen und stellt die nur provisorisch eingedeckte Bauruine bis zum Jahr 1923 fertig. Der Bau wird auf 78 Meter verkürzt.

Das „Wasserhaus auf dem Isarberg“ wird erneuert

Au * Das „Wasserhaus auf dem Isarberg“ wird auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Das „Herbergenhaus an der Kreppe“ wird restauriert

München-Haidhausen * Das „Herbergenhaus an der Kreppe“ wird restauriert, zum Teil rekonstruiert und darin eine „Jugendhilfe-Einrichtung“ untergebracht.

Emil Zeckendorf lässt das Anwesen Richard-Wagner-Straße 11 bebauen

München-Maxvorstadt * „Kommerzienrat“ Emil Zeckendorf lässt das Anwesen Richard-Wagner-Straße 11 durch Leonhard Romeis bebauen.

Der Mitbegründer der „Getreidegroßhandlung Bauer & Zeckendorf“ bewohnt mit seiner Frau, zwei Kindern und zwei weiblichen Dienstboten das Erdgeschoss und das „Piano Nobile“.

Im 2. Stock lebt der „Kaufmann“ Markus Cohen mit fünf Personen, darunter ein Dienstmädchen.

Großes Fest im „Englischen Garten“

München-Englischer Garten * Widerwillig kehrt Sir Benjamin Thompson Graf von Rumford von seinem Erholungsurlaub von Italien nach München zurück. 

Da ihn eine - hauptsächlich aus Bettlern bestehende - Menschenmenge freundlich empfängt, organisiert er zum Dank eine großes Fest im „Englischen Garten“.
30.000 Besucher kommen. Ochsen werden gebraten und Bierfässer angezapft, Musikkapellen spielen und Lampions brennen.

Ignaz Mayer heiratet Chaila Seligmann

München * Ignaz Mayer heiratet Chaila oder Caroline Seligmann.

Ihr Vater ist der im Jahr 1814 erste in den „Adelsstand“ erhobene Jude in Baiern, der dann Leonhard Freiherr von Eichthal heißt.
Ursprünglich hieß er Aron Elias Seligmann, war der „Tabak- und Salzhändler“, zugleich der bedeutendste „Hof- und Heereslieferant“ und außerdem „Hauptgläubiger“ der immer finanzschwachen Kurpfalz.

In den „Napoleonischen Kriegen“ avanciert er zum einzigen Heereslieferanten der baierischen Truppen, der die enormen Kosten für das Militär mit eigenen Anleihen finanziert und dafür ansehnliche Provisionen erhält.

Robert Koch entdeckt die „Cholera-Erreger“

Ägypten - Indien * Robert Koch entdeckt die „Cholera-Erreger“, die die akute bakterielle Darminfektion verursachen.

Papst Urban bestätigt die „Franziskanerprovinz“

Rom-Vatikan - München * Papst Urban VIII. bestätigt die von Kurfürst Maximilian I. angestrebte selbstständige baierische „Franziskanerprovinz zum heiligen Antonius von Padua“.

Eine Änderung in der Schreibweise „Lehen“ tritt ein

München-Lehel * Eine Änderung in der Schreibweise „Lehen“ tritt ein.  

Von jetzt an wird „Lehen“ nicht nur mehr mit einfachem „h“, sondern - meistens - mit „ch“ geschrieben, also „Lechen“.  
Man trägt damit der Tatsache Rechnung, dass manche Menschen das Wort härter aussprechen.  

Damit entwickelt sich der Name „Lehel“ vom Sachbegriff „die“ Lehen zum räumlichen Begriff „das“ Lehen mit der neuen Schreibvariante „Lechen“ neben „Lehen“

Ein Kloster als Zufluchtstätte für bußwillige Kurtisanen

Rom * Auf Betreiben des Jesuiten Ignatius von Loyola wird in Rom das Kloster Santa Marta gegründet, das als „Zufluchtstätte für bußwillige Kurtisanen“ gedacht ist. Es muss wegen mangelnden Zulauf im Jahr 1573 in ein gewöhnliches Kloster umgewandelt werden. 

Im „Badischen Landrecht“ gilt für den „Teufelspakt“ die „Todesstrafe“

Baden * Auch im „Badischen Landrecht“ ist für den „Teufelspakt“ die „Todesstrafe“ vorgesehen.

Damit ist Baiern umzingelt.
Jetzt kann die Saat des „Hexenhammers“ auch in München und im Herzogtum Baiern aufgehen. 

Erstmals kommt Natureis zur Kühlung der Bierkeller zur Anwendung

München * In der Brausaison 1832/33 kommt erstmals Natureis zur Kühlung der Bierkeller zur Anwendung. Bis dahin bewerkstelligte man die Kühlung lediglich durch Kaltluftzufuhr.

Elisabeth Wellanos 15jähriger Bruder xxx stirbt

München * Elisabeth Wellanos 15jähriger Bruder xxx stirbt.

Vollständige Erneuerung des „Isarberg-Brunnhauses“

Au * Die durchgeführte vollständige Erneuerung des „Isarberg-Brunnhauses“ verschlingt über 5.000 Gulden.

Johann Heinrich von Luxemburg übernimmt die Regentschaft in Tirol

Tirol * Johann Heinrich von Luxemburg übernimmt die Regentschaft in Tirol.

Eine Renovierung der „Franziskaner-Klosterkirche“ wird abgeschlossen

München-Graggenau * Mit großzügiger finanzieller Unterstützung des Münchner Patriziersohns Vinzenz Ridler kann eine umfassende Renovierung der „Franziskaner-Klosterkirche“ abgeschlossen werden.

Namensgebung für die evangelischen Kirchen

München-Ludwigvorstadt - München-Maxvorstadt * Die beiden evangelischen Kirchen erhalten ihre Namen: „Matthäuskirche“ und „Markuskirche“

Eine der frühesten rein stadtteilbezogenen Grünanlagen Münchens

München-Haidhausen * Der streng geometrisch angelegte „Bordeauxplatz“ gilt als eine der frühesten rein stadtteilbezogenen Grünanlagen Münchens, der zusammen mit dem Orleans-, dem Weißenburger- und dem Pariser Platz das dreistrahlige, vom „Ostbahnhof“ ausgehende Straßensystem im „Franzosenviertel“ gliedert. 

Im vierten Schritt wird aus dem „Lehen“ das „Lehel“

München-Lehel * Der vierte Schritt, vom „Lehen“ zum „Lehel“ vollzieht sich in einem Steuerbuch aus dem Jahr 1696.  

Dort hieß es: „Auf dem Lehel in gemainer Statt München Burgfridt entlegene und sich befindende Inwohner“

Verbot des Gebrauchs von Kutschen für „Kurtisanen“

Rom * Das Verbot des Gebrauchs von Kutschen für „Kurtisanen“ ist ein harter Schlag für das „Kurtisanenwesen“, weil sich Kutschen als besonderer Luxus und somit als Statussymbol ersten Ranges darstellen.  

Das Verbot ist das am häufigsten überschrittene Gesetz und eine reich sprudelnde Einnahmequelle des „Kirchenstaates“.  

Andere Maßnahmen erschweren zwar das Leben der „Kurtisanen“, können die gehobene „Prostitution“ aber nie ernsthaft eindämmen.  
Das liegt freilich auch an der wenig konsequenten Durchführung der Maßnahmen. 

Peter Binsfeld und sein Buch „Von Bekanntnuss der Zauberer und Hexen“

Trier * Peter Binsfeld, der „Weihbischof“ und „Generalvikar“ von Trier, veröffentlicht sein Buch „Von Bekanntnuss der Zauberer und Hexen“.

Er trägt damit entscheidend zur Förderung des „Hexenwahns“ bei und ist für die größten deutschen „Hexenverfolgungen“ des 16. Jahrhunderts, die von 1585 bis 1591 dauern, verantwortlich.

Binsfelds Buch ist hier weitaus einflussreicher als der „Hexenhammer“

Das Sexualleben auf dem oberbayerischen Land

München * Carl Kern beschreibt in seinem Buch „Oberbayerisches Sittenbild: Die Haberfeldtreiber“ das Sexualleben auf dem Land als „durchaus nicht nach den Ansprüchen einer sittlichen Warte geartet“.

Anders gesagt: „Wer eine hohe Idee von Sitteneinfalt und Sittenreinheit nach dem Oberlande mitbrächte, würde sich getäuscht finden. Die Geschlechter genießen einer zügellosen Freiheit im gegenseitigen Umgang, und das Kammerfenstern hat sich zur bedauerlichen Berechtigung verholfen.

Dass ein Brautpaar eine Familie von vier und fünf Kindern mit an den Traualtar bringt, ist weder eine Seltenheit, noch eine Schande. Sind die Leute aber verheiratet, dann tritt Ordnung und Mäßigung an ihren Sinn auf das Erwerben“.

Und weiter: „Weit häufiger als in den Städten sieht man auf dem Lande die ungleichartigsten Paare zusammengekoppelt, den 60-jährigen Greis mit dem 20-jährigen Weibe, oder die 50-jährige Frau mit dem 25-jährigen Manne, ohne dass diese Ehen zu solchen schauderhaften Experimenten werden, wie in den Städten“

Die Privilegien der Churbaierischen Seidencompagnie

München * Dr. Johann Joachim Becher ist zwischenzeitlich zum kurbaierischen Leibmedicus und kurfürstlichen Rat erhoben worden, hat sich aber nach einem zweijährigen Aufenthalt in Baiern - wegen der „erfahrenen Schmähungen“ - verärgert nach Wien zurückgezogen, wo er sich der dortigen Seidenmanufaktur widmet. Das Wiener Unternehmen entwickelt sich bald zur großen baierischen Konkurrenz. 

Zu Bechers Nachfolger als Direktor der Churbaierischen Seidencomapgnie wird der kurfürstliche Revisionsrath Dr. Jobst ernannt.  Die Churbaierische Seidencompagnie ist  - wie alle merkantilistischen Unternehmen - mit besonderen Freiheiten und Privilegien ausgestattet worden. Alleine die Gesellschaft ist befugt, „die roh eingeführte oder im Land erzeugte Seide verarbeiten“ zu lassen. Nur sie darf die Seide in grosso verkaufen.

Das heißt, dass alle baierischen Kaufleute ihren Bedarf an Seide bei der Churfürstlichen Seidencompagnie decken müssen. Wer gegen diese Vorgaben verstößt und fremde Seidenwaren einführt, muss die Confiscation der Ware hinnehmen und dem Staat eine Strafe von 1.000 Reichstalern bezahlen. 

Es bestehen 49 Bierkeller in Haidhausen und der Au

Haidhausen - Au * Das Münchner Stadtadressbuch zählt

  • in der Wiener Straße 20,
  • in der Preysingstraße 3,
  • in der Kellerstraße 5,
  • auf der Nordseite der Rosenheimer Straße 7 und
  • auf der Südseite der Rosenheimer Straße 13,
  • also insgesamt 49 „Bierkeller“ auf. 

Die Bierkeller liegen alle im Münchner Burgfrieden.

Erste Aufzeichnung des Auftritts von Karl Valentin und Liesl Karlstadt

Hackenviertel * Eine erste Aufzeichnung des Auftritts von Karl Valentin und Liesl Karlstadt auf der „Monachia-Bühne“ zeigt „Orchester- und Fliegerszenen“.

Der Film ist verschollen.

Die Aufgaben des „Reichsfinanzhofes“ ändern sich

München-Bogenhausen * Die Aufgabe des „Reichsfinanzhofes“ bestand während der Jahre von 1933 bis 1945 im Wesentlichen in der Weiterentwicklung der Steuergesetze und der Entwicklung des Steuerrechts im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung.

Den Boykott jüdischer Geschäfte, die Entziehung der Berufszulassungen von jüdischen ärzten und die Entfernung jüdischer Beamten aus dem öffentlichen Dienst bezeichneten die Finanzrichter lediglich als „in steuerlicher Hinsicht irrelevante Belästigungen“.

Mit ihren Urteilen nahmen die „furchtbaren Juristen von der Ismaninger Straße“ entscheidenden Einfluss an der „Arisierung“ jüdischen Vermögens. 

So mussten Juden, deren Wohnung von der „Gestapo“ versiegelt wurden, nachdem sie ins Ausland geflohen waren, ein Viertel ihres Vermögens als „Reichsfluchtsteuer“ zahlen.

Michael Bauernschmidt erwirbt das Anwesen Richard-Wagner-Straße 11

München-Maxvorstadt * Der „Kaufmann“ Michael Bauernschmidt erwirbt das Anwesen Richard-Wagner-Straße 11 von den Erben.

Die Türkenkriege flammen wieder auf

Kroatien * Die Türkenkriege flammen wieder auf. Sie dauern bis 1664.

Eine eigene Kuh für die Beschäftigten des „Englischen Gartens“

München-Englischer Garten * Bis zur Mitte der 1960er Jahre wird für die Milchversorgung der Beschäftigten des „Englischen Gartens“ eine eigene Kuh gehalten.

Untersuchungen über die Verleihung der „Hofmarksrechte“

Untergiesing * Die eingeleiteten Untersuchungen, ob bei der Verleihung der „Hofmarksrechte“ alles mit rechten Dingen zugegangen ist, ziehen sich bis zum Jahr 1804 hin und werfen alles über den Haufen.

Sie kommen zum Ergebnis, dass sowohl die Erteilung der „Jurisdiktion“ über die 68 „Untertanenfamilien“, als auch die „Edelsitzverleihung“ an Franz Anton von Pilgram unstatthaft war und damit ungültig sei.

„Pilgramsheim“ muss wieder der „Niedergerichtsbarkeit“ der „Hofmark Falkenau“, die einverleibten Auer Häuser wieder der „Auer Gerichtsbarkeit“ unterstellt werden.

Im Laufe der Untersuchungen geht das Pilgram'sche Besitztum in mehrere Hände über.

Die „Franziskaner- Mönche“ beziehen wieder einen richtigen „Konventbau“

München-Graggenau * Die „Franziskaner- Mönche“ beziehen  - nach einem jahrzehntelangen Provisorium - wieder einen richtigen „Konventbau“.

57.478 Protestanten leben in München

München * Die evangelische Gemeinde Münchens umfasst 57.478 Mitglieder. 

Den Auern, „Lechlern“ und Haidhausern wird das Fischen verboten

Au - Haidhausen - Lehel * Ein kurfürstliches Mandat verbietet den Auern, „Lechlern“ und Haidhausern das Fischen in der Isar.  

Erstmals werden auch die Bewohner des „Lehels“ mit diesem Namen bezeichnet.  
Nun ist das „Lehel“ ein echter Ort geworden, genauso wie die Au und Haidhausen.

Der Rat der Stadt verbietet das „Hurenlaufen“

München * Der Rat der Stadt verbietet das „Hurenlaufen“ mit der Begründung, dass die „gemeinen Weiber“ großes Ärgernis erregen, da sie „so schändlich liefen und sich dabei gar hoch entblößten“

In Schwabmünchen beginnen die „Hexenverfolgungen“

Schwabmünchen * In dem zum „Hochstift Augsburg“ gehörenden Schwabmünchen beginnen die „Hexenverfolgungen“, wo der als „Hexenbischof“ bekannte Marquard II. vom Berg bald das Gefängnis erweitern lassen muss, um die Angeklagten unterzubringen.

Hierher kommt der Biberacher „Hexenspezialist“ Christoph Hiert.

Das Ergebnis des bischöflichen „Hexenwahns“ sind 27 Hinrichtungen. 

Die beiden Braustätten des „Zengerbräu“ werden durch ein Feuer zerstört

München-Graggenau - Haidhausen * Die beiden Braustätten des „Zengerbräu“ in der Burgstraße werden durch ein Feuer zerstört.

Die Brauerei wird teilweise an die Kellerstraße verlegt.

Dreharbeiten zur Stummfilmversion der „Orchesterprobe“ entsteht

München * Dreharbeiten zur Stummfilmversion der „Orchesterprobe“ entstehen.

Der Film ist verschollen.

Die ältesten Münchner „Wasserbriefe“

München * Die ältesten Münchner „Wasserbriefe“ beurkunden die Wasserabgabe aus den städtischen „Brunnhäusern“ an Privatpersonen.

Ein- und Zweifamilienhäuser mit mehr lebendem als totem Inventar

München * Der „Lustige Führer durch München“ bezeichnet die „Herbergen“ als „Ein- und Zweifamilienhäuser mit mehr lebendem als totem Inventar.

Der Haustürschlüssel wird in der Dachrinne aufbewahrt.
Viel Kleintier- und Kleinkinderzucht“
.

Die „Hofmark Haidhausen“ umfasst 233 Familien

Hofmark Haidhausen * Die „Fugger‘sche Hofmark“ in Haidhausen umfasst 233 Familien.

Die ältesten Münchner Filmaufnahmen entstehen

München-Kreuzviertel * Die ältesten Münchner Filmaufnahmen entstehen.

Sie zeigen die Fahrt einer „Pferdetrambahn“ am Promenadeplatz und am Maximiliansplatz.

Ignaz von Döllinger wird „lebenslänglicher Reichsrat der Krone Bayerns“

München * König Ludwig II. beruft Ignaz von Döllinger zum „lebenslänglichen Reichsrat der Krone Bayerns“.

Der „Biedersteiner Tunnel“ entsteht bis 1966

München-Englischer Garten - Schwabing * Der „Biedersteiner Tunnel“ im Gebiet des „Biedersteiner Sees“ entsteht bis 1966.

Leonhard von Eichthal konvertiert zum katholischen Glauben

München * Leonhard von Eichthal hat Größeres vor.

Deshalb konvertiert er zum katholischen Glauben, da nun seine sieben Kinder in den bayerischen Adel einheiraten können.

  • Er nutzt diese politischen Verbindungen, um sein Geld in den „Aufbau des bayerischen Eisenbahnnetzes“ zu investieren.
  • Gleichzeitig bringt er große Grundstücke in seine Hand, die als potenzieller Baugrund gelten.

Die Theorie vom Vorrang des weltlichen Herrschers über die Kirche

München-Graggenau * Im Umkreis des „Franziskanerklosters“ und des „Alten Hofs“ lebt Dr. Marsilius von Padua.

Der Arzt, Jurist und Theologe ist der Autor des „Defensor pacis“.
Er begründet darin die politische Theorie vom Vorrang des weltlichen Herrschers über die Kirche, die letztlich auch zur „Säkularisation“ beitragen soll.

86.000 Protestanten leben in München

München * Münchens evangelische Gemeinde hat 86.000 Mitglieder. 

Das „Isartor“ erhält sein größtes Ausmaß

München-Graggenau - München-Angerviertel * Das „Isartor“ erhält sein größtes Ausmaß.  

Diese Erweiterung und Verstärkung ist notwendig geworden, nachdem sich die Waffentechnik der Angreifer grundlegend geändert hat.  
Die aufkommenden „Pulvergeschütze“ entwickeln sich zu einer gefährlichen Bedrohung für die herkömmlichen Burg- und Stadtmauern.  

Die Verstärkung wird erreicht, indem man eine zweite Mauer in einem Abstand von sieben bis neun Metern parallel vor die bestehende „Stadtmauer“ baut.
Diese sogenannte „Zwingermauer“ ist mit durchschnittlich vier bis fünf Metern nur etwa halb so hoch wie die „Hauptmauer“.  
Den Zwischenraum innerhalb der beiden Mauerführungen, der bis zu zwei Meter hoch aufgeschüttet ist, bezeichnet man als „Zwinger“.  

Gleichzeitig müssen nach dem selben Prinzip natürlich auch die „Haupttore“ verstärkt werden.  
Dazu werden dem bestehenden „Hauptturm“ - im Zuge der „Zwingermauer“ - zwei „Vortürme“ vorgelagert.  

Die beiden achteckigen und drei Geschosse hohen „Flankentürme“ sind durch ein hohes Mauerwerk, einer sogenannten „Barbakane“, miteinander verbunden.  
Dadurch entsteht eine nach innen und außen abgeschlossene „Torburg“.  

Jeder, der diesen „Torzwinger“ betritt, musste freilich damit rechnen, dass er hier gefangen gesetzt werden kann, wenn vor ihm die „Fallgatter“ im „Torturm“ und hinter ihm im sogenannten „Vortor“ niederrasselten.  
Anstelle der heutigen drei „Torbögen“ muss man sich ein „Mittelportal“ als „Zugang“ beziehungsweise „Zufahrt“ und je eine seitliche „Schlupfpforte“ vorstellen.  
Vor dem „Isartor“ überwölbt eine Brücke den „Stadtgrabenbach“.  
Rechts von der „Tordurchfahrt“ befindet sich das „städtische Zollhaus“.  

Die am „Isartor“ eingenommenen Zölle: „Brückenzoll“, „Wasserzoll“, „Salzzoll“, „Pflasterzoll“ und „Zoll für das Trockengut“ sind die für die Stadt Einträglichsten.  

Im Gebäude links von der „Tordurchfahrt“ ist der „Stadtwagner“ untergebracht, der auch für die Instandhaltung und für das Aufziehen und Niederlassen der vor dem „Isartor“ gelegenen „Zugbrücke“ verantwortlich ist.  

Die mit Eisen beschlagenen Torflügel werden bei Tagesanbruch geöffnet und bei Sonnenuntergang mit Riegeln verschlossen.  

Ab dem „Vesperläuten“ gilt die „kleine Torsperre“.  
Wer danach aus oder in die Stadt will, musst dafür bezahlen.  

Die Glocken der „Frauenkirche“ verkündeten im Sommer um 22 Uhr, im Winter eine Stunde früher, die „große Torsperre“.  
Denn in der Nacht ist München hermetisch verrammelt. 

Papst Pius V. gibt die „Toleranz“ gegenüber dem „Dirnenwesen“ auf

Rom-Vatikan - München * Papst Pius V. gibt die „Toleranz“ gegenüber dem „Dirnenwesen“ auf.  

Am Ende appellieren sogar die katholischen Pfarrer an den Rat der Stadt, das „Frauenhaus“ zu schließen.  
Sie beziehen sich dabei - wie die „Reformierten“ - auf die Aussagen der Bibel gegen die „Hurerei“

Auch Ingolstadt wird vom „Hexenwahn“ ergriffen

Ingolstadt * Im Zuge der großen „Hexenverfolgungen“ im Herzogtum Baiern wird auch Ingolstadt vom „Hexenwahn“ ergriffen.

Mehrere unschuldige Frauen werden verhaftet, verhört und gefoltert.
Bis zum Jahr 1592 werden in Ingolstadt 13 unschuldige Frauen als „Hexen“ zum Tode verurteilt. 

Auf den Bierkellern finden Unterhaltungs-Veranstaltungen statt

Haidhausen - Vorstadt Au * Aus einer Beschwerde geht hervor, dass auf den Bierkellern „Feuerwerk, großartige Beleuchtung, Harmonie-Musik, Dienées u. dergl.“ stattfinden.

Der Stummfilm „In der Schreiner-Werkstätte“ entsteht

München * Der Stummfilm „In der Schreiner-Werkstätte“ entsteht.

In den Hauptrollen spielen Karl Valentin und Liesl Karlstadt.
Der Film, der Teil einer Tonfilmimitation ist, gilt als verschollen.

Ein „Bibliotheksgebäude“ für den „Bundesfinanzhof“ wird erbaut

München-Bogenhausen * Zur Montgelasstraße hin wird ein „Bibliotheksgebäude“ für den „Bundesfinanzhof“ erbaut.

Das Ende der Holz-Wasserrohre

München-Angerviertel * Die letzten Holzwasserrohre werden am Oberanger gegen Metallrohre ausgetauscht.

279 Familien leben in der „Hofmark Haidhausen“

Haidhausen * Die „Hofmark Haidhausen“ umfasst 279 Familien, die in 138 Häusern leben.

Das Anwesen Richard-Wagner-Straße 11 wird generalsaniert

München-Maxvorstadt * Das Anwesen Richard-Wagner-Straße 11 wird generalsaniert.

Schon einer der ersten Filme verursacht einen Skandal

München-Hackenviertel * Schon einer der ersten im Internationalen Handels-Panoptikum gezeigten Filme verursacht einen Skandal. Er heißt „Endlich allein“ und zeigt ein Brautpaar am Hochzeitstag. Die Schlussszene wird umgehend zensiert. Auch in den folgenden Jahren sorgen Filme wie „Im Bad einer Pariserin“ oder „Im Chambre séparée“ für Aufregung.

Die Neue Bayerische Zeitung schreibt über das neue Medium Kino: „Es scheinen für dieses Etablissement überhaupt nur Nacktheiten als sehenswert und interessant zu existiren. Wir enthalten uns jeglicher weiterer Ausführungen und stellen nur die ergebene Anfrage: Wo bleibt die Münchner Sittenpolizei? Schläft sie oder existirt sie nicht mehr?“ 

Freilich werden neben solchen Filmen auch regelmäßig Aufnahmen von den verschiedenen und aktuellen Kriegsschauplätzen gezeigt.

Eingliederung des restlichen „Maffei-Geländes“ in den „Englischen Garten“

München-Englischer Garten - Hirschau * Eingliederung des restlichen „Maffei-Geländes“ in den „Englischen Garten“.

Simon von Eichthal erwirbt den sumpfigen „Heilig-Geist-Anger“

München-Isarvorstadt * Simon von Eichthal erwirbt den sumpfigen „Heilig-Geist-Anger“ in der Absicht, ihn in möglichst viele kleine Grundstücke zu parzellieren und danach gewinnbringend zu verkaufen.

Daraus wird das „Gärtnerplatz-Viertel“.

Michael von Cesena lebt im „Franziskaner-Kloster“

München-Graggenau * Michael von Cesena, der anno 1316 zum „Generaloberen der Franziskaner“ gewählt worden war und der wegen der „Armutsfrage“ in Konfrontation mit Papst Johannes XXII. steht, lebt im „Franziskaner-Kloster“.

Das Kloster Santa Marta in Rom wird ein normales Kloster

Rom * Das Kloster Santa Marta in Rom, das 1542 als Zufluchtstätte für bußwillige Kurtisanen gegründet worden war, muss wegen mangelnden Zulauf in ein gewöhnliches Kloster umgewandelt werden. 

Die Festlegung der „Brauperiode für untergäriges Bier“ wird aufgehoben

München * Die Festlegung der „Brauperiode für untergäriges Bier“ auf die Zeit vom 29. September (Michaeli) bis 23. April (Georgi) wird aufgehoben.

Der Stummfilm „Die beiden Musikal-Clowns“ wird gedreht

München * Der Stummfilm „Die beiden Musikal-Clowns“ nach der Originalszene „Die verhexten Notenständer“ von Karl Valentin und Liesl Karlstadt entsteht.

Die „Brunnwerke“ am „Lilienberg“ und im „Brunnthal“ gehen in Betrieb

Au - Haidhausen * Die „herzoglichen Brunnwerke“ am „Lilienberg“ und im „Brunnthal“ gehen in Betrieb.

Die „Cenovis-Werke“, eine „Nahrungsmittelfirma“, werden gegründet

München-Au * Aus der „Münchner Hefeverwertungs-Gesellschaft“ gehen die „Cenovis-Werke“, eine „Nahrungsmittelfirma“, hervor. 

„Generaldirektor“ ist der jüngere Sohn des „Unionsbrauerei-Gründers“, Julius Schülein.

„Cenovis" bezeichnet eine „eiweißreiche Kraftnahrung“.
Der Firmenname setzt sich zusammen aus „cena“ = die Mahlzeit, „ovum“ = das Ei und „vis“ = die Kraft. 

Die „Cenovis-Werke“ übernehmen die Brauereigebäude der „Münchner-Kindl-Brauerei“ an der Rosenheimer Straße.

Der „Eisbach“ erhält 32 Kubikmeter Isarwasser in der Sekunde

München-Lehel * Der „Schwabinger Bach“ im Bereich des „Hauses der Kunst“ wird aufgelassen. 

Dafür erhält der „Eisbach“ nun 32 Kubikmeter Isarwasser in der Sekunde.

Gründung eines Ludwig-II.-Denkmalvereins

München-Isarvorstadt * Der „Verein zur Erbauung eines Monuments für Weiland Seine Majestät König Ludwig II. e.V.“ wird gegründet. Er wird die Summe von 185.000 Mark sammeln und den Auftrag für ein 3,40 Meter hohes und von Ferdinand von Miller entworfenes und gegossenes Denkmal auf der Corneliusbrücke erteilten.

Die Bautätigkeit für das „Gärtnerplatz-Viertel“ beginnen

München-Isarvorstadt * Die Bautätigkeit für das „Gärtnerplatz-Viertel“ - als ein planmäßig angelegtes typisches Mietshaus-Quartier - beginnen.

Der Franziskaner-Konvent erhält eine wertvolle Reliquie

München-Graggenau * Von besonderer Bedeutung für den Franziskaner-Konvent wird nun eine wertvolle Reliquie, nämlich ein Oberarmknochen des heiligen Antonius von Padua. Er ist als Geschenk Kaiser Ludwigs des Baiern nach München gelangt, jedoch in der Zeit der Großen Pest angeblich eingemauert worden.

Herzog Maximilian I. will vom „Isartor“ hin zum Fluss die Stadt erweitern

München * Im Zuge des Ausbaus der „Münchner Wallbefestigung“ will Herzog Maximilian I. auf dem Gelände vom „Isartor“ hin zum Fluss eine „Stadterweiterung“ vorantreiben und diese in die Stadtmauer einbinden.  

Als offizielle Begründung gibt er die Platznot sowie die Übervölkerung in der ummauerten Stadt und den Mangel an Mietwohnungen, beziehungsweise der zu hohen Mieten für die vorhandenen an.  
Dadurch sei für den wachsenden „Hofstaat“ und das „Hofgesinde“ keine ausreichende Unterkunft gesichert.  

Der „Münchner Rat“ wehrt sich heftigst gegen jede „Stadterweiterung“, da die Bürger, so seine Argumentation, für den Bau von Häusern zu arm seien und die wenigen Reichen kein Interesse hätten, ihr Vermögen in „Zinshäuser“ zu stecken, deren Erträgnisse nicht einmal die Zinsen für die Baukosten decken.  
Außerdem würden durch Neubauten vor den Toren der Stadt der Wert der Häuser in der Stadt gemindert und daneben die Mieten gesenkt werden.  

Der „Rat der Stadt München“ setzt sich durch und die „Stadterweiterung“ unterbleibt! 

Auflösung des „Frauenhaus“ ist nicht nachweisbar

München * Angaben, wonach Herzog Wilhelm V. das „Frauenhaus“ auflöst und sieben der „gemeinen Tochterlein“ freiwillig zu Nonnen und die anderen mit jungen Männern verheiratet werden, lassen sich nicht nachweisen. 

Der amerikanische Ku-Klux-Klan wird aufgelöst

USA * Der amerikanische Ku-Klux-Klan wird aufgelöst. 

Bierkeller zählen zu den „Volksbelustigungsorten“

München * Die Münchner Bierkeller sind in bürgerlichen Kreisen so populär, dass man sie zu den „Volksbelustigungsorten“ zählt.

Der „Bundesfinanzhof“ bekommt einen Erweiterungsbau

München-Bogenhausen * Errichtung eines Erweiterungsbaues zur Unterbringung der Bibliothek und der Dokumentationsstelle des „Bundesfinanzhofs“ in der Ismaninger Straße. 

Die Münchner Trinkwasserversorgung

München * Die „städtischen Brunnwerke“ speisen 60 öffentliche Brunnen und 2.203 Häuser.

Auf die „Hofbrunnwerke“ fallen neun öffentliche Brunnen und 960 Häuser.

Das Rohrsystem ist 120 Kilometer lang. Davon entfallen 80 Kilometer auf die Stadt und 40 Kilometer auf den „Hof“

Von den 7.382 Anwesen der Stadt sind 4,219, also 57 Prozent, ohne laufendes Wasser.

Es hat den Anschein, „die ganze Au sei in der Stadt gewesen“

Au - München * Nach einer Stadtbeschreibung hat es an den Abenden den Anschein, „die ganze Au sei in der Stadt gewesen“.

Der Namensgeber Georg von Reichenbach

München-Isarvorstadt * Die Reichenbachstraße und Reichenbachbrücke wird nach Georg von Reichenbach benannt.

Die Büste des Mitglieds der „Baierischen Akademie der Wissenschaften“ wurde inzwischen in der „Ruhmeshalle“ aufgenommen.

Die „Lederfirma Adler und Oppenheimer“ kauft die Giesinger Lederfabrik

Untergiesing * Im „Inflationsjahr“ 1923 kaufte die Berliner „Lederfirma Adler und Oppenheimer“ die Aktienmehrheit an dem Giesinger Unternehmen auf.

In Folge der „Rezession auf dem internationalen Ledermarkt“ entschloss sich die Firma, ihre Münchner Niederlassung aufzulösen.

Das riesige Firmengelände verkaufte sie - mit Gewinn - an die „Münchner Siedlungs-GmbH“.

Der „Arm des heiligen Antonius“ wird wiederentdeckt

München-Graggenau * Im Münchner „Franziskaner-Kloster“ wird der „Arm des heiligen Antonius“ wiederentdeckt.  

Nach ihrer Wiederauffindung des in der Zeit der „Großen Pest“ eingemauerten Oberarmknochens bildet die „Reliquie des hl. Antonius“ das Ziel zahlreicher Wallfahrer.  
Den „Antonius-Arm“ hatte Ludwig IV. „der Baier“ nach München gebracht, doch während eines Stadtbrandes ist er „verloren“ gegangen.  

Die „Franziskaner“ wollen mit dem „Antonius-Arm“ an den Triumph der „Andechser Reliquien“ anknüpfen.  

Doch der „Antonius-Reliquie“ gelingt es nicht, München zum „Wallfahrtsort“ zu machen.

Wiederaufnahme des Verfahrens zum „Wiesn-Attenat“ verweigert

Karlsruhe * Die „Generalbundesanwaltschaft“ verweigert eine Wiederaufnahme des Verfahrens zum „Wiesn-Attenat“

Herzog Wilhelm V. beklagt sich über die „Unmoral“ in der Stadt

München * Herzog Wilhelm V. beklagt sich über die stark überhand nehmende „Unmoral“ in der Stadt.  

Dabei haben selbst die Repräsentanten der Amtskirche Probleme mit der eigenen „Lust“.  
Nur in einem sehr schwierigen Prozess gelingt es, die geistlichen Herren auf Dauer von ihren - „Schlafweiber“ genannten - „Konkubinen“ zu trennen. 

Die älteste Maulbeerallee in Deutschland

Heidelberg - Schwetzingen * In der klimatisch besser begünstigten Pfalz gibt es seit dem Jahr 1734 eine Seidenbaugesellschaft, die innerhalb von nur vier Jahren 12.000 Maulbeerbäume entlang der Straße zwischen Schwetzingen und Heidelberg anpflanzen lässt. Es dürfte damit die älteste Maulbeerallee in Deutschland sein.

Da die Maulbeerbäume bei den Pfälzern nicht sonderlich beliebt sind, nennt man die Bäume im Volksmund „Zwing-uff“, also „aufgezwungene Bäume“

Valentin Ludwig Fey geht in die „Kleinkinderbewahranstalt der Vorstadt Au“

Au * Valentin Ludwig Fey tritt in die „Kleinkinderbewahranstalt der Vorstadt Au“, in der Lilien-Ecke Ohlmüllerstraße, ein.

Der „Baierwein“ wird auf einer Fläche von 180 Hektar angebaut

Niederbayern-Oberpfalz * Der „Baierwein“ wird auf einer Fläche von 180 Hektar angebaut.

Die Gemeinde Bogenhausen will eingemeindet werden

Bogenhausen * Die Gemeinde Bogenhausen stellt erstmals den Antrag auf Eingemeindung nach München.

Eine Riesen-Defizit bei der „Haidhauser Armenpflege“

Haidhausen * Die Einnahmen der „Haidhauser Armenpflege“ liegen bei 4.872 Gulden, die Ausgaben bei 7.055 Gulden.

Das Defizit von 2.773 Gulden muss die Gemeindekasse übernehmen.

Unhaltbare Zustände in Haidhausen

Haidhausen * Die „Baierische Landesregierung“ gibt der „Hofmarkverwaltung“ die Schuld an den unhaltbaren Zuständen in Haidhausen, da sie „ständig ganz unvermögenden Leuten die Ansiedlung und Verehelichung genehmige, sich aber dann nicht mehr um sie bekümmere, so daß sie in Armut gerieten und zum Bettel ihre Zuflucht nehmen müßten, um ihren Lebensunterhalt zu gewinnen“.

Ein Teilungsvertrag zwischen Österreich und Frankreich

Wien - Paris * Ein Teilungsvertrag wird zwischen Österreich und Frankreich, das spanische Erbe betreffend, abgeschlossen.

Erneute Erweiterung des „Englischen Gartens“

München-Englischer Garten * Das 3,6 Hektar große „Rattenhuber-Grundstück“ wird als Parkfläche im „Englischen Garten“ angelegt.

Die Vision des Simon von Eichthal zum Eisenbahnbau

München * Die Vision von Simon von Eichthal, dem Bankier und Mitbegründer der Eisenbahngesellschaft München - Augsburg, zum Eisenbahnbau lautet:

„Die Großartigkeit des Unternehmens wird es dann auch möglich machen, im Inlande Anstalten ins Leben zu rufen, aus welchen Dampfwägen und alle diejenigen Gegenstände, welche zur Verfertigung und Befahrung der Eisenbahnen sonst aus England und den Niederlanden bezogen werden müssen, hervorgehen können“.

Den Kopf des „Ludwig-II.-Monuments“ an der „Corneliusbrücke“ aufgestellt

München-Isarvorstadt * Ein Abguss des Kopfes der „König-Ludwig-II.-Monuments“ wird im „Rosengarten“ an der „Corneliusbrücke“ aufgestellt.

In verschiedenen Etablissements werden die Filme vorgeführt

München * In verschiedenen Etablissements werden die Filme vorgeführt.

Feste „Filmtheater“ gibt es noch nicht. Neben „Konzertsälen“, verschiedenen „Theatern“, dem „Panoptikum“ und dem „Volksgarten“ dienen auch Gaststätten und Bierkeller als Filmvorführstätten.

Ein spiritueller Anziehungspunkt des Franziskaner-Klosters

München-Graggenau * Zu einem weiteren spirituellen Anziehungspunkt des Franziskaner-Klosters wird das Grab des am 29. April 1327 im Ruf der Heiligkeit verstorbenen Fraters Marquard Weismaler. Seine irdischen Überreste werden in einem Schrein auf den Altar erhoben und verehrt.

Die letzten Asservate des „Wiesn-Attentats“ vernichtet

Karlsruhe * Die letzten Asservate des „Wiesn-Attentats“, wie Bombensplitter und Körperteile, die sich keinem Opfer zuweisen lassen, werden vernichtet. 

Bei geklärten Fällen ist das gängige Praxis.

König Sigismund will das dreifache „Schisma“ beenden

Lodi * Der neue deutsche König Sigismund will das dreifache „Schisma“ ein für alle Mal beenden.
Neben religiösen Aspekten verbindet er damit die Hoffnung auf die Kaiserkrone.

Sigismund trifft sich mit Papst Johannes XXIII. in Lodi und zwingt diesen zur Einberufung des „Konzils von Konstanz“

Die Herzöge halten strenge Aufsicht über die „Konkubinen“ der Geistlichen

München * Spätestens seit der Beendigung des „Trienter Konzils“ führen die Herzöge eine strenge Aufsicht über die „Konkubinen“ der Geistlichen. 

Die „Schongauer Hexenverfolgung“ endet mit der Hinrichtung von 63 Frauen

Schongau * Nach einem drei Jahre dauernden Prozess endet die „Schongauer Hexenverfolgung“ mit der Hinrichtung von 63 Frauen durch das Schwert.

Die Leichen der „Hexen“ werden anschließend verbrannt. 

Das Ende des Rügebrauchs vor Gericht

Miesbach * Insgesamt 98 „Verdächtigte“ des „Haberfeldtreibens“ vom 7./8. Oktober 1893 in Miesbach werden angeklagt.

95 Angeklagte werden wegen „Landfriedensbruch“ zu Gefängnisstrafen von neun Monaten bis zu einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.

Der Polizei- und Justizerfolg bringt das Ende des „Rügebrauchs“.
Zwischen 1901 und 1922 werden nur noch vier „Haberfeldtreiben“ gezählt. 

Kurfürst Max III. Joseph erlässt ein Hexenmandat

München * Das „Baierische Mandat gegen Aberglauben, Zauberei, Hexerei und andere sträfliche Teufelskünste“ wird durch Kurfürst Max III. Joseph erneuert. Es handelt sich dabei um eine fast wörtliche Wiederholung des Textes aus dem Jahr 1611 beziehungsweise 1665. 

„Die demokratisierende Macht des Bieres“

München * Paul Heyse schreibt: „Die demokratisierende Macht des Bieres hatte doch eine Annäherung bewirkt.

Der geringste Arbeiter war sich bewusst, dass der hochgeborene Fürst und Graf keinen besseren Trunk sich verschaffen konnte als er; die Gleichheit vor dem Nationalgetränk milderte den Druck der sozialen Gegensätze.

Und wenn im Frühling noch der Bock hinzukam, konnte man in manchen Wirtsgärten eine so gemischte Gesellschaft zwanglos beisammen finden, wie sie in Berlin nirgends anzutreffen war“.

Im „Betz‘schen Wirtshaus“ wird als Attraktion ein Karussell aufgestellt

Bogenhausen * Im „Betz‘schen Wirtshaus“ in Bogenhausen wird als besondere Attraktion in einem Holzpavillon ein Karussell aufgestellt.

Die Figuren und Wagen kommen 1920 ins „Münchner Stadtmuseum“. Sie gelten als die weltweit ältesten erhaltenen Teile eines volkstümlichen Karussells.

München verfügt über 1.771 „bürgerliche Gerechtigkeiten“

München * München verfügt über 1.771 „bürgerliche Gerechtigkeiten“, einschließlich des „Handels“.

Schauspieler haben einen schlechten Leumund

München * In der „Haußpolicey“ findet man zu den Schauspielern folgenden Text: 

„Nicht die geringste ursach warumb die Jugent in die unzucht und geilheit gerahtet seind die Comedien Spektackel und Schawspiel / welche an etlichen orten an den Fürstlichen Höfen oder in den Heusern der Mechtigen oder in den offentlichen darzu bestimbten Heusern gehalten werden. 

Dann sie [die Schauspieler] seindt gemeinklich eitele / liderliche / verschlagene / arglistige / unverschambte und gottlose leut / ja was mehr ist / man findt under jhnen Landverwisene / ehvergessene / Landstürtzer / Zigeiner und arge Ketzer.“

Es ist die Zeit der „Gegenreformation“ und schon deshalb hat alleine das „Schauspiel der Jesuiten“ Niveau und ist staatlicherseits legitimiert worden.

Ignaz von Döllinger wird „Präsident der Akademie der Wissenschaften“

München * König Ludwig II. ernennt Ignaz von Döllinger zum „Präsidenten der Bayerischen Akademie der Wissenschaften“.

Die „Universitäten“ Oxford, Edinburgh, Wien und Marburg verliehen ihm die „Ehrendoktorwürde“.

38 Masttiere werden in den Ställen der „Ökonomiegebäude“ gehalten

München-Englischer Garten - Lehel * 38 Masttiere werden in den Ställen der „Ökonomiegebäude“ beim „Chinesischen Turm“ gehalten.

Joseph Anton von Maffei leitet die väterliche Tabakfabrik im Lehel

München-Lehel * Joseph Anton von Maffei leitet als Pächter die väterliche Tabakfabrik im Lehel.

Carl Gabriel eröffnet sein erstes „Kinematographentheater“

Berlin * Carl Gabriel eröffnet sein erstes „Kinematographentheater“ in Berlin.

Herzog Ludwig „der Brandenburger“ teilt seine Länder

München * Herzog Ludwig „der Brandenburger“ teilt seine Länder.

Die „Markgrafschaft Brandenburg“ übergibt er seinen jüngeren Halbbrüdern Ludwig „den Römer“ und Otto. Er selbst behält sich Oberbaiern.

Damit reicht das baierische Herrschaftsgebiet von der Donau im Norden bis nach Trient.

Seine Regierungssitze sind der „Alte Hof“ in München und „Schloss Tirol“.

Wegen „Nachlässigkeit im Kampf gegen die Konkubinen“ bestraft

München * Der Rat der Stadt wird von Herzog Wilhelm V. wegen „Nachlässigkeit im Kampf gegen die Konkubinen“ zu einer Geldstrafe von 500 Gulden verurteilt. 

Karl Valentin tritt als „Blödsinnkönig Valentin“ auf

München * Karl Valentin tritt als „Blödsinnkönig Valentin“ auf.

Das Betz‘sche Wirtshaus wird als repräsentative Gaststätte neu gebaut

München-Bogenhausen * Das Betz‘sche Wirtshaus in Bogenhausen wird als repräsentative Gaststätte neu gebaut. In ihr gibt es die „Millionärs-Trinkstube“, in der sich unter anderen die „Heiligen Drei Könige von Bogenhausen“ treffen: Selmayr, Kaffl und der Wirt Betz.

München verfügt über 1.397 „bürgerliche Gerechtigkeiten“

München * München verfügt über 1.397 „bürgerliche Gerechtigkeiten“, einschließlich des „Handels“.

Das bedeutet einen Rückgang von 374 „Gerechtigkeiten“ gegenüber dem Jahr 1618 - trotz des Anstiegs der Bevölkerungszahlen.

Das „Theater der breiten Masse“ wird heftig kritisiert

München * Im „Morgenblatt für gebildete Stände“ heißt es zum Theater der breiten Masse:

„Endlich sind die bretternen Bühnen, auf welchen Schweiger und Lorenzoni den Sommer hindurch unser Publikum belustigen, geschlossen. Trauriges Zeichen der Zeit, wenn solche Gesellschaften auf eine sichere und im Verhältnis zu ihrem Werte glänzende Unterstützung zählen dürfen!

Manches Stück, das auf unserem Nationaltheater nicht ohne allen Eifer gespielt ward, fand ein leeres Haus, indessen Lorenzonis und Schweigers Hütten mit Zuschauern aller Stände angefüllt waren. [...] Dass übrigens beide Banden auf den ästhetischen Sinn unseres Publikums nachteilig einwirken, ist nicht zu bezweifeln.

Der häufige Anblick des Rohen, Plumpen und Ungeschliffenen, die gänzliche Geschmacklosigkeit, die in der Komposition und Deklamation der Stücke liegt, die Misstöne, welche besonders in den Singspielen unzählig sind, erzeugen Nachlässigkeit im Urteil und jene ärgerliche Genügsamkeit, die immer nur um den billigen Preis lachen will“.

Der „Chinesische Turm“ erhält eine neue Schindelbedeckung

München-Englischer Garten - Lehel * Der „Chinesische Turm“ erhält eine neue Schindelbedeckung.

Satte 20 Prozent Dividende bei der „Nürnberg - Fürther Privateisenbahn“

Nürnberg - Fürth * Die „Nürnberg - Fürther Privateisenbahn“ erfüllt ihren Aktionären die Hoffnung auf's schnelle Geld.

Satte 20 Prozent Dividende werden ausgeschüttet und lassen die Aktien auf ein Vielfaches ihres Nennwerts steigen.

Verheiratete Frauen dürfen ein Bankkonto eröffnen

Bundesrepublik Deutschland - Bonn * Verheiratete Frauen dürfen ein Bankkonto eröffnen.

Josef von Baader erfindet eine „Wassertretmaschine

Schloss Nymphenburg * Der „Oberstbergrat“ Josef von Baader erfindet eine „Wassertretmaschine", mit der er über die Nymphenburger Parkseen „radeln" kann.

Diese „Spielerei", wie er seine Erfindung selbst nennt, bringt ihn auf die Idee,ein ähnliches Fahrzeug auch für die Straße zu bauen.

Ganz aus Holz bastelt er dieses anno 1805 zusammen und unternimmt damit mehrere Versuchsfahrten zwischen München und Nymphenburg.
Baader gilt seither als der erste Mensch, der „sich mit Hilfe von zwei Rädern fortbewegen konnte".

Eine große Gründungswelle an „Kinematographentheatern“

München * In Deutschland setzt eine große Gründungswelle an „Kinematographentheatern“ ein.

Das „Mahnmal für die Opfer des Wiesn-Attentats“ wird neu gestaltet

München-Theresienwiese * Das „Mahnmal für die Opfer des Wiesn-Attentats“ wird neu gestaltet.

Die 1981 durch Friedrich Koller entworfene, bronzene Stele ist von ihm um eine halbrunde, durchlöcherte Stahlwand erweitert worden, die an die Streukraft der Bombe erinnern soll. 

Eine Eisenbahnstrecke zum Starnberger See

München - Starnberg * Der weitere Ausbau des Eisenbahn-Streckennetzes wird angegangen.

Ulrich Himbsel, der ehemalige „Baudirektor der München-Augsburger-Eisenbahngesellschaft“, beginnt, trotz der anfänglich auftretenden Probleme mit der Finanzierung, mit dem Streckenbau zu dem „an Naturschönheiten so reichen Starnberger See“.   

Die Linie zweigt hinter Pasing nach Süden ab und erfreut sich beim „gebirgssinnigen Münchner Publikum“ bald großer Beliebtheit. 

„Die ganz ungescheucht in der Au sich aufhaltenden Huren“ weggejagt

München - Au * Der „Hofoberrichter“ Pistorini brüstet sich damit, er habe „die ganz ungescheucht in der Au sich aufhaltenden Huren“ mit öffentlichen Spott davongejagt. 

Der Karl-Valentin-Film „Erbsen mit Speck“ entsteht

München * Der Karl-Valentin-Film „Erbsen mit Speck“, auch unter dem Titel „Ein Teller Erbsensuppe“ genannt, entsteht. 

Der Film ist verschollen.

Die späteren „Togal-Werke“ werden gegründet

München-Ludwigsvorstadt * Das Unternehmen „Pharmacia M. Schmidt & Co“, die späteren „Togal-Werke“, wird in gemieteten Räumen in der Goethe- und Schillerstraße gegründet.

4 Mitarbeiter hat das Unternehmen.

Der „Augsburger Schied“ vom 14. Juni 1158 wird erstmals veröffentlicht

Salzburg * Der „Augsburger Schied“ vom 14. Juni 1158, Münchens 34 x 44 Zentimeter große Geburtsurkunde aus Pergament, wird erstmals in Wiguläus Hunds „Metropolos Salzburgensis“ veröffentlicht.

Die Urkunde fällt in dem umfangreichen Werk aber kaum auf.

„Handwerks-Gerechtigkeiten“ können vererbt oder verkauft werden

München * Der Rat genehmigt dem „Münchner Zunfthandwerk“, dass sie ihre an die Person gebundene „Gerechtigkeit“ vererben oder verkaufen können. 

Das führt dazu, dass der „Erwerb einer Gerechtigkeit“ immer unerschwinglicher wird und sich vermögende Handwerker „Gerechtigkeiten“ kaufen und „ruhen“ lassen.

Wozu denn soll der Bauer Lesen und Schreiben lernen?

München * Die staatlich angestrebte „Schulreform“ stößt auf harten Widerstand. 

Der „Erzpriester“ Martin Joseph Jacabin meint: „Wozu denn sollte der Bauer Lesen und Schreiben lernen! [...]

Der Allmächtige Gott hat auch dem des Lesens und Schreibens unkundigen Landvolk genügsame Kräfte gegeben, dasjenige begreifen zu können, was zu seiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt erforderlich ist. [...] So lang man, sozusagen, ein einziges Buch gehabt, war fast alles fromm und heilig“.

Eine überdachte Holzbrücke über die Isar

München-Englischer Garten - Isarinsel Oberföhring * Eine überdachte Holzbrücke über die Isar verbindet den „Englischen Garten“ mit der 22 Hektar großen „Isarinsel Oberföhring“.

Die höhere Besteuerung von berufstätigen Frauen wird abgeschafft

Bundesrepublik Deutschland - Bonn * Die Steuervorschrift, wonach berufstätige Ehefrauen höher besteuert - und damit „ins Haus zurückgeführt“ werden, wird aufgehoben.

Die Münchner Fahrrad-Vereine bieten Attraktionen

München * In München kämpfen neben dem „Münchner-Velociped-Club“ noch zwei weitere „Fahrradvereine“ um die Gunst des Publikums: der „Münchner Bicyle Club“ und „Bavaria“.

Sie brauchen jetzt selbstverständlich auch eine Bahn und so wird am „Heumarkt“ an der Kapuzinerstraße eine 400 Meter lange Strecke eröffnet, die sich allerdings als unzweckmäßig erweist.

Daher entsteht kurze Zeit später auf der „Theresienwiese“ eine neue Bahn - mit einem eingebauten Hügel als Hindernis -, die auf dem „Oktoberfest“ mit den „Wiesenrennen“ eine zusätzliche Attraktion bietet.

Die „Franziskaner“ streiten um die Zulässigkeit der regelmäßigen Einkünfte

München-Graggenau * Über die Zulässigkeit der regelmäßigen Einkünfte und über den Umgang mit ihrem Grundbesitz kommt es innerhalb des „Franziskaner-Ordens“ zum Streit.

Die Eisenbahn wird bis zum „Königreich Württemberg“ weitergebaut

München - Augsburg - Württemberg * Die Eisenbahnstrecke München - Augsburg wird bis an die Grenze zum „Königreich Württemberg“ weitergebaut. 

Der „Ausbau des Torweges am Isartor“ wird wieder aufgegriffen

München-Isarvorstadt * Das Projekt „Ausbau des Torweges am Isartor“ wird wieder aufgegriffen.

Der Grund liegt in dem seit dem Ende des 18. Jahrhunderts zunehmenden Verkehr durch das „Isartor“.  

Sowohl München als auch die Gemeinden rechts der Isar sind enorm angewachsen.  
Dem entsprechend erhöht sich auch der tägliche Pendelverkehr.  

War die Ausfallstraße zu Rumfords Zeiten noch mit 28 Fuß [ca. 8,40 Meter] geplant worden, so fordert man jetzt eine Breite von 48 Fuß [ca. 14,40 Meter].  
Die Regierung erhöht die Straßenbreite am 1. September 1807 sogar auf 100 Fuß. 

Erstmals wird eine Bronzemadonna auf eine Marmorsäule gestellt

Udine * Erstmals wird in Udine eine Bronzemadonna auf eine Marmorsäule gestellt. 

In Oberstdorf werden noch einmal 68 Frauen als „Hexen“ verbrannt

Oberstdorf * In dem zum „Hochstift Augsburg“ gehörenden Oberstdorf werden zwischen 1590 und 1592 noch einmal 68 Frauen als „Hexen“ verbrannt. 

Eine Seidenzucht-Kommission zur Förderung der Seide

München * Um die Seidenzucht zu fördern, ernennt Kurfürst Max III. Joseph eine „Seidenzucht-Commission“. Die „Ministris und Räthe“ sollten die verschiedenen Aktivitäten koordinieren. 

Carl von Linde's „Kältemaschine“ erfüllt alle Erwartungen

München * Carl von Linde baut bei der Münchner „Spatenbrauerei“ die zweite, mit „Ammoniak“ betriebene „Kältemaschine“, die alle Erwartungen erfüllt.

Damit wird der Brauprozess berechenbarer und die Kosten kalkulierbarer.

Die „Pharmacia M. Schmidt & Co“ erwirbt die „Betz'sche Gaststätte“

München-Bogenhausen * Der Inhaber der Chemiefirma „Pharmacia M. Schmidt & Co“ Gerhard Schmidt erwirbt das Anwesen der ehemaligen „Gaststätte und Metzgerei Betz“ an der Ismaninger Straße.

Von 986 „Handwerksgerechtigkeiten“ ruhen insgesamt 66

München * Von 986 „Handwerksgerechtigkeiten“ ruhen insgesamt 66 - oder 6,7 Prozent.

Damit sind „Handwerksgesellen“ oder „auswärtige Handwerker“, die sich in München niederlassen wollten, gezwungen, sich unter „Hofschutz“ zu stellen, als „Pfuscher“ zu arbeiten oder sich in den Vororten niederzulassen, in denen kein „Zunftzwang“ besteht.

Emil Keßler und August Borsig gründen ihre Maschinenbauwerkstätten

Karlsruhe - Berlin * Die Ingenieure Emil Keßler in Karlsruhe und August Borsig in Berlin gründen ihre Maschinenbauwerkstätten.

Sie produzieren ihre ersten Lokomotiven - wie Joseph Anton von Maffei - im Jahr 1841.

Herzog Albrecht IV. zwingt die „Konventualen Franziskaner“ zum Abzug

München-Graggenau * Der regierende Herzog Albrecht IV. zwingt - mit päpstlicher Genehmigung und mit Ausnahme von drei reformwilligen Mönchen - die „Konventualen“ zum Abzug und initiiert gemeinsam mit Papst Sixtus IV. eine Reform des Münchner „Franziskanerordens“.

Das Kloster übernehmen nunmehr Pater der „alten Observanz“. Seit dieser Zeit gehen auch die anfallenden Baulasten des Klosters zu Lasten des Herzogs, da den „Observanten“ nach der strengen Auslegung der Armutsregel jedes Eigentum an den Gebäuden untersagt ist.

Der bayerische Staat kauft die Eisenbahn-Strecke zum Starnberger See

München - Starnberger See * Der bayerische Staat erwirbt die Eisenbahn-Strecke zum Starnberger See von Ulrich Himbsel. 

Der „Bildhauer“ Hubert Gerhard erschafft die „Mondsichelmadonna“

München * Der „Bildhauer“ Hubert Gerhard erschafft die mit 2,17 Meter überlebensgroße, ursprünglich feuervergoldete und als Bronzehohlguss hergestellte „Mondsichelmadonna“, die im Jahr 1638 auf der „Mariensäule“ Aufstellung fand.  

Sie gilt als das Hauptwerk Hubert Gerhards. 

Im „Pfleggericht Rettenberg“ werden 25 „Hexen“ ermordet

Rettenberg * In dem zum „Hochstift Augsburg“ gehörenden „Pfleggericht Rettenberg“ werden 25 „Hexen“ ermordet. 

Bürgerproteste verzögern das Togal-Genehmigungsverfahren

München-Bogenhausen * Aufgrund von Bürgerprotesten dauert das Genehmigungsverfahren für den Betrieb einer Chemieanlage des Pharma-Unternehmens „Pharmacia M. Schmidt & Co“, den späteren „Togal-Werken“, auf dem Anwesen des ehemaligen Betz‘schen Anwesens zehn Jahre lang.

Der „Marktbrunnen“ trägt die Bezeichnung „Fischbrunnen“

München-Graggenau * Der „Marktbrunnen“ trägt die Bezeichnung „Fischbrunnen“.

Bei ihm findet der „Fischmarkt“ statt.

Wolfgang Matthias Pindl wird „Schulmeister“ in Haidhausen

Haidhausen * Wolfgang Matthias Pindl wird „Schulmeister“ in Haidhausen.

Die jüdischem Geschäftsanteile der „Cenovis-Werke“ werden reduziert

München-Au * Die in jüdischem Besitz befindlichen Geschäftsanteile der „Cenovis-Werke“ werden auf 48,47 Prozent reduziert.

Damit wird zunächst die „Anerkennung als nichtjüdischer Betrieb“ erreicht.

Die „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig wird erbaut

Haidhausen * Die „Loretto-Kapelle“ oder später „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig wird aus Mitteln des verstorbenen „Verwalters des Leprosenhauses“, Schauermayr, erbaut.

Das winzige Kircherl reicht gerade bis zur heutigen ersten Bankreihe.

Ernst von Baiern wird zum Bischof von Hildesheim gewählt

Hildesheim * Der 19-jährige Ernst von Baiern wird zum Bischof von Hildesheim gewählt.

Weitere 6,6 Hektar Grünflächen können angelegt werden

München-Englischer Garten - München-Schwabing * Nach der Verlagerung von „Hochschulsportplätzen“ können weitere 6,6 Hektar Grünflächen angelegt werden.

Sie werden als „Schwabinger Bucht“ dem „Englischen Garten“ einverleibt.
Im Bereich der „Schwabinger Bucht“ werden im gleichen Jahr noch zwei neue Brücken errichtet.

Karl Rosipal spendet 30.000 Mark für ein „Glockenspiel“ am „Neuen Rathaus“

München-Graggenau * Karl Rosipal, ein vermögender und exzentrischer Münchner Kaufmann, spendet aus Anlass des hundertjährigen Bestehens seiner Modewarenfirma der Stadt München über 30.000 Mark für ein „Glockenspiel“ am „Neuen Rathaus“. 

Er trägt damit zu einer der bekanntesten und meistfotografiertesten Sehenswürdigkeit Münchens bei.

Ein neues Ludwig-II.-Denkmal in den Maximiliansanlagen

München-Haidhausen * In den Maximiliansanlagen, zwischen dem Maximilianeum und dem Friedensengel, an der Stelle, an der König Ludwig II. - eigens für die Werke seines verehrten Musikeridols Richard Wagner - ein Festspielhaus errichten lassen wollte, wird eine 2,60 Meter hohe Bronzestatue zu Ehren des bayerischen Märchenkönigs erstellt.

München-Untergiesing * Zur optimalen Straßenführung legt die Bahnverwaltung „einen Eisenbahndamm von der Brücke angefangen bis zum Berge von Giesing, und durch diesen einen aufsteigenden tiefen Einschnitt“ an. Damit wird Untergiesing in zwei Hälften zerschnitten.

Proteste der Untergiesinger stellen heraus, dass mit dem plumpen und unansehnlichen Bahndamm die Vorstadt in ihrer baulichen Entwicklung beeinträchtigt, dass zumindest die in der Nähe des Damms liegenden Grundstücke entwertet und der Bevölkerung eine „unästhetische und unerträgliche Last aufgebürdet“ wird.

Der Stadtrat befürchtet bei einem Bruch des Hochwasserdammes der Isar können die hereinströmenden Wassermassen große Teile Untergiesings überschwemmen. Statt des festen Bahndammes fordert man deshalb die Herstellung der Bahntrasse auf Pfeilern. Die Bahnverwaltung hält aber die vorgetragenen Hochwasserängste für stark übertrieben, da genügend Öffnungen für Straßen und Bäche vorgesehen sind. Gleichzeitig stellt sie die - berechtigte - Frage, ob eine leichtere Bauweise etwas an der Lautstärke und der Ästhetik ändern würde.

Zum Bau des Bahndamms wird auf der gesamten Strecke zwischen dem Bergeinschnitt und der „Braunauer Brücke“ ein sieben Meter hohes Holzgerüst aufgebaut. Diese Konstruktion trägt eine Rollbahn, mit der die Erdmassen aus dem Hangeinschnitt abtransportiert und anschließend auf beide Seiten der Holzkonstruktion herabgekippt werden. Das Holzgerüst verschwand nach und nach im aufgeschütteten Eisenbahndamm.

Zehn Monate sind dafür vorgesehen, um die 60.000 Kubikmeter Erdreich, die beim Aushub des Einschnitts zwischen dem Giesinger Berg und dem Ostbahnhof anfallen, auf den Bahndamm zu verteilen. Voraussetzung ist aber, dass die Bauarbeiter pro Tag rund 750 Waggons der Rollbahn mit Erdreich be- und entladen. Auf dem Streckenabschnitt sind drei Rollbahnzüge mit jeweils siebzehn Waggons ständig im Einsatz. Zu erheblichen Problemen führen nach der Inbetriebnahme der Bahnstrecke die Lärmentwicklung an der Eisenbahnbrücke am Kolumbusplatz und dem gesamten Weg des Damms. Der Lärmpegel war noch höher wie heute, da die Schienen ohne jede Geräuschdämmung direkt auf die eisernen Brückenläufe montiert worden waren.

Johann Dienstknecht gründet den „allerersten“ Filmverleih

München * Johann Dienstknecht gründet den „allerersten“ Filmverleih und wird damit bis zu seinem Tod im Februar 1910  der unumschränkte Herrscher auf dem Filmmarkt sein.

Herzog Albrecht IV. stiftet den „Franziskanern“ einen neuen „Hochaltar“

München-Graggenau - München-Lehel * Als sichtbaren Ausdruck ihrer Anteilnahme am Leben des Klosters stiftet Herzog Albrecht IV. und seine Gemahlin Kunigunde von Österreich den „Franziskaner-Barfüßern“ einen neuen, von Jan Polack im Stil der Münchner Spätgotik ausgeführten „Hochaltar“.

Er befindet sich heute als ein herausragendes Glanzstück im „Bayerischen Nationalmuseum“.

Neugestaltung des „Chorraumes“ der „Frauenkirche“

München-Kreuzviertel * Der alte „Drei­flügelaltar“ aus dem 15. Jahrhundert wird im Rahmen der Neugestaltung des „Chorraumes“ der „Frauenkirche“ abgerissen.  

An seine Stelle tritt ein Provisorium, für das die von Hubert Gerhard geschaffene „Madonna mit dem Kind“ verwendet wird.  
Allerdings fehlt dieser Lösung die absolut nötige Monumentalität für den Chorabschluss der „Frauenkirche“

Peter Binsfelds Buch erscheint in München in deutscher Sprache

München * Peter Binsfelds Buch „Von Bekanntnuss der Zauberer und Hexen“ erscheint in München in deutscher Sprache.

Der Münchner „Stadtgerichtsassessor“ Bernhard Vogel hat das Werk aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt.
Der „Verleger“ Adam Berg lässt es im Einverständnis mit dem „Geistlichen Rat“ drucken.

Gewidmet ist das Buch „Von Bekanntnuss der Zauberer und Hexen“ Herzog Ferdinand, der den „Schongauer Hexenprozess“ der Jahre 1589/90 führte und nachträglich für seine abscheuliche Tat gerühmt werden soll.

Adam Berg schreibt im Vorwort des Buches, dass es gerade jetzt notwendig sei, da man „zu diser zeit etliche Personen finden möchte, die sagen dörfften, man thue den Leuthen unrecht“.  
Das Buch verfolge also vornehmlich den Zweck, „das diejenigen, so irgent hierinn zweiflen, ein Bericht haben und nit also freventlich die hohe Obrigkeit in Straffung solcher Laster urtheilen und Nachreden“

Noch mehr Maulbeerbäume

München * Kurfürst Max III. Joseph gibt erneut einen Erlass heraus, wonach überall Maulbeerbäume anzupflanzen sind.

Schon wenige Jahre später gibt es tatsächlich mehrere Zehntausend junge Maulbeerbäume, darunter auch im „Hasen- und Hopfengarten im Schloss Nymphenburg“ oder im Schlossgarten der Burg Trausnitz in Landshut. 

München hat 101 „Weinwirtschaften“

München * München hat 101 „Weinwirtschaften“.

Der Stummfilm „Zirkus Schnabelmann“ wird gedreht

München * Karl Valentin, Liesl Karlstadt und August Junker spielen die Hauptrollen in dem Stummfilm „Zirkus Schnabelmann“.

Der Film ist verschollen.

Das bekannte Schmerzmittel „Togal“ wird in 46 Ländern verkauft

München-Bogenhausen * Das bekannte Schmerzmittel „Togal“ wird in 46 Ländern verkauft.

Streit zwischen den Münchner und den Auer „Schneidern“

München - Au * Der Herzog muss einen Streit zwischen den Münchner und den Auer „Schneidern“ schlichten.

Es endet damit, dass die Münchner ihre Schmähungen und Herabsetzungen zurücknehmen müssen.

Dafür müssen es die Auer künftig unterlassen, mit Elle und Schere „auf die Stör“ in die Stadt zu kommen. Sie dürfen nur Schneiderarbeiten annehmen, die man ihnen bringt.

Wolfgang Schmid übernimmt die Haidhauser „Schulmeister-Stelle“

Haidhausen * Wolfgang Schmid übernimmt die Haidhauser „Schulmeister-Stelle“.

Die „Schauermayr‘sche Kapelle“ wird größer wieder aufgebaut

Haidhausen * Andreas Obermayr, der „Benefiziat der Nicolai-Kirche“ am Gasteig, lässt - ohne Erlaubnis - die „Schauermayr‘sche Kapelle“ abreißen und neu und größer wieder aufbauen.

Ernst von Baiern wird auch noch das Bistum Lüttich übertragen

Lüttich * Dem 26-jährigen Ernst von Baiern wird auch noch das Bistum Lüttich übertragen.  

Damit ist er Herr über die drei Bistümer Freising, Hildesheim und Lüttich.

Pferdehaltung zur Bewirtschaftung der „Baumschule“

München-Englischer Garten * Zur Bewirtschaftung der „Baumschule“ und zum Einsammeln von Abfällen werden im „Englischen Garten“ Pferde gehalten.

Eine Kirche in oder in der Nähe von Berg am Laim wird erbaut

Berg am Laim * Eine Kirche in oder in der Nähe von Berg am Laim wird während der Amtszeit des Bischofs Atto (783 bis 811) erbaut.

Ob es sich dabei um die Baumkirchner Stephanskirche handelte, ist nicht sicher.

Die systematische „Kanalisierung“ Münchens wird in Angriff genommen

München * Die Stadtverwaltung nimmt die systematische „Kanalisierung“ Münchens in Angriff.

Das unterirdische Röhrensystem wächst bis zur Jahrhundertwende auf eine Länge von 225 Kilometern an.

Prinz Leopold ist ein gern gesehener Gast im „Imperial-Thater“

München * Prinz Leopold ist ein gern gesehener Gast im „Imperial-Thater“.

Die „Neuveste“ wird zur ständigen Residenz ausgebaut

München-Graggenau * Die Nachfolger des Baiernherzogs Albrecht IV. erweitern die „Neuveste“ und bauen sie zu ihrer ständigen Residenz - als Ersatz für den „Alten Hof“ - aus.

Damit befindet sich das „Franziskanerkloster“ in unmittelbarer Nachbarschaft zur „Residenz“ und kann von dort aus sogar direkt betreten werden.

Papst Paul V. lässt eine Bronze-Madonna auf eine antike Säule stellen

Rom * Papst Paul V. lässt die Bronzefigur einer „Maria Immaculata“ in Rom bei „Santa Maria Maggiore“ auf eine antike Säule stellen. 

Carl von Linde gründet die „Gesellschaft für Lindes Eismaschinen AG“

Wiesbaden * Carl von Linde gibt seine akademische Laufbahn auf und gründet in Wiesbaden die „Gesellschaft für Lindes Eismaschinen AG“.

Der Film „Die Schönheitskonkurrenz oder: Das Urteil des Paris“ entsteht

München * Dreharbeiten zu dem Stummfilm „Die Schönheitskonkurrenz oder: Das Urteil des Paris“ mit Karl Valentin und August Junker.

Ein „Brothäusl“ der Münchner Bäcker auf dem Gasteigberg

Au * Die Münchner Bäcker errichten - sehr zum Ärger der Auer Bäcker - ein „Brothäusl“ auf dem innerhalb des „Münchner Burgfriedens“ gelegenen Gasteigbergs.

Joseph Fackler wird Haidhauser „Schulmeister“

Haidhausen * Joseph Fackler wird Haidhauser „Schulmeister“.

Die Südhälfte der „Theresienwiese“ wird als „Pferderennplatz“ ausgebaut

München-Theresienwiese * Die Südhälfte der „Theresienwiese“ wird ganz als „Pferderennplatz“ ausgebaut und die „Budenstadt“ auf den Nordteil beschränkt.

Sämtliche Straßen der „Budenstadt“ werden geteert.

Die Reichenhaller Salzsiedestellen gehören Herzog Wilhelm IV.

Reichenhall - München * Die Reichenhaller Salzsiedestellen gehen in den Besitz Herzog Wilhelm IV. über.

Damit verfügt er über das einträgliche Monopol für die Salzgewinnung. 

Bei der Rückkehr von der Kurtisane erwischt

Rom * Herzog Ernst von Baiern, Bischof von Freising und Hildesheim, wird in Rom ertappt, wie er frühmorgens - von einer Kurtisane kommend - über eine Strickleiter in sein Quartier zurückkehrt.

In der Gyslingstraße wird ein neuer „Kiosk“ gebaut

München-Englischer Garten - Hirschau * In der Gyslingstraße in der „Hirschau“ wird ein neuer „Kiosk“ gebaut.

Einführung einer neuen „Gemeindeordnung“

München * Mit der Einführung der neuen „Gemeindeordnung“ wird auch Bayerns Hauptstadt aus der Vormundschaft des Staates entlassen und die Stadt mit allen erforderlichen organisatorischen und finanziellen Kompetenzen ausgestattet.

Reform der altbaierischen „Franziskaner-Konvente“

München - Rom * Die nächste Reform der altbaierischen „Franziskaner-Konvente“ entspringt den kirchenpolitischen Vorstellungen des regierenden Herzogs Maximilian I..

Es geht dem die „Gegenreformation“ tragenden Herrscher um die innere Erneuerung der katholischen Kirche, damit sich diese erfolgreich gegenüber der lutherischen „Reformation“ behaupten und verloren gegangenes Terrain zumindestens teilweise zurückgewinnen kann. Er will Baiern zu einem gut verwalteten und modernen Zentralstaat ausbauen, der in alle Lebensbereiche seiner Untertanen eingreifen und diese beaufsichtigen soll. Dazu gehört auch die Übereinstimmung der kirchlichen und staatlichen Territorialgrenzen.

Ein Hauptziel liegt dabei in der Abtrennung der altbaierischen „Franziskanerkonvente“ von der „Observatenprovinz Straßburg“, um so eine baierische - und damit unabhängige, aber staatstreue - „Franziskanerprovinz“ zu errichten.

Zur Durchsetzung seiner Ziele besetzt Herzog Maximilian I. - obwohl keine besonderen Missstände im Münchner und den anderen baierischen „Franziskaner-Niederlassungen“ vorliegen - die Schlüsselpositionen und sogar halbe „Konvente“ mit italienischen „Riformati“, einer italienischen Reformgruppe innerhalb des Ordens, neu. Diese „Reformaten“ übernehmen als erstes und wichtigstes Kloster in Altbaiern den „Franziskaner-Konvent“ bei der „Münchner Residenz“.

Ein Altargemälde ersetzt die Bronze-Madonna

München-Kreuzviertel * Die „Madonnenplastik“ vom provisorischen Hochaltar der „Frauenkirche“ wird entfernt und durch ein riesiges Altargemälde von Peter Candid ersetzt, das allein schon im Format alles übertrifft, was es im baierischen Herzogtum an Altarbildern gibt, und das „Mariae Himmelfahrt“ zeigt.  

Die „Madonna“ wird 18 Jahre später auf der „Mariensäule“ wieder verwendet. 

Ein großer Verlust an Maulbeerbäumen

München * Als man für ganz München die Zahl der noch vorhandenen Maulbeerbäume ermittelt, muss man ernüchternd feststellen, dass nur noch 2.494 Bäume vorhanden sind. Dabei waren nur wenige Jahre zuvor alleine in Nymphenburg 4.000 Maulbeerbäume gestanden, weswegen der dortige Hasengarten in Maulbeergarten umbenannt worden war.

Als Ursache für den Baumverlust werden das ungewohnt kalte Klima, die übermäßige Entlaubung und mutwillige Beschädigungen genannt. Es wird aber auch die nachlässige Arbeit der Gärtner in den Plantagen gerügt. 

Die „Pferde-Trambahn“ fährt über den Weißenburger Platz

München-Haidhausen * Von 1878 bis 1889 fährt die „Pferde-Trambahn“ über den Weißenburger Platz. 

Aus dem „Zengerbräu“ wird die „Aktienbrauerei Bürgerliches Bräuhaus“

München-Haidhausen * Der „Zengerbräu“ wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und gleichzeitig in „Aktienbrauerei Bürgerliches Bräuhaus München“ umbenannt.

Karl Valentin spielt in dem Stummfilm „Der dritte Schlüssel“ einen Amtsdiener

München * Karl Valentin spielt in dem Stummfilm „Der dritte Schlüssel“ einen Amtsdiener.

Der Film ist verschollen.

Stephan Selmayr heiratet auf den Hanslmarterhof ein

Bogenhausen * Der vom Sedlhof in Finsing (Landkreis Erding) stammende Stephan Selmayr heiratet auf den Bogenhausener Hanslmarterhof ein.

Erste Ausstellungen von Karl Valentins „Alt-Münchner Bildersammlung“

München * Erste Ausstellungen von Karl Valentins „Alt-Münchner Bildersammlung“.

Im Münchner und Auer „Bäckerstreit“ wird ein Vergleich geschlossen

München - Au * Im Münchner und Auer „Bäckerstreit“ wird ein Vergleich geschlossen.

Seither dürfen die Auer jeden Mittwoch und Samstag ihr „Schwarzbrot“ am „Rindermarkt“ verkaufen.

Franz Joseph Schnabel wird „Schulmeister“ in Haidhausen

Haidhausen * Franz Joseph Schnabel wird „Schulmeister“ in Haidhausen.

Die „Altöttinger-Kapelle“ muss schon wieder renoviert werden

Haidhausen * Die „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig muss nach nur sieben Jahren schon wieder renoviert werden.

Die Planungen für eine „zentrale Wasserversorgung“ beginnen

München * Die Planungen für eine „zentrale Wasserversorgung“ beginnen.

Die Neugestaltung des „Hochaltars“ der „Frauenkirche“ ist abgeschlossen

München-Kreuzviertel * Die Neugestaltung des „Hochaltars“ der „Frauenkirche“ ist abgeschlossen. 

Im Königreich Preußen wachsen drei Millionen Maulbeerbäume

Königreich Preußen * Im Königreich Preußen wachsen drei Millionen Maulbeerbäume

Der „Irrenweg” wird in Balanstraße umbenannt

München-Au - München-Haidhausen * Die Balanstraße erhält ihren Namen erst, nachdem sich einige Anwohner des ursprünglich „Irrenweg” genannten Verkehrswegs gegen diese seit dem Jahr 1867 gültige amtliche Bezeichnung wenden.

Die neue Straßenbezeichnung leitet sich von der am 1. September 1870 tobenden Schlacht des nahe Sedan gelegenen Balan ab.  
An sie knüpfen sich „ruhmreiche Erinnerungen für die bayerische Armee, in Sonderheit für die Münchner Regimenter“

Der Stummfilm „Der ‚entflohene‘ Hauptdarsteller“ entsteht

München * Der Stummfilm „Der ‚entflohene‘ Hauptdarsteller“ entsteht.

Wahrscheinlich ist das Fragment „Karl Valentin und Liesl Karlstadt auf der Oktoberfestwiese“ diesem verschollenen Film zuzuordnen.

Joseph Selmayr junior wird „Bürgermeister“ von Bogenhausen

Bogenhausen * Joseph Selmayr junior wird mit 32 Jahren „Bürgermeister“ von Bogenhausen.

Der „Eingemeindungsbürgermeister“ bringt es noch zum „Landrat von Oberbayern“ und zum „Königlichen Kommerzienrat“.

Ein „Dekret“ gegen die allzu zahlreichen Handwerker

München - Au - Haidhausen - Giesing * Kurfürst Carl Theodor erlässt ein „Dekret“ gegen die allzu zahlreichen Handwerker des Münchner „Ostends“, in dem es heißt:

„Sie nehmen den bürgerlichen Handwerksleuten die Nahrung weg und verfallen doch bald dem Bettel und dem Almosen“.

Eine Ausstellung zur Erinnerung an Richard Wagner

München-Graggenau * In der Münchner Residenz wird eine Ausstellung zur Erinnerung an Richard Wagner eröffnet.

„Reichsstatthalter“ Franz Xaver Ritter von Epp stellt dabei fest: „Die Nationalsozialisten empfinden Wagner als den deutschesten Mann, den nur einer gleichen Blutes voll zu verstehen vermag“.

Die „Wasserversorgung aus dem Mangfalltal“

München * Die „Wasserversorgung aus dem Mangfalltal“ bringt reines, gesundes Wasser nach München.

Den „Verein bayerischer Kinematographeninteressenten“ gegründet

München * Auf Anregung von Carl Gabriel wird der „Verein bayerischer Kinematographeninteressenten“ als Interessensverband der Kinobesitzer gegründet.

Der Grund der Vereinsgründung ist der Versuch der Münchner „Lokalschulkommission“, ein „Kinderverbot im Kinematographentheater“ durchzusetzen.

Damit wäre ein treuer Kundenstamm des Kinos ausgeschlossen worden.

König Ludwig I. lässt „Nibelungensäle“ der Residenz ausmalen

München-Graggenau * König Ludwig I. lässt von Julius Schnorr von Carolsfeld die „Nibelungensäle“ im „Königsbau“ der Residenz ausmalen. 

Die „kaiserlich-katholischen Truppen“ besetzen Jütland

Jütland * Die „kaiserlich-katholischen Truppen“ besetzen Jütland. 

Der Jesuiten Petrus Canisius predigt die Hexenverfolgungen

München * Petrus Canisius, der wortgewaltige jesuitische Ordensprovinzial für Oberdeutschland, schreibt: „Überall bestraft man die Hexen, welche merkwürdig sich mehren.  Ihre Freveltaten sind entsetzlich. [...]  Man sah früher in Deutschland niemals die Leute so sehr dem Teufel ergeben und verschrieben. [...]  Sie schaffen viele durch ihre Teufelskünste aus der Welt und erregen Stürme und bringen furchtbares Unheil über Landleute und andere Christen. Nichts scheint gesichert zu sein gegen ihre entsetzlichen Künste und Kräfte“.

Ohne jeden Zweifel an der Existenz der Hexenverbrechen oder Kritik an den angewandten ungesetzlichen Inquistitionsverfahren, das gegen alle strafprozessrechtlichen Bestimmungen der „Carolina“ verstößt, predigt er im Augsburger Dom über die in Wiesensteig und im schwäbischen Raum stattfindenden Hexenverfolgungen.

Die juristischen und medizinischen Einwände interessieren den Jesuiten nicht. Für ihn steht die Theologie weit über der Jurisprudenz

Calvinistischen Seide-Fachkräfte in Baiern unerwünscht

Königreich Preußen * Im Königreich Preußen werden 14.000 Pfund Seide gewonnen.

Kurfürst Carl Theodor will da nicht Abseits stehen, doch ist für Baiern die Aufnahme von nicht-katholischen Personen, noch dazu Calvinisten, einfach unvorstellbar und kommt nicht in Frage. Auch dann nicht, wenn die Fachleute im eigenen Land fehlen. 

Stephan Selmayr wird Eigentümer des „Hansmarterhofs“

Bogenhausen * Mit der „Säkularisation“ wird Stephan Selmayr Eigentümer des „Hansmarterhofs“ in Bogenhausen.

Planungen, die Au als „Carlsvorstadt“ nach München einzugemeinden

München - Au * Um die Auer der polizeilichen und wirtschaftlichen Kontrolle der Stadt zu unterwerfen entsteht der Plan die Au als „Carlsvorstadt“ nach München einzugemeinden.

Die „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig wird umfassend erneuert

München-Haidhausen * Die „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig wird entfeuchtet, restauriert und umfassend erneuert.

Aus dieser Zeit stammt auch der Umgang mit den 14 Kreuzwegstationen aus Majolika.

Der „Kleinhesseloher See“ wird auf seine heutige Größe gebracht

München-Englischer Garten - Schwabing * Der künstlich auf einer Wiese angelegte „Kleinhesseloher See“ wird unter der Leitung von Friedrich Ludwig Sckell auf seine heutige Größe von acht Hektar gebracht.

Die Arbeiten dauern bis 1812.

Baumkirchen wird erstmals in einer Freisinger Urkunde erwähnt

Berg am Laim * Baumkirchen wird erstmals in einer Freisinger Urkunde als „Pouminunchirihum“ erwähnt.

Der Magistrat macht sich an die Beseitigung des Müllproblems

München * Nachdem die Trinkwasser- und Abwasserproblematik gelöst ist, macht sich der Magistrat an die Beseitigung des Müllproblems. Um die Entsorgung der Abfälle ist es äußerst schlecht bestellt. Von einer regelmäßigen Sammlung des festen Hausmülls ist man in München noch weit entfernt.

Die Bürger werfen ihre Abfälle weiterhin in eine der 2.700 Asche-, Kehricht- und Düngegruben, die jährlich mindestens einmal entleert werden müssen. Das war's dann schon, mehr Müllbeseitigung gibt es bis dahin noch nicht.

Ein Kinogründungs-Boom setzt ein

München * Mit dem Wegfall einer restriktiven, die Gewerbeordnung beschränkende „Polizeiordnung“ setzt ein Kinogründungs-Boom ein.

Ockhams Ansichten werden als „häretisch oder irrig“ bezeichnet

Avignon * Im abschließenden Gutachten werden von 51 Lehrsätzen Occhams 29 als „häretisch oder irrig“, die übrigen 22 als „möglicherweise falsch“ bezeichnet.

Unter anderem wurde Ockham des „Pelagianismus“ für schuldig befunden.
[Der „Pelagianismus“ lehrt, dass die menschliche Natur – von Gott stammend – auch göttlich ist und dass der sterbliche Wille in der Lage sei, ohne göttlichen Beistand zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.

Damit steht seiner Verurteilung durch Papst Johannes XXII. nichts mehr im Wege, doch Ockham bleibt bis 1328 als Angeklagter in Avignon und es kommt aus unbekannten Gründen zu keinem Urteil.

„Papa“ Steinicke eröffnet in der Adalbertstraße eine „Volkssänger-Bühne“

München-Maxvorstadt * Georg „Papa“ Steinicke im Hinterhof einer Buchhandlung in der Adalbertstraße eine „Volkssänger-Bühne“

König Max II. lässt auf der Residenz einen „Wintergarten“ errichten

München-Graggenau * König Max II. lässt im ersten Obergeschoss zwischen dem „Königsbau“ der „Residenz“, dem „Cuvilliés-Theater“ und dem „Nationaltheater“ einen „Wintergarten“ errichten. 

Die „kaiserlich-katholischen Truppen“ besetzen Mecklenburg und Pommern

Mecklenburg - Pommern * Die „kaiserlich-katholischen Truppen“ besetzen Mecklenburg und Pommern. 

Der Jesuitenpater Jeremias Drexel bekämpft die Hexen

München-Kreuzviertel * Der in München ansässige Jesuitenpater und Hofprediger Jeremias Drexel predigt in der Michaelskirche: „Oh ihr Feinde der göttlichen Ehre! Befiehlt denn nicht das göttliche Gesetz ausdrücklich: Die Zauberer sollst du nicht leben lassen? Hier rufe ich so laut ich kann und auf göttliches Geheiß zu den Bischöfen, Herren, Fürsten, Königen: Lasset die Zauberer nicht am Leben! Mit Feuer und Schwert muss diese entsetzliche Pest ausgerottet werden.

Ausgerissen muss dieses Unkraut werden, dass es nicht in übergroßer Fruchtbarkeit emporschieße, wie wir es leider sehen und beklagen. Ausgeräumt soll werden mit den Gottlosen, dass die Pest nicht weiter greift, brennen sollen die Aufrührer Gottes. [...].“

Insgesamt haben die Verfolgungsbefürworter am herzoglich-baierischen Hof ein größeres Gewicht als die kritischen Stimmen. 

Die Anbaufläche für Baierwein ist auf 50 Hektar geschrumpft

Königreich Bayern * Die Anbaufläche für Baierwein ist auf 50 Hektar geschrumpft.

Valentin Ludwig Fey besucht die Klenzeschule

München-Isarvorstadt * Der „Ernst des Lebens“ beginnt auch für Valentin Ludwig Fey. Er besucht die Klenzeschule.

Kaspar Selmayr übernimmt den „Hanslmarterhof“ in Bogenhausen

Bogenhausen * Kaspar Selmayr übernimmt den „Hanslmarterhof“ in Bogenhausen.

Das Haus Richard-Wagner-Straße 13 wird gebaut

München-Maxvorstadt * Das Haus Richard-Wagner-Straße 13, mit dem einladenden „Salve“ auf der Haustüre, wird gebaut.

In den vier Stockwerken befindet sich jeweils eine Wohnung mit fünf Zimmern.

Die „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig wird geschlossen

München-Haidhausen * Die „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig wird geschlossen, da die Wände durch die täglich rund 200 geopferten Kerzen vollständig geschwärzt sind.

Der „Kocherlball“ wird aus „Mangel an Sittlichkeit“ polizeilich verboten

München-Englischer Garten - Lehel * Der sogenannte „Kocherlball“ am „Chinesischen Turm“ im „Englischen Garten“ wird aus „Mangel an Sittlichkeit“ polizeilich verboten.

Bis dahin vergnügten sich sonntags ab fünf Uhr früh die „Dienstboten“.

Die Methoden der Müllbeseitigung studieren

München * Eine eigens gebildete Kommission geht auf Reisen, um in Frankfurt, Hannover, Bremen, Hamburg, Dresden, Leipzig, Prag und Berlin die dortigen Methoden der Müllbeseitigung zu studieren. Danach will man die Zustände in München ändern.

München hat 45 „Lichtspieltheater“

München * In München gibt es 45 „Lichtspieltheater“.

Zum Vergleich: 1909 waren es nur acht.

Im Hieronymiten-Kloster leben acht Patres und drei Laienbrüder

München-Lehel * Entgegen der Abmachung leben in dem kleinen Hieronymiten-Kloster neben der Sankt-Anna-Kirche“acht Patres und drei Laienbrüder.  

Zu dieser Zeit ist die Ausstattung der Rokoko-Kirche fast vollendet.   

Über dem Tabernakel des Hochaltars ist eine Marien-Ikone aus den Türkenkriegen aufgestellt worden, vor dem die Mönche täglich die Lauretanische Litanei beten, wofür sie als kurfürstliche Stiftung jeden Tag zwölf Maß Weißes Bier erhielten. 

König Gustav II. Adolf lässt sich einen dreijährigen Krieg finanzieren

Schweden * König Gustav II. Adolf lässt sich von den schwedischen „Ständen“ finanzielle Mittel „für einen Krieg von drei Jahren in Deutschland“ gewähren.  

Der Schwedenkönig sieht seine Vormachtstellung im Ostseeraum durch die Ausdehnung der Habsburger Macht in den Norden gefährdet. 

Karl Valentins Stummfilm „Verfilmte Anekdoten“ entsteht

München * Karl Valentins Stummfilm „Verfilmte Anekdoten“ entsteht.

Er ist verschollen.

Joseph Selmayr sen. ist Bauer auf dem „Hanslmarterhof“

Bogenhausen * Joseph Selmayr sen. ist Bauer auf dem Bogenhausener „Hanslmarterhof“.

Das „Gesetz über Wohnungseigentum“ ermöglicht Eigentumswohnungen

Bundesrepublik Deutschland - Bonn * Das „Gesetz über das Wohnungseigentum“ ermöglicht den Wunsch nach einer „dinglichen Sicherung von Wohnräumen für den Wohnungsinhaber“.

Damit besteht erneut die Möglichkeit der Teilung von Gebäuden in „Brucheigentum“.

Ein „bairisch-spanisches Heer“ marschiert in Köln ein

Köln * Als der „Erzbischof und Kurfürst von Köln“, Gebhard Truchseß von Waldburg, zum evangelischen Glauben übertreten, heiraten, aber auf seine Ämter nicht verzichten will, marschiert ein „bairisch-spanisches Heer“ in Köln ein und besiegt die Truppen des Truchseß.

Die Ortsbezeichnung Berg am Laim ist erstmals eindeutig

Berg am Laim * Durch den Zusatz „auf dem Laimb“ kann die Ortsbezeichnung „Berg“ erstmals Berg am Laim eindeutig zugeordnet werden.

Probleme der Abfallbeseitigung

München * Im Verwaltungsbericht „Über den Stand der Gemeindeangelegenheiten der königlichen Haupt- und Residenzstadt München“ werden die Zweifel an den bisherigen Methoden der Abfallsammlung deutlich formuliert.

Im Abschnitt „Reinlichkeitspolizei“ heißt es:
„Die innerhalb eines Anwesens sich ansammelnden Abfälle, insbesondere der sogenannte Hauskehricht (Kehricht, Asche, Küchenabfälle), sind in München bisher zumeist in Gruben aufgespeichert worden, welche jährlich mindestens einmal geleert werden mußten.
In diesem Kehricht befinden sich fäulniserregende Stoffe, welche die Träger von Krankheiten sein können.
Dies ist für die Gesundheit umso nachtheiliger, als erfahrungsgemäß die Verschlüsse jener Gruben schlechte sind, ein oftmaliges Öffnen derselben nicht vermieden werden kann, ja dieselben häufig wegen Überfüllung überhaupt offen stehen bleiben.
Die Sorge für die Gesundheit der Stadt verlangt eine rasche Entfernung dieser Stoffe [...] aus den genannten Anwesen.
Desgleichen verlangt die Gesundheitspflege, daß bis zu dem Zeitpunkt ihrer Entfernung die Stoffe in gut verschließbaren Behältern aufbewahrt bleiben.
Der Transport der Abfälle muß in gesicherter Weise stattfinden, sodaß weder sanitäre Gefahr entsteht, noch die Reinlichkeit verletzt wird“
.

Pfalz-Neuburg tritt aus der protestantischen „Union“ aus

Neuburg * Pfalz-Neuburg tritt aus der protestantischen „Union“ aus.

Mit dem Bau der „Erzgießerei“ wird begonnen

München-Maxvorstadt * „An der Straße nach Nymphenburg“ wird mit dem Bau der „Erzgießerei“ begonnen.

Ein neues Seidenhaus im Hofgarten

München-Graggenau * Kurfürst Carl Theodor lässt ein neues Seidenhaus am unteren Eingang des Hofgartens erbauen.

An dieser Stelle befand sich zuvor eine kostspielige Feigen-Baumpflanzung. Aus dem Gebäude wird später die Seidenhaus-Kaserne. Heute befindet sich an seiner Stelle die Bayerische Staatskanzlei

Der „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ gründet eine „Damenabteilung“

München-Au * Der „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ gründet eine „Damenabteilung“, die zugleich eine der Ersten im „Deutschen Reich“ ist. 

141 „Weinwirtschaften“ in München

München * Die Zahl der „Weinwirtschaften“ in München ist auf 141 angewachsen.

Der Stummfilm „Die Mysterien eines Frisiersalons“ wird gedreht

Schwabing * Unter der Regie von Erich Engel und Berthold Brecht entsteht der Stummfilm „Die Mysterien eines Frisiersalons“.

Er wird auf dem Speicher eines Hauses in der Tengstraße gedreht.

Karl Valentin lässt den Film aus dem Verkehr ziehen, nachdem er zufällig entdeckt, dass eine amerikanische Groteske den gleichen Inhalt erzählt.
Worum es sich handelte, ist allerdings unklar.

Joseph Selmayr jun. übernimmt den „Hansmarterhof“

Bogenhausen * Joseph Selmayr jun., der „Bürgermeister“ von Bogenhausen, übernimmt den „Hansmarterhof“.

Neben der Landwirtschaft betreibt er noch Ziegeleien an der Ismaninger Straße.

16,7 der 22,4 Hektar (~ 75 Prozent) Grund des entstehenden Villenviertels gehören Joseph Selmayr.

Die erste Isarbrücke entsteht

München * Die erste Isarbrücke entsteht.  

Der Verlauf der „Salzstraße“ findet sich heute in der „Einstein-“ und in der Fortsetzung in der „Inneren-Wiener-Straße“ wieder.  
Beim später entstandenen „Leprosenhaus“ führt sie über den Streckenabschnitt „Am Gasteig“ (= gacher Steig = steiler Weg) mit einem starken Gefälle hinunter zur Isar, die durch mehrere Inseln in viele Flussläufe geteilt ist. 

Die „Kunstgewerbeschule“ zieht an die Luisenstraße 37

München-Graggenau - München-Maxvorstadt * Die „Kunstgewerbeschule“ zieht von ihren Räumen am „Hofgarten“ in die umfangreich erweiterte ehemalige „Glasmalerschule“ an der Luisenstraße 37.

Die „Altöttinger-Kapelle“ kann neu eröffnet werden

München-Haidhausen * Nach ihrer Wiederherstellung kann die „Altöttinger-Kapelle“ neu eröffnet werden.

Der Kölner Kurfürst Ernst erhält noch das Bistum Münster

Münster * Der Kölner Kurfürst Ernst erhält - trotz seines Lebenswandels - noch das Bistum Münster.

Damit besitzt er die fünf Bistümer Köln, Freising, Hildesheim, Lüttich und Münster.

Verwilderte Maulbeerpflanzungen werden in Obstgärten umgewandelt

München * Kurfürst Max IV. Joseph erlässt die Anordnung, die inzwischen verwilderten Maulbeerpflanzungen in gewöhnliche Obstgärten umzuwandeln. Damit ist das Vorhaben, die Seidenzucht in München zu etablieren, wieder einmal gescheitert. 

Das Postgebäude am Ostbahnhof mit automatischer Telegraphenzentrale

München-Haidhausen * Das „Postgebäude München-Ostbahnhof mit automatischer Telegraphenzentrale“ wird gebaut.

Der „Ratskeller“ und der „Regieweinkeller“ werden doppelt so groß

München-Graggenau * Mit dem Ausbau des Neuen Rathauses wird der „Ratskeller“ von 956 qm auf 1.931 qm, und der „Regieweinkeller“ von 586 auf 1.697 qm vergrößert.

Die Bürgermeistervilla an der Ismaninger Straße 95

München-Bogenhausen * Die neubarocke, schlossartige Bürgermeistervilla an der Ismaninger Straße 95 wird für das Ehepaar Joseph und Pauline Selmayr auf dem Grund es ehemaligen Hansmarterhofs erbaut. Sie umgibt der Bürgermeistergarten.

Der Auer „Pfarrer“ Simon Knoll schreibt über Herbergen

München-Au - München-Haidhausen -München-Giesing * Der Auer „Pfarrer“ Simon Knoll schreibt: „Die Entstehung der sogenannten Herbergenhäuser setzt eine besitzlose Bevölkerungsklasse voraus, welcher die Mittel zu der bisher üblichen Niederlassung auf eigenem Grund und Boden fehlte, und sich daher auf anderweite ebenso rasche wie billige Weise die nöthigen Wohnräume zu verschaffen suchte. [...]

Fülglich läßt die Herstellung solcher Häuser den Zufluß einer Bevölkerung erkennen, welche in der Wahl der Niederlassung beschränkt, sich deshalb nur auf abgelegenen, vordem unbenutzte und selbst ungesunde Plätze zusammengedrängt sieht.

So entstanden die Herbergen aus dem Bedürfnis heraus, in Orten, in denen die Zahl der Hausstellen aus räumlicher Beengung nicht vermehrt werden konnte, den Bewohnern gleichwohl die rechtlichen und sozialen Vorteile der Eigentümerstellung zu gewähren.

In jenen Gegenden, in denen genügend Bauland zur Verfügung stand, waren Herbergen nicht üblich.“

Die „weibliche Abteilung der Kunstgewerbeschule“

München-Maxvorstadt * Die „weibliche Abteilung der Kunstgewerbeschule“ erhält in der Richard-Wagner-Straße 10 eine neue Unterkunft.

157 „Schülerinnen“ nehmen am Unterricht teil. Der Architekt ist Leonhard Romeis.

Erstmalige Nennung von Perlach

Perlach * Erstmalige Nennung von Perlach.

Das „Klärwerk Großlappen“ geht in Betrieb

München-Großlappen * Das „Klärwerk Großlappen“ geht in Betrieb.

Das Kino wird durch Prinzregent Ludwig III. Kino „hoffähig“

München-Hackenviertel * Prinzregent Ludwig III. wird mit seiner Gattin Maria Theresia bei ihrem Kinobesuch in Carl Gabriels „Sendlingertor-Lichtspielen“ gefilmt.

Seither ist das Kino „hoffähig“.

Friedrich von Gärtner beginnt mit den Planungen zum „Siegestor“

München-Maxvorstadt - Schwabing * Friedrich von Gärtner beginnt im Auftrag König Ludwigs I. mit den Planungen zum „Siegestor“.

Johann Martin von Wagner wird mit dem Skulpturenschmuck des „Siegestores“ beauftragt.

Das sogenannte Fünf-Prozent-Grün wird eingeführt

München - München-Haidhausen * Mit einer Ministerialentschließung wird das sogenannte „Fünf-Prozent-Grün“ eingeführt. Diese legt fest, dass in allen zu erstellenden Baulinienplänen fünf Prozent der Gesamtfläche als Grünanlagen und Spielplätze auszuweisen sind. Haidhausen und das Franzosenviertel ist mit Grünanlagen nicht gerade gesegnet. Eine Begründung lässt sich auch darin finden, dass eine Sicherung von Grünanlagen ohne staatliche Verordnung seinerzeit nicht denkbar ist. Daran hat sich übrigens bis heute nichts geändert.  

Bei der Bebauung eines Gebiets durch Terraingesellschaften sind die Flächen unentgeltlich an die Stadt abzutreten. Diese städtebaulich und sanitär bedeutende Entscheidung betrifft anfänglich nur die großen Grundbesitze, da die entsprechenden fünf Prozent hier auch tatsächlich eine größere zusammenhängende Fläche ergeben. Später werden die Fünf-Prozent-Flächen durch Grundabtausch erstellt.  

Zwar sind im Franzosenviertel mit dem Orleans-, Weißenburger-, Pariser- und Bordeauxplatz die ersten stadtteilbezogenen Grünanlagen geschaffen worden. Diese dienen jedoch mit ihren regelmäßigen Formen und überschaubaren Größen rein als Schmuckplätze und Mittelpunkt eines Wohngebiets. Zum Spielen und als Aufenthalt für Kinder sind sie jedoch nicht geeignet, da zudem noch der Straßenverkehr über diese Plätze führt. Zu diesem Zeitpunkt hat sich im dicht besiedelten Franzosenviertel lediglich noch zwischen Orleans-, Lothringer- und Pariser Straße ein unbebautes Areal erhalten: die Postwiese.  

Walter Heerde weist in seinem Haidhausen-Buch darauf hin, dass die Postwiese ihren Namen völlig zu unrecht trägt, „denn es handelte sich nicht um eine Wiese, sondern um eine große, häßliche Grube, die zwar von der Haidhauser Jugend von je her als Spielplatz und winterliche Rodelstätte benützt wurde, aber sonst einen Schandfleck und ein Sorgenkind Haidhausens bildete“

Der Haidhauser Lehm wird auf Tauglichkeit untersucht

Haidhausen * Die Stadt lässt einen „Ziegelmeister“ aus Straubing kommen, der den Haidhauser Lehm auf Tauglichkeit untersuchen soll. 

Gleichzeitig schickt die Stadtverwaltung Lehmproben nach Augsburg.

Das Ergebnis ist eine schallende Ohrfeige für die Münchner „Hafner“, weil die Augsburger eine wesentlich bessere Qualität an Ziegeln herstellen konnten als die Münchner. Damit war eindeutig bewiesen, am Material liegt es nicht.

Franz Pabenstuber taucht als „Schulmeister daselbst“ auf

Haidhausen * Ein Franziskus Pabenstuber taucht in einer Aufstellung der Haidhauser Hausbesitzer als „Schulmeister daselbst“ auf.

Von der „Kunstgewerbeschule“ zur „Staatsschule für angewandte Kunst“

München-Maxvorstadt * Die „Kunstgewerbeschule“ wird in „Staatsschule für angewandte Kunst“ umbenannt.

Oswald Schys von Peillenstein lässt drei Kreuze aufrichten

Haidhausen * Oswald Schys von Peillenstein, „Kurfürstlicher Geheimrat“, „Hofkammerpräsident“ und „Pfleger von Rottenburg“, kauft dem „Leprosenhaus“, dort, wo sich die Straße nach Rosenheim und die „Salzstraße“ zweigen, einen kleinen Platz ab.

Dort lässt er drei Kreuze aufrichten.

Der Englische Garten, eine der weltweit größten Parkanlagen

München-Englischer Garten * Wenn man die Maximiliansanlage, den Hofgarten und den Finanzgarten hinzu zählt, umfasst der Englische Garten eine Fläche von über 417 Hektar.

  • Die drei Bäche (Schwabinger Bach, Eisbach und Oberstjägermeisterbach) haben eine Länge von 8,5 Kilometern.
  • Von den 16 Hektar Wasserflächen ist der Kleinhesseloher See mit acht Hektar das größte Gewässer.
  • Das 78 Kilometer lange Wegenetz (davon 12 Kilometer Reitwege) beinhaltet auch über 100 Brücken und Stege.

Erstmalige Nennung von Sendling

Sendling * Erstmalige Nennung von Sendling.

Die „Gesellschaft Hausmüllverwertung München“

München - Puchheim * Die Stadtverwaltung schließt mit der „Gesellschaft Hausmüllverwertung München“ einen Vertrag, worin sich die Stadt verpflichtet, dieser Gesellschaft den „gesamten Hausunrat ohne Ausnahme“ zur Trennung in verwertbare und nicht verwertbare Teile zu überlassen.

Die Gesellschaft baut dafür in Puchheim eigens eine entsprechende Anlage.
Die Stadt sorgt dafür, dass der „Müll“ mit der Eisenbahn nach Puchheim transportiert wird.

Aufgabe der Gesellschaft ist es, aus dem „Hausmüll“ landwirtchaftlich verwertbaren Dünger herzustellen und die hierfür nicht geeigneten Bestandteile des Mülls „hygienisch einwandfrei zu verwerten“.
Ausgesondert werden Glas, Papier, Knochen, Lumpen und Metalle, außerdem Gummi, Kork und Holz.
Was übrig bleibt, wird auf unfruchtbarem Moorgrund aufgeschüttet.

Nach Darstellung der „Süddeutschen Sonntagspost“ ist danach der Moorboden so fruchtbar, dass darauf sogar Futterrüben angebaut werden können.

König Ferdinand II. wird vom ungarischen Reich als König anerkannt

Ungarn * König Ferdinand II. wird vom ungarischen Reich als König anerkannt.

Das Max-Joseph-Denkmal wird fertig gestellt

München-Maxvorstadt * Der nun in mehrere Teile aufgetrennte Guss für das Max-Joseph-Denkmal kann doch noch hergestellt werden. Das letzte Sockelrelief wird anno 1835 fertig. Vermutlich werden jetzt alle Teile im Sandgussverfahren hergestellt, da das Denkmal aus vielen, zum Teil beachtlich großen Einzelgussstücken besteht.

Das Denkmal wird in der Erzgießerei komplett zusammengebaut und danach in der Gänze auf den Max-Joseph-Platz gebracht. Das ist eine enorme Leistung, denn alleine die Königsfigur wiegt 7.800 Kilogramm.

Die „kurfürstliche Leibjägerei“ soll in das „Hieronymiten-Kloster“

München-Lehel * Die Regierung hat beschlossen, in den ehemaligen Klostergebäuden der „Hieronymiten“ die „kurfürstliche Leibjägerei“ und die „Gewehrkammer“ unterzubringen. 

Erfolgsanreize für die Seidenzucht

München * Das Generalcomité der Landwirtschaftlichen Gesellschaft gründet eine Deputation für die Seidenzucht. Doch bis zum Jahr 1824 dümpeln die Aktivitäten dieser Abteilung vor sich hin, obwohl König Max I. Joseph die Unternehmung unterstützt und als Erfolgsanreiz sogar Preise ausgesetzt werden. 

Die Münchner können ihren Durst in 120 „Weinwirtschaften“ stillen

München * Die Münchner Weintrinker können ihren Durst in 120 „Weinwirtschaften“ stillen.

Die „Akademie für angewandte Kunst“

München-Maxvorstadt * Die „Staatsschule für angewandte Kunst“ wird in „Akademie für angewandte Kunst“ umbenannt.

Erstmalige Nennung von Pasing und Gräfelfing

Pasing - Gräfelfing * Erstmalige Nennung von Pasing und Gräfelfing.

„Carl Gabriels Lichtspiele“ in der Dachauer Straße 16

München-Maxvorstadt„Gabriels Tonbildtheater“ in der Dachauer Straße 16 wird in „Carl Gabriels Lichtspiele“ umbenannt.

Die „Erzgießerei“ muss erneut erweitert werden

München-Maxvorstadt * Die „Erzgießerei“ in der Sandstraße, nahe dem heutigen Stiglmaierplatz, muss für den Guss der „Max I. Joseph-Statue“ noch einmal erweitert werden.

Philipp Apian erhält eine Professur an der „Universität Ingolstadt“

Ingolstadt * Der 21-jährige Philipp Apian übernimmt die Druckerei seines Vaters und erhält im selben Jahr eine Professur an der „Universität Ingolstadt“.   

Er lehrt hier Mathematik und beginnt parallel dazu ein Medizinstudium. 

Der „Glaspalast-Brunnen“ wird abgebaut und eingelagert

München-Maxvorstadt * Der Brunnen im „Münchner Glaspalast“ am „Alten Botanischen Garten“ wird abgebaut und im Bauhof eingelagert. 

Die Sanierung der „Parkanlage am Tassiloplatz“ ist abgeschlossen

München-Au * Die Erneuerung und Sanierung der „Parkanlage am Tassiloplatz“ hat - neben einem hohen Finanzaufwand - über fünf Jahre Zeit in Anspruch genommen.  

Nach der Sanierung der Park- und Spielanlage muss die gesamte Anlage mit einem halben Meter unbelasteten Mutterboden aufgeschüttet werden.  
Damit kann allerdings jede Gefährdung der Kinder und Erwachsenen ausgeschlossen werden.

Die Familie Pämb lebt im „Kelheimer Armenhaus“

Kelheim * Anna Pämb [50] lebt mit ihrem Mann Paulus [48] und den Söhnen Gumpprecht [13], Michael [11] und Hansel [ein Jahr alt] im „Kelheimer Armenhaus“.

Vater Paulus bietet seine Arbeitskraft als „Kesselflicker“ an.
Mit seinen älteren Söhnen verdingt er sich auch als „Abortgrubenräumer“, als sogenannter „Pappenheimer“.

Im „Armenhaus“ von Kelheim lernt Anna Pämb eine gewisse Zieglerin kennen.
Die Frauen verstehen sich auf Anhieb. 

Joseph Ritter von Hazzi übernimmt die Seidenzucht-Deputation

München * Erst als der Vorstand des Landwirtschaftlichen Vereins, der Staatsrat Joseph Ritter von Hazzi, den Vorsitz der Seidenzucht-Deputation übernimmt, geht es mit dem Vorhaben aufwärts. 

In der Zentrale des „Lebensborn e.V.“ werden 23 Angestellte beschäftigt

München * In der Zentrale des „Lebensborn e.V.“ werden 23 Angestellte beschäftigt.

Die „Paläontologische Staatssammlung“ in der Richard-Wagner-Straße 10

München-Maxvorstadt * Das Gebäude an der Richard-Wagner-Straße 10 wird neuer Sitz der - in der „Alten Akademie“ ausgebombten - „Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und historische Geologie“ sowie einiger „Institute der Ludwig-Maximilian-Universität München“.

Umbenennung in „Königliches Hoftheater am Gärtnerplatz“

München-Isarvorstadt * Umbenennung des „Gärtnerplatz-Theaters“ in „Königliches Hoftheater am Gärtnerplatz“.

Die Abwasserrohre münden noch direkt in die Isar

München * Rund 12.000 Anwesen und damit 78 Prozent der Einwohner sind an das Abwassersystem angeschlossen. Die Abwasserrohre münden allerdings noch direkt in die Isar.

Das „Deutsche Theater“ ist Münchens zweitgrößtes Kino

München-Ludwigsvorstadt * Das „Deutsche Theater“ ist Münchens zweitgrößtes Kino.

Philipp Apian soll das Herzogtum Baiern kartographisch erfassen

Ingolstadt * Herzog Albrecht V. erteilt Philipp Apian den Auftrag, das Herzogtum Baiern kartographisch zu erfassen. 

Der Herzog gefällt sich als Förderer der Wissenschaft, weshalb er seinen Ingolstädter Studienkollegen mit diesem Mammutprojekt betraut.
Die Karten sollen die 1526 bis 1533 entstandene „Bairische Chronik“ des Johannes Aventinus ergänzen.

„Sechs oder schier sieben Summer“, von 1554 bis 1561, reitet Philipp Apian mit seinem Bruder Timotheus und einem Vermessungsgehilfen Ober- und Niederbaiern, die Oberpfalz, das Erzbistum und Hochstift Salzburg und das Bistum Eichstätt und führt Landvermessungen durch.   

Das zu bearbeitende Gebiet umfasst rund 50.000 Quadratkilometer. 

Joseph von Hazzi veröffentlicht sein Lehrbuch des Seidenbaus

München * Joseph Ritter von Hazzi veröffentlicht sein Lehrbuch des Seidenbaues. Im Vorwort heißt es: „Es findet sich in dieser Schrift sowohl der kleinere als größere Seidenzieher den angemessenen Unterricht über alle Umstände des Seidenbaues, ja über alle, sogar tägliche nöthige Verrichtungen bey der ganzen Seidenzucht“

Der „Ostbahnhof“ wird nahezu vollständig zerstört

München-Haidhausen * Das vom Architekten Friedrich von Bürklein projektierte Gebäude des „Ostbahnhofs“ wird in den Bombennächten des Jahres 1944 nahezu vollständig zerstört und nach dem Krieg nur mehr behelfsmäßig wieder nutzbar gemacht. 

Der „Lebensborn e.V.“ beschäftigt in seiner Zentrale 220 Personen

Berlin * Der „Lebensborn e.V.“ beschäftigt in seiner Zentrale 220 Personen.

Bei Kriegsende werden es insgesamt 700 Angestellte sein.

Johann Georg Landes gründet die „Landes Maschinen- und Kesselfabrik“

München-Haidhausen * Johann Georg Landes gründet die „J. G. Landes Maschinen- und Kesselfabrik, Eisen- und Metallgießerei“.

Die Firma stellt Erzeugnisse des Maschinenbaues her und spezialisiert sich später auf Wasserturbinen, Schleusen- und Wehranlagen. Das Unternehmen ist bis zum Zweiten Weltkrieg tätig.

Johann Georg Landes richtete „aus Fürsorge um das Wohl ihrer Arbeiter“ eine firmeneigene „Betriebskrankenkasse“ ein. Die Höhe der Unterstützungsleistung richtet sich nach der Lohngruppe. Um das Leistungsrisiko zu vermindern, knüpfen die Kassen oft die Auszahlung von „Krankengeld“ an gewisse Bedingungen.

In der Satzung des „Krankenvereins der Maschinenfabrik J. G. Landes“ heißt es: „Auf Unterstützung hat aber kein Mitglied Anspruch, so lange dasselbe wirklich Arbeit verrichtet, nur Medizin gebraucht, oder sich Krankheit und Arbeitsunfähigkeit durch Exzeß, Rauferei oder unordentlichen Lebenswandel [durch übermäßiges Trinken oder syphilitische Krankheiten] zugezogen hat“.

Die „Zentrale der städtischen Abfallentsorgung“ in der Sachsenstraße

Untergiesing * Die „Zentrale der städtischen Abfallentsorgung“ wird in der Sachsenstraße eröffnet.

Gleichzeitig werden die „Reparaturwerkstätten der städtischen Hausunratabfuhranstalt“ von der Landsberger Straße hierher verlegt. Es gibt bereits 650 „Harritschwägen“.

Der damalige Jahresbericht erzählt von 19.631 „Pferdeschichten“ und 33.336 „Mannschichten“ die geleistet wurden, um 117.577 Tonnen „Unrat“ bei den 550.000 Münchnern einzusammeln.
Rund 69.000 Fuhren werden per Bahn zur „Hausmüllverwertungsanlage“ nach Puchheim verfrachtet.

Der Giesinger Wagenschmiedmeister Fischer darf nur die ersten 36 „Harritschwägen“ liefern.
Alle weiteren bauen die Schmiede und Wagner der städtischen „Unratabfuhr“ selbst in ihren Werkstätten.

Die Wägen bleiben Eigentum der Stadt und werden an private „Abfuhrunternehmer“ für die „Mülleinsammlung“ ausgeliehen.
Diese haben eigene Stallungen und beschäftigen die „Harritschkutscher“.

Um 6 Uhr in der Frühe müssen die „Müllmänner“ ihre Pferde striegeln und anschirren.
Dann rücken die Gespanne unter Hufgeklapper aus.

Dieses Müllsammlungs-, Verwertungs- und Beseitigungssystem ist in Deutschland einmalig und dient vielen Kommunen als Vorbild.
Es funktioniert bis zum Zweiten Weltkrieg.

Dann kommt die „Abfallsortierung“ in der Puchheimer „Verwertungsanlage“ aus Mangel an Ersatzteilen zum Erliegen.
Damit hat München keine geordnete „Müllbeseitigung“ mehr.

Philipp Apian arbeitet an der Ausarbeitung der großen „Baiernkarte“

Ingolstadt * Nach der Vermessung des Landes arbeitet Philipp Apian an der Ausarbeitung der großen „Baiernkarte“

Seidenzucht und Seidenspinnerei als neuer Industriezweig in Bayern

Königreich Bayern * Die Seidenzucht und Seidenspinnerei lässt sich als neuer Industriezweig in Bayern nachweisen. Das dafür notwendige Fachwissen wird unter anderem durch Lehrbücher verbreitet, die auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest erworben und gewonnen werden können. 

Der „Glaspalast-Brunnen“ am „Ostbahnhof“ muss dem S-Bahn-Bau weichen

München-Haidhausen * Der „Glaspalast-Brunnen“ vor dem „Ostbahnhof“ muss dem S-Bahn-Bau weichen. 

Die „Bürgerbräu AG“ fusioniert mit der „Löwenbräu AG“

München * Die „Bürgerbräu AG“ fusioniert mit der „Löwenbräu AG“.

Eine Lebensborn-Dienststelle ist in der Cuvilliésstraße 22

München-Bogenhausen * Eine Dienststelle des Lebensborn e.V. ist in der Cuvilliésstraße 22 untergebracht. Vorteilhaft ist die Nähe zur Bürgermeister-Villa in der Ismaninger Straße 95, die ab 1941 ebenfalls als Lebensborn-Dienststelle genutzt wird.

Teilverlagerung des „Hofbräuhauses“ an die Innere-Wiener-Straße

München-Graggenau - München-Haidhausen * Das „Sud-, Gär- und Kühlhaus“ sowie das Verwaltungsgebäude des „Hofbräuhauses“ werden an den neuen Standort in der Inneren-Wiener-Straße verlegt.

Willy Heide baut das Wirtshaus „Heide-Volm Planegg“ erfolgreich um

Planegg * Willy Heide pachtet eine heruntergewirtschaftete, halbvergessene Waldwirtschaft in Planegg und baut sie zu einer florierenden Ausflugsgaststätte um.

Der Name seines Vorgängers Wilhelm Volm findet sich noch heute im Namen des Wirtshauses: „Heide-Volm Planegg“.

Erstmalige Nennung von Schwabing

Schwabing * Erstmalige Nennung von Schwabing.

Philipp Apians „Wappensammlung“ umfasst insgesamt 646 Wappen

Ingolstadt * Die in Holz geschnitzte „Wappensammlung“ von Philipp Apian umfasst insgesamt 646 Wappen der baierischen Geistlichkeit, des Adels und der Städte und Märkte Baierns. 

Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas wird „Finanzminister“

München * Von 1803 bis 1806 übt Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas die Tätigkeit des „Finanzministers“ aus. 

Die Straßenbahn fährt über den Weißenburg Platz

München-Haidhausen * Während der Zeit des S-Bahn-Baus fahren die Straßenbahn-Linien 19, 29 und 39 über die Lothringer Straße und den Weißenburger Platz. 

Ein Connz Holzhauser wird als Haidhauser Hausbesitzer aufgeführt

Haidhausen * In einem „Steuerverzeichnis“ des „Landgerichts Wolfratshausen“ wird ein Connz Holzhauser als Haidhauser Hausbesitzer aufgeführt. 

Ob dieser aber mit der später auftauchenden Familie Holzhauser in einem Zusammenhang steht, lässt sich wegen Fehlens weiterer Angaben nicht mit Sicherheit feststellen. 

König Ludwig II. lässt die „Nibelungensäle“ in der Residenz fertigstellen

München-Graggenau * König Ludwig II. lässt die „Nibelungensäle“ im „Königsbau“ der Residenz fertigstellen.  

Im „Saal der Klage“ fehlen noch zwei Bilder, die jetzt - 40 Jahre nach Beginn der Malerarbeiten -  von dem Maler und Graphiker Michael Echter ergänzt werden.  

Auf dem Bild gegenüber dem Eingang gibt der Maler dem lorbeerbekränzten Dicchter des „Nibelungenliedes“ die Gesichtszüge Ludwigs I..  
Dem daneben stehenden jungen Sänger im roten Mantel gibt er das Aussehen König Ludwigs II.. 

Ein neues Futtermittel für Seidenraupen

Berg am Laim * In den Jahren von 1827 bis 1829 benutzt der Botaniker Alois Sterler in der ehemaligen Unterkunft des Franziskanzer-Hospiz neben der Berg am Laimer Michaelskirche einige Räume für seine „geheimnisumwitterten Experimente“.

Er soll ein neues Futtermittel für Seidenraupen entwickeln. Von den 300 Gulden, die er vom Fonds für Industrie als Unterstützung erhält, musste er jährlich 60 Gulden Miete an die Michael-Hofbruderschaft abführen. 

Der Daphne-Brunnen wird am Orleansplatz aufgestellt

München-Haidhausen * Der Daphne-Brunnen, der Bildhauerin Marlene Neubauer, wird am Orleansplatz aufgestellt.

Die über drei Meter hohe Daphn“-Skulptur stellt eine Gestalt aus der griechischen Mythologie dar. Sie, die alle Annäherungsversuche von Männern zurückweist, wird nun von Apollon verfolgt. Als sie ihm nicht mehr entkommen kann, fleht sie Ge um Hilfe an. Die Göttin der Erde verwandelt sie zum Schutz vor dem geilen Wüstling daraufhin in einen Lorbeerbaum. 

Der enttäuschte Apollon kann nur mehr einen Zweig davon abbrechen. Diesen trägt er seither auf seinem Haupt und hält den Lorbeer für heilig.

Adolph Brougier lässt das Miethaus in der Richard-Wagner-Straße 3 bauen

München-Maxvorstadt * Leonhard Romeis baut für den „Rentier“ und „Kommerzienrat“ Adolph Brougier das Miethaus in der Richard-Wagner-Straße 3.

Auf fünf Etagen sind neun Wohnungen untergebracht, in denen 49 Menschen, darunter zwölf weibliche Dienstboten, leben.

Der Hallerbräukeller an der Inneren-Wiener- und Preysingstraße

Haidhausen * An der Ecke Innere-Wiener- und Preysingstraße entsteht der Hallerbräukeller, der nach seinem Besitzer auch Schützinger Keller genannt wird. An seiner Stelle entsteht später ein Wohnhaus, das in seinem Erdgeschoss das Kaffee- und Gasthaus Gasteig beherbergt. Heute ist dort das Café Atlas.

Weitere Flussregulierungsarbeiten an der Isar beginnen

München * Weitere Flussregulierungsarbeiten an der Isar beginnen.
Sie dauern bis 1812.

Die Isar wird in ein knapp 44 Meter breites Flussbett gezwängt.
Dabei gräbt sich die Isar so tief ein, dass man das Flussbett im Jahr 1889 wieder auf 60 Meter erweitern muss.

Erstmalige Nennung von Haching

Haching * Erstmalige Nennung von Haching.

„Über Speise und vorzüglich über Beköstigung der Armen“

München * Graf von Rumfords Essay „Über Speise und vorzüglich über Beköstigung der Armen“ erscheint. 

Darin gibt er viele vernünftige und praktische Ratschläge zur Zubereitung von Speisen.

Philipp Apians „Baiernkarte“ ist fertiggestellt

München * Philipp Apian legt Herzog Albrecht V. die von ihm in Auftrag gegebene circa sechs mal sechs Meter große „Baiernkarte“ vor. 

Der „Daphne-Brunnen“ vom Orleansplatz muss dem U-Bahn-Bau weichen

München-Haidhausen * Der „Daphne-Brunnen“ vom Orleansplatz muss dem U-Bahn-Bau weichen uns sein Dasein in einem städtischen Bauhof fristen. 

Der Spaten-Slogan „Lass Dir raten, trinke Spaten“

München * Unter der Registiernummer 340054 meldet die „Spatenbrauerei“ den Slogan „Lass Dir raten, trinke Spaten“ als Motto an.

Erbärmliche Lebensumstände in den Herbersvierteln

Vorstadt Au - Haidhausen - Giesing * Der Auer „Armenarzt“ Anselm Martin schreibt:

„In den Herbergen sind nicht nur Menschen, sondern auch noch alle Gattungen Hausthiere Katzen, Kaninchen, Vögel, Mäuse und dergleichen, so wie alle nur erdenklichen Handwerksgeräthe, Hausutensilien, alte, bereits halb verfaulte, zusammengesammelte Leinwand, zerbrochenes Glas, neugewaschene zum Trocknen aufgehängte Wäsche und dergleichen in den kleinsten, mit zurückstoßender Luft angefüllten Gemächern anzutreffen.

Die Öfen sind gewöhnlich von Ziegel, selten von Eisen.
Die Feuerung geschieht mit Holz und zwar mit den schlechtesten und wohlfeilsten Holzgattungen, oft mit halbverfaulten, in der Isar aufgefangenen Gerten und Prügeln“
.

Die „Höhe der Wohnräume“ liegt bei 180 bis 192 Zentimetern; die „Dachdeckungen“ aus Ziegel oder Blech lösen erst im 19. Jahrhundert die Schindel- oder Strohdeckung ab; ihre „Galerien und Träger“ verzieren die Bewohner mit Schnitzereien.

„Gemeinsamer Besitz“ aller Hausbewohner sind das „Grundstück“, die „Umfassungsmauern“ und das „Dach“.

Diese komplizierten Eigentumsverhältnisse führen häufig zu ausgiebigen Streitereien.
Wird das Dach undicht, so sind in erster Linie nur die Parteien des obersten Stockwerks vom Schaden betroffen, die Bewohner des Parterres dagegen haben nur sehr wenig Interesse an einer kostspieligen Reparatur.
Deshalb soll es vorgekommen sein, dass die „Oberen“ kübelweise Wasser auf den Fußboden schütteten, um die „Unteren“ drastisch an die gemeinsamen Verpflichtungen zu erinnern.

Nicht umsonst heißt es in den Akten des Landgerichts: „So viele Herbergsbesitzer sich in einem Hause befinden, ebensoviele Hauseigentümer gibt es im selben; keiner lässt sich vom andern etwas einsprechen, jeder tut in seiner Herberge, was er will“.

Auch die „hygienischen Zustände“ sind katastrophal.
Das „Trinkwasser“ muss von weit entfernten „Pumpbrunnen“ geholt werden.

Da eigene „Abtritte“ fehlen, benutzt man „Häfen und Leibstühle“.
Wegen der fehlenden Kanalisation werden „Abfälle und Abwässer“ jeglicher Herkunft in den „Auer Mühlbach“ geschüttet.
Eine „städtische Verordnung“ bestimmt deshalb, dass dies nur während der Nacht geschehen darf, da tagsüber die Frauen ihre Wäsche im „Auer Mühlbach“ waschen.

Das Fehlen der „Abfalltonnen“ bedingt viele unreinliche Wohnungen.
Dadurch sind die „Herbergsviertel“ in „Seuchenzeiten“ Brutstätten von Krankheiten.

Es ist also kein Wunder, dass viele Bewohner an den „Typhus- und Choleraepidemien“ sterben und die Einwohner oft hohen Blutzoll zu entrichten haben.

Der 19-jährige Jungunternehmer Joseph Schülein kommt nach München

München * Der 19-jährige geschäftstüchtige Jungunternehmer Joseph Schülein kommt nach München und wird Teilhaber der Firma „Julius Schülein & Söhne“.

Theodor Geist ist Eigentümer der Anwesen Richard-Wagner-Straße 3 und 5

München-Maxvorstadt * Der „Großhändler“ Theodor Geist ist Eigentümer der Anwesen Richard-Wagner-Straße 3 und 5.

Andreas Schärfl gründet einen Metallverarbeitungsbetrieb

München-Haidhausen * Der „Schlossermeister“ Andreas Schärfl gründet in der Weißenburger Straße 11 einen Betrieb zur Metallverarbeitung.

Maximilian Heinrich wird „Koadjutor“ seines Onkels Ferdinand gewählt

Köln * Maximilian Heinrich, Neffe des Kölner Kurfürsten und Fürstbischofs, wird zum „Koadjutor“ (= Nachfolger) seines Onkels Ferdinand gewählt.

Joseph Anton von Maffei' Werk fertigt die Lokomotive „Behaim“

München-Englischer Garten - Hirschau * Die im „Eisenwerk Hirschau“ von Joseph Anton von Maffei gefertigte Lokomotive „Behaim“ wird auf der Steilrampe zwischen Neuenmarkt-Wirsberg und Marktschorgast eingesetzt.

Die „Behaim“ ist die erste dreifach gekuppelte Lokomotive für die „Königlich Bayerische Staatsbahn“.

Philipp Apian verlegt die „Bairischen Landtafeln“

München * Philipp Apian lässt auf der Basis der „Großen Karte“ von Jost Amman Holzschnitte im kleineren Maßstab von 1 : 144.000 anfertigen.

Diese in 24 Holzschnitten aufgeteilten sogenannten „Bairischen Landtafeln“ verlegt Philipp Apian in seiner eigenen Druckerei.
Die Genauigkeit der Landkarten wird erst im 19. Jahrhundert übertroffen. 

Montgelas lässt bei Bogenhausen eine Holzbrücke über die Isar bauen

Bogenhausen * Freiherr Maximilian Joseph von Montgelas lässt unterhalb Bogenhausen durch Oberst Adrian von Riedl eine Holzbrücke über die Isar errichten, die er als bequeme Verbindung nach München nutzt. 

Sie hält bis zum Jahr 1812. 

Die Wurzeln der „Jakobi-Dult“

München-Angerviertel * Die Wurzeln der „Jakobi-Dult“ gehen auf dieses Jahr zurück. 

Die hohe sozialpolitische Bedeutung der Herbergen

München-Au * Dr. Joseph Freudenberger schreibt über die hohe sozialpolitische Bedeutung der Herbergen: Es ist „nicht zu verkennen, daß sie gegen die sozialistischen Irrlehren vielfach feit, die ja bekanntlich darauf hinausgehen, Unzufriedenheit und Haß zu säen, und den diesen Gefühlen Verfallenen zum Kampfe gegen die Besitzenden aufzustacheln, wogegen jeder, der einen, wenn auch noch so kleinen Besitz hat, veranlaßt und verpflichtet ist, für Erhaltung der bestehenden Verhältnisse einzutreten.

Nimmt man ihm aber diesen Besitz, fertigt man ihn und seine Ansprüche mit einer schnöden Summe Geldes ab, so wirft man ihn der Umsturzpartei [gemeint waren damit die Sozialdemokraten] förmlich in die Hände.“

Die „Farbenfabriken, vormals Friedr. Bayer u. Co. Leverkusen“

München-Maxvorstadt * Neuer Eigentümer der Anwesen Richard-Wagner-Straße 3 und 5 sind die „Farbenfabriken, vormals Friedr. Bayer u. Co. Leverkusen“.

Patentschutz für die Schärfl'sche „Hebelblechschere“

München-Haidhausen * Der „Schlossermeister“ Andreas Schärfl erhält für seine Erfindung einer „Hebelblechschere“ Patentschutz unter der Nummer 77960.

Kölns Kurfürst Maximilian Heinrich wird Landesherr von Münster

Münster * Der Kölner Kurfürst Maximilian Heinrich, Herr über die drei Bistümer Köln, Lüttich und Hildesheim, wird mit Hilfe hoher Bestechungsgelder noch zum Bischof von Münster gewählt.  

Doch Papst Innozenz XI. erkennt die Wahl aufgrund der Vorfälle nicht an, sodass Maximilian nur Landesherr, nicht aber Bischof ist. 

Maffei ist Hauptaktionär der „Eisenwerk-Gesellschaft-Maxhütte“

Burglengenfeld * Joseph Anton von Maffei ist Hauptaktionär und Vorstand der oberpfälzischen „Eisenwerk-Gesellschaft-Maxhütte“ bei Burglengenfeld.

Das Unternehmen hat sich vor allem auf die Herstellung von Eisenbahnschienen spezialisiert.

Die Ära der „Harritschwägen“ endet endgültig

München-Untergiesing * Die Ära der „Harritschwägen“ endet endgültig.

Philipp Apian muss als Protestant die Universität Ingolstadt verlassen

Ingolstadt * Als überzeugter Protestant muss Philipp Apian - auf Betreiben der Jesuiten - die Universität Ingolstadt verlassen. Er geht nach Tübingen. 

Der „Centralbahnhof“ muss ständig umgebaut werden

München-Maxvorstadt * Durch das ständig steigende Verkehrsaufkommen wird der „Centralbahnhof“ umgebaut. 

Maulbeerpflanzungen in den Oberen Isaranlagen

Regensburg - München * König Ludwig I. besichtigt die Regensburger Plantage und zeigt sich zufrieden, weshalb im ganzen Land immer mehr Maulbeerbäume angepflanzt werden.

Da trifft es sich gut, dass die Münchner Stadtverwaltung die Kultivierung und Erschließung der brachliegenden Oberen Isaranlagen ausführen will, um dort für die Bewohner der südlichen Stadtquartiere eine Erholungszone zu erschließen, wie sie sich für die Bewohner der nördlichen Stadtviertel im Englischen Garten anbietet.

Auf der sogenannten Abdeckerinsel soll ein zwei Tagwerk großes Grundstück für die Anpflanzung von Maulbeer- und anderen Pflanzlingen vorbereitet werden. 

Erstmalige schriftliche Nennung der „Jakobi-Dult“

München-Angerviertel * Erstmalige schriftliche Nennung der „Jakobi-Dult“

Die Zahl der „Weinwirtschaften“ in München hat sich auf 74 reduziert

München * Die Zahl der „Weinwirtschaften“ in München hat sich auf 74 reduziert.

Richard-Wagner-Straße 3 und 5 gehören den „I. G. Farben“

München-Maxvorstadt * Die Anwesen Richard-Wagner-Straße 3 und 5 gehören den „I. G. Farben Aktiengesellschaft, Frankfurt Hoechst“.

Die „I. G. Farben“ war eine Partnerin der US-amerikanischen Firma „Standard Oil“.

Sie beliefert später die deutschen „Vernichtungslager“ mit dem tödlichen Gas „Zyklon B“.

Die „Firma Andreas Schärfl“ zieht in die Kellerstraße 27/Steinstraße 50

München-Haidhausen * Die „Firma Andreas Schärfl“ zieht in die Gebäude der ehemaligen „Brückenwaagenfabrik Greiner“ in der Kellerstraße 27 und Steinstraße 50.

Turbulenzen bei der „Ludwigs-Walzmühl-Gesellschaft“

München-Englischer Garten - Tivoli * Es kommt zum Zerwürfnis zwischen Christian August Ernst und der „Ludwigs-Walzmühl-Gesellschaft“ wegen nicht ausbezahlter Dividenden.

Erste Planungen zur Einrichtung einer „Erzgießerei“ in München

München-Maxvorstadt * Die Planungen zur Einrichtung einer „Erzgießerei“ in München stimmt Kronprinz Ludwig I. mit dem Architekten Leo von Klenze ab. 

Philipp Apian fertig für Herzog Albrecht V. einen Globus

München-Graggenau * Im Auftrag von Herzog Albrecht V. fertigt Philipp Apian einen Globus, der im „Bibliotheksraum“ im Obergeschoss des „Antiquariums der Residenz“ aufgestellt wird.

Die „Ostbahnhalle“ beim „Centralbahnhof“ wird abgerissen

München-Maxvorstadt * Die „Ostbahnhalle“ beim „Centralbahnhof“ wird abgerissen.

Die Zahl der „Seelen“ in der „Anna-Pfarrei“ liegt bei 6.897

München-Lehel * Die Zahl der „Seelen“ in der „Anna-Pfarrei“ liegt bei 6.897.

Die „Mariensäule“ wird abgetragen. Dabei zerbricht der Säulenschaft

München-Graggenau * Bedingt durch den Bau der U- und S-Bahn wird die „Mariensäule“ abgetragen, wobei der früher schon erneuerte Säulenschaft zerbricht.  

Sie wird durch eine Kopie in „Adneter Marmor“ ersetzt. 

Gründung eines Frauenvereins zur Beförderung der Seidenzucht

München * König Ludwig I. genehmigt die Gründung eines Frauenvereins zur Beförderung der Seidenzucht. Mit der Aufgabe der Obersten Schutzfrau wird Königin Therese beauftragt. 

Die Münchner bauen ein Wehr in die Isar

Au * Die Münchner bauen in der Höhe der heutigen Marienklausenbrücke ein Wehr in die Isar, um damit das Flusswasser für die Festungsgräber, die Mühlen, die Floßlände und die Holztrift zur Stadt hin aufstauen zu können.

Dadurch entsteht zwischen der Isar und dem Hochufer ein Streifen Trockenland - die Au. 

Die Stadt München konfisziert das Haus in der Richard-Wagner-Straße 7

München-Maxvorstadt * Die Stadt München konfisziert das Haus in der Richard-Wagner-Straße 7 und übergibt es bald darauf an das Kuratorium für das Braune Band von Deutschland.

Heinrich Nöhbauer und das Anwesen Richard-Wagner-Straße 5

München-Maxvorstadt * Architekt Leonhard Romeis errichtet für den „Schankwirt“ Heinrich Nöhbauer das Anwesen Richard-Wagner-Straße 5.

Auf fünf Stockwerken befindet sich je eine Wohnung.

Joseph Baader regt den Bau einer „eisernen Comerzstraße“ an

München * Joseph Baader, ein aus München stammender Ingenieur, regt den Bau einer „eisernen Comerzstraße“ zwischen Nürnberg und Fürth an.

Kronprinz Ludwig I. sieht jedoch noch in dem wirtschaftlichen Nutzen des Projekts Probleme. 

Die „Ludwigs-Walzmühl-Gesellschaft“ bittet um eine staatliche Finanzhilfe

München-Englischer Garten - Tivoli * Wegen Misswirtschaft und sinkenden Umsätzen muss die „Ludwigs-Walzmühl-Gesellschaft“ um eine staatliche Finanzhilfe bitten.

Diese wird nicht gewährt.

In den „Museum-Lichtspielen“ wird ein „Kino 2“ mit 35 Plätzen eingerichtet

München-Au * Weil das reine Musikprogramm nicht im gewünschten Umfang läuft, kommt in den „Museum-Lichtspielen“ ein „Kino 2“ mit 35 Plätzen dazu.

Das „Intime Theater“ wird mit anspruchsvollen Filmen für Erwachsene bespielt. Die Filme stammen alle aus der Produktion von Beate Uhse oder sind von ihr angekauft.

Philipp Apian verliert seinen Posten an der „Universität Tübingen“

Tübingen * Philipp Apian verliert nach 14-jähriger Lehrtätigkeit an der „Universität Tübingen“ seinen Posten, weil er sich weigert, den „Calvinismus“ zu verdammen.

Bis zum Ende seines Lebens widmete sich Apian der Vervollständigung seines topografischen Werkes. 

Zusammen mit einer Beschreibung des Landes Bayern sollte die Sammlung die Darstellung des Landes auf den Landtafeln ergänzen und vervollständigen.  

Philipp Apian ist über der Arbeit an Sammlung und Beschreibung verstorben. 

Zu geringe Seiden-Ausbeute

München * Resigniert muss der Frauenverein zur Beförderung der Seidenzucht feststellen, dass zwar 150.000 Maulbeerbäume gepflanzt worden waren, aber daraus nur 389½ Pfund Seide gewonnen werden konnten. 

Das sogenannte „Pesthaus, Kaltenegger- oder Nonnenhaus“ wird erbaut

Au * Mit diesem Jahr wird allgemein das Entstehungsjahr des sogenannten „Pesthauses, Kaltenegger- oder Nonnenhauses“ an der Franz-Prüller-Straße in der Au angegeben.

Adolph Brougier ist Eigentümer des Anwesens Richard-Wagner-Straße 5

München-Maxvorstadt * Der „Rentier“ und „Kommerzienrat“ Adolph Brougier ist Eigentümer des Anwesens Richard-Wagner-Straße 5.

Pater Rupert Mayer tritt im „Bürgerbräukeller“ ans Rednerpult

München-Haidhausen * Pater Rupert Mayer tritt bei einer NS-Veranstaltung im „Bürgerbräukeller“ ans Rednerpult, um den Anwesenden seine ablehnende Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus darzulegen.

Franz Maria Schweiger und Lorenz Lorenzoni's Schauspielertruppe

München * Franz Maria Schweiger gehört der Schauspielertruppe des Lorenz Lorenzoni an.

In Wien entsteht die „Privilegierte Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft“

Wien * Nachdem das „Osmanische Reich“ seine bisherige Kontrolle über die Donau verloren hat, entsteht in Wien die „Erste privilegierte Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft“.

Joseph Hall verlässt das „Eisenwerk Hirschau“

München-Englischer Garten - Hirschau * Joseph Hall verlässt das „Eisenwerk Hirschau“ von Joseph Anton von Maffei.

Sein Nachfolger wird George Jon Ashton.

König Ludwig II. spielt mit dem Gedanken der Abdankung

München * König Ludwig II. spielt mit dem Gedanken der Abdankung und will sich auf die „Kanarischen Inseln“ zurückziehen.

Der Stadtrat setzt jetzt auf Müllverbrennung

München-Großlappen * Schon wenige Jahre nach der Inbetriebnahme der Großanlage für Müllverwertung in Großlappen ist die Anlage zu klein.

Der Stadtrat setzt jetzt auf die Müllverbrennung.

Die Gleisverlegungsarbeiten und der Bau des „Ostbahnhofs“ beginnen

Haidhausen - Rosenheim - Simbach/Braunau * Die Gleisverlegungsarbeiten an den Bahnlinien nach Simbach/Braunau am Inn und der neuen Streckenführung nach Rosenheim beginnen.  

Von Rosenheim aus sollte noch eine weitere, insgesamt kürzere Strecke nach Salzburg abzweigen. 

Im selben Jahr wird auch der Bau für den „Haidhauser Bahnhof“ begonnen, der zu dieser Zeit noch „mitten auf der grünen Wiese“ entsteht. 

Der Wintergarten auf dem Festsaalbau der Münchner Residenz ist fertig

München-Graggenau * Der Königliche Wintergarten auf dem Festsaalbau der Münchner Residenz ist fertiggestellt. 

Die Madonna auf der „Mariensäule“ ist nun „ölvergoldet“

München-Graggenau * Die Madonna auf der „Mariensäule“ ist nun „ölvergoldet“ und damit hochglänzend. 

Die Seidenraupe ist in Bayern fast verschwunden

München * Die Seidenraupe ist in Bayern nahezu verschwunden.

Herzog Ludwig der Bärtige von Ingolstadt kauft den „Edelsitz Niedergiesing“

Au * Erwerb des „Edelsitzes Niedergiesing“ durch den mit seiner Münchner Verwandtschaft zerstrittene Ingolstädter Herzog Ludwig der Bärtige.

Er will von hier aus seine Fehde mit den Münchner Herzögen austragen. 

Umbenennung des „Pfälzer Weinkellers“ in „Der Weinschenk im Weinstadel“

München-Graggenau * Der neue Besitzer des „Pfälzer Weinkellers“ in der Burgstraße nennt diesen in „Der Weinschenk im Weinstadel“ um.

Der „Erfolgs-Regisseur“ Joseph Vilsmeier kauft das sogenannte „Pesthaus“

München-Au * Der „Erfolgs-Regisseur“ Joseph Vilsmeier kauft das inzwischen ziemlich heruntergekommene „Pesthaus“ in der Auer Franz-Prüller-Straße um 300.000 DMark.

Adolph Brougier wird Teilhaber der Firma „Franz Kathreiner‘s Nachfolger“

München-Graggenau * Adolph Brougier steigt in das Unternehmen seines Freundes Emil Wilhelm mit ein.

Die Firma heißt jetzt „Franz Kathreiner‘s Nachfolger“.

Das „Sommertheater vor dem neuen Maxthor“

München-Maxvorstadt * Franz Maria Schweiger erhält eine Konzession für ein „Sommertheater vor dem neuen Maxthor“, wo Improvisationen nach Stück- und Opernvorlagen gegeben werden.

Die „Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft“ lässt ihr erstes Schiff vom Stapel

Wien * Die „Erste privilegierte Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft“ lässt ihr erstes Schiff vom Stapel.

Der „Friedhof des Franziskanerklosters“ wird geschlossen

München-Graggenau - München-Isarvorstadt * Der „Friedhof des Franziskanerklosters“ wird lange vor dem „Specialreskript“ von Kurfürst Carl Theodor aus dem Jahr 1788, das die Auflösung aller innerstädtischen Friedhöfe vorschreibt, geschlossen. 

Die Gebeine der Verstorbenen bringt man auf den neuen „Gesamtfriedhof“, der weit vor den Toren der Stadt liegt, dem „Südlichen Friedhof“ an der Thalkirchner Straße.

Philipp Apians „Baiernkarte“ wird als „wertloser Plunder“ verbrannt

München * Die aus dem Jahr 1563 stammende, rund sechs mal sechs Meter große „Baiernkarte“ des Philipp Apian wird als „wertloser Plunder“ verbrannt. 

Zum Glück haben sich die 24 verkleinerten Holzschnitte der Karte erhalten, die als „Baierische Landtafeln“ bekannt sind. 

Die „Anna-Kirche“ soll zwei Türme mit Glocken und Uhren erhalten

München-Lehel * Als sich das alte Chortürmchen der „Anna-Kirche“ als baufällig herausstellt, verwirklichen sich die Bewohner der „Anna-Vorstadt“ einen Traum.  
Ihre Kirche soll zwei Türme mit Glocken und Uhren erhalten.

Die „Anna-Vorstädter“ gründen einen „Turmbau-Verein“ und beauftragen den Architekten August von Voigt mit der Planung einer dem Zeitgeschmack entsprechenden neuromanischen Außenfassade, die stilistisch von der nahegelegenen „Ludwigskirche“ beeinflusst ist.  

Mit dem neuen Aussehen der Kirche soll das „Lehel“ einen besonderen städtebaulichen Akzent erhalten, damit es sich gegenüber „der an kostbaren Baudenkmälern so reichen Residenzstadt“ als würdig erweisen kann.  

Die Türme waren im ursprünglichen Plan von Johann Michael Fischer bereits vorgesehen und hätten der Kirchenfassade in etwa das Aussehen der „Michaels-Kirche“ in Berg am Laim gegeben.  
Es ging aber den „Lechlern“ nicht nur um Kirchentürme mit einem Geläute von fünf Glocken, sondern in der Hauptsache um die notwendige Vergrößerung des Kirchenraumes, da die Kirchengemeinde zwischenzeitlich erheblich angewachsen war. 

Ernst von Possart holt Josef Kainz nach München

München * Ernst von Possart holt den jungen österreichischen Schauspieler Josef Kainz nach München. 

Die „Heldenputti“ werden durch Abgüsse ersetzt

München-Graggenau - München-Angerviertel * Die seit dem Jahr 1991 in den Werkstätten des „Bayerischen Landesamtes­ für Denkmalpflege“ restaurierten „Heldenputti“ werden zwischen 1994 und 1998 durch Abgüsse ersetzt.  

Die Originale befinden sich seither im Münchner „Stadtmuseum“

Deutschland führt vier Millionen Kilo Rohseide ein

Deutsches Reich * Deutschland führt im Jahr 1913 vier Millionen Kilo Rohseide im Wert von 158 Millionen Mark ein. 

Die Auer bauen eine „Heilig-Kreuz-Kapelle“ am heutigen Mariahilfplatz

Au * Bei einem Hochwasser der Isar wird ein Kruzifix aus der Gegend um Tölz am heutigen Mariahilfplatz angeschwemmt.

Die Auer bauen eine „Heilig-Kreuz-Kapelle“ um das Relikt. 

Auf ganze 0,85 Hektar wird „Baierwein“ kultiviert

Freistaat Bayern * Auf ganze 0,85 Hektar wird „Baierwein“ kultiviert.

Joseph Vilsmeier lässt das sogenannte „Pesthaus“ renovieren

München-Au * Joseph Vilsmeier lässt das sogenannte „Pesthaus“ in der Franz-Prüller-Straße mit viel Mühe, Detailtreue und rund vier Millionen DMark restaurieren.

Die Firma „Franz Kathreiner‘s Nachfolger“ beschäftigt 37 Personen.

München-Graggenau * Die Firma „Franz Kathreiner‘s Nachfolger“ beschäftigt 37 Personen.

Franz Maria Schweiger stirbt

München-Maxvorstadt * Franz Maria Schweiger stirbt.

Seine Witwe Maria Agnes führt den Theaterbetrieb „vor dem neuen Maxthor“ so lange, bis ihr Sohn Josef das Theater und Ensemble des verstorbenen Lorenz Lorenzoni übernehmen kann.

Er ist nun der „Direktor des Theaters vor dem Karlstor“.

Der zweite Block des „Müllverbrennungs-Kraftwerks Nord“ geht in Betrieb

Unterföhring * Der zweite Block des „Müllverbrennungs-Kraftwerks München Nord“ geht in Betrieb.

Der „Franziskanerfriedhof“ fasst 451 Grabstellen

München-Graggenau * Nach einem „Friedhofsplan“ fasst der „Franziskanerfriedhof“ 451 Grabstellen.

Bei einem Bombenangriff wird das „Siegestor“ zerstört

München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Bei einem Bombenangriff wird das „Siegestor“ zerstört.

Der „Topographischen Atlas“ ersetzt Philipp Apians Baiernkarte

München-Lehel * Erst mit dem „Topographischen Atlas“ liegt ein Nachfolgewerk von Philipp Apians Baiernkarte aus dem Jahr 1563 vor.

Die Erweiterung der „Anna-Kirche“ ist vollendet

München-Lehel * Die Erweiterung der „Anna-Kirche“ ist vollendet, doch der expansive Bevölkerungszuwachs in der „Anna-Vorstadt“ macht einen Kirchenneubau unbedingt notwendig.  

Dieser soll aber erst knapp fünfzig Jahre später in Form der „St.-Anna-Basilika“ entstehen.  
In der Zwischenzeit müssen die „Lechler“ mit der maximal 700 Gläubigen Platz bietenden ehemaligen Klosterkirche vorlieb nehmen. 

In Dresden wird der Deutsche Seidenbauverband gegründet

Dresden * In Dresden wird der Deutsche Seidenbauverband gegründet. In seinem Leitfaden für die deutsche Seidenraupenzucht stellt er - den früheren Misserfolgen zum Trotz - fest:

  1. Der Maulbeerbaum gedeiht in Deutschland vorzüglich.
  2. Die damit gezüchteten Raupen liefern eine wertvolle Seide.

In einem Punkt unterscheidet sich der Deutsche Seidenbauverband dann aber doch von der früheren Euphorie, indem er feststellt, dass der Seidenbau keinesfalls eine „glänzende und gewinnbringende Erwerbsquelle für weite Volkskreise“ sein wird. Im Gegenteil, die Seidenraupenzucht muss als Liebhaberei und Nebenerwerb gesehen werden, ähnlich wie die Bienenzucht

Die Urkundefälschung der „Kloster-Weltenburg-Mönche“ wird aufgedeckt

Weltenburg * Die Urkundefälschung der Benediktinermönche des „Klosters Weltenburg“ aus dem frühen 17. Jahrhundert wird aufgedeckt.

Josef Schweiger muss sein „Theater vor dem Karlstor“ verschuldet schließen

München-Ludwigsvorstadt - München-Lehel * Josef Schweiger muss sein „Theater vor dem Karlstor“ verschuldet schließen.

Bis 1925 gibt er ein kurzes Intermezzo beim Wirt auf der „Praterinsel“.

Ein Fest zu Ehren des jungen baierischen Kurfürsten Max Emanuel

Freising * Albrecht Sigismund, der Freisings Bischof und „Hofmarkherr“ von Berg am Laim, lässt in Freising zu Ehren des jungen baierischen Kurfürsten Max Emanuel eine Feierlichkeit mit „Feuerwerk, Wolfshatz, Komödie und Ball“ veranstalten.

Die Feier verschlingt 30.000 Gulden.
Das ist mehr als die „Hofmark Berg am Laim“ gekostet hat.

Hugo Alois von Maffei und die „Siemens-Schuckert AG“

München * Hugo Alois von Maffei ist stellvertretender Vorsitzender der „Siemens-Schuckert AG“.

Das „Müllverbrennungswerk Süd“ geht in Betrieb

München-Thalkirchen * Das „Müllverbrennungswerk Süd“ geht in Betrieb.

„Filmtheater-Prämien“ für herausragende Programmgestaltung

Freistaat Bayern - München * Der „Freistaat Bayern“ vergibt als erstes Bundesland neben Zuschüssen für Modernisierung eigene „Filmtheater-Prämien“ für herausragende Programmgestaltung.

Der „franziskanische Gottesacker“ wird mit einer Mauer umgeben

München-Graggenau * Der „franziskanische Gottesacker“ wird kurz nach dem Jahr 1500 mit einer sechs bis sieben Meter hohen Mauer umgeben.

3.900 Megawatt Strom erzeugt Bayerns „Photovoltaik“

Freistaat Bayern * Mit der „Photovoltaik“ werden in Bayern 3.900 Megawatt Strom produziert. 

Die Überplanung des „Franzosenviertels“ ist unumgänglich geworden

Haidhausen * Gleichzeitig mit der Verlegung der Bahngleise und der Errichtung des „Ostbahnhofs“, ist die Überplanung des Geländes zwischen der künftigen Bahnlinie und der „Vorstadt Haidhausen“ unumgänglich geworden. 

Diese Aufgabe übernimmt der städtische „Oberbaurat“ Arnold Zenetti. 

Der Innenraum der „Anna-Klosterkirche“ erhält einige Umgestaltungen

München-Lehel * Der Innenraum der „Anna-Klosterkirche“ erhält einige Umgestaltungen im Sinne des an die „Nazarenerkunst“ orientierten Zeitgeschmacks.  

Dabei gehen wertvolle Altarblätter von Cosmas Damian Asam für immer verloren. 

Eine Ortsgruppe München des Deutschen Seidenbauverbandes gegründet

München * Auch in München wird eine Ortsgruppe des Deutschen Seidenbauverbandes gegründet. In einem gemeinsamen Flugblatt wird dazu aufgerufen, die Seidenzucht als Nebenerwerb für Kriegsinvalide zu fördern. Denn: „Es ist die Ehrenpflicht des deutschen Volkes, nun mit allen Kräften für die bedauernswerten Opfer des blutigen Ringens um unsere Freiheit und Kultur zu sorgen“.

Auch Zeitungsartikel und weitere Flugschriften werben für den Seidenbau und für die notwendige Geduld, denn „die Kartoffel hat anderthalb Jahrhunderte gebraucht, um all die törichten Vorurteile des Volkes gegen dies billigste und gesunde Nahrungsmittel zu überwinden“

Die „Riegermühle“ wird durch Herzog Albrecht V. neu erbaut

Au * Die „Riegermühle“ wird durch Herzog Albrecht V. neu erbaut. 

Der „Ratskeller“ wird von den Familien Wieser und Winkelhofer betrieben

München-Graggenau * Der „Ratskeller“ wird von den Familien Wieser und Winkelhofer betrieben.

Umbenennung des „Valentin-Musäums“ in „Valentin-Karlstadt-Musäum“

München-Graggenau - München-Angerviertel * Umbenennung des „Valentin-Musäums“ in „Valentin-Karlstadt-Musäum“.

Beginn der Sanierung des „Blockhauses“ am „Am Mühlbach 4a“

München-Untergiesing * Alfons Scharf beginnt mit der Sanierung seines in „Blockbauweise“ erbauten Hauses „Am Mühlbach 4a“ aus dem Jahr 1860.

Die heutige „Unionsbrauerei“ in Haidhausen wird gegründet

Haidhausen * Die „Brauerei zur Schwaige“, die heutige „Unionsbrauerei“ in Haidhausen, wird gegründet.

Die Unternehmensgründer scheiden aus

Berg am Laim * Die beiden Gründer der Firma „Franz Kathreiner‘s Nachfolger“ scheiden aus dem Unternehmen aus.

Die Zahl der Beschäftigten liegt bei 217.

Josef Schweiger öffnet sein „Theater vor dem Karlstor“ an alter Stelle wieder

München-Ludwigsvorstadt * Josef Schweiger öffnet sein „Theater vor dem Karlstor“ an alter Stelle wieder.

So lange, bis der Neubau der protestantischen „Matthäuskirche“ in der Sonnenstraße sein „Budentheater“ verdrängt.

Ein zweiter Block für das Müllverbrennungswerk Süd

München-Thalkirchen * Das Müllverbrennungswerk Süd erhält einen zweiten Block. Mit diesen Kapazitäten lässt sich damals der gesamte Abfall verbrennen. Sogar Gemeinden aus dem Landkreis München liefern ihren Müll an.Damit erzeugen die Kraftwerke Strom und Fernwärme - aber auch giftige Abgase, weshalb die Müllverbrennung immer umstritten war.

Die Museum-Lichtspiele kommen in den Genuss der Filmtheater-Prämie

München-Au * Die Museum-Lichtspiele kommen - neben weiteren Münchner Filmtheatern - in den Genuss der Filmtheater-Prämie in Höhe von 10.000 DMark. Oberbürgermeister Georg Kronawitter kann den Preis übergeben.

Bundesweit werden 98 Kinos ausgezeichnet. Doch an keinen Ort gehen mehr Auszeichnungen wie an München.

Kardinal Richelieu bietet Baiern ein „Defensivbündnis“ an

Paris - München * Kardinal Richelieu, der Leiter der französischen Politik, bietet Baiern ein „Defensivbündnis“ an.

Der Stadtrat beauftragt die Instandsetzung des „Siegestores“

München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Der Stadtrat beauftragt die Architekten Otto Roth und Josef Wiedemann mit der Instandsetzung des „Siegestores“.

Mehr als 10.000 Megawatt Strom erzeugt Bayerns „Photovoltaik“

Freistaat Bayern * Mit der „Photovoltaik“ werden in Bayern mehr als 10.000 Megawatt Strom erzeugt. 

Zum Vergleich: das „Kernkraftwerk Isar 2“ hat eine Leistung von 1.485 Megawatt. 

Maximilian Ferdinand Graf von Törring-Seefeld wird „Hofratspräsident“

München * Kurfürst Ferdinand Maria ernennt Maximilian Ferdinand Graf von Törring-Seefeld zum „Hofratspräsidenten“

Eine tödliche Erkrankung der Seidenraupen

Deutsches Reich * Mit dem Auftreten einer tödlichen Raupenerkrankung ist das Abenteuer Seidenbau schon wieder vorbei. 

Herzog Albrecht V. gründet die „Salvator-Stiftung“

München - München-Isarvorstadt - Giesing * Herzog Albrecht V. gründet die „Salvator-Stiftung“ zum Unterhalt der „Salvatorkirche“ am heutigen „Alten Südlichen Friedhof“.

Zur „Salvator-Stiftung“ gehören drei Bauernhöfe in Ober- beziehungsweise Untergiesing. 

Alfons Scharf erhält auch die „Bayerische Denkmalschutzmedaille“

München-Untergiesing* Neben dem „Fassadenpreis“ erhält Alfons Scharf auch die „Bayerische Denkmalschutzmedaille“ für sein Haus „Am Mühlbach 4a“.

Die „Brauerei zur Schwaige“ wird mehrfach erweitert

Haidhausen * Die „Brauerei zur Schwaige“ in Haidhausen wird mehrfach erweitert.

Die Firma „Franz Kathreiner‘s Nachfolger“ erwirbt ein Grundstück

Berg am Laim * Die Firma „Franz Kathreiner‘s Nachfolger“ erwirbt an der Mühldorfstraße 20, nahe dem „Ostbahnhof“, ein 34.000 qm großes Areal mit Gleisanschluss.

Der „Reichstag“ will eine „Kalendervereinheitlichung“

Regensburg * Der „Reichstag“ formuliert die Notwendigkeit einer „Kalendervereinheitlichung“. 

Der er sich aber nicht auf einen Beschluss einigen und vertagt die Angelegenheit auf die nächste „Reichsversammlung“

Bischof Albrecht Sigismund lässt eine „Mariensäule“ errichten

Freising * Bischof Albrecht Sigismund lässt am Freisinger Marktplatz - nach Münchner Vorbild - eine „Mariensäule“ errichten.

Eine direkte Schifffahrtsverbindung bis nach Griechenland

Donau * Nach der Sprengung der berüchtigten Katarakten des Eisernen Tores können Dampfschiffe bis ins Schwarze Meer fahren, wodurch die Donau-Dampfschifffahrt einen enormen Aufschwung erlebt. Nun ist eine direkte Schifffahrtsverbindung bis nach Griechenland möglich, wo seit 1832 mit König Otto ein Wittelsbacher regiert.

Die „Wiederverwertbarkeit von Rohstoffen“ aus dem Müll fördern

München * Es gibt Überlegungen, ein drittes „Müllverbrennungs-Kraftwerk“ zu bauen. 

Es gibt aber auch „grünen“ Widerstand, der fordert, die „Verbrennungsanlagen“ zu entgiften und die „Wiederverwertbarkeit von Rohstoffen“ zu fördern.

Ein zusätzlicher Kinoraum wird in den „Museum-Lichtspielen“ eingerichtet

München-Au * Ein zusätzlicher Kinoraum wird in den „Museum-Lichtspielen“ eingerichtet.

Damit stehen vier Kinosäle zur Verfügung.

Eine mahnende Inschrift am wiederhergestellten „Siegestor“

München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Nach einer heftig kontrovers geführten Diskussion wird das „Siegestor“ zu einem „Mahnmal gegen den Krieg“.

Seine Inschrift lautet jetzt: „DEM SIEG GEWEIHT * VOM KRIEG ZERSTÖRT * ZUM FRIEDEN MAHNEND“.

4.220 bayerische „Wasserkraftanlagen“ erzeugen 12.500 Gigawattstunden Strom

Freistaat Bayern * In Bayern erzeugen 4.220 „Wasserkraftanlagen“ 12.500 Gigawattstunden Strom. 

Damit werden 15 Prozent des bayerischen Stromverbrauchs gedeckt.
In 93 Prozent der bayerischen Flüsse sind Anlagen zur Stromgewinnung eingebaut. 

Arnold Zenetti legt die „Examina im Hoch- und Tiefbau“ erfolgreich ab

München * Arnold Zenetti legt die „Examina im Hoch- und Tiefbau“ erfolgreich ab. 

Maximilian Ferdinand Graf von Törring-Seefeld wird „Oberhofmeister“

München * Kurfürst Ferdinand Maria ernennt Maximilian Ferdinand Graf von Törring-Seefeld zum „Oberhofmeister“

Die deutsche Turbo-Seidenraupe

Berlin * In Berlin erscheint eine Broschüre mit dem euphorischen Titel: „Doch deutscher Seidenbau! Der lohnende neue Betriebszweig“. In der Broschüre ist die Rede vom „mangelnden Rohstoff im Lande“ und den durch Professor Pasteur besiegten Raupenkrankheiten.

Außerdem hätten deutsche Raupenzüchter neue „Blutlinien“ hervorgebracht, die die „deutsche Raupe“ einen bedeutend längeren Faden spinnen lässt, als ausländische Raupen. Sozusagen die „deutsche Turbo-Seidenraupe“. Und weiter: Es sollte unbedingt die „deutsche Edelbrut“ verwendet werden, da von „ausländischer Brut“ eine erhebliche Infektionsgefahr ausgeht. Schließlich will man sich ja auch die Unabhängigkeit vom Ausland bewahren. 

Erbstreitigkeiten bei „Togal“

München-Bogenhausen * Nach dem Tod des „Togal“-Firmengründers Gerhard Friedrich Schmidt streiten sich die drei Söhne um das attraktive Erbe.

Der jüngste der Brüder, Günther J. Schmidt, siegt nach einem erbitterten Rechtsstreit.

Die „Rekognition für die Verlegung der Brücke“ abgelöst

München - Freising * Die Stadt München löst mit einer Einmalzahlung von 987 Gulden jährliche Zahlung für die „Rekognition für die Verlegung der Brücke“.

Ein Mörtelweib verdient weniger als die Hälfte des Mannes

München * Der durchschnittliche Stundenlohn für eine Speisträgerin, ein sogenanntes Mörtelweib, liegt bei 22 Pfennige. Ein männlicher Mörtelträger erhält für die gleiche Arbeit 50 Pfennige in der Stunde. Die Mörtelweiber arbeiten im Akkord und bilden zu je Zweien eine Partie, die in einer Trage den Mörtel, auch Speis genannt, zu den Maurern hinaufbringen.

Besonders in den Bauboom-Jahren vor der Jahrhundertwende sind die Mörtelweiber in ihren dicken, unförmigen und langen Röcken, ihren kalkzerfressenen Blusen und den straff gebundenen Kopftüchern, aus dem Münchner Stadtbild nicht wegzudenken. Den robusten und anspruchslosen Frauen und Mädchen, die für Hungerlöhne Fronarbeit leisten, ist der Aufbau Münchens in der Gründerzeit zu verdanken. Der Arbeitstag dieser Frauen beginnt um sechs Uhr früh; dabei befindet sich die Baustelle oft in der entgegengesetzten Richtung, irgendwo in Schwabing oder in Nymphenburg, was erstmals einen - zum Teil - mehrstündigen Fußmarsch - schon vor Arbeitsbeginn - bedeutet.

Zur Brotzeit „gönnt“ man sich eine Halbe Bier, ein paar „Maurerloabe und einige Radi“. Mittags gibts einen Krug Bier, mehrere Scheiben Brot und „ein Fünftel warmen Leberkäs’ minderer Sorte“. Das „Nachtessen“ besteht aus Bergen von gerösteten Kartoffeln mit Zwiebeln.

Der „Brauer“ Bathasar Füger erwirbt die „Brauerei zur Schwaige“

München-Haidhausen * Der „Brauer“ Bathasar Füger erwirbt die „Brauerei zur Schwaige“ in Haidhausen.

Sie wird seither auch „Fügerbräu“ genannt.

Ein Gremium, das sich mit der „Modifizierung des Kalenders“ befasst

Wien * Kaiser Leopold I. richtet ein Gremium ein, das sich mit der „Modifizierung des Kalenders“ befassen und einen im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“ gültigen Kalender berechnen soll.

Josef Schweiger öffnet seine „Vorstadtbühne“ den Wiener Autoren

München-Maxvorstadt * Josef Schweiger öffnet seine „Vorstadtbühne“ den Wiener Autoren. 

Herzog Albrecht Sigismund wird zum Freisinger „Koadjutor“ gewählt

München - Freising * Herzog Albrecht Sigismund von Baiern wird auf Druck des baierischen Kurfürsten Maximilian I. zum „Koadjutor“ (= Nachfolger) des Freisinger Fürstbischofs Veit Adam von Gepeckh gewählt.

Der Gebrauch der im Jahr 1897 eingeführten „Mülltonne

München * Der Gebrauch der im Jahr 1897 eingeführten „Mülltonne" wird eingestellt.

Die „Museum-Lichtspiele“ werden ausgezeichnet

München-Au * Die „Museum-Lichtspiele“ werden vom „FilmFernsehFonds Bayern“ mit einer Prämie von 15.000 DMark ausgezeichnet.

Arnold Zenetti legt die Prüfung für den Staatsdienst mit Erfolg ab

München * Arnold Zenetti legt die Prüfung für den Staatsdienst mit Erfolg ab. 

Maximilian Ferdinand Graf von Törring-Seefeld wird „Wirklicher Geheimer Rat“

München * Kurfürst Ferdinand Maria ernennt Maximilian Ferdinand Graf von Törring-Seefeld zum „Wirklichen Geheimen Rat“

Der Schauspieler Josef Kainz verlässt München

München * Der Schauspieler Josef Kainz verlässt München, nachdem er noch in zwei „Separatvorstellungen“ für König Ludwig II. aufgetreten ist.  

Eine Audienz zum Abschied verweigert König Ludwig II..

Gründung des Reichsverbandes für deutschen Seidenbau in Halle

Halle * In Halle kommt es zur Gründung des Reichsverbandes für deutschen Seidenbau.

Eine Denkschrift an den Deutschen Reichstag trägt den Titel „Deutscher Seidenbau schafft Werte für Volk, Staat, Familie, ist Kulturaufgabe, ist soziale Tat“. Natürlich dreht sich bei der schon von nationalsozialistischem Gedankengut durchdrungenen Schrift alles um die „deutsche Seide“, um die „deutsche Maulbeere“ und natürlich um die „deutsche Brut“

Erste Gegenmaßnahmen zur Besiedelung der Au

Au * Die Au ist nach Auffassung des „herzoglichen Hofkastenamtes“ so stark besiedelt, dass man sich zu ersten Gegenmaßnahmen entschließt. 

Das „Togalwerk“ ist Markenführer im Bereich „Fußpflege“

München-Bogenhausen * Mit „efasit“, das das „Togalwerk“ seit dem Jahr 1938 herstellt, wird die Münchner Firma an der Ismaninger Straße zum Markenführer im Bereich „Fußpflege“.

Die „Mörtelweiber“ verschwinden von den Baustellen

München * Mit dem „Änderungsgesetz der Gewerbeordnung“ verschwinden die „Mörtelweiber“ von den Baustellen, da darin die Verwendung von Arbeiterinnen beim Transport von Materialien aller Art untersagt wird.

Bis dahin betrug der „Frauenanteil im Baugewerbe“ knapp 10 Prozent.

Ein Brauer Geyer erwirbt die „Brauerei zur Schwaige“ in Haidhausen

München-Haidhausen * Die mittlerweile in eine „Aktiengesellschaft“ umgewandelte „Brauerei zur Schwaige“ in Haidhausen wird von einem „Brauer“ Geyer erworben.

Neue „Wirtsleute“ im „Paulaner am Nockherberg“

München-Au * Peter und Arabella Pongraz werden „Wirtsleute“ im „Paulaner am Nockherberg“.

Gründung einer Aktiengesellschaft zum Betrieb der Donaudampfschifffahrt

München * Gründung einer Aktiengesellschaft zum Betrieb der Dampfschifffahrt auf der Donau zwischen Ulm und Linz durch bayerische Bankiers und Unternehmer.

An der Stelle der „Tivoli-Kunstmühle“ steht jetzt das „Hilton-Hotel“

München-Englischer Garten - Tivoli * Dort, wo sich die „Tivoli-Kunstmühle“ befand, steht jetzt das „Hilton-Hotel“.

Von der ganzen ehemaligen Anlage blieb nur noch der Name „Tivoli“.

Das „Abfallkonzept“ räumt der „Verwertung wertvoller Stoffe“ Vorrang ein

München * Das neue „Abfallkonzept“ räumt der „Verwertung wertvoller Stoffe“ Vorrang ein.

Zur Durchsetzung dieser Ziele wird bis September 1989 das „Amt für Abfallwirtschaft“ eingerichtet.

Die „Museum-Lichtspiele“ beteiligen sich am „Münchner Filmfest“

München-Au * Die „Museum-Lichtspiele“ beteiligen sich am „Münchner Filmfest“.

Exerzierübungen vor dem neuen „Hof- und Nationaltheater“

München-Graggenau * Auch nach dem Bau des neuen „Hof- und Nationaltheaters“ bleibt der „Max-Joseph-Platz“ groß genug für Exerzierübungen.

Ein Antrag des „Generalkommandos München“, „die öde Fläche in einen regulären Exerzierplatz umzugestalten“, wird abgelehnt.

Das „Cuvilliés-Theater“ wird als erste Bühne Deutschlands elektrifiziert

München-Graggenau * König Ludwig II. lässt das „Cuvilliés-Theater“ als erste Bühne Deutschlands elektrifizieren. 

Erstmalige Gedanken der Eingemeindung der Au

München-Kreuzviertel - Au * Als Ersatz für die 34 Bürgerhäuser, die dem Bau der „Michaelskirche“ geopfert werden müssen, befasst sich der Magistrat der Stadt München erstmals mit dem Gedanken der Eingemeindung der Au.

Man nimmt aber wieder Abstand davon, nachdem Herzog Wilhelm V. auf eine jährliche Steuer von 600 Gulden verzichtet. 

Auf dem Gelände des „Togalwerks“ entstehen 60 Eigentumswohnungen

München-Bogenhausen * Auf dem Gelände des „Togalwerks“, dort wo einst Schmerztabletten hergestellt wurden entstehen durch die „Bayerische Hausbau“ 60 Eigentumswohnungen „im gehobenen Segment“ und moderne Büros.

Der neubarocke Bau des ehemaligen „Betz'schen Gasthauses“ an der Ismaninger Straße bleibt bestehen.

Die „Aktienbrauerei zu Schwaige“ erwirbt den „Gambrinusbräu“

München-Haidhausen * Die Haidhauser „Aktienbrauerei zu Schwaige“ erwirbt den „Gambrinusbräu“, der auf die 1551 gegründete „Löwenhauserbrauerei“ zurückgeht.

Zugleich wird die Haidhauser Brauerei in „Gambrinusbrauerei“ umbenannt.

Der „Chinesische Teesalon“ in der Burgstraße 16

München-Graggenau * Die Firma „Franz Kathreiner‘s Nachfolger“ eröffnet in ihrem Stammhaus an der Burgstraße 16 einen „Chinesischen Teesalon“.

Das „Tivoli-Kraftwerk“ wird in die „Denkmalschutzliste“ aufgenommen

München-Englischer Garten - Hirschau * Das „Maffei-Kraftwerk“ am Eisbach, heute „Tivoli-Kraftwerk“, wird in die „Denkmalschutzliste“ der Stadt München aufgenommen.

Der „Müll“ hat sich gegenüber 1970 verdoppelt

München * Der „Müll“, der an die „Verbrennungsanlagen“ und „Deponien“ angeliefert wird, hat sich gegenüber 1970 verdoppelt.

Die „​alt Schöttin

München * Die „​alt Schöttin" wird als Hexe aus der Stadt gejagt.

Das Verständnis für die Belange des Militärs sinkt deutlich

München-Graggenau * Mit dem Eintreten der Friedenszeit sinkt auch das Verständnis der Anwohner des „Max-Joseph-Platzes“ für die Belange des Militärs deutlich.

Das Geschäftsfeld der Firma Münchner Möbelheim, vormals Falk & Fey

München * Die Firma Münchner Möbelheim, vormals Falk & Fey betätigt sich mit der „Einrichtung von Wohnungen nach eigenen Entwürfen, Handel und Kommissionshandel von Waren aller Art insbesondere Antiquitäten und Kunstgegenständen, außerdem Übernahme von Versteigerungen“.

Die ersten Gehsteige für Fußgänger werden angelegt

München * Die ersten Gehsteige für Fußgänger werden in München angelegt.

Der „Ziegenmilchmarkt am Freibankeck“

München-Angerviertel - Viktualienmarkt * Eine Münchner Zeitung beschreibt unter dem Titel „Kuranstalt“ den „Ziegenmilchmarkt am Freibankeck“ mit nachstehenden Zeilen:

„Knapp an der nördlichen Schrannenhalle stellen sich frühmorgens einige Frauen mit etwa zwei Dutzend Ziegen ein und verzapfen brühwarme Ziegenmilch an die leidende Menschheit“.

Aus der „Löwenhauserbrauerei“ wird die „Gambrinusbrauerei“

München-Angerviertel * Die „Löwenhauserbrauerei“ in der Sendlinger Straße wird in „Gambrinusbrauerei“ umbenannt.

Sebastian Kneipp legt sich mit den „Bohnenkaffee-Herstellern“ an

Bad Wörrishofen * Sebastian Kneipp, katholischer Pfarrer und Erfinder der „Kneipp-Wasser-Kuren“, legt sich mit den „Bohnenkaffee-Herstellern“ an.

Deren Produkte prangert Kneipp als „giftig“ an, während er den „Malzkaffee“ in den „Siebten Himmel“ lobt.

Der „Kalender“ wird zur „weltlichen Angelegenheit“ erklärt

Osnabrück * Bei den „Osnabrücker Friedensverhandlungen“ wird der „Kalender“ zur „weltlichen Angelegenheit“ erklärt.

Josef Schweiger eröffnet sein „Isar-Vorstadt-Theater“

München-Isarvorstadt * Josef Schweiger zieht mit seinem Ensemble in das „Wirtshaus Drei Linden“ in der Müllerstraße, der heutigen Kolosseumstraße 4, wo er sein ganzjährig bespielbares „Isar-Vorstadt-Theater“ eröffnet.

Kurfürst Ferdinand Maria von Baiern verlangt Zusagen für seinen Sohn

München - Freising - Regensburg • Kurfürst Ferdinand Maria von Baiern verlangt von Herzog Albrecht Sigismund, Fürstbischof von Freising und Regensburg, die schriftliche Zusage, dass der Baiernprinz Joseph Clemens allen anderen Bewerbern als Koadjutor [= Nachfolger] auf den Bischofsstühlen in Freising und Regensburg vorgezogen wird. 

Die Grafen von Scheyern nennen sich jetzt „von Wittelsbach“

Scheyern * Die Grafen von Scheyern nennen sich jetzt „von Wittelsbach“.  

Der Name leitet sich von der im Stadtgebiet von Aichach gelegenen Burg ab. 

In Berg am Laim werden „Bio- und Papiertonnen“ aufgestellt.

München-Berg am Laim * In Berg am Laim werden - als Modellversuch - „Bio- und Papiertonnen“ aufgestellt.

Die „schöne Ursel“ von Wolfratshausen wird als Hexe aus der Stadt gejagt

München - Wolfratshausen * Die „schöne Ursel“ von Wolfratshausen wird als Hexe aus der Stadt gejagt, weil sie den „Pfaffen der Pötschnermesse“ so bezaubert hat, dass dieser Messgewänder und das Messbuch an die Juden versetzt.

Veräußerungsverbot der „Jurisdiktion“ und des „Scharwerks“

München - Haidhausen * Einen kurfürstlicher Erlass verfügt, dass in einer Entfernung von vier bis fünf Meilen um die Hauptstadt keine weitere „Jurisdiktion“ und kein „Scharwerk“ veräußert werden darf und die bereits veräußerten wieder einzuziehen sind.  

Dies trifft freilich auch auf die „Hofmark Haidhausen“ zu. 

Wasserschaden im gerade renovierten „Cuvilliès-Theater“

München-Graggenau * 8.000 Liter Wasser ergießen sich nach einer Vorstellung im „Cuvilliès-Theater“ über Beleuchtungskörper, die Tonanlage und die Bühnenmaschinerie sowie die elektronischen Schaltschränke. 

Das große Fresko der „Anna-Klosterkirche“ wird fertiggestellt

München-Lehel * Das große Fresko im Mittelraum der „Anna-Klosterkirche“ wird fertiggestellt. 

2222

22222

Der Seidenbau ist wünschenswert

Deutsches Reich * Der Seidenbau ist aus „volkswirtschaftlichen, medizinischen und wehrpolitischen Gesichtspunkten besonders wünschenswert“

Das Anbaugebiet des Baierweins ist auf 4 Hektar angewachsen

<p><strong><em>Freistaat Bayern - Niederbayern</em></strong> * Das Anbaugebiet des Baierweins&nbsp;ist auf 4 Hektar angewachsen.</p>

Max Schweiger erhält die Konzession für das „Isar-Vorstadt-Theater“

München-Isarvorstadt * Nach dem Tod von Josef Schweiger bemüht sich sein Bruder Johann um die übernahme des „Isar-Vorstadt-Theaters“.

Doch die Konzession erhält dessen Sohn Max.

In Baiern wird die „Loreto-Wallfahrt“ volkstümlich

München * In Baiern wird die „Loreto-Wallfahrt“ bekannt und durch die „Lauretanische Litanei“ volkstümlich.

Ehefrauen dürfen ihren Wohnort erstmals selbst bestimmen

Bundesrepublik Deutschland - Bonn * Ehefrauen dürfen ihren Wohnort erstmals selbst bestimmen.

Bis dahin hat der Ehemann dieses Vorrecht.

Durch die „Mülltrennung“ hat sich die „Müllmenge“ Münchens fast halbiert

München * Durch die „Mülltrennung“ hat sich die „Müllmenge“ Münchens nahezu halbiert.

Dem „Zauberer“ Schneider werden die Augen ausgestochen

München * Dem „Zauberer“ Schneider werden wegen „unchristlicher Buberei“ die Augen ausgestochen und die Zunge abgeschnitten.

Das „Artillerie-Regiment“ soll vom „Max-Joseph-Platz“ zu verbannt werden

München-Graggenau * Die „Kommission zum Wiederaufbau des Hof- und Nationaltheaters“ stellt den Antrag, nach der Eröffnung des neuen Theaters das „Artillerie-Regiment“ vom „Max-Joseph-Platz“ zu verbannen.

  • Man verweist dabei auf die Belästigung der ganzen Nachbarschaft durch den täglichen Ausbildungsbetrieb.
  • Außerdem würden in keiner „Haupt- und Residenzstadt“ außer in München, auf einem Stadtplatz ständig Militärübungen stattfinden.
  • Vielmehr sucht sich überall sonst das Militär „Exerzierplätze“ außerhalb der Städte.

Graf Maximilian Ferdinand von Törring-Seefeld wird „Oberstkämmerer“

München * Graf Maximilian Ferdinand von Törring-Seefeld gehört zu den engsten Vertrauten des jungen Kurfürsten Max Emanuels.

Der Baiernherrscher ernennt den Grafen gleich nach seinem Amtsantritt zum „Oberstkämmerer“

Wasserrohrbruch im „Cuvilliès-Theater“

München-Graggenau * Während der Restaurierung des „Cuvilliès-Theaters“ ergießen sich aus einem alten Rohr ganze Fluten in das Theater. 

Der Hochaltar der „Anna-Klosterkirche“ wird rekonstruiert

München-Lehel * Der Hochaltar der „Anna-Klosterkirche“, ein Werk der Gebrüder Asam, wird rekonstruiert.  

  • Nur dessen Herzstück, der Tabernakelbau von Johann Baptist Straub, und die beiden großen, den Altar flankierenden Stuckfiguren haben den Brand von 1944 überstanden.  
  • Die restliche Ausstattung des Hauptaltars muss neu gestaltet werden, wobei die Rekonstruktion des Hochaltarbildes bis ins Jahr 1975 hinein andauert.  
  • Auch dieses Bild war eine völlige Neuschöpfung, da nur ein Schwarz-Weiß-Foto zur Rekonstruktion vorliegt. 

Der „Königliche Wintergarten

München-Graggenau * Die Halle aus Glas und Eisen, die den „Königlichen Wintergarten auf dem Festsaalbau der Münchner Residenz“ bedeckt hatte, wird abgebaut und auf dem Gelände der „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg - MAN“ in Nürnberg wieder aufgerichtet.  

Sie wird im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs zerstört. 

Der Seidenbau ist von kriegsentscheidender Bedeutung

Deutsches Reich * Der Seidenbau ist von kriegsentscheidender Bedeutung, denn: „Naturseide lässt sich nur durch Kunstseide ersetzen, wenn es sich um die Herstellung von Luxusgegenständen (Bekleidungsstücke) handelt. Sie ist unersetzlich für technische Zwecke und für den Bedarf des Heeres (Fallschirme).“ 

Der Name Weinzierl taucht im Münchner Telefonbuch 129 Mal auf

München * Der Name Weinzierl taucht im Münchner Telefonbuch 129 Mal auf.

Die „Unionsbrauerei“ steigert ihren Ausstoß um das Fünfzehnfache

München-Haidhausen * Zwischen 1896 und 1899 wird der Haidhauser „Unionsbräu“ modernisiert.

Innerhalb von 10 Jahren steigert die „Unionsbrauerei Schülein & Cie“ ihren Ausstoß von 16.000 Hektolitern um das Fünfzehnfache.

Die Marke „Kathreiner‘s Kneipp Malzkaffee“ wird patentiert

Berg am Laim * Die Marke „Kathreiner‘s Kneipp Malzkaffee“ wird patentiert.

Das Produkt steigt zum namhaftesten Markenartikel der deutschen Kaffeebranche auf.

Das „Letztenscheidungsrecht“ des Vaters wird aufgehoben

Bundesrepublik Deutschland - Bonn * Das „Letztenscheidungsrecht“ des Vaters über die Kindererziehung wird aufgehoben.

Das „Kraftwerk Süd“ wird aus wirtschaftlichen Gründen abgestellt

München-Thalkirchen * Das „Kraftwerk Süd“ wird aus wirtschaftlichen Gründen abgestellt.

Zwei Frauen wegen „Zauberei“ auf den Pranger gestellt

München * Der Münchner Henker muss zwei Frauen wegen „Zauberei“ auf den Pranger stellen und sie dann aus der Stadt treiben.

Dieter Hildebrandt studiert München

München-Maxvorstadt * Dieter Hildebrandt kommt nach München, um hier an der „Ludwigs-Maximilian-Universität“ Literatur- und Theaterwissenschaften sowie Kunstgeschichte zu studieren. 

Die „Hofmarkbesitzer“ Hompesch lassen Häuser bauen

Berg am Laim * Zwischen den Jahren 1808 und 1812 lassen Johann Wilhelm von Hompesch und sein Bruder und Nachfolger Ferdinand von Hompesch als „Hofmarkbesitzer“ elf Häuser an der St.-Michaels-, der Josephsburg- und in der Clemens- August-Straße und drei weitere Häuser am Westrand des Schlossangers erbauen.

Sie reagieren damit auf eine Forderung der königlichen „Edikte“ aus den Jahren 1808 und 1812, in denen es heißt, dass die „Patrimonialgerichtsbarkeit“, die „Hofmarkgesrichtsbarkeit“, nur dann erhalten bleiben kann, wenn in der „Hofmark“ mindestens fünfzig Familien wohnen.

Durch diese Baumaßnahme steigt die Zahl der Häuser in Berg am Laim bis ins Jahr 1813 auf 54 an.
Die Häuser für Tagelöhner und Handwerker sind ebenerdig und aus Ziegel gemauert.
Jedes Haus hat 1.000 qm Grund. Sie stammen aus einer „Vorbildersammlung“ = Musterhäuser. 

Die Gräfin von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn kauft das „Palais Portia“

München-Kreuzviertel * Ihr ererbtes und erworbenes Vermögen ermöglichte es Anna Maria Katherina Gräfin von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn das Haus des Grafen Aheim - das jetzige „Palais Portia“ - in der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße 12 zu kaufen. 

Die „Wasserglocken“ werden durch „Bronzepilze“ ersetzt

München-Kreuzviertel * Die „Wasserglocken“ des Brunnens mit der technokratischen Bezeichnung „Schwerer Granit und zarte Wasserglocken“ werden durch „Bronzepilze“ ersetzt. 

Die Restaurierung der Seitenaltäre der „Anna-Klosterkirche“ beginnt

München-Lehel * Die Restaurierung der beiden Seitenaltäre der „Anna-Klosterkirche“ beginnt.  

Der sich auf der linken Seite befindliche „Paula-Altar“ und der ihm gegenüberliegende „Hieronymus-Altar“.  
Die Altarblätter stammen von Cosmas Damian Asam und sind die einzigen Originalgemälde in der „Anna-Kirche“.   

Sie konnten nur durch rechtzeitige Evakuierung und Auslagerung vor den Flammen gerettet werden. 

Der Beginn der Alchemie

xxx * Nach den Lehren des Aristoteles [+ 322 v. Chr.] besteht jeder Stoff aus den vier Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer. 

Durch eine Änderung der Anteile der Elemente in einem Stoff wollte man diesen umwandeln - und so beispielsweise Blei zu Gold machen. 

Der „Ratskeller“ bietet Platz für 1.200 Personen

München-Graggenau * Der „Ratskeller“ bietet Platz für 1.200 Personen.

Das „Kuratorium für das Braune Band von Deutschland“ gegründet

München * Der „NS-Ratsherr“ Christian Weber gründet das „Kuratorium für das Braune Band von Deutschland“.

Karl Wildt bebaut das Anwesen Richard-Wagner-Straße 9

München-Maxvorstadt * Leonhard Romeis bebaut für den „Ingenieur“ Karl Wildt das Anwesen Richard-Wagner-Straße 9.

Erstmals erscheint der Name „Kreuzviertel“

München-Kreuzviertel * Erstmals erscheint der Name „Kreuzviertel“.

Er leitet sich von der damals wichtigsten Straße ab, der „Kreuzgasse“, dem heutigen „Promenadeplatz“.

Dort befindet sich der für die Wirtschaft so wichtige „Salzmarkt“.

Die „Schweiger-Theater“ als lästige Konkurrenz des „Hoftheaters“

München-Au - München-Isarvorstadt * Wegen des großen Erfolgs der „Schweiger-Theater“ bei allen Bevölkerungsgruppen bittet „Hoftheaterintendant“ Franz Dinglstedt das „Innenministerium“, das „Interesse seines Hoftheaters“ gegen die lästige Konkurrenz aus der Vorstadt zu schützen.

So kommt es zum „Aufführungsverbot klassischer Dramen“.

Margot und Günter Steinberg übernehmen den „Hofbräukeller“

München-Haidhausen * Margot und Günter Steinberg übernehmen den „Hofbräukeller“ am Wiener Platz in Haidhausen.

Die „Hofmark Berg am Laim“ wird durch Zukäufe vergrößert

Berg am Laim * Der inzwischen zum „Generalkriegskommissar“ aufgestiegene Albrecht von Lerchenfeld kauft den „Großmeierhof“ und den „Kleinmeierhof“ in Echarding und fügt beide in seine „Hofmark Berg am Laim“ ein.

Zudem erwirbt er die drei „Schwaigen“ Harlaching, Geiselgasteig und Harthausen, die heutige „Menterschwaige“.

Noch im gleichen Jahr stirbt Albrecht von Lerchenfeld.

Dr. Johann Hartlieb verfasst ein Buch über die Kunst der Zauberei

München * Der Arzt und Schriftsteller Dr. Johann Hartlieb verfasst für den Markgrafen Johann von Brandenburg-Kulmbach ein „Puoch aller verpoten kunst und ungelaubens und der zaubrey“

Johann Hartlieb ist mit Sibilla verheiratet, der illegitimen Tochter von Herzog Albrecht III. und Agnes, und schon deshalb eng mit dem Münchner Hof verbunden.

Dieter Hildebrandt legt am „Residenztheater“ die Prüfung ab

München-Graggenau * Dieter Hildebrandt legt am Münchner „Residenztheater“ die Prüfung der Schauspieler-Genossenschaft ab. 

Ferdinand von Hompesch stirbt

Berg am Laim * Der Berg am Laimer „Hofmarkbesitzer“ Ferdinand von Hompesch stirbt.

Sein Nachfolger wird Wilhelm von Hompesch. 

Die Kanzel der „Anna-Klosterkirche“ wird wiederhergestellt

München-Lehel * Die Kanzel der „Anna-Klosterkirche“ - aus der Werkstatt von Johann Baptist Straub - wird wiederhergestellt.  

Die Kirchen-Restauratoren geben ihr das Aussehen wieder, das sie vor dem Krieg hatte. 

In Italien wird das erste „Krematorium“ gebaut

Italien * In Italien wird das erste „Krematorium“ gebaut. 

Ein erster „Führer durch die Residenz zu München“ erscheint

München-Graggenau * Ein erster „Führer durch die Residenz zu München“ erscheint.  

Täglich außer an Sonn- und Feiertagen kann die „Residenz“ besichtigt werden.  
Ausgenommen sind natürlich die von der Herrscherfamilie noch bewohnten Zimmerfolgen. 

Ein „Zweirad mit Dampfmotor“ wird entwickelt

München * Die Brüder Heinrich und Wilhelm Hildebrand beginnen mit der Konstruktion eines „Zweirades mit Dampfmotor“, nachdem Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach mit ihrem kleinen und schnell laufenden „Benzinmotor“ in der 1880er Jahren die Voraussetzung für die Weiterentwicklung des „Velocipedes“ zum „Motorzweirad“ geschaffen hatten.

Zur Verwirklichung ihres „Dampf-Kraftrades“ wenden sich die Brüder Hildebrand an zahlreiche Fahrrad- und Motorfirmen, die ihr Projekt - eine Dampfmaschine mit Kessel, Wasser- und Kohlevorrat - allerdings immer wieder ablehnen. 

Wilhelm steigt schließlich aus Frust aus dem Projekt aus, doch Heinrich Hildebrand kann den Ingenieur Alois Wolfmüller gewinnen und mit ihm Zweiräder mit einem „wassergekühlten Zweizylinder- Viertaktmotor“ ausstatten. 

Das ist der Durchbruch.

München hat 14 berufsmäßig betriebene „Badstuben“

<p><strong><em>München</em></strong> * München hat 13.500 Einwohner.&nbsp;Es gibt 14 berufsmäßig betriebene Badstuben.</p>

Max Pettenkofer erforscht die Indische Cholera

München * Der Pharmazeut und Hygieniker Max Pettenkofer, von den Münchnern liebevoll-verachtend „Scheißhäusl-Apostel“ genannt, wird Mitglied der „Königlichen Kommission der Erforschung der indischen Cholera“.

Das „Kreuzviertel“ wird als „Stadtbezirk IV“ bezeichnet

München-Kreuzviertel * Das „Kreuzviertel“ wird als „Stadtbezirk IV“ bezeichnet.

Die deutsche Staatsbürgerschaft jetzt auch für Kinder deutscher Mütter

Bundesrepublik Deutschland - Bonn * Kinder deutscher Mütter können jetzt auch die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.

Bis dahin konnten das nur Kinder deutscher Väter. Erkannte zum Beispiel ein amerikanischer Soldat das Kind mit seiner deutschen Freundin nicht an, war das Kind „staatenlos“.

Das „Amt für Abfallwirtschaft“ zieht zum Georg-Brauchle-Ring um

München * Das „Amt für Abfallwirtschaft“, die „Zentrale der städtischen Abfallentsorgung“, zieht zum Georg-Brauchle-Ring um.

Sebolt Schönmacher wird aus der Stadt gewiesen

München * Weil Sebolt Schönmacher mit seiner „Alchemie“ etliche Bürger geschädigt hat, muss er schwören und versprechen, „zeitlebens nicht mehr in die Stadt und in das Land zu kommen“.

Geplante Maßnahmen gegen Rebellen und gegen Aufruhr

München-Graggenau - München-Kreuzviertel * Eine von „Kriegsminister“ von Manz vorgelegte „Denkschrift“ will die Bürgerhäuser am „Max-Joseph-Platz“, zwischen der „Perusagasse ab nach Norden bis auf die Höhe des ludovicianischen Königsbaues abzureißen“, um den „Rebellen“ keinen Unterschlupf und ein „freies Schußfeld“ zu ermöglichen.

Zwischen der „Prannergasse“ [heutige Kardinal-Faulhaber-Straße] und der „Theatinerstraße“ will er in den geschlossen bebauten Häuserblock eine Bresche schlagen, den gesamten Häuserblock zwischen der „Perusagasse“ und der „Schrammergasse“ demolieren und auf der dadurch freiwerdenden Fläche eine „Defensivkaserne“ errichten. 

Zum Glück haben sich all diese Planungen aus verschiedenen Gründen nicht realisieren lassen.

Dieter Hildebrandt gründet das Kabarett „Die Namenlosen“

München * Dieter Hildebrandt bricht seine Arbeiten an der Dissertation zur Erlangung des Doktortitels ohne Abschluss ab. 

Dafür gründet er das Kabarett „Die Namenlosen“ und hat damit erste Erfolge.

Heinrich XI. „Jasomirgott“ wird Herzog von Baiern

Regensburg * Heinrich XI. „Jasomirgott“, der Bruder von Herzog Leopold IV., wird Herzog von Baiern und Markgraf von Österreich. 

Er residiert in Regensburg, der damaligen Hauptstadt Baierns.

Der „Antonius-Altar“ wird vollkommen neu konzipiert

München-Lehel * In den Jahren 1975 und 1976 befasst man sich mit den beiden Haupt-Seitenaltären in der Kirchenmitte der „Anna-Klosterkirche“.  

Der „Antonius-Altar“ wird vollkommen neu konzipiert.  
Er war ursprünglich ein „Nepomuk-Altar“, der später in einen „Ludwigs-Altar“ umgewandelt wurde.  
Jetzt erhält er die Bestimmung eines „Antonius-Altars“.  
Der Heilige gilt als Patron der bayerischen „Franziskaner“.  

Seine „Oberarm-Reliquie“, die Kaiser Ludwig der Baier anno 1330 den Münchner „Franziskanern“ schenkte, wurde anno 1480 in einem spätgotischen „Reliquiar“ gefasst und in einem barocken Schrein ausgestellt.  
Sie befindet sich seit dem Jahr 1827 in der „Anna-Kirche“.  
Angeblich rettete ein „Franziskaner-Mönch“ die kostbare „Reliquie“ nach dem Bombardement aus dem brennenden Gotteshaus.  

Die am Altar aufgebaute „Antonius-Statue“ aus dem Jahr 1682 wird von kleinen, „modernen“ Bildtafeln eingerahmt. 

Die „Einführung der Leichenverbrennung“ wird beantragt

München - München-Obergiesing * Mit der Sammlung von Unterschriften beantragt man beim Magistrat die „Einführung der Leichenverbrennung“.  

Dieser befürwortet den Antrag, da sich für die rasant wachsende Großstadt mit der Feuerbestattung das Problem der „Grabplatz-Knappheit“ lösen würde. 

Ein überarbeiteter „Führer durch die Residenz zu München“ erscheint

München-Graggenau * Die zweite und überarbeitete Ausgabe des „Führers durch die Residenz zu München“ erscheint. 

Die älteste Darstellung von München

München * Der von Michael Wolgemut gefertigte Holzschnitt in der „Hartmann Schedel‘schen Weltchronik“ ist die älteste Darstellung von München.  

  • Es sind noch keine Isarinseln zu sehen,  
  • dafür wird am unteren Bildrand die am „Gasteigberg“ gelegene „Wasserstube“ gezeigt. 

In München gibt es etwa 800 „Volkssänger“

München * In München gibt es etwa 800 als „Volkssänger“ gemeldete Personen.

Sie organisieren sich im „Volkssängerverband“, mit eigener Zeitung, Krankenversicherung und Künstlerbörse, organisieren.

Kurfürst Joseph Clemens kann nach 9 Jahren endlich in Köln einziehen

Versailles - Köln * Nach dem „Frieden von Rijswijk“ versucht Ludwig XIV. die nicht im Kriegsverlauf für Frankreich eroberten Gebiete durch „Subsidienzahlungen“ an sich zu binden.  

Auch „Kurköln“ und Kurfürst Joseph Clemens erhalten Gelder, die den Wiederaufbau der zerstörten Residenzen ermöglichen sollen.

Außerdem kann Kölns Kurfürst Joseph Clemens nach neun Jahren endlich in Köln einziehen und in Bonn seine Residenz nehmen.

Die „Kolonie Birkenau“ entsteht inmitten von Feldern

Untergiesing * Wolfgang Wiensberger, der durch „Heurath“ in den Besitz des „Gutshofes Birkenleiten“ kommt, verkauft Teile seines unbebauten Wiesengrundes, den man damals „Birkenau Lohe“ oder „Bei den Pfaffenhäuser“ nannte, als Bauplatz.

Dadurch entsteht in der Zeit von 1840 bis 1845 die „Kolonie Birkenau“.

Sie ist in sich abgeschlossen und liegt weit außerhalb der Vorstadt Giesing - inmitten von Feldern.
​Sie befindet sich zwischen dem Bahndamm, der Birkenau, der Sommer-, sowie Oberen- und Unteren Weidenstraße.

Die „Kolonie Birkenau“ stellt das Gegenstück zur „Feldmüller-Siedlung“ in Obergiesing dar.

Der Henker muss die „Huntlerin“, eine „Zauberin“, aus der Stadt treiben

München * Der Henker muss die „Huntlerin“, eine „Zauberin“, aus der Stadt treiben.

Die „Franziskaner-Klöster“ werden von „Reformaten“ übernommen

Herzogtum Baiern * Die anderen altbaierischen „Franziskaner-Klöster“ - in Landshut, Ingolstadt und Kelheim sowie die geistliche Leitung des „Klarissinnenklosters St. Jakob am Anger“ - werden von „Reformaten“ übernommen.

Viele der alten „Observanten“ verlassen daraufhin die neue Provinz wegen des „welschen guberno“, also der Vorherrschaft ihrer italienischen Mitbrüder.
Doch schon innerhalb einer Generation sind die einheimischen „Reformaten“ wieder nachgewachsen.

Dieter Hildebrandt gründet die „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“

München-Schwabing * Dieter Hildebrandt gründet gemeinsam mit Sammy Drechsel die „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“

Das erste Programm trägt den Titel „Denn sie müssen nicht, was sie tun“.
Ihm folgen noch weitere 19. 

Das „katholische Stadtpfarramt“ lehnt die „Leichenverbrennung“ ab

Gotha * In Gotha entsteht Deutschlands erste „Leichenverbrennungsanlage“.  

Der Münchner Magistrat befragt daraufhin die drei „Religionsgemeinschaften“ über Einwände gegen die „Feuerbestattung“.  

Während die „Israelitische Kultusgemeinde“ keinerlei Einwand sieht und das „protestantische Stadtpfarramt“ Änderungen des Ritus für unnötig erachtet, lehnt das „katholische Stadtpfarramt“ die „Leichenverbrennung“ kategorisch ab.  

Fürsprecher findet diese Bestattungsform bei den Sozialdemokraten.  
Sie fordern eine allgemeine Einführung der „Feuerbestattung“ als einzige Möglichkeit, Chancengleichheit zu gewähren, da mit der „Leichenverbrennung“ endlich die „Klassenbegräbnisse“ hinfällig werden würden.  

Joseph Schülein wohnt in der Richard-Wagner-Straße 7

München-Maxvorstadt * Joseph Schülein bewohnt das vierstöckige Haus in der Richard-Wagner-Straße 7, mit 12 Zimmern und 5 Kammern, mit seiner Familie und zwei weiblichen Dienstboten.

Zwangseinquartierungen jüdischer Menschen

München-Maxvorstadt * Obwohl Dr. Walter und Nelly Zeckendorf die offiziellen Besitzer des Anwesens Richard-Wagner-Straße 11 sind, darf die Parterrewohnung und der erste Stock, in dem die verstorbene Jenny Zeckendorf bewohnt hat, nicht mehr vermietet werden.

Sie werden sofort für Zwangseinquartierungen jüdischer Menschen genutzt.

Die „Maffei'sche Fabrik“ liefert die ersten acht Lokomotiven aus

München-Englischer Garten - Hirschau * Die „Maffei'sche Fabrik“ liefert die ersten acht Lokomotiven an die „Bayerische Staatsbahn“ aus, die bald einen Großteil ihres Lokomotivenbedarfs bei Maffei deckt.

Die „Suevia“, eine technisch verbesserte Lokomotive, fährt die Strecke Augsburg - Donauwörth. 

Daneben stellt Maffei auch Dampfschiffe, Dampfmaschinen, Walz- und Mühlwerke, Werkzeugmaschinen und sonstige Maschinen her.

Die „Marianum“-Mädchen bei den „Armen Schulschwestern“

München-Obergiesing * Seit der Gründung der Privatstiftung „Marianum“ werden die vierundzwanzig Mädchen bei den „Armen Schulschwestern“ in der Kistlerstraße in Obergiesing im Näherei- und Stickereihandwerk ausgebildet.

Die „Ukrainisch-katholische Bischofskirche“ wird eingeweiht

München-Untergiesing * Die „Ukrainisch-katholische Bischofskirche Sankt Andreas - Maria Schutz“ an der Schönstraße wird eingeweiht. 

Die Kirche wurde in einem architektonisch modernen Stil als „Seelsorge- und Bildungszentrum“ für die mit Rom unierten „katholischen Ukrainer in Deutschland“ erbaut.

Papst Innozenz VIII. erlässt eine „Hexenbulle“

Rom-Vatikan * Papst Innozenz VIII. erlässt eine „Hexenbulle“.

Die neue „Franziskaner-Provinz“ erreicht ihre höchste Blüte

München * Die neue „Franziskaner-Provinz“ kann sich aufgrund der Rahmenbedingungen günstig entfalten und erreicht ihre höchste Blüte in den Jahren von 1714 bis 1738.

Hildebrandts Drehbuch zu „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“

München * Dieter Hildebrandt schreibt das Drehbuch zum Film „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“ nach einer Erzählung von Heinrich Böll. 

Hildebrandt spielt darin auch die Hauptrolle. 

Die Renovierung der „Anna-Klosterkirche“ ist abgeschlossen

München-Lehel * Mit der Erneuerung des letzten Seitenaltars endet die Renovierung der „Anna-Klosterkirche“.

Die „katholische Kirche“ droht mit der „Exkommunikation“

München * Die „katholische Kirche“ droht ihren Mitgliedern mit der „Exkommunikation“, wenn sie ihre Leiche verbrennen lassen oder in einen entsprechenden Verein eintreten würden.

Richard-Wagner-Straße 11 wird arisiert

München-Maxvorstadt * Nach Beendigung der Deportation der Münchner Juden geht das Haus in der Richard-Wagner-Straße 11 in den Besitz des Arztes Dr. Wilhelm Holz über.

Nun können die neuen „arischen“ Mieter einziehen.

Barbara Perhofer aus Aubing muss sich auf den „Pranger“ stellen

München-Kreuzviertel * Eine Barbara Perhofer aus Aubing muss sich - mit eingeflochtenen Strohzöpfen und einen Strohkranz auf dem Kopf - zur Strafe eine Stunde an der „Soldatenwache“ auf dem Marktplatz auf den „Pranger“ stellen.

Erstmals taucht in diesem Bericht die „Alte Hauptwache“ am „Thomaßeck“ auf.

Der „Bund Naturschutz“ wildert Biber in Bayern aus

Freistaat Bayern * Der „Bund Naturschutz“ wildert die ersten Biber wieder in Bayern aus.

Das „Hofkrankenhaus“ wird an den heutigen Kolumbusplatz verlegt

Au * Das „Hofkrankenhaus für kurfürstliche Hofbedienstete“ wird von Bogenhausen an den heutigen Kolumbusplatz verlegt.

Das „Hofkrankenhaus“, mit dem großen, im Süden anschließenden Gartenanlagen, wird mehrmals erweitert.

Die „Winterhalter-Villa“ an der Birkenleiten 35 gehört der Stadt

München-Untergiesing * Die ehemalige „Winterhalter-Villa“ an der Birkenleiten 35,  die sich im Besitz des „Gutsbesitzers“ Simon Eckart befindet, geht in das Eigentum der „Landeshauptstadt München“ über.

Heinrich Institoris veröffentlicht den „Hexenhammer“

Nürnberg * Der „Dominikanermönch“ Heinrich Institoris veröffentlicht den „Hexenhammer“ genannten „Malleus Maleficorum“ und schafft damit eine ausgeklügelte, systematische „Hexenlehre“.

Die „Franziskaner-Provinz“ in Kurbaiern

Kurfürstentum Baiern * In Kurbaiern gibt es 25 „Franziskaner-Konvente“, neun „Hospize“ und drei „Residenzen“, worunter man kleine Niederlassungen verstand.

Der Personalbestand liegt bei 700 „Patres“, 100 „Kleriker“ und 200 „Laienbrüder“. Dazu sind der „Provinz“ noch etwa 300 Nonnen - „Klarissen“ und „Tertianerinnen“ - unterstellt.

Die „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ löst sich als Ensemble auf

München-Schwabing * Die „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ löst sich als Ensemble auf. 

Der Schlachtviehhandel „Auf den Lüften“ endet

München-Angerviertel - Au - Haidhausen * Ein neuer „Viehmarkt“ wird zwischen „Angertor“ und „Einlaß“ eröffnet. 

Damit endete der Schlachtviehhandel „Auf den Lüften“.

Im „Lehel“ leben 16.000 Einwohner

München-Lehel * Im „Lehel“ leben 16.000 Einwohner.

In München wird der „Verein für Feuerbestattung” gegründet

München * In München wird der „Verein für Feuerbestattung” gegründet.  

Er setzt sich für die „Einführung der Leichenverbrennung“ in München ein.  

Der Magistrat steht dem Gedanken der „Feuerbestattung“ noch immer positiv gegenüber, doch für die „Errichtung eines Krematoriums“ benötigt man die Erlaubnis der bayerischen Staatsregierung.  
Den Antrag dafür sollte deshalb der „Verein für Feuerbestattung“ stellen. 

Die evangelische Familie Kraemer aus Cannstadt kommt nach Giesing

München-Untergiesing - Cannstadt * Die evangelische Familie des Carl Kraemer aus Cannstadt in Württemberg kommt in das Giesinger Geviert, wo sie und ihre Nachkommen die „Kraemer‘sche Kunstmühle“ betreiben.

Die „Unionsbrauerei Schülein & Compagnie“ wird ausgebaut

München-Haidhausen * Die „Unionsbrauerei“ an der Äußeren-Wiener-Straße in Haidhausen, der heutigen Einsteinstraße 42, wird in „Unionsbrauerei Schülein & Compagnie“ umbenannt und zu einer gut gehenden Braustätte ausgebaut. 

Das „Judenhaus“ in der Richard-Wagner-Straße 11

München-Maxvorstadt * Zwischen 1939 und 1941 lassen sich in dem Anwesen Richard-Wagner-Straße 11 insgesamt 22 jüdische Menschen nachweisen, die hier untergeracht worden sind.

Es handelt sich ausnahmslos um Personen, die aus ihren eigenen Wohnungen vertrieben worden sind und von der Richard-Wagner-Straße 11 aus entweder ins Altenheim wechselten oder ins „Sammellager Milbertshofen“ an der Knorrstarße gebracht werden.

Lena Christ's Roman „Rumplhanni“ beschreibt den Kriegsbeginn

München * Lena Christ beschreibt in ihrem im Jahr 1916 erschienenen Roman „Rumplhanni“ den Kriegsbeginn auf dem Lande: 

„[...] Kein Platz ist mehr zum Sitzen; die Bauern haben den Herrgottswinkel und das Ofeneck ausgefüllt, und an den übrigen Tischen hocken die Jüngeren und die Dienstigen.

Man redet vom Krieg. Und der eine meint: „Jano; s‘Belgien ham mir scho. s‘Frankreich ham mir aa scho glei; Paris kriagn man auf d‘Woch und s‘Rußland aufn Kirta.
Bis Allerheiling ham mir nachher an Engländer umbracht, und z‘Weihnachten sauf i mir mein Friedensrausch o.‘ -
‚Wenn dir der Italiener net ‘s Krüagl aus der Hand haut, deiweil!‘ meint der Meßmer von Niklasreuth; ‚woaßt, den Schlawiner tat i scheucha!‘

Aber, was!? Den Katzlmacha!‘ heißt‘s da; ‚den Polentafresser! Den Maronibruada möchst ferchten! Was willst denn! Was will denn der macha! Hat Ja grad oa Loch, wo er außi kann, der Italiener!‘ -
‚Und dees is zuapitschiert!‘ meint der Hauser. ‚Dees ham eahm d‘Östeireicher a so verpappt, daß er a Jahr braucht, bis er si durchefrißt!‘ Und so wird weiter disputiert und politisiert, bis Jeder voll ist und jeder genug hat [..]“
.

Und solange die militärischen Erfolge Bestand haben, kann der sogenannte „Burgfrieden“ in der Arbeiterschaft auch weiterhin erhalten bleiben.

Im Gasthaus „Neudeck“ wird der „TSV Turnerbund“ gegründet

München-Au - München-Untergiesing * Im Gasthaus „Neudeck“ wird der traditionsreichste Giesinger und Auer Sportvereins, der „TSV Turnerbund“, gegründet.

An der Pilgersheimerstraße 11, dort wo sich heute das „Obdachlosenasyl“ erhebt, stand bis in die Zeit des „Zweiten Weltkriegs“ die Halle des Sportvereins.

Jean Baptiste Métivier gestaltet das „Montgelas-Palais“ aus

München-Kreuzviertel * Für die Innendekoration des „Montgelas-Palais“ kann Graf von Montgelas den jungen, in Rennes in Frankreich geborenen und seit dem Jahr 1811 in München als „Inspektor der königlichen Baukommission“ tätigen Jean Baptiste Métivier gewinnen. 

Die „bayerische Staatsregierung“ lehnt die „Leichenverbrennung“ ab

München * Die „bayerische Staatsregierung“ lehnt die „Einführung der Leichenverbrennung“ in München ab.

Noch immer müssen Münchner, die eine „Feuerbestattung“ vorziehen, die hohen Kosten für den „Sargtransport“ zu einem auswärtigen „Krematorium“ akzeptieren.  

In Frage kommen dafür Gotha, später Heidelberg und Jena. 

Die Münchner „Residenz“ wird zum „Residenzmuseum“

München-Graggenau * Die Münchner „Residenz“ wird als „Residenzmuseum“ der Allgemeinheit für Besichtigungen zugänglich gemacht. 

Das Buch „Zur Lage der arbeitenden Klasse in Bayern“ erscheint

München * Dr. Bruno Schoenlanks Buch „Zur Lage der arbeitenden Klasse in Bayern“ erscheint.

Fortunatus Hueber, ein wortgewaltiger und hochgebildeter Prediger

Berg am Laim * Zu den bedeutendsten Vertretern der „Franziskaner“ gehört der aus Neustadt an der Donau stammende  Fortunatus Hueber, ein wortgewaltiger, hochgebildeter und erfahrener Ordensmann und Prediger, der in mehrere hohe Ämter berufen wird.  

Ihn erwählt der 22-jährige Kölner Erzbischof und Kurfürst Joseph Clemens für die Organisation, Werbung und Betreuung der von ihm am 8. Mai beziehungsweise am 29. September 1693 gegründeten „Michaels-Bruderschaft“ und des „Michaels-Ritterordens“.

Die „Maffei'sche Maschinenfabrik“ beschäftigt 150 Arbeiter

München-Englischer Garten - Hirschau * Die „Maffei'sche Maschinenfabrik“ in der Hirschau beschäftigt 150 Arbeiter.

Herzog Ferdinand Maria Innocenz heiratet Maria Anna Carolina von Neuburg

München * Herzog Ferdinand Maria Innocenz ehelicht die Tochter des Pfalzgrafen Philipp Wilhelm von Neuburg, Maria Anna Carolina.

Ihr gemeinsamer Sohn, Clemens Franz, ist neben dem Kurfürsten Max III. Joseph der einzige Vertreter der letzten baierisch-wittelsbachischen Generation.

Maulbeerbäume zur Züchtung der „Seidenraupen“ werden angezogen

München * Auf Veranlassung von König Ludwig I. werden in den „königlichen Hofgärten“ Maulbeerbäume zur Züchtung der „Seidenraupen“ angezogen und später im ganzen Land verteilt.

Bis zum Jahr 1836 sollen „im Königreiche wenigstens vier Millionen Stück stehen“.

Die Verwaltung der Landeshauptstadt München beschließt daraufhin die Gründung der ersten „städtischen Baumschulen“ im Garten der „Landwirtschaftsschule“ an der Luisenstraße und auf der „Kalkofeninsel“, in denen rund zehntausend Maulbeerbäume aus Samen herangezogen werden, die drei bis vier Jahre später eine für die „Raupenzucht“ geeignete Größe erreicht haben.

Die „Agnes auf dem Färbergraben“ erhält einen „Stadtverweis“

München * Die „Agnes auf dem Färbergraben“ erhält einen „Stadtverweis“.

Da sie zuerst mit dem „Kapellmeister“ Ludwig Senfl und danach mit dem „Dechant“ der Frauenkirche „in Unehren gehaust“ hat, verdächtigt man sie nun, dass sie mit ihren Liebestränken den beiden Würdenträgern „Vernunft, Gedächtnis und die Leibsgesundheit“ geraubt hätte.

In der „Schergenstube“ wird sie vom Henker „mit Daumenstock und Nagelbrand“ zum Geständnis gebracht.

Dieter Hildebrandt tritt gemeinsam mit Werner Schneyder auf

München * Dieter Hildebrandt tritt gemeinsam mit Werner Schneyder auf. 

Die Zahl der Einwohner im Lehel hat sich auf 13.479 reduziert

München-Lehel * Die Zahl der Einwohner im Lehel hat sich auf 13.479 reduziert. 

Die „Schaustellerstraße“ auf der „Theresienwiese“ wird saniert

München-Theresienwiese * Die „Schaustellerstraße“ auf der „Theresienwiese“ wird saniert. 

Die Prinzregentenstraße wird angelegt.

München-Lehel - Bogenhausen - München-Haidhausen * Die Prinzregentenstraße wird angelegt.

Der „Lebensborn e.V.“ lässt „rassisch wertvolle“ Kinder entführen

Berlin * Der „Lebensborn e.V.“ wirkt bei der Eindeutschung „rassisch wertvoller“ Kinder aus den besetzten Gebieten mit. 

Mehrere hundert Kinder im Alter von wenigen Monaten bis 17 Jahren werden - gegen den Willen oder ohne Wissen der Eltern - aus Norwegen, Polen, dem früheren Jugoslawien oder der ehemaligen Tschechoslowakei nach Deutschland geschickt.

Der „Lebensborn e.V.“ gibt ihnen deutsche Namen, erzieht sie in seinen Heimen ausschließlich in deutscher Sprache zu deutscher Lebensweise und vermittelt sie in deutsche Pflege- oder Adoptionsfamilien.

Die äußeren Merkmale der Kinder müssen sie als „reinrassisch“ und zur Vermehrung des „guten Blutes“ geeignet erscheinen lassen, denn - so hat Heinrich Himmler SS-Führern im besetzten Polen erklärt: „Das, was in den Völkern an gutem Blut unserer Art vorhanden ist, werden wir uns holen, indem wir ihnen, wenn notwendig, die Kinder rauben und sie bei uns großziehen“.

Der „Trinkbrunnen“ am Giesinger Berg geht in Betrieb

München-Obergiesing * Der „Trinkbrunnen“ am Aufgang zur „Heilig-Kreuz-Kirche“ am Giesinger Berg geht in Betrieb.

Die „Unionsbrauerei“ beschäftigt 168 männliche und 5 weibliche Kräfte

München-Haidhausen * Die „Unionsbrauerei“ in Haidhausen beschäftigt 168 männliche und 5 weibliche Kräfte.

Der „Ludwig-Main-Donau-Kanal“ ist zu gering dimensioniert

Ludwig-Main-Donau-Kanal * Der „Ludwig-Main-Donau-Kanal“ kann durchgängig befahren werden, erfüllt aber wegen seiner zu geringen Dimension nicht die in ihn gesetzten Erwartungen.

Bischof Johann Franz Eckher schlägt Johann Theodor als Nachfolger vor

Freising * Der Freisinger Bischof Johann Franz Eckher von Kapfing, der im Jahr 1695 die Wahl gegen Joseph Clemens gewonnen hatte, schlägt den 20-jährigen Baiernherzog Johann Theodor zu seinem Nachfolger auf dem Bischofsstuhl vor.

Die Familie Gilbert geht nach Indien

Indien * Die junge Familie Gilbert geht nach Indien, wo sich der im Dienst der britischen Besatzungsarmee stehende Vater ein finanziell abgesichertes Leben erhofft.  

Er stirbt aber noch im gleichen Jahr an der Cholera.

Das „Hofkrankenhaus für kurfürstliche Hofbedienstete“ wird aufgelassen

Au * Das „Hofkrankenhaus für kurfürstliche Hofbedienstete“ am heutigen Kolumbusplatz wird aufgelassen.

Die Raumprobleme durch den Bau eines Glockenturmes lösen

München-Untergiesing * Bei einem Besuch des bayerischen „Ministerpräsidenten“ Alfons Goppel wird die Problematik der beengten Raumverhältnisse im Untergiesinger „Templer-Kloster“ angesprochen.

Die einbezogene staatliche Beamtenschaft schlägt vor, die Raumprobleme durch den Bau eines Glockenturmes zu lösen. Denn auf einen Glockenturm hat eine „Religionsgemeinschaft“ sogar einen Rechtsanspruch.

Mit dem achtstöckigen Bauwerk kann die dringend benötigte Nutzfläche von über vierhundert Quadratmetern erzeugt werden. Der Turm besitzt eine Gesamthöhe von 87 Metern, bei einer Diagonale von elf Metern.

Die Turmzwiebel umfasst alleine eine Höhe von 18 Metern. Und damit ragt dieser Turm natürlich weithin sichtbar über das Untergiesinger Wohnungsneubaugebiet und die sich in dieser Gegend befindende „Kleingartenanlage“.

Schon dadurch gibt der Turm der „Ordensgemeinschaft“ ein weithin sichtbares Symbol.

Graf Ignaz Felix Joseph von Toerring-Jettenbach erwirbt einen Bauplatz

München-Graggenau * Der „Generalfeldzeugmeister“, „Konferenzminister“ und enge Vertraute des Kurfürsten Carl Albrecht, Graf Ignaz Felix Joseph von Toerring-Jettenbach, erwirbt den Bauplatz in der heutigen Residenzstraße 2 für sein „Palais“.

Zwar liefert François Cuvilliés für die Adels-Nobelunterkunft die modernsten Pläne, doch der Stararchitekt ist gerade beim neuen Kurfürsten Max III. Joseph in Ungnade gefallen. Und so erhält der städtische „Oberbaumeister“ Ignaz Anton Gunetzrhainer den Auftrag.

Die „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ wird wieder gegründet

München-Schwabing * Die „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ wird wieder gegründet und tritt in wechselnden Besetzungen auf. 

Die neue Schalterhalle im „Ostbahnhof“ geht in Betrieb

München-Haidhausen * Mit der Eröffnung der „S-Bahn“ nimmt die neue Schalterhalle im „Ostbahnhof“ neben dem alten Bahnhofsgelände ihren Betrieb auf. 

Kurfürst Carl Theodor führt den sogenannten „Illuminateneid“ ein

München * Kurfürst Carl Theodor führt den sogenannten „Illuminateneid“ ein.  

Jeder Beamte und Geistliche muss versichern, dass er keiner „geheimen Gesellschaft“ angehört.
Zusätzlich gibt es „Inquisitorische Untersuchungsverfahren“ gegen verdächtige Personen und Gruppen.  

Es herrscht „eine gewisse finstere Stimmung in Baiern, jener ähnlich, welche zu den Zeiten der Hexenprozesse durch ganz Deutschland geherrscht hatte.  
Der geringste Verdacht, die unbedeutendste Veranlassung reichte hin, um für einen Illuminaten gehalten zu werden“

Das „Lehel“ wird wieder zum Wohngebiet

München-Lehel * Der Stadtratsbeschluss von 1966, wonach das „Lehel“ vor allem der gewerblichen Nutzung vorbehalten sein soll, wird revidiert.  

Das „Lehel“ wird wieder zum Wohngebiet. 

In Ulm wird ein „Krematorium“ eröffnet

Ulm * Mit der Errichtung eines „Krematoriums“ in Ulm wird dann meist dieser Zielort gewählt.  

Der Ulmer Gemeinderat lässt sich die Kosten für ihr „Krematorium“ durch die vielen Aufträge aus München finanzieren.  

Anschließend wird die zurückgelieferte Urne in einem „Erdgrab“ bestattet.  
Das heißt, es werden dafür - bis zum Jahr 1904 - die gleichen Kosten wie für einen Sarg berechnet. 

Der „Wintergarten“ Königs Max II. wird abgerissen

München-Graggenau * Der 62 Meter lange, 33 Meter breite und acht Meter hohe „Wintergarten“ Königs Max II. - zwischen dem „Königsbau“ der „Residenz“, dem „Cuvilliés-Theater“ und dem „Nationaltheater“ - wird abgerissen. 

Die „Matthias-Pschorr-Straße“ auf der „Theresienwiese“ wird saniert

München-Theresienwiese * Die „Matthias-Pschorr-Straße“ auf der „Theresienwiese“ wird saniert. 

Der bayerische Staat rettet die „Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft“

München * Der bayerische Staat rettet die privatrechtlich organisierte „Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft“ durch die Übernahme vor dem Konkurs.

Herzog Johann Theodor wird zum Bischof von Freising gewählt

Freising * Der Baiernprinz und Fürstbischof von Regensburg, Johann Theodor, wird zum Bischof von Freising gewählt.

Lola Montez kommt von Kalkutta ins südenglische Bath

Kalkutta - Bath * Die kleine Elizabeth Rosanna Gilbert, besser bekannt als Lola Montez, kommt von Kalkutta ins südenglische Bath, um im dortigen Internat eine standesgemäße Ausbildung zu erhalten.

Das Urchristentum verurteilt jeden Krieg

Europa * Das Urchristentum verurteilt jeden Krieg und jede Form von Gewalt, da der „Krieg“ eine Konsequenz der „Erbsünde“ ist.

Frauen können in Bundesländern „Schutzpolizistinnen“ werden

Bundesrepublik Deutschland * Frauen können in den ersten Bundesländern „Schutzpolizistinnen“ werden.

Ein „Schandfleck“ und Ärgernis verschwindet

München-Haidhausen * Die als „Schandfleck“ empfundenen Gebäudereste des „Ostbahnhofs“ werden endgültig angebrochen. 

Auch der „Orleansplatz“ erfährt eine völlige Neugestaltung.
Ein Busbahnhof wird gebaut. 

Das „Lehel“ wird zum „Kerngebiet“ erklärt

München-Lehel * Das „Lehel“ wird zum „Kerngebiet“ erklärt.  

Damit ist es ein Viertel, das vor allem der gewerblichen Nutzung vorbehalten sein soll. 

Die Stadt wagt einen erneuten Vorstoß für ein „Krematorium“

München-Obergiesing * Die Stadt wagt einen erneuten Vorstoß für ein „Krematorium“ - wieder ohne Erfolg. 

Der umfangreiche „Amtliche Führer Residenz München“ erscheint

München-Graggenau * Der umfangreiche „Amtliche Führer Residenz München“ erscheint.  

Er beinhaltet die Baugeschichte und die ausführliche Beschreibung der zu besichtigenden Räume.  
Der Führer dokumentiert ein letztes Mal das Erscheinungsbild der „Residenz“ vor den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. 

Das Mariengnadenbild wird den Paulaner-Mönchen übergeben

Au * Das Mariengnadenbild, das Sebastian Rottaw in Frankreich vor den Kalvinisten gerettet hatte, wird den Paulaner-Mönchen übergeben.

Der „Verein der Brauereibesitzer in München“ hat 15 Mitglieder

München * Der „Verein der Brauereibesitzer in München“ hat 15 Mitglieder.

Erste Planungen für die Berg am Laimer Josephsburg

Berg am Laim * Der aus Rovereto in Graubünden stammende Architekt Enrico Zucalli legt seinen ersten Planungsentwurf für die Berg am Laimer Josephsburg für den Kölner Kurfürsten Joseph Clemens vor.  

Zucalli hatte gerade seine Arbeiten an der Theatinerkirche beendet, Schloss Nymphenburg weitergebaut und die Schlösser Lustheim und Schleißheim begonnen.

Häuser der „Feldmüller-Siedlung“ ins „Herbergen-Programm“ aufgenommen

München-Obergiesing * Einige Häuser der „Feldmüller-Siedlung“ werden in das „Herbergen-Programm“ aufgenommen und können damit der Sanierung zugeführt werden.

Augustinus entwirft die Theorie des „gerechten“ Krieges

Rom * Als im 4. Jahrhundert - nach der Bekehrung Konstantins - das „Römische Imperium“ ein „christliches Reich“ wird, muss sich das Christentum der veränderten Situation anpassen.

Augustinus entwirft die Theorie des „gerechten“ Krieges: „Gerecht werden die Kriege genannt, die Unrecht rächen“. Und weiter: „Ich glaube nicht, dass der Soldat, der einen Feind tötet, wie auch der Richter und der Henker, die einen Verbrecher hinrichten, sündigen, denn mit ihrem Handeln gehorchen sie dem Gesetz“.

Nur ein Krieg mit dem Ziel Reichtümer und Ehre zu gewinnen, gilt als unstatthaft. Ein „gerechter Krieg“ sollte dagegen Unrecht strafen und wieder gutmachen.

In einer Bulle verbietet Papst Sixtus V. sämtliche Zauberbücher

Rom-Vatikan * In einer Bulle verbietet Papst Sixtus V. sämtliche Zauberbücher.

Das „Palais Toerring-Jettenbach“ wird fertiggestellt

München-Graggenau * Das „Palais Toerring-Jettenbach“ in der heutigen Residenzstraße 2 ist unter Dach.

Das elf Fenster breite Gebäude mit seinem vorgebuchteten Mitteltrakt unterscheidet sich durch seine eher zurückhaltend gestaltete Rokokofassade von den älteren Münchner Adelspalästen.

Mit den Stuckarbeiten ist Johann Baptist Zimmermann betraut worden. Die Innenausstattung übernimmt Johann Baptist Gunetzrhainer.

Die Baurechnungen belaufen sich auf 55.170 Gulden, wobei die Gesamtkosten sicherlich wesentlich höher sind.

Graf von Montgelas wird „Erblicher Reichsrat“

München-Kreuzviertel * Maximilian Joseph Graf von Montgelas, der langjährige baierische „Premierminister“ und Erschaffer des modernen Bayern, gehört bis 1838 als „Erblicher Reichsrat“ der „Kammer der Reichsräte“ als „Vorsitzender des Finanzausschusses“ an. 

Planungen für eine Gleisüberbauung über den „Ostbahnhof“

München-Berg am Laim - München-Haidhausen * Noch plant man die in den 1930er Jahren schon avisierte Gleisüberbauung über den „Ostbahnhof“, die zusätzliche 37.000 Quadratmeter Nutzfläche bringen soll. 

Die Zahl der Einwohner im „Lehel“ hat sich auf 23.000 erhöht

München-Lehel * Die Zahl der Einwohner im „Lehel“ hat sich auf 23.000 erhöht. 

Das Interesse an der „Feuerbestattung“ ist beträchtlich gestiegen

München - München-Obergiesing * Das Interesse an der „Feuerbestattung“ ist in München mittlerweile beträchtlich gestiegen, weshalb die Stadt erneut einen Antrag zur Errichtung eines „Krematoriums“ stellt.  

Schließlich einigt man sich auf einen Kompromiss. 

Der „Verein für Feuerbestattung“ pachtet von der Stadt München die auf dem „Ostfriedhof“ errichtete „Verbrennungsanlage für Sargbretter und Grabkränze“ und lässt die Anlage auf eigene Kosten zu einer „Leichenverbrennungsanlage“ umbauen. 

Eine „Zaubergesellschaft“ sitzt in der „Schergenstube“ in Haft

München * Eine aus 18 Personen bestehende „Zaubergesellschaft“ sitzt in der „Schergenstube“ in Haft, deren Mitglieder  

  • „Zauberbücher“ und glückbringende „Alraunenwurzeln“ besaßen, 
  • sich unter dem „Galgen“ oder
  • in der oberen Stube des Alexander Freisinger in der Au trafen und  dort „Beschwörungen“ zur Wiedergewinnung gestohlener oder verlorener Sachen und „Ansegnungen gegen den bösen Feind“ betrieben.

Eine eigene „Ratskommission“ wird gebildet, die sich aus Mitgliedern des „Inneren“ und „Äußeren Rats“ zusammensetzt.

Die Urteile sind glimpflich.

  • Die meisten werden auf die „Schragen“ gestellt, zum Teil mit umgehängten „Zauberbüchern“.
    Diese Strafe ist - im Gegensatz zum „Pranger“ - nicht „ehrlos“.
  • Einige werden zusätzlich zu den Jesuiten zur „Beichte und Kommunion“ geschickt,
  • zwei erhalten eine Geldstrafe und
  • einer wurde zu vier Jahren „gegen den Erbfeind der Christenheit“, die Türken, verurteilt. 

Das „Brunnhaus auf der Kalkofeninsel“ wird ein Elektrizitätswerk

München-Haidhausen * Das „Brunnhaus auf der Kalkofeninsel“ wird zu Münchens erstem Elektrizitätswerk umgebaut.

Die dazu notwendige Energie liefert der Auer Mühlbach.

„Entbindungsheime“ und „Kinderheime“ des „Lebensborn e.V.“

Europa * Im „Deutschen Reich“ (einschließlich Österreich) besitzt der „Lebensborn e.V.“ neun „Entbindungsheime“ und zwei „Kinderheime“.

Für die Geburt unehelich gezeugter Kinder deutscher Besatzungstruppen eröffnet der „Lebensborn e.V.“ in Belgien, Frankreich, Luxemburg und Norwegen insgesamt zwölf „Entbindungsheime“.

Alleine in Norwegen kommen 8.000 bis 9.000 Kinder zur Welt.
Jedes „Lebensborn-Heim“ besitzt ein eigenes „Standesamt“ und eine „polizeiliche Meldestelle“.

Umbenennung zum Verein Münchner Brauereien

München * Der Verein der Brauereibesitzer in München nennt sich in Verein Münchner Brauereien um.

Das Altargemälde „Michaels Triumpf über Lucifer“ entsteht

Berg am Laim * Das Altargemälde „Michaels Triumpf über Lucifer“ entsteht.

Es wird anno 1767 erweitert und am Hochaltar der Berg am Laimer „Michaelskirche“ eingesetzt.

Der „Gerechte Krieg“ als Rechtfertigung der „Kreuzzüge“

Rom * Im 7. Jahrhundert wird die „augustinische Definition“ präzisiert: „Gerecht ist ein Krieg, der nach Warnung geführt wird, um Güter zurückzugewinnen oder Feinde zurückzuschlagen“.

Genau dieses Argument dient zur Rechtfertigung der „Kreuzzüge“, die sich zum Ziel gesetzt haben, die „heiligen Stätten“ zurückzugewinnen, da sie unzulässigerweise von den „Ungläubigen“ besetzt worden sind.

Die „Post“ künftig als Staatsaufgabe selbst übernehmen

München * Im Zuge der bevorstehenden Auflösung des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ - ist Kurfürst Max IV. Joseph fest entschlossen, die „Post“ künftig als Staatsaufgabe selbst zu übernehmen.

Bestärkt wird der Wittelsbacher vom „Generallandesdirektor“ Joseph Maria von Weichs, der ihm den Rat gibt, „daß der gegenwärtige Zeitpunkt der schicklichste sey, das Postregal [der Thurn und Taxis] einzuziehen und unter landesherrlicher Verwaltung auszuüben“.

Frauen dürfen erstmals als „Feuerwehrleute“ tätig werden

München * Frauen dürfen erstmals als „Feuerwehrleute“ tätig werden.

Philipp Reis erfindet das „Telephon“

Friedrichsdorf * Philipp Reis erfindet das „Telephon“

Die Einwohnerzahl im „Lehel“ hat sich auf 4.000 reduziert

München-Lehel * Die Einwohnerzahl im „Lehel“ hat sich auf 4.000 reduziert. 

Jedem Katholiken wird die „Feuerbestattung“ verboten

München * Das „katholische Stadtpfarramt“ bekräftigt noch einmal ihre Haltung und verbietet jedem Katholiken die „Feuerbestattung“

Die „schwarze Christlin“ kommt mit etlichen „Ansegenweibern“ in Haft

München * Die „schwarze Christlin“ mit etlichen „Ansegenweibern, die sich des Ansegnens und Zauberwerks gebrauchen“ kommen in Haft. 

Das „Neuguinea-Konsortium“ wird gegründet

Berlin * Das „Neuguinea-Konsortium“ wird gegründet, um den nordöstlichen Teil der Insel zu erwerben.

„Neuguinea“, die größte melanische Insel ist das erste konkrete „Kolonialobjekt“

Ein Protestbrief gilt als Geburtsurkunde der „Paulaner-Brauerei“

München - Au * Weil sich die Paulanermönche nicht an die Abmachungen halten und ihr Bier auch außerhalb des Klosters verkaufen, beschweren sich die Münchner Brauer beim Magistrat der Stadt und bitten „um entschiedene Abhilfe des klösterlichen Brau- und Ausschankunwesens“.

Dieser Protestbrief gilt als Geburtsurkunde der „Paulaner-Brauerei“.
Die Paulaner verstoßen aallerdings auch in den kommenden 165 Jahren immer wieder ganz bewusst gegen Vorschriften und Gesetze.

Die „Ludwigskirche“ kann eingeweiht werden

München-Maxvorstadt * Nach einer Bauzeit von 15 Jahren kann die „Ludwigskirche“ eingeweiht werden.

Peter Cornelius, den König Ludwig I. extra von Düsseldorf nach München holt, schafft das größte Fresko der Welt. Wesentlich größer als Michelangelos „Jüngstes Gericht“ in der „Sixtinischen Kapelle“ in Rom.

Der „Bürgermeistergarten“ wird der Öffentlichkeit übergeben

München-Bogenhausen * Der „Bürgermeistergarten“ wird der Öffentlichkeit übergeben.

Joseph Schüleins Kampf mit dem Münchner Brauereibesitzerverein

München-Haidhausen * Die Haidhauser Unionsbrauerei, damals noch nicht Mitglied im Verein der Brauereibesitzer in München, hat - durch Unterbieten der Preise und Gewährung von Sonderkonditionen - mehrere unabhängige Wirte „an sich gerissen“. Das führt zu harten Auseinandersetzungen mit dem Münchner Brauereibesitzerverein.

Die Ausstattung der „Michaelskirche“ in Berg am Laim ist abgeschlossen

Berg am Laim * Die Ausstattung der „Michaelskirche“ in Berg am Laim wird mit dem Einbau des Hochaltars abgeschlossen. 

Das Altargemälde „Michaels Triumpf über Lucifer“ aus dem Jahr 1694 wird erweitert und am Hochaltar eingesetzt.

Die Dampfschifffahrt auf dem Main wird eingestellt

Main * Die Dampfschifffahrt auf dem Main wird bis 1886 eingestellt.

Kurfürst Clemens August lässt ein „neues Hofmarkschloss“ erbauen

Berg am Laim * Auf seinem Berg am Laimer „Hofanger“ lässt sich Kurfürst Clemens August ein „neues Hofmarkschloss“ erbauen. 

Es dient allerdings nicht ihm, sondern seinem älteren Bruder Ferdinand Maria Innocenz „zur Jagdlust und zum Gebrauch“. Dieser war - als drittgeborener Sohn - vom Kurfürstenvater Max Emanuel nicht in eine geistliche Laufbahn gedrängt worden, bekleidete damit auch keine einträglichen und einflussreichen Ämter. 

Das neue Schloss liegt mit seiner Längsseite an der heutigen Josephsburgstraße und lehnt sich an das alte Schloss an. An der südlich gelegenen Gartenseite des Zentralbaues befand sich ein Pavillon. Im Inneren erstreckt sich der Salon über zwei Stockwerke. An beiden Seiten des Haupttrakts schließen sich doppelgeschossige Flügel mit großen Stallungen für jeweils 16 Pferde an. Sie beinhalten zusätzlich die Zimmer für die Stallknechte und zwei Heukammern.

Herzog Ferdinand Maria Innocenz unternimmt von hier aus die damals so beliebten „Parforcejagden“. Die Zwinger für die dazu notwendige große Hundemeute waren jedenfalls vorhanden. Neben der „Parforcejagd“ ist Ferdinand Maria Innocenz ein großer Liebhaber der „Falknerei“. Wie sein Bruder Clemens August benutzt der Herzog die im heutigen Untergiesing gelegenen „Falkenau“ zur Jagd mit den verschiedenen Greifvögeln auf Reiher und sonstiges Getier.

Der türkische Truppenführer Atsiz besetzt die Stadt Jerusalem

Jerusalem * Der türkische Truppenführer Atsiz besetzt die Stadt Jerusalem, die bis dahin im Besitz der schiitischen Kalifen war.

Gerhard Polt und Dieter Hildebrandt spielen in „Kehraus“

München * Dieter Hildebrandt übernimmt im Gerhard-Polt-Film „Kehraus“ eine Schauspielrolle. 

Immanuel Kants Buch „Kritik der reinen Vernunft“ wird verboten

Rom-Vatikan * Immanuel Kants Buch „Kritik der reinen Vernunft“ wird wegen der darin enthaltenden Widerlegungen der Gottesbeweise vom Vatikan auf das „Verzeichnis verbotener Bücher“ gesetzt.

Ein Gutachten soll die „Geruchsbelästigung für die Anwohner“ prüfen

München-Obergiesing * Der Umbau der „Verbrennungsanlage für Sargbretter und Grabkränze“ ist beendet.  

Jetzt muss aber noch ein Gutachten abgewartet werden, das die „Geruchsbelästigung für die Anwohner“ prüft.  
Die Prüfungen werden sich bis zum Jahr 1912 hinziehen. 

Neuguinea erhält einen „kaiserlichen Schutz“

Neuguinea - Berlin * Mehrere „Erwerbsverträge“ für den Erwerb von Neuguinea werden abgeschlossen, mit denen ein Gebiet von mehr als 200.000 Quadratkilometern für die „Gesellschaft“ abgesichert werden können.

Es erhält einen „kaiserlichen Schutz“, weshalb die deutsche Flagge über Neuguinea gehisst werden kann. 

Die Kirche für die Auer Marienwallfahrt wird fertiggestellt

Au * Die Kirche für die Auer Marienwallfahrt wird fertiggestellt.

Den Namen „Unserer lieben Frauen Bild Von der Hülff“ erhält das Gnadenbild jedoch erst später.

Friedrich von Gärtner beginnt mit den Planungen zur „Ludwigskirche“

München-Maxvorstadt * Friedrich von Gärtner beginnt mit den Planungen zur „Ludwigskirche“.

Zwischen 1799 und 1815 ist Baiern an sieben Kriegen beteiligt

München * Zwischen 1799 und 1815 ist Baiern an 7 Kriegen beteiligt, in denen Tausende baierischer Soldaten kämpfen und viele ihr Leben lassen müssen.

Haidhauser Bauerndynastie Rottenhuber stirbt aus

München-Haidhausen * Die Haidhauser Bauerndynastie der Familie Rottenhuber auf dem „Zeugnerhof“ stirbt aus. 

Die Grundstücke werden Zug um Zug verkauft.

Die Wiener „Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft“ übernimmt

München - Wien * Der bayerische Staat gibt seinen gesamten Schifffahrtsbesitz an der Donau an die Wiener „Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft“ ab.

Heftige Kämpfe zwischen Seldschuken und Schiiten

Jerusalem * Im „Heiligen Land“ kommt zu heftigen Kämpfen zwischen Seldschuken und Schiiten.

Die seldschukischen Türken behalten die Oberhand und richten unter den schiitischen „Muslims“ ein Blutbad an.

Im christlichen Viertel Jerusalems bleibt es offenbar ruhig und auch die „Grabeskirche“ ist für die „Pilger“ - trotz der türkischen Herrschaft - weiterhin zugänglich. Allerdings behindern die Kriegswirren die christliche Wallfahrt.

Johann Turmair, genannt „Aventinus“, beschreibt die Gründung Münchens

München * Der „baierische Historiker“ Johann Turmair, genannt „Aventinus“, schreibt folgende Zeilen über die Gründung Münchens:  

„Herzog Hainrich, der zwelft herzog in Bairn, hat die stat München gepaut auf des closters von Scheftlarn grunde, darumb man die stat München hat genent und füret ein münich für ir wappen.  
Damals war der salzhandl niderlag zu Vering underhalb München, gieng die straß von Reichenhal und Wasserburg durch, gehört dem stift Freising zue.
Herzog Hainrich verprent Vering die stat, prach die pruck über die Iser ab, legt maut und zol, die straß und allen handl in sein stat München“
.  

Diese „Raubrittergeschichte“ hat sich seitdem unauslöschlich in die Gehirne bayerischer Schulkinder und Erwachsener eingebrannt.  

Mit dieser Schilderung geht „Aventinus“ jedoch mit viel Phantasie weit über die knappen Angaben des „Regensburger Urteils“ vom 13. Juli 1180 hinaus.  

Denn darin finden sich zu diesem Sachverhalt nur die folgenden Zeilen:  
„[...], dass der Edelmann Heinrich von Braunschweig, [...] den Markt mit der Brücke in Föhring, den seine Kirche seit uralten Zeiten ungestört in Besitz gehabt hatte, zerstört und ihn gewaltsam in den Ort Munichen verlegt habe“.  

Von der Brandschatzung des gesamten Ortes Föhring steht im „Regensburger Urteil“ ebenso wenig, wie sie Auskunft gibt, wie stark der Markt und die Brücke zerstört wurden.  

Außerdem ist Johann Turmair der „Augsburger Schied“ vom 14. Juni 1158 nicht bekannt, da diese für die „Münchner Stadtgründung“ so elementar wichtige Urkunde erstmals im Jahr 1582 veröffentlicht werden wird.  

Also nimmt der Historiker die ihm zugänglichen Informationen und zieht daraus seine Schlüsse.  
Und tatsächlich deutet im „Regensburger Urteil“ von 1180 nichts auf die Existenz einer früheren - einvernehmlichen - Abmachung hin.  
Allerdings wird der Welfenherzog als Rechts- und Friedensbrecher dargestellt. 

Der Rat kauft den zur Lehmgewinnung erforderlichen Grund in Haidhausen

Haidhausen * Zur Errichtung „stadteigener Ziegelwerke“ kauft der Rat den zur Lehmgewinnung erforderlichen Grund und Boden in Haidhausen.

Die Blütezeit der Alchemie beginnt in Europa

Europa * Ab dem 12. Jahrhundert beginnt die Blütezeit der Alchemie auch im christlichen Abendland. Die europäischen Alchemisten übernehmen das über den jüdisch-muslimischen Kulturkreis entwickelte Wissen und lassen sich vom abwägend-kritischen Denken ihrer orientalischen Kollegen inspirieren.

Bedeutende arabische Alchemiebücher werden ins Lateinische übersetzt. Das erste ist das „Buch über die alchemischen Mischungen“ aus dem Jahr 1144. Dadurch kann sich die Alchemie zu einer weit verbreiteten Form früher Naturwissenschaft entwickeln. Dabei ist die neue Sicht auf die Natur wesentlich, die bis dahin - wenn überhaupt - lediglich als Beiwerk der auf den Menschen konzentrierten Schöpfung aufgefasst wird. 

Ferdinand Maria genehmigt den Paulanern den Bau eines Brauhauses

Au * Kurfürst Ferdinand Maria gestattet den Paulanern den Bau eines Brauhauses im Auer Kloster.

Das Jahr gilt als Geburtsjahr des weltweit bekannten „Salvator-Bieres“.

Die „Ludwigskirche“ erhält schwere Bombenschäden

München-Maxvorstadt * Die „Ludwigskirche“ erhält schwere Bombenschäden.

Die Wirtschaft „Neuberghausen“ wird eröffnet

Bogenhausen * Auf dem Grundstück des „Rappelhofes“ in der Neuberghausener Straße, der mit rund 100 Tagwerk Wirtschaftsfläche zweitgrößte Bauernhof Bogenhausens, wird die Wirtschaft „Neuberghausen“ eröffnet.

Die „Gemeinstraß nach Loretto“ heißt jetzt offiziell „Bergerstraße“

München-Haidhausen * Früher endete die Kirchenstraße bei der alten Haidhauser „Sankt-Johann-Baptist-Kirche“.

Der sich östlich anschließende Feldweg hatte den amtlichen Namen „auf dem Laimb“. Umgangssprachlich hieß er „Loretto-Steig“ oder „Gemeinstraß nach Loretto“.

Nun heißt die Straße offiziell „Bergerstraße“.

Das Kaufhaus Hermann Tietz wird als erstes Kaufhaus eröffnet

München * Das Kaufhaus Hermann Tietz, der spätere Hertie, wird als erstes Kaufhaus in München eröffnet. Der Kaufhausbesitzer muss sich mehrmals vor Gericht den Anschuldigungen der Antisemiten erwehren, dass er durch ihre niedrigen Löhne die Verkäuferinnen zur Prostitution treiben würde. Das bringt zwar den Anschuldigern hohe Geldstrafen ein, hat aber auch Auswirkungen auf das Geschäft des Warenhauses Tietz. 

Beginn der „Zwangsevakuierung“ von Juden

München * Die „Zwangsevakuierung“ von Juden in sogenannte „Judenhäuser“ und „Judenwohnungen“ beginnt.

In Bayern wird eine „Landespreisstelle“ eingerichtet

München * In Bayern wird eine „Landespreisstelle“ eingerichtet. 

Sie legt die Zuteilungen und die Höchstpreisbegrenzungen für rüstungswichtige Rohstoffe und Lebensmittel fest.

Die Dampfschifffahrt auf dem Main

Main * Die Dampfschifffahrt auf dem Main erlebt mit der Errichtung der „Kettenschleppschifffahrt“ eine neue Blüte.

Der Untergiesinger „Hochbunker“

München-Untergiesing * An der Claude-Lorrain-Straße wird ein achteckiger, fensterloser „Hochbunker“ gebaut, dessen Wände aus 2,40 Metern dicken Betonmauern bestehen, der nur über wenige Luftschlitze verfügt und in dem 450 „Schutzsuchende“ Platz finden können.

Der Münchner Stadtverwaltung ist inzwischen mehrfach bewiesen worden, dass das „Abwehrfeuer“ aus den „Fliegerabwehrkanonen“, kurz „Flak“ genannt, die alliierten Luftverbände nicht von den Bombenabwürfen abhalten kann.

Deshalb setzt man jetzt auf „Luftschutzräume“, die angeblich Schutz vor jeder erdenklichen Gefahr bieten - so gegen Splitter detonierender Bomben und Geschosse sowie gegen den Einsturz eines Hauses.
Als der sicherste Ort galt bei einem Luftangriff der Keller, dem angeblich auch „Sprengbomben“ nichts anhaben können.

Aber was macht man in einem Stadtviertel, in dem nicht jedes Haus über einen massiv gebauten Keller mit „Luftschutzraum“ verfügt und durch seine Nähe zur Isar kein Keller sein konnte?
Die Antwort sind die übers Stadtgebiet verteilten „Hochbunker“.

Im Erbauungsjahr des Untergiesinger „Hochbunkers“ - 1941 - werden keine Bombenabwürfe vermeldet.

Jerusalem befindet sich seit über 400 Jahren in der Hand der Muslimen

Jerusalem * Jerusalem und andere „heilige Stätten“ befinden sich seit über vierhundert Jahren in der Hand der Muslimen.

„Die Zauberer sollst du nicht leben lassen“

München * In München erscheint das „Tractat von Bekanntnuß der Zauberer und Hexen“ in deutscher Sprache, das der Trierer „Weihbischof“ Peter Binsfeld verfasst hat und darin die Forderung „die Zauberer sollst du nicht leben lassen“ erhebt.

Das „Montgelas-Palais“ erhält ein weiteres Stockwerk aufgesetzt

München-Kreuzviertel * Zwischen 1865 und 1870 wird dem „Montgelas-Palais“ ein weiteres Stockwerk aufgesetzt. 

Die Regierung lehnt die Pläne der „Bell-Telephone-Company“ ab

München - Nürnberg * Die „Bell-Telephone-Company“ will in München und Nürnberg eine „Ortssprechanlage“ aufstellen. 

Diese Pläne stoßen aber bei der bayerischen Landesregierung auf Ablehnung, da diese das „Telephonwesen“ unter staatlicher Aufsicht wissen will. 

Die Anlage der Gräber des „Ostfriedhofs” sind abgeschlossen

München-Obergiesing * Die Anlage der Gräber des „Ostfriedhofs” sind abgeschlossen.  

Der 28,43 Hektar große Friedhof bietet nun Platz für 34.300 Gräber. 

Der Turnverein München wird zum Turnverein München von 1860

München-Isarvorstadt * Der Turnverein München wird in Turnverein München von 1860 umbenannt.

Rezeptur für den Stein der Weisen

Stolberg-Weringerode * Der Alchemist Essaias Stumpfeld bietet dem Fürsten von Stolberg-Wernigerode die Rezeptur für den Stein der Weisen an. 

Bei einer Arbeitsprobe entstehen wenige kleine rote „Rubinlein“, die aus Arsen-, Antimon- und Quecksilbersulfid bestehen. Und tatsächlich kann man scheinbar mit den „Rubinlein“ Silber in Gold verwandeln. Denn wenn man ein Silberblech mit den „Rubinlein“ bedampft, erscheint dieses unter dem dünnen, gelben Belag von Arsensulfid golden. 

Das „Muffatwerk“ hat 1.370 PS zur Stromerzeugung

München-Haidhausen * Dem „Muffatwerk“ stehen 1.370 PS zur Stromerzeugung zur Verfügung.

Das „Wirtshaus Neuberghausen“ liegt zu Nahe an der Kirche

München-Bogenhausen * Da nach Auffassung des Bogenhausener Pfarrers das „Wirtshaus Neuberghausen“ zu Nahe an der Kirche, dem Friedhof und der Schule liegt, werden die beliebten Musik- und Tanzveranstaltungen, vor allem im Garten, nicht mehr gestattet.

Nur sanfte Musik, ohne Blech- und Schlaginstrumente werden im Ausnahmefall genehmigt.

Die Gastwirtschaft verliert dadurch ihre Attraktivität und Anziehungskraft, weshalb die Brauerei anno 1904 den Rückgang des Bierkonsums innerhalb von zwanzig Jahren auf ein Zehntel beklagen muss.

Die Brüder Hopp strengen einen Prozess zur Auflösung der oHG an

München * Die Brüder Hopp strengen einen Prozess zur Firmenauseinandersetzung und Auflösung der „oHG“ an. Daraus entsteht für jeden eine Firma:

  • Das Transhand-Möbelhaus, Inhaber Christian Hopp und
  • die Transhand, Transport und Lagerei, vormals Falk & Fey, Inhaber Robert Hopp.

Die „Bergerstraße“ wird in „Berg-am-Laim-Straße“ umbenannt

München-Haidhausen - Berg am Laim * Die „Bergerstraße“ wird in „Berg-am-Laim-Straße“ umbenannt.

Die „Bayerischen Geschützwerke Fried. Krupp KG“ entstehen

Freimann * In Freimann entstehen die „Bayerischen Geschützwerke Fried. Krupp KG“ als Zweigstelle des „Krupp-Werkes“ in Essen.

Der von der „Maffei-Maschinenfabrik“ entwickelte neue Lokomotiventyp

München-Englischer Garten - Hirschau * Der von der „Maffei'schen Maschinenfabrik“ entwickelte neue Lokomotiventyp S3/6 ist mit einer „Heißdampfmaschine“ ausgerüstet.

Sie kommt mit wesentlich weniger Kohle aus als vergleichbare Lokomotiven mit „Nassdampfmaschinen“ und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern.

Herzog Wilhelm V. ermahnt den Münchner Rat

München * Herzog Wilhelm V. ermahnt den Münchner Rat, „fleißiger auf die bösen Weiber zu achten, die die Kindlein verzaubern“.

Die „Residenzpost“ verlegt ihren Betrieb in den „Alten Hof“

München-Graggenau * Die „Residenzpost“ schließt für immer und verlegt den Betrieb in den „Alten Hof“.

Dieter Hildebrandt erhält die Medaille „München leuchtet“ in Gold

München * Dieter Hildebrandt erhält die Medaille „München leuchtet“ in Gold. 

Falk Volkhardt kauft das Montgelas-Palais

München-Kreuzviertel * Falk Volkhardt, der Besitzer des benachbarten Hotels Bayerischer Hof kauft das Montgelas-Palais - und richtet dort eine Dependance ein. Im Keller befindet sich das Lokal „Palais Keller“

Carl Meichelbeck veröffentlicht den „Augsburger Schied“

München - Freising * Carl Meichelbeck veröffentlicht den „Augsburger Schied“, Münchens Gründungsurkunde, in seiner lateinischen „Historia Frisingensis“ und dem gleichzeitig erschienenen Buch mit dem Titel „Kurtze Freysingische Chronic“

Mit Hilfe von Urin den Stein der Weisen finden

xxx * Der Alchemist Hennig Brand versucht mit Hilfe von Urin den Stein der Weisen zu finden und stößt dabei auf den selbstleuchtenden Phosphor mirabilis [= wundersamer Lichtträger], der bald darauf an den Fürstenhöfen und an den Theatern für Spezialeffekte benutzt wird.

Der Kabelsteg wird zur Kabelüberführung errichtet

München-Haidhausen - München-Lehel * Der Kabelsteg - Münchens schönste und meistfotografierte Brücke - wird zur Kabelüberführung errichtet.

Das Wirtshaus „Neuberghausen“ in Bogenhausen wird stillgelegt

München-Bogenhausen * Das Wirtshaus „Neuberghausen“ in Bogenhausen wird stillgelegt und das Anwesen an Friedrich Lauer verkauft.

Nach weiteren Zukäufen errichtet er hier seine 3.000-Quadratmeter-Villa.

De „Maffei'sche Maschinenbaufabrik“ hat 8.165 Lokomotiven produziert

München-Englischer Garten - Hirschau * Bisher hat die „Maffei'sche Maschinenbaufabrik“ in der „Hirschau“ insgesamt 8.165 Lokomotiven produziert.

Das „Schyrenbad“ als „Sammelstelle zur Möbelbergung“

München-Untergiesing * Im Zweiten Weltkrieg missbraucht man das „Schyrenbad“ als „Sammelstelle zur Möbelbergung“ für die ausgebombten Untergiesinger Bürger.

„Landgebot gegen Aberglauben, Zauberei, Hexerei und Teufelskünste“

München * Herzog Maximilian I. erlässt ein „Landgebot gegen Aberglauben, Zauberei, Hexerei und andere sträfliche Teufelskünste“.

Im „Westfälischen Frieden“ wird das „Restitutionsedikt“ aufgehoben.

Westfalen * Im „Westfälischen Frieden“ wird das „Restitutionsedikt“ aufgehoben.

Die Fassade der „Residenzpost“ am Max-Joseph-Platz wird renoviert

München-Graggenau * Die Fassade der „Residenzpost“ am Max-Joseph-Platz wird renoviert.

Polt - Schneeberger - Hildebrandt: „Man spricht deutsh“

München * Dieter Hildebrand spielt an der Seite von Gerhard Polt und Gisela Schneeberger in dem Film „Man spricht deutsh“

Die Brauerei „Zum Oberpollinger“ wird ein Gasthof

München-Kreuzviertel * Die Brauerei „Zum Oberpollinger“ in der Neuhauser Straße wird eingestellt, die Wirtschaft zum Gasthof umgewandelt. 

Die erste Nennung Münchens als „Bürgergemeinde“ = Stadt

München * Das „Cartular“ des „Klosters Ebersberg“ bezeichnet München als „civitas“.  

Das ist die erste Nennung Münchens als „Bürgergemeinde“ = Stadt. 

Die katholische Kirche gibt das Einverständnis für die „Feuerbestattung“

München * Die katholische Kirche gibt den Angehörigen ihrer Glaubensgemeinschaft das Einverständnis für die „Feuerbestattung“

Afrika und Asien werden für die Landnahme auserkoren

Deutsches Reich * Im Deutschen Reich herrscht die Auffassung vor, dass das Alte Europa nicht genügend Platz hat, um die sich ständig vermehrende Bevölkerung auf Dauer angemessen zu ernähren und am Wohlstand teilhaben zu lassen. Afrika und Asien sind für die Landnahme auserkoren.

Aus der Evolutions-Theorie von Charles Darwin wird die Überlegenheit des weißen Mannes gegenüber anderen „Rassen“ abgeleitet. 

Goldrubinglas als eine Vorstufe des Steins der Weisen

xxx * Der Alchemist Johann Rudolph Glauber ist der Auffassung, dass er mit der Herstellung von Goldrubinglas eine Vorstufe des Steins der Weisen gefunden hat und preist sein Glas in zerriebener Form als Medizin an. 

Dem Ehepaar Hanfstängl gehört das Anwesen Richard-Wagner-Straße 9

München-Maxvorstadt * Das „Rentier-Ehepaar“ Hanfstängl ist Eigentümer des Anwesens Richard-Wagner-Straße 9.

Die Staatsregierung bremst die Elektrifizierung

München-Englischer Garten - Hirschau * Aufgrund der zur Serienreife entwickelten neuen „Maffei'schen“ Lokomotive mit Heißdampfmaschine verfolgt das „Bayerische Verkehrsministerium“ die Elektrifizierung der Bahn mit wesentlich geringerem Nachdruck.

„Mit Feuer und Schwert ist diese schlimmste menschliche Pest zu vertilgen“

München-Graggenau * Der „Hofprediger“ Jeremias Drexel geifert von der Kanzel: 

„Ich rufe auf Befehl Gottes und so laut ich nur kann, Bischöfen, Fürsten und Königen zu: Lasset die Hexen nicht leben!
Mit Feuer und Schwert ist diese schlimmste menschliche Pest zu vertilgen.“
 

Das „Postamt 1“ wird Eigentum der „Deutschen Telekom AG“

München-Graggenau * Nach der Privatisierung der „Deutschen Bundespost“ in den 1990er-Jahren wird das „Postamt 1“ Eigentum der „Deutschen Telekom AG“.

Nachdem man die Telefontechnik in einer neuen und platzsparenden Variante in einem Neubau in der Seitzstraße untergebracht hat, verkauft die „Deutsche Telekom Immobilien“ das wohl wertvollste Grundstück Münchens an einen Investor.

Michael Schottenhamel darf keine zusätzliche Plätze ersteigern

München-Theresienwiese * Die Anfrage des Münchner Wiesnwirts Michael Schottenhamel, ob er mehrere Plätze ersteigern darf, wird abgelehnt.

Die TV-Serie „Kir Royal“ mit Franz Xaver Kroetz und Dieter Hildebrandt

München * Dieter Hildebrandt spielt in Helmut Dietls TV-Serie „Kir Royal“ an der Seite von Franz Xaver Kroetz den schmierigen Klatschfotografen Herbie Fried. 

Das „Heiliggeist-Spital“ wird gegründet

München-Angerviertel * Das „Heiliggeist-Spital“ wird gegründet. 

Deutschland will seinen „Kolonialbesitz“ ausweiten

Berlin * Neben der „Deutschen Kolonialgesellschaft“ zählt bald auch der im Jahr 1891 gegründete, extrem nationalistische „Alldeutsche Verband“, dessen Programm stark von rassistischem und antisemitischem Gedankengut geprägt ist.

Nun versucht Deutschland durch den Erwerb weiterer „Handelsvertretungen“ seinen „Kolonialbesitz“ auszuweiten. 

Im Vordergrund stehen jetzt aber Fragen des nationalen Prestiges und der Selbstbehauptung in einer „sozialdarwinistisch“ verstandenen Konkurrenz der Großmächte.
Denn Deutschland als „kolonialpolitischer Nachzügler“ muss den ihm zustehenden Anteil jetzt einfordern.

Ein zweites Seidenhaus am Jakobsplatz

München-Angerviertel * Vor lauter Begeisterung für die Seidenfabrikation lässt man bereits im Jahr 1670 ein zweites Seidenhaus am Jakobsplatz erstellen. 

Die Paulaner erwerben eine Scheune zur Einlagerung des Bieres

Obergiesing * Zur Einlagerung ihres Märzenbieres erwerben eine Scheune, die Teil des „Lambacher-Bauernhofs“ in Obergiesing war und zur „Salvator-Stiftung“ gehört.

Die „Universität“ und das „Georgianum“ werden nach München umverlagert

Landshut - München-Kreuzviertel * Die „Universität“ und das „Georgianum“ werden von Landshut nach München umverlagert.

Der „Lenzbauernhof“ als Freisinger Domkapitel-Eigentum

Haidhausen * Der „Lenzbauernhof“ in Haidhausen wird als Freisinger Domkapitel-Eigentum erwähnt.

Die „Münchner-Kindl-Brauerei“ wird stillgelegt

München-Au * Die „Münchner-Kindl-Brauerei“ wird stillgelegt.

Hermann Leveling ist Eigentümer des Anwesens Richard-Wagner-Straße 9

München-Maxvorstadt * Hermann Leveling, „Rentier, Ritter und Edler“ ist Eigentümer des Anwesens Richard-Wagner-Straße 9.

Ein bescheidenes Jahresgehalt für Wolfgang Amadeus Mozart

Salzburg * Der neue „Fürstbischof“ von Salzburg, Hieronymus Colloredo, gewährt Wolfgang Amadeus Mozart ein bescheidenes Jahresgehalt von 150 Gulden.

Die Westfassade des „Hofbräuhaus-Festzeltes“ wird neu gestaltet

München-Theresienwiese * Die Westfassade des „Hofbräuhaus-Festzeltes“ wird mit einer großen Glasfläche neu gestaltet.

Es gibt neue Lüftungsmöglichkeiten und die Boxen werden denen der Südseite angepasst.

Der Mitarbeiterstamm bei „Maffei“ hat sich auf 2.026 Personen erhöht

München-Englischer Garten - Hirschau * Der Mitarbeiterstamm bei „Maffei“ hat sich auf 2.026 Personen erhöht.

Herzog Maxililian I. veröffentlicht Mandate zu den Hexenprozessen

München * Herzog Maxililian I. veröffentlicht Mandate zu den Hexenprozessen.

Die „Poststraßenbahn“ bedient auch das „Postamt 1“

München * Die bis zum Jahr 1959 verkehrende „Poststraßenbahn“ bedient auch das „Postamt 1“.

Der „Wehrverein“ formuliert seine „Kolonialpolitik“

Berlin * Der im Jahr 1911 gegründete „Wehrverein“ formuliert seine „Kolonialpolitik“ so:  

„Ein vorwärtsstrebendes Volk wie wir, das sich so entwickelt, braucht Neuland für seine Kräfte, und wenn der Friede das nicht bringt, so bleibt schließlich nur der Krieg“

Anwerbung von Seidenarbeitern und einer Seidenmeisterin

München - Lyon * Nachdem Kurfürstin Henriette Adelaide auch eine Seidenherstellung nach französischer Art wünscht, entsendet Lucca van Uffele einen Agenten nach Lyon.

Dieser kann dreißig Seidenarbeiter anwerben, wird dann aber - wegen „befürchteter Verletzung französischer Fabrikgeheimnisse“ - mitsamt den Arbeitern verhaftet. Durch List und Bestechung gelingt ihm und sieben Arbeitern die Flucht nach München, später glückt ihm noch die Anwerbung einer berühmten Meisterin aus Lyon, zur Erzeugung von Spitzen in Seide, Silber und Gold. 

Freskierung der Klostergänge durch den Paulanermönch Joseph Schwaiger

Au * Freskierung der Klostergänge im Kloster Neudeck durch den in der Au gebürtigen Paulaner-Mönch Joseph Schwaiger.

Die „Villa Lauer“ wird von den „Suevia-Corpsbrüdern“ gekauft

München-Bogenhausen * Die „Villa Lauer“ in der Neuberghausener Straße 11 wird von den „Suevia-Corpsbrüdern“ für 320.000 Rentenmark gekauft.

Es war das großzügiste und exclusivste Verbindungshaus Münchens.

Der Freisinger Bischof kommt in den Besitz des „Lenzbauernhofes“

Haidhausen - Freising * Zwischen 1123 und 1130 kommt der Freisinger Bischof in den Besitz des „Lenzbauernhofes“ in Haidhausen.

Der „Kleriker“ Rudolf von Feldkirchen übergibt sein Haidhauser Gut als Opfergabe dem „Marienaltar“ in Freising, um es für sein Eigenes und das Seelenheil seiner Eltern zu opfern.

Die „Cenovis-Werke“ betreiben die größte „Hefeverwertungsanlage“

München-Au * Die „Cenovis-Werke“ betreiben die größte „Hefeverwertungsanlage“ Deutschlands.

Sie übernehmen auch den „Saalbau“ der ehemaligen „Münchner-Kindl-Brauerei“ in der Rosenheimer Straße.

Siegfried Steinhard ist Eigentümer der Richard-Wagner-Straße 9

München-Maxvorstadt * Eigentümer des Anwesens Richard-Wagner-Straße 9 ist der „Kaufmann“ Siegfried Steinhard.

Peter von Osterwald stirbt

Haidhausen * Peter von Osterwald stirbt und hinterlässt seinen gesamten Besitz am Gasteig seiner Frau Regina.

Die „Bayerische Staatsbahn“ wird vom Reich übernommen

Berlin * Die „Bayerische Staatsbahn“ wird vom Reich übernommen.

Ihr Streckennetz umfasst mehr als 8.500 Kilometer, auf dem etwa 2.400 Lokomotiven, 5.000 Personen- und 64.000 Güterwaggons bewegt werden.

Simon von Eichthal erwirbt die „Hofmark Berg am Laim“

Berg am Laim * Simon von Eichthal erwirbt die „Hofmark Berg am Laim“ für 40.000 Gulden.  

Das „Landgebot gegen Aberglauben und Hexerei“ wird erneuert

München * Das „Baierische Mandat gegen Aberglauben, Zauberei, Hexerei und andere sträfliche Teufelskünste“ wird durch Kurfürst Ferdinand Maria erneuert.

Es handelt sich dabei um eine fast wörtliche Wiederholung des Textes aus dem Jahr 1611. 

Die Fresken in der Bogenhalle der „Residenzpost“ werden erneuert

München-Graggenau * Die Fresken in der Bogenhalle der „Residenzpost“ werden durch Max Lacher erneuert.

Der inzwischen schadhafte „Klenze-Portikus“ wird in Zusammenarbeit mit dem „Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege“ unter Berücksichtigung von Befunduntersuchungen und unter Benutzung der farbigen Pläne Klenzes erneuert.

Die „Lehel-Kaserne“ muss vergrößert werden

München-Lehel * Um die Unterbringungskapazität der „Lehel-Kaserne“ zu vergrößern, realisiert man den Kasernenanbau an der Kirchen-Nordseite des ehemaligen „Hieronymiten-Klosters“

Eine naturgetreue Kopie des Denkmals für die „Toten der Revolution - 1919“

München-Obergiesing * Der Giesinger Bildhauer Konstantin Frick erschafft im „Ostfriedhof“ eine naturgetreue Kopie des Denkmals für die „Toten der Revolution - 1919“

Der erste deutsche „Kolonialkrieg“ beginnt in „Deutsch-Ostafrika“

Deutsch-Ostafrika [= Tansania] * Angefangen haben die „Kolonialkriege“ in den deutschen „Kolonien“ bereits im Jahr 1888, als es in „Deutsch-Ostafrika“, dem heutigen „Tansania“, zum Aufstand der Küstenbevölkerung unter Buschri bin Salim gegen die Versuche der deutschen Inbesitznahme kam.

Der junge Offizier Hermann Wißmann wird als „Reichskommissar“ nach Ostafrika geschickt, um mithilfe einer „Söldnertruppe“ aus deutschen Offizieren sowie „Sudanesen“ und „Zulu“ den Aufstand niederzuringen.
Dies geschieht dann auch mit einem beispiellosen „Terrorfeldzug“.

Die Städte, in denen sich die „Aufständischen“ mit ihren Familien verschanzt haben, werden von Kanonenbooten aus beschossen und zerstört.
Noch lange nach der Niederschlagung des „Aufstands“ werden „Säuberungsaktionen“ und „Bestrafungsaktionen“ durchgeführt. 

Die Grundlage für eine einheitliche „Gerichtsverfassung“ geschaffen

München * Mit der „Landes- und Polizeiordnung“ von 1518 und der „Gerichtsordnung“ von 1520 wird die Grundlage für eine einheitliche „Gerichtsverfassung“ und ein einheitliches „Gerichtsverfahren“ geschaffen.

Das alte „Brunnhaus auf dem Isarberg“ wird abgerissen

München-Haidhausen * Das alte „Brunnhaus auf dem Isarberg“ wird abgerissen.

Die Stadt kauft mehrere Lehm-Äcker des Haidhauser „Lenzbauernhofes“

München - Freising * Die Stadt kauft dem „Freisinger Domkapitel“ mehrere Lehm-Äcker des Haidhauser „Lenzbauernhofes“ zum „Ziegelwerch“ ab.

Dr. Hermann Schülein ist „Brauerei-Direktor“

München-Haidhausen - München-Au * Dr. Hermann Schülein ist „Direktor“ der „Unionsbrauerei“ und der „Münchner-Kindl-Brauerei“.

Die Richard-Wagner-Straße 9 gehört Artur Klenner

München-Maxvorstadt * Eigentümer des Anwesens Richard-Wagner-Straße 9 ist der Ingenieur Artur Klenner.

Die Brüder von Schneeweiß erben das Osterwald-Anwesen

Haidhausen * Nach Regina von Osterwalds Tod geht ihr Besitz am Gasteig an ihre beiden Neffen Peter Paul von Schneeweiß, „Hofrat“ und „Pflegsverweser von Hohenschwangau“, und Franz Joseph von Schneeweiß, der dem „Inneren Rat“ der Stadt München angehört, über.

Von den Brüdern erhält das Gebäude den Namen „Schneeweißschlösschen“ oder „Schneeweißenburg“. Man nennt es auch nach dem in der Nähe befindlichen „Gasthaus zum Schwane“ die „Schwanenburg“.

Mit dem Abbruch der „Maffei'schen Maschinenfabrik“ wird begonnen

München-Englischer Garten - Hirschau * Mit dem Abbruch der „Maffei'schen Maschinenbaufabrik“ wird begonnen.

Das „Landgebot gegen Aberglauben und Hexerei“ wird erneut veröffentlicht

München * Das „Baierische Mandat gegen Aberglauben, Zauberei, Hexerei und andere sträfliche Teufelskünste“ wird durch Kurfürst Max III. Joseph erneuert.

Es handelt sich dabei um eine fast wörtliche Wiederholung des Textes aus dem Jahr 1611 beziehungsweise 1665. 

Nauplia wird die Hauptstadt Griechenlands

Nauplia - Griechenland * Die provisorische Regierung Griechenlands erklärt Nauplia zur Hauptstadt. 

Der Prozess gegen Lucca van Uffele wird neu aufgerollt

München * Erst nach einer umfangreichen Bittschrift von Lucca van Uffele an den Kurfürsten Ferdinand Maria wird der Prozess gegen ihn erneut aufgerollt und die Vorwürfe gegen den Seidencompagnie-Direktor noch einmal eingehend verhandelt. 

Die Paulaner stellen trotz kurfürstlichen Verbots Weißbier her

Au * Die Paulaner-Mönche stellen trotz kurfürstlichen Verbots Weißbier her.

Joseph Schülein erwirbt die „Brauerei Kaltenberg“.

Kaltenberg * Joseph Schülein erwirbt die „Brauerei Kaltenberg“.

Johann Bucher gründet seine „Drahtfabrik“ in der Au

München-Au * Johann Bucher gründet seine gleichnamige „Drahtfabrik“ in der Zeppelinstraße in der Au.

Zwei bayerische „Schneeschuhbataillone“ in den Karpaten-Kämpfen

Karpaten - Ostfront * Bei den Kämpfen in den Karpaten kommen zwei bayerische „Schneeschuhbataillone“ zum Einsatz.

Auch an dieser Front rennen sich die deutschen Truppen fest.
Der entscheidende Durchbruch wird jedoch verfehlt.

Das Haus in der Reichenbachstraße 13 wird gebaut

München-Isarvorstadt * Das Haus in der Reichenbachstraße 13, in dem sich heute die „Deutsche Eiche“ befindet, wird erbaut.

Das „Kriminalrecht“ des Freiherrn Wiguläus von Kreittmayr

München * Im „Kriminalrecht“ des Freiherrn Wiguläus von Kreittmayrs steht auf „Ketzerei, Zauberei und Hexerei“ noch der „Feuertod“.

Die Ruine der „Residenzpost“ wird durch einen Neubau ersetzt

München-Graggenau * Nachdem die Ruine der „Residenzpost“ weitgehend abgetragen ist, lässt die „Oberpostdirektion“ bis zum Jahr 1956 einen modernen Neubau errichten, in den die restaurierte „Loggia“ am Max-Joseph-Platz integriert wird.

Das Portal an der Residenzstraße wird abgetragen und ins Innere der „Schalterhalle“ verlegt.
In die neue, langweilige Fassade in der Residenzstraße presst man noch ein drittes Stockwerk hinein.

Die „Schokoladenseite“ mit der „Kolonnade“ kann hingegen nach Klenzes Plänen relativ preiswert restauriert werden.

Kurfürst Maximilian I. lässt seinen Sohn Ferdinand Maria in Wachs nachbilden

München-Kreuzviertel * Kurfürst Maximilian I. lässt seinen vierjährigen Sohn Ferdinand Maria Ignatius Wolfgang lebensgroß in Wachs nachbilden um am „Benno-Altar“ in der „Frauenkirche“ aufstellen, um ihn so unter seinem Schutz zu stellen. 

Der „Reichstag“ bewilligt finanzielle Mittel für „Strafaktionen“

Kamerun * Um den Widerstand der in Kamerun lebenden Völker zu brechen, bewilligt der „Reichstag“ finanzielle Mittel zum Aufbau einer bewaffneten „Streitmacht“, die die Interessen der deutschen Handelsgesellschaften durchsetzen sollen.

Die „Polizeitruppe“ für Kamerun wird vom „Premierleutnant“ Hans Dominik geleitet. 
Er erhält mit seinen „Kriegszügen“ und den nachfolgenden „Straf- und Säuberungsaktionen“ den Namenszusatz „Schrecken von Kamerun“.

Dominiks Grundsatz lautet: „Die Neger müssen wissen, dass ich der Herr bin und der Stärkere; so lange sie das nicht glauben, müssen sie es eben fühlen, und zwar hart und unerbittlich, so dass ihnen für alle Zeiten das Auflehnen vergeht; ist das erreicht, dann kann man sie mit großer Freundlichkeit und Milde behandeln“

Der „Lenzbauernhof“ wird zum Übernachtungsbetrieb umgebaut

Haidhausen * Den „Tafernwirtsleuten“ Johann und Maria Welsch gehört der „Lenzbauernhof“ in Haidhausen.

Er wird zum Übernachtungsbetrieb umgebaut.

Die Witwe Welsch heiratet Joseph Ellwanger. Seither heißt das Anwesen und die Wirtschaft „Zum Ellwanger“.

Margarete Merz gehört das Anwesen Richard-Wagner-Straße 9

München-Maxvorstadt * Der „Oberingenieurs-Ehefrau“ Margarete Merz aus Bielefeld gehört das Anwesen Richard-Wagner-Straße 9.

Friedrich Brugger erschafft das „Leo-von-Klenze-Denkmal“

München-Isarvorstadt * Friedrich Brugger erschafft das „Leo-von-Klenze-Denkmal“ am Gärtnerplatz. 

Die Herzöge Rudolph I. und Ludwig IV. vereinbaren eine Zusammenarbeit

München * Die herzoglichen Brüder Rudolph und Ludwig der Baier vereinbaren ihre Zusammenarbeit. Rudolph kennt Ludwig als Römischen König an.

Die Münchner Architektur ist auch im Ausland ein Qualitätsbegriff

München * Um die Jahrhundertwende ist die Bezeichnung Münchner Architektur auch im Ausland ein Qualitätsbegriff. Speziell zwei Gebäudetypen werden dabei zu einem beliebten Exportartikel: der Bierpalast und das Schulhaus.

Natürlich ist die Konzeption des Schulhausbaues eine langjährige Entwicklung, doch mit Carl Hocheders Volksschule am Kolumbusplatz ist der vorläufige Höhepunkt erreicht. Schulgärten, Brausebäder und die Turnsaalanbauten sind feste Bestandteile in den Volksschulen. Schulküchen, Schulwerkstätten und Horte werden bei Bedarf eingefügt. Die Bauform ergibt sich durch Aneinanderschieben der L-förmigen Jungen- und Mädchentrakte. An der Gelenkstelle entstehen die übereinanderliegenden Turnsäle.

Ketzerei, Zauberei und Hexerei“ sind nicht mehr strafbare Tatbestände

München * Im „Strafrecht“ von Feuerbach sind „Ketzerei, Zauberei und Hexerei“ nicht mehr als strafbare Tatbestände zu finden.

Der „Eisbach“ vor dem „Prinz-Carl-Palais“ wird überwölbt

München-Graggenau * Der „Eisbach“ vor dem „Prinz-Carl-Palais“ wird überwölbt.

George Harrison finanziert „Das Leben des Brian“

Großbritannien * Zwei Tage vor Drehbeginn drehen die Produzenten den „Monty Python‘s“ plötzlich den Geldhahn für den Film „Das Leben des Brian“ zu. 

Der Ex-Beatle George Harrison investiert kurzerhand 4 Millionen Dollar in das Projekt, indem er kurzerhand die Produktionsfirma „HandMade Films“ gründet und so den Film vor dem „Aus“ bewahrt – „offenbar nur deshalb, weil er den Film sehen wollte“

Kurfürst Maximilian I. lässt Maximilian Philipp in Wachs nachbilden

München-Kreuzviertel * Kurfürst Maximilian I. lässt auch seinen fünfjährigen Sohn Maximilian Philipp Hieronymus lebensgroß in Wachs nachbilden und ebenfalls am „Benno-Altar“ der „Frauenkirche“ aufstellen, um ihn so unter seinem Schutz zu stellen. 

Grundwasserverunreinigung durch die Pferde der „Lehel-Kaserne“

München-Lehel * Durch die jahrelange dichte Bewirtschaftung des Areals der „Lehel-Kaserne“ mit Pferdeställen treten ernsthafte Probleme mit dem Grundwasser auf.  

Die Probleme, die zu zahlreichen Erkrankungen bei den Pferden durch schlechtes Wasser führt, wird übrigens erst ein Jahrzehnt später in Form einer zusätzlichen Wasserleitung beseitigt. 

Goldrubinglas wird als Luxusartikel verkauft

xxx * Der Alchemist Johannes Kunckel, der aus einer Glasmacher-Familie stammt, war als Goldmacher im Dienste eines Fürsten gescheitert, erfindet aber im Jahr 1680 Gold­rubinglas in der Masse gleichmäßig rot zu färben und daraus Gefäße in größeren Dimensionen herzustellen. Die Gläser werden in der Folge zum begehrten Luxusartikel

Auf dem Mariahilfplatz werden Linden angepflanzt

Au * Auf dem Mariahilfplatz werden „zum Schutze der Andächtigen vor Regen und Sonnenbrand“ Linden gepflanzt.

Die Dienstvilla für den Direktor des „Muffatwerkes“

München-Haidhausen * Die Dienstvilla für den Direktor des „Muffatwerkes“ an der Zellstraße 8 wird bezogen.

In den Räumen der „Lauer-Villa“ werden „jüdische Schulen“ eingebaut

München-Bogenhausen * In den Räumen der Bogenhausener „Lauer-Villa“ wird eine „jüdische Volksschule“ und ein „hebräisches Gymnasium“ eingebaut.

Das Wohngebäude dient daneben als Wohngebäude für jüdische „Displaced Persons“.

Aus dem Gasthaus „Zum Ellwanger“ wird „Zu den vier goldenen Äpfeln“

München-Haidhausen * Das ehemalige Gasthaus „Zum Ellwanger“ in der Kirchenstraße in Haidhausen wird in „Zu den vier goldenen Äpfeln“ umbenannt.

Dem „Zahnarzt“ Alfons Hoetlmayr gehört die Richard-Wagner-Straße 9

München-Maxvorstadt * Eigentümer des Anwesens Richard-Wagner-Straße 9 ist der „Zahnarzt“ Alfons Hoetlmayr.

Johann Bucher erstellt einen Neubau für seine „Drahtfabrik“

München-Au * Als in diesem Jahr das Niveau der Zeppelinstraße um einen Meter angehoben wird, bietet sich für Johann Bucher ein Neubau seines Hauses für seinen Laden und seine „Drahtfabrik“ förmlich an.

Das Amt des „Bettelmeisters“ in München

München * Das Amt des „Bettelmeisters“ wird in München von zwei dazu Beauftragten ausgeführt.

Sie üben ihre Aufgabe ehrenamtlich aus und bekommen zu ihrer Unterstützung städtisch besoldete „Bettelknechte“ zur Seite gestellt.

Im Haus in der Reichenbachstraße 13 ist ein Gastwirtschaft untergebracht

München-Isarvorstadt * Im Haus in der Reichenbachstraße 13, in dem sich heute die „Deutsche Eiche“ befindet, ist ein Gastwirtschaft untergebracht.

Der Name „Deutsche Eiche“ entstand nach der „Reichsgründung“ 1870/71 und sollte „Nationalstolz sowie Recht und Ordnung“ demonstrieren.

Die Patrizierfamilie Pütrich stiftet das erste „Seelhaus“ in München

München-Graggenau * Die Patrizierfamilie Pütrich stiftet das erste „Seelhaus“ in München.

Es befindet sich an der Ecke der heutigen Residenz-/Perusastraße.

Der „Schwabinger Bach“ wird zum „Eisbach“ - und umgekehrt

München-Englischer Garten - Lehel * Der Zusammenfluss aller äußeren Stadtbäche wird - bis zur Kreuzung mit dem „Eisbach“ - als „Schwabinger Bach“ bezeichnet.
Dieser Bachabschnitt wird seither „Eisbach“ genannt. 
Er beginnt unter der Prinzregentenstraße mit der Vereinigung des „Stadtmühlbachs“ und des „Stadtsägmühlbachs“.

Genau umgekehrt ist es beim jetzigen „Schwabinger Bach“.
Er heißt bis 1945 „Eisbach“.
So heißt der Bachabschnitt ab der Galeriestraße nach dem Zusammenfluss von „Kögelmühlbach“ und „Kainzmühlbach“.

Ab der Kreuzung zwischen „Eisbach“ und „Schwabinger Bach“ besteht wieder die alte Namensgebung.

De „Bayerische Landesbank“ kauft das ehemalige „Wittelsbacher Palais“

München-Maxvorstadt * Das Gelände des ehemaligen „Wittelsbacher Palais“, an der Brienner Straße 50, kauft die „Bayerische Landesbank“, die darauf ihre „Verwaltungszentrale“ errichtet.

Der zu erwartende Erlös von 50 Millionen DMark soll als Grundstock für ein später zu errichtendes „Kulturhaus“ zu verwenden. Dabei soll dann auch das „Mahnmal für die Opfer des NS-Terrors“ mit verwirklicht werden.

Damit sind die Gemüter vorerst beruhigt und so kann das Projekt eines „Mahnmals“ am Ort der „Gestapo-Zentrale“ ebenso zu den Akten gelegt werden, wie die Planungen für ein „Kultur- und Volksbildungshaus“

Die „Lehel-Kaserne“ wird erneut erweitert

München-Lehel * Die „Lehel-Kaserne“ wird erneut erweitert.  

Hierzu wird an der Nordspitze des Kasernengeländes bei der „Pferdstraße“, der heutigen Christophstraße, ein Teil der Stallungen durch den sogenannten „Neubau“ ersetzt. 

In Deutsch-Südwestafrika bricht eine „Rinderpest“ aus

Deutsch-Südwestafrika * Die „Herero“ erwirtschafteten ihren Lebensunterhalt traditionell mit der „Rinderzucht“.

Als es im Jahr 1897 zu einer „Rinderpest“ ausbricht, werden die Herden der „Herero“ stark dezimiert.
Durch die zunehmende „Aneignung des Landes“, insbesondere wertvoller „Weidegründe“, durch die sich die „deutschen Siedler“ in den Besitz der Rinder bringen wollen, kommt es in der Folge zu empfindlichen Einbußen der „Herero“.

Das betrifft nicht nur wirtschaftliche, sondern auch kulturelle Werte.
Hinzu kommen noch „Betrügereien“ der Siedler.

Durch die daraus resultierende Verarmung waren viele „Herero“ gezwungen, Lohnarbeit auf deutschen Farmen anzunehmen.  Andere, noch Vieh besitzende „Herero“, geraten immer öfter in Konflikte mit den „Siedlern“, wenn sie ihre Herden auf dem nunmehr von den Deutschen beanspruchtem Land weiden ließen.
Zornige „Siedler“ vertreiben die „Hirten“ oftmals gewaltsam.

Neben dem existenzbedrohenden Verlust immer größerer „Weidegebiete“ war es die „rassistische Diskriminierung der Herero“, die als Auslöser für den „Aufstand“ wirkt.

Weitere schwere Vergehen waren „Vergewaltigung“ und „Mord“, deren sich „Siedler“ gegenüber den „Herero“ schuldig gemacht hatten.
Dass diese Fälle vielfach nicht oder nur milde bestraft werden, verstärkt die Spannungen weiter. 

Hugenotten als Spezialisten der Seidenverarbeitung

Potsdam - Frankfurt an der Oder * Preußen nimmt viele aus Frankreich geflüchtete Hugenotten auf und verzeichnet dadurch große Erfolge.

Die Hugenotten bringen aus Frankreich Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten der Seidenzucht und der Seidenverarbeitung mit. So entstehen in Potsdam und Frankfurt an der Oder die ersten Maulbeerplantagen

Hannes König tritt der „Kommunistischen Partei“ bei

München * Hannes König tritt der „Kommunistischen Partei“ bei.

Er wird während der Zeit des Nationalsozialismus überwacht und hat Berufsverbot.

Paul Ludwig Troost lebt bis zu seinem Tod in der Kaulbachstraße 10

München-Maxvorstadt * Paul Ludwig Troost, der Architekt des „Hauses der Deutschen Kunst“ und der „Parteibauten am Königsplatz“, lebt bis zu seinem Tod am 21. Januar 1934 in der Kaulbachstraße 10, EG, links.

Er gilt als der Architekt, der in seinen Planungen bereits die Grundzüge der nationalsozialistischen Stadtplanung festgelegt hat, wie sie später im gesamten Deutschen Reich zur Ausführung kommen.

Der zweite Bauabschnitt für das Neue Rathaus beginnt

München-Graggenau * Die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt des Neuen Rathauses beginnen. Sie dauern bis 1909 an. Insgesamt 43 baierische Herrscher, davon eine Frau, sind am Neuen Rathaus angebracht worden. Es ist der größte Herrscherzyklus an einen deutschen Rathaus und ist als Antwort auf die Verherrlichung der Hohenzollern in der Berliner Sieger Allee zu verstehen. Insgesamt 102 Figuren und Figurengruppen schmücken das Neue Rathaus. 

Die „Haidhauser Klause“ in der Kirchenstraße

München-Haidhausen * Das Gasthaus „Zu den vier goldenen Äpfeln“ in der Haidhauser Kirchenstraße heißt jetzt „Haidhauser Klause“. 

Später wird daraus das „Birdland“, eine Soul-Kneipe mit Live-Bands.

Maria Steiner ist Eigentümerin des Anwesens Richard-Wagner-Straße 9

München-Maxvorstadt * Die Witwe Maria Steiner ist Eigentümerin des Anwesens Richard-Wagner-Straße 9.

Die „Drahtfabrik Bucher“ ist technologisch auf dem neuesten Stand

München-Au * Die „Drahtfabrik Bucher“ wird technologisch auf den neuesten Stand gebracht.

Der Rat der Stadt ändert die bestehende „Bettelordnung“

München * Der Rat der Stadt ändert die schon länger bestehende „Bettelordnung“.

Sie verbietet allen „Bürgern und Gästen beiderlei Geschlechts“ das „Betteln“ und gestattet es nur denjenigen, die vom „Rat“ die ausdrückliche Erlaubnis dazu haben.
Diese drückt sich eben im Tragen des „Bettelzeichens“ aus.

Zur Erteilung der „Bettelerlaubnis“ muss aber zuvor die „Bedürftigkeit“ nachgewiesen werden.

  • Dazu gehört neben der Darlegung des Personenstandes, der Kinderzahl und der Vermögensverhältnisse,
  • die Bestätigung des „Beichtvaters“, dass der Antragsteller im vergangenen Jahr mindestens einmal gebeichtet und die „Absolution“ erhalten hat.

Der „Hausbettel“ ist nach der „Bettelordnung“ strengstens verboten.
Hauptsächlich vor den Kirchentüren, nicht aber im Kircheninneren ist das „Betteln“ erlaubt.

  • Missgestaltete, behinderte Bettler müssen ihre „Gebersten“ bedecken, damit „schwangere Frauen“ durch den Anblick „nicht Schaden nehmen“.
  • Es dürfen auch keine „gemalten Bilder, wunderliche Tiere und sonstige Schaustücke“ gezeigt werden.
  • Lediglich Singen ist ihnen gestattet.
  • Den Schülern ist das „Betteln“ nur dann zu genehmigen, wenn sie in der Schule „fleißig und gehorsam“ waren und für bettelnde „Wöchnerinnen“ werden gesonderte Zeichen bereitgehalten.

Es werden vier „Bettelmeister“ bestellt.

  • Deren Hauptaufgabe ist die „gerechte Auswahl“ der „berufsmäßigen Bettler“.
  • Halbjährlich müssen sie die Inhaber der „Bettelzeichen“ - gemeinsam mit ihren Kindern - an einem Ort zusammenkommen lassen und prüfen, ob ihre Bedürftigkeit auch weiterhin besteht.
  • Für die Einhaltung der „Bettelordnung“ sind die „Bettelknechte“ verantwortlich.

Sie müssen vor ihrem Amtsantritt „geloben und schwören“, dass sie niemanden bevorzugen oder benachteiligen und dass sie sich nicht bestechen lassen.

Emil Reichenbach kauft die „Deutsche Eiche“

München-Isarvorstadt * Emil Reichenbach kauft die „Deutsche Eiche“.

Seine Familie betreibt das Lokal fast 100 Jahre.

Das Ridler-Seelhaus wird gegründet

München-Graggenau * Das Ridler-Seelhaus an der Hinteren Schwabinger Gasse [= Theatinerstraße] wird durch die gleichnamige wohlhabende Bürgerfamilie gegründet.

Ignatius von Loyola zieht seine Ordensbrüder aus Ingolstadt wieder ab

Ingolstadt * Da - nach dem plötzlichen Tod des Herzogs Wilhelm IV. - das versprochene Kolleg in Ingolstadt nicht errichtet wird, zieht Ignatius von Loyola seine Ordensbrüder wieder ab.

Der „Kögelmühlbach“ wird wiederbelebt

München-Graggenau * Mit dem Bau der „Bayerischen Staatskanzlei“ wird der „Kögelmühlbach“ wiederbelebt.

Der Stadtrat beschließt den Entwurf für ein neues „Mahnmals“

München-Maxvorstadt * Nachdem vermehrt Einwände gegen die provisorische Lösung auf dem „Platz der Opfer des Nationalsozialismus“ laut geworden sind, beschließen im Jahr 1983 die Fraktionen des Münchner Stadtrats, einen Wettbewerb für den Entwurf eines neuen „Mahnmals“ ausloben zu lassen. 

Freising kann den karolingischen „Königshof Föhring“ erwerben

Föhring - Freising * Durch ein Diplom König Ludwig „des Kindes“ kann Freising den ganzen einstigen Herzogs- und nachmaligen karolingischen „Königshof Föhring“ erwerben. 

390 Personen und 352 Pferde in der „Lehel-Kaserne“

München-Lehel * Die „Lehel-Kaserne“ besitzt eine Maximalkapazität von 390 Personen und 352 Pferdeständen.

Im ehemaligen „Konventbau der Hieronymitaner“, dem sogenannten „Altbau“, befinden sich vierzehn Mannschaftszimmer und fünf Küchen.

Der „Mittelbau“ nördlich der Kirche beherbergt acht Mannschaftszimmer und zwei Küchen.  

Durch die anschließenden Stallungen getrennt befindet sich der „Neubau“.  
Er enthält die Wache, das Verhör- und Rapportzimmer.  
Darüber befinden sich weitere Büroräume, Magazine und Wohnungen. 

Die „Totengräber vom Ostfriedhof“ erlangen Kultstatus

München-Obergiesing * Die „Totengräber vom Ostfriedhof“ erlangen Kultstatus.  

Als „Boandlkramer-Connection“ singen sie täglich in der „Shitparade“ von „Radio Gong“ das Lied „Drei weiße Tauben und ein Gewehr, drei weiße Tauben, die scheißen nicht mehr. Guru, guru“.  

Als einem Hörer dieser Erfolg zu viel wird, verspricht er für jede Gegenstimme ein Weißbier.  
Gleich darauf meldet sich der Fußball-Spieler Markus Babbel und bietet - im Namen des „FC Bayern“ - für jede Ja-Stimme zwei Träger Weißbier.  

Als die „Totengräber“ im September 1999 ein falsches Grab ausheben, kommt es zum Karriereknick, da der „Leiter der Friedhofsverwaltung“ den „Boandlkramern“ ein Singverbot erteilt.  

Doch nun gehen die „Radio Gong“-Hörer auf die Barrikaden.  
Binnen vier Tagen fordern 12.000 Hörer auf Unterschriftslisten die Rückkehr der singenden „Totengräber“.  
Und nach kaum einer Woche sind sie wieder „Live On The Air“ zu hören.  

Bald werden die Bestatter und Aufbahrer durch die ganze Bundesrepublik gereicht.  
Sie sangen auf der „Wies’n“ im Bierzelt, bei Stefan Raab im Fernsehen und bei der „SpVVg Unterhaching“ in der Halbzeitpause. 

Antoine de Lavoisier veröffentlicht das erste Chemiebuch

xxx * Antoine de Lavoisier veröffentlicht seine „Elementare Abhandlung über die Chemie“ - das erste moderne Chemiebuch.

Er ist der erste wirklich so zu nennende Chemiker. Seine neue Methode, chemische Reaktionen nicht nur qualitativ zu beschreiben, sondern auch quantitativ zu messen, bildet die Grundlage der modernen Chemie

Acht Millionen Dokumente zur bayerischen Geschichte

München-Maxvorstadt * In Stahlregalen von insgesamt 46 Kilometern Länge liegen im „Bayerischen Hauptstaatsarchiv“ rund 8 Millionen Dokumente zur bayerischen Geschichte aus über 1.200 Jahren. 

Zur Benutzung des „Geheimen Hausarchivs der Wittelsbacher“, das 750 laufende Regalmeter umfasst, braucht man eine Extragenehmigung des „Herzogs“ von Bayern.

Der „Kotterhof“ gehört zum „Leprosenhaus am Gasteig“

Haidhausen * Aus diesem Jahr stammt die älteste Urkunde über die Zugehörigkeit des „Kotterhofes“ in der Haidhauser Kirchenstraße zum „Leprosenhaus am Gasteig“.

Die Richard-Wagner-Straße 9 gehört Josephine Pongratz-Steiner

München-Maxvorstadt * Die „Generalmajorswitwe“ Josephine Pongratz-Steiner ist Eigentümerin des Anwesens Richard-Wagner-Straße 9.

Die „Drahtfabrik Bucher“ wird in eine GmbH umgewandelt

München-Au * Die „Drahtfabrik Bucher“ wird in eine GmbH umgewandelt.

Die „Münchner Bettelordnung“ regelt die „Armenversorgung“ neu

München * In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ändert sich die Einstellung zu den „Armen“ grundlegend.

Martin Luther und später auch die katholischen Reformer lehnen jede Form von „Bettel“ ab und fordern eine Versorgung aller „Arbeitsunfähigen“ auf Kosten der Gemeinde.

Dies findet in der letzten rein städtischen „Münchner Bettelordnung“ ihren Niederschlag. Die „Armenversorgung“ wird auf die Basis eines „Unterstützungsfonds“, dem „Stock-Almosen“, gestellt.

Freiwillige Spenden, Gelder aus Opferstöcken, Sondersammlungen in Kirchen und Klöstern und die Erträge aus den Haussammlungen sollen eine gezielte Versorgung der „Armen“ gewährleisten. Dazu ziehen jeden Freitag vier „Biedermänner“ mit Sammelbüchsen von Haus zu Haus und ersetzen damit die bisher üblichen Bettelgänge der „Armen“.

Die Sammlungen erhalten den Namen „Freitagsbrot“.

Die „Deutsche Eiche“ entwickelt sich zum Schwulenlokal

München-Isarvorstadt * Die „Deutsche Eiche“ entwickelt sich zum Lieblingslokal von Künstlern und Homosexuellen.

Vor allem Tänzer des benachbarten „Gärtnerplatz-Theaters“ verkehren hier.

Die „Loretokapelle“ wird abgerissen

Berg am Laim * Die „Loretokapelle“ an der heutigen Berg-am-Laim-Straße wird abgerissen.

Das Ridler-Seelhaus kommt an die Residenzstraße

München-Graggenau * Das Ridler-Seelhaus an der Hinteren Schwabinger Gasse [= Theatinerstraße] verlegt ihren Sitz an die Vordere Schwabinger Gasse [= Residenzstraße]. 

Die Falknerei wird zum festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens

München * Kaiser Ludwig der Baier hat festgelegt: „Es mögen auch die Ritter alle Kurzweil vol treiben, mit Pyrsen, mit Paizzen, mit Jagen“.

In der Folge werden die zur Falkenjagd notwendigen und kunstvoll gearbeiteten Gerätschaften zum Statussymbol und zum Kennzeichen der Zugehörigkeit zur Oberschicht. Damit ist die Falknerei zum festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens an den Fürstenhöfen geworden.

Die Gruft unterhalb der „Karmeliten-Kirche“ wird geräumt

München-Kreuzviertel * Die Gruft unterhalb der „Karmeliten-Kirche“ wird geräumt.

Das Gebäude wird klassizistisch überarbeitet und dient als „Studienkirche“.

Der Teil des Klosters hin zur heutigen Pacellistraße dient dem „Erzbischöflichen Ordinariat“.

Die Parkanlage am Tassiloplatz wird angelegt

München-Au * Die Parkanlage am Tassiloplatz wird zwischen 1899 und 1901 an der Rückseite der zum Ostbahnhof führenden Gleisanlagen angelegt. Um den nahezu rechteckigen Platz führt ein geschwungener Weg mit kleinen ovalen und runden Sitzplätzen. Ein Diagonalweg durchschneidet die tiefergelegten Rasenflächen. An den Wegegabelungen befinden sich jeweils kleine Strauchgruppen. Eine Pflanzung aus Kastanien, Ulmen und Sträuchern schirmt den Park von den Straßen ab.

Die Ausstattung mit einem Betonteich macht den Tassiloplatz zur wohl typischsten Anlage um die Jahrhundertwende. Der dreihundert Quadratmeter große Teich mit seinen geschwungenen Uferlinien wird von Spöttern „Vierwaldstätter See en miniature“ genannt.

Ist nicht die Chemie der Stein der Weisen ?

xxx * Justus von Liebig, einer der „Gründungsväter der Chemie“, schrieb in seinen „Chemischen Briefen“ aus dem Jahr 1844: „Der Stein der Weisen, den die Alten im dunkeln unbestimmten Drange suchten, ist in seiner Vollkommenheit nichts anderes gewesen, als die Wissenschaft der Chemie. Ist sie nicht der Stein der Weisen, der uns verspricht, die Fruchtbarkeit unserer Felder zu erhöhen und das Gedeihen vieler Millionen Menschen zu sichern?

Ist nicht die Chemie der Stein der Weisen, welcher die Bestandtheile des Erdkörpers in nützliche Producte umformt, welche der Handel in Gold verwandelt; ist sie nicht der Stein der Weisen, der uns die Gesetze des Lebens zu erschliessen verspricht, der uns die Mittel liefern muss, die Krankheiten zu heilen und das Leben zu verlängern?“

Bogenhausen erhält am Kirchplatz 3 eine eigene Schule

Bogenhausen * Bogenhausen erhält in einem alten Bauernhof am Kirchplatz 3 eine eigene Schule.

Dieses Jahr ist nachweislich kein Pestjahr !

München * Weder die vorhandenen „Ratsprotokolle“ noch die „Kammerrechnungen“ enthalten den geringsten Hinweis auf das Herrschen einer Pest in München. 

Auf dieses „Pestjahr" geht - angeblich - der im „Glockenspiel des Neuen Rathauses“ dargestellte „Schäfflertanz“ und der „Metzgersprung“ zurück.
Der „Schäfflertanz“ entwickelt sich auch erst im 18. Jahrhundert.

Johann Peyrl wird als „Kotterbauer und Unterthan“ bezeichnet

Haidhausen * Ein Johann Peyrl wird als „Kotterbauer und Gasteigischer Unterthan zu Haidhausen“ bezeichnet.

Der Braubetrieb im „Bürgerlichen Bräuhaus“ wird eingestellt

München-Haidhausen * Der Braubetrieb im „Bürgerlichen Bräuhaus“ an der Kellerstraße in Haidhausen wird eingestellt.

Die Richard-Wagner-Straße 9 geht an die Erben Pongratz

München-Maxvorstadt * Das Anwesen in der Richard-Wagner-Straße 9 gehört den Erben Pongratz.

Theodor Fischer beschreibt die „Lilienstraße“

München-Au * Der „Architekt und Städteplaner“ Theodor Fischer schreibt zur „Lilienstraße“ folgende Zeilen:

„[...] in ihrer im Laufe der Jahre gewachsenen natürlichen Form versprach die Straße, daß sie, wenn sie erst einmal ausgebaut sein würde, zu den schönsten der Stadt gehören werde“.

Eine neue „Bettelordnung“ wird veröffentlicht

München * Eine neue „Bettelordnung“ wird veröffentlicht.

In ihr zeichnet neben dem „Rat der Stadt“ erstmals auch der „Landesherr“ verantwortlich.

  • Unter dem Einfluss Herzog Albrechts V. wird in dem Gesetzeswerk
  • ein „absolutes Bettelverbot“ ausgesprochen.
  • Wirte und allen Einwohnern war die Beherbergung „nichtansässiger Bettler“ verboten.
  • Den „Bettelrichtern“ zahlt man „Fangprämien“ und
  • den Festgenommenen drohen schwere Strafen.
    Im besten Fall ihre „Ausweisung“, im schlimmsten Fall aber „Hängen“.

Doch schnell wird klar, dass sich in München ein „absolutes Bettelverbot“ und die Versorgung der „Armen“ aus der Gemeindekasse nicht verwirklichen lassen.
Die Einnahmen der Sammlungen reichen einfach nicht aus.

„Sondersieche“, also mit ansteckenden Krankheiten Behaftete, und „Blinde“ haben sich mit „betteln“ zu ernähren, da sie keine Arbeit finden können.

Außerdem sammeln die „Biedermänner“ das „Freitagsbrot“ nun zusätzlich am Mittwoch.

Reparaturarbeiten an der Berg am Laimer „Michaelskirche“ abgeschlossen

Berg am Laim * Die umfangreichen Reparaturarbeiten an den Türmen und Gesimsen sowie die neue Turmeindeckung mit Schindeln der „Michaelskirche“ in Berg am Laim werden abgeschlossen.

Das „Pütrich-“ und „Ridler-Seelhaus“ schließen sich den „Franziskanern“ an

München-Graggenau * Das „Pütrich-Seelhaus“ und das „Ridler-Seelhaus“ schließen sich - nicht ohne äußeren Zwang - den „Franziskanern“ an.

Das Untergiesinger „Brausen- und Wannenbad“ wird abgerissen

München-Untergiesing * Das „Brausen- und Wannenbad“ an der Pilgersheimerstraße 5, das sogenannte „Untergiesinger Tröpferlbad“, wird wegen der geplanten Erweiterung des Bahnstrecke abgebrochen.

Das „Georgianum“ kommt in die Räume des ehemaligen „Karmeliten-Klosters“

Landshut - München-Kreuzviertel * Mit dem Umzug der Universität von Landshut nach München dienen die Räume des ehemaligen „Karmeliten-Klosters“ zur vorläufigen Unterbringung des „Georgianums“, dem weltweit einzigen staatlichen „Priesterseminar“.

Das Provisorium hält bis 1841.

Die „Josef Bernbacher & Sohn GmbH & Co KG“

München-Au * Die „Josef Bernbacher & Sohn GmbH & Co KG“ ist einer der größten Nudelhersteller in Deutschland.

30.000 Tonnen Nudeln werden pro Jahr in der Fabrik am Tassiloplatz hergestellt.
Rund 50 Millionen Umsatz Euro macht die Firma.

Die Wirtschaftskrise hat dem Unternehmen, das 130 Mitarbeiter hat, nicht geschadet.
Im Gegenteil: „Viele, die sich nicht mehr so oft Fleisch leisten wollen, essen jetzt öfters mal Nudeln“.

Mehr als Dreiviertel der Produktion wird in Bayern verkauft.
Diese Beschränkung auf den regionalen Markt ist eines der Erfolgsrezepte von Bernbacher.

Die Auer Marien-Kapelle erhält den Namen „Mariahilf-Kirche“

Au * Eine Erweiterung und Erneuerung der Auer Marien-Kapelle ist nicht mehr zu umgehen.

Erst jetzt erhält das Gebetshaus den Namen „Mariahilf-Kirche“.

Antonie (Toni) Pfülf zieht in das Gartenhaus der Kaulbachstraße 12

München-Maxvorstadt * Die „Hauptlehrerin“ und „SPD-Aktivistin“ Antonie (Toni) Pfülf zieht in das Gartenhaus der Kaulbachstraße 12.

Erweiterung der Bogenhausener Schule

Bogenhausen * Nachdem die Schülerzahl in Bogenhausen stark angestiegen war, kommt es zur Erweiterung der Schule.

Das „Neue Rathaus“ wird in absehbarer Zeit zu klein

München-Graggenau * Aufgrund des enormen Wachstums der Stadt und ihrer Aufgaben ist das „Neue Rathaus“ absehbar bald zu klein, weshalb man sich zur Vergrößerung des Gebäudes entschließt.

Johann Jakob Paul kauft den „Kotterhof“

Haidhausen * Johann Jakob Paul, der „Großwirt“ von Haidhausen, kommt in den Besitz des „Kotterhofes“.

Konrad der Preisinger und Emeran der Haßlanger bauen Häuser in der Au

Au * Konrad der Preisinger legt einen großen Garten mit einem villenähnlichen Haus an der heutigen Lilienstraße an.

Emeran der Haßlanger erbaut daneben ein schlossähnliches Gebäude. 

Fragen nach den Ursachen der „Armut“

München * Unter Herzog Maximilian I. wird erstmals nach den Ursachen der „Armut“ gefragt.

Folgende Erkenntnisse fassen die Untersucher zusammen:
Verantwortlich für die „Armut“ ist

  • die „Überbevölkerung der Städte“,
  • die „Überbesetzung der Zünfte und Gewerbe“,
  • die allzu großen „Freiheiten des Handels“,
  • die „Vernachlässigung der Polizeigewalt“ und
  • der „Verfall der Religion und der Sitten“.

Das Ergebnis ist die Einführung restriktiver Maßnahmen.
Dazu gehören unter anderem „Zuzugsbeschränkungen“ sowie „Festnahmen und Einkerkerung von Bettlern und Vagabunden“.

Eine Fliegerbombe zerstört das obere Stockwerk der Reichenbachstraße 13

München-Isarvorstadt * Eine Fliegerbombe zerstört das obere Stockwerk des Hauses in der Reichenbachstraße 13, in dem sich die „Deutsche Eiche“ befindet.

Beginn der Reparaturarbeiten an der Berg am Laimer „Michaelskirche“

Berg am Laim * Beginn der Reparaturarbeiten am Dachstuhl und den Gesimsen der Berg am Laimer „Michaelskirche“.

Im „Ridlerhaus“ wird die „Klausur“ eingeführt

München-Graggenau * Im „Ridlerhaus“ wird die „Klausur“ eingeführt.

Das „Georgianum“ zieht in den Neubau an der Ludwigstraße

München-Maxvorstadt * Das „Georgianum“, das weltweit einzige staatliche „Priesterseminar“, zieht in seinen Neubau an der Ludwigstraße.

Im „Karl-Valentin-Geburtshaus“ wird ein Ausstellungsraum eingerichtet

München-Au * Im Vordergebäude des „Karl-Valentin-Geburtshaus“ in der Zeppelinstraße 41 wird ein Ausstellungsraum für Kraftfahrzeuge der Firma Weinberger eingerichtet. 

Der Hauseingang wird wieder an die Vorderseite verlegt. 

Ein zweites Lager des Konsumvereins von 1864 in der Karlstraße

München-Maxvorstadt * Ein zweites Lager des Konsumvereins von 1864 wird in der Karlstraße eröffnet. 

Ein Hochstapler will in München Porzellan erzeugen

München * Kurfürst Carl Albrecht stellt den Dresdner „Glas- und Spiegelmacher“ Elias Vater an, weil dieser behauptet, er könne Porzellan herstellen. 

Wie sich bald herausstellt, ist Vater aber nur ein Hochstapler. 

Das „Hauptstaatsarchiv“ kann ihren Betrieb aufnehmen

München-Maxvorstadt * Das „Hauptstaatsarchiv“ kann in ihren heutigen Räumen den Betrieb aufnehmen.

Erweiterungsarbeiten am „Neuen Rathaus“ beginnen

München-Graggenau * Erweiterungsarbeiten am „Neuen Rathaus“ beginnen im Bereich Diener- und Landschaftsstraße.

Der Stadtrat lässt Bettler mit „Zwangsarbeit beim Schanzenbau“ einsetzen

München * In einem Bericht an Kurfürst Maximilian I. betont der Stadtrat, dass er starke „Bettler und Bettlerinnen“ in „Eisen schlagen“ und anschließend zur „Zwangsarbeit beim Schanzenbau“ einsetzen lässt.

Mit diesen Zwangsmaßnahmen wollen die „Stadt- und Landesherren“ den „Arbeitsscheuen“ den „Teufel des Müßiggangs“ austreiben.
Doch nach ihrer Entlassung finden die „Bettler“ trotzdem keine Möglichkeit der Beschäftigung vor.

Kurfürst Joseph Clemens erhält die „Bischofswürde“ des Bistums Hildesheim

Hildesheim * Kurfürst Joseph Clemens erhält die „Bischofswürde“ über das Bistum Hildesheim übertragen.

Ella und Toni Reichenbach werden Wirtinnen der „Deutschen Eiche“

München-Isarvorstadt * Ella und Toni Reichenbach werden Wirtinnen der „Deutschen Eiche“.

Neuverputzung der Westfassade der „Michaels-Kirche“ in Berg am Laim

Berg am Laim * Außenputzarbeiten und Neuverputzung der Westfassade der Kirche „Sankt Michael“ in Berg am Laim.

Im Pütrichhaus wird ebenfalls sie Klausur eingeführt

München-Graggenau * Im Pütrichhaus wird ebenfalls sie Klausur eingeführt. Damit sind die beiden ältesten Münchner Seelhäuser zu traditionellen Klöstern geworden.

Auf zehn verschiedene Stadtbezirke verteilte „Brause- und Wannenbäder“

München * Neben dem „Karl-Müller-Volksbad“ betreibt die Stadtgemeinde München zehn auf verschiedene Stadtbezirke verteilte „Brausen- und Wannenbadeanstalten“, die ganzjährig gegen ein geringes Entgeld benutzt werden können.

Anno 1910 stürzten sich 497.924 Personen in ein Wannenbad. Die billigeren Brausebäder benutzten 621.212 Münchner. München hat zu dieser Zeit 596.497 Einwohner.

Statistisch gesehen badet oder duscht jeder Münchner keine zwei Mal im Jahr.

Sep Ruf baut die teilweise zerstörte „Karmeliten-Kirche“ um

München-Kreuzviertel * Die im Krieg teilweise zerstörte „Karmeliten-Kirche“ wird bis 1957 von dem Architekten Sep Ruf zu einem modernen Versammlungs- und Vortragssaal sowie zu einer Kapelle und einer Bibliothek umgebaut.

Die vom „Erzbischöflichen Ordinariat“ genutzten Gebäudeteile des vollkommen zerstörten Klosters werden abgetragen und im Stil der Zeit neu erbaut.

Ein Mahnmal speziell für die Opfer der Sinti und Roma

München-Maxvorstadt * Der Künstler Toni Preis installiert auf dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus ein Mahnmal speziell für die Opfer der Sinti und Roma.

Das „Karl-Valentin-Geburtshaus“ erhält einen Balkon

München-Au * Ludwig Weinberger sen. lässt an der ehemaligen Wohnung der Familie Fey im „Karl-Valentin-Geburtshaus“ in der Zeppelinstraße 41 einen Balkon anbringen. 

Der Hof wird teilweise überdeckt. 

Die Firma „Rohde & Schwarz“ lässt sich am Tassiloplatz nieder

München-Au * Die Firma „Rohde & Schwarz“ lässt sich mit seinen inzwischen 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Tassiloplatz, auf dem ehemaligen „Konsumgelände“ nieder. 

Das neue Bogenhausener Schulhaus wird fertig gestellt

Bogenhausen - München-Haidhausen * Das neue Bogenhausener Schulhaus für rund 200 Schüler wird fertig gestellt.

Es ist bald zu klein, weshalb die älteren Kinder in die Haidhauser „Kirchenschule“ ausweichen müssen.

Jakob Klewber besitzt in der Wein- und Landschaftsstraße ein Haus

München-Graggenau * Der „Weinschenk“ und „Salzsender“ Jakob Klewber besitzt in der Wein- und Landschaftsstraße ein Haus.

An seiner Stelle befindet sich heute am „Neuen Rathaus“ das „Kloiber-Eck“ mit der plastischen Darstellung eines Holzhackers („kloiben“ = Holz hacken).

Der „Vorstadt-Krämer“ Eugen Allwein erwirbt den „Kotterhof“

München-Haidhausen * Der „Vorstadt-Krämer“ Eugen Allwein erwirbt das „Kotterhof“-Anwesen in Haidhausen.

Die „Löwenbräu AG“ knackt die „Ein-Millionen-Hektoliter-Grenze“

München-Maxvorstadt * Die „Löwenbräu AG“ kann als erste Münchner Brauerei die „Ein-Millionen-Hektoliter-Grenze“ durchbrechen.

In der Au ein „Seidenhaus“ eingerichtet

Au * Unter Kurfürst Ferdinand Maria wird in der Au ein „Seidenhaus“ eingerichtet.

Doch als Arbeitskräfte werden dann - zum Teil sogar gegen den ernsten Willen der Eltern - auch Kinder eingestellt und nicht arbeitsuchende „Stadtarme“.

Das „Seiden-Unternehmen“ ist allerdings bereits im Jahr 1676 finanziell wieder am Ende.

Nur noch 60 Prozent Christen in Deutschland

Bundesrepublik Deutschland * Der Anteil der Christen an der Bevölkerung in Deutschland sinkt innerhalb von fünf Jahren um drei Prozent.

  • Die evangelischen Kirchenmitglieder sinken in diesem Zeitraum um gut zwei Millionen auf 23,6 Millionen.
  • Die Zahl der Katholiken sinkt um gut 1,5 Millionen auf 24,5 Millionen.
  • Von rund 80 Millionen Bewohnern Deutschlands sind nur mehr 48,1 Millionen christlichen Glaubens. Das sind sechzig Prozent.

Die Zahl der „Falkner“ in Deutschland liegt bei etwa 2.000

Bundesrepublik Deutschland * Die Zahl der „Falkner“ in Deutschland liegt bei etwa 2.000.

König Max II. nimmt Friedrich Bürklein auf seine Romreise mit

München - Rom * König Max II. nimmt Friedrich Bürklein auf seine Romreise mit.

Das „Dianabad“ beim „Englischen Garten“ öffnet seine Pforten

München-Englischer Garten * Das „Dianabad“ beim „Englischen Garten“ öffnet seine Pforten. 

Zur luxuriösen Ausstattung gehören neben 51 Hotelzimmern auch zwei geräumige und mit viel Pomp ausgestattete „Festsäle“.
Die Badewannen bestehen aus innen verzinktem Kupfer.

Ferdinand Schmid ist für die Münchener „Löwenbrauerei“ tätig

München-Maxvorstadt * Ferdinand Schmid ist bis 1970 für die Münchener „Löwenbrauerei“ tätig. 

Eine Gedenktafel am Geburtshaus des großen Komikers

München-Au * Am „Karl-Valentin-Geburtshaus“ in der Zeppelinstraße 41 wird eine Gedenktafel für den großen Komiker angebracht und von seiner langjährigen Partnerin Liesl Karlstadt eingeweiht. 

Anwesend ist auch Schorsch Blädel und viele Fahnenabordnungen.

Die Tafel ist eine Stiftung der „Freunde des Nationaltheaters“ unter Federführung der Süddeutschen Zeitung.
Anlass ist die 100-jährige Eingemeindung der Au, Haidhausens und Giesings nach München. 

Der Bau des barocken Befestigungsgürtels beginnt

München * Der Ausbau der Stadtmauer zu einem barocken Befestigungsgürtel mit Wall und Gräben beginnt. 

„Sie heiraten gern und sehr früh, erzeugen viele uneheliche Kinder“

Marquartstein * Joseph Hazzi berichtet in seinen „Statistischen Auffschlüsse über das Herzogthum Baiern“ über die Bewohner in dem Gebiet um Marquartstein bei Traunstein:  

„Sie heiraten gern und sehr früh, erzeugen viele Kinder, mitunter eben so viele uneheliche, das man nicht nur für kein sündhaftes, sondern vielmehr für ein gutes Werk hält“

Die ursprüngliche Bezeichnung für „Hexe“ ist in München „Unholdin“

München * Die ursprüngliche Bezeichnung für „Hexe“ ist in München „Unholdin“.

Dieser Begriff taucht erstmals auf, als die Barbara Beyrl unter den Verdacht der „Hexerei“ gerät und in die „Schergenstube“ gesperrt wird.
Über ihr weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

Die „Nepomuk-Kapelle“ auf dem Mariahilfplatz wird eingeweiht

Au * Die „Johann-von-Nepomuk-Kapelle“ auf dem Mariahilfplatz wird eingeweiht.

Eugen Allwein verkauft den Haidhauser „Kotterhof“

München-Haidhausen * Eugen Allwein verkauft den Haidhauser „Kotterhof“ an Sigmund und Rosalie Rottenkolber.

Georg Schobinger kauft den „Platner-Hammer“ und das „Haßlang-Schloss“

Au * Der Münchner Bürgermeister Georg Schobinger kauft den „Platner-Hammer“ und das „Haßlang-Schlösschen“ an der heutigen Lilienstraße.

Er gibt seiner Neuerwerbung den Namen „Wageck“.

Rainer Werner Fassbinder und die „Deutsche Eiche“

München-Isarvorstadt * Rainer Werner Fassbinder, das Enfant terrible der deutschen Filmszene, gesellt sich zu der bunten Gesellschaft der „Deutschen Eiche“.

Er verliebt sich unsterblich in den Schankkellner Armin Meier und bezieht mit ihm eine Wohnung auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Reichenbachstraße. 

Johann Peter Langer soll die „Maler- und Bildhaueracademie“ leiten

Düsseldorf - München * Der „Historienmaler“ und bisherige „Direktor der Düsseldorfer Akademie und Gemäldegalerie“, Johann Peter Langer, siedelt mit seinem Sohn Robert nach München über.

Johann Peter Langer soll im neu erhobenen „Königreich Baiern“ die Leitung der seit dem Jahr 1770 bestehenden „Maler- und Bildhaueracademie“ übernehmen und auf europäisches Niveau anheben.

Untergebracht ist die „Akademie der Bildenden Künste“ in dem Teil des ehemaligen „Jesuitenkollegs“ neben der „Michaelskirche“ in der Neuhauser Straße, der zuvor vom „Wilhelmsgymnasium“ genutzt worden war und seit dem Jahr 1781 die „Münchner Zeichnungsschule“ [= „Maler- und Bildhaueracademie“] beherbergte.

Das Jesuiten-Gymnasium wird durch ein größeres Gebäude ersetzt

München-Kreuzviertel * Das Münchner Jesuiten-Gymnasium wird durch ein größeres Gebäude ersetzt.

Die bayerischen Briefmarken sind halt einfach schöner

Berlin * Die wegen dauernder Verletzung des Briefgeheimnisses arg ramponierte „Thurn- und Taxis-Post“, die in Preußen noch das Monopol hat, kann erst jetzt nachziehen.

Doch das Format und Design ihrer „Briefmarken“ sind nur ein Abklatsch des bayerischen Vorbildes.

Im Gegensatz zum „Schwarzen Einser“ stehen diese preußischen „Freimarken“ noch heute nicht besonders hoch im Kurs.

Direktor Ferdinand Schmid geht in den Ruhestand

München * Ferdinand Schmid, der Direktor der „Augustiner-Bräu Wagner K.G.“,  geht in den wohlverdienten Ruhestand. 

Der Maria Pauer wird der Prozess wegen „Schadenszauber“ gemacht

Mühldorf * In Mühldorf am Inn, das zu diesem Zeitpunk zum „Fürstbistum Salzburg“ gehört, wird der 16-jährigen Maria Pauer der Prozess wegen „Schadenszauber“ gemacht.

Im Mühldorfer „Hexenkammerl“ hält man sie monatelang wie ein Tier gefangen.
Am Ende des „Hexen-Prozesses“ wird sie zum Tode durch „Verbrennen“ verurteilt, dann aber „gnadenhalber“ zuvor geköpft.  

Maria Pauer müsste die letzte „Hexenverbrennung“ auf bayerischem Boden gewesen sein. 

Die Schwestern vom „Kloster Lilienthal“ leben nach der Regel der Paulaner

Au * Die „Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis“ vom „Kloster Lilienthal“ leben seither nach der strengen Regel der Paulaner.

Grundsteinlegung für die „Bayerische Staatsbibliothek“

München-Maxvorstadt * Grundsteinlegung für die 172 x 78 x 24 Meter umfassende „Bayerische Staatsbibliothek“.

Schichtunterricht in den Bogenhausener Schulen

München-Bogenhausen * Die Schülerzahl in Bogenhausen steigt in kürzester Zeit derart an, dass Schichtunterricht abgehalten werden muss.

Der „Gronimushof“ ist in herzoglichem Besitz

Haidhausen * Der „Gronimushof“ in der Haidhauser Kirchenstraße wird als herzoglicher Besitz beurkundet.

Georg Schobinger lässt „Wageck“ zu einem „Edelsitz“ erheben

Au * Georg Schobinger lässt „Wageck“ an der Lilienstraße durch zusätzliche Zahlungen zu einem „Edelsitz“ erheben.

In der Au entsteht eine „Tuchfabrik für Militäruniformen“

Au * In der Au entsteht - am Standort des „Seidenhauses“ - eine „Tuchfabrik für Militäruniformen“.

Freddie Mercury wird Stammgast in der „Deutschen Eiche“

München-Isarvorstadt * Freddie Mercury kommt nach München, wo er im Studio „Musicland“ von Giorgio Moroder mit seiner Gruppe „The Queen“ Schallplatten produziert. 

Schnell wird er Stammgast in der „Deutschen Eiche“.

Der durch die Isar-Regulierung gewonnene Landstreifen wird kultiviert

Untergiesing * Die Kultivierung des durch die Regulierung der Isar gewonnenen Landstreifens der rechten Isarseite beginnt mit der Pflanzung von Weiden.

Sie zieht sich aber lange Zeit hin, weil der Dammbau nur schleppend vorankommt.

Hugo von Payns auf dem Weg zu einer Pilgerfahrt ins Land der Heiligkeit

Israel * Hugo von Payns ist ein Herr aus dem mittleren Adel und stammt aus der Champagne. Seine Spuren sind nur sehr rar gestreut, weshalb sich seine Teilnahme am Ersten Kreuzzug nicht mit Sicherheit bestätigen lässt. Tatsache ist aber, dass er sich anno 1104 auf den Weg zu einer Pilgerfahrt ins Land der Heiligkeit macht und Graf Hugo von der Champagne begleitet.

Herzog Albrecht V. stirbt

München * Herzog Albrecht V. stirbt. Sein Sohn Wilhelm V. übernimmt die baierische Regentschaft.

Die 2.000. Lokomotive verlässt das Maffei‘sche Werk

München-Englischer Garten - Hirschau * Die 2.000. Lokomotive verlässt das Maffei‘sche Werk und wird an die Kgl. Bay. Staatsbahn geliefert.

Edith Haberland stirbt - Die „Augustiner-Brauerei“ wird eine Stiftung

München * Edith Haberland, die letzte Erbin der „Augustiner-Dynastie“, stirbt. 

Zuvor hat sie in ihrem Testament festgelegt, dass die „Augustiner-Brauerei“ in eine Stiftung umgewandelt werden soll. 

Chef der „Edith-Haberland-Wagner-Stiftung“ wird der seit 1991 in den Ruhestand versetzte Ferdinand Schmid. 

Almon B. Strowger installiert die erste „Vermittlungsstelle“ der Welt

La Porte * Die „Strowger Automatic Telephone Exchange Company“ installiert in La Porte, Indiana, die erste „Vermittlungsstelle“ der Welt.  

Weil Almon B. Strowger mit der „Bell Telephone Company“ in Amerika nicht so recht ins Geschäft kommen kann, konzentriert er sich auf den Export. 

Die verfolgungskritischen „Politiker“ kriegen die Mehrheit

München * Das Kräfteverhältnis im „Hofrat“, dem zentralen kurfürstlichen Entscheidungsträger in der „Justiz“, hat sich zu Gunsten der verfolgungskritischen „Politiker“ verändert. 

Das Strafgesetzbuch bestimmt auch über Hexen

München * Das Strafgesetzbuch bestimmt: „Bündnisse und fleischliche Vermischung mit dem Teufel oder dessen Anbetung und Verunehrung der Hostien werden mit lebendiger Verbrennung bestraft“

Johann Zick fertigt das Deckengemälde für die „Mariahilf-Kirche“

Au * Johann Zick fertigt das Deckengemälde für die „Mariahilf-Kirche“.

Der Neubau der Bogenhausener „Gebeleschule“ wird bezogen

München-Bogenhausen * Der Neubau der Bogenhausener „Gebeleschule“ wird bezogen.

Die Brüder Pientzenauer verkaufen ihren „aigen Hof in Haidhausen“

Haidhausen * Die Brüder Pientzenauer verkaufen ihren „aigen Hof in Haidhausen“ an Ulrich und Kathrayn Schaefftaler, die weitere Zukäufe zum „Gronimushof“ tätigen.

Georg Schobinger kauft den an der Lilienstraße gelegenen „Klingenhammer

Au * Georg Schobinger kauft auch den an der Lilienstraße gelegenen „Klingenhammer mit Werkzeug, Polier- und Schleifmühle, die oberen und unteren Gärten, Röhrlwasser, Brunnstuben und Fischgerechtigkeit am Mühlbach um 8.000 Gulden“.

Die Klingenschmiede hatte zwar ihren Ruf und ihre Bedeutung verloren, war aber nachweislich noch als „Schobinger Mühle“ in Betrieb.

2.000 Personen finden Brot und Lohn in der „Tuchfabrik für Militäruniformen“

Au * Alleine die „holländische Tuchmacherei“ in der „Tuchfabrik für Militäruniformen“ gibt fast 2.000 Personen Brot und Lohn.

Neben „erstklassigen gelernten Arbeitern“ beschäftigt man „ausgediente Soldaten, arme Weiber und Kinder“, dazu kommen „eingewiesene Bettler und Nichtsnutze“. Anno 1682 schrieb die „Hofkammer“, dass „Arme im Wollhause zu München Beschäftigung finden, Faulenzer dagegen ins Zuchthaus“ eingeliefert würden.

Auch dieser Unternehmung war kein langes Leben beschieden.

Ab 1696 ging es auch mit der „Fabricca“ wieder bergab. Anno 1720 war sie am Ende.

Die Wittelsbacherbrücke wird erbaut

München-Isarvorstadt - München-Untergiesing * Die Wittelsbacherbrücke wird in Verlängerung der Kapuzinerstraße als hölzener Fußgängersteg erbaut, um die Reichenbachbrücke zu entlasten und dem aufstrebenden Untergiesing entgegen zu kommen. Bei der neuen Brücke handelt es sich aber nur um den nicht mehr benötigten Werksteg, der nach Beendigung der Arbeiten an der Braunauer Eisenbahnbrücke dort demontiert und hier neu aufgebaut werden wird. Der ehemalige Werksteg darf aus Statikgründen nur von Fußgängern benutzt werden.

Hugo von Payns beteiligt sich an einer „Pilgerfahrt ins Heilige Land“

Jerusalem * Hugo von Payns beteiligt sich erneut an einer „Pilgerfahrt ins Land der Heiligkeit“, bleibt aber in Jerusalem.

Herzog Wilhelm V. verspricht den Jesuiten ein Kollegium mit einer Kirche

München-Kreuzviertel * Herzog Wilhelm V. verspricht den Jesuiten ein eigenes Kollegium mit einer Kirche.

Friedrich Bürklein wird „Professor an der Polytechnischen Schule“

München * König Max II. ernennt Friedrich Bürklein zum „Professor an der Polytechnischen Schule in München“ und befördert ihn zum „Baurath“ bei den „Generaldirektionen der kgl. Verkehrsanstalten“.

Den ersten Auftrag, den Bürklein vom König erhält, ist der „Stadtverschönerungsplan“.

„Cirkus-Krone-Bau“ eröffnet

München-Maxvorstadt * Carl Krone eröffnet feierlich seinen 4.000 Menschen fassenden festen Zirkusbau an der Marsstraße. 

Die protestantische „Schule an der Herrnstraße“

München-Graggenau * Für die evangelischen Schulkinder des Münchner Ostens ist die protestantische „Schule an der Herrnstraße“ zuständig. 

Lediglich den Kindern des ersten und des zweiten Schuljahres ist es wegen der Länge und Gefährlichkeit des Schulweges gestattet, die entsprechenden Klassen in einer katholischen Schule zu besuchen. 

Von diesem Entgegenkommen machen jedoch nur wenige Schüler Gebrauch, da die Mehrzahl der Eltern befürchtet, ihre Kinder würden von dem „katholischen Geist dieser Klassen“ negativ beeinflusst werden und nehmen deshalb lieber den Weg in die Stadt in Kauf. 

Mit der „Renaturierung der Isar“ verschwinden die „Surfwellen“ im Fluss

München-Isarvorstadt * Mit der „Renaturierung der Isar“ verschwinden die „Surfwellen“ im Fluss. 

In den fränkischen „Hochstiften“ weitere „Hexenverfolgungen“

Bamberg * In den fränkischen „Hochstiften“ erreichen die „Hexenverfolgungen“ einen neuen Höhepunkt.

Vor allem der Bamberger „Weihbischof“ Friedrich Förner tut sich als Antreiber hervor.
In der Zeit von 1610 bis 1630, in der er sein einflussreiches Kirchenamt ausübt, fordert er fanatisch die „Ausrottung der Trudner“, wie man hier die „Hexen“ bezeichnet.

Noch während der ersten „Verfolgungswelle“ der Jahre 1612/13 kommt es zur „Hinrichtung“ von 15 „Hexen“

Noch viele Opfer, bis die „Hexenprozesse“ enden

München * Bis zum letzten „Hexenprozess“ müssen sich seit dem Jahr 1701 noch weitere 17 Personen vor Gericht verantworten. 

In das alte Schulgebäude am Kirchplatz 3 zieht ein „Kindergarten“

München-Bogenhausen * In das alte Schulgebäude am Kirchplatz 3 zieht ein „Kindergarten“ ein, der als „praktische Übungsstätte“ des zum „Annalyzeums“ im Lehel gehörenden „Kindergärtinnenseminars“ genutzt wird.

Es ist Bestandteil der „Städtischen Frauenschule“.

Der Mittelbereich des Neuen Rathauses wird von Bildhauern gestaltet

München-Graggenau * Der Mittelbereich des Neuen Rathauses wird von Bildhauern gestaltet. Er zeigt in Standbildern die „bürgerlichen Tugenden“: Gewerbefleiß, Häuslichkeit, Wehrhaftigkeit und Mildtätigkeit.

Kathrayn Schaefftaler schenkt den „Gronimushof“ ans „Heiliggeist-Spital“

Haidhausen * Kathrayn Schaefftaler schenkt den Haidhauser „Gronimushof“ an das „Heiliggeist-Spital“ in München „zu Hilf und Trost meines Mannes sel., mein und aller glaubigen Sel heil willen“.

Die „Bettelordnung“ beinhaltet Strafen für „Bettler und Vaganten“

München * Nach der unter Kurfürst Max III. Joseph erlassenen „Bettelordnung“ werden aufgegriffene „Bettler“ zuerst mit 15 bis 20 „Stockhieben“ bestraft und dann für ein halbes Jahr in das „Zuchthaus“ gebracht.

Ausländische „Bettler und Vaganten“, darunter versteht man alle „nichtbaierischen“, werden nach ihrer Festnahme mit einem „B“ gebrandmarkt.

Verlassen sie nicht innerhalb von vier Tagen das Land, droht ihnen die Todesstrafe.

Kurfürst Joseph Clemens erhält die „niederen Weihen“

München * Kurfürst Joseph Clemens erhält die „niederen Weihen“.

Die „Deutsche Eiche“ soll „entkernt“ und gewinnbringend genutzt werden

München-Isarvorstadt * Das Haus in der Reichenbachstraße 13, in dem sich die „Deutsche Eiche“ befindet, soll „entkernt“ und gewerblich gewinnbringend gestaltet werden.

Nach weltweiten Protesten trennt sich die Grund- und Hausbesitzerin „Monachia“ von der „problematischen Immobilie“.

Dietmar Holzapfel, sein Vater Nicki Holzapfel und Dietmars Partner Josef Sattler kaufen gemeinsam die heruntergekommene und renovieungsbedürftige „Deutsche Eiche“.

Napoleon Bonaparte fördert den Gebietszuwachs Baierns

Kurfürstentum Baiern * Napoleon Bonaparte fördert bis 1810 den Gebietszuwachs Baierns. Er will die deutschen Mittelstaaten, allen voran Baiern, Württemberg und Baden, so vergrößern, dass sie als Puffer gegenüber österreichischen Angriffen dienen können.

Gleichzeitig sollen die so Geförderten natürlich auf Dauer von der französischen Gunst abhängig bleiben. 

Balduin II. von Boulogne wird Herrscher von Jerusalem

Jerusalem * Balduin II. von Boulogne wird Herrscher von Jerusalem.

Ein Dienstkleid aus blauem Baumwollstoff

Berlin * Die weiblichen Telefon-Vermittlungskräfte müssen ein Dienstkleid aus blauem Baumwollstoff tragen, das nach der Vorschrift mindestens zwanzig Zentimeter unter das Knie zu reichen hat. 

Ein Film über die Surfszene am „Eisbach“

München-Englischer Garten - Lehel * Bjoern Richie präsentiert seinen Dokumentarfilm „Keep surfing“ über die Surfszene am „Eisbach“

Die Hauptwache bezieht ihr neues Wachlokal im Neuen Rathaus

München-Graggenau * Die von der Münchner Garnison gestellte Hauptwache bezieht ihr neues Wachlokal in der Erdgeschosszone des Neuen Rathauses.

Erhebung des „Edelsitzes Wageck“ zur „Hofmark Wageck“

Au * Anna Maria Cammerloherin erreicht die Erhebung des „Edelsitzes Wageck“ zur „Hofmark Wageck“.

Sie lässt die Mühle zu einer „zweigängigen Mahlmühle“, die später sogar zur sechsgängigen aufgestockt wird, ausbauen.

Sie fährt zur „Schranne“, kaufte Getreide und bringt das Mehl wieder in die Stadt. Diese Handlung zieht heftige Beschwerden der städtischen Müller nach sich, „weil diese Concurrenzmacherei sie [die städtischen Müller] mit Weib und Kind an den Bettelstab bringe“.

Das „Bettlerunwesen“ in München

München * Über das „Bettlerunwesen“ schreibt Sir Benjamin Thompson die nachfolgenden Zeilen: 

„Man konnte in München nicht über die Straße gehen, ohne von Bettlern angefallen und gezwungen zu werden, ihren lärmenden Forderungen genüge zu leisten.

Die Kirchen waren überschwemmt von Bettlern, welche während des Gottesdienstes die Andächtigen so lange quälten, bis ihre Wünsche befriedigt wurden.

Der Kinderdiebstahl war im Schwunge.
Die Bettler stachen den armen Kleinen die Augen aus, verrenkten ihnen die Glieder, um das Mitleid der Vorübergehenden zu wecken.
Sie stellten ihre Kinder völlig nackt und fast verhungert in die Straßen, damit das jämmerliche Geschrei der Unglücklichen die Leute zum Almosengeben bewog“
.

Das „Badehaus“ der „Deutschen Eiche“ kann eröffnet werden

München-Isarvorstadt * Sonja Reichenbach, die Wirtin der „Deutschen Eiche“ in der Reichenbachstraße 13, gibt auf.
Das Lokal wird geschlossen.

Die neuen Besitzer, Dietmar Holzapfel und Josef Sattler, bauen die Immobilie behutsam um.
Das „Badehaus“ der „Deutschen Eiche“, eine der schönsten und größten Schwulensaunen der Welt, kann eröffnet werden.

Münchens Kreisverwaltungsreferent Hans-Peter Uhl lässt eine Woche vor der Eröffnung der „Schwulensauna“ eine andere schließen.
Auch sein Vorgänger Peter Gauweiler wollte die „Münchner Homo-Szene“ ausmerzen.

Hugo von Payns gründet in Jerusalem den ersten „Geistlichen Ritterorden“

Jerusalem * Hugo von Payns gründet - mit acht weiteren französischen Rittern - in Jerusalem den ersten „Geistlichen Ritterorden“.

  • Der hauptsächliche Zweck des „Ordens“ besteht im Aufbau einer einheitlichen Organisation, die eine wirksame Polizeigewalt ausüben kann.
  • Die Ritter haben die Sicherheit der Straßen und Wege zu gewährleisten, die heiligen Stätten sowie das Kirchengut zu schützen und bei Übergriffen auf den kirchlichen Besitz als Rächer aufzutreten.
  • Ganz oben in der Aufgabenliste steht aber der militärische Schutz der christlichen Pilger, die von der Küste nach Bethlehem oder Jerusalem und von dort weiter nach Jericho und zur „Taufstätte Jesu“ am Jordan wollen. 
  • Herumziehende Räuberbanden machen diesen Schutz notwendig.

Die Initiative zur Gründung des militärisch-mönchischen Ordens geht von den „Rittern“ selbst aus.

Doch als sich Ritter Hugo von Payns mit seinen Gefährten zusammenschließt, haben sie weder eine feste Bleibe noch eine Kirche. König Balduin II. von Jerusalem gibt ihnen Räume dicht bei der Stätte des alttestamentarisch-herodianischen Tempels neben dem Palast des Königs. Dadurch ist der ehemalige „Tempel Salomons“ das Hauptquartier des Ordens und soll der Rittergemeinschaft den Namen geben.

Zunächst nennen sie sich „Pauperes Commilitones Christi templique Salomonis“, also „Arme Ritter Christi vom Tempel Salomonis“ oder kürzer „Fratres militiae templi“. Das heißt übersetzt: „Ritter vom Tempel“. Die Mitglieder der mönchischen Rittergemeinschaften müssen bei ihrer Aufnahme dazu die Gelübde der „Armut“, der „Keuschheit“ und des „Gehorsams“ ablegen. Zwar wird von den wohlhabenderen „Pilgern“ für den Schutz der „Templer“ in Form von „Schenkungen“ bezahlt. Dennoch sind die Anfänge der neu gegründeten „Rittergemeinschaft“ noch von Armut gezeichnet.

Dreiunddreißig Jesuiten ziehen in das neue Kolleg ein

München-Kreuzviertel * Dreiunddreißig Jesuiten ziehen  in das neue Kolleg ein.

Friedrich Bürklein beginnt den Bau des Rathauses in Fürth

Fürth * Friedrich Bürklein beginnt den Bau des Rathauses in Fürth, das nach dem Vorbild des „Palazzo Vecchio“ in Florenz ausgeführt wird.

Kurfürst Ernst von Köln ziehst zu seiner Mätresse

Arnsberg * Um seiner Mätresse Gertrud von Plettberg näher zu sein, zieht sich Ernst, der Kurfürst von Köln und Chef der fünf Bistümer Köln, Freising, Hildesheim, Lüttich und Münster, in seine Arnsberger Neben-Residenz zurück.  

Dort hat er zwischenzeitlich das Palais „Landsberger Hof“ errichten lassen.  

Gemeinsam mit Gertrud von Plettberg hat Bischof Ernst einen Sohn: Wilhelm Freiherr von Höllinghofen.  
Er wird anno 1650 zum „Fürstabt der Reichsabtei Stablo-Malmedy“ ernannt.  

Außerdem wird der 17-jährige Baiernprinz Ferdinand zum „Koadjutor“ (= Nachfolger) seines Onkels Ernst auf dem Kölner Bischofsstuhl gewählt. 

Das „Surfen“ an der „Floßlände“ ist nur mehr eingeschränkt möglich

München-Thalkirchen * Das „Surfen“ an der „Floßlände“ in Thalkirchen ist nur mehr eingeschränkt möglich. 

Erstmals wird ein herzoglicher „Pawmgarten auf dem Pachh“ erwähnt

München-Graggenau * Erstmals wird ein herzoglicher „Pawmgarten auf dem Pachh“ erwähnt.  

Er liegt östlich der um 1385 erbauten „Neuveste“

Der Münchner „Henker“ Hans Stadler wird wegen „Zauberei“ angeklagt

München * Der Münchner „Henker“ Hans Stadler wird angeklagt, weil er gestohlene Sachen durch „Zaubern“ wieder zurückholen kann und diese „Kunst“ für 12 Gulden einem Mitglied aus der Adelsfamilie der Taufkirchner zur Verfügung stellte. 

Die theoretische Ausbildung des „Kindergarten-Seminars“ in Bogenhausen

München-Lehel - München-Bogenhausen * Die theoretische Ausbildung des „Kindergarten-Seminars“ wird vom „Anna-Lyzeum“ im Lehel an den Bogenhausener Kirchplatz verlegt.

Die „Stadtverwaltung“ bezieht das „Neue Rathaus“

München-Graggenau * Die „Stadtverwaltung“ bezieht das „Neue Rathaus“.

Das „Gronimus-Anwesen“ in Haidhausen wird verkauft

Haidhausen * Das „Gronimus-Anwesen“ in Haidhausen kommt in den Besitz des Brauersohnes Georg Fenk aus Vilsbiburg.

Er verkauft den gesamten Grundbesitz in Einzelteilen.

Das Anwesen - ohne Ackerland - kauft der Haidhauser „Großwirt“ Franz Paul Wagner.

Anna Maria Cammerloherin fügt ihrem Anwesen eine „Nagelschmiede“ hinzu

Au * Anna Maria Cammerloherin fügt noch eine „Nagelschmiede“ an ihr Anwesen hinzu.

Jetzt bestreitet ihr das Handwerk der Nagelschmiede das Recht dazu und fordert die Einschränkung, dass sie wenigstens nur kleine Nägel machen darf.

Kurfürst Joseph Clemens verlegt seine Zufluchtsstätte nach Valenciennes

Valenciennes * Kurfürst Joseph Clemens verlegt seine Zufluchtsstätte nach Valenciennes.

Notdürftig von Frankreichs König Ludwig XIV. ausgehalten, fristet er ein tristes Emigranten-Dasein.

Alle Hotelzimmer der „Deutschen Eiche“ werden aufwändig renoviert

München-Isarvorstadt * Alle Hotelzimmer der „Deutschen Eiche“ in der Reichenbachstraße 13 werden aufwändig renoviert.

Baiern wird von der „Pest“ und einer Hungersnot heimgesucht

Herzogtum Baiern * Ganz Baiern wird - nach den Annalen des „Klosters Weihenstephan“ - von einer großen „Pest“ und einer gewaltigen Hungersnot heimgesucht.

Friedrich von Gärtner baut die Residenz des Königs Otto in Athen

Athen * Als Friedrich von Gärtner zum Bau der Residenz des Königs Otto nach Athen geht, begleitet ihn Friedrich Bürklein als „Bauüberwacher“.

Dritte und vierte evangelische Klassen in Haidhausen

München-Haidhausen * Nach wiederholten Gesuchen an die „Lokalschulkommission“ werden in Haidhausen eine dritte und vierte evangelische Klasse eingerichtet. 

Der Baiernprinz Ferdinand wird Bischof im Bistum Lüttich

Lüttich * Der Baiernprinz Ferdinand wird Bischof im Bistum Lüttich. 

Die Surfwelle an der Floßlände ist ganz verschwunden

München-Thalkirchen * Die Surfwelle an der Floßlände in Thalkirchen ist ganz verschwunden, weil die Stadtwerke die Wasserzuführungen stark gedrosselt haben. Dabei galt diese Welle für Anfänger als ideal. Der Eisbach ist nur was für Könner. 

Ein italienischer Ziergarten mit einem zentralen Gartentempel wird angelegt

München-Graggenau * In der Regierungszeit Herzog Wilhelms IV. wird bei der „Residenz“ ein italienischer Ziergarten mit einem zentralen Gartentempel angelegt.  

Er ersetzt den alten „Burggarten“

Der zwölfjährige Onophrius Mießl kommt in den Verdacht der „Hexerei“

München * Der zwölfjährige Onophrius Mießl kommt in den Verdacht der „Hexerei“, nachdem er dreimal hintereinander eine geronnene Milch heimbrachte.

Mit vorformulierten Fragen stimuliert das „Kürschnerehepaar“, bei dem er angestellt ist, ihn zu „Hexereigeständnissen“.

Auf Anraten eines Paters wird der „Stadtrichter“ vom Verdacht informiert und der Junge unter Einsatz der „Folter“ verhört.

Der Rat der Stadt stellt abschließend fest, dass das Geständnis ein „erdichtetes Lügen- und Fabelwerk“ sei und sperrt statt des Knaben das „Kürschnerehepaar“ acht Tage bei „Wasser und Brot“ ins Gefängnis. 

Anna Maria Schweglin stirbt im Gefängnis

Kempten * Die „Hausmagd“ Anna Maria Schweglin aus Kempten, die 1775 zum „Tode mit dem Schwert“ wegen „Schadenszauber und Teufelsbuhlschaft“ verurteilt wurde, stirbt im Gefängnis.

Sie gilt als die letzte hingerichtete bayerische „Hexe“.
Ihr Tod im Gefängnis wird erst 1995 entdeckt. 

Der „Straßenbahn-Betriebshof 2“ an der Seeriederstraße

München-Haidhausen * Auf dem alten „Gronimus-Anwesen“ an der Kirchen-/Ecke Seeriederstraße entsteht der „Straßenbahn-Betriebshof 2“.

Der Staat kauft einen großen Platz von „Wageck“ für einen Fabrikbau

Au * Nach dem Tod der aktiven Freiin von Cammerloher geht das Geschäft stark zurück, mit der Mühle ging’s abwärts.

Zum Glück kauft der Staat im Jahr 1682 einen großen Platz von „Wageck“ für den Fabrikbau des „Wollwerck-Hauß“ an.

Die „Kesselbergstraße“ wird ausgebaut

Walchensee - Königssee * Die „Kesselbergstraße“ wird ausgebaut.

Der holprige Weg vom Walchensee zum Königssee ist bereits seit dem Jahr 1120 als „Königspfad“ bekannt.
Er war allerdings - trotz des Namens - ein wenig einladender „Saumpfad“.

Dieser wird jetzt auf Anregung des Münchner Ratsherrn Heinrich Barth zu einer Straße ausgebaut, die in neun Kehren die beiden Seen miteinander verbindet.

Der aufblühende „Bozener Markt“ in Mittenwald profitiert von dieser neuen Route.
Bisher mussten die Fuhren nach München entweder die häufig überschwemmte Straße durchs „Murnauer Moos“ und das „Loisachtal“ nehmen, oder sie waren auf das enge Tal der Isar angewiesen.

Das „Badehaus“ der „Deutschen Eiche“ wird erweiter

München-Isarvorstadt * Das „Badehaus“ der „Deutschen Eiche“ wird erweitert.

Auf vier Etagen und 1.400 Quadratmeter finden sich eine finnische Sauna, Salzsauna, Whirlpool, ein großes Dampfbad, Duschbereich, Massageräume, Solarium, Dachgarten, Wintergarten, TV-Räume, Einzel- und Exklusivkabinen und ein gemütlicher Bewirtungsbereich.

Im Keller geht es zur Sache. Es gibt „Darkrooms“, in denen sich Paarungswillige vergnügen können.

In einer Ecke gibt es eine Wand mit Löchern, sogenannte „glory holes“, für „Oralverkehr“ - und vieles mehr.

Die „Stadtgärtner“ erproben im „Rosengarten“ neue „Rosensorten“

München-Untergiesing * Die „Stadtgärtner“ erproben im „Rosengarten“ auf einer Fläche von 4.500 Quadratmetern neue „Rosensorten“.

Ob sie das Münchner Klima vertragen, müssen die Pflanzen erst einmal zeigen.

Sind sie robust genug, pflanzen sie die Gärtner in großen Stückzahlen in die städtischen Blumenbeete ein.

Graf Hugo von der Champagne tritt dem „Templer-Ritterorden“ bei

Jerusalem * Graf Hugo von der Champagne tritt dem „Templer-Ritterorden“ bei - und damit beginnen die „Schenkungen“ zu strömen.

Friedrich Bürklein wird „Baukondukteur“ bei der Eisenbahn in Nürnberg

Nürnberg * Friedrich Bürklein nimmt die Stelle eines „Baukondukteurs bei der Eisenbahnbaukommission“ in Nürnberg an.

„Hier will das Volk gesehen, gefallen und bewundert werden“

München-Englischer Garten * Friedrich Ludwig von Sckell schreibt über den „Englischen Garten“:  

„Hier will das Volk gesehen, gefallen und bewundert werden, alle Stände müssen sich also da versammeln und in langen bunten Reihen bewegen und die frohe Jugend unter ihnen hüpfen können“

Herzog Albrecht V. lässt einen neuen „Lustgarten“ anlegen

München-Graggenau * Herzog Albrecht V. lässt für seine Ehefrau, die Erzherzogin Anna, einen neuen „Lustgarten“, mit „Lusthaus“, „Arkadengang“, „Ziertürmen“ und aufwändigen „Wasseranlagen“ anlegen.  

Der sogenannte „Annagarten“ entsteht nördlich des „Alten Hofgartens“ und bildet den Ausgangspunkt für die späteren Anlagen unter Herzog/Kurfürst Maximilian I.. 

Die letzte „Hexe“ im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“

Glarus * Im evangelischen Glarus in der Schweiz wird die „pflichttreue Dienstmagd“ Anna Göldi als letzte „Hexe“ auf dem Boden des „Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation“ hingerichtet.

Ein „Mischehenverbot für Samoa“ wird erlassen

Samoa * Angesichts des freien „Sexuallebens“ und der unkomplizierten ehelichen Verbindungen wird ein „Mischehenverbot für Samoa“ erlassen.

Die Nachkommen aus bis dahin als legal angesehenen „Mischehen“ werden zu „Weißen“ erklärt und können sogar auf Antrag den Europäern gleichgestellt werden.
Man nennt sie dann „Kulturdeutsche“

Das „Kindergärtnerinnen-Seminar“ zieht in die Räume der „Lauer-Villa“

München-Bogenhausen * Das „Kindergärtnerinnen-Seminar“ zieht in die Räume der ehemaligen „Lauer-Villa“ in Bogenhausen.

Ein 15 x 4 Meter großes Monumentalgemälde des Malers Karl von Piloty

München-Graggenau * Der große „Sitzungssaal“ für die „Gemeindebevollmächtigten“ im „Neuen Rathaus“ wird mit einem 15 x 4 Meter großen Monumentalgemälde des Malers Karl von Piloty geschmückt.

Der Haidhauser Dorfteich ist halt nur eine Lacke

Haidhausen * Über den Haidhauser Dorfteich, die „Große Lacke“, heißt es: „Welches fleckhlein, nachdem es zum theil nur ain Lackhen, weder Vieh noch leut, Dieffe des wassers  halber, mit nichte geniessen“.

Kommerzienrat Fleischmann lässt eine Tabakfabrik anlegen

Au * Die Mühle und das mit kostbarer Malerei geschmückte Schloss, die Hammerschmiede und kleine bewohnte Gebäude, Gärten und Weiher gehen an den „churfürstlichen Kommerzienrath“ Fleischmann und dessen Frau Maria Anna über.

Mittlerweile ist das Gut ziemlich heruntergekommen und „Kommerzienrat“ Fleischmann versucht, das Gebäude wieder in einen besseren Zustand zu versetzen.
Fleischmann stockt die niedrigen Häuschen auf und setzt eine Tabakspflanzung an.

In der neuartigen und ersten „Rauchtobacks-Fabricke in Baiern“ - dieses Privileg hat ihm Kurfürst Carl Theodor übertragen - wird dadurch Arbeit und Broterwerb für viele Männer, Frauen und Kinder geschaffen.
Sie finden hier ein karges Einkommen.

Benjamin Thompson wird „Unterstaatssekretär für die amerikanischen Kolonien“.

London * Benjamin Thompson erhält in London das Amt eines „Unterstaatssekretärs für die amerikanischen Kolonien“.

Richard Süßmeier zieht sich als aktiver Wirt zurück

München - Grünwald * Richard Süßmeier zieht sich als aktiver Wirt zurück.

Das Restaurant der „Deutschen Eiche“ erhält ein neues Aussehen

München-Isarvorstadt * Das Restaurant der „Deutschen Eiche“ erhält ein neues Aussehen.

Die Küche wird erweitert und auf den neuesten technischen Stand gebracht.

Niedergang der „Falkenbeize“ im Kurfürstentum Baiern

Au - Untergiesing * Mit dem Niedergang der „Falkenbeize“ im Kurfürstentum Baiern ist auch in der „Falkenau“ der Weg zu einer stärkeren Besiedelung frei geworden. 

Hatte die „Falkenau“ bis dahin nur wenige Bewohner, so nehmen die künftigen „Hofmarkbesitzer“ nun „alles verrufene Gesindel und alle der Gemeinde Au und München lästigen Leute“ in ihrem Besitztum auf.

Hugo von Payns sucht Unterstützung für die „Tempel-Ritter“

Frankreich - England - Spanien * Hugo von Payns schifft sich mit fünf „Tempel-Rittern“ ein und bereist in der Folge Frankreich, England und Spanien.

Er verfolgt dabei mehrere Ziele: Er will die „Rittergemeinschaft“ mit einer von den obersten Kirchenstellen gebilligten „Ordensregel“ versehen lassen, außerdem den Orden und dessen Ziele im „Abendland“ bekannt machen und um finanzielle Unterstützung werben.

Darüber hinaus muss er „neue Kämpfer“ für das „Heilige Land“ und damit Nachwuchs für den „Orden der Tempel-Ritter“ anwerben.

Friedrich Bürklein erhält einen Ruf an die „Bauschule“ in Prag

München - Prag * Friedrich Bürklein erhält einen Ruf an die „Bauschule“ in Prag, den er jedoch ablehnt.

Protestantischen Klassen werden in die „Wörthschule“ verlegt

München-Haidhausen * Protestantischen Klassen werden in die „Wörthschule“ verlegt und dafür kleinere katholische Klassen der „Wörthschule“ in den von den evangelischen Kindern verlassenen Schulräumen an der Kirchenstraße übersiedelt. 

Melchior Bocksberger malt das herzogliche „Lusthaus“ aus

München-Graggenau * Melchior Bocksberger erhält eine hohe Summe ausbezahlt.  

Wahrscheinlich für die Deckenbilder im Saal des „Lusthauses“ im neuen herzoglichen „Lustgarten“

„Einzünftung“ der Auer, Loher und Giesinger Schneider

München - Au - Giesing * Mindestens seit 1571 besteht bei den Schneidern und anderen Gewerben ein Konkurrenzkampf zwischen den Münchnern und den Auern beziehungsweise den Haidhausern. 

Mit der „Einzünftung“ der Auer, Loher und Giesinger Schneider gibt die Münchner Zunft jetzt scheinbar nach.
In Wirklichkeit sichert sie sich den Einfluss auf die Vororte.

Das „Bayerische Landesinstitut für Arbeitsschutz“ an der Pfarrstraße

München-Lehel * Umbenennung des „Sozialen Landesmuseums“ an der Pfarrstraße in „Bayerisches Landesinstitut für Arbeitsschutz“.

Oberbürgermeister Fiehler macht die „Rosipal-Stiftung“ rückgängig

München-Graggenau * Nachdem bekannt wurde, dass der verstorbene Geschäftsmann Karl Rosipal, der „Stifter des Glockenspiels“ am Neuen Rathaus, „nicht ganz arischer Herkunft“ war, schreckt der antisemitische Oberbürgermeister Fiehler nicht davor zurück, die „Stiftung“ rückgängig zu machen und die gestiftete Summe den Erben zurückzuzahlen.

Umbenennung in „Fachakademie für Sozalpädagogik

München-Bogenhausen * Umbenennung der „Sozialpädagogischen Fachschule“ in „Fachakademie für Sozalpädagogik“.

Karl Pilotys Monumentalgemälde „Monachia“ entfernt

München-Graggenau * Karl Pilotys Monumentalgemälde „Monachia“ im „Großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses“ wird wegen technischer Umbauarbeiten abgehängt und durch einen historischen Gobelin ersetzt.

Der Haidhauser Dorfteich, die „Große Lacke“, ist für Vieles nützlich

Haidhausen * Der Haidhauser Dorfteich, die „Große Lacke“, ist nützlich „bey Feuersgefahren, um Vieh und Wägen durchzuschwemmen, Gänse und Aenten darin herum schwimmen zu lassen, und bey trockner Zeit den Schlamm daraus zu sammeln“.

Der Orden der „Augustiner-Eremiten“ wird gegründet

Rom-Lateran * Der Orden der „Augustiner-Eremiten“ wird gegründet.

Seine Ordensangehörigen führten aber kein einsiedlerhaftes Leben, wie uns dies ihr Name zunächst suggerieren möchte.

Die „mönchische Gemeinschaft“ wird nur deshalb so genannt, weil sie im Gegensatz zu den alten anerkannten Orden, wozu in unserem Falle die „Augustiner-Chorherren“ gehören, ihren Sitz beziehungsweise ihre Mutterkirche nicht in einer der „päpstlichen Basiliken“ hat.
Nur aus diesem Grund wird sie „Eremiten-Kongregation“ genannt.

Kommerzienrat Fleischmann verlegt die Tabakfabrik nach Landshut

Au - Landshut * Der „churfürstliche Commerzienrath“ Fleischmann verlegt die „Rauchtobacksfabrique“ nach Landshut, wo noch heute unter dem Namen „Pöschl“ Kau- und Schnupftabak hergestellt wird.

Der „Holzmarkt“ findet in unmittelbarer Nähe des „Schyrenbades“ statt

München-Untergiesing * In unmittelbarer Nähe des „Schyrenbades“ findet der „Holzmarkt“ statt.

Er wird vom „Isartor“ dorthin verlegt.

Die Reise des Ordensgründers Hugo von Payns ist von Erfolg gekrönt

Frankreich - England - Spanien * Die Reise des Ordensgründers Hugo von Payns und seiner Begleiter ist von Erfolg gekrönt.

Der „Templer-Orden“ erhält großzügige Unterstützung durch den König von Portugal. Er weist dem „Templer-Ritterorden“ reiche Güter an und räumt ihm Vorrechte ein.

Die bayerische „Post“ erzielt Gewinne

Königreich Bayern * Die bayerische „Post“ erzielt alleine aus Briefportoeinnahmen 868.220 Gulden Gewinn.

2.300 von 3.500 bayerische Soldaten in Griechenland gestorben

Griechenland * Von den 3.500 Soldaten, die König Otto von Griechenland begleitet haben, sind 2.300 an den mangelhaften hygienischen Verhältnissen und den ständig kursierenden Epidemien gestorben. 

Die Holzbrücke zum „Lustgarten“ wird durch Stein ersetzt

München-Graggenau * Die Holzbrücke zum herzoglichen „Lustgarten“ wird durch eine Brücke aus Stein ersetzt. 

Der „ADAC“ spricht sich gegen Geschwindigkeitskontrollen aus

München * Der „ADAC“ spricht sich gegen Geschwindigkeitskontrollen der Polizei und die Verfolgung der Raser aus.

Das Bayerische Kriegsministerium in der Ludwig-/Schönfeldstraße

München-Maxvorstadt * In den Räumen des heutigen Bayerischen Hauptstaatsarchiv an der Ludwigstraße 14 sowie Schönfeldstraße 3 und 5 ist bis 1919 das Bayerische Kriegsministerium untergebracht.

Ein Neubau für die „Sozialpädagogische Fachschule“

München-Bogenhausen * Ein Neubau für die „Sozialpädagogische Fachschule“ am Bogenhausener Kirchplatz 3 entsteht.

Der Haidhauser Dorfteich, die „Große Lacke“, wird aufgeschüttet

Haidhausen * Der Haidhauser Dorfteich, die „Große Lacke“, wird aufgeschüttet, in eine Wiese umgewandelt und mit Bäumen bepflanzt.

Der Papst erlaubt den „Augustiner-Eremiten“ das „Predigen“

Rom-Lateran * Papst Alexander IV. erlaubt den „Augustiner-Eremiten“ das „Predigen“ und „Beichtehören“ - sofern der Diözesanbischof dagegen keine Einwände erhebt.

Lorenz Meiller kauft das Anwesen an der Lilienstraße

Vorstadt Au * Der „Schmied und Geschmeidemacher“ Lorenz Meiller kauft das Anwesen an der heutigen Lilienstraße 5.

Sir Benjamin Thompson kommt nach Baiern

München * Sir Benjamin Thompson kommt in das Kurfürstentum Baiern und wird zunächst „Oberst“ eines Kavallerieregiments.

Der Ausbau des „Schlosses Nymphenburg“ beginnt

Schloss Nymphenburg * Der Ausbau des „Schlosses Nymphenburg“ beginnt.

Kurfürst Joseph Clemens gründet in Lille eine „Michaels-Bruderschaft“

Lille * Kurfürst Joseph Clemens gründet in Lille eine „Michaels-Bruderschaft“.

Gräfin Maria Claudia von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn stirbt

Schloss Mickhausen ? * Gräfin Maria Claudia, die Ehefrau von Paulus Graf von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn stirbt. 

Aus dieser 18 Jahre andauernden Ehe sind elf Kinder hervorgegangen. 

Kurfürst Ferdinand von Köln verstärkt die Hexenverfolgung

Köln * Kurfürst Ferdinand von Köln, sowie Bischof von Lüttich, Hildesheim, Münster und Paderborn, erlässt eine überarbeitete „Hexenprozessordnung“, in der er die Regelungen der kaiserlichen „Halsgerichtsordnung - Constitutio Criminalis Carolina“ verschärft und den Einsatz der „Folter“ erleichtert. 

Ein Brunnen mit Drehmechanik wird für den „Lustgarten“ geliefert

München-Graggenau * Im herzoglichen „Lustgarten“ wird ein aufwändig gestalteter Brunnen mit Drehmechanik für den herzoglichen „Lustgarten“ geliefert.  

Er wird bereits 1577 als „nicht funktionsfähig“ wieder abmontiert. 

Die „Nymphenburger Porzellanmanufaktur“ beschäftigt 187 Personen

Schloss Nymphenburg * Die „Nymphenburger Porzellanmanufaktur“ beschäftigt 187 Personen.

Die „Fachakademie für Sozialpädagogik“ zieht nach Obergiesing um

München-Obergiesing - München-Bogenhausen * Die „Fachakademie für Sozialpädagogik“ zieht in das „Anton-Fingerle-Zentrum“ in Giesing um.

In den aufgelassenen Räumen in Bogenhausen findet  die „Berufsschule für Jungarbeiterinnen und Jungarbeiter“ Unterkunft.

Lorenz Meiller wird die Ausübung seines Berufs verweigert

Vorstadt Au * Der „Magistrat der Vorstadt Au“ verweigert Lorenz Meiller die Ausübung seines Berufs als „Geschmeidemacher“, da „die Luxusartikel in der Au keinen genügenden Absatz finden“ können und zudem in München selbst genügend „Geschmeidemacher“ ansässig sind.

Die „Gerechtsame“ ist aber die Voraussetzung für die Ausübung eines Handwerks.

Zu dieser Zeit gibt es in Bayern noch keine „Gewerbefreiheit“.

Joseph Effner beginnt mit dem Bau der „Pagodenburg“

Schloss Nymphenburg * Joseph Effner beginnt mit dem Bau der „Pagodenburg“ im „Nymphenburger Schlosspark“.

Die Arbeiten dauen bis 1719 an. 

Die Hotelzimmer in der „Deutschen Eiche“ werden modernisiert

München-Isarvorstadt * Die Hotelzimmer in der „Deutschen Eiche“ werden renoviert und modernisiert.

Paulus Graf von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn wird „Obristhofmeister“

München * Paulus Graf von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn zum „Obristhofmeister“ befördert, womit er als „Vorsitzender des kurfürstlichen Geheimen Rats“ das höchste Hofamt bekleidet. 

Ein breites Aufflammen der „Hexenprozesse“ im Herzogtum Westfalen

Westfalen * Ein breites Aufflammen der „Hexenprozesse“ kostet während der Zeit von 1626 bis 1631 nachweislich etwa 574 Angeklagten im Herzogtum Westfalen das Leben.  

Durch die von Kurfürst Ferdinand von Köln erlassene „Hexenprozessordnung“ enden nahezu alle Anklagen mit einem Todesurteil. 

Die Baumaßnahmen für den zukünftigen „Hofgarten“ beginnen

München-Graggenau * Die Baumaßnahmen für den zukünftigen „Hofgarten“ beginnen im Osten.

Sie dauern bis 1620.  
Der Garten wird beträchtlich vergrößert und erreicht etwa seine heutige Dimension. 

In Bamberg müssen 159 Menschen als „Hexen“ sterben

Bamberg * In der zweiten „Verfolgungswelle“ des Bamberger „Weihbischofs“ Friedrich Förner zwischen 1616 und 1622 müssen erneut 159 Menschen als „Hexen“ sterben. 

Das „Lehen Schmalzhof“ wird dem Grafen Marquart von Kreuth verliehen

Au * Das „Lehen Schmalzhof“ wird dem Grafen Marquart von Kreuth verliehen.

Die „Georgs-Kirche“ als „eine der schöneren Landkirchen“ beschrieben

Bogenhausen * In einem „Visitationsbericht“ wird die Bogenhausener „Sankt-Georgs-Kirche“ als „eine der schöneren Landkirchen im guten Zustand“ beschrieben.

Sir Benjamin Thompson wird zum „Geheimen Rat“ ernannt

München * Kurfürst Carl Theodor ernennt Sir Benjamin Thompson zum „Geheimen Rat“.

Herzog Albrecht IV. muss Regensburg zurück geben

Regensburg * Herzog Albrecht IV. muss Regensburg auf kaiserlichen Druck an das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ zurück geben. 

Das „Schyrenbad“ wird zum „Familienbad“ umgestaltet

München-Untergiesing * Nach mehreren Erweiterungen wird das „Schyrenbad“ zum „Familienbad“ umgestaltet.

Herzog Ludwig der Baier regiert das Teilherzogtum Niederbaiern mit

Landshut * Herzog Ludwig der Baier wird - gegen den erklärten Willen der Mutter - Vormund der unmündigen Kinder seines verstorbenen Vetters Stephan I. und regiert dessen Teilherzogtum in Niederbaiern.

Friedrich Bürklein wird nach München versetzt

München * Friedrich Bürklein wird zur „Generalverwaltung der kgl. Eisenbahnen“ nach München versetzt und studiert - im Regierungsauftrag - Eisenbahnhochbauten in Deutschland, Österreich, Belgien, Holland, Frankreich und England.

Daher kommt es, dass viele bayerische Staatsbahnhöfe nach Bürkleins Plänen errichtet werden.

Der „Hofgarten“ wird angelegt und der „Zentrale Pavillon“ erstellt

München-Graggenau * Der „Hofgarten“ wird im Zusammenhang mit der Erweiterung der „Residenz“ unter Herzog Maximilian I. angelegt und der „Zentrale Pavillon“ erstellt.  

Die Wegachsen der Gartenanlage münden sternförmig in die Rundbogenöffnungen des „Pavillons“

In Würzburg kommt es zu Hexen-Verfolgungen

Würzburg - Tübingen * In Würzburg kommt es unter „Fürstbischof“ Julius Echter von Mespelbrunn zu ersten Verfolgungen.

In einem Tübinger Bericht berichtet ein anonymer Verfasser über den aufkeimenden „Hexenwahn“ im Hochstift:

„Auß dem Bißthum Würzburg: Gründliche Erzehlung der Bischof zu Würzburg das Hexenbrennenim Frankenland angefangen, wie er dasselbeforttreiben, und das Ungeziffer gentzlich außrotten wil, und allbereit zu Geroltzhoffen starke Brände gethan, hinführe alle Dienstag thun will“

Der Dachstuhl der „Georgskirche“ wird als „fast völlig verfault“ bezeichnet

Bogenhausen * Der Dachstuhl der „Georgskirche“ in Bogenhausen wird als „fast völlig verfault“ bezeichnet.

Das „Schlossgut Kaltenberg“ wird an die Schüleins zurückgegeben

Kaltenberg * Das „Schlossgut Kaltenberg“, das mit der „Arisierung“ an die „Regierung von Oberbayern“ fiel, wird an die „Erbengemeinschaft Schülein“ zurückgegeben.

Die Au wird erstmals urkundlich erwähnt

Au * Die Au wird erstmals urkundlich erwähnt.

Bischof Clemens August wird zum

Altötting * Bischof Clemens August wird zum "Probst von Altötting" ernannt.

Ein „Abraham von München“ in einer Regensburger Urkunde

München - Regensburg * In einer Regensburger Urkunde wird als jüdischer Zeuge ein „Abraham von München“ genannt.

Ein Hinweis, dass es bereits zu dieser Zeit Juden in München gegeben hat.

Die Auer und die Giesinger streiten sich um die „Irrenanstalt“

Vorstadt Au - Giesing * Die Auer legen Beschwerde ein, da die „Irrenanstalt“ ja innerhalb ihrer Grenzen liegt.

Die Giesinger Gemeindeverwaltung argumentiert damit, dass sich die aus der Au seit 1812 weder um die „Irrenanstalt“, noch um die Straßen und Wege gekümmert haben. Außerdem beweist alleine schon der Name „Giesinger Irrenhaus“ deren gemeindliche Zugehörigkeit.

Schließlich haben die Giesinger damit Erfolg.

Friedrich Bürklein legt die Prüfung für den „höheren Staatsdienst“ ab

München * Friedrich Bürklein legt die Prüfung für den „höheren Staatsdienst“ ab.

Der Teich im „Unteren Hofgarten“ wird eingelassen

München-Graggenau * Der Teich im „Unteren Hofgarten“ wird eingelassen.  

An der Stelle des ehemaligen „Lustgartens“ Herzog Wilhelms IV. entsteht die „Zeughaus-Anlage“ Herzog Maximilians I.. 

Im „Bistum Eichstätt“ beginnen die Hexen-Verfolgungen

Eichstätt * Im „Bistum Eichstätt“ beginnen die Hexen-Verfolgungen.

Dort ist es Johann Christoph von Westerstetten, der sich bereits im „Bistum Ellwangen“ als fanatischer „Hexenbischof“ hervortat und an seiner neuen Wirkungsstätte die „Hexen-Verfolgungen“ forciert.

In seiner Amtszeit zwischen 1617 und 1630 lassen sich mindestens 155 Hinrichtungen [133 Frauen und 22 Männer] nachweisen. 

Mit seinem Tod enden auch die Verfolgungen.
Auch in Eichstätt gehen die Verfolgungen durch alle sozialen Schichten, Opfer werden Bürgermeister, Ratsherren und deren Frauen ebenso wie der „Klosterrichter“ und andere. 

Die „Kaulbach-Villa“ wird vom „Freisstaat Bayern“ renoviert

München-Maxvorstadt * Die „Kaulbach-Villa“ wird vom „Freisstaat Bayern“ renoviert.

In der Kirchenstraße wird ein „Regenauslass“ erbaut

München-Haidhausen * Zwischen 1976 und 1979 wird in der Haidhausener Kirchenstraße ein „Regenauslass“ erbaut.

Er hat eine Länge von 1,6 Kilometer und mündet nördlich des „Maximilianeums“ in die Isar.

In der Kirchenstraße muss das Wasser einen Höhenunterschied von 9 Metern überwinden.

Dr. Fritz Schülein verkauft das „Schlossgut Kaltenberg“

Kaltenberg * Dr. Fritz Schülein verkauft das „Schlossgut Kaltenberg“ an Prinz Heinrich von Bayern und dessen Schwester Irmingard.

Die Bauarbeiten an der „Badenburg“ beginnen

Schloss Nymphenburg * Joseph Effner beginnt mit dem Bau der „Badenburg“ im „Nymphenburger Schlosspark“.

Die Arbeiten dauen bis 1721 an.

Ein Münchner Jude soll einen christlichen Knaben ermordet haben

München - München-Graggenau * Ein Münchner Jude soll einen christlichen Knaben ermordet und sein Blut für rituale Zwecke missbraucht haben, obwohl der jüdische Glauben den Genuss von Blut verbietet.

Die Juden der Stadt sterben als „jüdische Glaubenszeugen“ in den Flammen der von Christen angezündeten „Synagoge“.

Nur die Giesinger befugt, den „Malzaufschlag“ einzubeziehen

Vorstadt Au - Untergiesing * Nach einer Entschließung der königlichen Regierung sind nur die Giesinger befugt, den „Malzaufschlag“, eine Steuer für das in der „Irrenanstalt“ ausgeschenkte Bier, einzuziehen.

Jerusalem fällt an die Muslime

Jerusalem * Jerusalem fällt an die Muslime.

Wilhelm von Occam wird in der Grafschaft Surrey in England geboren

Ockham * Wilhelm von Ockham oder Occam wird in Ockham in der Grafschaft Surrey in England geboren.

Die Ungarn tauchen in der Tiefebene an Donau und Theiss auf

Ungarn * Die Ungarn tauchen in der zuvor von den „Awaren“ bewohnten Tiefebene an Donau und Theiss auf. 

Die Gegend trägt seitdem ihren Namen. 

Die Statue der „Diana“ oder „Tellus Bavarica“ wird aufgestellt

München-Graggenau * Auf der Spitze des zentralen „Pavillons“ im „Hofgarten“ wird die Statue der „Diana“ oder „Tellus Bavarica“ aufgestellt.  

Erbaut werden die Nord- und Westarkaden, das neue „Brunnhaus“ und eine Brücke zum „Hofgarten“, die den Zugang von der durch den Stadtgraben abgetrennten „Residenz“ bildet. 

Dr. Soshitsu Sen stiftet das „Japanische Teehaus“

München-Englischer Garten - Lehel * Im Olympiajahr stiftet Dr. Soshitsu Sen, der Großmeister der „Urasenke Teeschule“ aus Kyoto/Japan, das „Japanische Teehaus“, verbunden mit der Auflage, dass dort die japanische Teezeremonie unterrichtet und vorgeführt wird.

Der Turm der „Georgskirche“ erhält seine charakteristische Kuppel

Bogenhausen * Der Turm der „Sankt-Georgs-Kirche“ in Bogenhausen wird erhöht und mit der charakteristischen Kuppel bekrönt.

Dr. Hermann Schülein und die „Liebermann-Rheingold-Brauerei“ in New York

New York * Dr. Hermann Schülein, der ehemalige „Generaldirektor der Löwenbräu AG“, übernahm in New York die Funktion des „managing directors“ der „Liebermann-Rheingold-Brauerei“.

Ihr Bierausstoß liegt im Jahr 1953 bei 3,5 Millionen Hektoliter und hat „Löwenbräu“ weit überflügelt.

Ludwig und Rosa Rank wohnen in der Richard-Wagner-Straße 17

München-Maxvorstadt * Ludwig und Rosa Rank wohnen im 3. Stock der Richard-Wagner-Straße 17.

Der „Wasserkrieg“ zwischen den Münchner und den Auern

München - Au * Der Jahrhunderte lange „Wasserkrieg“ zwischen den Münchner und den Auern erreicht seinen Höhepunkt.

Nach einer der vielen überschwemmungen nutzen die Auer die Gelegenheit, möglichst viel Wasser in ihren Mühlbach zu leiten. Als Antwort zerstören die Münchner die Auer Wehranlagen.

Fortführung der Bauarbeiten am neuen „Schloss Schleißheim“

Schloss Schleißheim * Die Bauarbeiten am neuen „Schloss Schleißheim“ werden fortgesetzt. 

Juden dürfen den Christen die Teile geschlachteter Tiere verkaufen

München * Die Juden dürfen den Christen die Teile geschlachteter Tiere verkaufen, die zu verzehren ihnen verboten sind.

Das „Herzog-Max-Palais“ wird abgerissen

München-Maxvorstadt * Das „Herzog-Max-Palais“ wird von den Nazis für den Neubau der „Reichshauptbankstelle“ abgerissen.

Damals nimmt man die von Robert von Langer geschaffenen Fresken im Empfangssaal ab und transportiert sie in das „Haus des Deutschen Rechts“.

Noch vor den ersten Bombenangriffen verkleidet man die Fresken aus Angst vor Zerstörung.
Dabei geraten sie in Vergessenheit.

Der Streit um die Zugehörigkeit der „Irrenanstalt“

Vorstadt Au - Untergiesing * Nach der Trennung der „Lohe“ und der „Falkenau“ von der „Vorstadt Au“ bleibt die „Irrenanstalt“ zunächst innerhalb der Auer Gemarkung.

Dagegen protestiert die Anstaltsverwaltung und erreicht die Zuordnung zur Gemeinde Giesing.

Da jedoch das königliche Landgericht München, „das wegen der verhaßten und gegen dessen Willen erwirkte allerhöchst genehmigten Trennung der Loh und Falkenau immer feindselig für die Gemeinde Giesing gestimmt war“, darüber keinerlei Aufzeichnungen führt, kommen die Auer - clevere Vorstädter mit viel Phantasie im Geldeintreiben - dreißig Jahre später auf die Idee, von den Giesingern die Rückvergütung von 1.515 Gulden für den „Malzaufschlag“ zu verlangen, die die Gemeinde Giesing - nach Auffassung der Auer - seit über zehn Jahren zu Unrecht erhalten hat.

Diese „Biersteuer“ muss - für das in der Anstalt ausgeschenkte Bier - an die zugehörige Gemeinde bezahlt werden.

Die Giesinger wehren sich dagegen.

Ludwig der Baier regiert in den oberbaierischen-pfälzischen Gebieten mit

Wien * König Albrecht I. von Habsburg, der Onkel der baierischen Herzöge, verhilft Ludwig den Baiern zur Mitregierung in den oberbaierischen-pfälzischen Gebieten.

Die „Post“ wird dem „Ministerium des Königlichen Hauses“ unterstellt

München * Die „Post“ wird wieder dem „Ministerium des Königlichen Hauses und des Äußeren“ unterstellt.

Aus Angst vor einer „Revolution“ - in Frankreich findet im Jahr 1830 die „Julirevolution“ statt - will der Bayernherrscher die politische Kontrolle über die „Post“ ausüben.

Daran scheitert auch eine „Privatisierung der Post“, für die das Haus „Thurn und Taxis“ ein entsprechend großzügiges Angebot offeriert hatte.

Die Baumaßnahmen am „Hofgarten“ sind beendet

München-Graggenau * Mit der Fertigstellung des „Vischhauses“ sind die Baumaßnahmen am „Hofgarten“ beendet. 

Franz Lenbach wird Ehrenmitglied der Künstlervereinigung „Allotria“

München * Die Künstlervereinigung „Allotria“ trägt dem aufstrebenden Maler Franz Lenbach die „Ehrenmitgliedschaft“ an.

Hexenprozesse gegen Kinder in Augsburg

Augsburg * Besonders unverständlich erscheint uns die nicht zu unterschätzende Anzahl von „Hexenprozessen gegen Kinder“

In der „Reichsstadt Augsburg“ finden in den Jahren zwischen 1618 und 1730 acht derartige Verfahren statt, in denen 45 Kinder und Jugendliche betroffen sind.

Ein Drittel davon sind Mädchen, der Rest sind Knaben, die alle dem „Unterschichtenmilieu“ entstammten. 

Namensbezeichnungen mit „kolonialem Bezug“ für Zamdorf

München-Graggenau - München-Zamdorf * Der Münchner Stadtrat beschließt einstimmig die Vorschläge der Namensbezeichnungen mit „kolonialem Bezug“ für eine „Emin-Pascha-Straße“, die „Wißmannstraße“, die „Lüderitzstraße“ und die „Dominikstraße“

Das „Muffatwerk“ wird wegen Unwirtschaftlichkeit aufgelassen

München-Haidhausen * Das „Muffatwerk“ wird wegen Unwirtschaftlichkeit aufgelassen.

Jella Lepmann und ihre „Jugendbibliothek“ in der Kaulbachstraße 11

München-Maxvorstadt * Jella Lepmann eröffnet in ihrer „Jugendbibliothek“ in der Kaulbachstraße 11 eine Ausstellung von Kinderzeichnungen aus Israel.

Der Hochaltar der „Georgskirche“ von Johann Baptist Straub ist vollendet

Bogenhausen * Der Hochaltar der Bogenhausener „Georgskirche“ von Johann Baptist Straub ist vollendet.

Franz Rank baut an der Richard-Wagner-Straße 17 und 19

München-Maxvorstadt * Franz Rank baut auf den Grundstücken der „Firma Gebrüder Rank“ an der Richard-Wagner-Straße 17 und 19 ein Wohnhaus im „klassizierenden Jugendstil“.

Architekt für HausNr. 19 ist Max Neumann.

„Kloster Lilienthal“ wird von zwei Nonnen bezogen

Au * Zwei „Jungfrauen vom Kloster am Lilienberg“ beziehen unten im Tal ein Haus mit Garten.

Ihrer Ansiedelung geben sie den Namen „Kloster Lilienthal“.

German Bestelmeyer plant den Abriss der „Ruhmeshalle“

München-Theresienwiese * Der Architekt German Bestelmeyer plant den Abriss der „Ruhmeshalle“, um dort ein Versammlungsgebäude zu errichten.

Herzog Albrecht III. vertreibt alle Juden aus seinem Teilherzogtum

München * Herzog Albrecht III. vertreibt alle Juden aus dem Teilherzogtum München-Oberbaiern.

Die „Synagoge“ wird in eine „Marienkapelle“ umgewandelt.

Die Vertreibung bedeutet zudem das Ende der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde in München.

Hitlers Wohnung am Prinzregentenplatz

München-Haidhausen * „Rüstungsminister“ Albert Speer, ein enger Vertrauter und schon aus diesem Grund ganz bestimmt kein Kritiker des als „Führer“ bezeichneten „Parteivorsitzenden“, „Reichskanzlers“ und „Reichspräsidenten“ Adolf Hitler, beschreibt dessen Neun-Zimmer-Wohnung am Prinzregentenplatz 16 folgendermaßen: 

„Ich wurde zunächst in einen Vorraum eingelassen, der mit Andenken oder Geschenken niedrigen Niveaus vollgestellt war.

Auch die Möblierung zeugt von schlechtem Geschmack. [...] Hitlers Wohnung war die eines Privatmannes von mittleren Einkommen, etwa eines Studienrats, des Filialleiters einer Depositenkasse, eines kleinen Geschäftsmannes.

Die Einrichtung war von kleinbürgerlichem Zuschnitt. Reichgeschnitzte, massiv eichene Herrenzimmermöbel, Bücher hinter Glastüren, gestickte Kissen mit zärtlichen Inschriften oder kräftigen Parteiwünschen. In einer Zimmerecke stand eine Richard-Wagner-Büste, an den Wänden hingen, in breiten Goldrahmen, idyllische Malwerke der Münchner Schule.

Nichts verriet, daß der Inhaber dieser Wohnung seit drei Jahren deutscher Reichskanzler war. [...]“

Der Anstoß für die 1.664 Meter lange „Maximilianstraße“

München * Der 21-jährige bayerische Kronprinz Max II.

  • hat die Idee einer „Akropole“ zur „Hebung des monarchischen nationalen Volksgeistes“
  • und beabsichtigt, „auf der Isaranhöhe einen großen Nationalbau, einen Park, eventuell sogar einen neuen Stadtteil anzulegen”.

Das ist der Anstoß für die 1.664 Meter lange „Maximilianstraße“.

Im „Fürstbistum Bamberg“ werden 630 Menschen als „Hexen“ hingerichtet

Bamberg * Unter „Fürstbischof“ Johann Georg II. Fuchs von Dornheim sollen alleine zwischen 1625 und 1630 nicht weniger als 236 Menschen verbrannt worden sein.

Insgesamt werden im „Fürstbistum Bamberg“ zwischen 1616 und 1630 mindestens 630 Menschen als vermeintliche „Hexen“ hingerichtet. 

Der neubarock ummantelte Kamin des Muffatwerks wird renoviert

München-Haidhausen * Der neubarock ummantelte Kamin des Muffatwerks wird für fast 2 Millionen DMark renoviert.

Die „Jugendbibliothek“ zieht nach „Schloss Blutenburg“ um

München-Maxvorstadt - München-Menzing * Jella Lepmanns „Jugendbibliothek“ zieht von der Kaulbachstraße 11 nach „Schloss Blutenburg“ um.

Die Legende des Heiligen Georg wird ausführlich publiziert

München * Die Legende des Heiligen Georg wird in der „Acta Sanctorum“ ausführlich publiziert.

Dr. med. Alfred Haas kauft das Anwesen in der Richard-Wagner-Straße 17

München-Maxvorstadt * Dr. med. Alfred Haas kauft das Anwesen in der Richard-Wagner-Straße 17.

Der Münchner Rat wünscht die Eingemeindung der Au und der „Lohe“

München - Au - Untergiesing * Der Münchner Rat wünscht - aufgrund der Neufestsetzung des erweiterten Burgfriedens - die Eingemeindung der Au und der „Lohe“.

Eine riesige „Kongresshalle“ statt der „Ruhmeshalle“ und der „Bavaria“

München-Theresienwiese * Georg W. Buchner plant die Beseitigung der „Ruhmeshalle“ und der „Bavaria“.

Statt dessen hätte sich an der „Theresienhöhe“ eine riesige „Kongresshalle“ erhoben.

Beginn der Bauarbeiten an der „Magdalenenklause“

Schloss Nymphenburg * Joseph Effner beginnt mit dem Bau der „Magdalenenklause“ im „Nymphenburger Schlosspark“.

Die Arbeiten dauen bis 1728 an.

Juden ist der Aufenthalt im Herzogtum Baiern verboten

München * In der „Landesordnung“ wird das Verbot für Juden, sich im Herzogtum Baiern aufzuhalten, bestätigt.

Das „Hofkrankenhaus“ wird in eine „Irrenanstalt“ umgewandelt

Au * Das „Hofkrankenhaus für kurfürstliche Hofbedienstete“ am heutigen Kolumbusplatz wird in eine „Irrenanstalt“ umgewandelt.

Bis dahin sind die Geisteskranken im „Haus für Wahnsinnige“ im Münchner „Heiliggeistspital“ untergebracht. Da die Räume im „Heiligeistspital“ für die „Irren“ auf Dauer aber nicht ausreichen, kommt es zur Verlegung an den Kolumbusplatz, wo diese Einrichtung unter dem Titel: „Magistratisches Krankenhaus zu München“ oder auch „Irrenhaus Giesing“ zum schlechten Ruf der Vorstadt beiträgt.

Bis dahin befinden sich im Heiliggeist-Spital „22 Narren“. Im „Josephsspital“ sind neben anderen Kranken und „Pfründnern“ noch epileptische Patienten - die sogenannten „unschädlichen Narren“ - untergebracht.

Das Erdgeschoss des „Giesinger Irrenhauses“ ist für die „ganz Tollen“ bestimmt und enthält - neben dem Wärterzimmer - dreizehn Zellen. Jede Zelle hat zwei Türen: die dicke innere, welche von außen versperrt werden kann und die äußere Türe, die aus Holz ist und die „Ausbrüche der Tollheit“ weniger hörbar machen soll. Das obere Stockwerk ist für ruhige „Wahnsinnige“ bestimmt. Es enthält neun Zellen und ein Wächterzimmer. Im „Irrenhaus“ ist eine Kapelle eingerichtet, die mit einem „eisernen Vorhang“ vom „Speisezimmer der Irren“ abgetrennt ist. Besonders verehrt werden dort die „Haare der Muttergottes“. Das sind „Berührungsreliquien“, die die „echten Haare der Muttergottes“ - aus dem „Pantheon“ zu Rom - berührt haben.

Wilhelm von Ockham beginnt sein Studium der Theologie

Oxford * Wilhelm von Ockham beginnt sein Studium der Theologie an der „Universität Oxford“.

Herzog Max in Bayern sieht sich nach einem geeigneten Stadtpalast um

München-Graggenau * Offenbar will Graf Toerring das „Adelspalais“ an der heutigen Residenzstraße 2 bereits in den 1820er Jahren verkaufen.

Denn als sich Herzog Max in Bayern nach einem geeigneten Stadtpalast umsieht, wird ihm von Klenze das gegenüber der entstehenden „Königsresidenz“ gelegene „Palais“ schmackhaft gemacht.

Doch die Pläne des Herzogs zerschlagen sich.

An der Orleansstraße wird eine Notkirche für die Wolfgangskirche errichtet

München-Haidhausen * An der Orleansstraße wird eine Notkirche für die Wolfgangskirche errichtet. 

Der elfjährige Joseph Clemens soll zum „Koadjutor“ gewählt werden

Freising - Regensburg * Der zwanzigjährige baierische Kurfürst Max Emanuel fordert von den „Domkapiteln“ in Freising und Regensburg die vier Jahre zuvor gegebene Zusage ein, dass sein elfjähriger Bruder Joseph Clemens als „Koadjutor“ (= Nachfolger) von Bischof Albrecht Sigismund gewählt wird. 

Die „Hexenverfolgungen“ in Bistum Würzburg werden ausgeweitet

Bamberg * Der Neffe des Bamberger „Fürstbischofs“ Johann Georg II. Fuchs von Dornheim, Philipp Adolf von Ehrenberg, ein „Eiferer“, weitet in den Jahren 1626 bis 1630 die „Hexenverfolgungen“ massiv aus.

Dabei geraten - im Gegensatz zum üblichen Verlauf der Verfolgungen - zahlreiche Adelige und Bürger, aber auch „Ordensleute“ und sogar das „Verfolgungspersonal“ selbst in den Sog der „Trudenjagd“.

Nach der Beendigung der „Hexenverfolgung“ durch eine Entscheidung des „Reichskammergerichts“ und dem Einmarsch der schwedischen Truppen sind in der Stadt Würzburg 220 Personen und im „Hochstift Würzburg“ über 900 Menschen als „Hexen“ erst geköpft und dann verbrannt worden. 

Ignaz Günther arbeitet an der Kanzel des Bogenhausener „Georgskircherls“

Bogenhausen * Seit dem Jahr 1770 Ignaz Günther an der Kanzel des Bogenhausener „Georgskircherls“.

In Haidhausen wird der sogenannte „Johannesdreißiger“ gefeiert

Haidhausen * Zu Ehren des heiligen „Johannes Baptist“ wird jährlich zwischen dem 24. Juni und dem 25. Juli in Haidhausen der sogenannte „Johannesdreißiger“ gefeiert.

Dr. Hermann Schülein besucht jeden Sommer „seine Heimatstadt München“

München * Zwischen 1950 und 1970 besucht Dr. Hermann Schülein jeden Sommer „seine Heimatstadt München“ und pflegt seinen großen Freundeskreis.

Dr. Hermann Schülein wohnt in der Richard-Wagner-Straße 17

München-Maxvorstadt * Dr. Hermann Schülein bewohnt ein großzügiges Appartement in der Richard-Wagner-Straße 17.

Die Auer wünschen die Eingemeindung nach München

Au - München * Die Auer wünschen die Eingemeindung nach München.

Die vereinfachten „Talare“ des „Professoren-Kollegiums“

München-Maxvorstadt * Die „Talare“ des „Professoren-Kollegiums“ an der „Akademie der Bildenden Künste“ werden nur noch in vereinfachter Form hergestellt.

Der Heumarkt ist in unmittelbarer Nähe des Schyrenbades

München-Untergiesing * In unmittelbarer Nähe des Schyrenbades findet nun auch der vom Städtischen Schlachthof an der Kapuzinerstraße dorthin verlegte Heumarkt statt. Der Heumarkt ist für die zahlreich vorhandenen Pferde der Fuhrunternehmer, Brauereien usw. unverzichtbar.

Ludwig der Baier wird Vormund der Kinder seines Vetters Otto III.

München - Landshut * Herzog Ludwig der Baier wird Vormund der unmündigen Kinder seines verstorbenen Vetters Otto III. und regiert nun auch dessen Teilherzogtum in Niederbaiern. Auch Ottos III. Witwe wehrt sich gegen diese Vormundschaft und hätte ihre Söhne lieber in österreichischer Obhut gesehen.

Außerdem sieht Herzog Rudolph den Machtzuwachs seines Bruders mit argwöhnischen Augen.

Ferdinand Schmid leitet den „Verein Münchener Brauereien“

München * Ferdinand Schmid wird Geschäftsführer des „Vereins Münchener Brauereien“

Seither träumt er von einem „Biermuseum“, in dem man die „Fertigung und Kulturgeschichte unseres Volksgetränks demonstriert, das man in Bayern auch das fünfte Element nennt“

Dieser Traum wird sich erst im September 2005 mit dem „Bier & Oktoberfestmuseum“ realisieren lassen. 

Einweihung der neuen evangelischen „Matthäuskirche“

München-Ludwigsvorstadt * Einweihung der neuen evangelischen „Matthäuskirche“ am Sendlinger-Tor-Platz. 

Der „Kirchenbauverein St.-Wolfgang“ erwirbt einen Bauplatz

München-Au * Der - immer in Geldnöten steckende - örtliche „Kirchenbauverein St.-Wolfgang“ erwirbt auf dem Gelände der aufgelassenen „Kreisirrenanstalt“ einen Bauplatz zu günstigen Bedingungen. 

Das „Französische Konsulat“ zieht in die Widenmayerstraße 51

München-Maxvorstadt - München-Lehel * Das „Französische Konsulat“ zieht von der Kaulbachstraße 13 in die Widenmayerstraße 51 im Lehel.

Die Innenausgestaltung der „Georgskirche“ istabgeschlossen

Bogenhausen * Mit den zwei Seitenaltären ist die Innenausgestaltung der „Georgskirche“ in Bogenhausen abgeschlossen.

Theresia Herzog lässt sich ein Haus in der Richard-Wagner-Straße 15 bauen

München-Maxvorstadt * Die „Metzgerswitwe“ Theresia Herzog lässt sich durch das „Baugeschäft Carl und August Zeh“ ein Mietshaus in der Richard-Wagner-Straße 15 mit 8 Wohneinheiten erbauen.

Die Münchner und die Auer „Armenpflegschaft“ wird vereinigt

München - Au * Die Münchner und die Auer „Armenpflegschaft“ wird wegen der chronisch leeren Kasse der Auer Gemeinde vereinigt.

„Laptop und Lederhose

Berlin * Der aus Bayern stammende Bundespräsident Roman Herzog stellt mit dem Bild „Laptop und Lederhose" die Verbindung von Tradition und Moderne her.

Das Zitat wird seither inflationär verwendet.

Die Giesinger „Narrenanstalt“ zu klein ist und genügt nicht den Ansprüchen

Vorstadt Au * In zeitgenössischen Beschreibungen Münchens findet Giesing eigentlich nur wegen seines „Narrenhauses“ Erwähnung: 

„Untergiesing, ein Dörfchen am südlichen Ende der Vorstadt Au, hat eine Irrenanstalt, die jedoch wegen Mangel an Dotation den Anforderungen der Heilkunde nicht in dem Maß entsprechen kann, wie ähnliche Anstalten in anderen Hauptstädten“.

Noch Jahre später wird bemängelt, dass die Giesinger „Narrenanstalt“ zu klein ist und den Ansprüchen nicht genügt. Von Anfang an müssen statt der geplanten fünfundzwanzig Personen vierzig bis fünfzig Patienten versorgt werden.

In einer zeitgenössischen Beschreibung heißt es sarkastisch: Es ist für eine „so große Stadt wie München von günstigem Vorurtheil, ein so kleines Narrenhaus zu besitzen“.

Die Münchner „Franziskaner“ leben von „Almosen“

München-Graggenau * Die Münchner „Franziskaner“ leben nach der Klosterreform in erster Linie von „Almosen“.

Ihre „Klosterbrauerei“ entsteht erst nach Einführung der strengen „Observanz“ als neuer Erwerbszweig. Traditionell bilden zudem die Gebühren für Bestattungen und dem Lesen von Messen auf dem bei den Münchner Bürgern beliebten „Klosterfriedhof“ eine Einnahmequelle.

Als neuer „Hausbetrieb“ entsteht im Münchner Kloster eine „Tuchmanufaktur“.
Sie beliefert die gesamte Provinz mit Stoffen für den „Habit und Wolldecken“.

An handwerklich ausgebildeten „Laienbrüdern“ mangelt es nicht, verfügt doch der umfangreiche Konvent durchschnittlich über siebzig Mönche.
Auch das „Studium der Kleriker“ findet im eigenen Haus statt.

„Persönlich haftender Gesellschafter“ der „Augustiner-Brauerei“

München-Ludwigsvorstadt - Schwanthalerhöhe * Ferdinand Schmid wechselt in die Geschäftsleitung der „Augustiner-Bräu Wagner K.G.“, wo er bis 1991 „persönlich haftender Gesellschafter“ ist. 

Simon Troger, Elfenbeinschnitzer, wird im Pustertal geboren

Pustertal * Simon Troger, der als Elfenbeinschnitzer bekannt gewordene Bildhauer, wird im Pustertal geboren. 

Der römische Kaiser Claudius lässt das Alpenvorland erschließen

Augsburg * Der römische Kaiser Claudius lässt die „Donaulinie“ mit Kastellen bestücken und das von „Vindelikern“ und „Raetern“ besiedelte Alpenvorland durch Straßen erschließen.

Zwischen 41 und 45 gründet Claudius die „prokuratorische Provinz Raetia et Vindelica“ mit der Hauptstadt „Augusta Vendelicum“ = Augsburg. 

Das „Französische Konsulat“ zieht in die Möhlstraße 10

München-Lehel - München-Bogenhausen * Das „Französische Konsulat“ zieht von der Widenmayerstraße 51 in die Möhlstraße 10.

Das Anwesen Richard-Wagner-Straße 17 wird arisiert

München-Maxvorstadt * Das Anwesen Richard-Wagner-Straße 17, dessen Besitzer Dr. med. Alfred Haas emigrieren musste, wird „arisiert“ und geht an das „Deutsche Reich“ über.

Letztmalig liefert ein Pferdefuhrwerk Bierfässer aus

München-Ludwigsvorstadt - Schwanthalerhöhe * Letztmalig liefert ein Pferdefuhrwerk auf der Schwanthalerhöhe Bierfässer aus.

Der Rechtsverkehr wird eingeführt

München * Wichtige Verkehrsregeln treten in Kraft. 

  • Das Rechtsfahren von Pferdefuhrwerken wird eingeführt;
  • das Zerkleinern von Brennholz in weniger als vier Meter breiten Straßen wird verboten.

Bischof Clemens August wird „Kölner Domherr“

Köln * Bischof Clemens August wird „Kölner Domherr“.

Simon und Maria Clara Troger lassen sich in Haidhausen nieder

Haidhausen * Der aus dem Pustertal stammende Bildschnitzer Simon Troger und seine Ehefrau Maria Clara lassen sich in Haidhausen nieder, wo sie das Haus Nr. 50 an der Wolfgangstraße neben der „Wolfgangskapelle“ erwerben.  

Seine Arbeiten erregen die Aufmerksamkeit des Kurfürsten Max III. Joseph.  

Troger spezialisiert sich auf die Elfenbeinschnitzerei. 

Soldaten schleppen die Pest in das „Römische Reich“ ein

Alpenvorland * Aus dem „Partherkrieg“ zurückkehrende Soldaten schleppen die Pest in das „Römische Reich“ ein.  

Auch im Alpenvorland sterben viele Menschen an der Epidemie. 

Planungen für einen Kirchenneubau der „Georgskirche“

München-Bogenhausen * Es entstehen Planungen für einen Kirchenneubau der „Georgskirche“ nahe der heutigen „Gebeleschule“ in Bogenhausen.

Dr. Hermann Schülein erhält das „Große Verdienstkreuz“

Bonn * Dr. Hermann Schülein erhält das „Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland“.

Die Auer neigen zum Leichtsinn und zum Trinken

Vorstadt Au * In einem Bericht heißt es: „Die Auer neigen sich insbesondere zu zwei Hauptuntugenden hin, nämlich zu einem unbegränzten Leichtsinne und zum übermäßigen Trinken.“

Streit der Bäcker mit den Brauern

München * Ein Ratsprotokoll bereichtet erstmals vom Streit der Bäcker mit den Brauern, bei dem es um das Recht der „Hefezubereitung“ geht.

Die Brauer lieferten den Bäckern die Hefe.
Da diese aber mit der Qualität sowie der Art und Weise wie die Brauer die Hefe lieferten nicht einverstanden waren, gingen sie dazu über, ihre „Backhefe“ selbst herzustellen.

Dadurch verdarb den Brauern die Hefe, wodurch sie einen großen, vermutlich finanziellen Schaden erlitten.

Kurfürst Max Emanuel verschuldet sich bei jüdischen Geldgebern

München * Die prunkvolle Hofhaltung von Max Emanuel lassen den Finanzbedarf in gewaltige Dimensionen anwachsen und treibt den Kurfürsten verstärkt in die Arme jüdischer Geldgeber.

Auch deshalb, weil Baiern bei anderen Bankhäusern kaum noch als kreditwürdig angesehen wird.

Erstmals stellt ihm der burgauische „Hoffaktor“ Gerson Daniel Oppenheimer Geldmittel zum Teil in bar und zum Teil durch die Einlösung von Zahlungsverpflichtungen zur Verfügung.

Papst Paschalis II. erkennt das „Hospital des heiligen Johannes“ an

Jerusalem * Papst Paschalis II. erkennt das „Hospital des heiligen Johannes“ in Jerusalem an.

Der durchschnittliche Bierverbrauch liegt in Deutschland bei 145,9 Liter

Deutschland * Der durchschnittliche Bierverbrauch liegt in Deutschland bei 145,9 Liter. 

Michael Faulhaber stuft Frauen als „Menschen zweiter Wahl“ ein

Straßburg - Speyer * Bis zu seiner Ernennung zum Bischof von Speyer im Jahr 1911 ist Michael Faulhaber Inhaber eines Lehrstuhls eines Professors für alttestamentarische Exegese und biblische Theologie an der Kaiser-Wilhelm-Universität in Straßburg. 

Bereits während dieser Zeit nimmt er ultrakonservative Positionen ein. Unter anderem stuft er Frauen als „Menschen zweiter Wahl“ ein, wenn er sagt: „Die hausrechtliche Stellung der Frau ist dem Gotteswort umzirkelt, das Weib soll die Gehilfin des Mannes sein. [...] Diese untergeordnete Stellung ist der ursprüngliche Wille des Schöpfers.“  

Demzufolge ist auch die Entscheidung der Reichsregierung, wonach eine verheiratete Frau auch Lehrerin werden darf, gegen den Willen Gottes. Er bezeichnet die Regelung als eine „Missgeburt mit einem doppeltem Gesichte, weil man nicht im Nebenamt Mutter sein und weil eine Person nicht zwei Berufe erfüllen kann“.

Natürlich hat die Kirche nichts gegen die Frauenbildung, doch auf den Hochschulen sollen die Damen die Ausnahme und in der Kirche haben sie stumm zu sein. Gerne zitiert er das Paulus-Wort: „Wenn sie [die Frauen] lernen wollen, sollen sie zu Hause ihre Männer fragen. Es ist eine Schande, wenn in den gottesdienstlichen Versammlungen eine Frau das Wort nimmt.“

Die evangelische „Lukaskirche“ muss dringend saniert werden

München-Lehel * Die evangelische „Lukaskirche“ erregt die Gemüter, als sich aus einer großen Rosette Steine lösen und auf einen Spielplatz fallen.  

Zum Glück passiert nichts, außer dass endlich mit der dringend notwendigen Sanierung begonnen wird.

Gabriel von Seidl baut ein Villa für Friedrich August von Kaulbach

München-Maxvorstadt * Die Villa in der Kaulbachstraße 15 wird vom Architekten Gabriel von Seidl für den „Kunstmaler“ Friedrich August von Kaulbach erbaut.

Dr. Hermann Schülein erhält den Bayerischen Verdienstorden

München * Dr. Hermann Schülein erhält den Bayerischen Verdienstorden.

„Senator“ Gratzl ist Eigentümer der Anwesen Richard-Wagner-Straße 17/19

München-Maxvorstadt * „Senator“ Gratzl ist Eigentümer der Anwesen Richard-Wagner-Straße 17 und 19.

München ist für die Eingemeindung der drei östlichen Vororte

München * München ist für die Eingemeindung der drei östlichen Vororte Au, Haidhausen und Giesing.

Simon Trogers Arbeiten erfreuen sich großer Beliebtheit

Haidhausen * Simon Trogers fruchtbarste Zeit als Elfenbeinschnitzer liegt in den Jahren zwischen 1745 und 1760.  

Seine Arbeiten erfreuen sich großer Beliebtheit.  
Die Eigenart seiner Arbeiten beruht auf der Verbindung von Elfenbein mit anderem Material (Holz und Metall).

Zumeist verwendete er für die Fleischteile seiner Schnitzereien Elfenbein, für die Gewandung aber das dunkelbraune Holz der afrikanischen Zuckertanne oder Buchs.
Reine Elfenbeinschnitzereien sind selten.  

Im „Bayerischen Nationalmuseum“ haben sich eine Reihe seiner Arbeiten erhalten.

Herzog Theodo teilt das Herzogtum Baiern unter seinen vier Söhnen auf

Freising - Salzburg - Regensburg - Passau * Herzog Theodo teilt das Herzogtum Baiern unter seinen vier Söhnen Theodebert, Grimoald, Theodold und Tassilo auf.

Vermutlich residiert Tassilo im Teilherzogtum Passau, Theodebert in Salzburg, Grimoald in Freising und Theodold in Regensburg. 

Elisabeth Wellano tritt als „Blödsinnkönigin Frl. Lisi“ auf

München * Die 20-jährige Elisabeth Wellano tritt - solo und selbstbewusst - als „Blödsinnkönigin Frl. Lisi“ auf.

Die „Kaulbach-Villa“ wird vom „Gauleiter“ Adolf Wagner bewohnt

München-Maxvorstadt * Die „Kaulbach-Villa“ in der Kaulbachstraße 15 wird vom „Gauleiter“ und „Innenminister“ Adolf Wagner bewohnt.

Die „Georgskirche“ wird letztmals mit Schindeln gedeckt

München-Bogenhausen * Die Kuppel der Bogenhausener „Georgskirche“ wird letztmals mit Schindeln gedeckt.

Die Anwesen Richard-Wagner-Straße 17/19 werden Eigentumswohnungen

München-Maxvorstadt * Die Anwesen Richard-Wagner-Straße 17 und 19 werden in Eigentumswohnungen umgewandelt.

Die Regierung lehnt die Eingemeindungswünsche Münchens ab

München * Die Regierung lehnt die Eingemeindungswünsche Münchens ab.

Isarinseln sind noch nicht erkennbar

München * Die Stadtansicht von Braun und Hagenberg zeigt zwar eine nicht ganz realitätsgetreue Ansicht von München, doch Isarinseln sind noch nicht erkennbar.

„Anheuser-Bush Inbev“ übernimmt „Löwenbräu“ und „Spaten“

USA * Der Konzern „Anheuser-Bush Inbev“ übernimmt die Münchner Traditionsmarken „Löwenbräu“, „Spaten“ und „Franziskaner“

Das belgisch-brasilianisch-amerikanische Unternehmen ist durch immer neue Milliardenübernahmen zum weltweiten Marktführer in Sachen Bier geworden; mit einem Umsatz von 40 Milliarden Dollar und hohen Gewinnen. 

Die Klosterbrauerei der Paulaner kommt unter staatliche Aufsicht

Au * Die Klosterbrauerei der Paulaner kommt unter staatliche Aufsicht.

„Gauleiter“ Paul Giesler übernimmt die Dienstvilla in der Kaulbachstraße 15

München-Maxvorstadt * Paul Giesler übernimmt nach Adolf Wagners Tod dessen Dienstvilla in der Kaulbachstraße 15 und seine Funktionen als „Gauleiter“ und Innenminister“.

Die Kuppel der „Georgs-Kirche“ wird mit Kupferblech überzogen

München-Bogenhausen * Die Kuppel der „Sankt-Georgs-Kirche“ in Bogenhausen wird mit Kupferblech überzogen.

Der Turm der „Johannes-Baptist-Kirche“ erhält seine heutige Höhe

Haidhausen * Der Turm der Haidhauser „Sankt-Johannes-Baptist-Kirche“ erhält seine heutige Höhe und - vermutlich - die zwiebelförmige Kuppel, die Michael Wening im Jahr 1704 darstellte.

Die Richard-Wagner-Straße 7 geht an die „Erbengemeinschaft Schülein“

München-Maxvorstadt * Das Anwesen Richard-Wagner-Straße 7 wird an die „Erbengemeinschaft Schülein“ zurückgegeben.

Eine „Privatklinik“ in der Richard-Wagner-Straße 19

München-Maxvorstadt * Auf den bei Baubeginn noch dem „Unionsbrauerei-Gründer“ Joseph Schülein gehörenden Grundstück Richard-Wagner-Straße 19 lässt dessen Schwiegersohn Dr. med. Alfred Haas eine äußerlich einem herrschaftlichen Wohnhaus ähnelnde „Privatklinik“ errichten.

Dr. Alfred Haas ist mit Elsa Schülein verheiratet.

Noch immer sind keine Isarinseln vorhanden

München * Die „Beschreibung und Contrafractur der vornehmbsten Stätt der Welt“ von Braun und Hagenberg zeigt eine Ansicht von München.

Auch sie gibt nur die typischen, naturbelassenen Kiesbänke in der Isar wieder.
Isarinseln sind noch immer nicht vorhanden.

Das „Kassenhäuserl“ vom „Schyrenbad“

München-Untergiesing * Das Gebäude am „Schyrenbad“ mit dem „Uhrenturm“ wird zum „Kassenhäuserl“ umgebaut.

Es ist die ehemalige „Heuwaage“, die allerdings sehr ungenau gewesen sein muss, denn das Sprichwort von „der Uhr, die nach der Giesinger Heuwaag' geht“, hält sich hartnäckig.

Bierverbrauch sinkt um 37 Prozent gegenüber 1980

Bundesrepublik Deutschland * Der durchschnittliche Bierverbrauch liegt in Deutschland nur noch bei 106,6 Liter. Zum Vergleich: 1980 waren es noch 145,9 Liter. Das ist ein Rückgang von rund 37 Prozent. 

Der letzte Baier auf dem Papstthron

Rom-Vatikan * Der letzte Baier auf dem „Stuhl Petri“ ist Poppo von Brixen, der sich Damasus II. nennt und nach wenigen Wochen im Amt stirbt.

Die erste „Münchner Wehrkundetagung“

München-Maxvorstadt * Ewald-Heinrich von Kleist-Schmenzin lädt zur ersten „Münchner Wehrkundetagung“ in die Räume der Münchner „Industrie- und Handelskammer - IHK“ ein. 

Maria Clara Troger, die Witwe des Elfenbeinschnitzers Simon Troger, stirbt

Haidhausen * Maria Clara Troger, die Witwe des Elfenbeinschnitzers Simon Troger, stirbt. 

Die Georgs-Kirche in Bogenhausen wird renoviert

München-Bogenhausen * Die Sankt-Georgs-Kirche in Bogenhausen wird renoviert und dabei Veränderungen aus dem Jahr 1866 zurückgenommen.

Richard-Wagner-Straße 7 gehört dem „Katholischen Werkvolk“

München-Maxvorstadt * Das Haus in der Richard-Wagner-Straße 7 gehört dem „Katholischen Werkvolk, Diözesanverband München-Freising“.

Die „Privatklinik Dr. Alfred Haas“ wird eröffnet

München-Maxvorstadt * Die „Privatklinik Dr. Alfred Haas“ in der Richard-Wagner-Straße 19 wird eröffnet.

Sebastian Gaißreitter lässt am „Gaisberg“ eine Kapelle errichten

Au * Der „Prunnknecht“ Sebastian Gaißreitter lässt am „Gaisberg“, dem heutigen „Lilienberg“, eine „Capellen aufrichten und darin zu seiner privaten Andacht und zur Erwirkhung der vorbeygehenten Leuth Andacht ein Figur vom Passion Christi“ aufstellen.

Richard Süßmeier lässt das „Armbrustschützen-Zelt“ erweitern

München-Theresienwiese * Richard Süßmeier lässt auf eigene Kosten die „Oktoberfesthalle der Armbrustschützen“ von 500 auf 1.500 Plätze ausgebauen und die markante Fassade gestalten.

Schlussstrich unter den sogenannten „Bäcker-Brauer-Streit“

München * Herzog Wilhelm IV. zieht einen Schlussstrich unter den sogenannten „Bäcker-Brauer-Streit“ um die „Hefezubereitung“.

Der Rat der Stadt erlässt mehrere Artikel mit „Kleidervorschriften“

München * Der Rat der Stadt erlässt in einem Nachtrag zur „Bußordnung“ vom 3. Oktober 1433 acht neue Sätze und Artikel mit „Kleidervorschriften“

Die hauptsächlich die Frauenmode betreffenden Vorschriften befassen sich mit Regelungen über Pelzbesätze, die Art der Ärmel, die Länge der Röcke und Mäntel.

Sie verbieten Männern wie Frauen Röcke aus Samt und Seide, Perlenbesatz und Brusttücher für die Frauen.

Das Jagdrevier des baierischen Herrscherhauses wird erstmals erwähnt

München-Englischer Garten - Schwabing * Die „Aw vor dem Schwäbinger Tor“, das unmittelbar an die Münchner Residenz anschließende Jagdrevier des baierischen Herrscherhauses, wird erstmals erwähnt.

Der stadtnahe Teil führt den Namen „Hirschanger“ mit dem „Hirschangerwald“.
Flussabwärts, auf der Höhe von Schwabing, schließt sich die „Hirschau“ an.

In München leben 17 Juden in acht Haushalten

München * In München leben 17 Juden in acht Haushalten.

Langsam etabliert sich wieder jüdisches Leben in der Stadt.

Das „Schyrenbad“ wird als Trainingsstätte für die „Olympiade 1972“ renoviert

München-Untergiesing * Das „Schyrenbad“ wird erneut renoviert. 

Aufbereitetes Trinkwasser löst das Nass der Isar ab. 

Später will man das „Schyrenbad“ für die „Olympiade 1972“ als Trainingsstätte für die Schwimmer herrichten.

„Templer“ und „Johanniter“ zu einem Friedensschluss bewegt

Rom-Vatikan * Papst Alexander III. sieht sich veranlasst, die „Templer“ und die „Johanniter“ zu einem Friedensschluss zu bewegen.

In Deutschland gibt es über 1.300 Brauereien

Bundesrepublik Deutschland * In Deutschland setzen die mehr als 1.300 Brauereien rund 96 Millionen Hektoliter Bier ab. 

Baiern erhält eine „Nuntiatur“

Rom-Vatikan - München * Der „Heilige Stuhl“ richtet im „Kurfürstentum Baiern“ eine „Nuntiatur“ ein. 

Sie bleibt die Einzige auf deutschem Gebiet, bis ihr im Jahr 1920 in der „Reichshauptstadt Berlin“ eine zweite „päpstliche Gesandtschaft“ folgt. 

Die „Münchner Wehrkundetagung“ erstmals im „Hotel Bayerischer Hof“

München-Kreuzviertel * Die „Münchner Wehrkundetagung“ wird erstmals im „Hotel Bayerischer Hof“ abgehalten. 

Sie hat sich seitdem zu einer der wichtigsten europäischen Konferenzen für außen- und sicherheitspolitische Fragen entwickelt. 

Karl „der Große“ wird alleiniger Herrscher des „Frankenreichs“

Frankenreich * Karl „der Große“ wird alleiniger Herrscher des „Frankenreichs“

Kaiser Maximilian II. nimmt die Beschlüsse des „Konzils von Triest“ an

Augsburg * Auf dem Augsburger „Reichstag“ nehmen Kaiser Maximilian II. und die katholischen Fürsten die Beschlüsse des „Konzils von Triest“ an. 

Die „Mariahilf-Kirche“ wird zur Pfarrkirche der Au ernannt

Au * Die „Mariahilf-Kirche“ wird zur Pfarrkirche der Au ernannt.

Die „Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit“

München * Der in der Zeit des Ersten Weltkriegs von Anita Augspurg und anderen Frauen gegründete „Internationale Ausschuß für einen dauernden Frieden“ wird in „Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit“ umbenannt.

Die Georgskirche wird dem Zeitgeschmack entsprechend renoviert

Bogenhausen * Die Georgskirche in Bogenhausen wird dem Zeitgeschmack entsprechend renoviert. Dabei versieht man die Ignaz-Günther-Kanzel mit einem braun-mamorierten Anstrich.

Das neue Haus der „Studentenverbindung Teutonia“

München-Maxvorstadt * Das Haus in der Richard-Wagner-Straße 7 gehört der „Studentenverbindung Teutonia“.

Sebastian Gaißreitter erwirbt am „Gaisberg“ ein kleines Stück Land

Au * Sebastian Gaißreitter erwirbt am „Gaisberg“ neben seiner winzigen, höchstens drei bis vier Betern Platz bietenden und auffällig rot angemalten Kapelle ein kleines Stück Land in dem er einen Garten anlegt und das Ganze umzäunt.

Der Rat der Stadt beschließt den Bau einer steinernen Brücke über die Isar

München * Der Rat der Stadt beschließt den Bau einer dauerhaften, steinernen Brücke über die Isar.

Dabei sollen zwei getrennte Brücken und nicht mehr eine durchgehende Brücke entstehen.

Ehefrauen Münchner Bierbrauer werden der Hexerei verdächtigt

München * Während der Hexenverfolgungen werden einige Ehefrauen Münchner Bierbrauer der Hexerei verdächtigt.

Darunter die Frauen des „Gilgenrainerbräus“ Viereck, des „Unterspatenbräus“ Jörg Spät und des „Kalteneckerbräus“ Galle Stoltz, der seine Brauerei „von Gericht wegen“ schließen musste. Betroffen war auch die Anna Freykamerin.

In einer Zeitung heißt es zu den Hexenverbrennungen: „Volgends um den anfang des Monats Julii sind irer bey fünffen in München verbranndt worden. Under welchen eine wolbekannte Prewin gewesen, die ausgesagt sol haben, wie sie und etlich hundert mit ir in dem Mertzenbier, eh sie dies ausgeschenkt, gebadet habe“.

Von England aus entwickelt sich ein neuer Gartenstil

Großbritannien * Von England aus entwickelt sich ein neuer Gartenstil.

Philosophen, Dichter und Landschaftsmaler propagieren ein neues Persönlichkeitsbewusstsein und Naturgefühl. „Landschaftsgärten“ entsprechen immer mehr dem neuen „Gartenideal“.

Eine kleine jüdische Gemeinde

München * Die jüdische Gemeinde in München besteht aus 15 Haushalten.

Die „Pschorrbrauerei“ erwirbt die Wirtschaft des Johann Georg Messerer

München-Au * Die „Pschorrbrauerei“ erwirbt die ehemalige Wirtschaft des Johann Georg Messerer.

Der „Sitz des Templer-Ordens“ ist in Jerusalem

Jerusalem * Der „Sitz des Templer-Ordens“ ist in Jerusalem.

Der künftige Herzog Otto I. kommt in Kelheim zur Welt

Kelheim * Der künftige Herzog Otto I. aus dem Geschlecht der Wittelsbacher kommt in Kelheim zur Welt.

Mit dem „Weißbier“ ist durchaus Gewinn zu erzielen

München * Untersuchungen der „Hofkammer“ ergeben, dass aus dem „Weißbier“ durchaus Gewinn zu ziehen ist.

Voraussetzung ist die Errichtung eigener „Weißer Brauhäuser“ durch den Herzog.

Umbenennung in „Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik (MSK)“

München-Kreuzviertel * Umbenennung der „Münchner Wehrkundetagung“ in „Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik (MSK)“

Baiern wird dem „Frankenreich“ gewaltsam einverleibt

Frankenreich * Baiern wird dem „Frankenreich“ unter Karl „dem Großen“ gewaltsam einverleibt. 

Die „Hoffischerei“ in der Au wird aufgelöst

Au * Die „Hoffischerei“ wird aufgelöst.

Das Haus des Hoffischers geht an die „Strafarbeitshaus-Verwaltung“ über.

Die „Georgskirche“ erhält einen rosaroten Außenanstrich

München-Bogenhausen * Die Bogenhausener „Georgskirche“ erhält einen rosaroten Außenanstrich.

Haidhausen will eine eigenständige Pfarrei werden

Haidhausen - Bogenhausen * Mit ausdrücklicher Befürwortung des „Hofmarkherrn“ wird ein Antrag auf Loslösung des bisherigen „Pfarrverbandes“ mit Bogenhausen und die Errichtung einer eigenständigen „Pfarrei Haidhausen“ gestellt.

Der „Franziskusverein“ eröffnet die „Privatklinik Dr. Haas“

München-Maxvorstadt * Nachdem die Familie Dr. Alfred Haas nach dem Krieg ihr Eigentum wieder zurückbekommen hat, verkaufen sie die Klinik in der Richard-Wagner-Straße 17 und 19 an den „Franziskus-Verein“ aus Wil in der Schweiz.

Die „Franziskanerinnen“ betreiben das Krankenhaus unter dem Namen „Privatklinik Dr. Haas“.

Die Schwestern wohnen im obersten Stockwerk des Hauses Richard-Wagner-Straße 15.

Das „Wöhrl oberhalb der Isarbrücke“ wird befestigt

München-Lehel * Das „Wöhrl oberhalb der Isarbrücke“ wird mit Bauschutt aufgefüllt, vergrößert und befestigt.

Aron Elias Seligmann kommt nach München und wird „Hofagent“

Leimen - München * Aron Elias Seligmann aus Leimen bei Heidelberg kommt nach München und wird dort kurbaierischer „Hofagent“.

Seligmann betreibt seit 1779 eine Tabakmanufaktur und ist durch den Salzhandel sehr reich geworden.

In München ist er „Verpflegungsadmoniateur“ der baierischen Armee und „Anleihennegoziant“.

Das „Schyrenbad“ wird als „städtisches Männerfreibad“ eröffnet

Untergiesing * Das „Schyrenbad“ wird als „städtisches Männerfreibad“ eröffnet.

Schwimmen dürfen hier in der Anfangszeit allerdings nur Männer, da Gleiches für Frauen als „unschicklich“ gilt.

Vorkämpfer für die Errichtung von „Badeanstalten“ sind die Anhänger der deutschen „Volksbadebewegung“.
Sie wollen durch eine „Verbesserung der Körperpflege“ die „sittliche Verwahrlosung und den sozialen Unfrieden in der Arbeiterbevölkerung“ abschaffen.
Die minderbemittelte Bewohnerschaft soll einen Teil ihrer Freizeit in einer „Badeanstalt“ verbringen können.

Die Gruppierung teilt sich in die Befürworter der „Regenerationsbäder“ und in jene, die den „Reinigungsbädern“ den Vorrang einräumen.

Das „städtische Männerfreibad“ wird damals vom „Aubach“ oder „Auerbach“ gespeist.
Er zweigt im heutigen „Tierpark Hellabrunn“ aus dem „Auer Mühlbach“ ab.
Nach dem Auslass unterhalb der „Thalkirchner Überfälle“ wechselt der Bach seinen Namen in „Freibadbächl“.

Da das Wasser direkt aus der Isar kommt und schon aufgrund seiner Temperatur nicht unbedingt für das Badevergnügen einladend ist, muss das Wasser erst in zwei großen, flachen „Aufwärmseen“ gesammelt und wird erst danach dem „Schyrenbad“ zugeführt.
Einer dieser „Aufwärmseen“ hat sich noch bis heute im „Rosengarten“ erhalten.
Kein Wunder also, dass selbst der „Münchner Magistrat“ das „Schyrenbad“ als „ein hervorragendes Bad“ bezeichnet.

Das Schwimmbad war etwa dreihundert Meter lang und rund zwanzig Meter breit.
Es verfügt über einen schönen Baumbestand und über ein „angenehmes Bachwasser“, das „stets mild bleibt“.

Das „Freibadbächl“ fließt heute unterirdisch durch das „Schyrenbad“ und mündet als „Freibad-Auslaufkanal“ zwischen der „Reichenbachbrücke“ und der „Corneliusbrücke“ in die „Kleine Isar“ zurück.

Die „Wiederzulassung des Templer-Ordens“ in Frankreich

Paris * Napolèon Bonaparte gestattet die „Wiederzulassung des Templer-Ordens“ in Frankreich.

Die „katholische Kirche“ weigert sich aber, den „Orden“ offiziell wieder anzuerkennen.

Die Stadt Einbeck bei Hannover zählt etwa 300 Brauereien

Einbeck * Die Stadt Einbeck bei Hannover zählt etwa 300 Brauereien.

Gründung des „Vereins Brauerei-Museum“

München * Der „Verein Brauerei-Museum“ wird gegründet.   

Bis ihm das „Münchner Stadtmuseum“ im Jahr 1963 den Platz zur Verfügung stellen kann, sammelt der Verein Anschauungsmaterial, Geräte, Modelle, Pläne, Fachliteratur, Urkunden und eine Vielzahl bildlicher Darstellungen. 

Horst Teltschik wird Vorsitzender der „Sicherheitskonferenz“

München-Kreuzviertel * Der Wirtschaftsmanager und Politiker Horst Teltschik (CDU) übernimmt von Ewald-Heinrich von Kleist-Schmenzin den Vorsitz der „Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik (MSK)“

Ganz langsam geht es wieder aufwärts mit dem Vereinsleben

Gronsdorf * Ganz langsam geht es wieder aufwärts mit dem Vereinsleben des „TSV München-Ost“

Und auf dem „Waldsportplatz“ in Gronsdorf erblüht zaghaft neues Leben, sodass der „TSV München-Ost“ im Jahr 1920 bereits wieder 1.088 Mitglieder zählt.

Auch erste größere sportliche Erfolge stellten sich wieder ein.
Gleichzeitig erlebte das Spiel mit dem Fußball nach dem verlorenen Weltkrieg und der alles verändernden Revolution im Rahmen des Arbeitersports ihren ersten großen Aufschwung.

Konrad III. „der Sendlinger“ wird zum Bischof von Freising gewählt

Freising * Konrad III. „der Sendlinger“ wird zum Bischof von Freising gewählt. 

Der „Kriechbaumhof“ ist noch bis Anfang der 1970er Jahre bewohnt

München-Haidhausen * Der „Kriechbaumhof“ steht noch an seinem ursprünglichen Standort im Hinterhof auf dem Gelände zwischen der Wolfgang-, Walser- und Jugendstraße.  

Er ist noch bis Anfang der 1970er Jahre bewohnt. 

Der Außenanstrich der Bogenhausener „Georgskirche“ wird Grau

München-Bogenhausen * Der Außenanstrich der Bogenhausener „Georgskirche“ wird Grau.

Sebastian Gaißreitter kauft am „Gaisberg“ zusätzlichen Grund

Au * Sebastian Gaißreitter kauft am „Gaisberg“ zusätzlichen Grund und erweitert damit sein Anwesen um die Kapelle.

Die „Alte Isarkaserne“ entsteht zwischen Großer und Kleiner Isar

München-Isarvorstadt * Auf der Insel zwischen Großer und Kleiner Isar entsteht eine „Kavallerie-Kaserne“, die „Alte Isarkaserne“.

Karl Winter gründet die Firma „Fisch Winter KG“

München-Untersendling * Karl Winter gründet die Firma „Fisch Winter KG“

Der „Fischgroßhändler“ verkauft „Seefische“, „Feinfische“, „Süßwasserfische“, „Räucherfische“, „Salzheringe“ und „Marinaden“.
Er beliefert seine Kundschaft mit dem Handkarren und eröffnet gleichzeitig - gemeinsam mit seiner Frau Philippine - die „Sendlinger Fischhalle“ in Untersendling, an der Alram-/ Ecke Aberlestraße.

Die Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. erlassen eine „Ordnung der Klaider“

München - Landshut * Von den Herzögen Wilhelm IV. und Ludwig X. wird im wiedervereinigten Baiern erneut eine „Ordnung der Klaider“ mit dem Untertitel „Von Überflißigkeit der Klaider“ erlassen.

Diese mit den „Landständen“ abgestimmte „Bekleidungsvorschrift“ ist sehr umfangreich und ausführlich. Sie teilt die baierische Bevölkerung in 17 Gruppen ein, was jedoch keine rangmäßige Einstufung bedeutet.

So bilden die Frauen und Töchter des „Adels“, der „Patrizier-Geschlechter“, der „Kaufleute und reichen Bürger“ sowie der „Handwerksmeister“ jeweils eine eigene Gruppe.Die dem „Hofgesindt“ zugerechneten oberen Beamten wie die „fürstlichen Räte“ und die „nicht-adeligen Sekretäre“ sind mit den „Patrizier-Bürgergeschlechtern“ gleichgestellt.

Der ebenfalls zum „Hofgesindt“ gehörende höhere Beamtenstand, wozu die „fürstlichen Pfleger, Richter, Kastner, Mautner, Zöllner, Ungelter, Forstmeister, oberste Jäger, Futterschreiber, Küchenschreiber“ und „Mundköche“ gehören, sind kleidungstechnisch im selben Rang wie die „Kaufleute und die reichen Bürger“.

Der „gemeine Bürger“ ist dem „Handwerksgesellen“ und der „Tagelöhner“ dem „Bauern“ gleichgestellt.
Das ergibt insgesamt acht „Standesgruppen“.

Die „Löwen-Quadriga mit der Bavaria“ kommt wieder auf das „Siegestor“

München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Nach einer umfassenden Restaurierung wird die „Löwen-Quadriga mit der Bavaria“ wieder auf dem „Siegestor“ aufgestellt. 

Die Bavaria und der Wagen mussten neu gegossen werden; nur die vier Löwen sind original. 

Aron Elias Seligmann übernimmt das „Rechnungswesen“

München * Aron Elias Seligmann wird das „Rechnungswesen des Ministerialauswärtigen Départements“ übertragen.

Das heißt, er übernimmt die Auszahlung der Gehälter an die Beamten des auswärtigen Dienstes des baierischen Kurfürsten Max IV. Joseph in München und im Ausland. 

Gleichzeitig gründet Seligmann ein Bankhaus und gewährt dem wirtschaftlich zerrütteten Kurfürstentum Baiern Darlehen und Zuschüsse in Millionenhöhe.

Dadurch stabilisiert sich die wirtschaftliche Situation im durch Landzuwächse immer größer werdenden Kurfürstentum. Durch die bessere Finanzausstattung Baierns finden sich weitere Geldgeber.

Im Gegenzug werden der Familie die vollen „bürgerlichen Rechte“ zugestanden.

Herzog Otto I. heiratet in Kelheim (?) die Gräfin Agnes von Loon

Kelheim ? * Der spätere baierische Herzog Otto I. heiratet in Kelheim (?) die Gräfin Agnes von Loon.

Die „Franziskaner“ übernehmen die Betreuung der 39 „Ridler-Schwestern“

München-Graggenau * Die „Franziskaner“ übernehmen die geistliche Betreuung der 39 „Ridler-Schwestern“.

Die „Regelhäuser“ und späteren „Klöster des Dritten Ordens“ sind dem „Franziskaner-Kloster“ unmittelbar benachbart, sodass hier ein „franziskanisches Stadtquartier“ entsteht.

Wolfgang Ischinger übernimmt den Vorsitz der „Sicherheitskonferenz“

München-Kreuzviertel * Umbenennung der „Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik (MSK)“ in „Münchner Sicherheitskonferenz * Munich Security Conference (MSC)“

Der Botschafter Wolfgang Ischinger übernimmt von Horst Teltschik den Vorsitz der „Münchner Sicherheitskonferenz“

Im „Kriechbaumhaus“ gibt es zwölf Herbergs-Eigentümer

München-Haidhausen * Das „Verzeichnis der Hauseigentümer und Herbergsbesitzer“ verzeichnet in den vier Häusern des „Kriechbaumhauses“ insgesamt zwölf Eigentümer von Herbergen. 

Der „Verband der süddeutschen katholischen Arbeitervereine“

München * Der „Verband der süddeutschen katholischen Arbeitervereine“ wird in München gegründet. 

60 „Ziegeleien“ zwischen Ramersdorf und Unterföhring

München-Ramersdorf - Unterföhring * Zwischen Ramersdorf und Unterföhring werden 60 „Ziegeleien“ gezählt.

Die Familie Haas zieht in die Richard-Wagner-Straße 17

München-Maxvorstadt * Die Familie Haas zieht von der Richard-Wagner-Straße 19 in den ersten Stock des Hauses Nr. 17.

Neben der „Gaißreitterischen Kapelle“ entsteht ein kleines Haus

Au * Das „Patrizier-Ehepaar“ Johann Maximilian von Alberti und seine Ehefrau Maria Franziska, die aus dem angesehenen Hause Prielmeyer stammt, werden auf die Gebäude des zur Au gehörenden „Gaisberges“ aufmerksam und lassen neben der „Gaißreitterischen Kapelle“ ein kleines Haus errichten.

Nepomuk wird von Papst Innocenz XIII. „selig“ gesprochen

Rom-Vatikan - Prag * Nepomuk, der Beichtvater der böhmischen Königin Sophie, wird von Papst Innocenz XIII. „selig“ gesprochen.

Mitglieder des „Winzerer Fähndls“ beginnen mit dem „Armbrustschießen“

München * Mitglieder des „Winzerer Fähndls“ beginnen mit dem „Armbrustschießen“.

Sie nennen sich „Armbrustschützengilde des Winzerer Fähndls“.

Dabei war die „Armbrust“ - im Gegensatz zum „Spieß“, der „Hellebarde“ und dem „Bihänder“, dem zweihändig geführten „Schlachtschwert“, nie eine Landsknechtswaffe und gehörte damit eher in das städtische Wehrwesen.

Anders verhielt es sich bei der „Armbrust“ als Jagdwaffe.
Doch bei höfischen Jagdgesellschaften hatten Landsknechte nichts verloren.

Kurfürst Carl Theodor schickt Friedrich Ludwig Sckell nach England

Schwetzingen - Großbritannien * Zum Studium des neuen „Gartenstils“ schickt Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz den Sohn des Schwetzinger „Hofgärtners“, Friedrich Ludwig Sckell, nach England.

Fortunatus Hueber wird „Präses der Michaels-Bruderschaft“

Berg am Laim * Der angesehene „Franziskaner-Pater“ Fortunatus Hueber übernimmt  die Funktion des „Präses der Michaels-Bruderschaft“,  verfasst das „Bruderschaftsbüchlein“ und  schafft es, dass sich die „Michaels-Bruderschaft“ so schnell ausbreiten kann, dass ihr anno 1696 bereits 60.000 Menschen angehörten.

Der „Franziskaner-Ordensmann“ erzählt dabei so eindringlich von seiner Errettung durch den „Erzengel Michael“ aus türkischer Gefangenschaft im Jahr 1687 und dass ihn - zwei Tage vor der Gründung der „Bruderschaft“ - der „heilige Michael“ im Traum erschien und ihn von den seine Person bedrängenden bösen Geister befreite.  
Das kommt gut an.

„Fürstbischof“ Joseph Clemens will ursprünglich zwölf Pater an die „Josephsburg“ setzen und dort ein „Hospitium“ zur Besorgung der „Bruderschaft“ bauen lassen.  
Seine Flucht anno 1704, seiner langer Aufenthalt in Frankreich und schließlich sein Tod im Jahr 1723 verhinderten dies jedoch.

Franz Stuck besucht die „Kunstgewerbeschule“

München-Maxvorstadt * Franz Stuck besucht die „Kunstgewerbeschule“ in München bei Ferdinand Barth. 

Elisabeth Falk wird geboren

Vorstadt Au * Elisabeth Falk wird geboren.

Das „Lenbach-Haus“ ist fertiggestellt

München-Maxvorstadt * Das „Lenbach-Haus“, die Künstlerresidenz des „Malerfürsten“ Franz von Lenbach, ist fertiggestellt. 

Lola Montez hält sich in London auf

London * Lola Montez hält sich in London auf.

Johann Valentin Fey heiratet Elisabeth Sigl, geb. Falk

München-Au * Der aus Darmstadt kommende „Tapeziermeister“ Johann Valentin Fey heiratet die 25-jährige, kinderlose Hausbesitzerstochter und „Tapeziererswitwe“ Elisabeth Sigl, geborene Falk.

Das ermöglicht ihm, bei seinem Schwiegervater als „Compagnon der Firma Falk & Fey“ einzusteigen.

Ein Neubau der Haidhauser „Sankt-Johann-Baptist-Kirche“

Haidhausen * Erstmals ist von einem Neubau der Haidhauser „Sankt-Johann-Baptist-Kirche“ die Rede.

Charlotte Haas, Enkelin von Joseph Schülein, studiert in England

Großbritannien * Charlotte Haas, Enkelin von Joseph Schülein, nimmt ihr Studium in England auf.

In dem kleinen „Albertinischen Haus“ siedeln drei „Jungfrauen“

Au * In dem kleinen „Albertinischen Haus“ auf dem „Gaisberg“ siedeln drei „Jungfrauen“, die als Laienschwestern hier ein gottgefälliges Leben führen wollen.

Die „Armbrustschützengilde des Winzerer Fähndls“ in Landshut

Landshut * Einem größeren Publikum wird die „Armbrustschützengilde des Winzerer Fähndls“ erstmals beim „II. Niederbayerischen Bundesschießen“ in Landshut vorgeführt.

Der Nürnberger Peter Henlein erfindet die Taschenuhr

Nürnberg * Der Nürnberger Peter Henlein erfindet die Taschenuhr. 

Inzwischen wird die Erfindung als eine Fälschung aus dem späten 19. Jahrhundert bezeichnet. 

Kurfürst Carl Theodor regiert Pfalz-Baiern von München aus

München * Nach dem Tod des bairischen Kurfürsten Max III. Joseph regiert der pfälzische Kurfürst Carl Theodor Pfalz-Baiern von München aus.

Im „Rentamt Straubing“ gibt es über zwanzig „Weißbier-Baustätten“

Straubing * Alleine im „Rentamt Straubing“ gibt es über zwanzig „Weißbier-Baustätten“.

Erstmals können großflächige Glasscheiben hergestellt werden

München * Erstmals können großflächige Glasscheiben ohne Sprossen hergestellt werden. 

Ideal für die eleganten, neuen „Kaufhäuser“

Das „Schlierseer Bauerntheater“ wird gegründet

Schliersee * Das „Schlierseer Bauerntheater“ wird gegründet. 

Erste Stimmen der „Jesuiten“ gegen die „Verfolgung der Hexen“

München * Selbst unter den „Jesuiten“ gibt es erste Stimmen, die sich entschieden gegen die „Verfolgung der Hexen“ aussprechen.

Dazu gehört der „Jesuitenpater“ Adam Tanner, der sich im dritten Band seines Werkes „Theologiae Scholasticae“ vehement gegen die Ansicht wehrt, dass Gott es zulassen würde, dass neben vielen „Schädlichen“ auch viele „Unschuldige“ sterben müssten.

Tanner bejaht zwar die Existenz der „Hexen“, glaubt grundsätzlich an den „Teufelspakt“ und sieht in der „Hexerei“ ein „todeswürdiges Verbrechen“, dem der Prozess zu machen sei.

Er verlangt aber auch, dass bis zum Beweis des Gegenteils von der „Unschuld der Angeklagten“ auszugehen sei.
„Geständnisse unter der Folter“ dürfen keine Begründung für einen „Urteilsspruch“ sein. 

Seine Forderungen bringen dem „Jesuiten“ Adam Tanner mannigfache Anfeindungen ein.
Erboste „Inquisitoren“ drohen ihm sogar die „Folter“ an. 

Elisabeth Fey stirbt im Alter von 28 Jahren

München-Au * Elisabeth Fey stirbt im Alter von 28 Jahren.

Das Verwaltungsgebäude des „Studentenwerks“ und die „Mensa“

München-Schwabing * Bis 1970 werden im Nordostteil des „Leopoldparks“ Verwaltungsgebäude des „Studentenwerks“ und die „Mensa“ für täglich 10.000 Essen konzipiert.

Gerhard Haas macht sein Abitur am „Wittelsbacher Gymnasium“

München-Maxvorstadt * Gerhard Haas, Enkel von Joseph Schülein, macht sein Abitur am „Wittelsbacher Gymnasium“ und studiert ab 1936 in England.

Die „Jungfrauen vom Gaisberg“ erhalten Garten und Kapelle zum Geschenk

Au * Sebastian und Agathe Gaißreitter überlassen den drei „Jungfrauen vom Gaisberg“ ihren Garten und die Kapelle schenkungsweise.

Damit ist der Weg zum Bau eines richtigen Klosters frei.

Der „Tapezierer“ Karl Falk gründet die „Firma Karl Falk“

Vorstadt Au * Der „Tapezierer“ Karl Falk gründet die „Firma Karl Falk“.

Die Isaranlagen werden kultiviert

München-Untergiesing - München-Harlaching * Die der Stadt gehörenden Flächen an der Isar zwischen Giesing und Harlaching werden teilweise gerodet, die unzähligen Sümpfe mit Schutt aufgefüllt und die darauf hergestellten Nutzflächen anschließend verpachtet.

Franz Stuck besucht die „Akademie der bildenden Künste“

München-Maxvorstadt * Franz Stuck studiert an der „Akademie der Bildenden Künste“ bei Wilhelm Lindenschmidt und Ludwig Löfftz, auch wenn er dem Unterricht häufig fern bleibt. 

Joseph Ratzingers alten „VW Golf“ um 189.000 € verkauft

Rom-Vatikan * Der alte „VW Golf“ von Joseph Ratzinger wird im Jahr seiner „Papstwahl“ um 189.000 € nach Amerika verkauft.  

Das „Heilige Blechle“ ist damit aber noch lange keine „Reliquie“.  
Dazu müsste Benedikt XVI. erst gestorben und zumindestens zum „Seligen“ erklärt worden sein. 

Eine „Bürgerinitiative“ bekämpft weitere Baumaßnahmen im „Leopoldpark“

München-Schwabing * Eine „Bürgerinitiative“, die weitere Baumaßnahmen im „Leopoldpark“ und die Vernichtung stadtnahen Grüns bekämpft, entsteht.

Die Kirchturmkuppel der „Johann-Baptist-Dorfkirche“ wird erneuert

München-Haidhausen * Die Kirchturmkuppel der Haidhauser „Sankt-Johann-Baptist-Kirche“ muss erneuert werden.

Trotz der 1.000 Gulden höheren Kosten entscheidet sich der Münchner Magistrat für die schlanke, bis heute bestehende „Spitzpyramide“.

Die „Diakonissinnen“ kündigen aus „rassischen Gründen“ ihren Dienst auf

München-Maxvorstadt * Die „Diakonissinnen“, die seit 25 Jahren in der „Privatklinik Dr. Alfred Haas“ als Krankenschwestern tätig waren, kündigen aus „rassischen Gründen“ ihren Dienst auf. 

Die katholischen Nonnen der „Kogregation der Franziskanerinnen vom Erlenbach“ springen ein und übernehmen den Pflegedienst.

Baugenehmigung für ein „Kloster am Gaisberg“

Au * Johann Maximilian von Alberti holt beim Freisinger Bischof die Baugenehmigung für ein „Kloster am Gaisberg“ ein, erwirbt den noch notwendigen Baugrund und lässt einen Garten anlegen.

Auf der Isarbrücke entsteht eine „Johannes-von-Nepomuk-Kapelle“

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Auf der heutigen „Ludwigsbrücke“ entsteht eine Kapelle zur Verehrung des „Heiligen Johannes von Nepomuk“.

Der „Hofgarten“ wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht

München-Graggenau * Kurfürst Carl Theodor lässt den „Hofgarten“ der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Baubeginn der „Synagoge“ in der heutigen Westenriederstraße

München-Angerviertel * Baubeginn der „Synagoge“ in der Theaterstraße, der heutigen Westenriederstraße, nach einem Entwurf des „Königlichen Baurats“ Jean Baptiste Métivier.

Die Arbeiten sind bis 1826 fertiggestellt.

Die „Studentenrevolte“ greift das „Professoren-Kollegium“ an

München-Maxvorstadt * Die „Studentenrevolte“ greift die „Talare“ des „Professoren-Kollegiums“ an der „Akademie der Bildenden Künste“ als Repräsentationsmerkmal medienwirksam an.

„Unter den Talaren - der Mief von tausend Jahren!“ lautet ein griffiger Slogan studentischer Agitation gegen das „Establishment“.

Zucht und Ordnung auch in der Badeanstalt

München *Der „Magistrat der königlichen Haupt- und Residenzstadt“ erlässt eine „Badeordnung“, die nur wenig mit den heutigen Vorstellungen von Freizeitvergnügen vereinbar ist. Es herrscht „Zucht und Ordnung“.

Es gibt zum Beispiel eine eigens ausgewiesene „Einsprungstelle“ ins Becken. „Das Herumliegen auf dem Boden ist nicht gestattet“. Außerdem bestimmt die „Badeordnung“, dass „Zuschauer (...) keinen Zutritt in das Bad“ haben.

Im Liegeraum darf man nicht lesen, „weil dies die Gehirntätigkeit beeinflußt“.

Sogar einen Tipp gegen „Sonnenstich“ kann man der Anweisung entnehmen. Darin heißt es: „Den Gästen wird empfohlen, den Kopf mit einem Tuche zu beschatten und sich bei großer Hitze öfter abzubrausen“

Und sogar für schlechtes Wetter gibt die „Badeordnung“ den Freibadbenutzern eindeutige Verhaltensmaßregeln mit auf den Weg: „Wenn Regen eintritt“, heißt es hier, „so kann man sich noch ca. ¼ Stunde lang dem Regen aussetzen, dann aber ist der Körper zu bekleiden“.
Natürlich gibt es auch Vorschriften über die angemessene Bekleidung in der Badeanstalt. Die „Badeordnung“ schreibt hierbei Folgendes vor: „Jeder Badende muß mit einer geordneten Badehose versehen sein, der Gebrauch von Schürzen und ähnlichen Bekleidungsstücken ist untersagt“.

Jerusalem fällt in die Hände der „Muslime“

Jerusalem * Jerusalem fällt in die Hände der „Muslime“

Das „Haupthaus der Tempel-Ordensritter“ wird daraufhin nach Akkon verlegt.

Saladin schlägt das christliche Heer. Er lässt 230 halb tot gefangen genommene „Templer“ hinrichten.

Bezogen auf die „Tempelherren“ und die „Johanniter“ meint Saladin: „Ich will die Erde von diesen zwei schändlichen Bruderschaften reinigen, die niemals ihre Feindschaft aufgeben und keinen Dienst als Sklaven leisten“.

Daraufhin übergeben die „Tempelherren“ erstmals ihre Burgen kampflos und zahlen sogar Geld für ihren Abzug.

Aus der Unteren Isargasse wird die Entenbachstraße

München-Au * Aus der Unteren Isargasse wird die Entenbachstraße. 

Die Wittelsbacher müssen die Reichsinsignien abgeben

München * Drei Jahre nach dem Tod Kaiser Ludwig des Bayern müssen die Wittelsbacher die Reichsinsignien an den Luxenburger Karl IV. abgeben. Ein herber Verlust für die Herzöge und die Residenzstadt München. 

Die Vorstadt Au erhält eine Wasserleitung

Vorstadt Au * Die Vorstadt Au erhält eine Wasserleitung.

Bis dahin entnehmen die Auer das Wasser dem Mühlbach, dem Grundwasser oder Zisternen.

Der Valentin-Stummfilm „Die harten Köpfe“ entsteht

München * Der Valentin-Stummfilm „Die harten Köpfe“ entsteht. 

Er ist verschollen.

Der Westteil des „Leopoldparks“ wird der Stadt München als Park überlassen

München * Der Landtag beschließt, dass der Westteil des „Leopoldparks“ der Stadt München als Park überlassen wird.

Die Ostseite an der Leopoldstraße wird bebaut.

Die Familie Haas leidet unter der fremdenfeindlichen englischen Politik

Großbritannien * Wie viele Emigranten hatte auch die Familie Haas unter der fremdenfeindlichen englischen Politik zu leiden.

  • Es werden keine Arbeitserlaubnis für deutsche Ärzte erteilt.
  • Hinzu kommt eine unverblümt antisemitische Stimmung.

Dr. Alfred Haas gibt seine Bemühungen auf und emigriert mit seiner Frau in die USA.

Am „Gaisberg“ entsteht eine aufwändige Klosteranlage

Au * Am „Gaisberg“ entsteht eine aufwändige Klosteranlage mit zentraler Kapelle und zwei Seitenflügeln, die mit ihren Terrassen und Gärten eher einem noblen Schloss als der Niederlassung von geistlichen und der Armut verpflicheten Schwestern gleicht.

Die „Gemäldegalerien“ werden für das Volk frei zugänglich

München-Graggenau - München-Maxvorstadt * Die „Gemäldegalerien“ in den nördlichen „Hofgartenarkaden“ werden für das Volk frei zugänglich. 

Sie werden zu einem Anziehungspunkt und Ausflugsort für die mondäne Münchner Bevölkerung und der städtischen Eleganz.

In den Arkaden hat Kurfürst Carl Theodor Anschläge anbringen lassen, wonach es verboten ist, im „Hofgarten“ zum Grüßen den Hut zu ziehen. 

Der Name „Falckhenau“ für den Auer „Edelsitz“ taucht erstmals auf

Au - Untergiesing * Der Name „Falckhenau“ für den „Edelsitz“ des Johann Georg von Messerer taucht erstmals auf.

Streit zwischen „Templer“ und „Johanniter“ wegen einiger Mühlen

Naher Osten * Die „Templer“ und die „Johanniter“ geraten wegen einiger Mühlen im „Heiligen Land“ heftig aneinander.

Herzog Maximilian I. zahlt freiwillig eine jährlich fällige Strafe

München * Der „Landtag“ beschäftigt sich mit dem herzoglichen „Weißbier-Brauwesen“ mit heftiger Kritik.

Herzog Maximilian I. zahlt freiwillig jährlich eine sogenannte „Komposition“ in Höhe von 10.000 Gulden.

Johann Valentin Fey arbeitet bei Karl Falk als Geschäftsführer

München-Au * Johann Valentin Fey übt beim Auer „Tapezierer“ Karl Falk in der Entenbachstraße 63 die Tätigkeiten eines Geschäftsführers und Vorarbeiters aus.

Der „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ nennt sich um

München-Au * Die Zahl der Mitglieder des „Arbeiter-Turn-Vereins München-Ost“ wächst auf über achthundert an.

Um dem Verein ein progressiveres Aussehen zu geben und ihn gleichzeitig für bürgerliche Sportinteressenten lukrativ zu machen, nennt sich der Arbeiter-Sportverein in „Turn- und Sportverein München-Ost“ um.

Der „Arbeiter“ muss zwar den Vereinsnamen verlassen, dennoch zeigt die neue Vereinsfahne noch immer die aufgehende Sonne des „Sozialismus“

Im „Fürstentum Pfalz-Neuburg“ sterben über 100 „Hexen“

Neuburg * Das Jahr ist von einer extrem kalten Witterung geprägt, die zu Ernteausfällen und „Pestepidemien“ führt.

Im „Fürstentum Pfalz-Neuburg“ sterben zwischen 1628 und 1630 etwa achtzig der „Hexerei“ bezichtigte Personen, in Neuburg sind es 22. 

Der - von den Studenten umgangssprachlich genannte - „Schweinchenbau“

München-Schwabing * Das wegen seiner Außenfarbe Rosa von den Studenten umgangssprachlich „Schweinchenbau“ genannte Seminargebäude beherbergt die Fächer Pädagogik, Psychologie, Musik- und Kunsterziehung.

Gerhard Haas kommt als „Deutscher Kriegsfeind“ in ein „Internierungslager“

England * Zu Kriegsbeginn wird Gerhard Haas, der Enkel Joseph Schüleins, als „Deutscher Kriegsfeind“ in einem „Internierungslager“ gefangen gehalten.

Das Lager wird nach Kanada verlegt, von wo aus Gerhard Haas nach Cuba fliehen kann.
Dort wartet er bis 1941 mit vielen tausend Flüchtlingen aus Deutschland auf sein Visa für die Einreise in die USA.

Aus dem Falkenhof wird das italienische Restaurant Il Falco

München-Au * In dem im Jahr 1962 erstellten Neubau wird wieder eine Wirtschaft mit dem klassischen Namen Falkenhof eingerichtet.

Heute führt das dort etablierte italienische Restaurant den Namen Il Falco. 

Herzogin Ludmilla gründet das „Zisterzienserinnenkloster Seligental“

Landshut * Herzogin Ludmilla von Baiern, die Ehefrau von Herzog Ludwig I. „der Kelheimer“, gründet in  der Nähe von Landshut das „Zisterzienserinnenkloster Seligental“.

Umbenennung in „Freie Turnerschaft München“

München-Au * Der „Arbeiter-Turnverein München“ benennt sich in „Freie Turnerschaft München“ um. 

Wemding ist erneut das Zentrum einer „Hexenverfolgung“

Wemding * Im „Kurfürstentum Baiern“ ist Wemding von 1629 bis 1630 erneut das Zentrum einer „Hexenverfolgung“.

Die baierische Enklave liegt auf fränkischem Gebiet und ist umgeben von den Auswirkungen der dortigen „Hexenverfolgungen“.

„Denunziation“ aus dem „Herzogtum Pfalz-Neuburg“ und der „Grafschaft Oettingen“ führen auch hier zu einer neuen Verfolgungswelle - trotz der gemachten schlechten Erfahrungen.

Vierzig Personen werden Opfer des „Hexenwahns“

Die Statuten des „Georgs-Ritterordens“ werden geändert

München * Die Statuten des „Georgs-Ritterordens“ werden geändert. 

Es müssen jetzt 17 statt 15 altadelige Ahnen väterlicher- und mütterlicherseits vorgewiesen werden.
Man wollte eben - als elitäre Clique - unter sich bleiben.

Der gefährliche Seeweg zwischen England und USA

England - USA * Charlotte Haas schafft den gefährlichen Seeweg zwischen England und Amerika während des U-Boot-Krieges.

Ein „Benediktiner-Mönch“ betreut das „Kloster Lilienberg“

Au * Johann Maximilian von Alberti lässt die „Sakramentspendung“ der „Frauen vom Gaisberg“ durch einen „Benediktiner“ erledigen. 

Dieser liest täglich die Messe und nimmt den Ordensfrauen die „Osterbeichte“ ab.

Selbst die Regeln, nach denen die Klosterfrauen leben, sind stark der „Benediktiner-Regel“ angepasst worden.

Sir Benjamin Thompson wird „kurpfalz-baierischer Kammerherr“

München * Sir Benjamin Thompson wird zum „Kammerherrn“ am „baierisch-pfälzisch kurfürstlichen Hof“ in München ernannt.

In München leben 825 Juden

München * In München leben 825 Juden.

Frauen werden nicht mehr an der „Kunst-Akademie“ zugelassen

München-Maxvorstadt * Bis zum Wintersemester 1920/21 werden Frauen nicht mehr zum Studium an der „Akademie der Bildenden Künste“ zugelassen.

Erstmals gelingt die Zucht eines „Wanderfalkens“ in Gefangenschaft

Deutsches Reich * Erstmals gelingt die Zucht eines „Wanderfalkens“ in Gefangenschaft.

Das „Weiße Brauhaus“ in München erwirtschaftet alleine 10.438 Gulden

München-Graggenau * Das „Weiße Brauhaus“ in München erwirtschaftet im Rechnungsjahr 1610/11 alleine 10.438 Gulden.

Ein „Anwerbeabkommen“ mit Marokko abgeschlossen

Bundesrepublik Deutschland - Marokko * Zwischen Marokko und der Bundesrepublik Deutschland wird ein „Abkommen zur Anwerbung marokkanischer Arbeitskräfte für den deutschen Arbeitsmarkt“ abgeschlossen. 

König Max II. gibt resigniert auf

München * König Max II. beendet seine sämtlichen Versuche, die „Verfassung“ zu verschlechtern.  

Sie scheitern an der hohen Hürde der „Dreiviertelmehrheit“, die in „Titel X Artikel 7 der Verfassungsurkunde des Jahres 1818“ festgelegt worden war.  

Der angebliche Leitspruch Königs Max II.: „Ich will Frieden haben mit meinem Volk!“ trat damit tatsächlich ein.  
Der König erkennt die Unmöglichkeit der „Verfassungsänderung“ gegen den Willen der bayerischen Bevölkerung. 

Auch Ingolstadt bekommt noch einen Hexenprozess

Ingolstadt * Auch Ingolstadt bekommt einen Hexenprozess. Das Strafurteil fällt die Juristenfakultät der Universität Ingolstadt, die zwar im Allgemeinen milder urteilte, als es dem Herzog gefiel, dennoch einige Todesurteile fällte. Verurteilt wird die Hofschneiderin Catharina Nickhlin wegen „Teufelsbündnis, Teufelsvermischung, Absagung Gottes, Schädigung von Mensch und Vieh“ und wegen „Verunehrung der Hostien“.

Catharina Nickhlin stammt aus Eichstätt und wird aus dem Kreis der dort wegen Hexerei verbrannten Frauen und Männer denunziert. Sie flieht nach Ingolstadt, wird aber dort auf Ersuchen der Eichstätter Behörden am 13. Februar 1629 verhaftet. Nachdem sich die Stadt Ingolstadt gegen den Hexen-Prozess wehrt, muss ein Dr. Wolfgang Kolb auf Befehl des Münchner Hofrats die Tortur durchführen. Dr. Kolb hat vorher schon als Hexen-Kommissar in Eichstätt gedient.

Peter von Cornelius wird Direktor der „Kunst-Akademie“

München-Maxvorstadt * Peter von Cornelius wird Direktor der „Königlichen Akademie der Bildenden Künste“.

Dr. med. Alfred Haas eröffnet in Manhattan eine Praxis

New York * Dr. med. Alfred Haas eröffnet in Manhattan, in der Lexington Avenue, eine Praxis.

Der sogenannte „Matrikelzwang“ wird aufgehoben

München * Der sogenannte „Matrikelzwang“ wird aufgehoben.

Den jüdischen Mitbürgern ist damit die Ansiedelung in München ohne Beschränkung möglich.

Die „Pschorrbrauerei“ errichtet einen Neubau für den „Falkenhof“

München-Au * Die „Pschorrbrauerei“ errichtet für die ehemalige Wirtschaft des Johann Georg Messerer einen Neubau, der im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört wird.

Neun landesherrliche „Weißbier-Brauhäuser“ im Herzogtum

Herzogtum Baiern * Die Zahl der landesherrlichen „Weißbier-Brauhäuser“ ist auf neun angewachsen.

Weitere neun „Weißbier“ brauende „Kommun-Brauhäuser“ sind dem Herzog gegenüber abgabepflichtig.

Die „Andechser Reliquien“ werden wieder nach Andechs gebracht

Andechs * Die „Andechser Reliquien“ werden wieder nach Andechs gebracht.  

Damit ist der Versuch, die „Andechser Reliquien“ fest in München zu etablieren, fehlgeschlagen. 

Die „Staatsschule für angewandte Kunst“ wird Teil der „Kunst-Akademie“

München-Maxvorstadt * Die „Staatsschule für angewandte Kunst“ wird in die „Akademie der Bildenden Künste“ eingegliedert.

Die „Propyläen am Königsplatz“ werden grundlegend renoviert

München-Maxvorstadt * Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg werden die „Propyläen am Königsplatz“ 1952 und 1960 grundlegend renoviert.

Letztmaliges Auftreten des „Professoren-Kollegiums“ im Talar

München-Maxvorstadt * Letztmals treten die „Talare“ des „Professoren-Kollegiums“ an der „Akademie der Bildenden Künste“ bei der „Jahresfeier 1967“ in Erscheinung.

In der „Falkenau“ leben bereits rund dreihundert Familien

Au - Untergiesing * In der „Falkenau“ bestehen bereits achtzig Behausungen mit rund dreihundert Familien.

Der Ruf der „Falkenauer“ ist allerdings ein schlechter.

Bei La Forbie in Palästina fallen dreihundert „Templer-Ordensritter“

La Forbie * Eine Niederlage bei La Forbie in Palästina kostet dem „Templer-Orden“ dreihundert Tote.

Nur dreiunddreißig „Ritter“ überleben.

Der „Landtag“ beschäftigt sich mit dem herzoglichen „Weißbier-Brauwesen“

München * Dieser „Landtag“ beschäftigt sich erneut mit dem herzoglichen „Weißbier-Brauwesen“.

Herzog Maximilian I. entkräftet sämtliche Argumente, muss aber zugestehen, dass er bei einer „Weizenknappheit“ das Getreide aus dem Ausland beziehen oder die „Weißbierproduktion“ einschränken wird.

Die als „Komposition“ bezeichnete Abgabe in Höhe von 10.000 Gulden zahlt der Herzog auch weiterhin an die „Landschaftskasse“.
Dieser Betrag ist aber im Vergleich zu den Einnahmen aus dem herzoglichen „Weißbiermonopol“ lächerlich gering.

„Anwerbeabkommen“ mit Portugal

Bundesrepublik Deutschland - Portugal * Zwischen Portugal und der Bundesrepublik Deutschland wird ein „Abkommen zur Anwerbung portugisischer Arbeitskräfte für den deutschen Arbeitsmarkt“ abgeschlossen. 

Die Kicker des „FC Union“ schließen sich dem „ATV München-Ost“ an

München-Haidhausen * Die Kicker des anno 1909 gegründete Fußballverein „FC Union“ aus den Herbergsvierteln schließen sich dem „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ an. 

Damit erhält der Verein seine eigene Fußballabteilung.

Der „FC Union“ gibt sich seinen Namen nach der nahen „Unionsbrauerei” und trägt seine Spiele auf dem Sportplatz an der Trogerstraße aus. 

In 14 Münchner „Ziegeleien“ werden 100 Millionen Steine gebrannt

München * In 14 Münchner „Ziegeleien“ werden 100 Millionen Steine gebrannt.

Der „Sitz des Exarchen der unierten unkrainischen Katholiken“

München-Hackenviertel * Der „Sitz des Exarchen der unierten unkrainischen Katholiken“ wird in der „Allerheiligenkirche am Kreuz“, kurz gesagt, der „Kreuzkirche“ nahe dem „Sendlinger-Tor-Platz“, untergebarcht.

Die Giebelskulpturen der „Propyläen“ werden durch Kopien ersetzt

München-Maxvorstadt * Die Giebelskulpturen der „Propyläen am Königsplatz“ werden abgenommen und durch Kopien ersetzt.

Die Originale befinden sich im „U-Bahnhof Königsplatz“.

Die Zahl der sogenannten „Rassejuden“ liegt in München bei etwa 6.350

München * Die Zahl der sogenannten „Rassejuden“ liegt in München bei etwa 6.350.

Der „Rote Turm“ zur Verteidigung der „Isarbrücke“ wird erbaut

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Zwischen 1517 und 1519 wird der „Rote Turm“ zur Verteidigung der „Isarbrücke“ erbaut.

Ernst von Possart wird „Generalintendant der kgl. Hofbühnen“

München * Ernst von Possart wird zum „Generalintendanten der kgl. Hofbühnen“ befördert.

Er setzt schließlich den Bau eines „Münchner Festspielhauses“ durch.

In der „Falkenau“ stehen erst zehn Häuser

Au - Untergiesing * In der „Falkenau“ stehen erst zehn, meist mit kleinen Gärten umgebene Häuschen.

Herzog Otto II. regiert die „Pfalzgrafschaft Rhein“

 Pfalzgrafschaft Rhein * Herzog Otto II. regiert die „Pfalzgrafschaft Rhein“.

Franz Stuck wird zum Professor ernannt

München * Franz Stuck wird zum Professor ernannt. 

Ein „Anwerbeabkommen“ mit Tunesien abgeschlossen

Tunis - Bundesrepublik Deutschland - Bonn * Zwischen Tunesien und der Bundesrepublik Deutschland wird ein „Abkommen zur Anwerbung tunesischer Arbeitskräfte für den deutschen Arbeitsmarkt“ abgeschlossen. 

Hans Wagner erwirbt das „Hotel Treffler“ in der Sonnenstraße

München-Ludwigsvorstadt * Kommerzienrat Hans Wagner erwirbt das „Hotel Treffler“ in der Sonnenstraße 23 und benennt es in „Hotel Wagner“ um. 

Der „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ beharrt auf seine Eigenständigkeit

München - München-Au * Die drei Arbeiter-Sportvereine der linken Isarseite schließen sich zum „Arbeiter-Turnverein München“ zusammen.

Der „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ beharrt dagegen auf seine Eigenständigkeit.

In der „Kunst-Akademie“ bildet sich die „Künstlergruppe SPUR“

München-Maxvorstadt * In der „Akademie der Bildenden Künste“ bildet sich die „Künstlergruppe SPUR“.

Emil Zeckendorf wird „k.k. östereichisch-ungarischen Vizekonsul“

München-Maxvorstadt * Emil Zeckendorf, Besitzer der Richard-Wagner-Straße 11, wird zum „k.k. östereichisch-ungarischen Vizekonsul“ ernannt.

Der Vorläufer des „Roten Turms“ erstmals genannt

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Ein „torhäusl auf der Iserbrucken“ wird genannt.

Es ist der Vorläufer des „Roten Turms“.

Das „Falkenmeisteramt“ mit seiner Ausstattung

München * Kurfürst Carl Albrecht hat das „Falkenmeisteramt“ mit einem „Oberstfalkenmeister“, einem „Vize-Oberstfalkenmeister“, einem „Falkenamtsgegenschreiber“ und weiteren „Reiher- und Milanmeistern“, Knechten und einer Anzahl von „Wind- und Wachthundjungen“ besetzt.

Die „Templer“ werden von einer Übermacht besiegt

Nazareth * Die „Templer“ stellen sich mit 150 „Ordensrittern“ bei Nazareth der 7.000 Mann starken Armee des „Sultans“ Saladin in den Weg - und werden aufgerieben.

„Anwerbeabkommen“ mit Jugoslawien

Bundesrepublik Deutschland - Jugoslawien * Zwischen Jugoslawien und der Bundesrepublik Deutschland wird ein „Abkommen zur Anwerbung jugoslawischer Arbeitskräfte für den deutschen Arbeitsmarkt“ abgeschlossen.

Das Gartenlokal „Rosenau“ wird eröffnet

Milbertshofen * „Die Rosenau“, ein Gartenlokal in der Schleißheimer Straße 128, wird eröffnet. 

Es wird besonders an den Wochenenden von Soldaten und ihren Liebschaften frequentiert. 

Neue Abteilungen und Sportarten

München-Au * Fast jedes Jahr gründet der „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ eine neue Abteilung oder nimmt eine weitere Sportart auf. 

„Ensembleschutz“ für das alte Haidhausen

München-Haidhausen * Die verbliebenen Reste des alten Haidhausens werden unter „Ensembleschutz“ gestellt.

Ermittlungen wegen des Auftauchens von „Werwölfen“

Straubing * Im „Rentamt Straubing“ gibt es Ermittlungen wegen des Auftauchens von „Werwölfen“ im „Baierischen Wald“.

Dort hat sich in der Zeit des Krieges „allerhandt zauberische abergläubische Khünstten und sonderlich zwar das Paizen (wodurch Vich und Leithen an Leib und Leben khan Schaden zuegefüegt werden) so starkh eingerissen und überhandt genommen, das der gemaine ainfeltige Burger und Baursmann in die Gedankhen gleichsamb gerathen, er sich beregter abergläubischer Khünsten ohne Sindt und befahrende Bestraffung gebrauchen und bedienen khönne“.

Um die Verdächtigten verhaften zu können, wird ein eigenes „Gefängnis“ erbaut. 

Valentin Ludwig Fey geht in die rein protestantische „Herrn-Schule“

München-Au - München-Graggenau * Valentin Ludwig Fey wechselt in die rein protestantische „Schule an der Herrnstraße“ über.

Den Schulbesuch empfindet er als „Siebenjährige Zuchthausstrafe“.

In der „Kunst-Akademie“ werden Stücke des „Anti-Theaters“ gezeigt

München-Maxvorstadt * In der „Akademie der Bildenden Künste“ werden mehrere Stücke des „Anti-Theaters“ um Rainer Werner Fassbinder aufgeführt.

Emil Zeckendorf wird „Honorarkonsul“

München-Maxvorstadt * Emil Zeckendorf, Eigentümer der Richard-Wagner-Straße 11, wird „Honorarkonsul“.

Das Geheimnis eines guten Bieres herausfinden

München * Die baierische Staatsregierung schreibt ein Preisausschreiben aus.

Die erste Frage lautet: „Da die Bestandtheile des Biers Malz, Hopfen und Wasser sind, welches ist das nothwendige Verhältnis dieser Theile, damit das Bier gut genannt werden kann“.

Die bayerischen Juden lehnen die „Zionistische Bewegung“ ab

München * Die „Israelitische Kultusgemeinde München“ wehrt sich massiv gegen die „Zionistische Bewegung“ von Theodor Herzl, der in der bayerischen Haupt- und Residenzstadt den ersten „Zionisten-Kongress“ abhalten will.

Herzl hat sich für München als Veranstaltungsort entschieden, weil „diese Stadt als gastfreundlich gilt und ein geeigneter Verkehrsmittelpunkt“ ist.

Der zionistische Gedanke, der auf die Verwirklichung einer jüdischen Nation mit einem eigenen Staat „Palästina“ hinzielt, wird von den bayerischen Juden abgelehnt.
Sie fühlen sich als deutsche Staatsbürger und sehen durch das zionistische Gedankengut ihre Bemühungen um Integration gefährdet.

Sie wollen alles unterlassen, was den antisemitischen Parolen von der „fremden jüdischen Rasse“ und „dass die Juden Liebe und Anhänglichkeit zu ihrem Vaterlande nicht besitzen“ neue Argumente liefern könnte.

Der Widerstand der Münchner Juden bewirkt, dass der erste „Zionisten-Kongress“ in Basel stattfinden muss.

Die „Templer“ zeichnen sich bei Kämpfen um Mansura aus

Mansura * Die „Templer“ zeichnen sich bei Kämpfen um Mansura aus.

Hinterher haben sie 280 Gefallene zu beklagen.

Das Ausflugslokal „Die Rosenau“ wird geschlossen

München-Milbertshofen„Die Rosenau“, das Gartenlokal in der Schleißheimer Straße 128, wird geschlossen.

Karl Valentin wird das Gartenlokal in seinem Bühnenstück „Das Brilliantfeuerwerk oder ein Sonntag in der Rosenau“ verewigen.

Der „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ gründet eine Schülerriege

München-Au * Der „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ gründet eine Schülerinnen- und Schülerriege. 

Die Auer drängen auf die Eingemeindung

Vorstadt Au - München * Die Handwerker und die häufig arbeitslosen Tagelöhner der Au drängen auf die Eingemeindung.

In einem Gutachten des „Münchner Magistrats“ heißt es dazu:

„Der Gewerbemann der Vorstadt Au hat seine Kundschaft und seinen Markt nicht auf seinem Wohnplatz, sondern in München. Was sollen Schuhmacher und Schneider in einer Gemeinde mit 7.000 Köpfen, von denen zwei Drittel im Sommer mit bloßen Füßen gehen und sich in Lumpen kleiden“.

Die „SA-Gruppe Hochland“ ist in der Richard-Wagner-Straße 2 untergebracht

München-Maxvorstadt * Von 1935 bis Kriegsende ist die „SA-Gruppe Hochland“ im Anwesen Richard-Wagner-Straße 2 untergebracht.

Die verbliebenen Reste des „Roten Turms“ werden beseitigt

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Die verbliebenen Reste des „Roten Turms“ werden beseitigt.

Übrig bleibt nur der nördliche der beiden Anbauten, der den Abbruch fast 100 Jahre überdauert.

Das Anwesen Friedenstraße 40 gehört der Firma „L. Bernheimer oHG“

München-Berg am Laim * Laut dem Adressbuch gehört das Grundstück am Standort des heutigen „Technischen Rathauses" an der Friedenstraße 40 der „L. Bernheimer oHG“, die „künstlerische und vornehme Wohnungseinrichtungen in historischen Stilarten“ anbietet.

Die jüdische „Antiquitätenhändler“-Familie betreibt ihr Hauptgeschäft am Lenbachplatz.

Max IV. Joseph gründet die „Musterlehranstalt für Landwirthschaft“

Weihenstephan * Kurfürst Max IV. Joseph gründet im säkularisierten Klostergut von Weihenstephan die erste baierische „Musterlehranstalt für Landwirthschaft“.

Damit wird das Bierbrauen erstmals zum wissenschaftlichen Lehrgegenstand erhoben.

Albrecht IV. schließt mit Hans von Degenberg einen „Erbschaftsvertrag“

München * Herzog Albrecht IV. schließt mit Hans von Degenberg einen „Erbschaftsvertrag“, wonach beim Aussterben der Degenberger in der männlichen Linie deren gesamter Herrschafts- und Besitzkomplex in den Besitz der Wittelsbacher übergeht.

Der letzte große „Hexenprozess“ in Rain am Lech im Kurfürstentum

Rain am Lech * Im Kurfürstentum Baiern kam es unter der Regierung Maximilians I. in den Jahren 1643/44 zum letzten größeren „Hexenprozess“ in Rain am Lech, der die ungeheuerliche Summe von 3.141 Gulden verschlingt.

Die immensen Kosten, die auch aus den Hinterlassenschaften der „Hexen“ nicht finanziert werden können, lassen den „Hofrat“ von weiteren „Hexen-Verfolgungen“ Abstand nehmen.
Auch die weitgehend beachteten Beschränkungen der „Folter“ und die „Strategie des Widerrufs“ steuern ihren Teil dazu bei.

Der Tatbestand der „Hexerei“ reicht alleine nicht mehr zur Rechtfertigung eines „Todesurteils“ aus.
Hingerichtet werden „Zauberer“ und „Hexen“ im Kurfürstentum Baiern nur noch dann, wenn zudem andere Delikte wie „Giftmord, Kindsmord“ oder „Diebstahl“ nachgewiesen werden können. 

Valentin Ludwig Fey besucht die „Privat-Bürgerschule Dr. Ustrich“

München-Graggenau * Valentin Ludwig Fey beginnt mit seiner Ausbildung in der „Privat-Bürgerschule Dr. Ustrich“ in der Münzstraße 4.

Die Fortsetzung der Ludwigstraße nach Norden angeordnet

München-Maxvorstadt - Schwabing * Die Fortsetzung der Ludwigstraße nach Norden bis zum Dorf Schwabing wird durch „Ministerialbeschließung“ angeordnet.

Der „Bund Deutscher Mädchen - BDM“ in der Richard-Wagner-Straße 3

München-Maxvorstadt * Zwischen 1937 und 1940 ist der „Bund Deutscher Mädchen - BDM“ in der Richard-Wagner-Straße 3 untergebracht.

Die „Gastwirtschaft zum Roten Turm“

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Im nördlichen Anbau des ehemaligen „Roten Turms“ wird die „Gastwirtschaft zum Roten Turm“ eingerichtet.

Sie erhält die „Taferngerechtsame des Heiliggeistspitals“.

Die Gäste dieses Lokals sind hauptsächlich Soldaten der nahen „Schwere-Reiter-Kaserne“.

Die Familie Bernheimer verkauft ihr Grundstück an der Friedenstraße 40

München-Berg am Laim * Die Familie Bernheimer verkauft ihr Grundstück an der Friedenstraße 40 an die private „Milchhof München GmbH“.

Das Areal war in der NS-Zeit „arisiert“ und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder seinen rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben worden.

Der „Hackerbräu“ hat den höchsten Malzverbrauch in München

München-Hackenviertel * Im Braujahr 1806/07 steht der „Hackerbräu“ mit einem Verbrauch von 2.368 Scheffel Malz an der Spitze in München.

Die zwölf erfolgreichsten Münchner Brauereien haben einen Malzverbrauch von zusammen 18.067 Scheffel.

Simon von Eichthal verkauft sein Palais an den „Konditor“ Carl Rottenhöfer

München-Graggenau * Simon von Eichthal verkauft sein Palais an der Residenzstraße 26 an den „Konditor“ Carl Rottenhöfer.

Dessen Geschäft floriert derart, dass es schon bald nach seiner Eröffnung zur „Königlich-Bayerischen Hofkonditorei“ ernannt wird.

Bis Mitte 2013 trägt es den Namen „Confiserie Rottenhöfer Café Hag“ und befand sich an der selben Adresse.

Barbara Grützner stirbt im Alter von 30 Jahren

München-Haidhausen * Eduard Theodor Grützners Ehefrau Barbara stirbt im Alter von 30 Jahren.

Das „Jägerbuch“ von Herzog Ludwig VII. dem Bärtigen von Baiern-Ingolstadt

Ingolstadt * Im „Jägerbuch“ von Herzog Ludwig VII. dem Bärtigen finden sich Hinweise auf die „Falknerei“ in Baiern.

Der Herzog von „Baiern-Ingolstadt“ ist der Bruder der französischen Königin Isabeau de Baviére.

Spätestens bei seinen langen Aufenthalten am Hof des französischen Königs lernt er die „Beizjagd“ kennen.
Und da schon im Mittelalter an den Höfen des französischen Königs eine unglaubliche Prachtentfaltung herrscht, wird hier auch die „Falknerei“ mit größtem Glanz und Aufwand betrieben.
Es gibt dort sogar einen „Falkenmeister des Königs“, der später den Titel „Großfalkonier von Frankreich“ trägt.

Herzog Ludwig VII. von Baiern-Ingolstadt, der sich anno 1402 mit Anna von Bourbon vermählt hatte, regiert und verwaltet sein Teilherzogtum nach französischem Muster.

Der Adel kleidet sich französisch und sogar die Ingolstädter Häuser sind nach Pariser Geschmack erbaut und eingerichtet worden.
Hier dürfte demzufolge auch die „Beizjagd“ entsprechend aufwändig ausgeübt worden sein.

In dem bereits genannten „Jägerbuch“ ist festgelegt worden, dass die „Falkner“ zu dem Personenkreis gehören, die das „Recht der Nachtselden“ in Anspruch nehmen können.
Das bedeutet konkret, die vom Herzog den Klöstern und Kirchen auferlegte Verpflichtung, „unsere jägermaister, jäger und valcknär“ zu beherbergen und zu verpflegen oder ersatzweise jährlich einen Geldbetrag abzuliefern.

Die „Prälaten“ von sechs Klöstern verklagen daraufhin Herzog Ludwig VII. vor dem „Baseler Konzil“, das ihn anno 1433 mit dem „Kirchenbann“ belegt.
Der Regent des Ingolstädter Herzogtums stirbt mit dieser Strafe.

Bernhard von Clairvaux wird heilig gesprochen

Rom-Vatikan * Bernhard von Clairvaux wird heilig gesprochen.

Wilhelm von Ockham übersiedelt nach London

London * Wilhelm von Ockham übersiedelt nach London, wo er im „Studienhaus der Franziskaner“ unterrichtet.

Die Landeshauptstadt München fördert die „Münchner Aids-Hilfe“

München-Isarvorstadt * Die Landeshauptstadt München fördert die neu gegründete Regionalgruppe der „Münchner Aids-Hilfe“

Turnübungen im Wirtshaus-Nebensaal

München-Au * Nach einer vierjährigen Odyssee durch die verschiedensten Wirtshäuser des Münchner Ostens gelingt es dem „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ schließlich, im „Schleibinger Keller“ am Rosenheimer Berg, einen „großen Saal mit einem schönen Spielplatz“ anzumieten. 

Schon wieder eine Kinderhochzeit

Tirol * Die zwölfjährige Margarete „Maultasch“ von Tirol wird mit dem drei Jahre jüngeren Johann Heinrich von Luxemburg verheiratet. 

Angst vor der häufig auftretenden Tollwut

München * Unter Kurfürst Maximilian I. werden eigene „Hundefänger“ und „Hundeschlächter“ besoldet, deren Aufgabe es ist, streundende Hunde einzufangen und zu erschlagen.  

Dies geschieht auch aus Angst vor der damals häufig auftretenden Tollwut. 

Der „Zauberer-Jackl-Prozess“ im „Fürstbistum Salzburg“

Salzburg * Im „Fürstbistum Salzburg“ wird in den Jahren von 1675 bis 1690 der „Zauberer-Jackl-Prozess“ durchgeführt.

Er betrifft vor allem umherziehende „Bettler- und Vagantenkinder“ aus der Bande des nie gefassten „Zauberer-Jackls“.

90 Prozent der hingerichteten Kinder und Jugendlichen, die überwiegend unter 21 Jahre alt sind - das jüngste ist 11Jahre - sind männlich und stammen fast durchweg aus den „unteren sozialen Schichten“.

Auf Unterstützung aus der bäuerlichen Bevölkerung können sie nicht hoffen, im Gegenteil:
Die „vagierenden Bettlergruppen“ sind verhasst, weil man ihnen unterstellt, sie würden „schlechtes Wetter, Missernten und Hungersnöte“ herbeizaubern können. 

Karl Valentins „Erweckungserlebnis“

München-Isarvorstadt * Valentin Ludwig Feys Zitherlehrer, Ignaz Hepper, nimmt seinen „Zögling“ mit in das „Kolosseum“, wo der „Gesangshumorist“ Karl Maxstadt auftritt.

Das war Valentins „Erweckungserlebnis“.
Später schrieb er: „Ich wollte Varieté-Humorist werden wie Karl Maxstadt“.

Dr. Ludwig Gilmer übernimmt die „Haas-Klinik“

München-Maxvorstadt  * Dr. Ludwig Gilmer, ebenso „Facharzt für Chirurgie“ wie Dr. Alfred Haas, übernimmt von der „Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands, Landesstelle München“ beziehungsweise vom „Deutschen Reich“ die Häuser Richard-Wagner-Straße 17 und 19.

Er betreibt dort eine „Entbindungsanstalt“.

Die „Franziskanerinnen“ werden durch sogenannte „Braune Schwestern“ ersetzt.

Die „Gastwirtschaft zum Roten Turm“ muss weichen

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Die „Gastwirtschaft zum Roten Turm“ muss dem Neubau der „Ludwigsbrücke“ weichen.

Die Landeshauptstadt erwirbt Teile des „Milchhofs München“

München-Berg am Laim * Die Landeshauptstadt München erwirbt den größten Teil des Areals an der Friedenstraße, auf dem sich die „Milchhof München GmbH“ befindet.

Die „Reichspolizeiordnung“ verbietet jeden „Beischlaf außerhalb der Ehe“

München * Die „Reichspolizeiordnung“ verbietet jeden „Beischlaf außerhalb der Ehe“.

Eduard Theodor Grützner erhält den „Verdienstorden des Heiligen Michael“

München-Haidhausen * Eduard Theodor Grützner erhält den „Verdienstorden des Heiligen Michael, Ritterkreuz erster Klasse“.

Den „Templern“ kommt die Schlüsselrolle bei der Eroberung von Askalon zu

Askalon * Den „Templern“ kommt die Schlüsselrolle bei der Eroberung von Askalon zu.

Vierzig „Tempelritter“ werden dabei getötet, die Stadt aber erobert.

Der Eintrag ins amtliche Vereinsregister

München-Au * Ab 1904 bis zum Jahr 1917 kann der „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ seinen Betrieb im „Schwanensaal“ des „Münchner-Kindl- Kellers“ abhalten.

Ebenfalls im Jahr 1904 erfolgt der Eintrag ins amtliche Vereinsregister. 

Der „Schweizer Wirt“ an der Tegernseer-Landstraße wird erwähnt

Obergiesing * Der „Schweizer Wirt“ an der Tegernseer-Land-Straße wird erwähnt. 

Noch mindestens 100 Personen im Verdacht der „Hexerei“

München * In München geraten bis zum Jahr 1701 noch mindestens einhundert Personen in den Verdacht der „Hexerei“.

Mindestens 55 von ihnen erhalten Strafen, die unterhalb der „Todesstrafe“ lagen, hingerichtet werden etwas mehr als zehn. 

Der „Haidhauser Friedhof“ ist überfüllt

Haidhausen * Der „Haidhauser Friedhof“ ist „so erfüllt, dass kein Platz mehr übrig vorhanden“.

Das Haus in der Richard-Wagner-Straße 27 ist bezugsfertig

München-Maxvorstadt * Das Wohn- und Geschäftshaus in der Richard-Wagner-Straße 27 ist bezugsfertig. Sein Eigentümer, Clemens Schuster, betreibt im Erdgeschoss sein Geschäft für Polsterei, Tapeten und Linoleum.

Die „Milchhof München GmbH“ wird liquidiert

München-Berg am Laim * Die „Milchhof München GmbH“ wird liquidiert.

An dem Grundstück zeigen sich die Firmen Siemens und Bosch interessiert, ziehen sich aber aufgrund des Preises wieder zurück.

Die Biereinfuhr nach München beträgt 8.659 Hektoliter

München * Die Biereinfuhr nach München beträgt 8.659 Hektoliter.

Eine Ordnung gegen die „Winkelhurerey“ außerhalb des „Frauenhauses“

München * Der Rat der Stadt erlässt eine „Ordnung wider die Laster“, die sich vor allem gegen die „Winkelhurerey“ außerhalb des „Frauenhauses“ wendet.  

In dem Dekret heißt es:  
„Glaubhaften Berichten zufolge trieben etliche unverschämte Weibspersonen öffentlich innerhalb und außerhalb der Stadt, unter den Kramen am Marktplatz, in Ställen, in der Au etc., bei Tag und bei Nacht Unzucht“

Eduard Theodor Grützner in der Pfaffen-Falle

München-Haidhausen * Eduard Theodor Grützner schreibt: „Daß ich immer und immer wieder Pfaffen male, daran trage ich die Schuld nur zum kleineren Theile.

Bei jeder Ausstellung fast heißt es: 'Aber Pfaffen müssen's sein oder doch wenigstens einige davon darunter sein!' Male ich etwas anderes, sagen die Leute: 'Es ist kein echter Grützner'. Was ist da zu thun?!“

Tatsächlich kommen in mehr als Dreiviertel seiner Werke Klosterbrüder vor.

Daneben gibt es aber auch Jägerszenen, solche mit dem schier unverwüstlichen Sir John Falstaff sowie Bilder aus dem Theaterleben.

Der „Rosengarten“ wird umgestaltet und erweitert

München-Untergiesing * Von 1986 bis 1989 hat das „Baureferat“ den „Rosengarten“ umgestaltet und erweitert, um allen interessierten Hobbygärtnern zu zeigen, wie Profis Rosen arrangieren und verwenden.

Die „Rose“, die gerne als die „Königin der Blumen“ bezeichnet wird, veranstaltet jedes Jahr im „Rosengarten“ ein Feuerwerk der Farben.

Im Juni und Juli blühen über 8.500 Rosen.
Die rund zweihundert verschiedenen Sorten sorgen für Formen- und Farbenvielfalt.

Der Krieg ist nicht mit dem „Neuen Testament“ in Einklang zu bringen

Clairvaux * Dass sich kriegerische Auseinandersetzungen nur schwer mit dem Wort und Sinn des „Neuen Testaments“ in Einklang bringen lassen, bekümmert den Ordensmann, Mystiker und Prediger Bernhard von Clairvaux nur wenig.

Mit welchen rhetorischen Mittel er arbeitet und welche menschenverachtende Argumentation er dabei benutzt, lässt sich anhand eines Zitats aus einer Predigt zeigen, mit der der Heilige für den „Zweiten Kreuzzug“ wirbt: „Wenn sich dein Vater auf die Schwelle legte, wenn deine Mutter die Brust zeigte, die dich genährt, so steige über deinen Vater hinweg, tritt deine Mutter mit Füßen und folge trockenen Auges dem Kreuzbanner nach. Hier für Christus grausam sein ist die höchste Stufe der Seligkeit“.

Denn, so Bernhard weiter: „Ein Ritter Christi tötet mit gutem Gewissen; noch ruhiger stirbt er. Wenn er stirbt, nützt er sich selbst, wenn er tötet, nützt er Christus“. Wer aber so argumentiert, wem man „Honigsüße“ nachsagt, weil er eine ideologische Grundlage für einen „Gerechten und Heiligen Krieg“ und eine Argumentationskette schafft, die aus einem „Angriffskrieg“ einen „Verteidigungskrieg“ macht, der ist wirklich ein „komischer Heiliger“.

Wilhelm von Ockham wird der „Häresie“ bezichtigt

London * Wilhelm von Ockham wird der „Häresie“ bezichtigt.  

Die Anklageschrift zählt 56 Lehrsätze auf, die als „Irrtümer“ angeprangert werden.

An die Einwohner Münchens werden „Lebensmittelkarten“ ausgegeben

München * An die Einwohner Münchens werden „Milch-, Fleisch- und Zuckerkarten“ ausgegeben. 

Der 15jährige Valentin Ludwig Fey tritt bereits als „Vereinshumorist“ auf

München * Der 15-jährige Valentin Ludwig Fey tritt bereits als „Vereinshumorist“ auf.

Dabei begleitete er sich selbst mit der Zither und der Ziehharmonika, um anschließend mit dem Teller bei den Gästen ein wenig Geld einzusammeln. Diese Tätigkeit nannte man „schuberln“.

Sein „Auftrittsverzeichnis“ umfasst bis zum Jahr 1908 eine Vielzahl von Engagements.

Das „Palais Leopold“ wird abgerissen

München-Schwabing * Das „Palais Leopold“ wird abgerissen.

Das „Restaurant Richard Wagner“

München-Maxvorstadt * Zwischen 1901 und 1914 ist in dem Haus an der Richard-Wagner-Straße 27 das „Restaurant Richard Wagner“ untergebracht.

Das „Kloster auf dem Gaisberg“ wird erweitert

Au * Johann Maximilian von Alberti lässt den noch fehlenden Flügel rechts von der Kapelle ausführen.

Damit bietet das „Kloster auf dem Gaisberg“ Platz für zwölf „Jungfrauen“.

Die „Alte Isarkaserne“ auf der „Isarinsel“ brennt ab

München-Isarvorstadt * Die „Alte Isarkaserne“ auf der „Isarinsel“ brennt ab und wird neu aufgebaut.

Die „Zacherl-Brauerei“ betreibt Münchens erste „Dampfbrauerei“

Vorstadt Au * Die „Zacherl-Brauerei“ in der Vorstadt Au betreibt mit Anlagen der Firma Engelhardt aus Fürth Münchens erste „Dampfbrauerei“.

Das Maischen wird statt mit Menschenkraft durch Dampfkraft erledigt. Ach die Darre und der Braukessel werden mit Dampf erhitzt.

Mehrere „Lustmädchen“ werden gezüchtigt und aus der Stadt getrieben

München * Man lässt mehrere „liederliche, öffentliche Unzucht treibende Weibspersonen“ an den „Pranger“ stellen, züchtigen und anschließend aus der Stadt treiben.  

Fallen diese nichtregistrierten „Lustmädchen“ in die Hände des „Frauenwirts“, so kann er sie ohne weiteres in das „Gemeine Haus“ überführen und dort solange behalten, „bis sie ihr Leben von Sünde und Schande zur Bußfertigkeit kehrten“

Die „kurfürstlich privilegierte Tabakfabrique“ wird gegründet

München-Englischer Garten - Lehel * Die „kurfürstlich privilegierte Tabakfabrique“ wird gegründet. 

Eine der zwei Zufahrtsstraßen führt über die „Hofwiese“ und wird im Jahr 1789 Teil des „Englischen Gartens“.

Ein evangelischer „Betsaal“ in der „Volksschule an der Kolumbusstraße“

München-Au * Eine der „Turnhallen“ der „Volksschule an der Kolumbusstraße“ dient der evangelischen Gemeinde bis zum Bau der „Martin-Luther-Kirche“ als „Betsaal“.

Papst Clemens V. befiehlt die Anwendung der „Folter“

Avignon * Papst Clemens V. befiehlt, dass die „Templer“ dort, wo dies noch nicht geschehen ist, der „Folter“ zu unterziehen sind.

Das ist die Iberische Halbinsel, Norditalien, Deutschland und England.

Die „Sommerzeit“ wird im gesamten „Deutschen Reich“ eingeführt

Berlin * Die „Sommerzeit“ wird im gesamten „Deutschen Reich“ eingeführt. 

Der große baierischen „Kinderhexenprozess“ in Freising

Freising * Der große baierischen „Kinderhexenprozess“ geht in Freising, in zwei Teilen vonstatten.

Die „Bettelkinder“ Andre, genannt der „Drudenfanger“, und Lorenz werden unter der Beschuldigung, „Ferkel und Mäuse“ hergezaubert zu haben, verhaftet.
Die Verhöre ergeben weitere Beschuldigungen. 

Valentin Ludwig Fey arbeitet als Schreinergeselle bei verschiedenen Meistern

München-Maxvorstadt * Nach Ablegen seiner Gesellenprüfung arbeitet Valentin Ludwig Fey beim Schreinermeister Röder in der Arcisstraße 66 und später beim Schreinermeister Nürnberger, Barer Straße 70. Er verdient in der Woche zwischen 20.- und 25.- Mark.

Das „Palais der Königin Therese“ wird von Prinz Leopold gekauft

Schwabing * Das „Palais der Königin Therese“ wird von deren Enkel Prinz Leopold gekauft. 

Seither trägt es den Namen „Palais Leopold“.

Die Künstlervereinigung „Allotria“ wird gegründet

München * Die Künstlervereinigung „Allotria“ wird gegründet.

Auf dem Nordteil der „Isarinsel“ entsteht ein „Militärholzgarten“

München-Lehel * Auf dem Nordteil der „Isarinsel“ entsteht ein „Militärholzgarten“.

Die Münchner „Lustdirnen“ bezichtigen den „Frauenwirt“ der Gewalt

München * Die Münchner „Lustdirnen“ wenden sich an den Rat der Stadt und bezichtigen den „Frauenwirt“, eine der ihren geschlagen und gepeinigt zu haben.

Städtische Mitfinanzierung der „Rumfordchaussee“ abgewehrt

München-Isarvorstadt * Der Staat verzichtet auf eine städtische Mitfinanzierung der „Ringstraße“

Die „Rumfordchaussee“ war anno 1796 als militärische Straßenanlage gebaut worden, weshalb sich der Magistrat erfolgreich gegen jede finanzielle Beteiligung wehrte.
Auch als man die Straßenanlage als wesentlichen Beitrag zur Verschönerung Münchens ansah.

Die beiden Grützner-Kinder versteigern alle Güter

München-Haidhausen * Die beiden Grützner-Kinder versteigern alle Güter - einschließlich der umfangreichen und kostbaren Antiquitätensammlung.

Die „Künstler-Villa“ erwirbt die Studentenvereinigung „Danubia“, die einige Räume umbauen lässt.

Der „Holzmarkt“ am Schyrenplatz wird aufgelassen

München-Untergiesing * Der „Holzmarkt“ am Schyrenplatz wird aufgelassen, da inzwischen „stationäre Holz- und Kohlenhändler“ die Funktion des „Holzmarktes“ übernommen haben.

Vier „Templer“ sagen vor der „Päpstlichen Kommission“ aus

Paris * Vier Vertreter des „Templer-Ordens“ sagen vor der „Päpstlichen Kommission“ aus:

Man habe „außerhalb des französischen Königreichs, auf der ganzen Welt keinen einzigen Templerbruder gefunden, der diese Lügen sagt oder gesagt hat, woraus man recht deutlich den Grund ersieht, weshalb diese Lügen im französischen Königreich ausgesprochen werden: weil diejenigen, die sie gesagt haben, durch Furcht, Gebete oder Geld korrumpiert waren“.

Wilhelm von Occham reist nach Avignon

Avignon * Wilhelm von Occham reist nach Avignon, um sich dem gegen ihn angestrengten Prozess zu stellen.

Der der „Hexerei“ beschuldigte Andre erhängt sich in seiner Zelle

Freising * Der der „Hexerei“ beschuldigte Andre erhängt sich in seiner Zelle.

Ein weiterer Junge stirbt in der Zelle. 

Die Eingemeindung der Au wird von der Staatsregierung abgelehnt

München - Vorstadt Au * Die bayerische Staatsregierung entscheidet abschlägig über die Eingemeindung der Au.

Es soll alles unverändert bleiben.

Aus dem „Palais der Königin Therese“ wird eine „Kriegsschule“

Schwabing * Das „Palais der Königin Therese“ wird um 20.000 Gulden - über einen Strohmann - vom Militär gekauft und nach dem Umbau als „Kriegsschule“ verwendet.

Die Gesellschaft Jesu wird gegründet

Rom * Die Gesellschaft Jesu wird von dem ehemaligen Offizier Ignatius von Loyola gegründet und wie ein Militärverband aufgebaut. Ihr Tätigkeitsfeld sehen die Jesuiten vor allem in der geistigen Erneuerung und Seelsorge. In der Folgezeit entwickelt er sich zum Kampforden der katholischen Kirche.

Der Jesuit Lamormain wird viele Jahre später behaupten: „Wenn es nicht die Schulen der Gesellschaft gegeben hätte, die nach dem weisen Ratschluss der Kaiser und Erzherzöge in Wien, Prag, Graz, Olmütz und anderenorts in Deutschland gegründet wurden, dann wäre von der katholischen Religion kaum eine Spur übrig geblieben.“

Der „Militärholzgarten“ wird auf den „Ga­steig“ verlegt.

München-Lehel - Haidhausen * Der „Militärholzgarten“ nördlich der „Isarbrücke“ wird auf den „Ga­steig“ verlegt.

Ein Wettbewerb für das Technische Rathaus

München-Berg am Laim * Ein Wettbewerb für ein Verwaltungsgebäude der Landeshauptstadt München an der Friedenstraße 40 wird ausgeschrieben.

Der Münchner Malzverbrauch liegt bei 284.582 Hektoliter

München * Der Malzverbrauch aller Münchner Brauereien liegt bei 284.582 Hektoliter.

Die Herzöge führen strenge Aufsicht über die „Konkubinen“ der Geistlichen

München * Die Herzöge führen strenge Aufsicht über die „Konkubinen“ der Geistlichen.

Die Studentenverbindung „Danubia“ kann den Kredit nicht bedienen

München-Haidhausen * Nachdem die Studentenverbindung „Danubia“ die Zinsen für den Kredit nicht aufbringen kann, kommt die ehemalige „Grützner-Villa“ in Haidhausen zwangsweise unter den Hammer und geht daraufhin in den Besitz von Grützners Sohn Karl Eduard über, der dort mit seiner Frau Gisela lebt.

Die „Baumschule Bischweiler“ in den „Frühlingsanlagen“

München-Untergiesing * Die „Baumschule Bischweiler“ wird vom damaligen „Stadtgartendirektor“ Jakob Heiler als Teil der „Frühlingsanlagen“ geplant.

Ihren Namen hat die „Baumschule“ von der „Bischweilerstraße“ erhalten, die einst dort entlang führte. Die „Gartenanlage“ hat in ihrer Grundstruktur und ihrem Wegenetz die Zeiten überdauert.
Heute kultiviert das „Baureferat“ dort die „Ziergehölze“ für die städtischen Beete.

Doch trotz ihrer eher technokratischen Aufgabenstellung ist sie nicht nur eine „Baumschule“.

In „Themengärten“ lassen sich Blumen und Pflanzen mit allen Sinnen erleben.
Die „Stadtgärtner“ legten hier einen „Rosen- und Duftgarten“ an. Diese werden ergänzt durch einen „Tast-, Flieder- und Giftpflanzengarten“.

Die „städtische Baumschule“ ist auf „Zier- und Klettergehölze“ spezialisiert.
Über sechzig verschiedene Pflanzenarten und Sorten gibt es zu sehen.
Sie bestechen durch auffällige Blüten, Früchte und Farben.

Alle Pflanzen sind beschildert, sodass sich die Gartenfreunde Anregungen für ihren Garten holen können.

Durch die „Folter“ soll die „Häresie“ [„Ketzerei“] ausgerottet werden

Rom-Lateran * Die „Folter“ wird mit dem Ziel eingerichtet, um die „Häresie“ [„Ketzerei“] auszurotten.

Sie wird damals den „Bettelorden“ anvertraut, den „Franziskanern“ und vor allem den „Dominikanern“, deren Berufung der „Kampf gegen die Häresie“ ist.

Ein Relikt der irofränkischen Mission Baierns ?

Obergiesing * Der Name der Giesinger Kirche - „Heilig Kreuz“ - weist auf einen Zusammenhang mit der irofränkischen Mission hin, die in Baiern seinerzeit mit dem Wirken des heiligen Emmeram einsetzt.

Die damaligen Missionare errichten als Siegeszeichen über das Heidentum ein Kreuz auf. So war es vielleicht im 8. Jahrhundert auch in Giesing.

Gründung der „Armen-Industrie-Schule“ durch Pfarrer Hermann Rabl

Vorstadt Au * Gründung der „Armen-Industrie-Schule“ durch Pfarrer Hermann Rabl.

Ziel ist die „Erziehung der verwahrlosten Jugend zu aufrichtig frommen und wahrhaft tugendhaften Christen und zu rechtschaffenden, arbeitsamen, häuslichen und überhaupt wohlgesitteten Menschen“.

Valentin Ludwig Fey arbeitet wieder beim Schreinermeister Hallhuber

München-Haidhausen * Valentin Ludwig Fey arbeitet wieder als Geselle beim Schreinermeister Johann Hallhuber.

Diesem entwendet er einen Nagel, „schlug ihn in die Wand und hing an demselben das goldene Handwerk der Schreiner für immer auf“.

Herzog Albrecht V. beruft die Jesuiten

Ingolstadt * Herzog Albrecht V. beruft die Jesuiten an die Universität nach Ingolstadt, um durch sie den radikalen Verfall der theologischen Fakultät zu stoppen.

Franz Lenbach wird „Allotria-Präsidenten auf Lebenszeit“

München * Die Künstlervereinigung „Allotria“ wählt Franz Lenbach zu ihrem „Präsidenten auf Lebenszeit“.

Die „Kohleninsel“ erhält ihren Namen

München-Isarvorstadt - Museumsinsel - München-Lehel * Die Insel zwischen den beiden Isarbrücken wird „Kohleninsel“ genannt.

Die Stadt kauft Privatgrundstücke auf der „Theresienwiese“ auf

München-Theresienwiese * Die Stadt kauft Privatgrundstücke auf der „Theresienwiese“ auf, um das große Areal als „Festplatz“ erhalten zu können.

Die „Augustiner-Brauerei“ stellt ihren Betrieb auf „Dampfkraft“ um

München-Ludwigsvostadt * Die „Augustiner-Brauerei“ stellt ihren Betrieb auf „Dampfkraft“ um.

Der Rat der Stadt soll die „Pfaffenhuren“ (Konkubinen) aus der Stadt treiben

München * Der Rat der Stadt erhält von Herzog Wilhelm V. den Auftrag, die „Schlafweiber“ genannten „Pfaffenhuren“ (Konkubinen) aus der Stadt zu vertreiben.  

Dabei sieht der Stadtrat nicht nur die menschliche Seite des Problems, sondern sorgt sich auch um die unversorgten Kinder, sodass er drei Jahre später wegen „Nachlässigkeit im Kampf gegen die Konkubinen“ zu einer Geldstrafe von 500 Gulden verurteilt wird. 

Die „Baumschule“ auf der „Kalkofeninsel“ kommt an die Sachsenstraße

München-Haidhausen - Kalkofeninsel - Untergiesing * Die „Baumschule“ auf der „Kalkofeninsel“ muss wegen der Erbauung des „Müller'schen Volksbades“ und der Erweiterung des „Muffatwerks“ - an die Sachsenstraße, im Anschluss an das „Schyrenbad“, verlegt werden.

Der „Kulturgarten“ ist noch immer für die Öffentlichkeit zugänglich.

Im Garten befindet sich noch heute der Sitz der „Hauptabteilung Gartenbau“ der „Stadtgärtendirektion“.

Papst Innozenz IV. sieht der „Folter“ ein Mittel gegen die „Häresie“

Rom-Lateran * Papst Innozenz IV. sieht in der Bulle „Ad extirpendam“ die „Folter“ ausdrücklich als Mittel vor, um in Fällen der „Häresie“ die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Die Anklage von „Diebstahl“ in „Hexerei“ umgewandelt

Freising * Der Jugendliche Veit Adlwart kommt unter „Diebstahlsverdacht“ in Gewahrsam. 

Kurzfristig wandelt man die Anklage von „Diebstahl“ in „Hexerei“ um.

Im weiteren Verlauf verhaften die Freisinger Behörden über 100 Personen, von denen die meisten jedoch wieder frei kommen. 

Zehn Jahre Aufenthalt zum Erwerb des Heimatrechts

München - Königreich Baiern * Die Regierung legt fest, dass der zehnjährige Aufenthalt in einem Ort zur Erwerbung des Heimatrechts ausreichend ist. Die Verjährung als Erwerbstitel wird ab dem Jahr 1818 dazu führen, dass viele Anwärter nach neun Jahren abgeschoben werden. 

Das Brunnwerk am Neudeck kommt in den Besitz der Vorstadt Au

Vorstadt Au * Das Brunnwerk am Neudeck kommt für 100 Gulden in den Besitz der Vorstadt Au.

Planungen für ein „Jagdmuseum“ im „Palais Leopold“

München-Schwabing * Das Areal des „Leopoldparks" samt dem dazugehörenden „Palais Leopold“ geht in den Besitz der Stadt über. 

Der Nazi-Führer Christian Weber plant hier die Errichtung eines „Jagdmuseums“, das dann aber im „Schloss Nymphenburg“ verwirklicht wird.

Franz Lenbach wird in den „persönlichen Adelsstand“ gehoben

München * Franz Lenbach wird in den „persönlichen Adelsstand“ gehoben.

Dr. Fritz Gerlich erhält die bayerische Staatsangehörigkeit

München * Nach Ablegen seiner „archivarischen Staatsprüfung“ erwirbt der „preußische Staatsangehörige“ Dr. phil. Fritz Gerlich, „aufgrund seiner Niederlassung in der Stadt München [...], die Staatsangehörigkeit im Königreich Bayern“.

Die „Neue Isarkaserne“ in der Zweibrückenstraße wird bezogen

München-Isarvorstadt * Die „Kürassierkaserne“, „Schwere-Reiter-Kaserne“ oder „Neue Isarkaserne“ in der Zweibrückenstraße wird bezogen.

Bis 1885 dient die „Alte Isarkaserne“ nur noch als Behelfsunterkunft.

Die Stadtverwaltung weitet den Münchner „Burgfrieden“ aus

München-Theresienwiese * Die Stadtverwaltung erwirbt erneut Privatgrundstücke auf der „Theresienwiese“ und weitet damit den Münchner „Burgfrieden“ auf das Gebiet der Nachbargemeinde Untersendling aus.

Der Stadtrat beschließt „Rund um den Ostbahnhof - ROst“

München-Berg am Laim * Der Stadtrat beschließt ein Strukturkonzept für das 40 Hektar umfassende Areal zwischen Frieden-. Mühldorf-, Aschheimer- und Rosenheimer Straße.

Das Viertel firmiert unter dem Namen „Rund um den Ostbahnhof - ROst“ und gilt alleine schon wegen seiner guten öffentlichen Verkehrsanbindung und seiner unmittelbaren Nähe zur Innenstadt für die Stadtplaner als „Filetstück“.

Die „Pschorr-Brauerei“ stellt ihren Betrieb auf „Dampfkraft“ um

München-Ludwigsvorstadt * Die „Pschorr-Brauerei“ stellt ihren Betrieb auf „Dampfkraft“ um.

Eduard Theodor Grützner heiratet Barbara Link

München * Eduard Theodor Grützner heiratet die um sieben Jahre jüngere Barbara Link.

Sie bringt zwei Jahre später die gemeinsame Tochter Barbara zur Welt, die in verschiedenen Akten auch mit dem Kosenamen „Babette“ eingetragen wird.

Die „Volksschule“ an der Kolumbusstraße wird als „Musterschule“ errichtet

München-Au - München-Untergiesing * Zwischen 1895 und 1897 wird die „Volksschule“ an der Kolumbusstraße als „Musterschule“ durch Carl Hocheder errichtet.

Sie löst eine seit 1885 bestehende „Schulbaracke“ in der Pilgersheimer Straße ab.
Der Architekt Carl Hocheder muss für die „Volksschule an der Kolumbusstraße“ eine völlig neuartige architektonische Lösung entwickeln.

Da das Grundstück, wegen des unregelmäßigen Zuschnitts, eine geschlossene Bebauung nicht zulässt, gliedert Hocheder die Schule in einzelne Baukörper.

Zum ersten Mal verwendet er hier die - für das „Münchner Schulhaus“ später so typische - „Turnsaalterrasse“ und stellt sie an die Ecke des spitzwinkeligen Grundstücks.
Als Gegengewicht zu dem breit gelagerten Komplex entsteht der schlanke „Uhrenturm“

Carl Hocheder orientiert sich bei der Gestaltung der Schule an süddeutsche Klosterbauten des 18. Jahrhunderts.

Papst Clemens IV. bestätigt die Anwendung der „Folter“

Viterbo * Papst Clemens IV. bestätigt ausdrücklich die Anwendung der „Folter“.

Kaiser Ferdinand II. erklärt den „Josephstag“ zum Feiertag

Wien * Kaiser Ferdinand II. erklärt den „Josephstag“ zum Feiertag und gibt damit den Auftakt für den neuen Heiligenkult.

Josef Turner eröffnet im Frankfurter Hof eine Volkssänger-Bühne

München-Ludwigsvorstadt * Im Frankfurter Hof wird von dem Pächter Josef Durner eine Volkssänger-Bühne eröffnet, in der die Gesellschaft von Hans Blädel spielt, bis sie 1907 in den Peterhof am Marienplatz umzieht. 

„Gegenbischof“ Leutold von Schaunberg geht nach Wien ins Exil

Freising - Wien * Der vom Freisinger „Domkapitel“ im Jahr 1342 gewählte „Gegenbischof“ Leutold von Schaunberg tritt zurück und geht nach Wien ins Exil. 

In München lodert das letzte „Hexenfeuer“

München * In München lodert das letzte „Hexenfeuer“.

Die Tochter des „Hofstallknechts“ Dellinger wird erwürgt, bevor man ihren leblosen Körper dem Feuer übergibt. 

Der „Geschichtsschreiber“ Andreas Felix Oefele bezeichnet sie als „ein elendes Mädchen, schwach und seiner Sinne nicht mächtig“

Die Ausschmückung des „Fest- und Tanzsaales“ im „Alten Rathaus“ beginnt

München-Graggenau * Die Ausschmückung des „Fest- und Tanzsaales“ im „Alten Rathaus“ beginnt. 

Hier werden Erasmus Grassers „Moriskentanzfiguren“ aufgestellt. 

Der „Hafnermeister“ Chunrat Lecker fertigt im Auftrag der Stadt Ziegel

Haidhausen * Der „Hafnermeister“ Chunrat Lecker fertigt im Auftrag der Stadt Ziegel.

Im Jahr darauf brennt er 230.000 Steine in 10 Öfen.

Dr. Fritz Gerlich: „Geschichte und Theorie des Kapitalismus“

München * Dr. Fritz Gerlichs Buch „Geschichte und Theorie des Kapitalismus“ erscheint.

„Spatenbräu“ steht mit dem Malz-Verbrauch an der Spitze

München * Im Braujahr 1856/57 steht „Spatenbräu“ mit einem Verbrauch von 18.417 Scheffel Malz an der Spitze in München.

Die zwölf erfolgreichsten Münchner Brauereien haben einen Malzverbrauch von zusammen 102.748 Scheffel.

Das sind 228.100 Hektoliter.

Die Ausgestaltung der „Frühlingsanlagen“ beginnt

München-Untergiesing - München-Au * Bis 1893 erfolgt die eigentliche, planmäßige Ausgestaltung der „Frühlingsanlagen“.

Dabei wird das gesamte Gelände um den „Kulturgarten“ als Bestandteil der Isaranlagen im „spätlandschaftlichen Stil mit geschwungenen Wegen“ gestaltet.

Da mit der Zunahme der städtischen Grünflächen und Alleen die „Stadtgärtendirektion“ ein erweitertes Aufgabengebiet erhalten hat, wird die Einrichtung einer „Stadtgärtnerei“ und eines größeren „Kulturgartens“ notwendig.

Das „Internationale Generalsekretariat“ des „Templer-Ritterordens“ in Köln

Köln * Der „Templer-Ritterorden“ nennt sich jetzt „Ordo Militiae Templi Hierosolymitani“ - „Christlicher Ritterorden vom Tempel zu Jerusalem“.

Der Sitz des „Internationalen Generalsekretariats“ ist Köln.

  • Der „Orden“ hat circa fünftausend Mitglieder und ist in dreißig „Priorate“ gegliedert.
  • An der Spitze der Ordensleitung steht ein „Großmeister“.
  • Männer und - inzwischen auch - Frauen können ab dem 18. Lebensjahr „Ordensritter“ und „Ordensdamen“ werden.
  • „Ziele des Ordens“, der auch „karitativ tätig“ ist und Einrichtungen in Palästina und Israel unterstützt, sind die „Förderung der Einheit aller Christen“ und der „Erhalt der christlichen Kultur des Abendlandes“.

Ein „Pestfriedhof“ in Obergiesing

Obergiesing * Auf dem heutigen Standort der „Heilig-Kreuz-Kirche“ befindet sich ein Friedhof für die Toten der in diesem Jahr grassierenden „Pest“.

Franz Stuck erhält auf der Pariser Weltausstellung eine Goldmedaille

Paris - München-Haidhausen * Franz Stuck erhält auf der in Paris stattfindenden Weltausstellung eine Goldmedaille für die Möbel im Empfangszimmer der Villa Stuck. 

Josef „Beppo“ Benz „erheiratet“ das Haus an der Leopoldstraße 50

München-Schwabing * Josef „Beppo“ Benz „erheiratet“ das Haus an der Leopoldstraße 50, in dem sich eine gutbürgerliche Gaststätte befindet. Die Benz-Kleinkunstbühne wird bald zum Stammlokal von Ludwig Thoma, Ignatius Taschner, Albert Langen, Ferdinand von Reznicek, Rudolf Wilke und Dr. Georg Hirth. 

Der Freisinger „Gegenbischof“ Leutold von Schaunberg stirbt in Wien

Freising - Wien * Der Freisinger „Gegenbischof“ Leutold von Schaunberg stirbt in Wien. 

Weitere Hinrichtungen im „Freisinger Prozess“

Freising * Zwischen 1721 und 1723 werden acht Burschen und junge Männer im Alter zwischen 14 und 23 Jahren und drei „Bettlerinnen“ mittleren Alters in Freising hingerichtet.

Zu diesem Zeitpunkt ist der Zenit der „Hexen-Verfolgungen“ allerdings längst überschritten.
Der „Freisinger Prozess“ ist ein Auslaufmodell, was aber den „Hingerichteten“ allerdings nicht hilft. 

Das „Alte Rathaus“ wird re-gotisiert

München-Graggenau * Bis 1864 wird das „Alte Rathaus“ vom „Städtischen Baurat“ Arnold Zenetti regotisiert.

Der Bedarf an Ziegel ist gewaltig

München - Haidhausen * Der Bau des „Salzstadels“ sowie der durchgreifende Um- und Neubau der „Stadtmauer“ erfordert gewaltige Mengen an „Ziegeln“.

Fritz Gerlich wird Mitglied in der „Nationalsozialistischen Partei“

München * Fritz Gerlich wird Mitglied in der „Nationalsozialistischen Partei“ und ist längere Zeit ehrenamtlich als Sekretär des „Liberalen Arbeitervereins München“ tätig.

Die „Kohleninsel“ wird mit einer Kaimauer gegen Hochwasser geschützt

München-Isarvorstadt - Museumsinsel * Die „Kohleninsel“ wird mit einer Kaimauer gegen Hochwasser geschützt.

Die Arbeiten dauern bis 1904 an.

Ein Befehl zur „Ausweisung der Priesterkonkubinen“

München * Der Münchner Rat verhält sich gegenüber der Ausweisung der „Schlafweiber“ weiterhin so zurückhaltend, dass in den Jahren 1611, 1612 und 1613 der „Befehl wegen Ausweisung der Priesterkonkubinen“ von Herzog Maximilian I. wiederholt werden muss.  

Der Befehl sieht bei der Vernehmung der „Konkubinen“ auch die Anwendung des „Daumenstocks“ vor. 

Der „Heumarkt“ wird an den „Schlachthof“ an der Kapuzinerstraße verlegt

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Der ursprünglich am „Isartor“ gelegene „Heumarkt“ wird an den „Städtischen Schlachthof“ an der Kapuzinerstraße verlegt.

Der „Templerorden“ kann die „Ordensstatuten“ neu verabschieden

Schottland - Portugal - Norditalien * Da der „Templerorden“ in Schottland, Portugal und Norditalien nie offiziell aufgelöst wird, kann er sich als „militärisch-christlicher Laienritterorden“ neu formieren und die „Ordensstatuten“ neu verabschieden.

Das „Café Perzl“ bringt immer Neuigkeiten auf den Markt

München-Graggenau * Constantin Pfrang, genannt „Stanzl“, feiert zusammen mit Hans Blädel im „Café Perzl“ am Marienplatz [heute: „Kaufhaus Ludwig Beck am Rathauseck“] große Erfolge.

Das „Café Perzl“ bringt immer Neuigkeiten auf den Markt.
Von der ersten in München spielenden „Damenkapelle“ bis zu „Schleier- und Charaktertänzerinnen“ - jedoch immer unter Überwachung der Polizei. 

Zwischen 60 und 70 Filialen auf Münchner Stadtgebiet

München * Die beiden Konsumvereine betreiben zusammen zwischen 60 und 70 Filialen auf Münchner Stadtgebiet. 

32,1 Prozent der Münchner sind Mitglied in einer Konsumgenossenschaft. 

Georgenstraße 8/10 wird als symmetrisches Doppelhaus hergestellt

Schwabing * Das Gebäude Georgenstraße 8/10 wird nach dem Entwurf von Josef Hoelzle als symmetrisches Doppelhaus hergestellt.

Die Stadt betreibt fünf „Ziegelwerke“ in Haidhausen

Haidhausen * Die Stadt betreibt fünf „Ziegelwerke“ in Haidhausen.

Dr. Fritz Gerlich schreibt für die „Süddeutschen Monatshefte“

München * Dr. Fritz Gerlich schreibt für die „Süddeutschen Monatshefte“ von Professor Paul Nicolaus Cossmann.

Die Münchner Kasernen bieten Unterkunft für 1.568 Mann

München * Die Münchner Kasernen bieten Unterkunft für 1.568 Mann.

König Max II. bekräftigt das „Reinheitsgebot“ für Bier

München * König Max II. verordnet mit Gesetzeskraft: „Die Verwendung anderer Stoffe oder Surrogate für Gerstenmalz und Hopfen zur Bereitung von Braunbier bleibt verboten“.

Die „Konkubine“ Barbara Ferchthin muss am Pranger stehen

München * Herzog Maximilian I. verlangt vom Rat der Stadt, die „Konkubine“ Barbara Ferchthin an drei Sonn- oder Feiertagen hintereinander öffentlich vor die Frauenkirche zu stellen und sie danach „sechs Meilen Wegs“ von München wegzuschaffen.

Ein „Frauenbad“ auf der „Flaucherinsel“ wird eröffnet

Thalkirchen * Ein „Frauenbad“ wird - durch die Isar in „angemessenem Abstand“ getrennt - auf der „Flaucherinsel“ eröffnet.

In Portugal werden die „Tempel-Ritter“ von jedem Verdacht freigesprochen

Portugal * In Portugal werden die „Tempel-Ritter“ durch einen Untersuchungsausschuss von jedem Verdacht freigesprochen.

Sie ändern ihren Ordensnamen in „Christusorden“.

Dieser widmet sich in der Folgezeit der Seefahrt und hat so berühmte Mitglieder wie Vasco da Gama und Heinrich den Seefahrer.
Die portugiesischen Schiffe segeln deshalb auch unter dem berühmten „Tatzenkreuz der Templer“.

„Goldene Schallplatte“ für „My Bonnie“

Großbritannien * Tony Sherdan erhält eine „Goldene Schallplatte“ für „My Bonnie (lies over the ocean)“.

Josef Durner gibt den Frankfurter Hof auf

München-Ludwigsvorstadt * Josef Durner gibt den Frankfurter Hof auf. Damit verliert es seine Bedeutung als Volkssänger-Lokal. 

45,6 Prozent der Münchner sind Mitglied in einer Konsumgenossenschaft

München * 45,6 Prozent der Münchner Einwohner versorgen sich als Mitglied mit Waren aus den Konsumgenossenschaften.

Der „Sozialdemokratische Verein“ wird aufgelöst

München * Auf Betreiben des Münchner „Polizeidirektors“ Max Freiherr von Feilitzsch wird der „Sozialdemokratische Verein“ aufgelöst. 

Von 1875 bis 1878 werden 568 Verfahren wegen „geheimer Verbindung und verbotener Affiliation“ eingeleitet. 

Zurechtgerückt: Das „Kaiser-Ludwig-der-Baier-Monument“

München-Kreuzviertel * Das „Kaiser-Ludwig-der-Baier-Monument“ in der „Frauenkirche“ kommt an seinen heutigen Platz.

Das Haus Georgenstraße 8 wird vollständig umgebaut

München-Schwabing * Das Haus Georgenstraße 8 wird nach dem Entwurf von Josef Hoelzle vollständig umgebaut. Das palastähnliche Bauwerk im Wiener Ringstraßen-Stil wird dem päpstlichen Nuntius Eugenio Pacelli als Residenz angeboten. Eine Kapelle befindet sich im Osttrakt des Bauwerks.

Auf 50 Öfen wird in Haidhausen „Ziegel“ gebrannt

Haidhausen * Auf 50 Öfen wird in Haidhausen „Ziegel“ gebrannt.

Dr. Fritz Gerlich ist Mitbegründer der „U-Boot-Bewegung“

München * Dr. Fritz Gerlich ist Mitbegründer der sogenannten „U-Boot-Bewegung“.

Das „Kloster am Lilienberg“ erreicht mit 32 Schwestern seinen Höchststand

Au * Das „Kloster am Lilienberg“ erreicht mit 32 Schwestern  - 24 „Professen“ und 8 „Laienschwestern“ - seinen Höchststand.

4.243 Militärpersonen sind in München stationiert

München * Die Zahl der in München stationierten Militärpersonen beträgt 4.243.

Die Mannschaften sind in Kasernen unergebracht.

München hat nur mehr 17 Brauereien

München * München hat nur mehr 17 Brauereien.

Der zwei Kilometer lange „Isardamm“ ist fertig gestellt

München-Englischer Garten - Lehel * Der vom „Geometer“ Adrian von Riedl geplante, etwa 2 Kilometer lange „Isardamm“ ist fertig gestellt.

Er schützt den „Englischen Garten“ nicht nur vor Hochwasser, sondern ermöglicht auch die Entwässerung des Parkgeländes.

Die „Unheilbaren“ kommen ins „Krankenhaus Rechts der Isar“

München-Au - München-Haidhausen * Die Insassen des „St.-Nicolai-Spitals der Unheilbaren“ am Kolumbusplatz können nach Haidhausen, ins „Krankenhaus Rechts der Isar“, umziehen.

Nach der Verlegung werden die Gebäude auf Abbruch versteigert.

Der erste „Rat der Stadt“ München

München * München hat einen „Rat der Stadt“, den man „consules civitatis Monacensis“ nennt. 

Der „Konsumverein von 1864“ kauft ein Grundstück für einen Holzhof

Berg am Laim * Der „Konsumverein von 1864“ kauft ein Grundstück an der „Bergamlaimstraße 2 ½“ für einen Holzhof. 

Das Grundstück stellt sich als absolut ungeeignet heraus, kann aber erst im Jahr 1919 mit Verlust verkauft werden. 

Friedrich Wilhelm von Bissing erwirbt das Gebäude an der Georgenstraße 10

München-Schwabing * Der „Privatgelehrte“ Friedrich Wilhelm von Bissing erwirbt das Gebäude an der Georgenstraße 10 und lässt es nach seinen Vorstellungen umbauen.

Es entsteht eine schöne Verbindung des Münchner Jugendstils mit traditionellen Elementen Altmünchner Bürgerhäuser.

Die „Städtischen Ziegelmeister“ kaufen 356 Föße zum „Ziegelbrennen“ auf

Haidhausen * In 56 Öfen werden in Haidhausen über 782.000 Ziegel gebrannt.

Die „Städtischen Ziegelmeister“ kaufen 356 Föße zum „Ziegelbrennen“ auf.

Das „Kloster am Lilienberg“ von den „Kaiserlichen“ besetzt

Au * In den Auseinandersetzungen des „Ersten Koalitionskrieges“ wird das „Kloster am Lilienberg“ von den „Kaiserlichen“ besetzt und deshalb von den Franzosen beschossen.

Die „Alte Isarkaserne“ in der Beschreibung

München-Isarvorstadt * Die „Alte Isarkaserne“ wird wiefolgt beschrieben:

„Die Caserne liegt außerhalb der Stadt, jenseits des Isaar-Flußes, auf einer sogenannten Insel“.

Das zweistöckige Hauptgebäude war 140 Meter lang. Es fasste damals 954 Mann, für die zweiundsechzig Zimmer und vierzehn Küchen vorhanden waren. Das Erdgeschoss diente als Pferdestall, in dem insgesamt 274 Pferde Platz fanden.

Die Kasernenanlage wurde mehrfach umgebaut. Dabei war die Truppenstärke höchst unterschiedlich. Zeitweise befanden sich in der „Alten Isarkaserne“ außer den Pferden nur einige Stallwachen.

1.459 Betreiber bewerben sich für's Oktoberfest

München-Theresienwiese * 1.459 Betreiber bewerben sich für einen Betrieb auf dem Oktoberfest. 617 Betriebe werden zugelassen. Davon sind 268 Schausteller und 305 Marktkaufleute, städtische Verkaufseinrichtungen sowie mehrere Servicebetriebe.

Ein „Narrenhäusl“ zur Bestrafung von „Prostituierten“

München * Zur Bestrafung von „Prostituierten“ verwendet man ein so genanntes „Narrenhäusl“.  

Es handelte sich dabei um einen Käfig „mit weiblichen Inhalt“, der auf einer Drehscheibe befestigt ist.  
„Auf der Straße offen aufgestellt, findet sich immer Gesindel, das heftig dreht und spuckt und gar Kot auf die Weibsperson wirft“

Das Gebäude des Spitals der Unheilbaren muss abgebrochen werden

München-Au * Mit dem Bau der Eisenbahnlinie muss sich der Magistrat gegenüber der Eisenbahn-Gesellschaft verpflichten, das Gebäude des neuen St.-Nicolai-Spitals der Unheilbaren am heutigen Kolumbusplatz abzubrechen.

Papst Pius IX. erlässt eine „Enzyklika“ aller „zeitgenössischen Irrlehren“

Rom-Vatikan * Papst Pius IX. erlässt - wieder ohne Konzil - die „Enzyklika Quanta Cura“, den sogenannten „Syllabus“, der eine Aufstellung von 80 „zeitgemäßen Irrlehren“ enthält. 

Dazu gehören nicht nur der „Pantheismus“, Naturalismus“ und „Rationalismus“, sondern vor allem der „Sozialismus“, Kommunismus“ sowie „irrige Anschauungen“ über die „Natur der Ehe“ und das „Verhältnis von Staat und Kirche“.
Verurteilt wird auch der „ungezügelte Fortschrittsglaube“ und der „Liberalismus“, der die „Trennung von Staat und Religion“ vorsieht. 

Die „Kurie“ sieht ihren Feind in der „modernen Welt“.
Deshalb ist sie gegen die Glaubensfreiheit, Gewissens-, Kult-, Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit sowie die Demokratie.
Im Gegensatz dazu verlangt der Papst im „Syllabus“ die Oberhoheit der Kirche über die staatliche Gewalt. 

Auf Kritik an der „römisch-katholischen Kirche“ und auf „Individualismus“ antwortet sie mit dem Anspruch, dass nur sie selbst auf Erden die Sache Gottes „ausschließlich, alleinig und entscheidend“ vertreten könne.
Wer zu dieser Kirche nicht gehören will, der muss sie eben verlassen. 

Besonders in Deutschland entbrennt daraufhin eine Auseinandersetzung, in deren Folge es zum sogenannten „Kulturkampf“ kommt. 

In München wird erstmals ein „Rathaus“ erwähnt

München-Graggenau * Erstmals wird ein „Rathaus“ in München genannt, das als „der Stadt Haus“ oder als „Haus der Bürger“ bezeichnet wird. 

Über die innere Einteilung dieses älteren Rathauses kann keine Aussage gemacht werden. 

Das Königreich Baiern beginnt Verhandlungen über ein „Konkordat“

München - Rom-Vatikan * Das Königreich Baiern beginnt mit dem Vatikan Verhandlungen über ein „Konkordat“.

Die Gespräche werden jedoch im darauffolgenden Jahr wieder abgesetzt. 

Der Konsumverein von 1864 verkauft sein Holzhof-Grundstück

München-Berg am Laim * Der Konsumverein von 1864 verkauft sein Grundstück mit dem Holzhof an der Bergamlaimstraße 2 ½ mit Verlust. 

Der „Hundemarkt“ wird auf den „Viehmarkt“ an der Herrenstraße verlegt

München * Der „Hundemarkt“ wird von der „Schranne“ auf den „Viehmarkt“ an der Herrenstraße verlegt. 

Die Wildnis in der „Falkenau“ wird ausgerottet

Au - Untergiesing * Die ganze „Falkenau“ wird als „Rittersitz des kurfürstlichen Rats“ Josef Anton von Kern bezeichnet. 

Damit verbunden ist die Erlaubnis, die ganze Wildnis auszurotten.

Friedrich von Bissing verschenkt seine „Sammlung altägyptischer Kunst“

München * Friedrich Wilhelm von Bissing schenkt seine „Sammlung altägyptischer Kunst“ der bayerischen „Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst“.

Tonfilmprobeaufnahmen der Valentin-Soloszene „Der Feuerwehrtrompeter“

München-Maxvorstadt * Es entstehen Tonfilmprobeaufnahmen der Valentin-Soloszene „Der Feuerwehrtrompeter“ im „Arri-Atelier“ in München.

Neun von der Stadt benannte „Ziegelmeister“ werden genannt

München - Haidhausen * Neun von der Stadt benannte „Ziegelmeister“ werden genannt.

Eine Mädchenschule bei den „Benediktinerinnen am Lilienberg“

Au * Angesichts der drohenden „Säkularisation“ richten die „Benediktinerinnen am Lilienberg“ eine Mädchenschule im Kloster ein, um so ihr Überleben zu sichern.

Für Unteroffiziere werden allmählich Einzelbetten eingeführt

München * Für Unteroffiziere werden allmählich Einzelbetten eingeführt.

Der „Gotische Pavillon“ im „Englischen Garten“ entsteht

München-Englischer Garten - Lehel * In der Nähe der „Wirtschaft des Chinesischen Turms“ entsteht der „Gotische Pavillon“.

Der Holzbau wird von der Münchner Bevölkerung ebenso exotisch und bizarr betrachtet wie die chinesische Baukunst.

Er verschwindet - wie die meisten Holzkostruktionen - bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Titel in Hülle und Fülle

München * Sir Benjamin Thompson führt nachstehende Titel:

„Exzellenz Sir Benjamin Thompson Ritter, Seiner Kurfürstlichen Durchlaucht zu Pfalzbaiern Kämmerer, Wirklicher Geheimer Rat, Generalmajor der Kavallerie und Generalleibadjutant, des Kgl. Polnisch Weißen Adlers- und Stanislausordens Ritter, der Kgl. Gesellschaft zu London, der Kgl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin, der Kurfürstlichen Akademie der Wissenschaften zu Mannheim und zu München und der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften Mitglied“.

Eduard von Grützners Abschlussarbeit an der Kunstakademie

München-Maxvorstadt * Als Abschlussarbeit verlangt Karl von Piloty von seinen Schülern einen „großen historischen Unglücksfall“.

Als Thema für Eduard Grützner schlägt er vor: „Heinrich II. von England lässt sich 1174 am Sarkophage des Erzbischofs Thomas Becket geißeln“. Da der Student der Thematik nur wenig Sympathie abgewinnen kann, malt er eine ganz andere Unglücksgeschichte.

Es wird ein humoristisches Kellerbild mit Mönchen, auf dem ein behäbiger, zum Weinholen geschickter Klosterbruder abgebildet ist. Er hat zu tief und zu lange ins Glas geschaut und ist deshalb angetrunken - an einem Weinfass stehend - eingeschlafen. Von einem anderen Pater denunziert, wird der Mönch nun vom Prior kritisch beobachtet.

Piloty sieht sich das Bild lange an und sagt schließlich: „Bravo, gratuliere!“ Eduard Grützners nächstes Werk hat eine ähnliche Thematik: Ein von Zahnweh geplagtes Pfäfflein steigt in den Weinkeller, um dort Linderung für seine Pein zu suchen. Dieses Bild kauft der „Kunstverein“ an und versteigert es für dreihundert Gulden. Der Käufer veräußert es umgehend für beinahe das Dreifache.

Mit der Errichtung der „Frühlingsanlagen“ wird begonnen

München-Au - München-Untergiesing * Mit der Errichtung der „Frühlingsanlagen“ ober- und unterhalb der „Reichenbachbrücke“ wird begonnen. Das Gelände verbindet die rechtsseitigen Isarauen mit der Stadt, wobei es sich zunächst lediglich um einen Spazierweg mit „Begleitbepflanzung“ in den ehemaligen Wiesen handelt.

Erst nach der Fertigstellung der „Wittelsbacher Brücke“ - im Jahr 1876 - werden auch die Wege durch die „Birkenleitenau“ - in Verlängerung der „Frühlingsanlagen“ - bis nach Harlaching angelegt.

Die „Stadtgärtner“ wollen damit die rechtsseitigen „Isaranlagen“ - unter Einbeziehung der „Gasteig- und Maximiliansanlagen“ - in eine zusammenhängende Promenade von Harlaching bis nach Bogenhausen verwandeln. Eine Idee, die bereits auf eine Initiative König Max II. zurückgeht, der ganz München mit einem Ring von „Anlagen“ umgeben wollte.

Neubau der Giesinger Heilig- Kreuz-Kirche

München-Obergiesing * Die neue Heilig- Kreuz-Kirche wird nach Plänen von Georg von Dollmann gebaut. Den entscheidenden Einfluss auf die architektonische Gestaltung des Kirchenneubaus übt jedoch der Ex-König Ludwig I. aus, der achtzehn Jahre zuvor seiner Ämter enthoben worden ist.

Er ist nicht nur während der Planungsphase und des ersten Bauabschnitts der potenteste Finanzier, sondern bestimmt auch den Architekten: den königlich bayerischen Hofbaurat und Schwiegersohn von Leo von Klenze, Georg von Dollmann. Dieser hatte für den pensionierten König den Ausbau der assyrischen Abteilung in der Glyptothek und einen großen Teil der Befreiungshalle ausgeführt. Dollmann ist Betriebsingenieur der kgl. bay. Staatsbahn und wirkt als Baumeister König Ludwigs II. bei der Projektierung seiner Schlösser mit.

Die Zeitschrift „Hammer, Blätter für deutschen Sinn“

Leipzig * Der „Publizist“ Theodor Fritsch, der seine politischen Aktivitäten auf den Mittelstand konzentriert, gibt die Zeitschrift „Hammer, Blätter für deutschen Sinn“ heraus.

Schon 1887 hatte er einen „Antisemiten-Katechismus“ verfasst, der anno 1907 neu überarbeitet unter dem Titel „Handbuch der Judenfrage“ neu erschienen war.

Sein Leipziger „Hammerverlag“ verlegt nicht nur zahlreiche völkische Bücher und Zeitschriften, wie die „Antisemitische Correspondenz“, die „Deutschsozialen Blätter“ sowie den bereits erwähnten „Hammer, Blätter für deutschen Sinn“, sondern auch den „Deutschen Müller“, eine damals bekannte Wirtschaftszeitung.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg erzielen die Produkte des „Hammerverlags“ Aufmerksamkeit und hohe Auflagen.

Umbauarbeiten am Vorläuferbau des „Alten Rathauses“

München-Graggenau * Die Umbauarbeiten am Vorläuferbau des „Alten Rathauses“ dauern bis 1394. 

Es wird ein Saal eingebaut, der in der folgenden Bürgerrevolution Tagungsort des „Großen Rats der Dreihundert“ ist. 

Die „Konkordats-Verhandlungen“ werden wieder aufgenommen

München - Rom-Vatikan * Die „Konkordats-Verhandlungen“ zwischen dem Königreich Baiern und dem „Heiligen Stuhl“ werden wieder aufgenommen. 

Bischof Johann Casimir Häffelin führt als baierischer Gesandter die Gespräche in Rom. 

Und obwohl er als ein „Mann der katholischen Aufklärung“ gilt, kommt er der römischen Kurie so weit entgegen, sodass die Regierung in München mehrere „Konkordats-Entwürfe“ ablehnen muss. 

Der „Konsumverein München von 1864“ erwirbt ein Grundstück in der Au

München-Au *Der „Konsumverein München von 1864“ erwirbt ein Grundstück mit Bahnanschluss zum Ostbahnhof an der Auerfeldstraße und bringt dort zunächst einen geräumigen Holz- und Kohlenhof unter. 

Später siedelt sich hier die ganze Zentrale an.

Bis dahin war der Verein in der Au überhaupt nicht vertreten. 

Die alte Mariahilf-Kirche wird abgebrochen

Vorstadt Au * Die alte Mariahilf-Kirche wird abgebrochen.

Die Mauern werden zum Bau des „Muffatwehres“ verwendet.

Anton Azbé betreibt eine private „Mal- und Zeichenschule“

München-Schwabing - München-Maxvorstadt * Der „Maler“ und „Lehrer“ Anton Azbé betreibt in der Georgenstraße 16 und an der Amalienstraße 57 („Damenabteilung“) eine „Mal- und Zeichenschule“.

Einer seiner Schüler war Wassily Kandinsky.

Die zweischläfrigen Mannschaftsbetten werden abgeschafft

München * Die zweischläfrigen Mannschaftsbetten werden abgeschafft.

Es dauert aber noch etliche Jahre, bis in allen Kasernen tatsächlich Einzelbetten für alle Soldaten vorhanden sind. Bis dahin müssen sich zwei ausgewachsene Männer ein Bett teilen, das eine Länge von 1,79 Metern und eine Breite von 1,30 Metern nicht überschreiten darf.

Als Schlafunterlage dient ein gemeinsamer Strohsack, über den ein Leintuch gespannt ist. Darüber liegt eine große Decke.

Ein Bierausschank für die im „Englischen Garten“ beschäftigten Arbeiter

München-Englischer Garten - Schwabing * An der ursprünglichen nördlichen Grenze des „Englischen Gartens“ befinden sich zwei kleine „Holländische Bauernhäuser“, die dem „Parkwächter“ Josef Tax als Wohnung dienen. 

Er hält Kühe und Esel und betreibt außerdem einen Bierausschank für die im „Englischen Garten“ beschäftigten Arbeiter und Tagelöhner.

Damit legt er den Grundstein für das später so beliebte Ausflugslokal „Kleinhesselohe“, das anfangs im Volksmund auch „Kleines Eselsloch“ genannt wird.

Beschreibung der „Villa Grützner“

Leipzig - München-Haidhausen * Ein Artikel der in Leipzig erscheinenden „Illustrierten Zeitung“ beschreibt die Villa des Kunstmalers Eduard Theodor Grützner: „Da haben nun die vereinigten Antiquitäten mehr oder weniger sich selbst die Räume geschaffen.

Das Haus ward lediglich nach denselben gebaut; nach dem dadurch bedingten Inneren gestaltete sich naturgemäß mit Hilfe der geschmackvollen Anordnung beider Künstler [gemeint waren Grützner und Romeis] auch das Äußere dieses anmuthigen Gebäudes, mit all seinen Winkeln und Vorsprüngen, mit seinen Erkern, Altanen und Thürmchen, die demselben solch ein charaktervolles, deutsch anheimelndes Aussehen verliehen“.

Die „Thule-Gesellschaft“ und ihre Wurzeln

München-Graggenau * Die „Thule-Gesellschaft“ hat ihren Ursprung in den vom „Mühleningenieur“ und „Publizisten“ Theodor Fritsch gegründeten „Reichshammerbund“

Bei der Konstituierung des „Reichshammerbundes“ wird zugleich der „Germanenorden“ aus der Taufe gehoben.
Er soll die „geheime Kommandozentrale“ für die gesamte „völkische Bewegung“ werden, ein „deutsch-völkischer Generalstab“.

Nur „bis ins dritte Glied reinblütige Deutsche“ werden in den „Orden“ aufgenommen.

Besonderer Wert wird auf die „Propaganda der Rassenkunde“ gelegt.
Es sollen die Erfahrungen, die man „im Tier- und Pflanzenreiche gemacht hat, auf den Menschen angewandt“ und gezeigt werden, „wie die Grundursache aller Krankheit, allen Elends, in der Rassenvermanschung liege“.

Der „Orden“ will die „Prinzipien der Alldeutschen“ auf die „ganze germanische Rasse“ ausdehnen und den Zusammenschluss „aller Völker germanischen Blutes“ anbahnen.

Der „Konsumverein von 1864“ errichtet ein Büro- und Wohngebäude

München-Au * Der „Konsumverein München von 1864“ errichtet an der Auerfeldstraße ein sechsstöckiges Gebäude mit Büros und Privatwohnungen. 

Die Getreidepreise normalisieren sich wieder

Königreich Baiern * Die Getreidepreise normalisieren sich wieder. 

Pfarrer Rabl erwirbt für die „Armen-Industrie-Schule“ ein Grundstück

Vorstadt Au * Pfarrer Rabl erwirbt für die „Armen-Industrie-Schule“ ein Grundstück an der Hochstraße 11, auf dem „Knaben und Mädchen nützliche Kenntnisse in der Obstbaumzucht und Gartenkunde“ erlernen können.

Das „Siegestor“ wird fertiggestellt

München-Maxvorstadt - Schwabing * Das „Siegestor“ wird zwei Jahre nach der Abdankung König Ludwig I. fertiggestellt.

Es soll an die siegreichen Feldzüge der Jahre 1813 bis 1815 gegen Napoleon erinnern.
Das „Siegestor“ ist 411.000 Gulden teuer.

Kurfürst Joseph Clemens lässt den „Kölner Ziegelstadel“ bauen

Berg am Laim - Ramersdorf * Der Kölner Kurfürst und Erzbischof, Joseph Clemens, lässt den „Kölner Ziegelstadel“ erbauen.  

Er befindet sich zwischen der Straße nach Ramersdorf (Rosenheimer Straße) und dem Weg nach Berg am Laim (Berg-am-Laim-Straße).  

An der Rosenheimer Straße entstehen noch drei weitere „Ziegelstadel“.  
Einer gehört der „Stadtkammer“, ein Anderer ist in Privatbesitz, der Dritte gehört dem „Paulaner-Kloster“

Von höchster Stelle wird eine „strenge Reinlichkeit“ verordnet

München * Wegen der auftretenden Hautkrankheiten wird von höchster Stelle eine „strenge Reinlichkeit“ verordnet.

Die Soldaten sollen künftig in den warmen Sommermonaten an „ausgewählten, schicklichen und gefahrlosen Stellen“ in fließendem Wasser öfter baden. Die Leibwäsche ist wöchentlich, die Bettwäsche monatlich zu wechseln.

Die Füllungen der Strohsäcke müssen fortan alle vier Monate ausgetauscht, die Bettdecken halbjährlich gereinigt werden. An der zweimännigen Bettenbelegung wird aber weiterhin festgehalten.

Lediglich das „rollierende Schlafen“, bei dem sich die vom Wach- oder Arbeitsdienst kommenden Soldaten in die Betten der Ablösung legt, ein Bett also von vier Soldaten benutzt wird und deshalb tagsüber gar nicht mehr auslüften kann, wird streng verboten.

„Hofoberrichter“ Pistorini vertreibt die Prostituierten aus der Au

München - Au * „Hofoberrichter“ Pistorini rühmt sich damit, er habe „die ganz ungescheucht in der Au sich aufhaltenden Huren“ mit öffentlichen Spott davongejagt. 

Der „Apollo-Tempel“ erhält eine geschnitzte Statue

München-Englischer Garten - Lehel * Der „Apollo-Tempel“ im „Hirschangerwald“ erhält seine vom kurfürstlichen Hofbildhauer Josef Nepomuk Muxel geschnitzte Statue.

Der „Konsumverein“ kauft von „Paulaner“ noch weitere Grundstücke

München-Au * Der „Konsumverein München von 1864“ kauft von der „Paulaner-Brauerei“ noch weitere Grundstücke ab, sodass das Gelände zwischen der Auerfeld-, Staatsbahn, Balanstraße und Tassiloplatz fast in seiner Hand ist. 

Der „Krebsbauernhof“ umfasst 98,6 Tagwerk Grund

Vorstadt Au * Der „Krebsbauernhof“ umfasst 98,6 Tagwerk Grund.

Davon liegen im Steuerdistrikt Obergiesing 65,6 Tagwerk, der Rest verteilt sich auf die Au, Haidhausen und Perlach.

Die Behausung des Haidhauser „Ziegelmeisters“

Haidhausen * Die Behausung des Haidhauser „Ziegelmeisters“ befindet sich am Ende des Dorfes, an der Straße, „wo man nach Loretto geht“.

In den Kasernen sind nicht nur die Soldaten untergebracht

München * In den Kasernen sind aber nicht nur die Soldaten, sondern auch deren Ehefrauen untergebracht.

Diese müssen sich - gemeinsam mit ihren Männern und ihren Kindern - die Kasernenzimmer mit mehreren Soldaten teilen, sodass sich das ganze Ehe- und Familienleben „vor Publikum“ abspielt.

Ein Bericht beschreibt die Situation so: „[...] In Krankheit und Geburtsfällen müssen die Weiber in den nämlichen Zimmern, in denen sich auch die Mannschaft befindet, nur durch einen leichten Vorhang gedeckt, ihr Schicksal erleiden [...]

Wenn auch in Geburts Fällen im entscheidenden Augenblicke die Mannschaft aus dem betreffenden Zimmer entfernt, und für einige Zeit in ein anderes Zimmer gewiesen wird, so müssen zur Nachtzeit, wenn die leeren Bettstellen der im Dienst befindlichen Leute nicht hinreichen, drei Mann in einer Bettlade der Ruhe genießen“.

Der Malzverbrauch aller Münchner Brauereien

München * Der Malzverbrauch aller Münchner Brauereien liegt bei 1.222.838 Hektoliter.

Landesverweisung und schärfere Strafen gegen die Prostitution

München * Der „Codex Juris Bavarici Criminalis“ droht:

„Gemeine und offenbare Hurerey, welche mit jedermann ohne Scheu um Gewinns willen getrieben wird, oder auch in Gestalt der Ehe gepflogener Beyschlaf, ist mit der Landesverweisung, oder da das Handwerck schon lange dauert, noch schärfer zu bestraffen“.

Eduard Theodor Grützner lässt sich von seiner Frau Anna scheiden

München-Haidhausen * Eduard Theodor Grützner lässt sich von seiner Frau Anna scheiden. Der Name seiner zweiten Ehefrau darf in seinem Haus nie mehr genannt werden.

Die schwierige Verwirklichung der „Isaranlagen“

München * Bürgermeister Dr. Jacob Bauer schreibt, dass die Verwirklichung der „Isaranlagen“ oftmals nur gegen den Widerstand einiger Ratsmitglieder zu erreichen ist:

„Es gibt Leute, welche keinen Baum sehen können und in deren Bepflanzung eine Geldverschwendung erkennen; nur solche Bäume, an denen statt Blätter Banknoten wachsen würden, wären für ihren Geschmack“.

Der 1. Mai als Festtag „Joseph der Arbeiter“

Rom-Vatikan * Papst Pius XII. bestimmt den 1. Mai als Festtag „Joseph der Arbeiter“ und gibt damit dem „Tag der Arbeit“ seine christliche Weihe.

Das „Richtfest“ für den „Fest- und Tanzsaalbau des Alten Rathauses“

München-Graggenau * Das „Richtfest“ für den „Fest- und Tanzsaalbau des Alten Rathauses“ wird gefeiert. 

Die Konsumvereine produzierten billiger und sauberer

München-Au * Der „Konsumverein München von 1864“ erwirbt noch das Grundstück Auerfeldstraße 26.
Dort entsteht eine Bäckerei mit Feinbäckerei und Nudelfabrikation.

Mit der Verlegung sämtlicher zentraler Einrichtungen in die Auerfeldstraße gelang dem „Konsumverein von 1864“ nach der Jahrhundertwende zwar der Durchbruch, mit den Sendlingern kann er aber nicht mithalten.

Die Genossenschaften gehen bald zur Eigenproduktion über.
Im Fabrikgebäude in der Auerfeldstraße befinden sich eine eigene Bäckerei, eine Kaffeebrennerei und eine Dampfspalterei für Brennholz sowie das Hauptlager für die zahlreichen Filialen.
In München stellte die Genossenschaft Brot her.
Die meisten anderen Waren beziehen sie aus den Zweigwerken der Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine.

Die Bäcker bekommen die Konkurrenz der Brotindustrie massiv zu spüren.
Um ein ganzes Viertel unterbieten der Auer und der Sendlinger Konsumverein die Preise der Münchner Bäcker.
Ihr Brot und ihre Semmeln vertreiben die Verbrauchsgenossenschaften in Filialen in der ganzen Stadt.

Doch die Konsumvereine produzierten nicht nur billiger, sondern auch noch sauberer als die kleinen Bäcker.
Sie bieten ihren Beschäftigten außerdem höheren Lohn und bessere Arbeitsbedingungen.

Dadurch entwickelten sich die Konsumvereine schnell zur Zielscheibe von Kleinhandel und Handwerk.
Die Mittelständler fordern vom Gesetzgeber Maßnahmen, um die neuen Formen des Großhandels [hierzu gehören auch die Waren- bzw. die Kaufhäuser] an ihrem Siegeszug zu hindern. 

Berthold von Wehingen, der Bischof von Freising, stirbt in Wien

Wien * Berthold von Wehingen, der Bischof von Freising, stirbt in Wien. 

Karl Valentin dreht die Stummfilmgroteske „Karl Valentins Hochzeit“

München * Karl Valentin dreht - immerhin 2 Jahre bevor Charly Chaplin mit „Making a living“ beim Film debütiert - seine erste Version der Stummfilmgroteske „Karl Valentins Hochzeit“.

Der Malzverbrauch aller Münchner Brauereien liegt bei 1.434.283 Hektoliter

München * Der Malzverbrauch aller Münchner Brauereien liegt bei 1.434.283 Hektoliter.

Ein „Geißbock“ auf Rädern zum Herumführen von „Huren“

München * Der Rat der Stadt lässt einen „Geißbock“ auf Rädern, zum Herumführen von „Huren“, fertigen. 

Die Urbarmachung der Isar in Untergiesing beginnt

Untergiesing * Die Urbarmachung der Isar in Untergiesing beginnt.

Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Isar ein ungebändigter und wilder Gebirgsfluss, der im Süden der Stadt aus unzähligen, sich ständig verändernden Armen, Sümpfen und zum Teil bewachsenen Inseln besteht.
Eine Besiedlung der ufernahen Bereiche ist aufgrund der Überschwemmungsgefahren unmöglich.

Gleichzeitig entstehen hier die ersten „städtischen Grünanlagen“, nachdem „Baurat“ Franz Carl Muffat die Sümpfe und Wasserarme der weitverzweigten Isar mit Bauschutt, Haus- und Straßenabfällen auffüllen lässt, um so nutzbares Land für die „Anpflanzung von Maulbeerbäumen“ zu gewinnen.

Die bayerische Regierung verspricht sich von der Züchtung eigener Raupen die Unabhängigkeit von den teueren Seidenimporten.
Zur Ernährung der Raupen sind aber die Blätter der „Maulbeerbäume“ Grundvoraussetzung.

Die Kirchenschiffe der neuen „Heilig-Kreuz-Kirche“ sind 13 Meter hoch

Obergiesing * Die Kirchenschiffe der neuen „Heilig-Kreuz-Kirche“ sind bereits dreizehn Meter hoch, aber auch alles Geld verbaut.

Der Innenausbau für das „Alte Rathaus“ beginnt

München-Graggenau * Das „Alte Rathaus“ wird mit Lärchenschindeln gedeckt.

Inzwischen haben auch die Arbeiten für den „Fest- und Tanzsaal“ begonnen.
Der Saal nimmt mit seinen 31 x 17 Meter das gesamte Obergeschoss ein.

Eine „Himmelsleiter“ führt vom Marktplatz direkt in den Saal.
Das Tonnengewölbe ist 10,5 Meter hoch und mit Tannenbrettern verschalt.

Hier ist der Ort, an dem die „Moriskentanzfiguren“ von Erasmus Grasser aufgestellt werden. 

Der „Konsumverein von 1864“ eröffnet zwei weitere Filialen

München * Der „Konsumverein von 1864“ eröffnet zwei zusätzliche Filialen in München. 

Ein Dreijähriger auf dem Bischofsstuhl

München - Regensburg * Der dreijährige Herzog Philipp Wilhelm von Baiern wird Fürstbischof von Regensburg.

Mit Philipp Wilhelms Wahl soll das hoch verschuldete Bistum Regensburg stärker an das baierische Herzogtum gebunden werden. Gerade auch deshalb, weil sich in der Reichsstadt Regensburg die Protestanten eine einflussreiche politische Position erarbeiten konnten. 

Der Berliner Baumeister Friedrich Hoffmann erfindet den „Ringofen“

Berlin * Der Berliner Baumeister Friedrich Hoffmann erfindet den „Ringofen“.

Damit kann die „Ziegelherstellung“ wesentlich kostengünstiger und energiesparender erfolgen.

Pastor Friedrich von Bodelschwingh gründet das „Brockenhaus“.

Bethel - Berlin * Der evangelische Pastor Friedrich von Bodelschwingh gründet in Bethel und Berlin ein sogenanntes „Brockenhaus“.

Mit dieser neuen Form einer Sozialeinrichtung will Bodelschwingh durch die Abholung und Verarbeitung schadhafter oder im Haushalt nicht mehr verwendeter Gegenstände arbeitslosen und erwerbsbeschränkten Personen Beschäftigung verschaffen und gleichzeitig Hilfsbedürftigen billige Gebrauchsgegenstände vermitteln.

Die Idee setzt sich rasch durch und schon bald darauf arbeiteten die „Brockenhäuser“ in allen größeren Städten Deutschlands.

Friedrich der Große schafft in Preußen alle „Hurenstrafen“

Berlin - München * Während König Friedrich der Große im aufgeklärten Preußen alle „Hurenstrafen“ abgeschafft hat, wird die „Prostitution“ in München erst wieder zu Beginn des 19.Jahrhunderts offiziell etabliert.  

Doch bis in München wieder ein „Bordell“ eröffnet werden kann, werden noch Jahre vergehen.

Man bekämpft hier nicht nur die „Huren“, die „durch ihr geiles Hingeben und Toben [auf dem Tanzboden] die Achtung und Ehrfurcht der Männer längst verloren hatten“, sondern sogar den „Wiener Walzer“

Der „Holzmarkt“ wird am „Isartor“ eingerichtet

München-Lehel * Der „Holzmarkt“ wird am „Isartor“ eingerichtet.

Georg von Dollmann und die Planungen für „Schloss Linderhof“

Schloss Linderhof * Georg von Dollmann wirkt bei den Planungen für „Schloss Linderhof“ mit.

Die „heraldische“ Ausschmückung des „Festsaals im Alten Rathaus“

München-Graggenau * Die „heraldische“ Ausschmückung des „Fest- und Tanzsaales im Alten Rathaus“ ist fertiggestellt. 

Hermann Tietz eröffnet Münchens erstes Kaufhaus

München-Maxvorstadt * Als erstes Kaufhaus in München wird jenes von Hermann Tietz, der heutige Hertie, am Hauptbahnhof eröffnet.

Halsband- und Maulkorb-Tragepflicht für Hunde

München * Wegen Überhandnehmens der herrenlosen Hunde führt man die Tragepflicht für ein Halsband und einen Maulkorb ein.  

Die „Maulkorbverordnung“ verursacht einen drastischen Rückgang der Hunde in München. 

Der Bogenhausener Adelssitz kommt an Johann Antonio Gumpp

Bogenhausen * Der aus dem Bogenhausener „Kögelhof“ entstandene Adelssitz „Neuberghausen“ kommt unter die Fittiche des „Hofmalers“ Johann Antonio Gumpp.

Joseph Behringer betreibt im Münchner Osten den ersten „Ringofen“

Berg am Laim * Der Berg am Laimer „Maurermeister“ Joseph Behringer betreibt im Münchner Osten den ersten „Ringofen“.

Dr. Fritz Gerlich ist als Marxistentöter bekannt

München * Aus zahlreichen Aufsätzen in den Süddeutschen Monatsheften, der Liberalen Korrespondenz sowie den Historisch-politischen Blättern entsteht Dr. Fritz Gerlichs Buch Der Kommunismus als Lehre vom Tausendjährigen Reich. Außerdem kämpft er im Münchner Bürgerrat und im Bayerischen Heimatdienst sowie mit der Wochenzeitschrift Feurjo gegen den gesamten marxistischen Sozialismus.

Daneben beschafft er Geldmittel für die Gründung der Bayerischen Einwohnerwehr und für die Überwachung der Kommunistischen Partei. Dieses Engagement trägt zu seinem Ruf als „Marxistentöter“ bei.

Die profanierte „Klosterkirche am Lilienberg“ dient als „Eisenfronfeste“

München - Au * Mit der Verstaatlichung des Münchner Gerichtswesens und der Polizei gibt die Stadt ihre „Fronfeste im Rathaus“ und die „Haftstube im Rathausturm“ an das nunmehr staatliche „Stadtgericht“ ab.

Die profanierte „Klosterkirche am Lilienberg“ und der nördlich daran anschließende Seitenflügel dient als „Eisenfronfeste“, als „Strafvollzugsanstalt“.

Die Gründung eines „Brockenhaus-Vereins“ wird geplant

München-Isarvorstadt - Museuminsel * Münchner Bürger beabsichtigen die Gründung eines „Brockenhaus-Vereins“.

Da man anfangs jedoch gegenüber dem Projekt finanzielle Bedenken äußerte, übernahm zunächst Kommerzienrat Kaspar Baerwindt das geschäftliche Risiko der karitativen Einrichtung als persönlich Haftender.

Die Stadt München stellt Räumlichkeiten auf der „Kohleninsel“ zur Verfügung.

„Kapellmeister“ Josef Sulzbeck wird geboren

München * Joseph Sulzbeck, später als „Kapellmeister Sulzbeck“, als Urvater der Münchner „Volkssänger“ bekannt, wird in München geboren.

Der erste Führer „des neu angelegten Englischen Gartens“ erscheint

München-Englischer Garten * Der erste Führer „des neu angelegten englischen Gartens oder Theodors Park zu München“ erscheint.

Robert von Langer schmückt das „Herzog-Max-Palais“

München-Maxvorstadt * Robert von Langer übernimmt seinen letzten öffentlichen Auftrag und schmückt das „Herzog-Max-Palais“ mit Szenen aus der griechischen Mythologie aus.

Herzog Max in Bayern war der Vater der Kaiserin Elisabeth.

Lorenz Westenrieder lobt das „Hofkrankenhaus“ am heutigen Kolumbusplatz

Au * Lorenz Westenrieder lobt das „Hofkrankenhaus“ am heutigen Kolumbusplatz in seinen „Beschreibungen des kf. Gerichts Au“ in den schillerndsten Farben:

„Es hat für epidemische Kranheiten eine vortreffliche Lage an einem reinen Isarkanal, genießt der gesündesten Luft, und hat eine musterhafte Einrichtung.

Anfangs waren fünf Krankenzimmer, jedes mit sieben Betten vorhanden, wozu aber durch die Sorgfalt des itzigen Pflegers im Jahre 1782 von großmüthigen Gutthätern noch zwey schöne Zimmer mit 14 Betten errichtet wurden, welche zuverläßig unter die reinlichsten, und niedlichsten Krankenzimmer in ganz Deutschland zu rechnen sind“.

Georg von Dollmann und die Planungen für „Schloss Neuschwanstein“

Schloss Neuschwanstein * Georg von Dollmann wirkt bei den Planungen für „Schloss Neuschwanstein“ mit.

Aufhebung der „Maulkorbverordnung“ für Hunde

München * Nach der Aufhebung der „Maulkorbverordnung“ steigt die Zahl der Hunde wieder stark an. 

In Perugia wird das erste Leihhaus gegründet

Perugia * Der Franziskanerpater Barnabas gründet in Perugia das erste Leihhaus. Man will damit den Wucher bekämpfen und Menschen, welche vorübergehend in Not geraten sind, vor der Vernichtung ihrer Existenz retten.

Weitere solche Einrichtungen folgen auf italienischem Gebiet. Über Frankreich verbreiten sich die Leihhäuser bald über ganz Europa. Sie heißen damals „Montes pietatis“. Das bedeutet soviel wie „Berg oder Haus des Mitleids“. Die Leihhäuser haben zu dieser Zeit einen ausgesprochenen karitativen Charakter.

Der Künstlername „Karl Valentin“ ist unveränderlich

München * Spätestens ab jetzt ist Valentin Ludwig Feys Künstlername „Karl Valentin“ unveränderlich.

Gräfin Adelheid Felicitas von Törring-Seefeld kauft „Schloss Neuberghausen“

Bogenhausen * In Geldnot verkauft Johann Antonio Gumpp das Bogenhausener „Schloss Neuberghausen“ an die Gräfin Adelheid Felicitas von Törring-Seefeld.

Schwerreiche Bauern und halbe Existenzen

Berg am Laim * Der Berg am Laimer Pfarrer Anton Joseph Geyer schreibt an die „Königliche Regierung“ über das Spekulantentum:

„Eine kleine Anzahl schwerreicher Bauern steht einer großen Menge halber Existenzen gegenüber“.

Gabriele von Lenbach wird geboren

München-Maxvorstadt * Gabriele, die gemeinsame Tochter von Franz und Lolo von Lenbach kommt zur Welt.

In der „Eisenfronfeste am Lilienberg“ sitzen 40 Häftlinge ein

Vorstadt Au * In der „Eisenfronfeste am Lilienberg“ sitzen 40 Häftlinge ein.

Kurfürst Max III. Joseph reduziert die „Feiertage“

München * Kurfürst Max III. Joseph reduziert die „Feiertage“ von rund einhundert auf 22.

Im „Englischen Garten“ entsteht ein „Diana-Tempel“

München-Englischer Garten - Lehel * Am östlichen Rand des „Englischen Gartens“ entsteht ein „Diana-Tempel“.

Eine Festuniform für die Professoren der „Akademie der Bildenden Künste“

München-Maxvorstadt * Noch zur „Jahrhundertfeier 1909“ lassen sich die Professoren der „Akademie der Bildenden Künste“ ihre „Festuniform“ nach den Vorgaben von 1808 schneidern.

Die „Inquisition“ wird den „Dominikanern“ und „Franziskanern“ anvertraut

Rom-Lateran * Die „Inquisition“ wird durch den Papst den Bettelorden der „Dominikaner“ und „Franziskaner“ anvertraut.

Die Altkatholiken spalten sich von der römisch-katholischen Kirche ab

Rom-Vatikan - München * Das Erste Vatikanische Konzil beschäftigt sich mit der Lehrgewalt des Papstes, bei der die Mehrzahl der Bischöfe die „Unfehlbarkeit des Papstes“ in Glaubensfragen bejaht. Daraufhin spalten sich - unter Führung von Ignaz Döllinger - die Altkatholiken von der römisch-katholischen Kirche ab, da sie die Konzilsentscheidung nicht anerkennen wollen.

Schwanthaler erhält den Auftrag für zwölf Wittelsbacher-Bronzefiguren

München-Graggenau * Der Bildhauer Ludwig von Schwanthaler erhält den Auftrag, zwölf Bronzefiguren mit Ahnen der Wittelsbacher für den Thronsaal der Residenz zu erstellen. 

Die „Schutzgemeinschaft Bayerischer Bäcker und Müller GmbH“

München-Au * Der neue Besitzer der Zentrale des „Konsumvereins München von 1864“ heißt „Schutzgemeinschaft Bayerischer Bäcker und Müller GmbH“.

Das Ende der Konsumgenossenschaften ist der Aufschwung des Auer Bäckers Josef Bernbacher. 
Nach der Auflösung der „Verbrauchsgenossenschaften“ nutzt er die Gunst der Stunde und kehrte in die Au zurück. 

Unter dem Versprechen, kein Brot mehr herzustellen, übernimmt Bernbacher das Gelände des „Konsumvereins München von 1864“ und verlegt sich auf einen Geschäftszweig, den die Genossenschaft im Jahr 1922 eingeführt hatte: die Teigwarenherstellung.

Heute ist die „Josef Bernbacher & Sohn GmbH & Co KG“ einer der größten Nudelhersteller in Deutschland.

Der Hundemarkt hat seinen Platz an der Schrannenhalle

München-Angerviertel * Der Hundemarkt hat seinen Platz an der Faßeiche am Schrannenpavillon. 

In Nürnberg wird ein städtisches Leihhaus eröffnet

Nürnberg * In Nürnberg kann ein städtisches Leihhaus eröffnen.

Die Firma „Münchner Möbelheim, vormals Falk & Fey“

München-Neuhausen * Umbenennung der „Firma Falk & Fey“ in „Münchner Möbelheim, vormals Falk & Fey“.

Im Bauhof werden „Trümmer“ des „Siegestores“ entdeckt

München-Maxvorstadt - München-Schwabing - München-Angerviertel * In einem städtischen Bauhof werden die zerstörten „Trümmer“ des „Siegestores“ entdeckt.

Sie sind heute in einem „Lapidarium“, einem kleinen historischen Freilichtmuseum in der Nieserstraße beim Stadtmuseum ausgestellt.

Caspar Gregor von Lachenmayr kauft das Bogenhausener Törring-Schloss

Bogenhausen * Das Bogenhausener Törring-Schloss kommt in den Besitz des „Hofkammerrats“ Caspar Gregor von Lachenmayr.

Der Erwerb von Lehmgründen in Haidhausen ist notwendig

München - Haidhausen * Der Ausbau der Stadt München macht den Erwerb von Lehmgründen in Haidhausen notwendig.

Wichtige Bauwerke entstehen: von der Stadtmauer bis zu Kirchen-, Verwaltungs- und Repräsentationsgebäuden.
Sie werden mit Haidhauser Ziegel gebaut und gedeckt.

Die Stimmabgabe bei politischen Wahlen ist an Besitz gebunden

Berg am Laim * Bis zur Änderung des „Kommunalwahlrechts“ ist die Stimmabgabe bei politischen Wahlen weitgehend an Besitz gebunden.

Von den 2.200 Berg am Laimer Gemeindebewohnern dürfen nur 50 männliche Gemeindebürger wählen.

Kein Wunder also, dass nahezu alle Bürgermeister betuchte „Ziegeleibesitzer“ sind und sich auch der „Gemeinderat“ zu etwa einem Drittel aus diesem Berufsstand rekrutiert.

Die „Eisenfronfeste am Lilienberg“ wird zum „Bezirksgefängnis“

München-Au * Die „Eisenfronfeste am Lilienberg“ wird in „Bezirksgefängnis“ umbenannt.

Die „Ochsenbraterei“ soll eine Bierbude bauen

München-Theresienwiese * Der Magistrat der Stadt teilt Johann Rössler von der „Ochsenbraterei“ mit, dass er für eine Ausschankgenehmigung eine Bierbude bauen müsse.

Dafür fehlt dem „Metzgermeister“ aber das Geld.

Kurfürst Carl Theodor lässt „vaterländische“ Stücke verbieten

München * Der pfalz-baierische Kurfürst Carl Theodor lässt einige „vaterländische“ Stücke aus politischen Gründen verbieten.

Ein Verbot folgt dem anderen. Dabei spielen die „Vorstadttheater“ gerade diese „Volksstücke“ mit Vorliebe.

Die Gründe für diese restriktiven Maßnahmen der Regierung liegen zum einen in der „Unsittlichkeit“ der Stücke, zum anderen im Bestreben der Obrigkeit, angebliche „öffentliche Unruheherde“ zu unterbinden.

Das „Rumford-Denkmal“ im „Englischen Garten“

München-Englischer Garten - Lehel * Das „Rumford-Denkmal“ im „Englischen Garten“ wird noch zu Lebzeiten Benjamin Thompson durch Franz Schwanthaler d.Ä. aus Kalktuff, Sandstein und Marmor geschaffen und befindet sich im Südteil des Parks.

In Deutschland entdeckt man eine ketzerische Teufelsanbetung

Rom-Lateran - Deutschland * In Deutschland entdeckt man eine ketzerische Teufelsanbetung, deren charakteristischen Züge Papst Gregor IX. beschreibt: Man findet hier

  • die Verleugnung Christi und des Kreuzes,
  • die Götzen [Kröte und schwarze Katze, die Verkörperung Luzifers],
  • die sexuellen Ausschweifungen und die Homosexualität,
  • den Geheimbund und die nächtlichen Versammlungen.

Der Papst verliert seine weltlichen Machtbefugnisse über den Vatikan

Rom-Vatikan * Der Papst verliert seine weltlichen Machtbefugnisse über den Vatikan.

Schwanthalers Gipsfiguren sollen im „Alten Rathaus“ aufgestellt werden

München-Graggenau * Der Stadtmagistrat bietet Ludwig von Schwanthaler die Aufstellung von acht vergoldeten Gipsfiguren der Wittelsbacher-Ahnen im „Festsaal des Alten Rathauses“ an, damit dieser eine „patriotische Ausschmückung“ erhält. 

Bedingung ist die Renovierung des nicht mehr repräsentativen Zwecken genutzten und dementsprechend ramponierten „Rathaussaales“

Janus de Garnerin Freiherr von Montgelas tritt in baierische Dienste ein

München * Janus de Garnerin Freiherr von Montgelas tritt in baierische Dienste ein, wo er dem „Regiment Grenadiers à cheval“ angehört und es bis zum „General“, Kammerherrn“ und „Obermundschenk“ bringt. 

Begonnen hat er seine militärische Laufbahn als Major in der österreichischen Armee. 

Der Bäcker Josef Bernbacher verkauft sein Brot in der Quellenstraße 42

München-Au * Der Bäcker Josef Bernbacher verkauft sein Brot in der Quellenstraße 42.

„Neuberghausen“ wird zum „Adeligen Sitz mit Patrimonialgerichtsbarkeit“

Bogenhausen * Das Bogenhausener Schlössl des „Hofkammerrats“ Caspar Gregor von Lachenmayr wird zum „Adeligen Sitz mit Patrimonialgerichtsbarkeit“ erhoben.

Es trägt seither den Namen „Neuberghausen“.

Ein eigenständiges „Gericht ob der Au negst München“ wird eingerichtet

Au - Haidhausen - Untergiesing * Ein eigenständiges „Gericht ob der Au negst München“ wird eingerichtet.

Es ist allerdings kein selbstständiges „Landgericht“, sondern ein „Niedergericht“, deren „hochgerichtlichen Funktionen“ auch weiterhin vom „Landrichter in Wolfratshausen“ wahrgenommen werden.

Das „Gericht ob der Au“ ist also letztlich nichts anderes als eine „Hofmark“ unter der „Gerichtsbarkeit“ des „Hofoberrichteramtes“

Haidhausen, die Au und Niedergiesing scheiden deshalb aus der „Hauptmannschaft Obergiesing“ aus.

In „Landgerichtsgefängnis München II“ umbenannt

München-Au * Das „Bezirksgefängnis am Lilienberg“ wird in „Landgerichtsgefängnis München II“ umbenannt.

Der bundesdeutsche Pro-Kopf-Verbrauch an Bier liegt bei 148 Liter

Bundesrepublik Deutschland * Der bundesdeutsche Pro-Kopf-Verbrauch an Bier liegt bei 148 Liter.

Beliebtes Freizeitvergnügen aller bürgerlichen Stände

München * In seinen „Beschreibungen der Haupt- und Residenzstadt München“ bezeichnet Lorenz von Westenrieder das „Buden- und Wandertheater“ als ein beliebtes Freizeitvergnügen aller bürgerlichen Stände.

Besonders das einfache Volk findet Gefallen an den derben Späßen und Spektakelstücken.

Der „Schauspieldirektor des Dulttheaters“, Lorenz Lorenzini, macht mit seiner „Kreuzerkomödie“ - so genannt, weil der Eintritt nur einen Kreuzer kostet - Furore. Pathos und Rührung, Zoten und Hanswurstiaden beherrschen das Stück.

Das Volk liebt sein „Lipperl-Theater“.

Besorgniserregende Gerüchte über die „Templer“ tauchen auf

Paris * Besorgniserregende Gerüchte über die „Templer“ tauchen auf.

Es geht dabei um „Ketzerei, Götzenkult und Sodomie“.
Sie werden von Esquieu de Floyran in Umlauf gebracht.

Die Villa Stuck wird von einer Sprengbombe getroffen

München-Haidhausen * Die verwaiste Villa Stuck wird von einer Sprengbombe getroffen. 

Josef Bernbacher zieht mit seiner Bäckerei in die Rablstraße 38 um

München-Au * Als in der Quellenstraße die alten Herbergen abgebrochen werden, zieht Josef Bernbacher mit seiner Bäckerei in die Rablstraße 38 um. 

Graf Hieronimo von Spreti kauft das „Schloss Neuberghausen“

Bogenhausen * Das „Schloss Neuberghausen“ in Bogenhausen geht in den Besitz des Grafen Hieronimo von Spreti über.

In Bayern werden 1.125 Ziegelstadel,betrieben

Königreich Bayern • In Bayern werden 1.125 Ziegelstadel betrieben.

Paul Nicolaus Cossmann konvertiert zum katholischen Glauben

München * Paul Nicolaus Cossmann konvertiert vom jüdischen zum katholischen Glauben.

Während des Ersten Weltkriegs tauscht er seine liberalen Ideen gegen einen skrupellosen Nationalismus ein.

In den „Süddeutschen Monatsheften“ wird er später verbissen die „Dolchstoß“-Theorie propagieren.

Eine hohe Brauereiendichte in Bayern

Freistaat Bayern - Europa * Alle Brauereien in Bayern haben einen durchschnittlichen Ausstoß von 29.700 Hektolitern.

Das liegt an der hohen Brauereiendichte in Bayern.

Im Vergleich: die Bundesrepublik Deutschland hat einen Durchschnittsausstoß von 73.000 hl, Dänemark 352.000 hl, Frankreich 378.000 hl, Großbritannien 443.000 hl und die Niederlande 735.500 Hektoliter.

Die erste große „Industrieausstellung“ findet in Paris statt

Paris * Die erste große „Industrieausstellung“ findet in Paris statt.

Bewusst stellt man einen Bezug zur „Französischen Revolution“ von 1789 her und will die engen Zusammenhänge zwischen der politisch-gesellschaftlichen und technisch-wirtschaftlichen Revolution darstellen und zeigen, zu welchen Leistungen der „befreite menschliche Erfindungsgeist“ fähig sei.

Josef Bernbacher zieht mit seiner Bäckerei nach Trudering

München-Au - Trudering * Auch wegen des Konkurrenzdrucks der Konsumvereine weicht Josef Bernbacher mit seiner Bäckerei von der Rablstraße 38 nach Trudering aus. 

Das „Gasthaus Schweizer Wirt“ in Obergiesing

München-Obergiesing * An der Stelle des ehemaligen Kaufhauses „Karstadt“, heute „Woolworth“, an der Tegernseer-Land-Straße befindet sich der „Schweizer Wirt“.  

In der Wirtschaft findet die „Giesinger Kirta“ statt.  
Außerdem dient sie dem „Giesinger Faschingsverein“ als Hauptquartier. 

Giovanni Antonio Viscardi arbeitet als „Palier“

Giovanni Antonio Viscardi ist für Enrico Zuccalli als „Palier“ auf verschiedenen Baustellen tätig. 

Aids als „Symptom einer maroden Gesellschaft“ bezeichnet

München * Kultusminister Hans Zehetmair greift zum Vokabular des Herrenmenschen:  

  • Aids ist das „Symptom einer maroden Gesellschaft“.
  • Homosexualität gehört in den „Randbereich der Entartung“.
  • „Das Umfeld der ethischen Werte muss wiederentdeckt werden, um diese Entartung auszudünnen“.
  • „Es geht darum, dass dies contra naturam ist - naturwidrig“.
  • „Dieser Rand muss dünner gemacht werden, er muss ausgedünnt werden!“ 

Kurfürst Clemens August gründet den Mopsorden

Köln * Der Kölner Kurfürst und Fürsterzbischof Clemens August gründet - nach dem päpstlichen Verbot der Freimaurer - als Ersatz den Mopsorden. Es handelt sich dabei um einen für Männer und Frauen gleichsam zugänglichen Orden, der vermutlich auch am Münchner Hof Verbreitung findet.

Um den Papst nicht erneut zu erzürnen, ersetzt man den Eid der Freimaurer durch das Ehrenwort der Geheimhaltung und nimmt - am Anfang - nur Katholiken in den Logen auf. Um die ganze Angelegenheit als harmlos und ungefährlich hinzustellen, befürwortet man den Zutritt der Damen. Dabei ist gerade dies eine fast revolutionäre Tat, da den Möpsinnen alle Grade der Loge offen stehen und die Ämter paritätisch besetzt werden.

Der Name Mopsorden geht auf die im 18. Jahrhundert vorhandene Begeisterung für die gleichnamigen Hunde zurück. Zugleich steht die französische Bezeichnung für die Ehefrau eines Freimaurers Pate: Mopse. Das Brauchtum ist von „einer gewissen galanten Laszivität, wie sie dem Geschmacke des Rokoko entsprach“.

Der Zirkel in der Mopsloge soll Folgendes lehren: „Gleich, wie alle Durchschnitte des Kreises durch seinen Mittelpunkt gehen, müssen alle Handlungen eines Mopses aus einer Quelle gehen, nämlich der Liebe.“ 

Das „Haus des Deutschen Rechts“ wird seinem Zweck übergeben.

München-Maxvorstadt * Das „Haus des Deutschen Rechts“ in der Ludwigstraße 28 wird seinem Zweck übergeben. 

Hans Frank will das Justizwesen zu einer „Waffe von ungeheuerer Bedeutung für das deutsche Volk“ umgestalten.

August Joseph Graf von Törring-Jettenbach kauft „Schloss Neuberghausen“

Bogenhausen * August Joseph Graf von Törring-Jettenbach kauft „Schloss Neuberghausen“ und lässt es von François Cuvilliès und dem „Stadtoberbaumeister“ Ignaz Anton Gunetzrhainer umbauen. 

Als Mitglied des „Georgs-Ritterordens“ finanziert er auch Teile des Umbaus der Bogenhausener „Georgskirche“.

Die „Brockensammlung“ erhält zusätzliche Räume in der „Alten Isarkaserne“

München-Isarvorstadt - Museumsinsel * Der Verkaufsraum der „Brockensammlung“ auf der „Kohleninsel“ ist zu klein, weshalb die karitative Einrichtung zusätzlich zwei Ställe der „Alten Isarkaserne“ erhält.

Joseph Sulzbeck tritt in verschiedenen Wirtschaften auf

München * Joseph Sulzbeck tritt mit seiner dreisaitigen Bassgeige in verschiedenen Wirtschaften auf.

Die Königliche Civilliste beträgt jährlich 2,3 Millionen Gulden

München * Die Königliche Civilliste beträgt jährlich 2,3 Millionen Gulden, wovon dem König rund 300.000 Gulden zur freien Verfügung stehen.

Der Münchner „Radrennfahrer“ Josef Fischer besiegt seine Gegner

München * Der Münchner „Radrennfahrer“ Josef Fischer besiegt seine Gegner bei der „Fernfahrt Mailand - München“ souverän und machte sich damit einen internationalen Namen, sodass er sich an den ersten Rennen der „Tour de France“ beteiligen kann.

Fünf Lotterien zum Weiterbau der neuen „Heilig-Kreuz-Kirche“

München-Obergiesing * Durch fünf Lotterien wurde die Baukasse soweit aufgefüllt, dass die neue „Heilig-Kreuz-Kirche“ weitergebaut werden kann.

Kopien der verschenkten „Moriskentänzer“ werden aufgestellt

München-Graggenau * Kopien der verschenkten „Moriskentänzer“ werden im „Festsaal des Alten Rathauses“ zur Aufstellung gebracht. 

In New York fährt die weltweit erste Straßenbahn

New York * In New York fährt die weltweit erste Straßenbahn. 

Giovanni Antonio Viscardi wird Hofmaurermeister

München * Giovanni Antonio Viscardi übernimmt die Stelle eines Hofmaurermeister

Forderungen nach protestantischen Schulen und Kirchen

München-Haidhausen - München-Au - München-Giesing * Die protestantischen Bewohner der Vorstädte Haidhausen, Au und Giesing fordern neben der Errichtung einer „Notkirche“ die Einrichtung von „evangelischen Klassen“.

Es war nämlich zu dieser Zeit den evangelischen Kindern nicht erlaubt, in Haidhausen die Schule zu besuchen; sie mussten in die protestantische Schule an der Herrnstraße im Tal ausweichen.

Nur Erst- und Zweitklässlern gestattete man - wegen der Länge des Schulwegs - den Besuch der Haidhauser Schule an der Kirchenstraße.
Doch die meisten protestantischen Eltern machten aus Angst vor „dem katholischen Geist dieser Klassen“ keinen Gebrauch davon.

Johann Wilhelm von Hompesch kauft „Schloss Neuberghausen“

Bogenhausen * Graf August Joseph von Törring-Jettenbach verkauft „Schloss Neuberghausen“ an Johann Wilhelm von Hompesch, weshalb der „Adelssitz“ später auch als „Hompesch-Schlössl“ oder „Villa Hompesch“ bezeichnet wird.

Die Münchner „Ziegeleibesitzer“ schließen sich zusammen

München * Die Münchner „Ziegeleibesitzer“ schließen sich im „Verein Münchner Ziegeleien“ zusammen und verpflichten sich in ihren Statuten, jährlich nur eine festgelegte Anzahl von Steinen zu brennen.

Gleichzeitig vereinbaren sie einen Mindestpreis.

Die Gebäude des „Bezirksamtes am Lilienberg“ werden renoviert

München-Au * Die Gebäude des „Bezirksamtes am Lilienberg“ werden renoviert.

Die „Brockensammlung“ zieht in Räume der „Neuen Isarkaserne“

München-Isarvorstadt - Museumsinsel * Die „Brockensammlung“ zieht von der „Kohleninsel“ in aufgelassene Räume der „Neuen Isarkaserne“ an der Kohlstraße.

Der bundesdeutsche Pro-Kopf-Verbrauch an Bier liegt bei 36 Liter

Bundesrepublik Deutschland * Der bundesdeutsche Pro-Kopf-Verbrauch an Bier liegt bei 36 Liter.

Drei Wagner-Opern-Uraufführungen in Dresden

Dresden * Zwischen 1842 und 1845 bringt Richard Wagner in Dresden seine drei Opern „Rienzi, der Letzte der Tribünen“, „Der fliegende Holländer“ und „Thannhäuser“ zur Uraufführung.

Das Übungsgelände des „Münchner Veloziped-Clubs“

München-Untergiesing * Auf dem „Schyrenplatz“ befindet sich ein Übungsgelände des „Münchner Veloziped-Clubs“.

Aus ihr wird später die erste „Profi-Radrennbahn der Welt“.

Maximilian Joseph von Montgelas kommt nach Nancy

Nancy * Der fünfjährige Maximilian Joseph von Montgelas kommt nach Nancy, wo man ihm in einem „Jesuitenkolleg“ eine standesgemäße Erziehung angedeihen lässt. 

Giovanni Antonio Viscardi lässt sich in München nieder

München * Der Graubündner Giovanni Antonio Viscardi siedelt auf Empfehlung des Kurfürsten Ferdinand Maria mit der Familie nach München über.

Aus dem „Schloss Neuberghausen“ wird eine Ausflugswirtschaft

Bogenhausen * Aus dem „Schloss Neuberghausen“ in Bogenhausen wird eine Ausflugswirtschaft, die die „Wirtin vom Tivoli“ betreibt.

Karl Valentin zieht ins Grünwalder „Schlosshotel“

München-Lehel - Grünwald * Aus Angst vor Bombardierungen zieht Karl Valentin vom Mariannenplatz 4 ins Grünwalder „Schlosshotel“, wo er sich mit den Vorarbeiten zur Verfilmung seines Theaterstücks „Ritter Unkenstein“ beschäftigt.

„... eine fast unausrottbare Abneigung gegen Lehmarbeit“

München * Die Tonindustrie-Zeitung stellt fest: „In den Alpenländern hat der Arbeiterstand eine fast unausrottbare Abneigung gegen Lehmarbeit, sodass es wirklich schwer fällt, einheimische Kräfte heranzuziehen.“

Die „Brockensammlung“ besteht seit zehn Jahren

München-Isarvorstadt - Museumsinsel * In der Festschrift zum zehnjährigen Bestehen der „Brockensammlung“ heißt es: „Kein Bazar und kein noch so großes Kaufhaus“ kann sich in „Vielseitigkeit des hier zum Verkauf Ausgestellten“ mit dem „Brockenhaus“ messen.

In den ersten zehn Jahren konnten 90.000 Mark an Institutionen der „Wohlfahrtspflege“ abgegeben werden.

Der Erfolg hält bis zu den im „Ersten Weltkrieg“ behördlich angesetzten Sammlungen an.

Angehörige der Familie Schweiger leiten vier „Münchner Vorstadttheater“

Vorstadt Au - München-Isarvorstadt * In den Jahren von 1808 bis 1865 leiten die Angehörigen der Familie Schweiger, eine „Münchner Theater- und Schauspielerdynastie“, vier „Münchner Vorstadttheater“.

Wagners antisemitisches Pamphlet „Das Judenthum in der Musik“

??? * Zwischen 1849 und 1851 entstehen viele musiktheoretischen Schriften von Richard Wagner, darunter das antisemitische Pamphlet „Das Judenthum in der Musik“.

Montgelas' Unterrichtsschwerpunkte verschieben sich

Nancy * Mit der erfolgten Vertreibung und Enteignung der „Jesuiten“ in Nancy geht die Leitung des Kollegs an ein weltgeistliches Gremium über. 

Seit dieser Zeit stehen „Realien“ im Mittelpunkt des Unterrichts von Maximilian Joseph von Montgelas, also Naturwissenschaften, Geschichte, Geographie und neue Sprachen.

Giovanni Antonio Viscardi wird Hofbaumeister

München * Giovanni Antonio Viscardi wird zum Hofbaumeister ernannt. 

Der „Salvator“ wird erstmals im neu erbauten „Zacherlkeller“ ausgeschenkt

München-Au * Der „Salvator“ wird erstmals im neu erbauten „Zacherlkeller“ ausgeschenkt.

Karl Valentin beginnt mit dem Bau eines „Orchestrions“

München-Au * Karl Valentin beginnt mit dem Bau eines gigantischen, über 300 kg schweren Musikapparats, dem „Orchestrion“, das aus mehr als 20 Musikinstrumenten besteht.

Das ehemalige „Schloss Neuberghausen“ wird abgerissen

Bogenhausen * Das ehemalige „Schloss Neuberghausen“ wird abgerissen.

Die „Gastwirtsgerechtsame“ des Ausfluglokals geht auf den „Rappelhof“ - neben der Bogenhausener Georgs-Kirche - über.

Die italienischen „Ziegeleiarbeiter“ kommen schneller nach Bayern

Friaul - Königreich Bayern * Durch die neue Bahnlinie verkürzt sich die Reisedauer der italienischen „Ziegeleiarbeiter“ auf zwei Tage.

Bis dahin mussten sie den ganzen Weg über die Alpen zu Fuß zurücklegen. Das dauerte etwa 10 Tage.

Der „SA Sturm 4“ nistet sich im „Bezirksamtes am Lilienberg“ ein

München-Au * In den Erdgeschossräumen des „Bezirksamtes am Lilienberg“ nistet sich der „SA Sturm 4“ ein.

Joseph Sulzbeck und seine Kapelle

München * Drei weitere Musiker gesellen sich zu Joseph Sulzbeck hinzu. 

Es sind dies der Flötist Straubinger, der Violinspieler und Sänger Huber, genannt „Canape“, und der Harfenzupfer Bacherl. 

Ein Programm hat die erste „Münchner Volkssängergruppe“ nicht. Ihre Mitglieder spielen und singen, was ihnen gerade einfällt oder was gefordert wird.

Sie haben kein festes Engagement und leben alleine von den „Trinkgeldern“, die sie beim Einsammeln, beim „Schuberln“ oder „Abwackeln“ mit dem Teller, erhalten.

Das „Marianum“ ist eine Behinderteneinrichtung der „Caritas“

München-Untergiesing * Inzwischen ist das „Marianum“ eine Behinderteneinrichtung der „Caritas“, in der 42 geistig oder mehrfach behinderte Menschen leben.

Giovanni Antonio Viscardi wird aus dem Hofdienst entlassen

München * Nach einem Streit mit seinem Vorgesetzten Enrico Zuccalli um die Nutzung des gemeinsamen Gartens vor dem Schwabinger Tor wird Giovanni Antonio Viscardi aus dem Hofdienst entlassen.

Viscardi ist in den nächsten Jahren als „freier Baumeister-Architekt“ tätig und unter anderem am Bau des Jesuitenklosters in Landshut, an Erweiterungsbauten im Kloster Fürstenfeld und an der Theatinerkirche beteiligt.

Weitere Aufträge folgen. Für den Reichsgrafen Ferdinand Franz Lorenz Xaver von Tilly zu Breitenegg übernimmt Viscardi verschiedene Bauaufträge.

Bierverbrauch in München so hoch wie in ganz Russland

München - Russland * Die Münchner Bierbrauer stellen triumphierend fest, dass der Bierverbrauch allein in München ebenso hoch liegt wie in ganz Russland.

Jährlich kommen etwa 15.000 Saisonarbeiter aus der Gegend von Udine

Königreich Bayern * Die bayerischen Ziegeleibarone holen jährlich etwa 15.000 Saisonarbeiter aus der Gegend von Udine und dem Friaul ins Land, da sie - so die offizielle Begründung - als „streng katholisch“ sowie „genügsam und anspruchsvoll“ gelten. Auch würden sie „am Montag früh stets vollständig zur Arbeit erscheinen, eine Eigenschaft, auf die man bei den einheimischen Arbeitern nicht bestimmt rechnen kann“.

Wesentlich interessanter war für die „Loambarone“ allerdings, dass die italienischen Arbeitskräfte gegenüber ihren deutschen Kollegen erheblich billiger waren und dass sie das in Italien traditionelle Akkordanten-System von jeglicher sozialer Verantwortung gegenüber den Ziegeleiarbeitern entband. Die Anwerbung der Ziegelarbeiter, den Fornaciai, übernahmen die Akkordanten oder Capuzats. Das waren Friulaner, die mit den hiesigen Verhältnissen bestens vertraut und sprachkundig waren und so als Bindeglied zwischen den Ziegeleibesitzern und den Arbeitern fungierten.

Der Bildhauer Anton Heß baut neben seinem Vaterhaus ein Atelier

München-Maxvorstadt * Der Bildhauer Anton Heß, Sohn des Historienmalers Heinrich Maria, baut neben seinem Vaterhaus in der Luisenstraße 17 (heute HsNr. 37) ein Atelier.

„Die stigmatisierte Therese Neumann von Konnersreuth“

München * Dr. Fritz Gerlichs zweibändiges, 700 Seiten langes Werk „Die stigmatisierte Therese Neumann von Konnersreuth“ erscheint.

Das „Gesundheitsamt“ bezieht Räume im „Bezirksamt am Lilienberg“

München-Au * Das „Gesundheitsamt“ bezieht Räume im „Bezirksamt am Lilienberg“.

In München gibt es acht von der Polizei anerkannte „Bordelle“

München * In München gibt es acht von der Polizei anerkannte „Bordelle“.

Amazonen-Wettrennen zwischen Pferd und Fahrrad

München-Untergiesing * Nicht nur die Männer liefern sich die ungleichen Wettrennen zwischen Pferd und Fahrrad. 

Es kommt auch zu einem Wettkampf zwischen einer amerikanischen Präriereiterin und einer Münchner Radfahrerin.

„Daß Damen sich auch an den öffentlichen Wettfahrten betheiligen, ist [...] das Eigenartigste auf diesem Gebiete des Sports. [...]
Dieser Wettkampf fand kürzlich zu München auf dem „Neuen Sportplatze“ zwischen der amerikanischen Prairiereiterin Miß Nelly und der Münchener Radfahrerin Fräulein Amanda Löschke statt.

Das Publikum hatte sich zu dieser noch nie dagewesenen Schaustellung überaus zahlreich eingefunden und verfolgte mit lebhaftester Spannung den Verlauf dieses Wettkampfes, aus dem die Reiterin als Siegerin hervorging“.

Die „Moriskentanzfiguren“ werden durch Kopien ersetzt

München-Graggenau * Die „Moriskentanzfiguren“ von Erasmus Grasser aus dem „Festsaal des Alten Rathauses“ werden abgenommen und durch Kopien ersetzt. 

Die Originale werden im „Bayerischen Nationalmuseum“ zunächst untersucht, restauriert und anschließend ausgestellt.
Bei der Restaurierung bleibt eine Figur umgefasst, um so die charakteristische Schnitzarbeit Erasmus Grassers darstellen zu können. 

Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas studiert in Straßburg

Straßburg * Bis 1776 studiert Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas in Straßburg „Jurisprudenz“ und hört „Öffentliches Recht“ bei Christoph Wilhelm von Koch. 

Dieser lehrt, dass „die Ordnung mit modernen Methoden erhalten, aber im Geist des Rationalismus gestaltet werden muss. Dies sollt durch einen ‚aufgeklärten Absolutismus‘ geschehen, der von oben für alle den Fortschritt und für jeden das Glück zu verordnen habe“.   

Die Ansicht, dass dem Staat die Hoheit über die Kirche zusteht, gefällt dem jungen Montgelas ganz besonders. 

Michael Zechmeisters schienenunabhängiges Verkehrsmittels ist am Ende

München - München-Au * Die erste Betriebszeit des von Michael Zechmeister eingerichteten, schienenunabhängigen Verkehrsmittels dauert lediglich von 1861 bis 1863.  

Während dieser Zeit werden drei Linien eingerichtet.  
Dabei erreicht die „klassische Strecke“ den Mariahilfplatz und damit das Herz der Au.  
Giesing und Haidhausen - aber auch die anderen „Vorstädte“ - werden nicht angefahren. 

Die „Beamten-Relikten-Anstalt“ wird zunächst als „Militärspital“ benutzt

Bogenhausen * Nach der Fertigstellung des „Beamten-Relikten-Anstalt“ in Bogenhausen wird es wegen der stattfindenden Kriege zunächst als „Militärspital“ benutzt.

Von den Arbeitsbedingungen der Ziegeleiarbeiter

Berg am Laim - München-Haidhausen - Bogenhausen * Da die „padroni“ jenseits der Alpen bei den „Akkordanten“ komplette Arbeitstrupps anheuern, stellen sie anfangs auch keine Geräte zur Verfügung.

Das bedeutet, dass die Italiener Schaufeln und Hacken schleppen und selbst Schubkarren und anderes Gerät über die Alpen schieben müssen.

An ihrem Arbeitsplatz in München angelangt, liegt ihnen ausschließlich daran, durch möglichst viel Arbeit möglichst viel Geld zu verdienen.
Durch das Bezahlen von „Akkordlöhnen“ entziehen sich die Italiener den Kontrollen, die man zur überwachung der gesetzlichen Vorgaben eingeführt hat.

Frauen und Kinder übernehmen die körperlich weniger schweren Tätigkeiten.
Manchmal bilden Familien ein Team, mit dem „stampadore“ an der Spitze.
Frau und Kinder haben ihm zuzuarbeiten und je besser die einzelnen Arbeitsschritte koordiniert sind, desto besser ist auch das Gesamtergebnis. 

Schon zehnjährige Buben verdingen sich als Handlanger.
Die „mulis“ stehen an der untersten Stelle der Hierarchie, haben den Mund zu halten und müssen einfach funktionieren.

Zwar sieht die „Reichsgewerbsordnung“ aus dem Jahr 1878 Bestimmungen zum „Arbeitsschutz für Kinder und Frauen“ vor, so eine „Beschränkung der Arbeitszeit“ sowie das „Verbot von körperlich schwerer Arbeit“.
Doch die Verordnung wird in der Praxis unterlaufen und die Strafen sind so lächerlich niedrig, dass sie wirkungslos bleiben.

Wenn kontrolliert wird, dann, so ein resignierter Fabrikinspektor, „[...] braucht sich der Jugendliche nur neben der [Arbeits-]Bank auf den Boden zu setzen, um Jedermann ad oculos zu demonstrieren, daß er seine Ruhepause in echt italienischer Weise feiert“.

Der „Bildhauer“ Anton Heß will in seinen Antiquitäten leben

München-Maxvorstadt * Der „Bildhauer“ Anton Heß lässt sich durch den Architekten Leonhard Romeis neben seinem „Atelierbau“ ein villenartiges Wohnhaus im Stil der „deutschen Renaissance“ errichten.

Der Bildhauer will ein Wohnhaus, in dem er seine über Jahrzehnte angesammelten Antiquitäten, vornehmlich aus der Renaissancezeit, als Wohngegenstände gebrauchen kann.
Leonhard Romeis muss deshalb „von innen nach außen“ planen.

Fußböden, Holzdecken und Wandvertäfelungen bilden die Vorgaben, nach deren Abmessungen sich die Zimmergrößen der einzelnen Räume zu richten haben.
Aus den Maßen der Zimmereinrichtung ergibt sich die Zimmergröße und -höhe, aus der Zimmergröße der Grundriss und erst daraus kann er die Gestaltung der Fassade entwickeln.

Architekt Romeis hat also zum einen die Aufgabe, fünf komplette Zimmer mit Wandvertäfelung und zum Teil auch Erker und Sitznische sowie verschiedene Decken in einen Bau zu integrieren, als auch gleichzeitig fehlende Teile im Stil der historischen Teile zu entwerfen, um eine einheitliche Wirkung des ganzen Hauses zu erzielen.

Anton Heß verzichtet in einigen Bereichen auf Komfort und zieht unpraktische Möbel, wie kurze, gotische Betten, oder zum Teil niedrigere Türen einem Wohnen in zeitgenössischem Mobiliar vor.
Der Bildhauer sammelt die Gegenstände also zur wirklichen Benutzung und strebt keine „Stilreinheit“ an.

So kombiniert er in seinem Haus Südtiroler Stuben aus Kurtatsch und Montan aus dem Jahr 1576 mit Türen und einem Treppengeländer aus Münchner Bürgerhäusern, Portal- und Türverkleidungen aus Kloster Seeon, um 1620, und Plafonds aus Ulm.

Das „Bezirksamt am Lilienberg“ wird in „Landratsamt“ umbenannt

München-Au * Das „Bezirksamt am Lilienberg“ wird in „Landratsamt“ umbenannt.

Die Polizei duldet sechs „Bordelle“ mit vier bis acht Luxusdirnen

München * Die Polizei duldet sechs „Bordelle“ mit vier bis acht Luxusdirnen, „obwohl sie gesetzlich nicht erlaubt“ sind.

Friedrich Ludwig Sckell übernimmt die Oberaufsicht über das „Gartenwesen“

München-Englischer Garten * Friedrich Ludwig Sckell wird die Oberaufsicht über das gesamte „Gartenwesen“ übertragen. 

Der von Rumford angelegte „Theodor-Park“ war - wenn auch dem „allgemeinen Publikum“ gestiftet - in seiner Ausstattung doch auf eine Gesellschaft abgestimmt, die eher im höfischen Leben beheimatet ist.

König Ludwig II. entlässt Georg von Dollmann

Pfronten - München * Weil Georg von Dollmann - nach Meinung des „Märchenkönigs“ Ludwig II. - die „Burg Falkenstein“ zu wenig großzügig plant, wird er als Bauherr entlassen.

Der „Irrenweg“ erhält seinen Namen

München-Au - München-Haidhausen * Der an der „Kreisirrenanstalt” vorbeiführende Verkehrsweg erhält die Bezeichnung „Irrenweg“

Unter den 100 Höchstbesteuerten Münchens befinden sich 14 Brauer

München * Unter den 100 Höchstbesteuerten Münchens befinden sich 14 Brauer. 

Das Kindergeld gibt‘s jetzt auch fürs erste Kind

Bonn - Bundesrepublik Deutschland * Das Kindergeld gibt‘s jetzt auch fürs erste Kind.

Es beträgt je 194.- DM für das erste und zweite Kind, 200.- DM für das dritte und 225.- DM für jedes weitere Kind. 

Jede Beschäftigung von Kindern unter 12 Jahren wird untersagt

München * Jede Beschäftigung von Kindern unter 12 Jahren wird untersagt.

Bei Elisabeth Wellano [Liesl Karlstadt] wird das „Theaterfeuer“ gelegt

München-Hackenviertel * Ihr Bruder lädt Elisabeth Wellano im Alter von 17 Jahren in den „Bamberger Hof“ ein, wo die „Münchner Alpensängergesellschaft Schnackl Franz“ auftritt.

Dadurch wird bei ihr das „Theaterfeuer“ gelegt.

Die Beamten-Relikten-Anstalt bietet Platz für rund 100 Frauen

Bogenhausen * Die Beamten-Relikten-Anstalt wird seinem Zweck zugeführt. Die von der Bevölkerung „Drachenburg“ genannte Einrichtung bietet Platz für rund 100 Frauen.

Kommentierte Berichte der „Fabrikinspektoren“

München * Dr. Bruno Schoenlank, Vordenker in der „SPD“, kommentiert die Berichte der „Fabrikinspektoren“ in seinem Buch „Zur Lage der arbeitenden Klasse in Bayern“, das während der Zeit der „Sozialistengesetze“ verboten ist, wie folgt:

„[...] Das harte Werk, der lange Arbeitstag, der in den oberbayerischen Ziegeleien, diesen Musteranstalten rücksichtslosester Ausbeutung der Arbeitskraft herrscht, ist vom Fabrikinspektor oft genug denunziert worden.

Aber was nützt es? Die Herren Ziegeleibrenner lassen sich, um den einheimischen Arbeitern die Lebenshaltung noch tiefer als sie bereits steht, herabzudrücken, beständig neue Waggonladungen italienischer Kulis von ihren Lieferanten aus dem Lande kommen, wo die Citronen und die Schmutzconkurrenz blüh‘n.

So nimmt es Keinen, der die Verhältnisse selbst zu beobachten Gelegenheit gehabt, Wunder, wenn es über die Handhabung der gesetzlichen Bestimmungen betreffs der Kinderarbeit von den Ziegeleien heißt:
‚In einer namhaften Zahl derartiger Anlagen, die ich im Berichtsjahr theils zum erstenmale, theils nach mehrjähriger Zwischenpause besucht habe, fanden sich nicht einmal die Arbeitsbücher und man war anscheinend entweder noch in völliger Unkenntniß der die jugendlichen Arbeiter betreffenden Vorschriften, oder man hat sie mangels genügender Controle einfach außer Acht gelassen. Das behufs dieser Mißstände weiter Erforderliche ist eingeleitet‘.

Mangel an Controle, weil Mangel an Aufsichtspersonal, und darum eine Gesetzesverletzung nach der anderen, begangen durch die sittenstrengen Stützen der bürgerlichen Gesellschaft, die Moral, Ehrbarkeit, Gesetzlichkeit und Schutz nationaler Arbeit in Erbpacht haben, ferner Unkenntnis der Gesetze, d.h. derjenigen, die den Profit der Kapitalisten ein wenig zu beschneiden bestimmt sind.

O diese unschuldvollen, ahnungslosen Engel von Kapitalisten!“

Das „Gesundheitsamt am Lilienberg“ wird umbenannt

München-Au * Das „Gesundheitsamt am Lilienberg“ wird in „Staatliches Gesundheitsamt München-Land“ umbenannt.

Die Regierung hebt die Münchner „Bordelle“ wieder auf

München * Da trotz der tolerierten „Freudenhäuser“ die „Straßenhurerei“ nicht abnimmt, hebt die Regierung die Münchner „Bordelle“ wieder auf.

Die „Militärmühlen“ werden stillgelegt

München-Englischer Garten - Lehel * Auf Friedrich Ludwig Sckells Wunsch hin werden die „Militärmühlen“ an der Kreuzung von Schwabinger Bach und Eisbach stillgelegt und der Befehl zum Abbruch gegeben.

Der Innenputz der neuen „Heilig-Kreuz-Kirche“ ist fertiggestellt

Obergiesing * Der Innenputz der neuen „Heilig-Kreuz-Kirche“ ist fertiggestellt.

Mit der Innenausstattung wird begonnen.

In München produzieren 62 Brauereien den beliebten Gerstensaft

München * In München produzieren 62 Brauereien den beliebten Gerstensaft. 

Das Zechmeister‘sche Streckennetz wird ständig erweitert

München * Die klassische Strecke des Stadtomnibusnetzes geht jetzt vom Zentralbahnhof zur Ludwigsbrücke. Sie wird in der Zeit von 8.00 Uhr bis 20.30 Uhr im 20-Minuten-Takt befahren.  

Auf Drängen der Polizei müssen die Linien beschildert und nummeriert werden, bei Dunkelheit farbige Lampen die Richtung anzeigen. Der Tarif beträgt nur mehr drei Kreuzer. Es gibt bunte Fahrscheine, die sogar schon mit einem Reklameaufdruck versehen sind. Da die Nachfrage inzwischen angestiegen ist, kann das Unternehmen auch auf einen wirtschaftlichen Erfolg hoffen.  

Das Zechmeister‘sche Streckennetz wird in der Folgezeit ständig erweitert. Bei Unrentabilität werden Streckenabschnitte aber auch wieder eingestellt oder nur mehr zu besonderen Anlässen angefahren. So verkehren bestimmte Sonderwagen nur während des Oktoberfestes oder fahren nach Nymphenburg. 

1.020 eheliche und 990 uneheliche Geburten

München * In München werden 1.020 eheliche und 990 uneheliche Kinder geboren. Die Quote liegt weit über dem Landesdurchschnitt. 

Sebastian Kneipp entwickelt seine „Wasserkur“

München-Maxvorstadt * Während seines Aufenthalts im „Georgianum“ (bis 1852) entwickelt der spätere „Landpfarrer“ Sebastian Kneipp seine „Wasserkur“.

Die Gebäude der „Beamten-Relikten-Anstalt“ werden zerstört

München-Bogenhausen * Die Gebäude der „Beamten-Relikten-Anstalt“, einem „Königlichen Damenstift“, wird von Bomben dem Erdboden gleich gemacht.

Die „Frauen vom Guten Hirten“ kaufen das ehemalige „Preysing-Schloss“

Haidhausen * Die „Frauen vom Guten Hirten“ kaufen - unterstützt von König Ludwig I. - das ehemalige „Preysing-Schloss“

Sie errichten auf dem Anwesen eine „Institution zum Zwecke der Besserung gefallener Mädchen, Frauen und Witwen, dann der Bewahrung der jungen schutzlosen weiblichen Unschuld vor Verführung“.

Eine 17-stündige Arbeitszeit in der Ziegelei

Oberföhring * Ein Arbeitsvertrag der „Ziegelei Grimmeisen“ in Oberföhring legt die tägliche Arbeitszeit in den Monaten Mai mit August zwischen „4 Uhr früh und 9 Uhr abends“ fest.

Das „Auer Tor“ wird abgerissen

München-Haidhausen - München-Au * Das „Auer Tor“ an der Zusammenführung des „Gasteigs“ und der Rosenheimer Straße wird abgerissen.

Der Verkauf der „Alten Isarkaserne“ auf der „Kohleninsel“ ist abgeschlossen

Isarvorstadt - Museumsinsel * Die Verhandlungen über den Verkauf der „Alten Isarkaserne“ auf der „Kohleninsel“ mit der Münchner Stadtverwaltung werden geführt und 1888 abgeschlossen.

„Wiesn-Schläger“ wegen „versuchten Mordes“ zu 12 Jahren Haft verurteilt

München * Ein Münchner Gericht verurteilt erstmals einen mit einem Masskrug bewaffneten „Wiesn-Schläger“ wegen „versuchten Mordes“ zu 12 Jahren Haft.

Friedrich Ludwig Sckell will den „Apollo-Tempel“ abreißen lassen

München-Englischer Garten - München-Lehel * Friedrich Ludwig Sckell will den „Apollo-Tempel“ wegen seiner „missglückten Proportionen“ sowie der „schlechten Bauweise“ abreißen lassen.

Er wird aber noch vermutlich bis 1838 stehen bleiben.

Der „Alte Rathausturm“ ist wieder aufgebaut

München-Graggenau * Der an das „Alte Rathaus“ anschließende Turm wird nach dem Aussehen von 1462 rekonstruiert. 

Im Turm befindet sich heute das „Spielzeugmuseum“

Gerüchte über eine Geisteskrankheit des bayerischen Prinzen Otto

München - Berlin * Der preußische „Gesandte“ Freiherr von Werther berichtet an „Reichskanzler“ Otto von Bismarck über umlaufende Gerüchten einer Geisteskrankheit des bayerischen Prinzen Otto. 

Es gibt Überlegungen, ihn von der Thronfolge auszuschließen.
Angeblich leidet er „an einem kalten Fieber“

Gewerbler und Tagelöhner lassen sich auf der „Ramersdorfer Lüften“ nieder

Haidhausen * Einige Gewerbler und Tagelöhner lassen sich auf der „Ramersdorfer Lüften“, in der Nähe des heutigen Rosenheimer Platzes, nieder. 

Durch den Zuzug weiterer Siedlungswilliger in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts überflügelt die Ansiedlung bald die Einwohnerzahl des Dörfchens Ramersdorf.

Die Visionen der Maria Anna Lindmayr

München * Maria Anna Lindmayr leidet an rätselhaften Krankheiten und hat immer wieder religiöse Visionen, die sich mit dem Ausbruch des Spanischen Erbfolgekrieges verstärken. Im Jahr 1704 erreichen die Visionen ihren vorläufigen Höhepunkt.

Die Lindmayr spricht nun von einem „kommenden Strafgericht“, wenn sich die Menschen, allen voran der kurfürstliche Hof, nicht bessern und bekehren würden. 

Die Einwohnerzahl Münchens beträgt 62.290

München * Die Einwohnerzahl Münchens beträgt 62.290. Das ist gegenüber dem Jahr 1801 eine Steigerung von 21.873 Bewohner. Das entspricht einem Zuwachs von 35 Prozent. 

Zwölf Quellen führen dem „Brunnhaus im Brunnthal“ das Wasser zu

Bogenhausen * Zwölf Quellen führen dem unterhalb „Neuberghausen“ gelegenen „Brunnhaus im Brunnthal“ das Wasser zu.

Für die „italienischen Arbeiter“ genügen die Zustände ohnehin

Oberföhring * Der „Oberföhringer Bürgermeister und Ziegeleibesitzer“ Fritz Meyer antwortet dem „Bezirksamt“ auf detaillierte Beanstandungen folgendermaßen:

„Für unsere italienischen Arbeiter [...], die sich vom frühen Morgen bis zum Eintritt der Dämmerung im Freien aufhalten und bei Eintritt der rauheren Jahreszeit wieder in ihre Heimat reisen, genügen die Dachschlafräume in den Trockenstädeln vollkommen. 

Sie sind leicht ventilierbar und gegen Zugluft abgesperrt und wenn in denselben noch für genügend Abstand der Bettstellen, für mehr Licht, Ordnung und Reinlichkeit gesorgt wird, dann sind sie sogar gesund zu nennen.
Auf alle Fälle sind sie viel gesünder als die Schlafstätten der meisten Arbeiter in München“

Die Auflage nach stabil gebauten „Toiletten“ nannte er „sehr wohl gemeint, praktisch aber wirkungslos“, denn, so der „Ziegeleibesitzer“ weiter, „der Italiener kennt am Haus keinen Sitzabort und geht auch bei uns nur ungern in einen solchen und wenn er nicht in nächster Nähe ist, gar nicht, und die für unsere Landwirtschaft so wertvollen Fäkalien gehen verloren“.

Die „Hofkammer“ kauft am Gasteig einen Bierkeller für das „Hofbräuhaus“

Au * Die „Kurfürstliche Hofkammer“ erwirbt von dem Münchner Bürger und Maurermeister Caspar Trisberger den an der Ecke Rosenheimer- und Hochstraße gelegenen Braukeller für das „Hofbräuhaus“.

Friedrich Ludwig von Sckell erhält den „Zivil-Verdienstorden“

München * Friedrich Ludwig von Sckell erhält den „Zivil-Verdienstorden der Baierischen Krone“, womit der persönliche Adel verbunden ist.

Die Missgunst gegen die „Templer“ steigert sich immer mehr

Paris * Die Missgunst steigert sich immer mehr, nachdem der „Templer-Orden“ ganz offiziell den „Kampf gegen die Heiden“ aufgibt, der „Großmeister“ sich ins damals schon als flott bekannte Paris zurückzieht und viele „Tempelherren“ in ihrer Heimat, vor allem in Frankreich, wichtige Positionen bekleiden - allerdings ohne der französischen Krone Rechenschaft schuldig zu sein.

Die reichen und arroganten „Templer“, dieser „Staat im Staat“, stört den französischen König Philipp IV., den man „den Schönen“ nennt.

Er ist ein durchaus tüchtiger Herrscher, der etwas von der Macht versteht und deshalb weis, dass es „Macht ohne Geld“ nicht gibt.

Doch gegen die gut ausgebildeten und disziplinierten „Templer“ hat selbst der französische König militärisch nichts entgegenzusetzen.
Außerdem untersteht der „Orden“ direkt dem Papst, gegen dessen Willen er nichts unternehmen kann.

Papst Gregor XI. verlegt seine Residenz von Avignon nach Rom

Avignon - Rom-Vatikan * Der mittlerweile regierende Papst Gregor XI. verlegt seine Residenz von Avignon nach Rom.

Eine Beschreibung des „sprichwörtlichen Giesingers“

München-Giesing * Der München-Führer „Rund um die Frauentürme“ beschreibt den „sprichwörtlichen Giesinger“ so:

„Hochgelegen, gesunde Luft, gesunde oder auch runde Bevölkerung.
Im allgemeinen wie jeder Münchner gutmütig, ist der Giesinger in gereiztem Zustand in einer ziemlich gefährlichen Körper- und Geistestesverfassung.
Die Giesinger sind in der Regel nicht in politisch konservativen Parteien zu suchen, sondern von Natur aus revolutionär“
.

In Giesing wohnen viele Arbeiter mit entsprechend ausgeprägtem Klassenbewusstein.
Weit über sechzig Prozent wählen „rote Parteien“.

Demzufolge sind die Nazis lange Jahre hier völlig chancenlos.

Eine neue „Fasanerie“ entsteht auch in der „Hirschau“

Moosach - Hirschau - Perlach * Kurfürst Max Emanuel lässt die „Fasanerie“ in Moosach ausbauen und weitere in der „Hirschau“ und bei Perlach anlegen. 

Der „Bordeauxplatz“ erhält seinen Namen

München-Haidhausen * Der „Bordeauxplatz“ erhält seinen Namen. 

Ursprünglich bezeichnet man die die Wörthstraße teilende Grünanlage „Forum in der Wörthstraße“

Bevölkerungsvermehrung und Gewerbeverfassung angestrebt

Königreich Baiern * Eine seit Jahren anhaltende Diskussion über die zu ergreifenden Maßnahmen

  • zur Verbesserung der öffentlichen Finanzen und damit
  • einer Abwehr eines Staatsbankrotts sowie
  • die Anhebung des allgemeinen Wohlstands

führen zum Wunsch nach einer

  • Vermehrung der Bevölkerungszahl und
  • der Liberalisierung der Gewerbeverfassung

Der Theologiestudent Joseph Ratzinger studiert im Georgianum

München-Maxvorstadt * Der 22-jährige, aus Marktl am Inn stammende Theologiestudent Joseph Ratzinger beginnt im Georgianum seine Laufbahn.

Im „Brunnthal“ entsteht ein „Militärwaisenhaus und Militärlazarett“

Bogenhausen * Im „Brunnthal“ in Bogenhausen entsteht ein „Militärwaisenhaus und Militärlazarett“.

Italienische „Sammelklassen“ in der Haidhauser „Wörthschule“

München-Haidhausen * Insgesamt 80 Italiener werden in einer „Sammelklasse“ in der Haidhauser „Wörthschule“ unterrichtet.

„Einer allgemeinen Fortbildungsschule konnte man sie nicht zuführen, da sie der deutschen Sprache nicht mächtig waren. Für sie bildete man eine eigene Klasse an der Wörthschule und erteilte ihnen abends und an Sonntagen acht Stunden wöchentlich Unterricht“.

In München gab es - im Gegensatz zu den meisten anderen Großstädten im Reich - diese äußerst fortschrittliche Einrichtung, in der italienisch-kundige bayerische Lehrer zwei- bis dreimal in der Woche in den Fächern „Geographie“, „Kalligraphie“, „Rechnen“, „Deutsch“ und „Religion“ unterrichteten.

Durch das Erlernen der deutschen Sprache sollte eine Integration hierzulande erleichtert werden, durch das Fach Geographie, in dem ausschließlich „italienische Landeskunde“ gelehrt wurde, die Bindung zur Heimat gewahrt bleiben.
Da ein Mann in Italien erst dann als vollberechtigter Staatsbürger galt, wenn er vor einem Notar seinen Namen schreiben konnte, war der Schreibunterricht für eine Wiedereingliederung in der Heimat von besonders großer Wichtigkeit.

Da die Schule von den weit außerhalb gelegenen „Ziegeleien“ jedoch oft nur in mehrstündigen Fußmärschen zu erreichen war, und auch die „Akkordanten“ nicht einmal für die Zeit der Schulstunden auf ihre billigsten Arbeitskräfte verzichten wollten, konnte nur eine begrenzte Anzahl der italienischen Kinder die „Schule an der Wörthstraße“ besuchen.

Lolo von Lenbach erwirbt das „Heß-Anwesen“

München-Maxvorstadt * Lolo von Lenbach erwirbt das „Heß-Anwesen“, nachdem zuvor das Inventar versteigert worden war.

Das „Gerichtswesen“ wird von der Verwaltung getrennt

München * Das „Gerichtswesen“ wird von der Verwaltung getrennt und in diesem Zusammenhang das „Landgericht links der Isar“ mit dem „Landgericht Starnberg“ vereinigt.

Dadurch entsteht das „Bezirksamt links der Isar“.  

Das „Bezirksamt rechts der Isar“ bildet sich aus der Zusammenlegung des „Landgerichts Wolfratshausen“ mit dem „Landgericht rechts der Isar“.

Das „städtische Wehramt“ zieht auf die „Kohleninsel“

München-Isarvorstadt - Museumsinsel * Das „Städtische Wehramt“, das zuvor im Rathaus untergebracht war, zieht auf die „Kohleninsel“.

Die Musterung der Wehrpflichtigen findet anfangs noch in der „Schrannenhalle“ statt, weshalb die notwendigen Akten jedes Mal vom „Wehramt“ zum Musterungslokal und danach wieder zurückgebracht werden müssen.

Das war nicht ganz ungefährlich, wie nachstehender Bericht beweist: „[...] bei einem solchen Transport [hat] ein Windstoß eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Stammrollen entführt und den grünen Fluten der Isar zugetragen, die sie nicht mehr herausgab“.

Das „Aumeisterjäger-Haus“ wird erbaut

München-Englischer Garten * Das alte „Aumeisterjäger-Haus“ wird an der Nordgrenze des „Englischen Gartens“ für die Heger und Jäger der „Hirschau“ erbaut.

Die „Tempelherren“ kaufen Zypern

Zypern * Trotz aller Rückschläge und Niederlagen bleiben die „Tempelherren“ reich, privilegiert und versuchen in immer neuen Vorstößen an einen eigenen „Ordensstaat“ zu kommen.

Anno 1191 kaufen sie König Richard Löwenherz das von diesem eroberte „Zypern“ um 100.000 „Goldbyzantiner“ ab.
Doch die Inselbevölkerung wehrt sich mit einem Aufstand gegen die geplante Herrschaft der „Tempelordens-Ritter“.

So verfügen am Ende die „Johanniter“ und der „Deutsche Orden“ über einen eigenen Staat, nicht aber die „Tempelherren“.

Adolf Hitler und der „sprichwörtliche Giesinger“

Berlin - Wien - Giesing * Adolf Hitler sagt: „Den widerwärtigen italienischen Typ - den haben wir auch. Wenn ich denke, Wien-Ottakring, München-Giesing, Berlin-Pankow!

Vergleiche ich den unangenehmen südlichen Typ mit dem unangenehmen Typen bei uns, so ist schwer zu sagen, welcher unsympathischer ist“.

Das „Hirschgehege“ in der „Hirschau“ wird aufgelassen

München-Englischer Garten - Hirschau * Nachdem die „Fasanenzucht“ in der „Hirschau“ schon bald aufgelöst wurde, wird jetzt auch das „Hirschgehege“ aufgelassen. 

An seiner Stelle wird der „Hirschgarten“ bei Nymphenburg eröffnet. 

Gründe für den Mangel an Bevölkerung

Königreich Baiern * Als Gründe für den Mangel an Bevölkerung sieht man in

  • den Kriegsverlusten,
  • der mangelnden Freizügigkeit,
  • in dem zur Ehelosigkeit zwingenden Militärstand,
  • in der großen Anzahl der Geistlichen,
  • in den Eheverboten für untergeordnete öffentliche Bedienstete
  • in dem Luxusbedürfnis, das einer Eheschließung entgegen steht,
  • in der Unteilbarkeit der Bauerngüter und
  • in der Erschwerung der Ansässigmachung und Verehelichung

Installation der Wasserturbine und der Linde-Kälteanlage für das Eiswerk

München-Au * Installation der Wasserturbine und der Linde-Kälteanlage für das Eiswerk mit einer Leistung von 80 Tonnen Blockeis am Tag.

Eine „Pflegeanstalt für bresthafte Frauen“

Bogenhausen * Das „Militärwaisenhaus und -lazarett“ wird in eine „Pflegeanstalt für bresthafte Frauen“ umgewandelt.

Die Abbrucharbeiten an der „Heß-Villa“ in der Luisenstraße 35 beginnen

München-Maxvorstadt * Die Abbrucharbeiten an der „Heß-Villa“ in der Luisenstraße 35 beginnen.

Die Standorte der Bezirks- und Landgerichte

München-Kreuzviertel - München-Au - München-Haidhausen * Das „Bezirksgericht links der Isar“ residiert in der Weitegasse, der heutigen Ettstraße.

Der Sitz des „Bezirksgerichts rechts der Isar“ befindet sich in der Ohlmüllerstraße 8 am Mariahilfplatz.

Der Amtssitz des „Landgerichts links der Isar“ ist auf dem „Lilienberg“, der des „Landgerichts rechts der Isar“ in der Kirchenstraße 6.

Das „Jodeln“ wird in den „Vorstadt-Theatern“ sozusagen „erfunden“

München - Wien * Das „Jodeln“ wird in den „Vorstadt-Theatern“ in Wien und München „erfunden“.

Freilich hat das „Jodeln“ eine alpenländische Tradition, deren Ursprünge auf vorhistorische Zeiten zurückreichen. 

In allen gebirgigen und unwegsamen Regionen der Welt gibt es verschiedene Techniken, um mit Rufen weite Distanzen akustisch zu überbrücken.
Jodelnd verständigten sich Hirten und Sammler, Waldarbeiter und Köhler.

Nicht nur in den Alpen wurde von Alm zu Alm mit „Almschrei“ (Almschroa) oder „Juchzer“ (Juchetzer, Jugitzer, Juschroa) kommuniziert oder auch das Vieh mit einem „Jodler“ (Viehruf) angelockt.

Dennoch wird das „Jodeln“ erst als Unterhaltungseinlage in den „Vorstadttheatern“ und „Singspielhallen“ populär gemacht.
Erst von dort aus kommt es von gastierenden Künstlern aufs Land.

Die „Templer-Banken“ haben einen illustren Kundenstamm

Aragon * Der König von Aragon gibt seine „Kronjuwelen“ der „Templerburg Monzon“ zur sicheren Aufbewahrung.

Der König, seine Familie, seine Beamten, Kaufleute und verschiedene Seigneurs zählen - neben den „Würdenträgern der Tempelherren“ - zum Kundenstamm der „Templer-Banken“.

Der sich immer in Geldnöten befindende französische König will sich das riesige Vermögen des „Tempelordens“ sichern, obwohl es gerade der „Tempelorden“ war, der immer wieder den französischen Staat vor dem Staatsbankrott gerettet hat.

München ist die am dichtesten besiedelte Großstadt Deutschlands

München * München ist die am dichtesten besiedelte Großstadt Deutschlands. In der mit 1,4 Millionen Menschen bundesweit drittgrößten Stadt leben 4.340 Einwohner auf dem Quadratkilometer.

Das Wirtshaus „Zum Hasenstall“ entsteht

München-Englischer Garten - Hirschau * Ein Wirt, dessen Namen nicht mehr feststellbar ist, erwirbt ein kleines Waldgrundstück in der „Hirschau“ und erstellt darauf ein einstöckiges Wirtshaus, das er „Zum Hasenstall“ nennt. 

In München telefoniert man nur noch mit Selbstwahl

München * In München telefoniert man nur noch mit Selbstwahl.

Die Themen Ansässigmachung und Verehelichung im Landtag

München-Kreuzviertel - Königreich Baiern * Die Ständeversammlung befasst sich mit den Themen Ansässigmachung und Verehelichung. Man verweist auf England und Holland, wo der Wohlstand auf einer zahlreichen und gewerbefleißigen Bevölkerung basiert.

Dagegen hindern im Königreich Baiern die „Erschwerung der Heiraten und Ansässigmachungen […] ein unserem dürftigen Boden und seiner großen Oberfläche angemessenes Wachstum der Bevölkerung und beraubten uns dadurch gerade der Entwicklung jener kostbaren Kräfte, durch deren fruchtbare Produktion der innere Wohlstand am segensreichsten gedeiht und die Gewichtigkeit eines Staates am sichersten emporsteigt“.

Bedenken, dass die wachsende Bevölkerung nicht ernährt werden könne, zerstreut der Abgeordnete Jakobi mit Hunden in der Landeshauptstadt: „In München werden viele Tausend unnütze Hunde gehalten, die besser genährt und gefüttert werden oft als Tausende von Menschen“

Die Firma „Gebrüder Schmederer“ wird eine Aktiengesellschaft

München-Au * Die Firma „Gebrüder Schmederer“ wird eine Aktiengesellschaft.

Die „Salzstraße“ wird nach „Munichen“ umgeleitet

München - Haidhausen * Im Jahr 1157 - zuvor und danach war Herzog Heinrich XII. „der Löwe“ nicht in Baiern - wird die „Salzstraße“ nach „Munichen“ umgeleitet.  

Die „Salzstraße“ muss man sich als „Trampelpfad“ vorstellen, denn der Lastentransport erfolgt noch nicht mit Fuhrwerken oder Karren, sondern mit „Saumpferden“.  

Sie führt noch nicht über den „Gasteig“ (= gacher Steig = steiler Weg) hinunter zur Isar, sondern nutzt eine „Fuhrt“ etwa auf der Höhe der heutigen „Maximiliansbrücke“.  

Dass der Welfenherzog ein elementares Interesse an der Aufhebung des unrechtmäßig in Föhring eingerichteten bischöflichen „Fernhandelsmarktes“ hat, ist naheliegend, da er der größte Nutznießer dieser Entscheidung ist.  
Und der Freisinger Bischof will nach den Erfahrungen von Worms retten, was noch zu retten ist.  
Schon deshalb ziehen die beiden Kontrahenten gemeinsam mit dieser Angelegenheit vor den Kaiser. 

Das Erdbeben im Friaul zerstört auch die Kirche in Avilla di Buia

Avia di Buia - München-Haidhausen * Das große Erdbeben, das den Friaul heimsuchte, zerstört auch die Kirche in Avilla di Buia, in der die aus Haidhauser Lehm geformte Madonna Aufstellung fand. 

Wie durch ein Wunder bleibt jedoch die „Madonna della Saluta“ nahezu unbeschädigt erhalten.

Die „Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle für den Landkreis München-Land“

München-Au * Im „Landratsamt am Lilienberg“ wird die „Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle für den Landkreis München-Land“ eröffnet.

Die rasch anwachsende Motorisierung führt zu katastrophalen Zuständen in der kurzen und schmalen Sackgasse „Am Lilienberg“.

Der Begriff „Industrielle Revolution“ wird erstmals verwendet

München * Der Begriff „Industrielle Revolution“ wird erstmals verwendet.

Die „Tabakfabrik“ wird in ein Bad umgewandelt

München-Englischer Garten - Lehel * Die nahe dem „Diana-Tempel“ am östlichen Rand des „Englischen Gartens“ gelegene „Tabakfabrik“ wird in ein Bad umgewandelt.

Bald bürgert sich dafür der Name „Diana-Bad“ ein.

„Propaganda- und Reklamefahrten

München * In der Münchner Presse erscheint die nachstehende Nachricht:

„Dem die Maximilianstraße in München entlang prominierenden Publico bot sich gestern, Sonntag mittag um 12 Uhr, ein ebenso viel Entrüstung als Ärgernis erregendes Bild dar.

Auf einem doppelsitzigen Veloziped bewegte sich ein Pärchen in rascher Fahrt durch die Straßen.
Das Pärchen bestand aus einem Mannsbilde und einer - Donna, letztere in einem geblümten leinenen Rock, durch den die stampfenden, das Vehikel in Bewegung setzenden Beine sich jedem, so er darauf erpicht war, leicht präsentierten. 

Ohne Scham, stolz wie eine Amazone, ließ die holde Donna sich männiglich mustern, ihre Fahrt ungeniert fortsetzend. 

Wir fragen nun:

  • Ist dies die neueste Art von Velozipedsport?
  • Darf auf solche Art dem öffentlichen Sittlichkeitsgefühl ungestraft ein Faustschlag ins Gesicht versetzt werden?
  • Endlich: Wo bleibt die Polizei, die hier ein erfolgreiches Feld für ihre Tätigkeit finden dürfte?"

Die beschriebene Dame ist die Ehefrau von Josef Stanigel, des Inhabers der „Ersten Münchner Velozipedfabrik", in der ab dem Jahr 1883 Fahrräder gekauft werden konnten.
Gemeinsam mit seiner Frau unternimmt Josef Stanigel „Propaganda- und Reklamefahrten" durch München und zu den umliegenden Bierkellern.

Er trägt dabei einen karierten Anzug, sie eine Pumphose und eine Jacke mit weiten Ärmeln.
„Ja schamts eich denn net, so Maschkera z'gehn?", werden die Radler beschimpft.

Für die „damische Radlerin" gibt es noch stärkere Sprüche:
„A so a ausgschaamte Person, de soll doch bei de Kinder dahoam bleibn!
Vom Radl sollt ma's obehau'
n!"

Die Mamelucken überfallen die mit Templern besetzte Inselfestung Ruad

Ruad * Einen weiteren großen Prestigeverlust bereiteten ihnen die Mamelucken beim Überfall auf die mit einhundertzwanzig Tempel-Rittern, vierhundert dienenden Brüdern und fünfhundert Bogenschützen besetzte Inselfestung Ruad. Die gefangenen Templer werden in „Schimpf und Schande nach Ägypten geführt“.

„Propagandamärsche“ der politischen Parteien durch Giesing

Obergiesing - Untergiesing * Ende 1922 häufen sich die „Propagandamärsche“ der politischen Parteien durch Giesing.

Rechte, linke und konservativ-katholische Parteien ziehen durch die Straßen und singen ihre Parteilieder.

„So habe ich aus einem Lied der Nationalsozialisten gehört: ‚Der Tag der Abrechnung wird kommen‘.
Dass solche Lieder in der Hochburg des Kommunismus, in Obergiesing, reizen, ist selbstverständlich“
, schreibt Polizeikommisar Prebeck von der Polizeistation an der Tegernseer Landstraße.

Die Stadt München kauft die „Villa Stuck“

München-Haidhausen * Die Landeshauptstadt München kauft den „Atelier- und Wohntrakt“ der „Villa Stuck“ an der Ismaninger Straße und überlässt ihn dem „Jugendstil-Verein“

Gleichzeitig erhöht die Stadt ihren jährlichen Zuschuss von 99.000 auf 180.000 DMark. 

Ein Gewächshaus für den „Alten Botanischen Garten“

München-Maxvorstadt * In den Jahren 1812/13 wird an der Nordseite des „Alten Botanischen Gartens“ ein Gewächshaus errichtet. 

Die Eisen-Glas-Kostruktion ist etwa 135 Meter lang, besitzt sechs Kabinette, von denen die Hälfte als warme Abteilung, die andere als kalte Abteilung genutzt wird.  Das Gewächshaus ist eingespannt zwischen zwei steinernen Eckbauten mit dorischem Fries und Giebel. 

Der östliche Eckpavillon wird als „Direktorenwohnhaus“, der Westliche als Gärtnergebäude genutzt. 

Karl Valentin stellt seine eigenen „Volkssänger-Ensembles“ zusammen

München * Karl Valentin stellt seine eigenen „Volkssänger-Ensembles“ zusammen.

Das ist das Ende seines „Ein-Mann-Unternehmens“.

Die „Dr. Steinbachs Naturheilanstalt“ im „Brunnthal“

Bogenhausen * Die „Leipziger Illustrirten“ loben die „Dr. Steinbachs Naturheilanstalt“ im „Brunnthal“ von Bogenhausen, die sich einen international bekannten Namen gemacht hat.

Hygienische Maßnahmen der Stadtsanierung werden durchgeführt

München * Dritte „Cholera-Epidemie“ bricht in München aus.

Sie führt zur Umsetzung der von Professor Max von Pettenkofer vorgeschlagenen hygienischen Maßnahmen der Stadtsanierung:

  • den Bau der „Schwemmkanalisation“,
  • einer „zentralen Wasserversorgung“ und
  • dem zentralen „Schlacht- und Viehhof“.

Damit wird München, als eine der schmutzigsten Städte die „sauberste Stadt Europas“.

Das „Landratsamt München“ zieht an den Mariahilf-Platz

München-Au - München-Kreuzviertel * Nach dem Umzug des „Amtsgerichts München II“ in die „Maxburg“ wird das ehemalige Gerichtsgebäude am Mariahilf-Platz zum Sitz des „Landratsamtes München“.

Nun kann auch die „Kraftfahrzeugzulassungsstelle für den Landkreis München-Land“ vom „Lilienberg“ an den Mariahilfplatz ziehen.

Der Kampf gegen die privaten Arbeitsvermittler

München-Isarvorstadt - Museumsinsel * Nach einem Bericht des „Münchener Gewerkschaftsvereins“ liegen die Einschreibegebühren für die privaten Arbeitsvermittler zwischen 50 Pfennigen und einer Mark.

Nach der Vermittlung eines Arbeitsplatzes ist eine entsprechende Gebühr fällig, die sich nach dem zu erwartenden Lohn ausrichtet.
Sie beträgt, bei einem Monatsverdienst von 10 bis 50 Mark, die Hälfte bis zu einem doppelten Monatslohn.

Die Vermittlungsgebühr zahlt zuerst der Arbeitgeber, der sie dann zumeist dem Arbeitnehmer vom Lohn abzieht.

Die Einrichtung von zentralen städtischen oder staatlichen Arbeitsvermittlungen ist ein besonderes Anliegen der Gewerkschaften, deren Einsatz die Münchner Stadtverwaltung zu einem fortschrittlichen Handeln bewegen wird.

Einführung eines Wiesn-Masskruges aus Plastik vorgeschlagen

München-Theressienwiese * Der Wiesnwirte-Sprecher und Wirt des Löwenbräu-Festzeltes, Ludwig Wiggerl Hagn, schlägt die Einführung eines Wiesnkruges aus Plastik vor, der 800 Gramm leichter als ein Glaskrug (1.300 Gramm) ist.

Der Vorstoß scheitert: „Ich hab‘ ja nur darüber nachgedacht. Machen tu‘ ich das sowieso net. Oder nur, wenn der Gast einverstanden ist“.

Das Hofbräuhaus ist als öffentliches Lokal zugänglich

München-Graggenau * Das Hofbräuhaus ist als öffentliches Lokal zugänglich. Hier spielt der Kapellmeister Sulzbeck mit seine „Bande“ auf. Von hier aus ertönt immer wieder der Landler „Huraxdax, packs bei der Hax“

Ein künstlicher Hügel wird im „Englischen Garten“ aufgeschüttet

München-Englischer Garten - Lehel * Ein künstlicher Hügel wird im „Englischen Garten“ aufgeschüttet.

Ziegelfundamente in fast gleicher Höhe wie der „Monopteros“ selbst, geben dem Kunstberg den nötigen Halt. 
Der Hügel besteht aus Ziegelsteinen, Resten der Stadtbefestigung und angefallenem Erdreich.  

Richard Wagner will ein eigenes Theater

München * Richard Wagner spricht im Vorwort zu „Der Ring des Nibelungen“ den Wunsch nach einem eigenen Theater konkret an. 

Er will „ein provisorisches Theater, so einfach wie möglich, vielleicht bloß aus Holz“.

„Buffalo Bill“ gründet seine „Wander- und Wildwestschau“

USA * Als auch mit der „Büffeljagd“ nichts mehr zu verdienen war, gründet „Buffalo Bill“ seine „Wander- und Wildwestschau“, mit der er - gemeinsam mit seiner „Artisten- und Schaustellertruppe“ - rund dreißig Jahre die verschiedensten Länder der „Alten und Neuen Welt“ bereist und dort die Zuschauer fasziniert.

Papst Innocenz II. unterstützt die „Tempel-Ordensritter“

Rom-Vatikan * Papst Innozenz II., ein ehemaliger „Zisterziensermönch“ und Schüler von Bernhard von Clairvaux, treibt die Gründung von „Bruderschaften“ zur finanziellen Unterstützung der „Templer“ voran.

778 Gemälde gesammelt

München - Landshut * Die Wittelsbacher Herzöge haben bereits 778 Gemälde zusammengetragen - und sie sammeln weiter.

Das „Bad Brunnthal“ wird abgebrochen

München-Bogenhausen * Das „Bad Brunnthal“ wird abgebrochen.

Hans Osel's „Ziegelbrenner-Brunnen“ am Preysingplatz

Haidhausen * Hans Osel schafft den aus Muschelkalk hergestellten „Ziegelbrenner-Brunnen“ am Haidhauser Preysingplatz.

Die Bauarbeiten am „Monopteros“ beginnen

München-Englischer Garten - Lehel * Die Bauarbeiten am „Monopteros“, auf dem durch Menschenhand künstlich aufgeschütteten Hügel, beginnen.  

Die Arbeiten dauern bis 1837.  
Der Architekt ist Leo von Klenze.  

Heute geht hier der Blick geht über die „Po-Ebene“, weil sich hier das bevorzugte Revier der sich hüllenlos sonnenden Parkbesucher befindet. 

Die „Tempel-Rittern“ erhalten eine umfangreiche „Ordensregel“

Rom-Vatikan * In der Bulle „Omne datum optimum“ gibt Papst Innozenz II. den „Tempel-Rittern“ eine umfangreiche „Ordensregel“, die mit Ergänzungen im Jahr 1230 und 1260 auf insgesamt 678 Artikel anwachsen wird.

Durch die „päpstliche Bulle“ werden die „Tempelherren“ als „extemt“ erklärt, also aus dem kirchlichen Gesamtorganismus heraus genommen.
Sie sind damit die erste Gemeinschaft von „Rittermönchen“, die jeglicher „bischöflicher Jurisdiktion“ entnommen und alleine und direkt dem „Heiligen Stuhl“ unterstellt sind.

Er erklärt die „Templer“ auch zu „Vorkämpfer der Christenheit“ und hebt sie damit über alle anderen „Orden“

Dadurch nehmen die „Templer“ in der Gesamtkirche eine elitäre Ausnahmestellung ein, die von den Folgepäpsten fortgeschrieben und durch eine Vielzahl von „Privilegien“ erhärtet wird. 

So darf kein Kirchenmann oder Laie, lediglich der „Templer-Meister“ mit Zustimmung des „Kapitels“, die „Ordens-Statuten“ ändern. 
Das Recht der „Tempel-Ritter“ eigene „Priester“ zu haben, wird in der „Bulle“ ebenso festgeschrieben wie die „Freistellung vom Zehent“.

Die „Templer-Kapläne“ sind berechtigt „Spenden“ zu sammeln, um „Almosen“ zu bitten und einmal im Jahr in jeder Kirche die „Kollekte“ für sich zu behalten.

Einmal jährlich dürfen sie in den unter „Interdikt“, dem „Verbot gottesdienstlicher Handlungen“, gestellten Regionen die „Messe“ halten.

Die Kirche macht - nicht nur aus Sicht der „Templer“ - viel zu viel Gebrauch von dieser Strafmaßnahme, die darauf abzielt, jede religiöse Aktivität, ob das nun Messen oder die Segnungen der Sakramente sind, in einer Ortschaft, einer Region oder einem ganzen Königreich zeitweilig zu verbieten. Damit wollen die Kirchenmänner die Sünden eines Herren, einer Gemeinde oder eines Königs bestrafen.

Gottesdienste, die in solchen vernachlässigten und teilweise auch vollkommen ungerechtfertigt bestraften Regionen abgehalten werden, ziehen freilich viele Gläubige an und bringen schon deshalb außergewöhnlich hohe Einnahmen von „Almosen und Opfergaben“.

Darüber hinaus dürfen die „Tempelherren“ eigene „Kirchen und Friedhöfe“ besitzen, worin sie auch „Exkommunizierte“ beerdigen können, was ihnen häufig großzügigst gedankt wird.

Schließlich ergänzt Papst Coelestin II. die „Privilegien der Templer“ indem er die „Ritter-Brüder“, ihre „Vasallen“ und „Grundholden“ von den durch die Bischöfe ausgesprochenen „Exkommunizierungen“ und „Interdikten“ als ausgeschlossen erklärt.
Dies geschieht sehr zum Ärgernis des „Weltklerus“ und vergiftet das eh schon angespannte Verhältnis zwischen dem „Ritterorden“ und den „Weltpriestern“.

Dennoch hält der „Heilige Stuhl“ beständig seine „schützende Hand“ über die „geistlichen Ordensritter“ und stellt die gewährten „Privilegien“ nie in Frage.

Seit Hugo von Payns den „Tempelherren“ seine Besitzungen schenkte, folgte jeder, der in den „Orden“ eintritt oder sich ihm anschloss, diesem Beispiel.

Durch Schenkungen von Land und Vermögen sind die „Ordensritter“ sehr schnell reich geworden.
Und nachdem heimgekehrte „Kreuzfahrer“ Wunderdinge über das „Heldentum der Templer“ berichten, führt dies in ganz Europa zu einer großzügigen Spendentätigkeit für die Ordensgemeinschaft.

Münchens Gemäldesammlung vergrößert sich

Mannheim - München * Kurfürst Carl Theodor lässt 758 Bilder seiner Mannheimer Sammlung nach München bringen. 

Er will die Gemälde vor den anrückenden Franzosen schützen.

Enrico Zuccalli wird aus dem Hofdienst entlassen

München * Enrico Zuccalli wird wie alle Gefolgsleute des Kurfürsten Max Emanuel aus dem Hofdienst entlassen.

Zuccallis Aufgaben und Aufträge werden nun Giovanni Antonio Viscardi übertragen. Seine Tätigkeiten in dieser Funktion sind vor allem weite Kontrollreisen zur Überwachung von Kasernen- und Festungsneubauten

Ludwig Petuel nennt seine Brauerei „Salvatorbrauerei“

Vorstadt Schwabing * Ludwig Petuel nennt seine Brauerei „Salvatorbrauerei“.

Ein langwieriger Kampf um den Markennamen entzündet sich.

Die freiwillige „Bürgerwehr“ wird in die „Nationalgarde“ eingegliedert

München * Durch eine Neuorganisation des Militärs wird die bisher freiwillige „Bürgerwehr“ nach französischem Vorbild in die dreigliedrige „Nationalgarde“ eingegliedert.

Die „Nationalgarde I. Klasse“ bildet das „Stehende Heer“, die „II. Klasse“ wird zur „Landesverteidigung innerhalb des Königreichs“ verpflichtet.
Die „Nationalgarde III. Klasse“ war die ehemalige „Bürgerwehr“.
Sie untersteht jetzt den staatlichen Behörden für „polizeiliche Aufgaben“.

Seit dem Spätmittelalter hatte die „Bürgerwehr“ in zunehmenden Maße „repräsentative Funktionen bei festlichen Anlässen“ der Städte und des Fürstenhauses wahrgenommen.
Die vornehmsten Aufgaben - „Ehrengeleit und Ehrenwache für höchste Herrschaften“ blieb der „Bürger-Kavallerie“ vorbehalten.
Eine „Kavallerie-Division“ gibt es - neben dem „Invanterie-Regiment“ und der „Artillerie-Kompanie“ - auch in München.

Sie wird unter ihrem „Major“ Andreas von Dall‘Armi das „Pferderennen“ aus Anlass der Hochzeit von „Kronprinz“ Ludwig I. und „Prinzessin“ Therese von Sachsen-Hildburghausen austragen.
Eine „Schicki-Micki-Armee“.

Im Bogenhausener „Brunnthal“ entstehen neoklassizistische Villen

München-Bogenhausen * Im Bogenhausener „Brunnthal“ entstehen vornehme neoklassizistische Villen.

Das „Feuer- und Spritzenhaus“ und das „Tröpferlbad“ wird eröffnet

München-Haidhausen * Das „Feuer- und Spritzenhaus“ wird gemeinsam mit dem „Brause- und Wannenbad“ an der Schloss-/ Ecke Kirchenstraße eröffnet.

Die Gebäude am Lilienberg werden umfangreich renoviert

München-Au * Die ehemaligen Gebäude des „Landratsamtes am Lilienberg“ werden umfangreich saniert.

In München gibt es 3.891 Gewerbebetriebe

München * In München gibt es 3.891 Gewerbebetriebe.

Grenzen zwischen künstlerischem und mehr unterhaltendem Theater

London * Der „Theatre Regulation Act“ definiert die Grenzen zwischen künstlerischem und mehr unterhaltendem Theater.

Es gibt daraufhin nur mehr zwei große Theater in London, die für dramatische Aufführungen zugelassen sind.

Die kleinen Bühnen dürfen keine vollständigen Dramen mehr anbieten und müssten dadurch auf die „Randgebiete der theatralischen Kommunikation“ zurückgreifen.

Josef Anton Ritter von Maffei kauft den „Lindauer'schen Hammer“

München-Englischer Garten - Hirschau * Der vielseitige Unternehmer Josef Anton Ritter von Maffei, einer der Mitbegründer der „Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank“ erwirbt in der „Hirschau“ für 57.000 Gulden den mit Wasserkraft betriebenen ehemaligen „Lindauer'schen Hammer“ mit einer kleinen Eisengießerei. 

Er baut ihn zu einer der leistungsfähigsten Lokomotiven- und Maschinenfabriken Bayerns aus.

Das umfangreiche Imperium der „Tempel-Ordensritter“

Paris * Die „Templer“ besitzen ausgedehnte Ländereien in Frankreich, England, Schottland, Spanien, Portugal, Flandern, Italien, im Deutschen Reich, Ungarn und in der Levante.

Geschenkt wird ihnen vor allem für die „Ablösung von Sünden“ sowie das „Seelenheil“ des Spenders und seiner Angehörigen.
Durch Tausch, Verkauf und Erwerb optimieren die „Templer“ die Ertragslage ihrer „Schenkungen“ zu wirtschaftlich lukrativen Gebilden.

Da ihre Besitzungen hohe Renditen erwirtschaften, fließen dem „Ritterorden“ daraus reichliches Einkommen zu.
Viele ihrer landwirtschaftlichen Gründe haben sie verpachtet.

Nur wenn sich die Ertragslage der Böden wirklich rentiert, dann bearbeiten sie diese auch in „Eigenbewirtschaftung“.
Dafür holen sie sich eigens qualifizierte Spezialisten.
In Spanien und auf den Balearen beschäftigen die „Tempelherren“ dafür sogar geschickte „Muslime“.

Durch ihren Kontakt zur jüdischen und islamischen Welt sind die „Tempelherren“ recht weltoffen und für neue Wissenschaften und Ideen empfänglich geworden.
Der „Orden“ besitzt die „fortschrittlichste Technologie“ der Zeit: im Bereich der „Landwirtschaft“, des „Vermessungswesens“, des „Straßenbaus“ und der „Schifffahrt“.

Die „Templer“ veranlassen die „Bewässerung des Rio-Cinca-Tales“ in Aragón, den Bau eines Mühlensystems an der Aude und die Einführung des vierjährigen Fruchtwechsels in der Normandie.
Mit „Mühlen“ lässt sich ebenso viel Geld verdienen wie mit dem „Weinanbau“ in Portugal.
Der Wein wird bis nach England verkauft.

Auch die „Templer-Schiffe“ bringen einen erheblichen Gewinn.
Den „Ordensrittern“ gehören eigene Häfen, Werften und Schiffe.
Sie sind die Ersten in Europa, die mit einem Magnetkompass ausgestattet sind.

Selbst die der europäischen weit überlegene arabische Medizin ist den „Templern“ nicht fremd.
In den Krankenhäusern des „Ordens“ kommen moderne Prinzipien wie „Hygiene“ und „Sauberkeit“ zum Tragen und sogar das Wissen um die „antibiotische Wirkung von bestimmten Pilzen“ ist vorhanden.

Die „Tempelherren“ sind also keineswegs reine „Haudraufs“.
Neben ihren kriegerischen, politischen und wirtschaftlichen Aktivitäten betreiben sie auch noch Geldgeschäfte.

Sie sind die einzigen Christen, die aufgrund eines weiteren päpstlichen Privilegs Geld gegen Zinsen verleihen dürfen.
Dadurch können sie einen gewaltigen Reichtum anhäufen.

Und da, um seine Wertgegenstände aufzubewahren, nichts so sicher und unverletzlich ist wie ein „gottgeweihtes Haus“ und nichts mehr Vertrauen erweckt als die „Templer-Burgen“, die von hohen Mauern geschützt, von „Ritter-Mönchen“ verteidigt vor jedem Angriff sicher scheinen, dienen diese bald als Tresore für Kostbarkeiten von weltlichen und geistlichen Herren.
Sie werden zu „Depots“ für Wertgegenstände, Schmuck und Geld, die den Grundstock des immer noch gesuchten „Templerschatzes“ bilden.

Die „Templer“ verwalten die „Depots“ ihrer Kunden, die damit über ein „laufendes Konto“ verfügen.
Sie können Geld abheben, Zahlungen durch einen simplen Brief an den „Schatzmeister“ entrichten und erhalten darüber hinaus drei Mal jährlich einen „Kontoauszug“ zugeschickt.

Zu jedem trogähnlichen Geldschrank gibt es, ähnlich wie bei den heutigen „Bankschließfächern“, zwei verschiedene Schlüssel.
Je einen für den „Hüter der kirchlichen Kostbarkeiten“ und dem „Depotinhaber“.
Bis auf wenige Ausnahmen sind die Depots der „Templer“ absolut sicher, da geldgierige Herrscher nur ganz selten ihre Finger nach ihnen ausstrecken.

So können sich die Niederlassungen der „Templer“ in Europa und im Nahen Osten zu „Zentren des Finanzwesens“ entwickeln und das „Pariser Ordenshaus“, der „Temple“, zum „europäischen Finanzzentrum“.
Der König von Frankreich vertraut beispielsweise im 13. Jahrhundert seine „Kronjuwelen“ der Obhut der „Pariser Templer“ an.

Die Finanzspezialisten der „Tempelherren“ führen bald fortschrittliche Techniken im „Kreditwesen“ und in der „Buchführung“ ein.
Sie entwickeln den „bargeldlosen Zahlungsverkehr“ und führen den „Wechselbrief“ und den „Scheck“ in Europa ein.

Wer also in einem „Ordenshaus“ eine Summe einzahlt, kann sie nach Vorlage der „Kassenanweisung“ in einer weit entfernten „Komturei“ wieder in Empfang nehmen.
Der „Orden“ kassiert dafür lediglich Gebühren und verdient an den Zinsen.
Doch wird dadurch der risikoreiche Transfer von Münzgeld fast völlig entbehrlich.

Neben der einfachen Vermögensverwaltung für Dritte betreibt der „Templer-Orden“ auch „Geldleihe“, wodurch er die eigenen Gelder und die ihnen durch Dritte anvertrauten Einlagen arbeiten lässt.
Alle „Klöster“ und „Konvente“ fungieren deshalb als „Leihkasse“.

An Bauern verleihen die „Templer“ kleinere Summen, damit diese einen Engpass überbrücken können, Kaufleuten geben sie größere Kredite.
Als Sicherheit ziehen sie Grundbesitz heran.
Gibt es bei der Rückzahlung des Kredits Probleme, dann halten sie sich an den Ländereien des „Schuldners“ schadlos.

Zwar passen die Finanzaktivitäten des „Templer-Ordens“ nicht zu ihrer religiösen Berufung, es ist aber die allgemein den „Ritterorden“ aufgetragene Mission, die sie auch in diesem Bereich tätig werden lassen.
Auch die „Johanniter“, der „Deutsche Orden“ und selbst die traditionellen „Mönchsorden“ betätigen sich ähnlich, allerdings auf einer wesentlich niedrigeren Stufe.

Um im Orient überleben zu können, muss der „Templer-Orden“ über umfangreiche Finanzmittel verfügen und all seine Einkünfte weitestgehend in Geld verwandeln.
Sie kaufen dazu auf Märkten und Messen möglichst viele Rechte und Monopole, die ihnen wiederum Einnahmen sichern.

So wird zum Beispiel das ausschließliche „Wiegerecht“, das der „Orden“ vom Grafen der Champagne erwirbt, sehr zu Ungunsten der dort ansässigen Bürger vereinnahmt.
Von dem eingenommenen und erwirtschafteten Verdienst gehen anfangs ein Drittel an die Häuser im Orient. Später werden die Abgaben auf ein Zehntel reduziert.

Aus abendländischer Sicht entsteht immer wieder der Eindruck, als hätten die Männer und Frauen aus dem Westen die Kultur in den „Nahen Osten“ gebracht.
Genau das Gegenteil ist richtig.

Die arabischen Reiche sind den Christen nicht nur militärisch, sondern auch in ihrer Kultur weit überlegen.
Dort im Osten ist das geistige Erbe der Griechen und Römer bewahrt und weiterentwickelt worden.
Geniale Mathematiker und Astronomen sowie geschickte Kaufleute kommen von dort her.

Die Araber haben ein Zahlensystem entwickelt: die arabischen Ziffern, die wir heute noch verwenden.
Eine der wesentlichen Neuerungen besteht darin, dass es für „nichts“ ein eigenes Zeichen gibt: die „Null“.
Diese macht das Multiplizieren und das Bruchrechnen viel einfacher und erlaubt die einprägsame Darstellung des „Dezimalsystems“.

Und genau dieses System lernen die Christen, allen voran die „Tempelherren“, zur Zeit der „Kreuzzüge“ kennen.
Die „arabischen Ziffern“ ersetzen die bisher üblichen „römischen“.
Da die Kaufleute nun einfacher rechnen können, rechnen sie auch besser und erhalten damit ein genaueres Bild über den Verlauf ihrer Geschäfte.

Münchens Einwohnerschaft beträgt 76.117 Personen

München * Münchens Einwohnerschaft beträgt 76.117 Personen. Ein Zuwachs von 13.827 Menschen oder 22 Prozent in drei Jahren. 

Kronprinz Ludwig I. übernimmt offiziell die Planungen für den „Königsplatz“

München-Maxvorstadt * König Max I. Joseph überlässt seinem Sohn Ludwig I. offiziell die Planungen für den „Königsplatz“.

Dieser macht ihn zu seinem persönlichen „Kampfplatz gegen die französische Vorherrschaft in Europa“.

In München gibt es 34.708 Gewerbebetriebe

München * In München gibt es 34.708 Gewerbebetriebe bei 413.255 Einwohner.

Friedrich Engels: „Über die Lage der arbeitenden Klasse in England“

England * Friedrich Engels veröffentlicht sein Werk „Über die Lage der arbeitenden Klasse in England“, das ihn auch in Deutschland populär macht.

Darin schreibt er: „Die Teilung der Arbeit, die Benutzung der Wasser- und besonders der Dampfkraft und der Mechanismus der Maschinerie - das sind die drei großen Hebel, mit denen die Industrie seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts daran arbeitete, die Welt aus ihren Fugen zu heben. [...]

Denn wie die neue Industrie erst dadurch bedeutend wurde, dass sie die Werkzeuge in Maschinen, die Werkstätten in Fabriken - und dadurch die arbeitende Mittelklasse in arbeitendes Proletariat, die bisherigen Großhändler in Fabrikanten verwandelte; wie also schon hier die kleine Mittelklasse verdrängt und die Bevölkerung auf den Gegensatz von Arbeitern und Kapitalisten reduziert wurde, so geschah dasselbe, außer auf dem Gebiet der Industrie im engeren Sinne, in den Handwerken und selbst im Handel. [...] Die wichtigste Frucht aber dieser industriellen Umwälzung ist das englische Proletariat“.

Der „Turnverein München“ eröffnet seine erste „Turnhalle“

München-Isarvorstadt * Aus dem „Münchner Turnverein“ wird der „Turnverein München“.

Die Vereinsmitglieder können der Eröffnung ihrer ersten „T